close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Der kopaische See und seine unterirdischen Abzugskanle; aus einem nchstens erscheinenden Werk ДGriechenland im neuen das alte Ф.

код для вставкиСкачать
1836.
ANN ALEN
XO.
6.
DER PHYSIK UND CHEMIE.
BANI) X X X V I I I .
I. Der kopaische See und seine unterirdischen
Abzugskaniile; a m einem nachstens erscheinenden W e r k : ,,Griechenland, im neuen das
alte," con P . W . F o r c h h a m m e r .
(Hiern die Karte auf Taf. 11.)
B a o t i e n , a n zmei Seiten vom Meere, im Siiden durch
den Killiiron und Parnes, ini Norden durch die nordlicheii Abhinge des Helikoii und durch das Opuntische
Gebirge (hcute Chlomo) begrsnzt, zerkillt in zwei weseiitlich von einander verschicdene Theile, die einen so
bcstiinmten Gegerisatz bilden, dafs man fuglicli den eioen
nach einem See in seiner Mitte, das kopaische, den anderu nach einem niedrigen Bergrucken, der ihn durchlsuft, das teuinessiscbe nenncn kann. Das kopnischc
Bootien ist cin tiefcr Gebirgskessel, eingeschlossen vom
Helikon, dein Clilomo init seinen Nebenbergen, den Haben von Martini, eincm Dorf zwischen dein iistlicben
E n d e des Sees und LarymnY, dein Ptoon, dem Sphingion und einigen niedrigen Hiigeln, die sich wicder a n
den Helikon anschlicfscn. Das That sleicht durch seine
Gesclrlosscnheit denen yon Stgiiiplialos und l'heneos. Es
wiirde bei giinzlichcm Mangel cines offeiicn Abflusses fiir
seine GewSsser glcichmolil durch die grorsere Zahl sein e r unterirdischen hbzngskaniilc vie1 Ieicliter aIs jene dcr
Gefahr, zuin 1,andsee zu werdcn, entgeben, wenn nicht
die Natur gewollt hztte, dafs fast alle Gewasser aus Doris und Phokis, wclcbc Linder nicbt minder einen Kessel zwischen dern Parnafs, deln Oeta, dcin Knemis-Gebirge u~ir?dem Chlomo bilden, durch ciue kleine Oeffnung zwischen den Abliangen ~ L Helikon
S
und dem AkonPuggcndorffs Annd.Bd. XXXVII:
1G
242
tion, einein hbhange des Chlorno, mitteIst des Kephissos
ilireil Abflufs in die kopaische Ebene fanden. Dem nordwestlichcn Elide des lanzenfiirrnigen Berges 8) Akoution a
gcscnuler licgt die Stadt Chnronea, a n seinem siidiistli& e n Entle befinden sich die Huinen vo11 Orchomenos
Iiiit dcin Sctialthaus des Minyas.
Uas Thal l h g s den1
hkoiition, zwischen dicsem urid den Abhingen des Helilion, ist sehr scbiqal, so dafs der Kephissos gezwungen
ist, sich dein Akontion selir nahe anzuschliefsen; bci Orchollieiivs macht er einc nordiistliclie Biegiing urn tlas
Elide d r s Bcrgcs, wiiitlet sich dann meistcns a n der niirdlicheii Seite durch die Sce-Ebene, bis er sich in dcr Gegerid von Topolia in inchrere Arme theilt, urn die Kntabothra, o d w die Eing;inge d c r unterirdisclien Abzugskanlile am iistliclien E n d c des Sees zu crrcichen. W a r e n
dime Kaiilile iibernll wcit geoug, urn stefs den ganzen
ztlfltirs des Kcpliissos abzulciten, so wiirde die Ebene
zu keirier Zeit sicli in eiiicii S e e verwaudolri. Und auch
bci der jetzigcn Heiniiiung des Abflusscs wiirdc der S e e
dorh nicht jiihrlich die grorse husdehnung gegen SiidW e s t e n errciclren, gcsellteu sicli nicht zum Kephissos die
zalrlreichen kleinen ljliche des wasserreichen Leibethrios
und der beitnclrbarteii I-liigel. Gleichwohl irrt ma11 siclb
sehr, wenn m a n iiieint, die soprnannte Iiopais sey irrirner ein See. Sic gewinnt vielinehr alljiihrfich, wenn
gleich ~ i i i rauf weiiige Moiiatc, dcu ibr gebiibrenden Charakter ciner Ebene, init .4usnn!irne eiiies sehr kleinen
Bassins urn die cyl;lopiscli befeestigle Irisel bei Topolia
ivelclies, nacli d e r hussage der Uinwohner, aoch iin Leiisesteu Soinirier ciniaes Wasser behelt. - h i W i n t e r
1833- IS31 war sehr vie1 Schnee gefalleii, so d a k im
Mai 1831, d a ich den S e e bsreiste, die urigecviihnlich
hoch gestiegeiien Gcwasser noch uicht angefangen hatten
zu sinken. Vier filonate spater war der S e e so leer,
dais, nach 6ffentlichen Berichten, der K3uig voii G r i e
243
chenland am unteren E n d e desselben zwiscben den Katabotliren iiber den trocknen Boden hinritt.
In der Nahe von Orchomenos, dem heutigen Slrripu,
waren Deiche am Ufer des Kephissos aufgeworfen, die
wahrscheinlicli in alter Zeit sich weit in den jetzigeu S e e
bincinzogen , und eioen grofsen Theil fruchtbarsten Bodens vor der Ueberschwemmung schutzten. Aehnlicho
Vorkehrungen mochten auch die Ebeneo unterlialb Koroneia und Haliartos, die jetzt der Uebersc.hweminong
preis gcgebcn sind, bewahrt haben. Allein je linger d c r
Kephissos und die kleineren Bache innerhalb ihrer Ufer
gebiindigt waren, desto Iibhcr mufsste das W a s s e r in dem
iistlichen kleioeren Kessel der See-Ebene, der von Felsgebirgen umgeben ist, steigen, und, zuriickkehrend, doch
a111 Ende die Abwehr der Deichc verciteln, w-enn niclit
die Kunst, wie das jshrliche Austretcn des Flusses verliiudert, so das AlflieCsen dcs sich bildenden Sees befiirdert Iilitte.
W i r wenden UDS zunzchst zu d e r Bescbreibung der
nafiirlichen W e g e der Verminderuog der Gewasser, deren Stcigen mit dem ersten Herbstregen bcginnt, besonders aber um die Zeit d e r Wintersonnenwende reifsend zunimmt, indem nicht nur Regengusse die Fliisse unmittelbar fiillen, sondern auch die Sonne, hier iin Januar so
warnl wie bei uns irn l'vllirz, eine Menge Schnee der Gebirge in Wasser verwandelt, so dals, wie bemerkt, 1834
das Sinkcn der Ueberschmenimung in der Mitte des Mais
nocL nicht begonnen hatte, obgleich seit fast anderthalb
Monaten kein Tropfen Kegen gefallen war. - Es genugt
bier an die, bei dcr grofsen Flache des Sees sehr bedciitende Abnahme der Ger\iisser, mittelst der Verdarnp/itn,n durch die Luff,und an die niciit rninde; bedeutende Verminderung durch Eiiuiringen in die Erde erinnert zu haben. - Die bedcutendste und eigenthumlichstc W e i s e der Abnahme d e r GewSsscr besteht in dem
16 iv
244
Abflufs durch dic naliirlchcn imierirdischen Abzugsknrziile, h e n Eingiinge Katabothra genannt werden, wiewolil der Kame hsufig auf den Kana1 sclbst, und, aus
~IiCsve~~st~irid~iifs,
auch auf die vcrticalen Scli;ichIc kunstlichcr Kaiilile ausgedelitit wird: 1111 Folgenden werdcri wir
i i i w Jic Ehgunge der nutut-lichen Abzugskande, Katuholhra, ihre Arrsgiinge dngegen mit eincin in Grieciicnland iibliclien ISarneii, Kepha/uria (d. h. Flufshaopt,
Qtielle) iind die iintcrirdischen Kari$le sclbst Giinge
iicnnen.
Solclier Gliiige nun gicbt es, wenn man sic nach der
Zahl der Katnbotlira rcchuen will, vide. Icli habe in1
(;aiizen I I L W fiiiif Katabothrn gcsehea, die in Thztiskeit
)Yawn, d. 11. die, bei tlein zur Ztit ineioer Reise am See
S&
h o l i e ~\Yasscrstni~de,
~
die Gewasser aufnnhnien. Icli
claube, iiian darf die Ziihl dcrsclben niclit vie1 hiihcr 31s
auf das Doppelte anschlngeo. r\m riclitigsteii rechiict innii
:,her die Xahl dcr Giingc nach dcr Zahl Kephalaria, da
cs genifs is&, clafs sic11 von mclrercii Katnbotlrcn die
( h g e untcrin Cerg vereiiiigen tind cin geuicinschaftlichcs
Kcphalarioii haben. Darnach giebt es nun nur vier Chge
oder (;mgsgstcine, von denen drei in dein niedrigeri
Knlkgebirge zwischen dzin Cblomo und den1 P ~ o o nlieg m , der vierte aber siidwestlich vom Ptoori uotcr Jein
Sphin,'-ion.
Die Katabothra haben darchgeliend diesclbe F o r m
Sie bcfiiiden sich rticht, w i e man ZLI gladben geneigt seyn
1liilclite, d a y wo tlas Ufor am niedrigsten ist, iind dcr
See aui tiefsten in's Land einhuclitct, soodcrii iiii Cegcn
tlieil wo das Uler am hiiclisteii iind am lncisten felsig ist
Gcrndc wo der hohe kalile Fclsrucken aiii weitsten i n
d o n See hinaustritt und cbcn in diesem 'Fels sind die
Xatabothra. Siq siiid siclitbar voii der Xatur gebildet,
so regelinSfsig auch hautig d c r Einschnitt in dns FelsEnde erscheiiit, an Jesseii innerer W a n d sicti dic HiihIung befinctet, durch wclclie das Wasser in dcn Gaiig
2.15
-
cintlriiigf,
Die Enfsteliurig dcr ('l211ge u n J ihrer Kntabolhra scheint sich am einrachsten so zu erkliiren: Wic
die Kruste eincr kochcnden Masse hob sich das- Kalkgcbirge empor trud ,wurde dadurcb iln Innern Iiohl. W a b rend sich die Kruste abkiihlte, suchten die Uiimpfe im
Innern einen Ausweg, den sie am leichtcsten da failden,
wo sich die gehobcne zahe Mnsse von der fcst gebliebenen Uegrsnzutig Ioszureiken strebte, rind IVO sie ztigleicli
am ersten in eincn sproden Zustnnd iiberging.
SO geschah es, d a k gcrade am Ende d e t Gebirgsrucken Sliicke
abgerisseii wurden, und dafs, stiitt der allm3ligcn hbdachung , eine gcrade Pclswand mit einer €liihleniiffnung
sich dnrstellte. Dafs nun Iiiiiifig an d e n Seiten diescr
Fclswnnd d3s Gebirgs- E n d e ganz arisl$iift, hat obne
Zweifel darin seinen Grund, dafs die andriingerit?cm 3 u ~ o i pfe aiif diese nicht unniittelbnr ITirken koniitt!n, und es
von der Gewalt der Uewcguiig und der Ecscliaffcnlicit
dcs Steins abhing, ob das g a m e Ende des Ecrgruckens
odcr nur dns Stuck, welclies die Hiilllung schlofs, abgerisseri wurdc. - Dars iibrigtns die Kunst uachgcholfen
liabe, sicht man deutlich an den neben den Katabothren
liegcndeii absehauenen Stcinstijckchen : doch rijhren diese
vieilciclit wenigcr von einer Gliittung dor W i n d e , als
von dcr Wcgriiotnuns der bei tler tirsprunglichen Sprcngang i n die Hiihlring hinnbgcfallcnen Fclsbliicke hcr.
l h e Katabotlira bcfiiidcn sich no den1 iistliclien
Tficil ties Sees. - Hicr gegcn Xorden ist ein sclir gro(sea Kntnhothron iistlicli von einer Anhiilic mit antiken
Fmdaineuten, tinter eineui Fds, arif dcsscn Hiibe eine
altc Mnucr-Eiiifassuiig v o n SO Furs im Qiiadrnt, walirsclieinlich d e r tkzirk einw €lciliglhriins, sirh belindet. 3 a c l i der Riclitii~y tles Gcbirgszciges ztveifle. irh nicht,
dal's dieses Kntabothron i n cineu Gang fiihrt, dcssen Kephalnricu dic r n z c h t i p i Quellen siod, wclche 1 0 RIinutell sudlicli von dcr sudliclicn Iiingcn Maiicr von Oplls,
uuuiittelbar aus dcln steileu Fclseu rechts vou dcio eHgrrl
246
Pafs, den links das Meer begrznzt, mit grofser Wasserfiille hcrvorbreclien, so dafs sie gleich drei Mulilen, t o ;
nanGS genannt, treibeo. Die Quellen selbst, deren Gang
auf seinem, 2 bis 3 Stunden larigen uriterirdischen W e g e
von der Kopais wahrscheiiilicb eiii Salzlager beriihrt, hab e n von ihrem etwas salzigen W a s s e r den Kainen Arm y r o , d. i. &,I~LuQ~v.
- O b an dem nijrdlichen Ufer
dieses Theils dcr Kopais, westlich von dem erwiihntcn,
noch audere Katabothra siiid, kann icli nicht mit Bestiinmtheit sagen, da es mir gerade an dein felsigen Theil
des Ufers uomilglicli war, mich dem S e e zu nlhern. Die
Katur des Ufers liek indefs niehrcre vermuthen, die dann
walirscheinlicli ihre Ganse vereinigen, und alle zu dem
Gangsystem von Armyro gehiir'cn.
An der Ostseite des ilstlichen l'heils des Sees sind
drei Katabothra. Von diesen 1 i k t sich, nach dcr Erfahrung der Uniwohner, rnit Sicherheit behaupten, d a k d i e
beiden n6rdlicheren ihre GSnge tinter Clem Berg vercinigen und ilir gcmeinschaftliches Kephalarion obcrlinlb OberLarymnl hnben, da, w o der Kepliissos iiach einein uiiterirdischen Lauf von 2 Meilen aus unzYliligen Felsspalten
mit Gewalt hervordringt und gleich einen breiten Strom
bildet, dessen Lauge bis zum Meerbuseii von Unter-Larymnl ein Leichtgegurteter in eioer halben Stundc zuriicklegt. Im August ist das Wasser der S e e - E b e n e gewtihnlich schon so \veit gejiinkcn, dafs diese beiden KaIabothra kein W a s s e r mchr aufnehinen, und folglich auch d e r
Kephissos jenseits des Berges bei Ober-LarSmnB zu fliefsen aufhbrt. Man kann um diese Zeit trocknen F u h s
. in den Gang hineingehen.
Das dritte Katnbothron d e r Ostseite fiihrt in d e n
dritten Gang, desseii Kaphalarion sich, bei Skroponeri
oder Anthedon, unmittclbar am Ufer des tiefen Meerbusens ijffnet. Oberhalb des Katabothrons ist ein tiefes
verticales Loch ill1 Kalkfelsen, in das man hinuntersteigen kann. Hier erscheint d e r PluL in einem andern Ann
247
nacb kurzem unterirdiscben Laiife nocli eininal, uiii sicli
dann in einem mehrere Meilen langen Gange zu verbergeii, bis er bei Skroponeri, unter dem Elide eines tangen
Bergriickens, auf deiti nocli die H;iuscrinauern des alteri
Anthedons stchen, gleich den andern Arrnen, n u s F e l s ~ p I ten, und hier auch aus dein santligen hleerufer, und iiiis
deoi Bodcn des Meeres selbst, als siikes IVasser diirch
die Salzflutli sich hervordrzngt. Dieses Keph;ilarioii llirl'st
das gnnze J a h r gleich stark, und sein Kntabothroii ist,
riach der hussage der Einwohner VOII Martini, das eiuzige,
welches dns g a m e J a h r hindurcli Wasser aus dein Iicpliissos aufnimint, auch dann noch, wenn der S e e wictler
ziir Ebene geworden, und niir dns ticfer liegende, wietler
zii I'agc getretene FIuCsbett dcs Kcphissos nocb W a s s e r
enthiilt.
D c r vierte Gang, oder das viertc Gangsysteini licgt tinter dein Sphinx-Berge, und leitet das Wasser aus der Kopaiu
in den kleincn See Hylika oder Likaris (von ' Y~IZ&!MIV,
den) Diininiitiv von ' Y%tmj). Selbst habe ich unler deli
Wrrrzeln des Spliingion, wegen des hohen Wasserstnnrlos,
Etir Ein Kalnbothroii crreichen ki)iinen ; docli versichel-te
mich der I>einogeront von hkr:iphiiiii, kings dem U k r
von Karlitza bis Rlrilci (von Akr:iphniii bis Hnliartos)
sey alles Katabo~hIon, allein sic seveti verstopft ein ~ewOhn1ic:her Irrthurn, etitstarideii aus dem Bemiillen,
den liiihereii Wasserstand zu erkliiren. I l a s Kntahtliron,
welclies icli unterin Spliingion snh, zeigte durcli win ticfes 'hiares W a s s e r iind die schr geringe S t r i i i i i i i n ~ auf
der Oberfl;icbc, daCs es die EiKenthiiailichkeit nller iibrigen tlieilte, tind wohl keiiieswegcs durch Yerstopftiiig iin
Katabothron oder irn C'rang, sondcrn allein durcli die
cnge O e f h t t g des Keplialarioos der schnellere Abflufs
gehindert werde.
Die Muiidung der Sphingiosgange in die Hylika liegt
wahrscheinlich unterfinlb des Siveaus dieses kleiiieren
Sees, so dafs sie bei deln sich zieulich gleich bleibeudcn
))
((
248
Wasserstande desselben nicht leicht sichtbar seyn werd e n , aufser in aufquillendeni W a s s e r im See sclbst.
Nicht unwahrscheinlich ist es, dafs aus der Hylika eiu
unterirdischer Kana1 in den kleinen See von Morikios
o d e r Hungru (so heifst ein Dorf am S e e ) , bei S t r a b o
Schiliios, und von da ein anderer unter dein Messapios
bis an's Meer fuhre, wo das Kephalarion dicses Ganges
die Quelle wgre, w e l c h uuter dein E n d e eines Bergrukkens sich befiodet, d e r , voni Messapios herablaufcnd,
siiddsllich voin Lukischia nahe ail's Meer tritt und niit
diesein einen ensen Pars bildct. Aucli diese reichfliefsende Quelle ist salzhaltig, vielleiclit in Folge der Beruhruug eiiies Salzlagers durcli deu Gang. Die Hylika
ist ein ticfer Kessel, ringsurnher von hohen Felsen umgebcn, init aufserordenrlicli klarem, sehr tiefein Wasser,
ohnc cine Spur von Wasscrpllauzen oder Kriiutern iiberschwemmten Landcs
so vie1 ein Blick von der Hijlie
des Kliinatarias, eines treppeniihiilichen W e g e s uber einem Felsen au diesetn S e e , unweit AkriipliiriZ, wabrzunehmen gestattcte. Es kann daher von einer Mundung
des Isinenos und anderer kleiiier Flusse d c r Thebais in
die Hylika nicht die Rede seyn, viclmehr bilden diese
siidlich von tler Hylika einen ganz gcsonderten Sumpf
von unbedeutender Tiefe. Diescr uiufs die I.LLW<
njs
Or$q seyn, die mail elien so wenig mit der Hylilia als
init dd:m See yon Morikios oder Hungru verwechscln darf.
W h e l e r hatte iiber jeiieii )>See von Thebelit< erfabren,
dafs e r alle dreilsig Jabre ganz austrockne, was sehr
wahrscheinlich in Beziehung auf jerien Sumpf, niclit a h ,
wie es angewandt wird, in Beziehung atif die Hylika, die
gewik seit Meiischeogedenken iiiernals aussclrocknet gewesen. Die HJ-lika erhslt lieinen offenen Zutlul's aus irgelid einelri Each. - Ob uun das Gangsystem des Spliingion weiter reichc, als bis an die Hylika, ob diese Katabothrn habe, welche das Wasser in den klcinen See von
Morikios fiiltrcn, ist bislier nocb nicht erforscht, und ge-
-
-
240
gen die Verneinung dicser Frage diirftcu sich ror dcr
Hand keine erheblichen Grunde aafiihrerr Iassen, bis d e r
W e c h s e l des Wasserstantlcs dcr Hylika nShcr bcobnchlet ist.
Aus den bisherigen Untersuchiingen aber ergcben sich
nun folgende, auch fur (lie W i e d e r g e w i n n u ~ ~dcr
g Seeebeue z i m Ackerbau- wicbtigcn Resultntc.
Die kopaiscbe Ebene m’rd doiihrlich zum S e e , ist
aber riicht permanent ein See.
Es fragt sic11 also iiicht, wie man tlcn See eiii fiir
alle Ma1 ableile, sondern \vie man die hbleitung beschleunige, so dars der S e e nicht, wie jetzt, erst iin Herbst,
soiidcrn iin Fruhling zur trocknen Eberie werde.
Die Kepbalaria leiten noch9 iinincr eben S O vie1 W a s ser ails dcrn See ab, als sic jcinals abzuleiten im Stande
gerccsen sind.
Es liiidet also durchaus keiiic Verstopfung der naturlichen unterirdischen Kaniilc statt, odcr wenn sic stattfindet, so ist sie docb bishcr oliiie den geringstcn Einfluh auf die griifscre oder geringerc Schuelligkeit des Abflusses; es kanii also einc Hcinigung der Kalabothra fiir
den Zweck der schnclleren Ablcituiig des Sees nur nutz10s seyn.
Uer einzige Grund eirtes geringcren A bllusses otler
giinzlichen hufliiirens des Abflielsens durch die Kcplialaria ist das Sinken dcs X v e a u s des Sees uotcr die Schrvelle
des Katnbollirons, also cler Maogcl a n Zuflufs.
D;rs nachste Mittcl ztir l3eschleunigong des Abflusscs dcs Sees ist die Errveiterung der Icephakaria. Wenn
wahrscbcinlich gcmacht ist, dafs die GBiige da am wcitsten siiid, ITO dcr Gangberg ain hochstcn unrl brcitslcn,
und da aiu enssten, u o dcr Berg a m nicdrigsteii, also
an dessen zur F13clie zich abilschciiden E n d e n , w o die
Kepbalaria; so ist aucli die grijfste T~-ahrscheinlich~cit,
daCs scboii durch Weybrechcu cines gcringeii Theils des
Felsendes, oder durch Eiuhaucu oder Ausspreiigen eiucs
250
dem Gang begegnenden kurten Stollens, d e r erstrebte
Zweck vollkommen erreicht werde.
Es giebt aufser d e r Erweiterung d e r Kephalaria nur
Ein Mittel, deu Ablauf der Gewasser zu beschleunigen,
und dieses haben die Hellenen des hdclisten Alterthums,
das bisher entwickelte VcrhdtniCs der Kalabothra, Giinge
und 'Kephalaria nicht beachtend, angewandt. Sie haben,
ohiie weitere Berucksichtigung der nntiirlichen Ginge,
zwei neue kiinstliclie unferirdische Gsngc, die wir Stollen oder Ernz'ssiire nennen, durch das Felsgcbirge gehaueii, von denen der eine voin iistlichen Ende des See's
bis zum Kephalxion von Obcr-LarymnB, qiirdlich von dem
nordlichsten dcr drei iistlichen Katnbothren, und fast parallel mit dessen Gang liegt, der andere zrvischen dern
Sphingios und Ytoou unter der Ebciie von AkrZplrniS
hindurch in die Hylika fuhrt.
W i r lernen atis riiinischen Schriftstellern, dafs innn
solche unterirdische ( h n g c nacli oben mit Oeffnungcu
versah, haupts$chlicb znr Eiiilnssung von Luft, daher unsere BerSleute sie Wettcrjchzchtc iiennen. Solche Oeffnringcn, verticnle Scliachte, tinden wir nun sowohl bei
Einissiiren von Albano und Fucino, als bei der larigen
unferirdischen Wasserlcitung, die sudlicli von dein kleinen Turko -Vuni - Gebirg, von dem Fufs des Brilessos
(I'entelikos) uber Anipelokepos nach hthen fuhrt. Solche verticale Oeffnungen sind die vie1 besprochencn tiefen viereckigeri Lbcher, von 3 bis 4 Fufs iiii Quadrat, zwischen Martini uud detn See. Kcin Reisender hat sie bisher fur das erkannt, was sie sind. Z u der gnnz irrlhuinlichen Voraussetzung, dars sie genincht seycn zur Rcinigung der iialiirlichen Katnbothra, ist die irrige Uebertragung des Nainens Kntabothra auf dime SchSclite selbst
hinzugekommen, urn die Vorstcllungen iiber dieselben
noch xnehr zu vertvirren. Xis in die neueste Zeit herrscht
selbst in Griechenlnnd die Meinung, man konne durcli
die Schiichte die verucintlich verstopften Katabothra rei-
25 1
nigen, da docb die Lage d e r naturlichen Katabothra und
die Lage der Reilie dieser Schnchte lehrt, dars es ganz
unmiiglich ist, dafs die letztercn in die Cringe der ersteren Iiinabfiihren und mit diesen in irgend einer Verbindung stehen. Die natiirlichen Giinge laufen augcnscheinlich unter der Hiihe des Bergs hin, wlhrend die verticalen Schschte sich an der Seite des Rerges im Thnfe betinden. Es granzt ntim1ic.h nordlich an den Bergrucken,
worin das niirdlicliere Katabotliron des Ganges von OberL a r y m n ~ i , ein kleines Stuck der See-Ebene, welclies iin
Mai 1634, und wahrscheinlich zu allen Zeiten, vom S e e
unbedeckt blcibt. Aus dieser Ebene zieht sich eiu. kleines l'hal, eine Senkung, nordlich von dein Berg, d e r
den Katabothrengang deckt, in ziemlich geiader Richtung
nacli Osten, und inundet in cine kleiiie Ebene, an dercn siidostliclieru Wirikel das Kephalarion von Ober-Larymol unter dein E n d e des erbvahiiten Berges sich Gffnet. I n dieser Senkung sind jcne Schaclite, ungeflilir
zwanzig an der Zalil, alle mehr oder weniger mit Schritt
angefiillt, und gcgenwYrfig o h m cine sichtbare oder horbare Spur flicfsenden Wassers. 'l'rotz des hincingefallenen Schuttcs erkennt inan doch leicht, dafs sie desto tiefer sind, je hiiher sicli das Terrain hebt. D e r westlichste Schacht ist noch in dem erw.tilinten kleinen Stuck dcr
S e e -Ebene wenige Furs iiber dein hilchsten Wasserstande.
Es wurde niir einer geringen Ausgrabung betlurfen, uin
auf deu Boden dieses Schachtes, und folglich aucli zu
dem borizontalen Stollen zu gelaogen, der unter allen
diesen Schlcliten hinlYuft. Iin hrigust und September
wurde ein solcher Versuch von dem durchseihenden W a s s e r wahrscheinlich keioe St6rung zu befiirchten hahcn.
Es ist sehr begrciflich, dafs man den unterirdischcn Emisszr da anlegte, wo es einer geringeren Tiefe der verticalen Schachte und einer geringeren Lange des Stollens
bedurfte, also in der Fiiederung. Und in der That giebt
es kein Terrain zwiscben dern iistlichen E u d e des Sees
-
und dcin Mecr, w o man mit wenigcr Miihc cinen solclien EinissSr hatte durchhaucn kiinnen, wiewohl auch
hier die Llngc desselben gegen f ciner deutsclicn Meilc,
die Tiefe des tiefsten Schachts iiber 50 F. betragen mag.
S e y es nun, dafs diefs enorme W e r k fur die schnclle
Ableifung des Kepbissos nicht aiisreichte, oder dafs andere, vielleicht politische, Ursaclien mitwirkten,
auch
linter der Ebcne von AkriiphniU fiihrte man zur Ablcitong dcr Kopais in die Hylika einen Hhnlichen, abcr kiirzeren Stollen init diiiliclien SchSchten, dcreii ich aclit
ziihlte, deren Zahl jedoch der Ikmogeront von Akriiphniii auf fuiifzelin angab. Dn tliesc Ebeuc beackcrt wird,
so siiid die Schiichte theils mchr angefiillt, theils deslialb
weniger bcachtct, weil dcr W e g niclit s o unmittelbar nehen ilincn vorbcifiilirt.
W a n n dicse grorscn W e r k e ausgcfiilirt sind, dariiber
schweigt die Geschichtc. Es sind aber diese Einiss:ire,
und nicht die keiner Rcinigiing bediirftigen Katahothrn,
wclche K r a t CS, d e r Gcrgliaiiptniann des A l e x a n d e r ,
zii reinigcn anling, cin Unternchincn, iiber das es kciricn
ungcscliicktcreu Bericht gebeii kann, als den des S t r a b 0,
d e r dicscr Gegend glnzlich iiiikundig ist. Darf man v o u
dern Reichthuin der Orchomenicr, i h r m llaufertiSkeit, die
sich im Scliatzhaus des M i n y a s , ihrer Gcschickliclikcit
irn Aoshauen von Felshiihlcn uiid Ciingeu, die sich in
d e r Hahle des T r o p l i o i i i o s i n Lebadcia offenbnrt, einen Schlufs ziehcn, so geliijren auch die Einisciire jcncr
oorhistorischen, inytliisclirn, clmnologisch durcliaus unbestiinmbarcn Zeit an. Ohnc 5 i 0 war d e r Rciclitliutn von
Orclio men 0s ein e Vn mijgI i c hk ei t ; ohn e si e \v iire da in nls,
wie heutc, dns Wasser hoch uber die Saaifeldcr gctreten, und batte dniiials, wic heutc, alle Eriidte niif dcr
weiten friichtbareu Ebcuc vereitelt.
\Yir zweifclri
kaiim, dafs die Erweiterung der Kcphalaria dic schwicrigcre brbeit der Reiniguiig der kiiiistlichen Emissare iibcrtliissig uiacheu wcrdc.
-
-
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
794 Кб
Теги
see, unterirdischen, abzugskanle, der, дgriechenland, nchstens, aus, kopaische, eine, und, werke, seine, alten, erscheinenden, das, neues
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа