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Der knstliche Quecksilber-Horizont.

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VI. Der kiinstliche Quecksilber - Horizorit ;
von A u g u s t O e r t l i n g ,
Optitcr und Mechaniker in Berlin.
-____
Die vielseitige Anwendung des kuustlicben Horizontcs
hat scbon langst das Bediirfnifs fuhlbar gemacht, denselben
in miiglicbster Vollkonimenheit zu besitzen und ihn auf
einfache Weise darzustellen. Zu den Eigenschaften, w e l c h
seine Vollkommeiiheit bedingen , gehiiren:
1) dafs derselbe lnBglichst vie1 Licht rcflectire, namentlicb senkrecbt auffallende Strahlen ;
2) dafs derselbe vollkominen ebcn scg, und
3) dafs die vollkoininene Ebcnc auch in vollkominen horizontaler Lage sich crzeuge und darin erhaltc.
Diese drei hier genannten Eigcnschaftcn vercinigen sich
am vollkoinmensten in denjcnigcn Horizonten, welchc durch
Quecksilber erzeugt werden ; und es wiirden daher alle
Bedingungen erfiillt scyn, welche an cincu vollkoniincnen
Horizont zu stcllcn wlren, wcnn man sich eines, eiiie biurcichend grofse Oberfliicbe darbietcndcn Gcf<fses bediente
und dieses init Quecksilber fulltc.
Die Anwendung eines solcliergestalt hergerichteteu Horizontes fubrt jedoch bald zu der Ueberzeugung, dafs dic
genannten drei Eigenschaften iiur dann crfullt werden, wenn
die Unterlage, worauf das init Quecksilber gefiilltc Gefifs
stebt, in vollkommener Ruhe ist, und ebenso die Luft,
welche das Quecksilber zunachst umgicbt , und wenn diese
beiden Voraussetzungen nicbt unbedingt stattfinden , der
Quecksilberhorizont aiif diese Weise cine Unmbglichkeit
ist, was bei Beobachtung init Meridian -1nstrumenten nur
allzusebr empfunden wird.
Fiir die Abwehrung des Luftzuges bedient man sich bci
senkrecbt auffallendcn Stralilcn ciner Umsclilicfsung dcs Horizontcs mit ciner senkrecliten Wandung i n Gestalt cines
Rohres, welchcs unten init dcr Untcrlagc, w r a d der Mo-
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rizont steht, dicht abschliefst und oben offen ist. Fur schrlg
auffallende Lichtstrahlen wendet man das sogenaiinte Dach
an. Letzteres bedingt wieder eiiie an sich vollkommene
Einrichtung , namcntlich vollkoinmcne Parallelgllser ; wenii
anders die Resultate, welcher der Quecksilberhorizont liefert, genau seyii solleii.
Es ist daher die Aufgabe, das an sich so iiberaus bewegliche Quecksilber in vollkommencr Ruhe zu erlialten.
Man hat langst die Erfahruiig gemacht, dafs Quecksilber, welches in einem Gefafs aus Glas, Porzellaii, Eisen
oder dergleiclieii Stoffe sich befindet, womit dasselbe sich
nicht verbindet , nicht so vollstiindig in Ruhe zu bringen
ist, als weiiii eiii Gefifs angewendet wird, welches aus
einem Metalle besteht , das mit Quecksilber sich verbindet.
Reines Kupfer eignet sich hierzu am besten, weil es von
Quecksilber nur in einem sehr geringeii Grade aufgeliist
wird. Kupfersclialeii , nach Kugelsegmenteii geformt, woriu
das Quecksilber in der Mitte eine Tiefe voii 4 bis 6 Linien uud dariiber hat, siiid die bisher gebrauchlichsteu, ulld
man hat eiiie solche Tiefe fur nothweiidig gehalteii, weil
das Quecksilber in der Oberflache sich vollkorumen eben
ausbreiten konne.
Die iiberaus grofse Beweglichkeit des Quecksilbcrs gestattet jedoch eiiie bei weitem geringerc Tieft., iiur wird
bei eiiier iiach eiuem Kugelsegmente geformten Schale der
sehr flache Bogeii dadurch iiachtlieilig, daCs nach dem Raudc
bin das Quecksilber elier die Form der Schale aiiiiimmt
und daher ein iiachthciliger Eii~flufsauf die Rildiing einer
vollkommen ebeiieii Oberflache ausgeiibt wird.
Aus diesem Griiiidc ist es zweckmafsig, die Schale mit
ciiieru ebenen Bodeii zu verschen und mit dem Rande, der
iiicht allmalig steigend, sondern senkrecht ist.
Eiiie Lage Quecksilber aiif einem ebeiieu Kupferboden,
von eiuer Tiefe die 2 . Linie nicht vie1 iibersteigt, ist hinreichend um eiiie vollkommen horizontale Ebene zu erzeugen,
vorausgesetzt dafs der Kupferboden aiiiiiiheriid horizoiital
liegt. Diefs hat sic11 durcli die sorgf&ltigstciiDeobachtungen
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vollkomineii bestiitigt. Eine unerlatliche Bedingung aber
ist dabei, dafs der Kupferboden auf das Vollsttindigste verquickt ist, so dafs das Quecksilber sich liberal1 init demselben iniiig verbinde.
Vollkommen reines Quecksilber oxydirt an der Luft
iiiclit ; niit einer Beimischung voii auflihbaren Metalien, oder
weuii es mit Skiren in Verbindung geweseii ist, oxydirt
es jedoch sehr stark, und um so mehr, wenn es stark bewegt
oder geschlittelt, d. h. wenn der Zutritt der Luft befiirdert
wird. Diek ist die Ursache, weshalb sich die bisher
fiblichen Quecksilberhorizonte, welche eine Tiefe von einer
oder melireren Linien haben, selir leicht mit einer Oxydliaut
Uberziehen, und wenn aucli dieser Uinstand in sofern nicht
von grofser Bedeutung ist, als inan Mittel hat, diese Haut
zu entfernen , so ist wegen Mangels einer vollkoinineii ruhigen Unterlage die Anrvcndung so tiberaus beweglicher Oberflachen vieler Besclir~akunguiiterworfen.
Ich habe gefiinden , dafs Qiiecksilber, welches init Zinn
versetzt wordeii ist, sich nicht oxydirt, so lange es ruliig und
vor Luftzug gescliutzt steht, und dafs erst durch den Zutritt
immer ncuer Luftschicliten die Oxydation bedingt wird.
Durcli Beiinischuiig. voii Zinn verliert aber das Quecksilber an seiner Bewegliclikeit uiid vcriniiidert dieselbe in
dein Grade!, als ver1i:iltiiifsrnlfsig vie1 Zinu zugesetzt ist.
Rlischt inan reines Quecksilber init Zinii (Spicgelfolie),
und wendet selbst soviel Zinn an, dafs es breiartig wird,
so kann inan doch das Zinn bis zu einein gewissen Grade
wieder davon trennen, weiin das Quecksilber durch feine
Oeffnungeii gepresst wird. Man bedieiit sich hierzu mit
Vortheil des samisch gegerbten Leders, durch dessen Poren das Quecksilber sich presseii lafst. Das durch samisch
gegerbtes Leder geprefste Quecksilber, wenn es vorher
mit reinem Zinn versetzt war, ist zwar ininder flussig als
vollsttindig reines, aber hinreicbend flussig, um sich vollkommen ebeii und horizontal auszubreiten.
So zubereitetes Quecksilber auf eine ebeiie, gut verquickte ond ann5hernd borizontal gestelltc Kupferplatte ge-
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schuttet, welche mit einem R a u d e von nur
Linie Hbhe
versehen ist, legt sich in seiner Oberfliche so vollkommen
horizontal, dafs es bis auf Sekuuden, uiid so weit iiberhaupt die Prufung ingglich , zuverlassig ist.
Geringe Erschutterungen bewirken eher ein Schwankeii
als eine Zerstbrung des Bildes der Ocularfaden eines feststehenden Fernrohrs, welches bei beruhigter Unterlage immer genau wieder auf dieselbe Stelle zuruckgefiihrt wird;
welches beweist, dafs das Quecksilber auch u u r in horizontaler Lage erst zur Beruhigung gelangt.
W a s nun den von inir angegebenen Apparat betrifft,
so ist dabei Folgendes zu beriicksichtigen:
1) Die Kupferschale inufs in ibrer Oberflache auf das
allersorgfdtigste verquickt s e y n , so dafs sie an jeder
Stelle leicht Quecksilber annimmt.
Man hedient sich bei der ersten Verquickung d e r
Salzsaure in Verbindung mit Quecksilber, woinit die
Schale sorgfiltig so lange eingerieben wird, bis das
Quecksilber uberall leicht Iiaftet. Demnachst spult man
die Schale mit W a s s e r rein, und liifst sie wenigsteiis
mehrere Stunden, besser noch inehrere Tage, unter
W a s s e r liegen, dainit alle Siiure entfernt mird. Nachdem diese verqoickte Schale sorgfiiltig init einem leinenen Tuche abgetrocknet v o r d e n , ist sie ziim Gebrauche fertig.
2 ) Das mit Zinn versetzte und durch samisch gegerbtes
Lcder geprefste Quecksilbcr wird auf die bereits annahernd horizontal gestellte Schale gegossen , und zwar
so viel, bis dafs es ringsum init dem Rande der Schale
einerlei Hiihe hat, oder vielmehr noch etwas hiiher
steht als dieser R a n d , und zmnr riiigsum ganz gleicbmafsig hoch. Die gleiche Hiihe erkennt man dadurch,
dafs ein auf den Rand der Schale gelegtes Lineal das
Quecksilber beruhrt. Z u r Horizontalstellung ist d e r
Apparat init drei Stellschrauben versehen.
3) Die Oberflache des Quecksilbers wird abgekliirt, indem das a a f den Rand gelegte Lineal dariiber hin-
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gefuhrt wird, wodurch alle Unreinigkeit vollstlndig abgestricben wird. Es ist gut, diefs Ueberstreichen nur
langsam zu bemerkstelligen , weil sonst uunsthig viel
Quccksilbcr sich mit fortschiebt.
Sollte nach Izugcrem Gebrauche das Quecksilber SO viel
Kupfer aufliiseu, dafs der verquickte Kupferbodeu dadurch
sehr rauh gewordeu ist, welches beim Abgiefsen des Quecksilbers sich gewiihnlich zeigt, so wird derselbe mit der
dcm Apparate beigegebeuen kleineu Stahlplatte, welclic hart
und an allen Kanteu gerade geschliffen ist, sorgfaltig und
derbe abgeschabt, lnit eiiiem trockencn T L Woder
~ Leder
rciu abgewischt und d a m aufs Ncue mit praparirtem Quecksilber iiberschii t tet.
Wenn nach lziigerem Nichtgebrauch des Apparates die
Schale iiicht mit Quccksilbcr iibergosseu gewesen ist, SO
wird die verquickte Oberflzche sehr trockcu erscheiuen, und
mufs dieselbe dann nothwcndig erst aufs Nene verquickt
werden. Dieh gescliiebt ziemlich lcicht, indein man die
Platte erwzrlnt, und zmar fast bis zur Hitze des siedeilden
Wassers ; das eingezogene Quecksilber tritt alsdann wieder hervor, uiid es wird dauu uur eincr geriiigen Einreibung mit Quecksilbcr bediirfen, um eiiic gute Oberflache
wiederherzustelleii.
Eiu nicht unerheblicher Umstand ist der Bedarf einer
so geringen Quantitst Quecksilber zur Darstellung eines
Horizoutes auf flacliem Boden. Acht Loth C)uecksilber siud
genugend, um einen Horizout von funf Zoll Durchmesser
zu erzeugen, wahrend bei vertiefteii Schalen fast so vielc
Pfunde dazu erfordert werden.
Zur Aufertiguiig von Horizonten mit flachem Bodeu hat
lnich hein Freuud P a s c h e 11 in Schwerin veraulafst, vou
dem die Augabe herruhrt. Einige Modificationeii an demselbeu sind vou mir, und siud zum Theil in Folge der
Versuche gescbeheii, welche auf hiesiger Steruwarte mit
denselben augestellt wurden.
Im Juni vergangeneu Jahres habe ich in der Versammliiiig dcs Vereins fiir Gewerbcflcifs i n Preiibcii ciiieii iiach
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obigen Priuzipien augcfertigten Quecksilberhorizont vorgezeigt, und ist dessen im 27. Jahrgango der Verhandlungen
des Vereins, im Protokolle des Monats Juni 1848, Erwahnuug gescheheu. )
Berlin, im November 18-19.
VII. Uehcr den XinJufs dcs Magnetismus nuf die
Cohtision der Fliissigkei/en; oon C. B r u n n e r j u n .
in Bern.
-
w e n n man die Ausicht festhslt, dafs die vou F a r a d a y
eutdeckte Wirkung der Magnete auf deli polarisirteu Lichtstrahl') eiue Moleculwirkuug sey, die in dein Karper stattfiudet, durch welchen der Strahl dringt, so kanu man leicht
die Fragc aufstellen, ob diese Wirkung nicht auch auf andere Weise bemerkbar geinacht werdeu kiiune, als durcb
optischc Experimente, iiaineutlich ob nicbt vielleicht die
Cohasion eine Ver%uderuugerleide. In deli Capillarerscheiiiungen besitzen w i r ein sehr scharfes Mittel, uin die Cohiision der Fliissigkeiten zu bestinimeii, und Verauderuugen
in der Cobasion der Flussigkeiten iniissen sich jedeufalls
in einer Veriinderung der Hohe bemerkbar machen, bis zu
welcher die Flussigkeit in einer CapillarrOhre sich erhebt.
Schon in eiuer fruheru Arbeit fiber die Cohlsion der Fliis1 ) Ein Horizont, dcssen refiectii.ende Fl2cIie 4; Zoll irn Durclnnesser hat,
kostet vollstbndig, rnit Quecksilbcr dazu
.
16 Rthlr.
Ein Iloriaont, desscn Fliiclie in Rechtecklbrm, Ton 4$ 2011 LBnge und
24 2011 Brcite, vollstindig, mit Quecksilber d a m .
. 12 Rthlr.
(Diese Horizonte sind in der R g e l oline Dncli anwendbar, wenn
der Luftzug nicht zu stark ist. )
E i n Dacli mit planparallelen GISrern, zu obigen Horizontcn passcnd
18 Rthlr.
2) Phil. Mug., Ser. ZZZ. Val. XXVfZI, p . 294. P o g g e n d o r f f , Annalcn der Pliysik. LXVIII. 1846. S. 105.
. . .
.
. .
.
.
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