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Deutsche Chemische Gesellschaft. Berlin 12

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478
Versammlungsberichte
denden unterchlorigeri Saure zu vermeiden. Und ferner
ist besonders wichtig die Einhaltung der richtigen Aciditat, d. h. es soll weder freie Salzsaure auftreten, noch
darf infolge von Basenuberscha Inhomogenitat des
Mediums durch vorzeitigen Niederschlag entstehen. Wir
benutzten eine klare, durch Chlorieren von Kalkmilch
erhaltene Bleichlauge der Celluloseindustrie (mit 7,1%
aktivem Chlor bzw. Sauerstoff, als Chlor gerechnet), die
geuau das richtige Basenverhaltnis auiweist. Diese
Losung wird unter Ruhren und Kiihlen allmahlich zu
dem in wenig Wasser suspendierten Arsenik hinzugegeben, der unter Oxydation rasch in Losung geht, ohne
dai3 Chlorentwicklung merkbar wird. Die Bruttoformel
der Reaktion ist folgende:
As20s
+ Ca02Cl, = Aslo, + CaCI,.
Im Gegensatz zu den Verfahren, die starker basiscli
arbeiten, kann ein Niederschlag nur vorubergehend in
der Einlaufzone auftreten, wird aber rasch wieder gelost:
+
+
+
2HsA60,
3CaOaC12= CasAs,08 6HC10
2HC10 -tAs203 = A s 2 0 6 2HC1
Ca,Asz08 GIiCl= 2H,AsO,
3CaC1,.
+
+
NaturgeinaD wird die zunachst auDerst rasch verlaufende Heaktion gegen Ende erheblich verlangsamt,
so da5 es sich zur Ersparung von Zeit und Oxydationsmittel empfiehlt, in der Praxis etwa 10% des Arseniks
unoxydiert zu lassen, wodurch die Operation im kleinen
VERSAMMLUNGSBERICHTI
Deutsche Chernische Gesellschaft.
Berlin, 12. Juni 1933.
Vorsitz: Ceh.-Rat Prof. Dr. K. A. H o f m a n n .
Prof. Dr. Richard K u h n , Direktor des Instituts fiir Chemie
des Kaiser Wilheliu-Imtituts fur medizinische Forschung,
Heidelberg: ,,Elektrospin und Maynedismus in ihrer Bedeulung
fiir die organisehe und biologische Chemie')."
Wie die atomphysikalischen Ergebnisse der letzten J a k e
gezeigt haben, sind diejcnigen Atome bzw. Molekule paramagnetisch, die cine unpaare Elektronenzahl haben, und diainagnetisch diejenigen mit paarer Elektronenzahl. Das magnetische Mouient ruhrt iu der Regelz) vom Elektronenspin3) her.
Bei paarer Elektronenzahl Iindet Kompensation je zweier Spins
statt, und das magnetkche Moment verschwindet, der Kijrper
ist diamagnetisch. Wic schon 1925 von G . N. Lewis gezeigt
wurde, sind - im Einklang init der Spintheorie - von den
Verbindungen X,O, NO, N,03, NO2, NaOs diejenigen mit e i n e ni
Stickstoffatom paramagnetisch, die mit zwei Stickstoffatomen
diamagnetisch. Die Elektronenzahl von Sauersloff ist gerade,
die von Sticksloff ungerade, m konnen also von den genannten
Verbindungen uur die mit einem Stickstoffatom eine unpaare
Elektronenzahl haben.
Vortr. hat nun gemeinsam mit H. Kolz eine g r o k Amah1
organischer Stickstoffverbindungen auf ihr magndischea Verhalten hiii untersucht und in Ubereinstimmung rnit der Theorie
gefunden, da13 diejenigen Verbindungen, in denen der Stickstoff
eine paare Elektronenzahl hat - das trifft fur solche mit dreiwertigem Stickstoff (Nil[) und fur solche niit vierwertigeiii
positiv geladenem Stickstoff (N~v+)zu (alle Amine, Betaine,
Aminoxyde) -, diamagnetisch sind, und die, in denen der
Stickstoff eine unpaare Elektronenzahl hat - das trifft fur
solche rnit zweiwertigem Sticketoff (N 1 ~ , 7 Elektronen), dreiwertigem positiv geladenem Stickstoff (Nl1l-t. 7 Elektronen)
uiid vierwertigem Stickstoff (Nlv, 9 E l e k t m e n ) zu -, parainagnetisch sind. Von o r g a n i s c h e n S t i c k s t o f f - R a d i k a 1 e n erwiesen sich Diarylstickstoffe und das Trinitrodiphenyl-
%ur Einfuhrung vgl. den Aufsatz ,,Bedeutung niagnetisclier Messungen fur cheinische Fragen" von W. Klemm, dime
Ztschr. 44, 250 [1931].
2 ) Ausnahmen 0,, S
, die paraniagnetisch sind.
3) Uber den Spin vgl. d i m Ztachr. 46, 179 [1933].
1)
-~
Chcde
Jahrg.
Nr.
1Angcwandle
1933.
46.
-
sich schon in wenigen Minuten durchfuhren 1 s t . Man
zieht von dem ungelosten Arsenik ab, der sich sehr leicht
absetzt, und 1a5t ihn fur deu nachsten Ansatz im Oxydat ionsgefafi.
NaturgemaD kann auch Chlorgas in eine Mischung
von Arsenik und Kalkmilch eingeleitet werden, wobei
die Menge letzterer nicht groijer sein darf, als zur Bindung der Salzsaure hinreicht :
As203 t- 2C1,
2Ca(OH),
H,O I2HsAs0,
2CaC1,.
Immerhin aber scheint uns die Verwendung fertiger
Hypochloritlosung als das einfachere Vorgehen. Endlich
konnen die geschilderten Prinzipien auch noch auf die
Herstellung anderer Arseniate angewendet werden, so
beispielsweise der Magnesiumverbindung.
Hinsichtlich der weiteren Verarbeitung der Arsensiiurelosung haben wir nichts Neues beigetragen, doch
bietet diese nach unserem Vorgehen erhaltene Losung
die gunstige Moglichkeit, durch Variieren der Fallbedingungen (Temperatur, Konzentration usw.) ein Endprodukt mit bestimmten Eigenschaften (Arsengehalt und
spez. Gewicht) zu bekommen. Es sei hierzu nur nooh
bemerkt, daD bekanntlich der Arsengehalt des Calciumarseniats 30-40% Asa06 iiicht ubersteigen soll. Ein
hoherprozentiges Produkt erleidet namlich beim Lagern
Veranderungen, so daB bei Beriihrung mit Wasser hydrolytische Abspaltung sauren Arseniats eintritt, wodurch
Pflanzenschadigungen bewirkt werden konnen. [A. 36.J
+
+
+
hydrazyl (St. Goldschmidf), Verbindungen mit "1,
als parainagnetisch. Die Molekularsuszeptibilitat enlspricht 1 Bohrschen
Magneton. Tritolylamniiniumperchlorat (Ni[,+) und Dianisylstickstoffoxyd (Nlv) sind paraniagnetisch, ihre Molekularsuszeptibilitat entspricht ebenfalls 1 Bohrschen Magneton. Umgekehrt
M t das maguetische Verhalten eiiier Verbindung S c h l i h e auf
ihre Konstitution zu. Besonders aufschludreich sind die Untersuchungen a n den Merichinon-di-iinoni~nsalzen. Entgegen
anderen Auffassuugen kann fur das Oxydationsprodukt des
Dimethyl-p-phenylendiamins, das Wurstersche Rot, infolge
seines Diamagnetismus keine Radikalslruktur angenommen
werden, wahrend dagegen das bei der Oxydation von Tetramethyl-p-phenylendiarnin entstehende Wurslersche Blau paramagnetisch ist und dementsprechend ein Radikal darstellt.
Auch Trimethyl-p-phenylendiamin gibt im Gegensatz zu dem
Dimethylderivat ein paramagnetischw Oxydationsprodukt. Wie
aus den magnetischen Untersuchungen, so folgt auch aus den
Absorptionsspektren, daI3 die Farbsalze aus p-Phenylendiamin,
dessen Mono- und Dimethylderivat in festem Zustand birnolekular sind; in konzentrierten Liisungen sind d i e Farbsalze der
erslen beiden diamagnetisch, die des Dimethyl-p-phenylendiamins dissoziieren bei sehr hoher Verdiinnung. Alle untersuchten Chinhydrone sind in festem Zustand diamagnetisch. Ferner hat Vortr. solche Metallkomplexe organischer Verbindungen unlersucht, die in Beziehung zum Blutfarbstoff stehen.
Fur H a m i n wird eine magnetische Suszeptibilitat entsprechend
5 Bohrschen Magnetonen gefunden. Obertragt man die von
Sidgwick und Bose fur anorganische Durchdringungskomplexe
aufgestellte Regel auf organische Fe-Komplexe, so ergibt sich
fur 'die Bindungsart des Eisens im Haminmolekul cine andere
Forniulierung als die von Willstalter gegebene, das Fe ist im
Molekiil an alle vier N-Atome gleichmtiI3ig gebunden, eine
f u d t e Wertigkeit wird durch C1 abgeaattigt. Die magnetische Suszeptibilitat des H h i n s in Pyridin nimmt rnit
der Zeit ab, w wird langsam diamagnetisch, durch Kochen
der Liisung wird die alte Suezeptibilita,t wieder erhalten. Hamin
ist sehr empfindlich gegen Wasscr, Zusatz von einem Tropfen
Wasser zur trockenen Losung in Pyridin bewirkt Umschlag von
Para- in Diamagnetisinus und Farbumschlag von Braun nach
Kirschrot. - Da den paramagnetischen Haminverbindungen ein
anderer Typus des Absorptionsspektrums eigen ist als den
diamagnetischen, s o k a M man bei solchen Haminverbindungen.
bei denen nur das Spektrum bekannt ist, wie bei den F e r ni e n t e n , aus dem Absorptionsepektrum auf das magnetische
Verhalten schlief3en. Katalase zeigt ein Absorptionsspektrum,
Angewandle Chcmie
46. J o h r ~1933.
.
Nr.28
1
Versammlungsberichte
wie es fur paramagnetische, Peroxydase und die CO-Verbindung
des Warburgschen Atmungsfermentes besitzen Absorptionstipektra. wie sie fur diamagnetische Hamine typisch sind. Zum SchluB weist Vortr. darauf hin, dai3 auch fiir chemische
R e n k t i o n e n das magnetische Verhnlten mal3gebend ist.
Stoffe mit unpaaren Elektronenzahlen sind gute Katalysatoren.
Auch die biologischen Oxydationen sind vielleicht mit Hilfe
des Elektronenspins zu deuten.
30. Hauptversammlung
des Vereins Deutscher Lebensrnittelchemiker.
Eisenaeb, 21. nnd 24. Mai 1933.
Vorsitzender: Prof. Dr. B 5 m e r , Miinster.
Der Vorsitzende, Prof. Dr. B 6 m e r , wies in seiner Erbffnmgsansprache, in der er die Vertreter der Reichs- und Staatsbehorden sowie der den Restrebungen des Vereins nahestehenden Organisationen, insbesondere des Vcreins deutscher
Chemiker, des Verbandes selbstiindiger offentlicher Chemiker
und des Bundes Deutscher Nahrungsmittelfabrikanlen und Handler begriihn konnte, darauf hin, daB die diesjahrige Tagung in
Eisenach fur den Verein eine besondere Redeutung hat. Der
Verein und seine Vorgangerin, die am 26. Mai 1883 gegrilndete
freie Vereinigung bayerischer Vertreter dcr angewandten
Chemie, kann in diesem J a h r auf ein 50jlhriges Bestehen zuriickblicken. Die Griindungsversammlung der aus der freien
Vereinigung hervorgegangenen freien Vereinigung Deutscher
Nahrungsmittelchemiker hat, wie die heutige 30. Hauptversammlung, 1902 in Eisenach getagt.
In der g e s c h l o 6 9 e n e n M i t g l i e d e r v e r s a m m 1 u n g wurde, den politischen Verhaltnissen entsprechend, die
Gleichschaltung des Vorstandes vorgenommen. Den Vorsitz
iibernimmt Prof. Dr. N o t t b o h m , Hamburg, der bisherige
Kassen- und Geschaftsfiihrer, Prof. Dr. G e r u m , Wiirzburg,
bchalt dieses Amt auch weiter, der bisherige Vorsitzende, Prof.
Dr. B o m e r , Mlinster, sowie Prof. Dr. B e y t h i e n , Dresden,
Prof. Dr. F r e 6 e n i u s , W k b a d e n , u'nd Geh.-Rat Prof. Dr.
J u c k e n a c k , Berlin, wurden zu Ehrenmitgliedern des Vereins gew3hlt.
Prof. Dr. N o t t b o h m legt eine von der Versammlung angenommene EntschlieDung vor:
.,Die deulschen Lebensmillelchemiker unler nafionnlsozialistiseher Fiilirung.
Der amtlichen IRbensniittelkontrolle iet mit dem ubergang
der Regierungsgewalt in die Hande des Volkskanzlers eine besonders verantwortliche Aufgabe zugefallen. - Adolf Hitlers
Sorge urn Arbeit und Brat legt den Lebensmittelchemikern
Pflichten auf, die eine reatlose Hingabe an den Beruf erfordern.
Sie tragen einen groben Teil der Verantwortung dafilr, daB die
Lebensmittel, auch wo sie voriibergehend nur knapp zur Verfiigun,o gestellt werden konnen, wenigstens in einwandfreier.
vollwertiger Reschaffenheit und preiswert zur Verteilunq
kommen. Die beamteten Chemiker werden die Lebensmittelkontrolle so handhaben, daO dem Armsten sein Recht wird und
daB daneben auch die wirtschaftlichen Belange der Erzeuger
einen gerechten Ausgleich finden. Diese Aufgabe im Rahmen
des Volksganzen kann aber nur dann ihre Erfiillung finden,
wenn die Organisation der Lebensmittelkontrolle auf eine einheitliche Grundlage gestellt wird Risher ist sie noch unvollkommen, ein Abbild der politischen Zerrissenheil unserer Vergangenheit. Eine einheitliche, lediglich auf das Wohl der Bevolkerung gerichtete Durchfiihrung der Lebensmitteluberwachung
in die Wege zu leiten, is1 eine grol3e und dankbare Aufgabe der
nationalsozialistischen Fiihrung des Vereins Deutscher h b e n s mittelchemiker."
Als Ort der nachstjahrigen Tagung wurde Wiirzburg bestimmt. Prof. Dr. A. B e y t h i e n , Dresden: ,,Der Kampf gegen die
Geheimmiltel."
Abgesehen von der eigentlichen Domiine, der Lebensmittelkontrolle, sind fast alle Gebiete der Hygiene auf die Mitwirkung
der chemischen Untersuchunpanstalten angewiesen. Ein wichtiges Gebiet der Tatigkeit ist auch die Beklmpfung der Kurpfuscherei und des GeheimmittclschwindeIs. Die Mibtlnde,
die hier bestehen, schildert Vortr. an Hand einiger drastischer
Beispiele au6 seiner eigenen Tatigkeit, aus denen hervorgeht.
-
479
daf3 der Geheimmit.telsc,hwindel eine ungeheuere Gefahr far das
Volkswohl darstell,t und nicht nur die Gesundheit scmdigt.
sondern auch dem Volksvermogen Unsunimen entzieht. Allein
aus dem Auslande werden Jahr fIir Jahr Hunderte von Doppelzentnern Geheirnmittei einqefiihrt, und zur Schiitzung der dadurch verlorengehenden Werte wird die Angabe genIlgen, daO
nllein der gezahlte Einfuhrzoll sich auf Hunderttausende von
Mark belauft. Die alteren Ministerialerlasse und Verordnungen,
die nach dem Vorbilde des Rundesratsbeschlusses vom 23. Mai
1903 in den einzelnen deutschen Staaten und Provinzen erlassen
wurden, konnten nur cine geringe Wirkung ausuben, weil sie
sich auf 95 einzeln namhaft gemachte Mittel bezogen und durch
einfache Abanderung der Rezeichnung leicht zu umgehen waren.
Auch die scharferen Vorschriften mehrerer Bundesregierunpn
und Polizeiverwdtungen, die ganz allgemein die offentliche Ankiindigung von Geheimmitteln, wenn diesen iiber ihren wahren
Wert hinausgehende Wirkungen beigeled wurden, verboten.
erwiesen sich bei dem gemhlftlichen Raffinement der Hersteller meist a16 unzureichend. Einen groBen Fortschritt bedeutete demgegeniiber der nach Zustimmung des Bundesraterr
am 18. November 1910 dem Reichstage zugeleitete Entwurf einee
Oesetzes gegen MiBstlnde im Heilgewerbe; der Entwurf ist
aber niemals Gesetz geworden. Es folgte dann die Rekanntmachung des Reichskanzlers vorn 22. Marz 1917, die den Handcl
mit Anneimitteln von einer besonderen Erlaubnis abhiingio
machte, aber die Ausnahme der bereits vor dem 1. August 1914
iin Geschsfte befindlichen Personen. ferner der Kleinhandelshetriebe usw. lief3 auch dime Vorschriften illusorisch erscheinen.
Wie es de.m neuesten, im Jahre 1931 veroffentlichten Entwurfe
cier Reichsregierung zu einem Arxneirnittelgesetze ergehen wird,
bleibt abzuwarten. allzu giinstig diirften auch seine Aussichten
nicht sein. Jedenfalls harrt eine Frage der Volksgesundheit
ihrer Gsung, so wichtig wie die Bekampfung der Cholera und
der Tuberkulose, und der Staat, der fiir die Gesundheit seiner
Burger verantwortlich id, hat die Pflicht, unbekiimmert um den
Widerstand der Kurpfuscher und Geheimmittelschwindler die
notwendigen Maonahmen zu trcffen. Prof. Dr. F. I?. N o t t b o h m und F. M a y e r , Hamburg:
..Die Verzaendung phosphatidhalliger Praparate zur Herslellunq
von Lebensmilteln." (Vorgetragen ron N o t t b o h m.)
Die im Handel befindlichen Praparate werden am besten
eingeteilt in: 1. lecithinhaltige Priiuarate aus Eigelb und
2. phosphatidhnltige Praparate aue Pflanzen. An erster Stelle
finden in der Lebensmittelhewtellung immer noch die verschiedenen Sorten technischen Eigelbs Verwendung. Daneben
spielen auch reine Lecithinpraparate und Mischunpn von h c i thin mil Eierol und anderen Grundstoffen eine Rolle. Lecithin
aus EiRelb hat eine ganz einhcitliche Zusammensetzung, die in
einer Phosphatid-Lecithin-Zahl(P.L.-Zahl) von 1 . 4 ihren Ausdruck findd. Diese Zahl liegt bei Pflanzenphosphatiden wesentlich hoher, d. h. bei ihnen iiberwiegt der Kephalinanteil. Damit
ist die Moglichkeit gegebcn, beide Sorten von Phosphatiden in
k b e n s m i t t e h nachzuweisen und mengenmloig zu ermitteln.
Wahrend Pflnnzenphosphatide anfangs 20-40% arteigenes 61
enthielten, 6tell.t man sie heute nahezu olfrei her und mischt
sie fur ihre Verwendung in der Schokoladenindustrie von vornherein mit Kakaobutter. Ein Zusatz von geringen Mengen
Pflanzenlecithin wirkt beschleunigend auf die lIerste1lung der
Schokolade. Die amtliche Lebensmittelkontrolle sieht fur einr
solche Verwendung keinerlei Deklaration vor. Vegetabilische
Speiseole und ausgelassene tierische Fette haben bei ihrer Verwendung zu Rratzwecken den Nachteil, daB sie spritzen und sich
nicht braunen. Schon ein Rruchteil eines Prozentes Eigelb oder
Pflanzenlecithin schafft Abhilfe. Der Zusatz erfolgl demnach
auch hier lediglich aus technischen Grunden und sollte ent.
sprechend der Verwendung bei der Schokoladehersiellung nicht
kenntlich gemacht werden. Damit wfirde fiir die Margarineindustrie ein Hinweis auf die Verwendung von Eiern in Fortfall kommen miissen. Ganz ahnlich liegen die Verhilltnisse bei
den Teigwaren. Die im Entwurf zu einer Verordnung fiber
Teigwaren vorgesehene ,.Lecithin-Teigware"
verliert ihre
Existenzberechtigung, da fur sie nur 1,5 g Pflanzenlecithin auf
1 kg Mehl vorgesehen ist. Es fragt sich auch, ob eine Verwendung von 3 Eiern auf 1 k g Mehl die Bezeichnung Eierteigwaren rechtfertigt, nachdem sich herausgestellt hat, daB das
Weizenmehl vie1 reicher an Lecithin ist, als bisher angenommen
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