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Deutsche Gesellschaft fr Arzneipflanzenforschung und -therapie.

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ab. Vielleicht h a t die Blorkierung eines Enzyms durch Adenosintriphosphat-Uberschull eine allgemeinere biologische Bedeutung.
J . V . Taggart (New York) beschrieb Vcrsuche uber den p A m i n o - l i i p p u r s a u r e - T r a n s p o r t in Nierenschnitten. Offenbar ist die CoA-Verbindung von p-Amino-hippursaure Intcrmediarprodukt des Energie erfordernden Transportmeohanismus. Die
bei einigen Tierarten beobachtete Forderung des p-Amino-hippursaure-Transportes dnrch Beet at wird auf die Entfernung einer
kornpetierenden Suhstanz durch exogenes Acetat bezogen. Uber
die i m Auge bei Lichteinfall eintretende R h o d o p s i n - S p a l t u n g
in Retinin und Opsin sowie die Folgercaktionen sprach G. W a l d
(Woods Hole). Yerkwurdig sind die sterisohen Verhaltnisse, da
Retinin nach Rhodopsin-Bleichung als all-trans-Isomeres vorliegt; nach Reduktion mittels Alkoholdehydrogenase vermag sich
aber nnr das (stcrisch gehinderte!) A'-cis-Isomere wieder an das
isomcrascartig wirkende Opsin zu binden. W . D . MeElroy (Baltimore) gab rinen cberblick uber die L u c i f e r i n - L u o i f e r a s e Reaktion. Einen Fortschritt bedeutet die Herstellung einer von
anorganischer Pyrophosphatase freien kristallisierten Luciferase.
Deren Wirkung besteht moglicherweise in der Stabilisierung einer
aktivierten peroxydierten organischen Molekel, die dann zur Lumineszenzreaktion befahigt ist.
Eine Ubersicht von J . H . Quastel (Montreal) uber A r z n e i m i t t e l w i r k u n g e n a u f F e r m e n t e befaBte sich vor allrm mit
dem G c h i r n s t o f f w e c h s e l unter dem Einflull von Narkoticis.
Dcr Effekt einer Droge wird offenbar entscheidend vom Ausgangszustand des Gewebes beeinflullt (gereizt oder ungereizt, vie1 oder
wenig K + usw.). Spezifische Antimetabolit-Wirkungen auf den
NucleinsLurestoffwcchsel wurden von A. D. Welch (New Haven)
beschrieben. Die heute schon weitgehend gekliirten Syntheseschritte fur die Pnrin- und Pyrimidin-Bildung (Glycin + Glycinamid-ribotid + Formylglycinamid-ribotid + Formylglycinamidinribotid + 4-Aminoimidazol-ribotid + ? + 4-Aminoimidazol-5carbonsaureamid-ribotid + dessen Formyl-Derivat --f Inosinsaure; Asparaginsaure + Ureidosuccinat + Orotsaure + Orotsaure-ribotid + Uridylsiure + Uracil und Abbau: Dihydrouracil
+ Carhamyl-P-alanin + P-Alanin) werden durch Antifolsauren,
6-Mercaptopurin, 6-Aza-pyrimidine oder 6-Azathymidin jeweils
an spezifischcr Stelle unterbrochen; hieraus folgen interessantc
Anregungen fur die Untersuchung krebswirksamer Substanzen.
Ein interessantes Beispiel fur Permeabilitatsprobleme gab
sch1iel)lich B. D. Davis (New York) an Hand dcs a k t i v e n C i t r a t - T r a n s p o r t e s in E. COG, dessen adaptative Auslosung nur
in Glucose-Abwesenheit und unter Bedingungen intalrter Proteinsynthesc vonstatten gehen kann. Das Vcrhalten der Bakterienmembran ist gegeniiber Citrat in charakteristischer Weise von
dem von Enzymen verschieden, so dall die hier beteiligten Transportprozesse nicht allein mit der Wirkung von Fermenten erklart
werden kiinnen.
[VB 7441
Deutsche Gesellschaft fur Arzneipflanzenforschung und -therapie
7.-9.
Oktober 1955 Bad Harzburg
Aus den Vortragen:
H . F R I E D R I C H , Gatersleben: Die fernzenthenamende Wirlcung won Oerbstoffen.
Auf Grnnd von Beobachtungen an Arbutin-haltigen Pflanzenteilen wurden Versuche zur Klarung dcr Frage, ob Gerbstoff die
Aktivitat der p-Glykosidase hemmen kann, angestellt. Arbutin,
das aus dem IIandel bezogen worden war, zersetzte sich in Losung
bei 30 "C und pH 4,6 in 30 bzw. 60 min praktiseh nicht. Nach Zusatz von P-Glykosidase, die aus Kleie bitterer Mandeln gewonnen
worden war, t r a t erhebliche fermentative Spaltung ein. Diese
Spaltung wurde jedoch gehemmt in Gegenwart von Gallotannin
und zwar umso starker, j e mehr Gerbstoff anwescnd war. Durch
Ahbinden dcs zugesetzten Tannins an Hautpulver konnte die Aktivitat dcs Fermentes in vollem AusmaB wiederhergestellt werden.
D. G R O G E R , Gatersleben: Uber das Vorkomnaen von freien
Aminosiiuren ina Mutterkorn.
Mutterkorn verschiedener Wirtspflanzeu zeigt keine Unterschiede in der Zusammensetzung dcr Aminosaure-Fraktion. Zusammenhangc zwischen dem Gehalt an freien Aminosauren und
dem a n Alkaloiden konnten weder in verschiedencn Entwicklungsstadien der Sklerotien noch vor und nach der Sklerotienkeimung
festgestellt werden.
Wurden verschiedene AminosaFren, bzw. Aminosaure- Gemische
in die Internodien von Roggen injiziert, so konnten sie in erhohter
Konzentration in den Sklerotien nachgewiesen werden. Eine Beeinflussung des Alkaloidgehaltes war dabei i m allgemeiuen nicht
zu beobachtcn, eine geringfiigige Steigerung konnte lediglich durch
Verwendung Tryptophan-haltiger Gemische erzielt werden.
I<. H E R R M A N N , Halle: Uber die Gerbstoffe der Lnbiatenblatter.
Die Blatter verschiedener arzncilich wichtiger Lahiaten enthalten einander ahnliche Gerbstoffe, die gleiche qualitative Reaktionen aufweisen. Sie gehoren zu den kondensierten Gerbstoffen,
sind aber keine Catechin-Gerbstoffe, sondern durften heterogen
sein. Als einfache mehrwertige Phenole konnten, wenn man von
den Flavon-Farbstoffen absieht, betrachtliche Mengen an Kaffcesaure neben Chlorogensaurc gefunden werden.
Die Ergebnisse der analytischen Untersuchnngen (ElementarZusammensetzung, OH- Gruppen, aktiver H, quantitative Oxydation mit alkoholischer KMn0,-Losung) wiesen darauf hin, dali der
uher das Kaliumsalz angereicherte Gcrhstoff in enger Beziehung
zur Kafkesiure steht, wie auch aus den UV-Spektren zu entuehmen war. Die Spektren bcsitzen aber ein zweites Maximum hei
280j285 mk. Durch Oxydation des methylierten Gerbstoffes mit
KMnO, wurden im wesentlichen Veratrum- und Oxalsaure erhalten. Die Alkalischmelze fdhrte zu Protocatechusaure, etwss
Brenzcatechin und 4-Oxybenzoesaure. Diese Substanzen wurden
papierchromatographisch identifiziert. Nach der Zahl der aktiven
H-Atome zu urteilen, mufiten die COOH-Gruppen frei vorliegen.
Ein Aufbau des Gerbstoffs ahnlich der Dehydrodiferulasiure wird
Angew. Chem. 168. Jahrg. 1956
Nr. 3
durch das UV-Spektrum und die Zahl der aktiven H ausgeschlossen. Molekulargewichtsbestimmungen wiesen darauf hin, dal) der
Gerhstoff aus mindestens zwei Oxyzimtsaure-Molekeln aufgebaut
wird.
H A N S K A I S E R , Stuttgart (mit H . Geyer): Beitriige zur
Pharmakognosie, Chemie und Pharmakologie der Rinde v o n Coutarea latiflora D. C. und zur Kenntnis der Copalchi-Rinden.
Bei den chemischen Untersuchungen stellte sich heraus, dall als
wirksame Substanzen dcr Droge Alkaloide, Flavon-Korper und
Saponine in Betracht kommen und danehen noch harz- und gummiartige Substanzen, Wachs. Catechin- Gerbstoffc, EiweiB, Starke
Zucker usw. vorhanden sind. Eindeutig konnten Chinin und
Chinidin nachgewiesen werden. Die Droge enthalt aullordem 3
Flavone, ein Aglykon und zwei Glykoside. Als Zuckerkomponenten
konnten Glucose, Arabinose und Rhamnose identifiziert werden.
Die pharmakologische Prufung ergab in zahlreichen Tierversuchen eine eindentigo blutzuckersenkende Wirkung. Auf Grund
dieser Befunde konnte die gunstige Wirkung des Handelspraparates bei Fallen von leichterem und mittlerenl Diabetes niellitus,
inshes. des Altersdiabetes, erklart werden. Fur eine toxische Auswirkung der Droge ergaben sich keinerlei Anhaltspunktc.
F R . E. K O C H und H . U E B E L , Koln: Neue experiinentelle
Untersuchungen ZUP Wirkungsweise der Echinaeea purpurea (dunkelroter Sonnenhut).
Es werden neue Untersuchungen zur Fragc der Wirkungsweise
von E c h i n a c i n bei lokaler und intravenoser Applikation mitgeteilt. Hinsichtlich der lokalcn Wirkung ergibt sich, daO in1 Maschenwerk subcutan implantierter Yoltopren-Stuckchen, die vorher mit Echinacin getrankt worden waren, die Bildung p-Aminosalicylsaure-positiver Substanzen und das Auftreten faserartigcr
Gebilde im Vergleich zu den Kontrollen (trockenes Moltopren,
mit physiol. Kochsalzlosung uud Cortison getranktcs Moltopren)
zu den untersuchten Zeitpunkten a m starksten ist.
Weitere Untersuchungen betreffen die Wirkungsweise von intravcnos zugefuhrtem Echinacin. So konnte die Granulationsgewehsbilrlung in der Umgebung von subcutan auf Ratten implantierten WattepreDlingen durch mehrmalige intravenose EchinacinInjektionen i m Vergleich zu unhehandelten Kontrollen u m 35 "/o
gesteigert werden. Die hei dcrselhen Versuehsanordnung voni
Cortison schon bekannte Hemmung der Granulationsgewebsbildung kanu durch intravenose Echinacin-Zufuhr bci geeigncter
Dosierung aufgehoben werden. Schlieljlich ergaben papierelektrophoretische Untcrsuchungen bei Mausen nach intravenoscr
Echinacin-Applikation eine deutliche Erhohung der ml-,mZ- und
y-Globuline. Dcr Hohepunkt der Zunahme diescr Globulin-Fraktionen liegt 4 h nach der Injektion. Nach 24 h finden sich alle
Werte auf dem Wege zur Ausgleichung gegen die Norm hin.
A. van d e r K U Y , Leiden: Beitrag zur Kenntnis der A l k a l o i d Bildung bei Lupinen.
Eine Methode zur Bestimmung der drci wichtigsten LupinenAlkaloide Spartein, Lupinin und Lupanin wurde besprochen. Mit
ihr wird die Alkaloidontogenese von drei Lupinen-Sippen unter-
sucht, namlich: Lupinus luteus, Rasse ,,Bipal" ( I ) ,Lupinus luteus,
Rasse ,,stark bitter" (11),Lupinus niutabilis.
Lupiiaus luteus I und Lupinus luteus 11 verhalten sich gleich.
Sie enthalten neben Spartein und Lupinin auch Lupanin und
Hydroxylupanin. Spartein ist mengenmallig das wichtigste Alkaloid. Lupinin t r a t nur in bluhenden uud fruchttragenden Pflanzen in groaen Mengen auf. I n der Wurzel konnte nie Lupinin
nachgcwiesen werden. Lupanin und Hydroxylupanin, die mengenmaDig in jungen Stadien die Alkaloide Spartein und Lupinin
ubertreffen, verschwinden a m Endo der Vegetationsperiode fast
ganz, wahrend die Spartein- und Lupinin-Menge noch stets zunimmt.
Bei Lupinus mutabilis spielen Hydroxylupanin und Lupanin
eine bedeuteud groOere Rolle als bei Lupinus luteus. Wahrend
gegen Endc der Vegetationszeit das Lupanin bei Lupinus luteus
fast versehwindet, ist es zu diesem Zeitpunkt bei Lupinus nzutabilis
Haup talkaloid.
Die Analyse von Pfropfungen von Lupinus luteus auf Lupinus
albus zeigt, dall das Alkaloid Lupinin in den oberirdischen Teilen
der Pfianze gebildet werden kann. Die Ergebnisse der Pfropfungsversuche sind a m besten durch die Annahme crklirbar, dall
Lupinin aus Spartein oder Lupanin entsteht.
M A R R O V I 6 und P O J E , Zagreb: Ein Beitrng zur sehnelleiz
Identifizierung u n d Unterscheidung aon Wachsen.
Auf Grund zahlreicher Untersuchungen an Wachsen und deren
Verfalschungen konnten folgende Schlusse gezogen werden:
1.) E s ist moglich mittels Koflerscher Glaspulvermethode die
Wachse auf fremde Beimengungen zu untcrsuchen. 2 . ) Der Brechungsindex kann zur Identifikation von Wachsen verwendet
werden. 3 . ) Durch jede Beimischung wird dcr Brechungsindex
geandert. 4.) Das Alter von Wachseu ubt keinen EinfluB anf den
Brechungsindex aus. Demnach kann der Brechungsindex bej
Wachsen als eine Konstante angesehen werden.
If'. N E U W A L D , Hamburg: Ober die Wertbestimnkung von
R a d i x Rauwolfiae.
Nach der gravimetrischen Methode des Brit. Pharmac. Codex
und der gravimotrischen Schnellmethode von Horhauinzer wurden
vergleichende Untersuchungen an Rauwolfia serpentinn-Wurzeln
ausgefuhrt. Die erhaltenen Gesamtalkaloide bzw. die Fraktionen
der Gcsamtalkaloide wurden auf ihre blutdrucksenkeude Wirkung
a m kurzfristigen Katzentest gepriift. Obwohl beide Yethoden
etwa die gleichen Gehaltswerte ergaben, war bei der Schnellmcthocle naeh Horhamiizer keiue blutdrucksenkende Wirkung feststellbar.
Es wurde dann mit verschiedenen Losungsmitteln extrahiert,
wobei nur mit starker Saure Erschopfung erreicht wurde. Auch
hier wurde zumVergleich der pharmakologische Versuch zugezogen.
I n dcr Diskussion wies Vogt-Kid darauf hin, daB die ersten
beiden Methoden Fehlerquellen nicht ausschlieBen.
W . P O E T H K E und H . G E R L A C H , Jena: Uber einige
nichtalkaloidische Bestandteile aus Veratruin album L. (vorgetr. von
H . Gerlach).
Veratruni album L. gehort zu den Arzneipflanzen, die durch die
Entdeckung ihrer blutdrucksenkenden Wirkung heute wiedcr aktuell geworden sind. Isolierung und Charakterisiernng der F e t t s t o f f e : einschlielllich der unverseifbaren Anteile, den Sterinen
uud Kohlenwasserstoffen, gelangen bercits Poethke und Auster.
ES h a t sich aber gezeigt, daO ein weiterer Komplex bisher noch
nicht beschriebener Inhaltsstoffe in der Droge vorhanden ist.
Dieser zeichnet sich durch Unloslichkeit in Ather und Petrolather
aus, ist nichtalkaloidiecher Natur und zeigt weder sauren noch
basischen Charakter. Aus diesem in warmem Athanol und Chloroform loslichen Gemisch konnten nach mehreren Trennungen und
Reinigungsprozessen drei Substanzen isoliert werden ( A , B und C).
Weitere Untersuchungen ergaben, daB die Substanzen A und B,
die die Hauptmenge des Gemisches darstellen, Tritcrpeu-artigen
Charakter aufweisen. E s gelang durch Veresterung und AcetylBestimmung das Vorhandensein von zwei Hydroxyl-Gruppen zu
beweisen uud durch Chromsaure-Abbau die entspr. Ketone zu
erhalten. I n der Substanz C war nur eine Hydroxyl-Gruppe nachweisbar. Der Charakter der primar vorliegenden Substanzen, ihrer
Derivate und ihrer Abbauprodukte wurde durch bekannte und
neu erarbeitete Farbreaktionen erhartet.
W . P O E T H I i E und G R A S E R , Jena: Uber den Alkaloidgehalt uon Datura Stramonium L. (vorgetr. von Poethke).
Acht f u r die Gehaltsbestimmnng von Folia Stramonii in Betracht kommende Verfahren wurden gepruft (Verfahren des DAB 6
fur Folia Belladonnae, Verfahrcn von Gstirner und Stein, von
Peyer und Gstirner, von Naegeli und Seeling, von Eder und Ruekstuhl, der Pharm. Helv. V., von Hegnauer und Fliiek, von Beimers)
Von diesen Verfahren wird das von Eder und Ruckstuhl als a m
besten geeignet fur die Aufnahme in das DAB 7 vorgeschlagen.
Es bietet keine Schwierigkeiten und liefert gut reproduzierbare
Werte. Alle bisher erkannten Fehlerquellen werden beriicksichtigt, so daB die Ergebnisse als zuverlassig anzusehen sind.
Bei der Gehaltsbcstimmung von Semen Strainonii kommt vor
allem das fette 01 als Fehlcrquelle in Betracht. Bei den Verfahren
des Erg.-B. 6 und der Pharm. Helv. V. wird das 01 vor der Extraktion der Alkaloide nicht entfcrnt und verursacht deshalb Storungen. Reimers h a t das fur die Gehaltsbestimmung der Blatter
ausgearbeitete Verfahrcn auch auf die Samen ubertragen, wobei
diese zunachst durch Schutteln mit Petrolather entfettet werden.
Hierbei wcrden befriedigende Ergebnisse erhalten. Entsprechend
wird das Verfahren von Eder und Euckstuhl auf die zuvor entfctteten Samen angewendet und f u r geeignet zur Gehaltsbestimmung von Semen Stramonii gehalten.
A. R O M E I K E , Gatcrslcben: Zur Frage des Alkaloidtransports
und der Alkaloidunawandlung bei Datura.
Papierchromatographische Untersuchungen haben ergeben,
daO fur Atropa und verschicdene Datum-Arten die quantitative
Zusammensctzung des Alkaloidgemisches in Wurzel, Stamm und
Blatt ein und derselben Pflanze versohieden ist. Es ergibt sich
die Frage, ob der SproD dieser PAanzen zu einer Umwandlung des
aus der Wurzel erhaltenen Alkaloids fahig ist. Datura ferox L.
enthalt in den Blattern als Hauptalkaloid Scopolaniin nnd in geringerer Menge Meteloidin. Hyoscyamin ist nur in Spuren nachweisbar; die Interkostalfelder sind praktisch Hyoscyamin-frei.
Der Blntungssaft von Datura ferox fiihrt jedoch Hyoscyamin in
fast gleicher Menge wie Scopolaniin, ebenfalls enthalten Blitter
der Pfropfung Cyphoniundra betacea auf Dutura ferox reichlich
Hyoscyamin. Damit ist erwiesen, daO aus der Wurzel der Datura
feroz Hyoscyamin in den Sproll cmporsteigt. Pfropfungen von
Datura ferox auf verschiedene Hyoscyamin-reiche Duturen und
Atropa belladonna, die ails der Wurzel grollc Hyoscyamiu-Dfengen
emporleiten, fuhrten in den Interkostalfeldern der Blatter praktisch kein Hyocsyamin und sehr groDe Mengen Scopolamin. Dpr
SproD von Datura ferox scheint also zu einer Umwandlung von
Hyoscyaniin in Scopolamin fahig. Um diese Frage zu klarcn, wurden Blatter von Pfropfungen der Datura feroz auf Cyphorrzandra
betacea, die praktisch Alkaloid-frei sind, niit HyoscyamincitratLosung bepinselt. Nach 1 2 Tagcn konnte in diesen Blattern und
in den Achsen der so behandelten Pflanzen einwandfrei Scopolamin
neben Hyoscyamin nachgewiesen werden. Das Verhaltnis Scopolamin:Hyoscyeriin war in den Achsen etwa 2 : l .
I<, SO E H R I N G , Hamburg: Pharniakologische Auswertung
galenischer Pruparate.
Schon bei der Prufung von chemisch e i n h e i t l i c h e n Substanzen kann man infolge der unterschiedlichen Methoden in den eiuzelnen Laboratorien und der nicht ausschaltbaren Tiervariation
keine absoluten Zahlen fur die einzelnen biologischen Wirkungskriterien erwarten. Bei der Auswertung von Pol. digitalis mit
Hilfe eines internationalen Standardpraparates kommt man zu
noch groOeren Schwankungen, wenn die in den einzelnen Instituten verwendeten Verfahren nicht ebenfalls standardisiert werden;
das gleiche gilt fur galenische Secale-Praparate. Das Wirkungsverhaltnis zweier ihnlich wirksamer Zubereitungen kann sich sogar umkehren, wenn die Beobachtungszeiten von 2 auf 24 h verschoben werden.
Pharmakologische Auswertungen erfordern also immer einen
Simultanstandard, der a m besten eine reine Wirksubstanz oder
ein Gemisch aus mehreren Inhaltsstoffen ist, das genau reproduziert werden kann.
[VB 7411
Angew. Chem. 168. Jahrg. 1956
1 Nr. 3
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