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Der Wirbelsturm am 9. und 10. April 1858 in der Andaman-See

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418
Spccifischc VVSrrnt.
Uulerschwefligs. Natron
Kali
Baryt
m
Bleioxyd
I,
1)
0,229
0,190
0,146
0,l 14.
VI. Der Wirbelsturm am ‘3. und 10. April 1858
in der Andaman - See;
von G . v. L i e b i g , Dr. Med. in Reichenhall.
I m April und Mai 1858 berichteten die Zeilungen von Calcutta Uber einen Sturin im bengalischeu Meerbusen am
9. und 10. April und den beiden vorbergebenden Tagen,
durch welchen mehrere Schiffe verloren singen und der
auch sonst vie1 Schaden anrichtete.
Icb war damals in der Andaman-See als Schiffearzt am
Bord einer Dampffregatte der Ostindischen Companie, Seiniramis, unter Capitain C a m p b e 11, welche von Calcutta
am 4. MBrz abgegaugen war, urn die Andaman-Inaeln und
Maulmain zu besuchen, und batte auf diese Weise Gelegenheit, ntihere Nachrichteu Uber diesen Sturm zu eammeln.
Es war ein deutlicb ausgepragter Wirbelsturm, Cyclone,
in der Andaman-See, einer Gegend, die fiir gefiihrliche
Stfirme bekannt h t , wo aber bia jetzt noch yon Kcinem
die Spur genauer verfolgt werden konnte. P i d d i n g t o n
erwllhnt in seinem Sailors horn book mehrere aus jener
Gegend, nach Berichten einzelner sohiffe, deren Richtung
aber ihrer ganzen Ausdehnung aach nicht vollkomolen bestimmt ist. Sie sollen sich von SO nach N W bewegt haben, wie andere Hbnliche Sttirme im bengabchen Meere
sowohl als in der n6rdlicheu tropischen Zone liberhnupt.
Der zu beschreibende Sturm vom 9. und 10. April 1858
unterscheidet sicb von allen diesen durch seine ungew6hn-
419
liche Richtung. E r bewegte sich namlich nicht vou SO
nach N W wie gewbhnlich, sondern von SW nach NO,
eine Richtung, welche die Wirbelstrame gewbholich erst
in der Nahe des Wendekreises oder in einer etwas bbheren
Breite anzunehmen pflegen, wenn sie so weit gelangen.
E r zog sich von dem nbrdlicheu Ende der Andaman-liiseln
nach dem Cap Negrais des gegeniiberliegenden Festlandes
von Hinterindieu. (Siebe die Karten Taf. IV).
Ein ziemlich eng begranzter Windstrom in der Richtung von SO nach NW von mafsiger Starke, der am 7. und
6. April auf die Ostseite der Andaman-Inseln wehte, scheint
den Wirbelsturm eingeleitet zu haben, in welchem sich
sein Uebergang durch die Beobachtungen der Brig Mutlah
direct verfolgen Mst. Der Wirbel bewegte sicli dann vom
Nordende der Andaman-Inseln aus fast in einem rechten
Winkel zu dem einleitenden Stroine von SW nach WO.
Die Beobachtungen der im Folgendeii zu erwahnendeii
Schiffe und Ausziige aus ihren Log-Buchern finden sich
im Anhang. In der Bestimmung einiger. Schiffs - Course
wurde ieh durch den giifigen Beistand des Capitain C a m p b e l l vou der Semiramis wesentlich unterstutzt, dessen grofse
lokale und allgelneine Erfahrung mir bei fehlenden eigeneii
iiautischen Keuntuissen aufs Freundlicbste zu Hulfe kam.
Die Semiramis verliefs Port Blair, eine Bucht am siidlichen Ende uud auf der Ostseite der Andaman - Inseln
(11" 41' N. B., 92O 45' 0. L. Greenwich), seitdem eine Strafcolonie, am Morgen des 7. April fur Maulmain, einen Handelsplatz nahe der Miindung des Flusses Salwien (Salween)
in Birma. In den letzten 14 Tagen vor unserer Abreise
war die Windrichtung in Port Blair von ONO, 0 und
OSO, der Luftstrom war sehr schwach und bisweilen gar
nicht fuhlbar, besonders draufsen auf der See. Er fuhrte
langsain grofse Sommerwolken iiber die Inseln.
Am 6. April verdichteten sich die Wolken und Regenschauer fielen. In der Nacht traten Gewitter ein und am
Morgen des 7. war der Himinel bedeckt und regnerisch.
Bald nachdein wir am 7. Port Blair verlassen hatten,
27
*
420
drehte sich der Wiud nach Siidost und verstlrkte sich bedeutend mit Regen und Windstthen und iuit Blitzen im
SUden. Er blieb so bis iu die Nacht, aber am Morgen des
8. hatte er sich iiach N O gedreht, und das Welter kllrrte
sich etwas auf. Der Siidoststrom war von eineni etwas
etniedrigten Barometerstand begleitet gewesen. Wlhreiid
dea Tages am 8. wechselte der Wiud in geringerer Sttirke,
bei immer regnerischem Wetter weiter bis westlicb von
Nord, uod kehrte in der folgenden Nacht nach N O zurlick,
wo er wlhrend dea Morgens blieb.
Am 9. April urn 1 Uhr Nachmittags ankerten wir vor
Amherst an der Kiiste, wahreud der W i n d um Mittag
durch Ost nach SUdost tibergegangen war. Wahreud der
Nacht unter Wetterleuchlen im Siidost und Sfiden wucbs
die Starke des Wiudes bedeutend (von 4 bis 8 und 9),
uud wandte sich nach Siiden, ails welclier Gegeud er an]
Morgen des 10. mit Sturmesstarke wehte, unter bfteren
Regenschaucrn, aber ohne bcdeutende Verdichtung des Gewalkes oder uugewtihnliche elektrische Erscheinungen. Mali
konnte wahrend des Tages gelegeiitlich blaue Stellen zwiscbeu den Wolkeii erblicken.
Die Semiramis verliet Amherst um Mittag uod fuhr deli
Flufs aufwnlrts nach MauZmain, wo sie urn 2 Uhr Nachmittags ankam.
Dan Barometer, welches seit dem Tage, wo wir Calcutta
verliefsen, den ihm in den Tropen eigenthiimlichen hschst
regelmafsigeu Gang eiogehalten hatte, hatte am Morgen des
10. eine auffallende Abweichung gezeigt. Die barometrische Curve war am 9. uoch gauz regelmlfsig, indem das
Quecksilber bis 9 und 10 Uhr Morgens stieg, und daun
bis 4 und 5 Uhr Nachmittags fiel, urn d a m abermals zu
steigen und wghrend der Nacht ein zweites Maximum uod
Minimum zu beschreiben.
Am 10. April stieg die Quecksilberslule nur bis 8 Uhr
Morgens und fing dann an zu fallen. Um 10 Uhr staod
es vie1 tiefer als es hatte seyu miissen, und urn 0,17 2011
(engl.) tiefer als Tags mvor um dieselbe Stunde. Der
)
42 t
milhere Baromcterstatid am 10. (Mittel yon 8 Uhr Morgems
untl 4 Uhr Nacbmittags) war (),I2Zoll tiefer als das Mittel am 9. A m 11. April stieg das Baronteter wieder fast
zu eeiuer vorigen Hiilie und kehrte zu seineni regelmlfsigeti Lauf zoriick.
Das Zusammentreffea des ~iiedrigen urid uaregelmHLigen Barometerstandes init der zunehmendeii Gewalt des
Windes liefs veruiuthen, dafs ein Wirbelsturin i n der Nlbe
voriiberzog, IOU dessen #theretern Raiide wir beruhrt wurden; das letztere desbalb, weil der Wechsel des Windes
latigssui statffand und die atmospb8rischen Stthungen unbedeutend waren. Da der Wind von SO durch S nach S W
umsetzte, so wiirdeti wir uns iu der recliteu Halfte befunden haben und der Mittelpuukt w k e uns am Morgen des
10. April am nichsteu geweseu.
Wenige Tage nacb unserer Ankiinft iu Maulmuin erhielteii wir die Beslatigting dieser Vemuthung.
A m 12. April kam die mit der KUstenaufnahme besch8ftigte Brig Mutloh, Lieutenaut S w e n e y , Indian Nauy, in
Maulmuin aa. Sie war am 8. April gezwungen worden
ihre Station gegenuber der rnittleren Andaman -Insel, wegeti
sturmiscben Wetters zu verlassen. Die MutZalr erhielt die
ersteii Anzeigen des kommenden Unwetters am 7. als sie
in Diligent Straits vor Anker lag (siehe Auhang). Der
Wiod, welcber vorlier aus O N 0 und OSO geweht hatte,
wie auch in Port Blair, drehte sich am Morgen des 7. nach
SO mit starken Windstiifeen und Regen gegen Abend.
Die Semiramis hatte denselbeu Wechsel an deniselben Tage
und in etwa der uamlicheu geographischen LBnge erfabreu,
oder genauer, etwas mehr iistlich und weiter siidlich. Am
8. April verstarkte sich der Sturm und der Wiud drebte
bich nacb SSO. L)ie Brig verliefs nun ihren Aiikerplatz
und lief von dein Winde mit nordiistlicber Steuerung, wehrend die Starkc des Windes sehr zunahm, der am Morgeu
des 9. April mit furchtbarer Gewalt aus S. wehte. Am 10.
ulPFsigte sich der Sturm, indem der Wiod nacb SSW und
122
SW Uberging. Die Brig suchte nun den Flufs von Madw i n zu gewinneu.
Das Barometer war vom 7. April an im Fallen und
stand am tiefsten am 9.; am 10. stieg es wieder. Aus der
Drehung des Windes geht hervor, dafs die MutZah ebenfalls in der rechten Htilfte des Sturines sich befand, und
aus dein Barometerstand und der Starke des Windes ergiebt sich, dafs sie am Morgen des 9. seinem Mittelpunkt
ail1 nscbsten war, der sich westlich vor ihr befand.
Der grblsereii Gewalt des Sturmes entsprechend, mufste
die Mutlah dessen Mittelpunkt vie1 nBher gewesen segn,
ah die Semiramis. Sie traf den Sturm zwei Tage friiher
ale die Semiramis und weiter westlich.
Obwobl die Beobachtungeu der beiden Schiffe SO weit
ubereinstimmten, so war es doch auffallend, dals iu dieseu
Breiten (15O bis 1 7 O N.) ein Wirbelsturin in der angegebenen Ricbtung, niimlich von Westen nach Osten sich
bewegen sollte, da die gewahnlicbe Richtung der Wirbelatnrme in diesen Breiten VOLI Ost nach Weal Iauft, und
es war immer uoch uothweudig eine weitere Bestiitiguog
wit Bezug auf das Bestehen eines Wirbels abzuwarteo.
Diese nurde durch den Postdarnpfer, Cape of Good Hope,
gegeben, der am 9. April in den Sturm gerieth, als er seioen W e g von Akyab uacb Rangoon in der Richtung der
KUste von Arraccan verfolgte. Naphdem am Morgen SW.
geweht batte, fing bier der Sturm in der Nahe der Insel
Cheduba mit Ostwind an. Er versttirkte sich, indem dcr
Wind sicb nach NO. drebte, uud das Symplesometer I )
fiel. Die Gewalt des Sturmes war am gr6lsten und das
Sympiesometer stand am niedrigsten um und uach Mitteruacht, mit dem W i n d aus N., als sich der Dampfer etwa
4 0 Meilen ' ) nordnestlicb vom Cap Negrais befand. Hernach dtehte sich der Wind nach NW., der Sturm otefsigke
sicg und legte sich urn Mittag am 10. April. Der Dampfer
I)
Eins Art DiffcrentiJlbaromelel..
2 ) Secmeilen, 60 a d cinen Grad.
423
ham am 11. April Abends bei schthiem Wetter in Rangoon an.
Dm Wiud batte aus Ost angesetzt und war durch Nord
nach West iibergegarigen, also war das Cape of Good Hope
in der liiikeii Hailfie des Sturmes, und dessen Mittelpunkt
a m oiichsteii um Mitternacht. Die Richtung des Mittelpunktes war 6stlich vow Scbiffe. Als eich die Semiramis am
Morgeu des 9. April Amherst naherte, erblickten wir das
Sckiff Alma, auf dem Wege von Anaherst oach Port Btuir.
Es passirte uua mit NO., den ea bis spst am Nachmittege
bebielt. Urn 9 Uhr Abeods rifs ein beftiger Windstofs aus
SO. seiu Haupllopsegel weg. Um Mitternacht kam der Wiud
von S. uiil furchtbaren Stufsen, uuter Blitz und Douner,
und der Siiirui bieh an bis um Mittag am 10. April wo
der Wind mit dem Uebergang in S W . sicb mafsigte. Am
11. war das Wetter s c b h , mit leichten westlichen Luftstr6men.
Die Alma, in der rechten Hiilfte des Sturme~,war nordwestlich in den Golf von Martaban verscblsgea wordeu,
wo sie uin Mitternacht vom 9. auf den 10. April die statlrste
Gewalt des Sturmes erfuhr, dessen Mittelpunkt westlich
von ihr lag. Zu dieser Zeit wurde bei Amherst wohl aiich
der Wechsel und die Zuuabme des WindeR, aber oboe gewalhrne Stfiruugeu, gespiirt.
Aus den Beobachtungeu der Alma uiid des Cape of
Good Hope tiifst sicb der Mittelpunkt des Sturmes um Mitteruacht am 9. bestimmeu, der 6stlich von dern letzteren
und westlich von dem ersteren, also zwischen beiden Schiffen
gelegen war. Beriicksichtigt man dabei die grofse Hefiigkeit des Sturmes zu P o r t Dalhwsie, wo er am schliminsten
gewtithet babeii SOH, so war der Mittelpunkt etwa 10 bis 60
Meileii ONO. vom Cup Negrais auf dem Festlande (Siehe
Karten Taf. IV).
Der Dampfer Coromundel der Ostindischeu Companie,
nacb Madras bestimmt, verliet Rangoon am 8. mit N - uiid
NO-Wind uiid Regen, demselben Wetter, welches die
Semiramis an jenem Tage augetroffev hatte. Er hielt deli
424
gewabnlichen Cours eiu, und wandte sicb in 1 5 O N. B.
a m Morgen des 9. April nacb Westen. Der Sturin begann um l l Ubr Morgens a m g., indein der Wind vou
N. nacb SO. umschlug, bei eiuem Barometerstand vou 29,96
Zoll eogl. Das Schiff lnderte seinen Cours bald in der
Ricbtung nach W. und bei N. uud WNW., der Wiud
drehte sich urn 1 Uhr nacb OSO., indem er sich rasch
verstlrkte, und das Barometer fiel. U m 4 Ubr Nacbmittags war das Schiff etwas uordlich von der Insel Prepark.
Der Wiud batte plstzlich nacb NNO. umgesetzt und stUrmte
wit scbrecklicber Gewalt unter Dotiner und Blitz und beftigem Regen. Das Barometer fiel rasch, alleiii die dringeode
Gefabr l i e t keioe Zeit die Beobachtungeu aufzuzeicbnen;
um 4 Ubr hatte es seinen tiefsteii Staud erreicht. Das
Schiff stellte sich nun passiv mit dew Kopf nach Osten;
es erlitt starke Beschtidigungeu (siebe Anbang). Der Sturm
wUthele fort, indem der Wind nacb N N W . umsetzte, bis
7 Ubr hbends, wo mau wieder eiue Beobachtung des Barometers aufscbreiben konnte. Uas Quecksilber stand auf
29,20 Zoll, also O,? Zoll niedriger, als zu Anfang des Stiirmes. Nacb dieser Stunde mlfsigte sich der Sturm, der
Wind zog sicb mehr nach Westen, und das Barometer fuhr
fort zu steigen. Um 10 Ubr Abends war es 29,49. Aus
der uugebeuren Heftigkeit des Sturmes um 4 Ubr Nacbmittags, und dem platzlichen Wechsel des Windes nacb
Norden, so wie dem raschen Fallen und dem tiefsten Stand
des Barometers Itifst sich scbliefsen, dafs der Coromandel urn
diese Zeit dicht bei dem Mittelpunkt des Sturmes gewneeen
seyn mufste. Fiir die AniiPheruog des Mittelpunktea scbon
bald nacb dem Anfange des Sturmes spricht die rasche
Drebung der Windricbtuugen iiberbaupt. Das Scbiff war
Anfaogs in der recbten HHlfte des Sturmes, anstatt aber
wie die Alma urrd Mufutlah auf dieser Seite zu bleibeu,
inufste es, wie die Drehuog des Wiudes yon SO. durcb 0.
nach N. beweist, desseii Bahn senkrecbt auf deren Richtung gekreuzt haben und in die linke Htilfte iibergegrngeu
423
seyn, wobei es uabe vor dem Mittelpuukte vorbeikam, uud
diesem selbst our mit kiiapper Noth eutgiog.
Der Sturm batte das Scbiff zuerst von SO. getroffeu,
ebenso wie bei der Mutlah und Alnm, alleiu der Zeitpunkt
war eiu splterer, als bei der Mutlah uiid 6stlicb von dieser, uud ein frtiherer a h bei der Alma, uud im Westen
desselbeo , iodem der Coronaandel eiue Stellring ewiscben
diescu beiden ScbifCen eiunahm. Hierdurcb gewinnt die
scbon gebildete Ansicht tiber die Ricbtung des Sturmes von
SW. uach NO. eine neue Bestiitiguug.
Die Beobachtungen des Coromandel gestalten uns , den
Mittelpuuht urn 4 Uhr Nachmittags am 9. auf etwa 40 Meilen NNO. von der Insel Preparis festzustelleo. Die Babn
des Sturmes bei seioem Uebergang auf das Festland wird
iiun dumb die Stellung des Mittelpunktes urn Mitternacbt
gegebeu, welche wir und Cape of Good Hope uod Alma
bestiuimt baben.
W i r k h n e n nun aucb den Ort des Mittelpuuktee am
9. feststellen. Der Cormandel batte urn diese Zeit SOWind mit dem Mittelpuukt in SW. Die Mutbh batte zu
derselben Stunde den Wind von S uod den Mittelpunkt
im W. Von den Orten der beiden Scbiffe ausgehend, treffen diese Ricbthngslinieu etwa 10 Meilen n6rdlich VOD der
kleinen Cocos- Insel zusammei), wodurch der Mittelpunkt
batimmt ist. (Siehe Karteo Taf. IV). Hiermit stimmen die
Beobacbtungen des Cape of Good Hope, welcbes om Mittag
bei Cheduba Ostwind batte.
Jetzt bleibt nocb der Ott des Mittelpuoktes urn Mittag
alu 10. zu suchen tibrig. Zu dieaer Stunde b a t h die Alma
im Golf von Hartuban sebr nahe der Kiiste S W , und das
Cape of Good Hope, etwa 40 Meilen Slidwest vom Cap
Negruis, hatte N W . Die Ricbtuuglinien, welcbe sich aus
dieaen Windrichtungeo far den Mittelpunkt ergeben, deuteu auf einen Punkt auf dem Festlande, etma 40 bis 60 Meilen n8rdlich vou l l an goa Hiermit stimmt der Uebergang
des SUdwindes in Slidwest am Nachinittag des 10. zwischen
A d e r s t uud Maulmain. Icb babe die Routeii der Schiffe
426
und die Bahn des Sturmes am 9. iind 10. April auf den
beiden Karten der T a t I V verzeichnet.
Zu Port Blair wurde der Sturm schou am 8. April gespiirt, obgleich nicht besonders heftig. Der W i n d fing urn
Mitteruacht voin 7. auf den 8 an stark zu wehen, und am
8. war das Barometer etwas erniedrigt. . Der Wind giog
no& am 8. Abends nach S W und am 9. nach W tiber.
En ist wahrscbeinlich, dafs der Sturm, eingeleitet durch den
SO Sturm om 7. April, etwas westlich von den AndamanInseln, am 8. seiuen Anfang nahm; allein o b er am 8. schon
ale vollkommener Wirbelsturm ausgebildet war, ist zweifelbaft.
Nach deu erhaltenen Nacbrichten nurde der Sturni in
Akyab gar nicht gespiirt, aber seiu weitester Umkreie beriihrte um Mittag aut 9. die Insel Chcdubo uud Amherd,
n o ich die aufangliche Drebung des Winden naeh SO uud
seiu spiiteres Wechseln durch S uach SW ale binreicbendeu
Beweia nehme. W e n u mau von dem Orte auageht, welcbcn der Mittelpurlkt um Mittag am 9. bei den Cooor-Illseln cinnabm, so wtirde der Sturm zu jener Zeit eineii
Halblueaser von etwa 300 Meilen gehabt haben.
Da wir die Mittelpuukte ftir Mittag am 9. und 10. uiid
fiir die datwischen liegende Mittetnacbt bestimmt b b e u ,
80 ltrlst sieb nun auch die Geecbwindigkeit &r Fortbeweguug des Mittelpunktes auf dem Wasser uod auf dem Lande
beurtbeilcn. Von Mittag bie Mitternacht am 9. durchlief
derselbe eine Strecke von 160 bia 170 Meilea und io den
darauf bigenden 12 Stunden etwa 90 bis 100 Meilen. Er
bewegte sich also mit eiuer Geschwindigkeit von etwa 14
Meilen i n det Stuiide auf dem Waeser und e t n a 8 Meilen in der Stuode auf dem Lande. Die Bahn &a SturInes
ist nicht eioe gerade Linie, sonderti etwer gekrsmmt, mit
der Concavillit nach Siidost. Weiin der Sturm die Geschwiodigkeit yon 11 Meilen scbon am 8. April beeessen
bstte, so wiirde, wenn wir seiue Bahn riickwtirta fortaetzen, der Mittelpuokt UUI Mitteg am 8. ctwa IM) Meileu
siidlicb vou Port Blair gewesen seyu miissen. Die Mutbh
427
und Port Blair wtirde er dann am 0. zuerst wit 0 oder OSO
getroffen baben. Ferner wiirde der Mittelpunkt so nebe
an Port Blair vortibergegangen seyn, dals die Verwiistung
hn Urwald daselbst und- die atlnosphlirischen Stbrungen sebr
bedeateiid gewesen seyn wilrden, uiid den dortigen Personeii jedeufalls h6chst bemerkeuswertb. A u t e r einem ziemlich starken Wind mit Regeu wurde aber dort nichts beobechtet , und die aufgezeicboeten Windrichtuugen macbeii
die oben ausgesprochene Vermutbang vie1 wabrschcinlicher.
Aufserdem batte das Schiff E&ard um Mittag am 8, in
7 O 34 N. B. und 89" I' 0. L. sowohl als am Nachmittag
auf seinem Wege uach Port Blair schbnes Wetter mit
S W , wai3 kaam wahrscbeinlich geweseti seyn wlirde, wenu
der Sturrn in der angedeuteteu Ricbtung und Entferoung
eUdlich oon den Andaman-Inseln seineu Aofang geuoowen
hHtte; das Schiff ware daun um Mittag am 8, etwa 160
Meilen vom Mittelpunkt entfernt geweeeo.
Zur Bestimmuog des Mittelpunktes liabe icb nur solche
Stunden benotzt, wo auf jedem Schiff sicher eine Beobacbtuug und Orientirung gemacbt und eingetragen ward, wenu
die Umsttinde das fetztere ilberhaupt zulielseo. Die Schiffsorte zu jeneo Stnnden kbnnen als richtig oder nur wenig
abweicheud angesehen werden. WUrde man eioe solcbe
Vorsicbt unterlassen , so wtire durcb die weniger genaue
Beobachtung der Winddrebuogeo , besonders an Orlen,
welche dem Mittelpunkt des S t u m e s entfernter liegeu, leicbt
Gelegeuheit zu IrrtbIimern und Zweifelo gegeben.
Die Wiode uerden in der Regel niir zu bestimmten
Standen aufgeschriebe~~,
oder auch dann, weno der W i n d
sebr rasch und auffallend wechsait; bei sttirmiscbem Wetter, so oft es m6giicb ist, oder n6thig erscbelnt.
Wenn nicbt ein regelmiifsiges Log geftihrt wird, was
nicht immer der Fall ist, mufs inan utn so mebr Vorsicht
im Gebrauche der Beobachtuhgen anwenden. Die Zeit
des Eintritfs einer ncueli Wiodricbtung, wenn sie sicb nicht
sehr auffallend kund giebt, Itifst sicb danii epgter nicbt inebr
geuau erniitteln. So gab 2. 3. der Capitain der A h a uach
428
seioen Notizen iiur an, dafs der SO am 9. gegeri Abend
eingetreten sey, und ihm tiin 9 Uhr Ahends sein Segel zerrissen habe, nshreud er diese Windrichtung doch schou
am Nachmittag gehabt haben mufste, nach der Stelluug des
Schiffes und dcu gleichzeitigeu Beobachtuogen der Semiramis zu schliefseu.
Weuo ein Schiff vor Auker liegt, werden regelmlfsige
Eiutragungen nicht inehr geniacht. Zur Vervollstaudiguug
der Nachrichten tiber den Sturm, erwlhue ich tioch, d a k
nach einein Briefe, welchen Capt. D i c e y , Master Atteudant zu Calcutta, mir initzutheileu die Gtite hatte, der Wirbelsturm in Hensadah, 1 7 O 40' N. B. und 9 5 O 15' 0. L.
am Vormittag des 10. '4priI bedeutenden Schadeu anrichtete, als der Mittelpunkt zwischen diesem Orte und Rangoon sich befand. Die ZerstOrung, welche er in Rangoon
verursachte, war cbeufalls sehr grofs, wie ich aus mlindlicheu Berichten erfuhr; alleio mail mufs doch aunehmeu,
daCs die Gewalt des Sturnies sehr abgenommeu hatte, nachdciii er eiiimal EO weit landeinwarts gckommeu war. 1)ids
geht aucli aus den geringen atmosphlrischen StOruugen hervor, welche wir iu Amherst und Muulmain beobachteten.
Auch i i i Bassein sollen die Verheruogen grofs gewescn
scgn. A m schlimmsten abcr wiithete der Staroi zu Port DOC
Irousie, wo zwei Schiffe verloren gingen. Ein auderes Schiff
die Brig Dido, r o n Rangoon uach Penang, gin6 auf der
offiieu See zu Gruude, nach Zeitungsnaclirichteii, und nur
ein Maim kouiite sich retteii.
Es ist vou Iuteresse, die Grauzen der Gegend auszuinittelo, iu welcher der Sturln tobte, wid die W i n d e zu
kennen, welche vor uod nach dein Sturme herrschten. Die
Flsche, auf welcher die Windiiugeu des Sturmes gefiihlt
wurden, fie1 zwischeu den 1 l 0 und 19" N. B. wid zwischen 92" und 98O 0.L. Es ist wahrscheiulich, dafs sich
der Sturm am 8. und 9. noch etwas westlich von den
Aodamao- Iuselu erstrcckte; alleiu da keine Beobachtungeii
vorliegen, so will ich riicht fiber deli 92" hinausgeben.
Zwischcu dieseu GrZnzeii hcrrschte vor dem Beginn des
429
Sturmes der Polarstrom, wie aus den Beobacbtungen der
Semiramis zu Port Blair und der Mutlah und aus denen
der Alma uud des Coromandel am 8. hervorgeht. (Amherst
uud Rangoon, siehe Anbaug). Am 7. und 8. trat ein stiddstlicher Windstrom in dem siidwestlichen Theil dieser Gegend ein, zwischen 93" und 95" 0. L , (Semiramis uud
Hutkch am 'i.),wiihrend zu derselben Zeit und am 9. in
der astlichen Hiilfte noch der Polarlitrom herrschte. (Coromandel, Alma uiid Semiramis am 8.). I)as Auftreten dieses siidlichen Strouies scheint die atmosphlirische Staraog
eingeleitet zu habcn, alleiu die Wirbeldrehuog wiirde nicht
vor dein 9. uud 10. beobachtet, an welchen Tagen der
Wirbelstum vollkommen ausgebildet seine Bahn vou SW
nach N O beschrieb. Nach dem Log der HutZah ist es
wahrscheinlich, d a b die erste Entstebung des Wirbels im
Laufe des 8. April etwas westlich von den Andaman-Inseln gesucbt werden i d s .
Unmittelbar nach dem Vorbeiziehen des Sturmes waren
die Windrichtungen in der bezeicbneten Gegend westlicbe,
um etwas spllter dem Polarstrom wieder Piatz zu machen.
Im Stidwesten des Sturmbezirkes (6" bis loo N. B. 88"
bis 90° 0. L., Schiff Edward) herrscbten am 8. und 9.
westliche Windrichtungen. Im Norden der Gegend herrscbte
zur Zeit des Sturmes sowohl, a h vorher und nacbber der
siidwestliche Seewind, welcher an jenen Kiistenstrichen gewbhnlich zu dieser Jabreszeit vorwaltet. (Dalhousie, von
Calcutta bis 16" 61' N. B. und 9 2 O 16' 0. L., vom 7 bis
11. April; Cape of Good Hope am Morgen des 9.)
Schliefslicb mbchte noch ale bemerkenswerth bervonuheben seyn, dafs der stidostliche Luftstrom, welcben die
Semiramia am 7. antraf, in der einen Hdfte reiner Stidost
war, und in der anderen (von Abend bis Mitternacht am 7.)
Oststidost, worauf Windstille eiutrat, bis das Schiff nach
Kurzem iu den nardlichen Strom kam, der zu derselben
Zeit und in derselben geographiscben Ltinge den Coromandel niiher an der Ktiste antraf. Beide StrUme fiihrten regneriscbes Wetter mit sich.
430
Der slidllstliche Strom batte eineu etwas aiedrigereo
Barometerstand als der ntirdliche
A u b a n g.
Die Barometerstiinde siud in engliscben Zollen uud nicht
corrigirt Z(ir Temperatur. Die Thermometerstiinde sind in
Greden des hunderttheiligen Thermometers. Die geographischen Llugen beziebeu sich auf Groenwich.
A w , u g miis dem Logbuch der R. E. India Compaoy's DampfPregatte
Bsmlramh, Capt. C a m p be1 1 nod Earometerbeobachtungeo nu8
meinem Tagebuche.
6. April. Zu Port Bkair. Himmel bedeckt, Wind OSO.
Abends Wiudstille.
7. April. Urn 6 Ubr Morgeiia Porf Blair verlassen. Wiihrend der Nacht viel Regen mit Blitz und Donner. Wind O N 0 am Morgen, drehte sicb am
Vorrnittag nach SO uod blieb so bie zum Abeud,
dann OSO. Sttirke 4 bis 5 , viel Regeu mit
Windsttbben deu gauzen Tag tiber. Die Luken
des Scbiffs wareu seit 9 Uhr Morgens gescblossen, das Scbiff rollte.
8. April. Um Mitternacbt legte 6ich der Wiod und kam
dauu von NO. Im Laufe des Morgens drehte
er sich bis westlich von Nord, ond kehrte am
Abend nach NO zurtick. Stiirke 2 bis 4, Regen und bedeckter Hirnmel den ganzeu Tag niit
Blitzen.
Geogr. Breite UUI Mittag am 8. April 1 4 O 3O'N.
Geogr. IAuge iim Mittag am 8. April 96" 10' 0.
9. April. WPhreiid der Nacbt bia 7 Uhr Morgens Wind
NO, dann wehr Gstlich, und urn Mittag SO.
SUrke 3 bis 4. Uoi Mittag ~iabmen wir deu
Lootseu am Bord, in Sicbt vou Arnherrf, wo
wir urn 2 Uhr Nacblnittags aukcrten. Regeri
wit Uuterbreehuuges deu ganzeu Tag.
Geogr. Breite urn Mittag aui 9. April 16O 4 N.
Geogr. Lange urn Mittag a m 9. April 97" 35'0.
431
10. April.
Wtibrend der Nacht wurde Wetterleuchten tim
den ganzen Horiront beobachtet, am nieieten
in SO uud S. Nacb Mitternscbt drebte eich
der Wind von SO nacb S, wo er mit wachsender Stlirke (8 bie 9) bie gegen Mittag blieb.
Er wurde dann schwhcher und drehte eich allmlhlicb am Nacbmittag bin SW. Amherot urn
Mittag verlamen, und um 2 Ubr Nachmittage
in klwlmain vor Anker. Regen mit Unterbrechungen wahrend des ganzeii Tages.
11. April. Von Muulmain, Wind S W und Windstillen.
W o k e n von N W .
29,965
(29,997)
30,030
30,015
29,975
29,945
29,925
29,940
6. April
1
29,935
29,9I0
I
29,975
9. April
29,860
29,900
29,870
29,850
29,830
29,805
29,815
29,880
1 10.April
(29,97i) (30,014)
29,935
30,005
.30,040
29,970
(29,977) (29,975) 29,980
29,940
(29,983) 29,945
29,925
29,850
29,940
29,920
29,940
29,850
29,950
29,910 ' 29,960
8. April
5. April
I
29,8
3081
29,4
29,8
30,l
3U, 1
283
6. April
I
27,7
27,7
2i,7
28,3
28,6
29,4
7. April
I
27,3
27,3
27,7
27,6
27,O
28,7
8. April
j
1
I
I
1
!
1
1
27,l
27.2
27;b
2i,5
27,2
26,s
26,9
9. April
Tempartur der Qu6ekmilberr.
April
25,5
25,8
26,9
2i,2
29,l
25,s
26,l
26,l
1 10.
I
,
Anrnc Lung. Der Baremeterstand am 9. April urn 9 Uhr Morgenr war 30,040; dcr S'and um 8 Uhr (30,014)wurde
dorch Interpolation bestimmt wie auch die iibrigen eingeklammerten Barornetentiode. Die Beubrchtuq am 7.
unter 6 Uhr worde um 6 Uhr 25 Minoten gemacht. Am 10. urn 11 Ubr rtrnd das Batgmeter 29,875, also htihar
r i e om 10 Uhr, was sehr ongewtihnlich ist.
12 Mitt.
2
4
6
8
10
6+
7
8
Stunde
Barometubaobachtungen.
433
Aurcug ails dmn Log der Brig M ~ i t l a h ,Lieutenant S w s n e y ,
Indian Navy.
Vor Anker gegenliber der North-Button- Insel,
Diligent Straits, ( Mittel Andaman). Himinel
bedeck t, mit leichten Hegenschauetn. Der W i n d
drehte sich von O N 0 am Morgen nach 10 Uhr
nach SO, mit wachsender Stsrke nach dein
Uebergang von 2 bis 7 uiid 9. Sttirrnisch am
Abend.
8. April. Der Sturm nimmt zu. D e r Ankerplatz wurde
verlassen; uin die offeue See zu gewinnen. Die
Brig lief vor dem Sturm, mit Steuerung nach
NO. W i n d SSO den gaozen Tag, S t s r k e
5 bis 8.
9. April. Urn Mitternacht schwere Windst&fse, der Regen giefst in Slrbmeu; Cours SO. D e r W i n d
drehte sich nach S. Am Morgen des 9. Cours
0 uud hei N , um die Cocos-Inseln und Preparis zu vermeiden, und aus dem Sturm hinaus
zu' steuern. Wind S.
8 Uhr Morgens. Uer W i n d wschst, es stiirmt
fIirchterlich ; Str6rne von Regen iind hochgehende See. Das Schiff arbeitet und sttihnt.
Mittag.
Das W e t t e r mafsigt sich etwas;
W i n d S. Schiff steht ONOI
10. April. Uin Mitfernacht hochgehende See, Sturm, schwere
Windsttihe. Es W s t nach bei Tagesanbrueh,
i d e m sich der W i n d nach SSW dreht, und
am Wachinittag uach SW mit geringerer Starke.
Windsttirke am Morgen 7 bis 8 und 9 , urn
4 U h r Nachmittags 3. Steueruog nach dem Flufs
von Maulmain. U m 1; Uhr ergab die Sondirung 16 Faden, Sand. Urn 104 Ubr Nachts
vor Anker in 15 Faden, mit Insel in Sicht.
Rreite urn Mittag des 10.
1 5 O N.
Lange
u
96" 3 5 ' 0 .
7 . April
18
Poggendorfi's Annnl.
Ed. C X X I l
I)
28
434
11. April.
Unter Segel fur dic
vier Meilen Ustlicb.
sich auf. Am Mittag
herst in Sicbt.
h r k u r r g . Der Sturm wiithete
des 9. April.
4 Ulir Mwg.
10 N
Y
4 Ulir Nachm.
10 Y
u
Itisel Caligouk, drei bis
Wind westlich, es k h r t
war die Pagode vom Amam starksteu am Morgen
- -
- 29,88 26,9
- 29,W P7,7 30,OO 27,’L
3O,02 28,6 29,94 28,8
29,93 28,O 29,Lli 28,i 29,W 27,6 29,89 28,O 29,94 28,l
29,98 2i,5 29,90 2U,& - - 29,94 *8;3 30,02 28,8
30,W 29,l 29,W 28,4
-
Auszug aua den1 Log dee Postdampfern Cape of Qood Eope,
Capt. Hobertsoo.
9. April.
lo. April,
Uer Kiiste eutlang VOII Ahyub nach Rangoon.
Wind am Morgen des 9. April SW.
Bitfag. Wiud 0 oder OSO wit drobendem
Aussehen des Himmels. Sympiesometer 29,95.
2 Uhr Nuchmittugs. Gegeniiber der Inael
Cheduba, Wind 0. Syinpiesometer 29,90.
8 Uhr Abends. Wind NO. Sturuo. Sgmpiesometer im Fallen 29,70.
Aiitternucht. Etwa 40 Meileu N W . von Cap
Negrais, Wind N. Syuopiesometer 29,49. Heftiger Sturm, Blitz und Donner, Windstshe und
Regen. Gegeustinde auf Deck wurden weggespiilt.
8. Uhr Morgens. Etwa 50 Meilen W e s t von
CUP Negrais, der W i n d hat sicb allmiblich nacb
N W . gedreht. Syinpiesometer im Steigeu.
433
Mittug. Passirte Negrais Channel,W i n d NW.
l r t t nacb.
Bemerkungen. Der Sturm war am starksten nach Mitternacht am 9. uud h6rte auf am Nachmittag des
lo., indem sich der Wind nacb W N W . drehte
und dann im Westen und Nordwesten blieb.
Am 11. sch6ues Wetter, Ankunft in Rangoon
iu der Nacht des 11. Za Port Dalhousie hatte
der Sturm am Brgsten gehaust. Zwei Schiffe
gingen dort am 9. verloren. Auch in Bussein
richtete der Sturm eine g r o t e Zerstbrung an.
Ich verdanke diese Angaben der miindlichen
Mittheifung des Capitain R o b e r t s o n .
A u ~ u ga118 dem Log des SobiITes Alma, voo Amher6t nacb Port Binir.
Capitain Bitohie.
8. April.
Zu Amherst. Starke Brise von N W . , bis gegen Mitteruacht, wo der W i n d nord6stlich
wurde;
9. April. Verliefs Amherst um 9 Uhr Morgens. Wiud
NO,bis gegen Abend. Urn 9 Ubr Abends pl6tzlicher Windstofs von SO, der das Haupttopsegel wegrils. Der Wiud liels wieder nach.
diitternucht. Fnrchtberer Sturm von S. mit
Blitz und Donner, der bis am Mittag am folgenden Tage dauerte.
10. April. Urn Mittag lief8 der Sturm nach mit SW. Der
Cours des Schiffes war von Mitternacbt bis
Mittag uugewifs, N W . oder W. Das Schiff
trieb, bis es nur noch 8 Faden in schlammigem
Wasser hatte.
11. April. Der Sturm legte sich, indem sich der W i n d
nach West drebte; leicht bewegte Luft um
Mittag.
Breite am 11. urn Mittag 1 5 O 5’ N.
LBnge
3~
96 7 0.
la. April. Leichte westliche Luftstrihnung, sch6nes Wet23*
j~
436
ter, bis zu Aukunft iii Port Blrsir, am 19. Icb
verdarike diese Angaben der oiiiudlicheti Mittheiluug des Capt. R i t c b i e . Den W e g der Alma
wie er auf der Karte angegeben ist, hatte Capl.
C a m y b e 11 die GIite, init besonderer Beriicksichtiguiig der Drift uud der localen Str6mungeu fiir lnich zu bestimmeu. Es ist woglicb,
d a k der O r t der Alma um Mitternacht am 9.
etwas zu weit 6stlich angegeben ist, allein das
wtirde fiir die Bestimmung des Mittelpuuktes
keiueu Uuterschied rnacbeu.
Auraug aus dem Log nee Dnntpfachiff der E. 1. Company, Corumrndel, Lieufenant Y t r ad I i II g , Indian Navy,
8. April.
9. .4pril.
Verliefs Rangoon. W i u d N., Regen.
4 Uhr Nachmittags. Verliefs Rangoon Bar.
Uiisler uud Regeu, W i u d NO. 3.
Mitternacht. W i u d N , Regen.
9 Uhr Morgens. Heftige WindstUCse, wirre See
W i u d NO. bis N. Barometer 29,94, Thermometer 27O,2 C.
11 Uhr Morgens. Das Sclriff traf zuerst auf
deli Sturm init westticher Stcuerung. W i u d SO. 6
Scliwere uud wirre See.
Barometer 29,96.
Regen uiid drohendes Ausselieu.
1 Uhr Nachmittags. Hochgehende S e e von
Stideu, rollende W o g e u ; ein Boot wilrde weggerisseu. Der W i u d oiinmt zu, OSO, Barome
ter 29,59, Thermometer 28O. Steuerung W.
bei N. und WNW.
4 Uhr Nachmittags. W i n d NSO. mit rasch
steigender Gewalt. Furchtbarer Stnrm, W i n d st6fse mit schwerem Hegeo, Blitz uiid Donner,
Barometer h l l t rasch. Das Schiff wird passiv
mit deui Vordertheil in (istlicbe Richtung gestellt. (hoce fo.) Segel fortgerissen.
7 Uhr Abends. W i n d NNW.; es stiirmt
437
flirchterlich. Schwa11 von allen Seiten. Windstbfse und Regen. Barometer 29,20. Verlor
Kliiverbaum ( j i b boom) und 24 pflinder Kanone.
10 Uhr Abends. Der Wind zieht sich nach
Westea. Stunseen brecben vorn und hinten
liber das Schiff. Barometer 29,49.
Miifternacht. Segel verloren, sie wurden eingerefft fortgerissen. Barometer steigt, es mgfsigt
sich ein wenig.
10. April. 4 Uhr Morgens. Steuerung stidwestlich. Schwere
Stunseen von SO. Des Schiff rollt stark, Wind
N W . bis W. Ein Schiff unter Bstlicher Steuerung wurde gesehen. Veranderliche Winde
aus Westeu den ganzen Tag fiber.
Bemerkungen. Der Sturm war am starksten um 4 Ubr
Nachmittags am 9., als der Wind pl6tzlicb mit
verstlrkter Gewelt aus Korden einsetztc. Das
Barometer fie1 rasch bis 4, nnd stieg von da
an wieder; der S t u r a Iieh nech um 2 Uhr
Morgens am 10. Wirre See den ganzen Vormittag.
Capitain C a m p b e l l hatte die Gate mir diesen Auszug zii verscbaffeo, uod auch den Weg
des Cotomandel aufzuzeichen.
Ausxug aum dem Log den Dampfachiffea der E. 1. Company Dalhousie
VOD Calcutta nach Port Blair, Lieutenant Re llard, 1. N.
7. April.
F l u t Hooghly vor Calcutta; sch6oes Wetter,
Wind versnderlich. Barometer um 9 Uhr Morgens 29,90, Temp. 28O,3.
8. April. FluCs Hooghly vor Calcutta. Wind westlich
uiid nordwestlicb. Wetter schbn. Barometer
urn 9 Ubr Morgeos 29,96, Temperatur 27O,7.
9. April. Auf dem Wege stromabwtirts. Wind westlich
2 bis 4. Barometer 3400, Temperatur 28O,3.
438
Urn 1; Uhr Nachmittags verliefs der Lootse das
Schiff. Wind zwischen W. und S. 4. Barometer um 9 Uhr Morgens 29,97, Temp. 29O,4.
Mittag am 10. Breite 18O 51' N.Liinge 89",59' 0.
11. April. Wind SSW. 3 bis 4 ; schthes Wetter. Barometer um 9 Uhr Morgens 29'96, Temp. 28O,3.
Mittag am 11. Breite 16" 52' N. LOnge 92O 16' 0.
12. April. V'indstille. Breite 14"36'N. Lange 93O 41' 0.
10. April.
Aiismirg aua dem Log den Schiffee Rdwnrd, von Krirrachee nach
Port Blair.
Mittag. Breite 7 u 13 N. Liinge 88" 31' 0.
Wiud nardlicb und veranderlicb, mit Windstillen.
Hitfag.
Breite 7 O 34 N. Lange 89O 1' 0. Wiud
8. April.
SW, f a t e Brise und d u n .
9. April. Mitfag. Breite 8 O 2 8 N. Liinge 90u52' 0. Wind
SW. und WSW., frische Brise und wolkig.
10. April. Mittag. Breite loo 23' N. Liinge 92" 40' 0.
Die kleine Andaman-Insel, seit 8 Uhr Morgens
in Sicht. Wind stltig NW. den ganzen Tag
ilber. Sch6nes Wetter.
7. April,
Baromelerstand und Wind auf Chatham- Insel, Port Blair.
Von Dr. Barnmuck.
a
m 6 ,
~
~
29,82 0
29'8'2 NO
4 Uhr Nachmittags 29,82 NO
Sonnenuntergang 29'80 O N 0
Sonnenrufgaog
10 Ulir Morgens
I
29'77 S
29,79 S
29,ii S
29,7i S W
I
E
-
de
Cpe
29'73
29'83
29,M
29,85
S W 29'86 W
SW W,88 W
W 29,92 W
N W 29'92 N W'
Bemerhngen. Urn Mitternacht vom 7. auf den 8. begann
der Wind sttirmisch zii werden. Die kleine
Chatham- Insel ist ganz im Hafen eingeschlossen
und zieinlich geschiitzt. Die geringeren Vertrnderungen der Winde naren daher schwer zu
439
beobacbten. Aucb die feineren Vertlnderungen
des Barometerstandes sind nicht zu erkennen,
was wohl der Ungetibtheit des Beobachters zuzuschreiben ist, da das Instrument ein gutes
war. Der Barometerstaiid 29,73 bei Sonnenaufgang am 9. scheint zu niedrig angegeben,
wabrscbeiulicb ein Ablesungsfehler.
VII. Ueher ctre mechanische Energie der chemischen
Wirkungen ;
von Dr. H. W , Schriicter v a n d e r K o l k ' ) .
I n einer Abhandlung tiber Dissociation
C 1a i r e - D e v i 11e von der Ansicht
geht H. S a i n t e -
am, alle chemischen
Verbindungen seyen durch hinreichend geateigerte Temperatur scbliefslich in ihre Bestandtheile zerlegbar * ). Die
getrenoten Molectile sollen nun die Fahigkeit baben sich bei
einer niederen Temperatur von selbst, d. b. bei einfacher
Abktiblung, entweder zu verbinden oder getrennt eu bleiben.
Man kann also die Verbindungen von diesem Standpunkte
aus in zwei Gruppen tbeilen: erstere umfafst die, welche
nacb Zersetzung durch Warme bei eintretender AbkUblung
sich von selbst wieder verbinden, und letztere die, bei welchen diefs nicht etattfindet.
Diese Eigenschaft scheint mir mit der folgenden in Zusammenhang zu stehen. Aus den Versucben von F a v r e
1) Die Abhaodluog war schon gerchriebeo, als ich in der jiingst erschiencnen Abhandlong ron C l a u s i u s ( P o g g . Ann. Bd. 121, S . 1 ) die
oirnlichen Gedankeo wiederfand, w o er east, dare irn Satze der Verwandlungen, sich eine allgcmeio in der Natur ohwakeode Tcodenz zu
Verinderungcn in eincm butimmteo Sinne auacpreche, die sich auch auf
die Zustaodsinderun6en der Kiirpcr auadehncn Irssc.
2) Fortschritte der Phgsik. 1860, S. 379.
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