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Der Meteorsteinfall zu Orgueil und Nohic bei Montauban in Sdfrankreich am 14.

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XVI. Der MeteorsteinfX zu Orgueil unit Nohic
bri MontriuharL in Siidfrunkreich, urn 14. Mui 1864.
Mitgetheift POI^ P. A. K e s s e l m e y e r .
I n der belgischen Zeitschrift,
l’h’toile Belge, NO 140, 142,
144 utid 166 vom 19., 21., 24. Mai iind 14. Jutii d. J. befiuden sich mehrere, deni Journal d’dgen vom 15. Mai und
dein Courier du Tarn et Garonne entnonimen, voii Hni. Dr.
A r m ;t n d T h i e l e n s in ‘I‘irlemont mir freundlichst mitgetheilte Nachrichteti uber den neuesten Meteorstei?#dZ, welcher am 1.1. Mai d. J. sich i n der Nahe von Montauban
in Siidfrankreich zugetragen hat.
Ausftihrlichere Berichte dariiber befiudeti sich in den
Conaptes rendus T. 58 No. ’20 (S. 910 utid 911), No. 21
(S. 932 bis 93H), No. 22 (S. 9S4 utid 990) No. 24 (1065
bis 1072, und 1100 bis 1105) und No. 25 (S. 1161), von
Seiten der HH. A. D a u b r d e , R r o g n i a r t und L a r o q u e
und B i a n c h i , sowohl Uber die, den Niederfall begleitenden Erscheinungeu als iiber die pliysische urid cbemische
Heschaffenheit der Steine.
Zu Agen ( D i p . du Lot et Garonne) s a h inan die Feuerkugel, aus wclcher die Steine hervorgingen, gegeii 8 Ulir
Abends; sie bewegte sic11 von N N W nach OSO iiber die
Stadt hiii, uiid crschieri zuerst als ein leuchtender Streifeu
ahnlich den1 eiiier Rakete. Dieser Streifeu erweilerte 8ich
etwa in der Halfte seines Laufes und verwaadelte sich hier
in die wirkliche Feuerkugel, eine ungewahiiliche Helle uber
die g a m e Gegend verbreitend. Bei dem Bersten der Feuerkugel, welcbe etwa in der Gri)fse des Moiides erschien,
Uffnete sicb dieselbe zu einer Garbe, rind wahrend die Erscheinuog an dein Himmel daherzog, verbreitete ein Bouquet von Raketen Tausende von Funkeri urn sich her. Nach
dem Verschwinden der Feuerkugel blieb noch Iangere Zeit
an derselben Stelle, da die Luft windstill war, eine weifsgraue Rauchwolke sichlbar, welche fiir das gewohuliche
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Auge einen Durchrnesser von 15 Meter in der Lange und
von 2 Meter in der Breite zu haben schien. Dicfs Gewallre wiibrte etwa 10 bis 12 Miuuten, bis es verschwand;
aber 4 bis 5 Minuten nach seiuem Erscheinen hlirte inan
drei heftige Donnerscbllge die etwa 10 Sekuuden anhielten.
Die Gestalt der Feuerkugel war die eincr Ianglichen Scheibe,
welche eiiien sehr breiteri uod langen, aber weniger hellen
Lichtstreifen hiiiter sich zurtickliefs. Der Himnel war, wit
Ausnahme eiues leichten Nebels am Gesicbtskreis, von Wolken frei.
Die Feuerkugel iet in den mcisten Gegendeu Siidfrankreichs gesehen und beobachtet worden: in hgen, Toulouse,
Montauban, NBrac, (Lot und Garonne), Rierimes (HauteGaronue), Cierp (Canton de St. Beat), Puyinirol (Lot und
Garonne), Pe'rigueux, Vannes (Morbibnu), Leyrac, S t . Gaudcas AngouMine, Cognac, Saintes, Tulle, Napoleon - Veudke
UBW. selbst zu Paris und in Saiitaiider in Spauien.
Ails
Bordeaux ward berichtet, dafs dieselbe sich auerst eon N.
nqch S. und darauf con W. nach 0. bewegt habe, eine
Thntsache, welcbe - wcnn sie sich bestgtigt - allerdings
auffallend scyn wiirde fur einen an sich dichten und nur yon
einer leuchtendeu Drinstbiille umgebenen Klirper, der - wie
ja genbhnlich fur die Meteorsteine aogenomnien wird
mit plunetarischer Gewhwindigkeit a u s dem Weltraum in
den Uunstkreis uuserer Erde eindringeu soll, und welcher
also auch uur etwa durch den Widerstand der Luft in der
Scbiielligkeit seines Laiifes sollte aufgehalten, wohl kaum
aber duroh irdiscbe W'iude bmd Lufstr6mungen in eine vlillig veranderte Hichtung seims Laufes sollte abgelenkt werden kilnnen. Der grtbfsste Theil der Steine, welchc aus
dieser Feuerkugel hervorgegangen, tiel in der Nahe der
beiden Gemeinden Orgueil und Nohic, erstere 15 Kilometer SSO von Montauban, beide im Arrondissement VOII
Castelsarra8in, Canton Grisolles (in der Nahe von La Bustide-Saint-Pierre) im W p . du T a m et Garonne. Arich
zu Beaudanger in h r Gemeinds von PQobic, au Motrtbkquin
iu der Gemeinde von Grisolles, und zu Campsas ( 7 b L 8
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Kilometer im 0 von Monthdqaiii und 8 bia 10 Kilometer
von Orgueil uiid Nobic) sind Steiiie gefunden worden.
J)er gaiize Stcinfall crstrcckto sicli soiiach iiber eineii Haurn
von etwa 2 Quadratiiicileii und es rvurdeii bisjetzt in Allein bereits iriclir als 20 dicscr Steiiie gesammelt. A n dem
westliclicn Raiide dcr I,andstralsc, welche sich an der Gtiinze
dcr bciden Geineinden Otgucil uiid Nohic binzieht, etwa
3 Meter voii dean Grabcnrandc entferiit , verrirsachte ciiier
dieser Sleitie ein ziemlicli l~cdcutendesLoch, obgleich der
Bodcii gcradc air dicscr Stclle sehr hart ist. Ein h u e r
welcher in cleinselben Aiigctrblick cine Kuh arif der Laads t r a b e daher fiilirte, ward durch das Ereignifs in solchen
Sclirecken versetzt, dafs er fast besinniiugslos i n Nohic ankam. I)rr Steiii war iniicu weich wid zerreibbar, von
schwarzer Fnrbe, rnit eiriigen dunklereii Aderii uiid hin uud
wieder mil ctwas weifsliclieren Puokten verselien. Die
aufserc Rinde ist schr hart uiid etwa 4 Milliineter dick.
W i e die Thone klebt der Steiri au der Zunge. In der
schwarzeii Masse befindeli nich kleine Kbrner eitier Substaiiz init tnetallischciii Glatiz rind bronzegelb. Uiiter dein
Mikroskope zeigen sicli dieselberi kryslallisirt. I)urch deii
Magnet lassen sie sicli auszichen uiid zeigen iibcrliaupt
alle physischeii uiid cliciuischen Eigenschaften des Magneteiscris (Pyrite rnagnitiqire odcr Pyrrhotiiie). Die Steiiie kamen brenneiid hrifs auf die E r d e an. Sie sind thcils p n z e
rund herum VOII ilirer Krustc uingcbenc selbstaiidige Stucke,
theils n u t einige Bruchstucke eiiier gtofsereti Masse. I)ie
grbfsten sind von der Grirfse cines Menscbenkopfes; die
meisteu faustgrofs.
Was diese Steiiie bcsonders auszeichoet, ist ihr bedeutender Gehalt an Kohle. Nacli einer mir von Hrn. Prof.
A. L e y n i e r i e in Toulouse zugekominetien freundlicheii
Mittheilung sol1 derselbe aii 6 Proc. betragen. Als man
das specifische Gewicht, welches nicht vie1 iiber 2 . ., zu
seyu scheiiit , nacb der gewibhnlichen W e i s e bestimmeu
wollte, aerging das hierm benutzte Stuck sofort im Wasser
und bildete rnit diesem, ahnlich wie der geprilverte Tboii
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eitle geelaltlose breiartige Masse s o n schwarzer , wichsahulicber Farbe, 60 dafs dao gante Stiick als solches unwiederbringlich verloren war. Es riihrt diese Eigenthiimlichkeit von einem sehr bemerkenswcrthen Gehalt v o n Chloriirm her, namentlich von Chlor-Ammoniak-Hydrat, sodann von Chlorkalium, Chlornatrium, Schwefelmagnesia,
Schwefelkalk usw. Dieser iin Wasser lhliche Salzgehalt,
welcher das Bindemiftel fiir die einzdncn Bestandtheile tles
Steines bildet, betrtigt 5,30 Proc.
Jeder heliebige Theil des Steines, welcher mit einem
schwachen Magneten bestrichen mird, niinmt
nach den
IJntersuchungen der HH. L a r o q ii e und B i a 11 c h i daucriiden Magnetismus au. D e r Alkoholflamme des IAthrohres
ausgcsetzt, verwandelt sich jeder Theil des Steiiies in cine
htirtere geschmolzene Masse von dein Aiisehen seiner Kruste,
und diese Masse besitzt nun ebenfalls dauernden polareii
Magiretismiis. Dagegen vor den1 Lbthrohre mit Borax geschmotzen, nilnmt jedes BruchRtiick die Gestalt cines schwarZen uiid sehr glanzeoden Glases an, das eiuer magnetischeu
Eigenschaft vollst&idig entbehrt.
In den Saminlungeii sind bis jetzt nur drei solcher kohlefurltiger Meteorsteine bekannt: A h i s , vom 15. Marz 1806,
Cold-Bokkeveld, vom 13. Oct. 1838, uud Kaba, vom 15.
April 1857; doch ist bei diesen dreien der Kohlegehalt
oicht 80 bedeutend als bei denen ans der Gegend von Orgueil uod Nohic. Auch durch ihren Gehalt von Chloriiren zeichnen diese vor jenen sich aus.
I m August 1828 sollen auch zu Allport, 5 Meilen N N W .
von Castleton in Derbyshire in England unter laufem, donnerlhnlichem Gerliusche viele Steine vom Hiininel gefallen
seyn, welche aus Schwefeel, Kohle uod Eisenoxyd bestanden
(siehe Pogg. Ann. Suppl. IV. 1854; S. 43). Einer dieser
Steine sol1 narh eiuer gefglligen Mittheilung des Hrn. R. P.
G r e g in Manchester im Besitz von Hrn. Dr. A. S m i t h ,
Chemiker in Maiichester, sich b e h d e n . Hr. G r e g , welcher deiiselbeu gesehen, halt ihn fur einen sehr zweifelheften Meteorstein; e r sey von W a l l n u f s - G r b t e und auPo6geodorfl’s Annal. Bd. C X X l l
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genscheinlich nur ein Stuck Steinkohle mit geringen Spuren von freiem Schwefel iiud Eisenkies. Da iodessen die
Beispiele von sehr kohletireichen Meteorstcioeu sich mehreo, und aiich von jenern Stein yon Allport eusdrackliclr
bericbtet worden, d a b er unter donnertihnlichem Gerausch
vom Himinel gefalleli : so dUrfte eine nochinalige genauere
chemische Uiitersrlchrllig jenee Steines uiid eine genaue Vergleichung desselhen init den neuen Steinen von Orgueil
und Nohic gewifs nicht ohne Interesse seyo, und vielleicbt
auch ein eiitscbeidendes Licht dadurch auf den Stein von
Allport geworfen werdeo.
--
XVII. Zusotz z u der Ahhnndfung iiher die mechunische Energie der chemischen W i r k u n g m '>
;
oon Dr. H. W . S c h r i i d e r v a n d e r K o I k .
D e r Satz, dafs die Verbindungswlirtne kein Maafs der
Affinitat Feyn k a n t i , lafst Eich vielleicht auf folgeode A r t
auseinandersetzen. W e n u ein freifallender K6rper plUtzlich in Ruhe kommt, miissen wir annebmeo, dafs seine lebendige Kraft + m v 7 sich i n Warme umsetze, sobald keioe
andere Wirkuiigen auftrelen. Gesetzt wir k6nnten diese
Menge genau messen, so wie die schliefslich erbalteue Fallgescbwindigkeit, so wiirde jeder Versuch einen Beweis flir
das Priocip der Erhallung der Energie abgeben, und diefs
Resaltat miirde das namliclie seyn, wo auf der Erde der
Versuch angestellt wiirde. Die Veriinderungen uod weiteren Eigenschaften der Scbwerkraft auf der Erde wiirden
uns hierbei jedoch gaiiz uiibekannt bleiben.
Ilieser Fall ist dem uiiserigeti analog. Wir messen die
Verbindungsw%rme, welche als MaaCs der bei der Verbindung verloreneii Energie oder lebendigen Kraft betrachtet
1) Sielie S. 439 dieses Barides
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