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Der Speckstein von Gpfersgrn.

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129
XI. Der Speckslein von Gijpfersgriin;
oon E. Na uck.
u n w e i t Giipfcrsgriin im siidiistliclien Theile dcs Fichtelgebirgcs, zwischen Wunsiedcl und Eger, findct sich ciii
mzchtiges Specksteinlagcr , welches von jehcr das Intcresse
cler Mineralogen erregt hat, und zwar durcli die pseudomorplicn Bildungcii , in dcncn dcr Speckstein dort auftritt.
Iu scliiinstcr Vollkoinincnlieit fiiidct innii die Form des Quarzcs, sowie gc~visscRhomboddcr, wclclre inan friilicr fiir die
dcs I<alkspallis * ) oder M;igiicsils ) liiclt , wclclre nbcr
B I uin ), dcr bis jctzt die gcnauestc Beschrcibung Jcs
Giipfcrsgriincr Spcckstciiis gcgebcii hat, gnnz richtig fur
Pseudoinorphosen nncli Bittcrspntli (Ca C + M g C ) crklzrt ’).
Diesc Forinen, gmiz aus roincia Speckstchi (61g S i ) hestcliend, siiid von rcincin Spcckstciii diclit uiiisclilosscii, ciu
Vorkommcn , dcsscn Deutung von jclier den RIincralogcn
ciiicii wcitcn Spiclrarriii bot, tlas abcr bis jctzt iiocli niclit
gcnugend lint crkllrt ’ wcrdcii kiiiincn.
Die friilicste Ansiclit, als scycii dicsc Forincn, nanientlich die Pscudomorphoscn nncli Quarz, welchc zuerst beachtet wurden, lwystallisirter Spdistcin, inufste sclir bald aufgcgebcn werdcn, da die sogenaiiiitcn Specksteiiikrystallc im
Innern niclit die gcriiigstc Spur voii Spnltbarkeit oder krystalliiiisclicr Textur, uiid iiberliaupt ganz dicselbe physika1) z. D. W a l c l i n e r im I. Bde. zu O l c e n s Katurgeschiclite. Stuttg. 1839.
s. 220.
2 ) F a c h s , Puaturgcscli. dcs h1inerdrcii:Iis. Kempten 1842. S.212
3) B l u m , dic l’scudomorplioscn dcs blirtcralreichs. slulig. 1813. s. 110 If.
4 ) Abgcsclren d t v o n , dars dcr Kdkspatlt sclten in dcr Forro d u Grundrliorribo~derskryslallisirt, so sind jcnc RlmrnboGcler tlicils d~trchdie c w rexe lliegung dcr Fliiclicn, wodurcli sic niituntcr linscliar~ig erselieinen,
tlicils dun11 das Binzqtreten dcr E’liiclie~l des + w c i T d spilzcrcn nliombnijtlers, tlieilr clurcli die cigentliiii~~licl~e
trcppcnarligc Griippitung chr
kleinercn lirystallc cliarakterisirl.
Poggeodor~rAnnal. Bd. 1,xXv.
9
I
130
lisclie uiid cheinischc Bescliaffcnheit zeigcii , wie die daneben aufgefuiidenen Speckstein-RliomboCder, uiid wie der
die Krystallc dicht eiiiscliliefseiidc Speckstein, welcher ja
olinediefs die Ausbildnng von so scharf ausgeprligten Krystall -1ndividuen gebindert haben wurde. hucli faiid man
bald, d a b dicsc Krystalle somolil in den Winkcln, als hiiisichtlich der uugleichcn Ausdeliiiung der Zuspitzungsflaclieii
riiid dcr basischen Strcifuog dcr Prismcnfl5chcn so genau
init dciicii dcs Q U ~ T Z C S ubcreinstiinmten, dnfs an der Identitiit beider Forinen iiiclit langc gczweifclt werdcii konntc.
Allciii wie der fur gnnz unlihlich gclialtcnc Qunrz verschwundcn uiid an seiiie Stelle Speckstein getreten scyn
solltc, das war eiii ncues Riithsel. Dicjenigcn Stuckc,
wclclic die sch81istcii Quarzforincn eiithaltcn, bcstelicii meist
nus 1 bis 1; Zoll dickcn l'lattcn, ,,gleichsnm als ob sic
die ~Ziisfiilluiigsinnsse einer diiiiiien Gaiigspaltc wiircn , im
Iuncrii clcrsclbeii stelieii sicli voii bcideii Sciten atis die uinge~vandcItcnQuarzkrystallc gcgenubcr , bcriilireii sich uiid
habcn sicli an ilircr Ausbilduiig gdiindert, odcr sind in ciiiandcr gcwncliseii, wie man diefs ziiwcilen in Gangen oder
Kliiftcn siclit'' ). Die Rliumc zwisclieii dcii Krystnlleii
sind mit eiiiem Speckstein ausgcfiillt , welcher der Massc
dcr I<rystallTormen vollkommen ideiitiscli ist. Dafs diese
Krystallc als einc Ausfiillzmg vorhanden gewcsencr Zeercr
Ruzime zu betracliten seyen, ist zwar mehrfach belinuptet,
aber gewifs von Nicinand, dcr eiii solclies Stuck in die
Hand nalim, geglaubt worden ). A n eiiie mecliaiiische
Entfernung des Quarzes wird inan iiiiuilich nicht leiclit denken, weiiii inan die Durcliwachsungen der voii beideii Seiten angcschossenen, sich krcuzcndeii Krystalle bctrachtct;
auch auf cheinischein W e g e ist eine Eiitfernung des Qmrzes init Hinterlassung dcr hohlcn Rauine sehr schwcr deiikbar; denii welches Mittel sollte es gewesen seyn, das, wiih1 ) B I II m , die Pseudomovplioren des Mineralrciclis. S. 118.
2 ) B l u m folirt S. 111 an, daL in neuerer Zeit L a n d g r e b e in seincrn
W c r k e : ,,Ueber die Pscudomorpliosen im RIineralreieh" 1841. S. 19
u. 22., dicre Meinnng fir die walirsclieinlichste ansehe. ( !)
131
relid es den Quarz aufs vollkominensfc lilstc, die vorhaiidelie Ausfullungsinasse SO wenig angriff, dafs so glattflzcbige Matrizen zuriickbleiben konntcii, die die fciuste Streifuiig zeigten, - zuinal da jeiie Ausfullungsinasse, welche
cs auch s e y , nicht als absolut uiiliislicli gednclit werdeii
duifte, iiidcin sic vorher nur iin Zustande der Li)sung die
Zmisclienrauiiie ausgefiillt liaheii k h i t e .
B l u i n , welcher sich an O r t uiid Stelle von der Unhaltbarkeit der bishcrigen Erlrlarungeii iibeneugtc, geht in seinem reichhaltigcn W e r k e : ,,Die Pseodoinorpliosen des Mi~ieralrciclis", 1343, wozu cr iin J. 1847 eineii Nachtrag
geliefert, sehr geiiaii auf die Spcckstciii Pse~do~~iorplioseii
ein, voii dencn e r cine g r o h Anzalil anfiilirt. AIII ausfulirlichsten behaiidelt er den Specks tciii voii Giipfersgiin ').
Seine Erklzruiig , auf welclic icli bei den ciiizcliicn Punkten geiiauer eingelicn werde, kolniiit im Allgeiiieinen daraiif liinaus , diifs zwisclieii dein dort vorhniidcn gcwcsciicii
Bitterspath und Quarz eiuc gcgcnscilige Eintoirlwig stattgefuuden liabc. D c r Quarz liabe eiiicn Tlicil seiner Kicselerde abgcgcben iind dafur Bittcrerdc adgciioiiiiiieii, dcr
Bittcrspath dagegcn scincii Gchnlt an Kallicrdc uud Kolileiisaurc abgegebcn und Kiesclcrdc aufgenoiniiieii * ).
Es liegt auf dcr Hand, dafs dcr RIagiiesiagelialt des Bitterspnths nicht ausgcrciclit liabeii wurdc, nin sowolil diesen als dcn Quarz oliiie Voluincn Verlust in Speckstein
zu verwandclii und nocli obciidrciii alle ZwischenrYuine mit
Speckstein auszufullen. Diescs Deficit cleckt C 1 uin durch
die Aiinaliine eincr Maguesia - Exhalation. Es sej-en wahrscbeiiilich bei dcr Bildung dcr Augitporphyre Magnesiadsmpfe aufgcstiegcii, vielleicht z\vischen den Spriiiigen tilid
Rissen des Granits von Thicrslieiin, eine lialbe Stunde von
Gopfersgriiii u. s. w. 3 ) Dieser gasfilrinigeil Maguesia wird
nun aufser cler Dolomitisation des Urkalks U. a. auch die
-
1) S . 110-114.;
115-128.
2 ) B l u m , Pseudomorpliosen S. 114 U. 116.
3 ) A.
0. S. 123. Die vollsdndigsk Eniwickelung dieser Theorie.
S. 355
-367.
9 *
132
13ildung des Speckstcins zugeschrieben. Abgcschen voii der
Riithselhaftigkeit des gnnzen Vorgnngcs, iiiiiclite doch, ivenn
er wirklich statuirt werdeu s o h , seine Anrvendiiiig auf
den vorliegendeii Fall manchen miclitigen Punkt unerklirt
lassen, iininciitlicli die vollkoinincne Erhnltung dcr Krystnllforuicn ; auch dic Ausfiillnogsinasse zwisclien dcii Krystnllcii, diescr Stein des Anstofses fiir alle bislierigcn Erkliiriingsversuche, ist durchaus iiiclit geniigend erkliirt, obsciion
13 111 m dafiir inehrerc Hypotliesc~iaufstclh, von denen weitcr unteii die Rcde seyii w i d .
So viclo tiictitigc Rliiicralogen sicli bislicr jciiein iiitercssantcii Gegciistande zugewandt haben, so wciiig sind (loch
die vorlicgciiden Tliatsaclicn erlrljirt ; alle fruhercn Erhliiriiiigsvcrsiiclic lnurstcn daruin mirslingea, wcil inan die auffallciitlstcn, abcr auch schwicrigstcn Forincii dcs Spcckstciiis
zu isolirt bctrnchtctc ), ohnc ilircn wesciitlichen Zusain~ncnlianginit dcin gnnzcn Spcckstcinlagcr und das Vcrbiiltiiifs dicses Lngcrs zu sciiicn Umgcbungcn zu beriicksichtigen. Abcr iiur auf dicsciii Wcgc ist ciiic Liisung jcncs
Problems, S V C I ~ I I sic irgcnd iiiiiglicli ist, zu crwartcii.
Im vorigcn Hcrbstc bot sicli inir die willkomiiieiie Gclcgcnhcit, die Spcckstciiigrubeii von Giipfcrsgriiii in Gescllscliaft ciiics dortigcii schr triclitigcii Mincralogcn, des Clieiiiikers Hrii. F. F i k c n t s c h c r in Rcdwitz, zu bcsuchcn. W-enn
cs, nachdein 60 v i d e Vcrsuclic dcr tiiclitigstc~iM h n e r der
Wisscnschnft inibliingen sind, eiii Anfiuger wagt, cine Thcorie frir die Bildung jenes Spcckstciii1;igers aufzustellen rind
zu ver8ffcntlichcn, so miige seine I<iilinlicit in deiii absolilten, liiiigst gefiililteil Mangel einer ErklBrung jencr ThatI ) Dsfs B l u m jcncn Izcliler, den cr S. 115 f. riigt, ganz rcrinicdcn Iiabc,
mds iJi in Abrctla stdlen. Dic grofsc Anmlil von Spcckstein-Psciidomorplioscn , wvrlvlic er in seincrn scli:itrbaren Werke ablinndclt, 7.cigcn clah mitiinter s6mrntliclie Gcmengtlrcile ginter Gcbirgswtcn , d a b
die nufs vcrscliietlcnclrtigstc zusammcngescttten Substan7.cn clcr UrnwandI ~ n gzu Spcckctein untci licgcn. M'cnn allc dime Mineralien, dcrcn
I) 1 1 1 m 14 aufzililt, bei ilircr Urnwandlung dnssclbc Produkt licfcrten,
so lag es nollc, nnclr ciocrn dlgcmeiocrcn Gcrctz zu frogen, welcLcs allc
jeoc spccicllci~1Z.ille umfalsi.
,
133
sachen, so wie in dcin allgeincinen Intcressc finden, wclches dcin fragliclien Gegcnstandc VOII jeher, nntl in neuester Zeit den pseudoinorphcii Dilduiigcn des Mineralrcichs
iin Allgcmeinen sicli zugcivantlt hat, sowic in der Uebcrzeiigiing, diik aucli durcli dcii gcriiigstcn Beitrag zur Aufkliirung SO wichtigcr Vcrli:iltiiissc, weiiii er aiif sorgfdtigcr
Beobachtung bcruht, dic Wisseiiscliaft gefiirdert wird.
Durcli die Giite des Hrn. Professors G. R os c, welclicin
ich mciiie Beobaclitungeii uiid Ansicliteii mittheilte, mid welcher lnich zu dieser Verbffentlicliuiig dersclbeu auffordcrtc,
wurdc inir die Gclcgeiilieit, die reiclie Folge voii Gdpfersgruiier Speckstcin, wclchc das hicsige Kiiiiigliche MiiicralicnKabinct besitzt, bci inciiier hrbeit zti bcuutzcu uud dadurcli
cine griifscrc Vollstliiitligkcit dcr Aoschnuuiigcn zii crlaogcn.
Aucli Hrii. F. Fi I( cii t s c h c r vcrdaiilre idi iiiniiclie wichtigc Notizcii iibcr dic ,~cogiiostiscticii Vcrhiiltilisse jciicr
Gegcnd.
Dns Klirtchcii auf Taf. 11. iibcr dic Sitiintioii dcs Specksteinlagers 6011 Giipfcrrgriia zcigt, dafs sicli dassclbc ctwo
eiiic Mcilc ostiiordiistlich voii Wunsicdcl fiiidct, uiid zwnr
iiicli t, wic dic soiist trefflichc N a 11 in a 11 u - C o t t a'sclie Knrtc
angiebt, iin Graiiit, soiiderii auf cler Greiize zwisclicii dicsein ulid dcii krystnlliiiisch-scbicfrigen Gesteineii , wclche
auf der C Ot ta'sclien Karte als ,,Gliimnerschiefcr*' bezcichnct siiid , wclche aber aus Glimuierschicfcr, Thonschiefer
uiid Grliiistciii (liier uud da nucli BUS Serpcntiii, Chloritschicfcer, Variolit ctc.), liaufig wccliselud und iii eiuaudcr
iibergehcnd, zusniiiinengcsctzt sind ).
1 ) Ilrn. F i k c n i s c l r c r ist dariibsr folgcndc Notiz
zo verdmken: ,,Dic
Glirtirucrscliicfe~particzeigt durclrius UcLcrg!ings in den U r t l ~ o i r ~ c l ~ i ~ ~ f c r ,
~vclclrc l i r die glcicbe En~stclrun,nsprcclicn ; d& C o t t a dicsell,cn niclrt
getrennt, ist nur zit loben. Dcr Gviiustein Icoirrmt sewiilrnlicli in seliwaellen Lagcrn und auf Cingeo in drin Gliriiaicrscliiekr vor und ist clipralttcrisirt durcli aeinc rliomboid;ilcn Spaltungen. >lit dcrn Iialk in Ccsllsclnft triti er in stEtkerun blasscn auf, bis zu einigcn Laclrtern miiclitig, ~Slrrcnd iclr inr Glirnnxrscliicler DUC srliw~clrc h g w r von cinigcn
Zollcn bis zu ciirigcn PuL Miiclrtigkcit kconc".
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Diese iiietainorpliisclieii Scliiefer werdeii voii zwei fast
parallelen niehrfi\cli unterbroclicneii Zugen voii Urlcullc in
sehr steil stelieiideii Scliicliteii voii WSW. nacli 0x0.
durclischt. Der iii)rdlichcre dicser Zuge beginiit am Granit bei TrWan, durclisetzt mit ciiiigen Uiiterbrecliuogcii
bei Wuiisicdel und Sinnntcngrun den C;liminerscliiefer, rind
bildet voii da nb bis Hohciiberg die Bcgrcnzung dcr metamorphisclien Gcstciiic scgcii den Granit uiid Basalt; dcr
sii tll i cli er c g cli t voii P u I1 c n re ri t Ii in ell r fa clr u 11t erbro clieii ii11 er
Redwitz und Arzbcrg bis Scliiriiding. Dic Scliiclitcli dcs
crstereii siiid iui Allgeincineii stcilcr nls dic dcs Ictztercu,
iiaineiitlicli auf der nortliistliclicii M:ilftc, voii Siniiatcngruu
bis Holieiibcrg, wo dcr Urltalk uud die dnraa grcnzciidcn
Gcsteiiic bei tlcr Erlicbuiig ilcs Graiiits i n c h nach Sutlcii
gedraiigt uiid dcin aiidcren Zugc geiililicrt sind.
Dicsc Urknllcscliiclitcii, zu welchcii uiiscr Spcckstcinlagcr in geiiniicstcr Bczicliiing stcht, bcstclicii iii dcr IIauptinnsse nris eiueiii meist grobkiiriiigcn milcliwcifscii bis blliulich graueii Mnrmor, hier rind da iiiit ciiizelilc~i duiilicli
Graphitlagcii durclizogcn , seltciier init ciiigcsprcngtcn Kilriiern uiid feinlrilriiigcn Mnss'en voii Magiictkics, Iiiiufig koiiinit
i i i den obcrcn Scliichtcn lJrnuiieiseostei~i vor, zuin Thcil
in grofseii Masscn und voii ausgczciclineter Besclinffenheit,
tlieils als Glnslropf, [heils nls Pccliciscnstcin, thcils in Pscndomorphosen voii Eisenkies.
Fast iiberall ist der Kalk
entweder tlicilsmeis ( u n d daiiii stets in den obcrcn Schichtcii), oder gain diircli Dolornit vcrtrcten.
Die seiikreclit
stelieiide I<alkschicht bci Siiiiiateiigrun ist voii Doloinit wic
init ciiicin Mantel mngcben.
Chnrakteristiscli fur die mctamorpliischen Gcstciiic jencr
Gcgeiid sind die Quut.dddumpzl welche nnmentlich an deren nbrdlicher Greiizc gcgeii deli Giieifs, Granit wid Basalt Spnlteii uiid Rissc ausfiilleii und an eiiiigen Puiikten
zieiiilicli bedelitend auftreten. In deli Drusenraunien dcr
ineist selir zerkltifteten Doloinite fiiidet man aufser den Ilitterspathkrystalleu haufig Quarzdrusen, und der Brauneisciistein voii Arzberg ist mituutcr init Cfialccdoii iibcrzogcn.
-
139
Namentlich zeichiiet sich in dieser Hinsicht dcr Dolomit
des Slrdhlerberges bei Rcdwitz aus. Hier siiitl die Spalteii und DruseurPume, welclie oft cine HOhe yon 1; Zoll
und driiber erreicbeo, tlieils mit Bitterspath- Rliotnboeder~i,
theils mit den scliilnsten wasserhellc~iQuarzkrystallen erfiillt, welche ineist voii bciden Seiteii augcschosseri uiid
baufig durch einander gewaclisen siud. Auf ihren Anwachsstellen zeigen diese Quarzkrystalle sehr glattflGcbige uiid
scharf markirte rhombol.'drische Eindriicke, welche an dcr
Biegung der Flachen und durcli ihre gaiize Gruppirung
leicbt als von Dolomit herrilhrend zu erkennen sind,
ein Beweis, dafs sie eiiic spulerc Bitdung als der Doloinit,
und d a t sie aus wsssrigcr Liisung krystallisirt sind ' ).
Aiif dicselbe Weise siiid gcwifs allc iibrigen Quarzbilduiigcn dcr dortigeii Gegcntl , welciie deiicii dcs Strllilcrbergcs sehr ~ h n l i c hsiud, entstauden.
M e dortigcn Quellen, mclclie aus Grniiit und Glimmerscliiefcr hervorbreclieii, lrabeii ci~icnnachweisbarcn Kicsclerdegchalt * ) , welcher sich iibcrdics auch aus der Hiiufig-
-
1 ) Eine glciclrtcitigc Bildung bcidcr Iriitle niclrt einc
so vollkotnmnc Ausbildung dcr Dolomitbrmcn auf Koslen dcs Q u a w e s zugcllasrcn, und cirr
spii~crcsEindringen dcs Dolomils in den @uam ist rein undcnkbar.
2) Es lasscn sicli die dortigcn Quellen
1. Dic
in zwci i\bllreilungcn Iringcn:
Krrlhlagcrn komrncnden zciclincn siclr durch ihre holre, stets
glcichb~eibcnrh:Tcinpcrriur, und durcli itrrcn Gelralt ail kolrlcnsaurcm Kalk aus; sic sind oft selir stark. Auf dcr Karte habe ich melrrcrc dcrsclben, nreh genmcn Angaben dcr Hcrrn E ' i k e n t s c h e r no&!. Nacli ilircr Tempcratur miissen sic aus grofer T i c k kommen.
aus
2. Die Crnnit-
und Chrnmrrschi,pr- Quellen sind nis SO Ledeutcnd,
variiren im Sornmcr und W i n t e r urn 2 1);s 4 Grade, inderu sic irn
Miltcl die Tenrpcratur jencr Grgcnd (in Rcd\vitz = 5' R, in dcrn
liolrcr gelcgcncn Wunsiedel nocli niedriger) zeigen. ,.Die mcistcn
lrabcn h u m cine Spur ron scltwerelsauren Salzcn , niir lriiclrst geringc Mengen von salzsouren Srlzen, und stets zicmliclrc Mengen
von Kiescfrrcle".
Gcn;luc Unlcrsuchungcn der 1Im. F i k c n t s c h e r liabcn di& reslgestcllt.
+
-
136
keit dcr an manchen Puiiktcn uiclit nuszurotteiidcii Equiscten ergiebt ).
Dcin Doloinit des Striihlcrbergs eiitspricht in dein niirdlichen Kalkzuge der Lnge nach dns Speckstcinlagcr voii
Gijpfcrsgrun, iiidcin es zu dcin I k ~ l l rvoii Giipfersgriiii in deiiiselbeii Verhaltiiissc steht, wie jeiicr Doloinit zu dciri urknlk voii Rcdwitz. Aiicli in clcii Forinen zeigen beitle cine
nuffallendc Uebercinstiinmung.
Der sogeiiaiinte dichte Speckstein voii Giipfcrsgriin, wclclicr dic Hnuphinssc des Lngcrs biltlct, zcigt iiiiiiilich beiin
Zcrsclilngcn cine Art kiirnig - schicfriger , dolomitiihiiliclicr
Tcxtur. Er bcsteht aus liiutcr Itlcinen, zusniiiincii~cb~i~~fteii,
ansclieiiiend kr~~talliiiisclicnKiirnclicn * ), welclrc aber iin
Itinern keiiie Spur . e i n c s krystdliiiisclicn Gcfiiges zeigcii.
Niclit seltcii siclit inan cinzcliic durcligcliciitlc griiiilich-grauc
Strcifen, gniiz utitl gar, wic sic dcr Uoloinit dcs Striililcrbcrgcs zcigt, dn, \YO cr a n deli Cr[insteiu grcnzt uiid i i i
dciiselbcn iibcrgcht. Icli liabc niclircrc Stiickc voii bcidcti
Fnndortcn mitgcbrrrclit, welclic ciiic auffallciidc Aehiilichkci t Iiilbeli.
AtlLerclclll fiiideri sicli in dciii Spccliskinlagcr aacli jciic
Druseii VOII Quarz- untl J~itlcrspalli-Krystnllcli wicdcr, iiur
dais liier die Zwiscliciir:iuinc ausgcfiillt siad uiid die gaiize
Massc nus Speckstciii bcstclit.
I)aL dicscr Spccltstciii ivirltlicli nus dell M~SSCII,
dcrcn
Form cr tregt, eiitstnutleii scy, bcwciscii zalilrciche Uebergunge.
.
In den Girl)fersgriin e r S1' eclt sLei ti grub eii liii dcii sich 11211iig jene Qiiarzinasseil, voii tlencii ich. obeii sagtc, dafs sic
die Gliinmeiscliiefcrpartie, mid iiaiiiciitlicli deren Nordgrenzc,
cliaraktcrisircn, tlicils unveriiiidcrt, tlieils iii Spcckstciii iibcr1) Uebcrlrsupt iuriclrtc cs liir clia Liisliclikeit dcr Kiesclcrdc in Waster
und fur den Kicselcrdcgelialt tler nreistcn Gcwiisser kcinen sclilngerrrlcrcll
neweis gelen, d s die I(inscItlreilc iuaoclier Yflauren uiid dic Kiesclsch;rlc~idcr Infusorien.
2 ) W e n n man n5raliclr tlicse Specks~einmassc gunau niit Jcr 1,oupe batraclrtet, so sicllt nran Liidi;,
J d s diesclbt! aus I:inter klcincri l\lionrb u ~ d c r u zusamiuuogcsctzt ist u. s. in." B l u m , I'scudo~u. S. 113.
i 37
gehend, vor. Ich kann nur bestiitigen, was B l u m dariibcr
sagt ' ): ,,Sic zeigeii eine stliigelig-stralilige Zusammcnsetzung, SO dafs von inehrereii Punktcn Stangel strahlig
nuslaufeu und dime sicli niclit selteii beriilireii ; einzelnc
StVngel der Art siiitl zuweilen dcutlicli krystallisirt. niesc
Quarz~nasseiilassea besonders eine Veriiiideruiig in Speckstein selir gut verfolgeii, und unterlngen auch wolil, ilirer
Natur nach, am ersteu derselben, denii die Uinwandlang
beginut, wie man diefs a n Handstiickeii augenfallig bemerinerkeu kann, besonders zwischen deli Stangelii uiid an
deu ~~crlihrungspu~ikteii
der Stralileii, sic schreitet voii liicr
weiter a11 vieleii Stellen quer in die StViigel vor, was durcli
ciiic Mcnge von Spriingen an denselben zu erkconen ist,
die init feiner Specksteiiiinasse erfiillt siud, so dnfs cndlich ein fiirinlichcs Geincnge von Speckstein uiitl Quarz
entsteht, an dciu m a n aber zuwcileii iioch zieuilicll deutlich das stlingelig-stralilige Gefiigc zu erkeiiiien vcrmag, bis
auch dicscs bei g:inzliclier Ver~iiidcrungverschwintlet" 11. s. w.
Vollkoinriieri deutliclie Uebergzngc voii Doloinit in Speckstein hat 111um iiiclit in Giipfersgrun gcfundcn, wohl aber
a n eincr Stufe voii Marlborougli in Vcrnioiit, beobaciitct.
An eiueni tIaiidstilck voin Strlihlerbcrg, gegenwiirtig im
Besitz des Clieinikcrs Herrn W. M e n s i 11 g in Erfurt, init
welclicm ich jeiie Gcgeiid besuchte, lafst sicli ein solclicr
Uebergnng selir deutlicli beinerken uiid genau vcrfolgen *).
Nocli deutlicher aber siiid die Uebergaiige in Spccksteiu aii siiinintlichen lnetainorpliiscbeii Gesteinen, welclie
das Specksteinlager umgcben. Dasselbe ist iiamlich keineswegs scharf begreiizt , soiiderii verlluft iiach allen Richtungcii in deli Gliinmerschiefer, Tlionschiefer, Griiustein und
Doloiuit , wie icli durcli verschiedene Handstiicke aufs uii1)
s. 118 f.
2 ) KaclitrSglich berucrke iclr hicr, d a b iclr solclrc UebergBogc, sowold
von
Querz, d s von D o h i i t uocl Criinstcin in Speckstein an einigcn aus
Glipfcrsgriin und vorn Strilrlcrlcrgc iiiitgelraclrtcn Stiickcn bcobeclikt und
Jem lriesigen Hiinigliclicn Mincralienkabinet ctlichc Bewcissliickc iiber-
gebcn L b e .
138
widerleglicliste bewcisen kann. Alle diesc- Gestcine sind
in der Uinwnndliuig begriffeii ' ).
B l u m rechnet die Urnhiderung dieser Gesteiiie, sowie
alle ubrigeii Speckstein- Pseudomorphosen (mit Ausiiahine
der nach Horiiblende), die er in seinein schztzbaren Werke,
dem vollstzndigsten uiid reichhaltigsten iiber diesen Gcgenstoxid, nnfuhrt, uiiter die Utnwandluugs-Pseudo~~~orplioscu,
durcli Austauscli voii Bestandhdcn hervorgcrufeii.
13 is ch o f ) zieht diese Art dcr Uml~iderungfur s f m m t liche Speckstein- Pseudomorpliose~i in Zweifel ; dafs sic we1) S . aucli B l u n i , Pscudom. S . 122.
2 ) I3 i s c h o f, Lclirbuclr dcr cliemisclien und pliysikalisclicn Gcologic. 1847.
Bd. I. S. 591 f.: ,,Unter nllcn irn Mineralrcich stnttgcllndcncn und nocli
stattfindcnden Pseudomorplioscn ist die Urnwandlung in Speckstein dcr
Iiiiufigstc poeutlcirnovplie Procds, dcr die vcrscliicilensten FoJsilicn ergriffen hat, dcnn w i r kcnncn niclit weniger a h 15 Fossilien, in dercn
Formen Speckstein vorkommt.
,,Alle bis jctrt anolysirteo Spcclrstcinc zc;gcn in ilircr 2usammr.nsctzung cine selir nalia Ucbcreinstimrnuog; dcnn L y c Ii n e 11's und I3 c r
s c l i u s rinnalime, dars er J I M glciclicn Atomcn Kicrelcrdc und Rlngnesin bcstelrt, wubci lctztcrc ziiwci~cn durch Eiscnorydul ersetrt iintl gew6linlicli mit etwas Talterdclrytlrat gcmcrigt is1 , stiirimt init jcncn Analyscn so nalie iibcrcin, a h cs bci irgcnd cincrn Fossil, das in vcrscliicclencn VnriclStcn auftritt, der Fall ist. Glcichwolil finder sic11 der
Speckstein n u r alr ein sccundires aus andwen Yossilicn Iiervorgegangcncs Fossil, wic cr dcnn aucli nic in sclbsstindigcr Form, sondcrn cntwedrr n u r in derbcn Massen, nierenfiirrnig, trautig, stalaktitisch, ringesprengt, oder in Umw~ndlungspseudomorphoscnvorkommt. Es ist dalier niclit die K r d t der Iirystallisation , wclclis aus den vcrscl~icdenartigstcn Subrtanren cine gleichfiirmigc Zusnmmensetzung Iiervorrurt, wie ctwa
aus den vcrsc~i~cdcnrvt~gstcn
Soolcn irnrncr ciasselbc Koclisa1z hcrairskrystallisirt. Schcn w i r nun, wie l:ossilicn, die aus den vcrscliiedcnartigstcn Bcstandthcilcn bestelien, wic Bitterspath nnd Quarz, Spinell und
Granit, Andalusit und hugit u. s. w. durcli ihrc Umwandlung strts drnsclbcn Speckstein gcbcn: so kijoncn wir kaum zu einem andcrn Schlusse
konimcd, als d d s das R h c r i a l des urspriinglichen Fossils keincn Eioflrifs
auf dic Urnwandlung Iiabcn kann. Dicrs ist nber n u r (lurch die Annahmt: 111 begreihn, cl:ifs bei allen diesen Umwandlungcn das ganze
urspriingliclic Fossil nacli vorausgegangcner Zcrsetzung, v011 den CCwissern fortgcfilhrt wurde und an mine Stello das in ihocn aufgeliiste
~ a g o c s i ~ s i ~trat
i c ~".l
-
,
139
lligste~isauf den Speckstciii voii GSpfersgrun gewils keine
Aiimeiiduag finde, war mir gleich anfangs klar, cbcnso
dars dicse Uinwandlung auf keinem aiidcrn als auf iinssein
Wegc vor sicli gegilngcn seyn lrtinne; lctztercs sclieint inir
aus dcin iin GBpfersgruner Speckstein nie fellleiiden Gehalt an Magnesiahydrat, sowie aus dein bekanntcn, i n allen Coinpendien aiigcgebenen Unistande hervorzugehen, daCs
der Spechstein erhitzt, scliwarz, wird uiid bei fortgesctzteni
Gliilien sicli wieder weirs brennt. 1st e r denn eininal weirs,
so kann er iiicht wieder scliwarz gebrannt werden. Wiire
cr, mie B l u m annimmt, auf feurigeni W e g e entstaiiden,
so mufstc er bereits weirs gebrannt seyn.
Die Analysen, denen icli den Speckstein von Ggpfersp i i n untcrwarf, ergnben fast dasselbe Resultat. D c r reinstc
Speckstein, wclcher in den Quarzforiiien, sowie in dcr Ausfiilluiigsniasse zwisclicn dcrsclbeii sicli findet, ergab fast mines Magnesiasilicat, init gcringcn Spurcn von Eiscnorydul,
Manganoxydul und Magnesiahydrat ; clcr unrcinerc , io dcr
Foriii des diclitcn Doloinits entlillt voii clicscti Substenzeti
grilfserc Meiigcn , sowic sclirvcfclsnure Kalkcrtlc. In eincin
gelbliclicn Speckstcin, welcher die Form dcs Glimmcrscliiefers triigt , fand icli anfserdcm etwns Cliroin, waIirscheinlicli als CIiromsHurc die Kiesclsiiure crsetzctid ‘ ).
Die plutoiiischeii Gcsteinc dcs Terrains zcigen fast uberall
aullallellde Spuren von Zersctzung, iiaineiitlicli der Basalt ).
Jedenfnlls ist durch die Tagcwasser s o ~ v ~ lKicselerde
il
als Magnesia der uingebendcu krystallinisclicn Gesteine gellist worden ; das inagiiesiasilicathaltige Wasser hat die voii
ihm durcbdrungenen Gestciiie aufgcliist und statt deren den
Speckstein abgesetzt. UaCs die vcrscliwundeiien Q u a n k r y 1 ) Dic geoaucren Resultate dcr Analysen kann icli
r i p ietzt leider nocli
niclit gebcn, da mcine bcscbr8nkto Zcit mir nicht crlaubt hat, dicsc selrr
umfassenden Arbeitcn zu vollendcn.
2 ) Einige Basaltwacken dcr dortigcn Gcgcnd sollen ebenfalls bei nlelister
Gelegenlieit analyrirt und die nesultate ver8ffimtlicllt werden.
Da er aiclit vurauszusehen war, wann ich dierc Liickc auszufillen
im Slands seyn wurde, so moclitc irlr diese VerBlrentlichung nicht nocli
Iiiigcr liin~ussclriebcn. Miige niir Jolralb Naclisiclit EU ‘ C h i 1 werJcri !
140
stallc Kieselerdc uiid dcr verdrliiigte Dolomit Magiicsia entKelt, ist dahci, wie nus der Meiige dcr iibrigeii Pseudoinorphoseii, clercn l\esullnt Specltslcin ist, hervorgelit, nicht
wcscii tlicli.
Es innfs d t ~ r c l l a ~; sI U ~ C I I O I I I I I I C I ~I V C ~ ~ C : ~ dnfs
,
sowoh1
Qiiarz, nls Magnesia in Wasser liislicli sey, wciiii aucli
iiur in gcriiigcin Maafse. Bisclrof sngt iihcr die Jfugnesia I ) :
,,Esgicbt keincii aiidcrii 13cstnnd~lieil dcs Minernlrciclis,
der bci dcn Umwnndliingeii dcr Fossilicii eiiic so ausgcbrcitcte Rollc spiclt, nls dicsc Erde. . Ohne Rucksiclit
auf irgeid cine Ansiclit fiber die Entsteliung diescr Uinwaiidluiigen zu iiehiiieii , m f s jeder, der dieseii Verliiiltnissen seine Aufinerksainkcit schcnkt, zu dcin Sclilussc koiriinen, dafs die Mngiicsin diejenigc Erdc ist, \vclche nin mcisteii ihreii 0 r t wcclisclt. Gcwinncn wir abcr die vollc
Ueberzcugung, dnfs, mit Ausiinliiiie der vulkniiisclicn W i r kniigcn, nllc iibrigcii Ortsvcr~i:iderunge~iiiri Mincralreichc,
uiid gnnz niisscliliefslicl~(7) dic Psciicloinorplioscii nuf 11~sscin W c g c von stnttcii gcgniigcii siiid iiiid nocli gelicii: so
iiiufs in den Gcvzsscrn die Magiicsin ciiicr dnr frcquciitcsten Bestandrlicile scyii".
Wenii innn die grofsnrtigc~iRcsultntc dcr Vcrwittcruiig
bctraclitet, wic sic a11 dcii Silicatcii dcr viilkanisclicn Gcstcinc vorliegeii, so ist die Fragc iiach dciii Vcrblciberi tlcr
aufgel8stcn Substniizcii ciuc volllcoiiiinen gcreclitfertigte. Auf
diesc Frage gicbt es keiiie geiitigcnderc Antwort, nls z. B.
dns Specksteinlagcr voii Giipfersgruii. Oliiic diese Antwort
wirrdc jenc Fragc ungel8st blcibcn. Ucbcrhiiupt wird die
Clicniie bci Betrachtuiig solclier Verli~iltnissc V O I ~ der Aniialiinc absoluter Unliisliclikcit iminer niehr zuriickkoiiiineii
iniisseii '), Frcilicli ist die Liislichkeit oft ciuc srhr ge-
.
l ) Lelrrb. d. cliem. t:. pliysikal. Geologic lid. I. S.789.
2 ) W e n n die Geologic erst w n l i r l i d t zur Wirsensclinft geworden
ist, witdcrn sic die Grundsstzc dcr Clieriiie niclrt melrr geringsclistzt, sondern
an dem Maarsrtabc diescr V\Tisscnsrliaft die Resultale ilirer k'orscliung
priili, so w i d urngekclrrt' aucli die Clrcnric ddwi 6cwinnc~. wcnii sic
dcn Rcsiiltateo dcr gcologisr.licii Erliliruugen, we1cl:c f i r da3 Expcrirucui
141
ringe, aber sowohl die Mnsscii der vcrwitterten Gesteine,
dereii Bestaudtheilc fur die gewiihiiliclie chcmische Einwirkung ebenfalls fiir unlUslicli geltcii, als aiidrerseits dic Iiiiufigen Absiitze voii Vcrwillcrungsproduktcn weisen uns nuf
eiiieii Vorgang hiu, der seit Jalirtauseiidcn, ja seit Millioiieii yon Jabrcii augedaucrt liabcii mi&.
l3 i s ch o f I ) berechiiet , d& unter deli geiviiliiiliclieii Verliiiltiiisseii eine
der Uinwaiidliiiig in Speckstein fdiige Schiclit von 1 Furs
Hahe zu dicser Utnwaudlung 47619 Jahre brauchcu wurde.
Diefs @be fur das Giipfersgruner Specksteinlager, soiveit
dasselbe his jetzt bekaiint ist, ciiic Aiidaucr voii inclir als
2 Millionen Jahreii; docli siiid die l3edioguiigeii dort jcdenfitlls giinstiger. Dcr Umwn~~dluiigsprocc~s
knnu 31s 110B
fortdaiieriid angeuoniineii wcrdcn, dn die Bediiiguugcu dazii
gegeben sind.
Wahreiid dcr laiigcii Dauer jeties Absatzes lniisscii ubriim 1.aLoratorium mcist xi1 g d a r t i g sintl, ilirc vollste 'hiInnIiinc widmer. Als cine lierrliclic k'riiclit, wclclic a m solt:lrem IrieineirtIergrcircii
Leidcr \iT'issenschrlien crwaclrscn ist, rnuL B i s c Ii o f s ausguxciclroetes
W c r k : LclirLucli dcr clienr. und pliysiknl. Gcologic, Boon 1845, Lczeiclinet wcrdcn.
1) Bd. 1. S. 595. ,,Liirct W a s s c r 0,00002 seines Gcwiclits kieselsaure
Magnesia auf, ist das sprciiiselic Gewiclit ilcs Talks 2,i: so irt das Voliimcn dw letztrrcu 0,000007 von dem tlcs W a s s c r s , wcnn j e n a SiliaIs Talk ails derncclbcn abscficitlct. Gclicn auf cincr gcwisscn
Kliiclic j3rrlicli 3 Furs hlctcorwasscr nietlcr , clringt alles dicses Wasscr
in dns Gcstein, lijst cs aiis dcnisclben iene 8Iengc kieselsaure Magnesia
auf, und setzt es dicselbe irgendwo wicder ab, so Liltlet dicser Absatz
irn Jalirc cinc Sthielit vnn 3 .0,000005 = 0,000021 Furs IIiiIie, rnitlrin
in 4iG19 Jalircn einc Sclriclrt von 1 K u b Ilijlie. Inncrlialb dieses Zeitraums kiinnte dcmiincli irgcnd cine Gcstcinsscliiclrt ron dicrer Mizlitig-'
kcit, wclclic eincr Umwantllung in Tallr oder Speckstein filiig wsrc,
pseudomorpliorirt, odcr mit anJcrn Vl'ortco fortgefilirt wci*dcn, w3rrend an illre Stellc cinc PIIS dicsen Yossilico bestclrendc Schiclit von
Slinliclicr MMjclitigkeit trctcn wurdc. BcGndet sich cine solchc, zur Umwandlung iri Talk odcr Speckstcin filiige, Gestciossclricht in eirwr Muldc,
in wclclier bedcutend griifscrc Wasscrnlassen cindringen, 30 steigcrt sicla
dcr EtTekt. H i l t cia solclicr UmwandlungrproceL Millionen Jahre Iang
a n , so kiinncn wir Urnwantlluagen van Gestcinen, etwa in Serpentin,
von 1Iundcrten von F u h P;Iiielitigkeit, olinc Scliwierigkeit bqrcifeo".
cat sicli
142
gens die Gewlsser ibren uiineralischen Gehalt an verschiedeneu Punkten jeiies Rcviers in verschiedeiieii Pcrioden
inchrfach geaudert haben. Brachtcn sie vorherrschend Kicselerde, so entstanden i n den Kluften dcr I)olonrite etc.
die Quarzdrusen; entliielten sic Magnesiasilikat, so wurde
Speckstciii gcbildet. D e r nachweislich nichrfach eiugctrctene Fall, daEs cin und dassclbc Gesteiii pliitzlich oder allinalig einer andern T)iirclirvlisscrung ausgesctzt wurdc, inufsste
entweder dadurch eintreteii, daEs die Gewiisscr, welclic cs
bisher durchdrangen, ein vorliandcncs Gcstcin, wclclics bislicr die Quellc ilires ininernlisclieii Gchalts war, vo1lst:indig zersetzt liatten und dafs iiun ein andcrcs a n die Reilic
knrn, oder auch dadurch, dafs in Folge irgeiid einer Hebung oder Senkung der Lauf clcr Gcwasser g c h d e r t wurde.
1)en:i die Spccksteiiibildung kann bis in sclir friilie Pcrioden dcr Bilduog dcr ErdobcrflBche hiuaufreiclicn. Allc dicsc
Processc I ~ U E S ~ C I I selir allniYlig vor sicli gelicn und Jnlirtauscnde 1nng anballen.
Indein icli nun z u eiiicr spcciellcren Erltlzrung dcr cinzcliicn Forincii ubergelie, wclche niir voin Giipfcrsgriincr
Speckstciii bcknnnt sind, wcrdc icli auf das Vorl~ergcliendc
initunter zuriickkoinnien inussen, und Manclies wird seine
Begrundung fiiiden , was jctzt als bloEse Bchauptung dast clrt.
Zuniiclist sind cs die frazibigen und lrnolligen Formen,
wclclie eiiier besoudercii Bcachtung verdieiicii, da sie iiber
den Verlauf dcr Specksteinbildung und die Entsteliung der
Ausfiillungsinasse Aufschlufs gebcn.
Die hfterkrystalle nach Quarz uiid Bitterspath fiiidet
man nzinlich nieinals freistehend, sondern stets in cine diclite
Specksteinmasse von dcrselben Beschaffcnlieit eingeschlossen. W o die Krystalle in engeii Spalten und Giiiigen voii
beiden Seiten angescliossen waren, da fiillt die dazwisclien
liegende Specksteinmasse den gaiizcn Gang aus ; wo dngegen einzelne Krystalle frei in einen biiireichend grofsen
Raum ragten, da bildet der sie umgebende Speckstcin nicrenfarmige oder traubige Massen.
143
Auf der Taf. 11. liabe ich diese Vcrh#ltnisse durch Zeichiiang einiger instructiven Specksteinformen zii veranschaulichen gesucht.
Fig. 1. Taf. 11. stellt cine solclie nierenfiirmige Spccksteinbildung, welche sich in ineiiiein Besitz befindet, dar.
Die Knolle ist dnrchschnitten ; iin Iiineren derselben sielit
inan selir deutlich den fruliereii Quarzkrystall, UIU welcheii
sicli dcr Speckstein aiisctzte. Eine etwas dunkler (briunlich) gefarbte Schicht in der Mitte der darIibcr gelagerten
Masse beweist die conce~~trischc
Ablagerung derselben.
Fig. 2. ( ebeiifalls aus inciiier Saiiiinlung) ist eiii ganz
ahnliches S u c k . Durcli cincn gliickliclien Schlag ist die
Spitze eiiies Quarzkrystallcs, wclclier sicli ebenfalls in der
Mitte eiiicr solchcn Nicrc bcfiudct , blofsgclegt. Daiicben
ist dcr nbgcschlagene L)eckel B abgcbildet.
Fig. 3. ist iiacli .cinein schr iiistructiven Stiicke des hiesigen Ki)nigl. Mineralien-Kabiiiels gczeichnct. Auf zwei auf
eiiiandcr sciikrcclit steliendc Flfichen cines Drusenraums hat
sicli dcr Specksteiu niercnfiirmig abgcsetzt. Die dein Beschauer zugckchrte untcre Flaclie war init Bitterspathkrystalleii bcmclisen , wclche nninentlich ail dcr unteren und
rccliten Seite, wo die niercnfilrmige Aufbildung abgeschlagen ist, gut zu erkenneii sind. Auf der reclitcn Seite siebt
man bei a eiiicn ziemlich grofsen Sitterspatbkrystal!, welcher an der hcrvorragenden Seiteiiecke die Fllclie des zweifach spitzcren Rhonibogders zeigt. - An der oberen, darauf senkrechten Seite der Krystalldruse wareii dlinne Quarzkrystalle angeschossen; iiiaii siclit sehr deutlich, besonders
an der bogigen Grenze ( 2 % )der Uingebung der Quarzkrystalle, dafs immer um diese die Specksteinmasse sicli conceiitrisch angelegt hat. Auch ist es klar, dafs bei fernerer
Aufbildung der ganze innere Drusenraum mit Speckstein
ausgefiillt worden wiire. Die Fig. 1 3 abgebildeten StUcke
bestehen ganz aus reinem Speckstein.
B l u m meint I ) , dafs die Ausfillungen in gewissen Fa]len von Kieselerde berriihren, welche bei der Umwandlung
-
1)
s.
120.
144
dcs Quarzes zu Speckstciu frei gewordcii sey und sich bci
ihrein Austritt aus den Krystallen init Dittererde zu Speckstein vcrbuiiden habe, so dnfs die Krystallc init einer gleiclien Mnsse uingebeii worden seyen. Die nierenfiirinigcn
Specksteinmassen, welche von der Ausfiilluiigsmasse zwisclien den Krystallen offenbar nicht getrennt werden diirfen, crkllirt er fur Pseudoinorpliosen VOU Chalcedon, indcin die von der Magnesia ausgetriebene Kieselerde sicli
als Clialccdon nicreiifiirrnig niigesetzt uiid erst spciter dic
Uin$nderung in Spcckstciu erlittcn liabcn sol1
ein Vorgang, den icli inir zu dcnkcn iiiclit im Standc bin, dciin
was solltc die Kieselerde, wcnn sie aus dcn Quarzltrystilllen ausgetrcten wiire, gehiiidcrt baben, sich niit der RIiigiiesia, welclie docli, den Qiinrzltrystall um~indcrnd,fortw:iiirend zustrbinen inufste, sogleich zu Spcclltstcin zu vcrbindeli?
Doch beide Ansicliten Iiabeii, wie wir schcn werdeli, das Griindfnlsclic, d a t sic (lie Aufbildung der Mnsse
zwischcn und auf den Krystallen nls cine Folge dcr Umiindcrung des Quarzes nnsclicii, wjihrcnd sic docli friilicr
eintritt, als jcne UinEntlcrung; beide sind cbcn so unlialtbar, wie cine dritte I ) : es seyen die (Bitterspath-) Krystalle iu einer aiidcreii Miiieralsubstanz, viellciclit in Qunrz
odcr dcrbeni Braunspath, cingcwaclisen gewesen, und bcide
2ijitten die glciche Uinwnndluog erfahren.
Einigc sehr sclillne Mandsliicke des hies. K8nigl. Mineralien - Kabiucts ,, Specksteiii auf Doloinit von Tliicrsliciin"
( i n der NBhe von Giipfcrsgriin ) beweisen, d a t dicse traubigeii Massen urspriinglicli als Speckstein abgcsctzt wordcn
sind , uiid zwar friiher, als die .Krystalle pscudoinorphosirt
wurden, also nicht in Folge der Zersetzung dcrselben.
Fig. 4. liabe ich eins derselben zu zeichiieu versucht. Auf
einer DrusenflBchc des Doloinits sind kleine gelbliche durchscheineiide Bitterspath-Hlioinboeder in grokser Menge zusammengehluft, und viele kleine beercnfbriuige Specksteinmassen bis ziir G r b t e ciner Erbse habeii sich auf den hervorragcndsteu Krystallen abgesetzt. Uatersucht mail dils
1) S. 113.
In-
-
-
I45
h e r e einer solchen Kugel, so findet man in der Mitte alleinal eiuen uoch viNig unvcriiuderten Bitterspatlikrystall l),
ein Beweis, dnfs die Specksteiiiuiassc nicht durch Zersetzung
des Bitterspatlis eutstandcii ist. Hierinit B l l t die gauze
Tbeorie B 1u m s , uud es wird zur evidenten Gewifsheit :
dnfs der Speckstein eon aufsen her als Magnesiasilicat zitgefiilwt worden ist.
Hatte der Absatz Ilnger gedauert, so wiirden die jetzt
noch kleinen Kugeln sich berlihrt und nach und nach eine nierenfilrinige Oberflache gebildet haben, bis eudlich der ganze
Druseiirauiu mit dichtem Speckstein erfiillt worden w k e .
W a h r e n d dein hltte die Umwaudlung des Dolomits in Speckstein auch b e g o u ~ ~ e i iware
,
von der Oberflache der Bitterspathkrystalle ails iiacli innen fortgeschritten, uiid iiacli einer hinreicheud langen Einwirkung hiitten wir einen Speckstein vor uns, wie er das Lager von Gllpfersgrun hildct.
Ehe die Umwandluiig der Krystalle begann, hatte sich
die anfgebildete traubige Masse viellcicht Jahrhunderte lang
consolidirt, ond die Uinwaiidlung selbst scliritt gewik init
grdfster Allmaligkeit von Atom zu Atom fort; iiur dadurch
war es nifiglicli, d a t die Formen der v e r d r h g t e n Miucralien in dieser Schiirfe uiid Vollkoinmeulieit erhalteii wurden. Auch wijrde jede andere Art der Pseudomorphosirung, durcli Vcrlust oder Aufnaliine oder Austausch voii
Bestandtlieilcn eine inehr oder minder bedeutende Zerstilruug der Form zur Folge gehabt haben.
Um sich den P r o c e t der Urnwandlung vorzustellen, inufs
man sich die Gesteinc nicht so undurchdrioglich denken,
wie es gew6hiilich gescbielit. Auch in dem dichtesten Karl)
Auffallcnd ist e l , dara sich liicr dcr Speckstein urn cinzelne Krpnlle
abgcsctzt hat, anrtatt, wic man vzrmritlicn sollle, die gaoze FISelre der
Drusenraums gleiclim8fsig 1.u iibertieheo.
Allein wcnn man bedenkt,
dars die Quantitat dcs im Wasscr geliistcn Magnuiasilicatr nur auGcrst
gering seyn konnts, und dais sich dasselbe, wenn w die W a h l Iiatte,
vermiige der Anaiehuag des Glcicliartigen lieber auf Speckstein als a d
Bitterspath absetttc, so begreirt man leiclil, daL an dcnjenigen Stellen,
\vo sielr. die errten Atoms Magnesiasilicat abrcttten, solclre AnlJuTungen
von Speckstein cnutclien mufrten, wie sic das rbgcbildele Stdck reigt.
Poggendorfl's Annal. Bd. LXXV.
10
146
per liegen die Atone iiicht so eng a n einander, dafs uicht
gewisse Zwischeuraume da wareu , in welclie Fliissigkeitcn
eiiizudriiigen vermllchten. Eineii vollkoinlnen dichten Kirrper giebt es uicht.
Dringt aber Wasser, welches kieselsaure Magnesia aufgelbst enthalt , in Gesteiue eiu, welche der Uinwaudluiig
zu Speckstein fahig sind, so lilst es dieselbc~iauf und setzt
seineJi Gelialt an Magnesiasilicat an die Stelle des aufgeIilsteii Atoms, wahreud es die Lbsung fortfiihrt.
Alle Mineralien, in dereii Form wir den Speckstein antreffcn , so verschiedenartig sic aucli zusaminengesetzt sind,
stiinineir dariu iiberein, dafs sie schwer Zoslich sind. (Die
uieisteu t;elteii, wie Speckstein selbst, fur unlllslich.) 111
der Forin leiclitlbsliclier Mineralien findct man deli Speckstein vielleicht deswcgcn uicht, weil die geriiige Meiige kicselsaurcr Magnesia, welche in einer gewissen Quaiititat
Wasser eutlialten ist, den Rauin cines leichter lirsliclieri
Miucrnls niclit ausfiillt, welclies dieselbe (luautitit Wasser
auflbst. Die Pseudouiorphoseu des Specksteins nach Kalkspat11 machc~ihiervon, wie wir weiter unten selien wcrden,
iiur scheinbar eiiie busnahme.
Ich koinine jctzt, indein ich in der Bcschreibung der
wichtigstcu Modificatioucn des Gilpfersgriiner Specksteins
fortfahre, zu deli Ablagerungcn von Chalcedon, welche mail
mituntcr auf den traubigen und iiiereiifilrmigeii Specksteininasscii findct. Das hiesige Kirnigl. Mineralien Kabiiiet besitzt vier Stiicke, welche dicL Vorkoinrneii sehr schiln zcigeu. Auf den zu Speckstein gewordeiien Quarzkrystalleu
sitzt zunichst die gewblinliche iiierenfilrinige Specksteinmasse,
und auf diescr ein Chalccdon, welcher in eiiiigeii F#llen
lautcr coiicave Flachen hat oder von alleii Seiten her concave Eindriicke zeigt, cin Zeichen, dafs er in einer Hbhlung sich bildcte, welche rings von den convexen traubigeii Forinen des Spccksteins uingebcn war. Er ist offenbar eine spatere-Bildung als die Specksteiiiuiereu, auf denen er aufsitzt und welchen er seine Form verdaukt. Oft
fiiidet mail dicht uuter der Oberflgche von Specksteinuie-
-
147
ren dUnne conceiitrische Chalcedonschicliten , d a m wieder
Speckstein. Doch dicse Bildungen beweiscn keineswegs,
was D l u m ' ) daraus folgert, dafs diefs die aus den umgeenderteii Quarzkrystalleii ansgcscliiedene Kicselerde sep,
wid dafs dieser Bildungsweise iibcrhaupt die Nicrenform
des Specksteins zngcschrieben werdeii iniisse; sondern d a t
die das Gestcin durchdringenden Gewgsser in verschiedenen Periodeii diese oder jeiie Miiicralsubstanz mitbrachteii
und absetzten, je iiachdein sie vorher das eine oder andre
Gestein zersetzend durchdrungen hatten. DaL solclre Kieselerdeabsrtze sp~terhin ebeii so gut cine Uineudcrung in
Speckstein erleiden kfinnen, wie es von deli Quarzkrystal]en feststeht, das ist dainit gar niclit in Abrcde gestellt.
Eine selir gew8biilichc Ersclieiiiung am Giipfersgriiiier
Speckstein sind Dendritcn; sie sind gelbbraun bis schwarz,
und finden sich gewbhnlich auf dcii Fllichen der pseudoinorphen Krystallc, wclclic fast stcts eiiien dunkel geftirbten Uebcrzug liabcn und sich alsdann aus dcr uingebeiiden
Speckstcininasse selir gut licrausschlngeii lassen. Die Substanz diescs Ueberzugs reagirt auf Eiscn und Mang;ro, und
ist jedciifalls deni Gehalt des Dolomits a n kohlensaurcm
Eisen - und Mongnn - Oxgdul zuzuschrcibcn, welclie sich bei
der Zersetzung und Umwaiidlong in den feinen Spalten, iiamentlicli auf den Krystallfllclicn, absetzten, halier oxydirten, Wasser aufnahmcn, und als Eisen- uiid MangaiioxydHydrat iiiedergeschlagen wurden.
Die Ilalkspathfornen, dereii ich obeii erwzhnte, macheii
in gewissen Bezichungen eine Ausiiahme von allen iibrigeii
Speckstein - Pseudomorphoseii , uiid verdieneii deshalb einer
besoridern Erwahnung. Es sind die gewohnlichen Skaleiioeder des Kallrspaths ( a : ; a : + a : c ) , welche in Gapfersgriin seit eiiier Reihe von Jahreii zwar iiicht inelir gefunden worden sind, deren frtiheres Vorkomineii jedoch in
dortiger Gegend bekaiint ist. B 1u m bezweifclt dasselbe z,
1)
s.
120.
2 ) S. 111. ,,Alla Krystnlle, welclie nim beiur Specks&
all von Kalk-
spatlr stammend anfiihrt, mocbrcn \om Bitterspath abstamrncn.
10
*
,
. Land -
I48
mit Unrecht. Auf dem hiesigeii Museuni befinden sich zwei
derartige Stufen, die gar keinen Zweifel zulassen; die Ska1enoCder sind ziemlich g r o t und melirfach durch einander
gemachsen. Die Oberflache derselben ist rauh und drusig,
walirend bei allen ubrigeu Speckstein- Pseudomorpliosen
die Forin dcs urspriinglichen Fossils aufs vollkommenste,
bis auf die feinste Streifung, erhalten ist. Ferner kann man
sehr deutlich erkenaen, dafs das Innere dieser Skalenoeder
aus kleiiien zusammengelilufteii Rhombo&dern bestelt, welche
sich sogleicli als die des Dolomits (Bitterspaths) ergeben,
wiilirend die Speckstein - Pseudomorphosen nach Quarz und
Bitterspath im Innern strukturlos erscheineil, Es bleibt hicr
gar nicht zweifelliaft, dafs diesc Kalkspatliformen als Psendomorphosen zweiten Grades zu betrachteii siiid, indeni der
Kalk zuerst in Dolomit, und diesc pseudomorphe Forin
spiiter in Speckstein umgctvaiidelt worden ist. B l u m beschreibt i n seinem Werkc iiber dic Pseudoinorpliosen etc.
S. 51 56 inehrere F d l c von Pseudomorphoscn von ,,Bitterspath nach Kalkspatli", welclic uiitcr einander und mit unserein vorliegenden Falle selir genau, und nainentlich dariii
iibereinstimmcn, dafs das Aeufsere rauh und drusig ersclieint,
und dafs iin Innern ineist eine Anhlufung von kleinen BitterspatlikrystaIlelr sicli gebildet hat. Da der Speckstein iiach
allen Erfahrungen stets die Forin des verdrangten Minerals
aufs genauesk bewahrt, so Ivfst sich niclits Anderes annehmen, als dafs er dicsc Kalkspathformen schon aufsen drusig
uiid innen aus Eittcrspathkrystallen zusammengesetzt, d. h.
iu Bitterspath pseudomorpbosirt, angetroffen Irabc.
Diese Doppel-Pseudomorphosen sind in doppelter Bczieliung von grokem Interesse. Einmal seben wir an ihncn
-
g r e b e sagt, J e t die meisten Spechiein-Krysldle die Gestalt des Dodeca2ders (Sc~leno?ders)kitten, sine Angabe, die wolil auf eincrn Irrh u m berulit; ich m u 6 wenigstcns gcstelien, dafs niir dierelbe his ictzt
nicht vorgckomrncn ist cic.
, Die clrernisclicn Bericliungrn, in w d clwn Bitterspath und Speckstein zu e;nonder stchcn, indcm beide Talkerde & BertendtliciL ihrer Zur~mnienretrung atiTzuweism haben, l X s t
wolil auch bsi weitem ehcr 7.11, jcne rhomboidrisehen Formen als van
ersterein siammend encusehcii 'I.
..
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den wesentlichen Uuterscliied zwisclieii ciiier UiiiwandlungsPseudomorpliose durcli Austausch der Bestandtheile, und
ciner Verdrlngu~igs-Pseudomorpbose. Die Uniwandlung dcs
Kalkspatlis in Bitterspath gehht offeiibar in die crste Kategorie: Wasser, welclies kohlensaure Magnesia eoth$lt,
durchdringt den kohleiisauren Kalk, liist ihn auf, und das
Magnesiacarbonat verbindet sich (verm6ge der grorsen Neigung der Magnesia zu Doppelsalzcn) mit einern gleichen
Theile des Kalkcarboiiets zu Bitterspath (Doloinit). Bei
einem solcben Vorgange inufs stcts durcli die Krystallisatioiiskraft der entstcheiidcn Verbindung eine griifsere odcr
geringere Zerstilrung der Form stattfinden; solclic Pscudoniorpliosen werden iminer eine etwas raulie Obcrflaclic zcigen. Last sich die verdrangte Substanz (Iiier der Kalk)
leicliter, als die hinzukoininciide (die kohlensawe Magnesia), so wird das entstchciide Produkt locker uiid zerkliiftet erscheinen; denn niclit aller kohlcnsaure Kalk, wclclieii
das Wasser li)st, gelit die ncue Vcrbindung cin , soadern
iiur ein gleiclier Antheil, wic die im Wasser gelOstc kohlcnsaure Magnesia. Gaiiz aiiders verhslt cs sich mit deli
Verdraoguogs-Pseudoinorplioscn ; hicr wird die Forin des
verdrsngtcn Fossils stets besscr bewahrt werden, nnd zwar
uin so genauer, je langsamer der Prozels V O ~siclr gelit,
d. 11. j c geringcr die L6slichkeit beider Substanzeii ist.
Zugleich sind diese Pseudomorphosen in anderer Rczichung gcologiscli wichtig. Die urspriinglichen Kalkspnth
Scalenocder sind aller Wahrscheinliclikeit nach nirgend anders entstanden, als auf Spalteu oder Kliiften des Urkalks,
schwerlich auf Doloinit; die GOpfersgriincr Gruben zeigen
aber iiirgeiids Kalkforinen, solidern nur Dolomitformcn.
Wenn nun voii den Kalkspath - ScalenoCdern angenoinincn
werden I d s , dafs sie in Kliifteii vou Kalk entstaiidcii uiid
spater iii Bitterspath vcrwandelt wurden, SO mikhte niit
ziemlicher Gewitlieit anzunehmen seyu, dafs der Doloinit,
welcher dort in Speckstein uingewandelt worden ist, ebeiifalls vorher Urkalk gewesen seyn mag. Die tibrigen zerkliifteteu Doloinite aber , welche dort den Urkalk Lheil-
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weis ersetzen, sind so ubereiiistiinmend uiid zeigeii init dein
Gbpfersgriiiier Specksteiii so gleiche Forincii, d a t inaii nothwendig eine gleiche Eiitstehung dersclben alinehmen liiufs.
Zwar liegt die Frnge iiber die Entstchung dcr Doloiiiite
iiicht uninittelbar in ineiiier Aufgnbe, aber ich habc dicsen
Puiikt hier iiicht ubergelieii kiiniien. Die Knlkspatliformcii
des Giipfcrsgruiicr Specks~cinsscheiiieii iiiir hiiiliinglich zii
beweiseu, d a b der Doloinit, welclier die Foriii zu jciiein
Specksteinlager hergab, friilier Knlk gewescii scy, iiiid niiniiit
man d i e b a n , so mufs mail cs fur die Dolomite des dortigen Reviers aiicli zugeben.
Es sol1 dainit Lcineswegs gcsagt seyii, dafs ulle Dolomite nus Kalk entstanden seyen; iiocli weiiiger deiike icli
dabei ail eiiie feiirigc Einwirkuiig, an Magiimiadiimpfe u. dgl.,
sonderii die Mngncsia ist wolil ebeii so wie die Kicsclertle
und die kieselsnore Magtiesin auf iinssein W e g e w i n Knllc
gelarrgt, uiid zwar walirscliciiilich als kolilensaure Rlngncsio.
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Aus dem Vorliergeliciideii ergubeii sicli folgciide Gesiclitspiink t e :
Wasser, welclics KohlcusBurc entliiilt, ist allcin iin Staiidc
die grotartigeii I\esaltate zii licfero, wclclic wir in der Vcrrvitteruiig ciiicrscits uiid andcrcrseits in den pscudoinorphen
AblagerungGi voii Spcckstciii vor UIIS sehcn.
Atinospharisches Wasser wirktc zerseheiid auf die vorhaildenen Silicate uiid setztc die gcliisteu Substaiizeii, V O H
derien hier iiur Magnesia
uiid Kieselshre in Betracht konimen, an andereii Ortcn wietfcr ab.
Eiithielt das Wasser ltolilciisaure Magiiesia, so vcrwandelte es deii Urkalk in Doloinit, eiitliielt es Kieselsliure,
so bildeten sich in deii vo rlia ndeii en Klii ft en uiid sp a1t cii
Qiiarzkrystalle; entbielt es kieselsnure Maguesia, so wurdeli die -vorgefundenen Gesteine, weiiii sie diescr Umwniitllung fzhig waren, zu Speckstein umgewandelt.
1st diese Theorie richtig, so miisseii wir aiiiiebinen, was
bereits obeu nogefulirt ist, dafs die Gewasscr iliren inincralischeii Gehalt in verschiedeneli Pcriodeu gewecliselt hn-
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ben, was auf mehrfache Wcisc geschehrii Itoi~n~c.WolIen wir diefs aber niclit zugeben, so m6chten sich alle diese
Bilduiige~ierklarcn lassen, oline dafs inan eine wcsentlichc
Aenderung des mineralischcii Gchalts des Wassers annimmt,
und zwar so:
Das atmospharischc Wasscr lBst kieselsaure Magnesia
auf und durchdringt hierauf ein Kalklager. Der kohlcnsaure Kalk wird dadurch gelast , und die vorherrscliende
Neigung der Magnesia zu Doppelverbindungen bewirkt, d a t
sie ihre Verbindung wit der Kieselsgure aufgiebt und sich
mit der im Wasser vorbandenen Kohlensaure verbindet,
urn als kohlensaure Magnesia mit dein gelfisten kohleiisauren Kalk die Doppelverbiiidung dcs Doloinits zu bildcii.
Die frei gewordene Kieselsaare setzt sich in deli Drusenrgumeii des Dolomits, tiber deren Entstelieii ich auf das
fruher Gesagtc verweise, tlieils krystallinisch als Quarz,
theils amorph, als Opal, ab. So lange die Lasuug der kieselsauren Mn,~oesiakohlc~isaureKalkcrde findet, wclclie zu
Dolornit umgewandelt werdcn kann, so lange wird die Doloinit- uiid die Quanbilduiig dnuern. 1st d i e t aber nicht
mehr cler Fall, so setzt das Wasser seinen Gehalt an kieselsaurer Magnesia, welche jetzt nicht mehr durch deli kohlensauren Kalk zerlegt wird., als Speckstcin zunachst tranbenfurmig zwischen den Krystallen dcr Drusenrauine ab, und
verwandelt endlicli bei langerer hiidauer beide Substanzen,
wie oben weiter ausgefiihrt ist, in Speckstein. Nach dieser Theorie kbnnen alle drei Processe, die Umwandlulig
des Kalks in Dolomit, die Bildung der Quarzdrusen und
die Uinwandlung beider zu Speckstein in geringer Entfernung von eiiiander zugleich stnttgefundeli haben und uoch
stattfinden.
I c mag
~ nicht entscheiden, ob eiiie dieser beideii Ansichten, und welche die richtige sey; auch mbchte eine Entscheidung vor der Halid scliwer zu gcbeil seyn. Jedenfalls
aber ist dieser Gegenstand VOII grofser Wichtigkeit, u l d
bietet manehe Gelegeiiheit zu ~visseiischaftlicheiiForschungeii dar.
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n’lilclitc durcli diescii Aufsatz dieser odcr jciier Forsclicr
veraiilafst werdeii, den Thatsnclieii , auf welche icli micli
bcrafc, selbst iiachzuforsclieii, uud niciuc Ansiclitcii iIber
die Eiitsteliuiig jener Verbiiltuissc, wo es niMliig ist, zu
h cricli tigcii !
XI1 . Lleb er cirt ige Er hin ilrirrgen cler Phosplz o rsiiii w,
n amendlich t k r Py r opli ospho rsuu re ;
uon FV. B n e r .
B c i der Aiialyse eiiier ~flaiizciiasc~ie
wurde icli aufinerlcsain auf das Verlialtcn dcr pliosphorsaurcn Kalkerdc gegcii
EssigsZurc. Zuwcilcii lbste sic sicli dnriii vollstiindig auf,
zuweileii blicb ciiic gcriiigc Mciigc ungeliht. Es schicii inir
iiitcrcssaiit die Ursaclicn dicscs vcrscliiedencn Vcrlialteiis
iialicr zu erforsclicii uiid zii diescin Eiide stelltc ich dariibcr
eiiic cigeiie Uutersucliung an, dereii Rcsultnte icli iiiir iin
Folgciidcii mitzutlieileii erlaubc.
Zuerst liat M i t s c h c r l i c h iu seiiicr Arbcit iibcr die
Aschc der Hefc I ) darauf aufinerlrsnin gemacht, d a t dic
pliosphorsaure KalIto.de zuweilc!i von dcr Essigsliurc vollstlndig, zuweileii abcr 11111’ uiivollst~iidigaufgeliist werdc.
Er liat eiiic in Essigslure uiilbslichc krystallisirte phosphorsaure Kalkerde dargestellt , so \vie aucli die Eereituiigsart
derselben angegebcii , ohue aber die chemische Zusammeiisetzung derselbeii zu ermittelii. Die Coiistitutioii der in
Essigslure uiili)slichen phospliorsaureii Kalkerdc kaiin abcr
verschieden seyn. Eiiimal ist die Verbindung der Kalkerde
mit der gevvl)hiilichen Pliospliorsaure tinter Uiiistliideii in
Essigszure schwer lilslich, daiiii aber aucli die pyropliosphorsaure Kalkerde. Die Zusaininensetzung der erstereii giebt
H e i 11 t z, ohne auf das init derselbeu verbuiidene Wasser
1) Aus den Ber. J. Berl. Akedernie in) Jahrb. f. pr. Clirrnic.
s. 233.
Bd. 36.
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