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Deutsche Gesellschaft fr gerichtliche soziale Medizin und Kriminalistik. 29. Taung in Innsbruck vom 15. - 17

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V e r8a i n in 1 u n g ;Y b er i c ht e
Araber liebten Seladon mehr als E'ayencen besonders wegen des
schonen Klanges. Diirer hat auf seinen Zeichnungen schon Seladon
dargestellt. Die groBte Sammlung befindet sich in Konstantinopel.
Gotha und auch Dresden haben auBerordentlich respektable Sammlungen. Auf Grund der Arbeit des Nuseums als Forschungsstatte
in Zusammenarbeit rnit keramischer Forschurig und Praxis sollen
iieue Anregungen fur die Neugestaltung des Seladons erwachsen.
Prof. Dr. R. Rieke, Berlin:
Die Einwirkung uon Sauren
und alkalischen Losungen a u f keramisch Scherben und ihre Bestimrnung.
Keramische Erzeugnisse werden im praktischen Bedarf vielfaltig durch Sauren und Alkalien beansprucht. Vorschlage f u r
zweckmaBige Priifmethoden sind z. B. u. a. von Skola, Kallauner
u. Barta und Ludwig gemacht worden. Das Cheniische Laboratoriuni
fur Tonindustrie und das Staatliche Materialpriifungsamt wenden
verschiedene Methoden an. Die Nachahmung der praktischen Bedingungen ist unter Verkiirzung der Untersuchungszeit nur dadurch
moglich, daB man 1. die Oberflache vergroaert, 2. die Konzentration der Saure od. Alkalien oder 3. die Temperatur erhoht.
Bei umfangreichen Versuchen zur Nachpriifung der vorgeschlagenen
Methoden wurde festgestellt, daB friiher angenommene Zusammenhange zwischen Wasseraufnahme und Saurefestigkeit nicht bestehen. Bei langandauernder Erhitzung wurde im Gegensatz zu
den von Dawihl mitgeteilten Beobachtungen eine Zunahme der
Loslichkeit festgestellt. Magnesiumhaltige Massen (Klinoenstatit,
Cordierit) iibertreffen in bezug auf Saurebestandigkeit gutes Hartporzellan.
I m Zuge des zukiinftigen Bauschaffens, das an die Ziegelindustrie sowohl qualitativ als auch quantitativ groBe Anforderungen
stellen wird, sind fur diesen Industriezweig die Uotersuchungen
an A u s b l i i h u n g e n von Simon, Dresden, von besonderem Wert.
Die Industrie wird die Erkenntnisse auf die praktisch gegebeneri
Tatsachen zu iibertragen haben.
Sulfate, die Ausbliihungen bewirken, konneii in1 Rohton enthalten sein, beim Brennen gebildet werden, oder aus dem Mauerwerk stammen. Chloride oder Nitrate des Natriums, Magnesiums
oder Calciums zerfallen bei 900°, ebenso Sulfate auQer denen des
Calciums, ja bei kalkhaltigen Tonen bildet sich CaSO, bei Zerfall
anderer Sulfate neu z. B. MgSO,+CaCO, + MgO + CaSO, + CO,.
Diese Neubildung des Calciumsulfats geht iiber die Oxyde. So
wird gefalltes CaCO, leichter in CaO iibergefiihrt als z. B. Calcit
und Aragonit, weswegen auch z. B. bei 10000 gefalltes CaCO, die
doppelte Menge SO, bindet gegeniiber Calcit und Aragonit.
Das von Foerster beobachtete Auftreten von freiem Schwefel
gibt einen Fingerzeig zur Entsulfatisierung durch Reduktion iiber
das CaSO,, das vollig zersetzt werden kann. Es wurde festgestellt,
daB die Umwandlung des Quarzes in Tridymit die Entsulfatisierung
begiinstigt. Diese Erkenntnisse miissen in der Praxis gepriift werden
und verdienen ganz besondere Beachtung im Hinblick auf die
friiher von Simon mitgeteilten Ergebnisse iiber den Unwert des
Zusatzes von Bariumverbindungen.
Prof. Dr. 0.K r a u s e , T . H. Breslau: Struktur u n d Eigenschaften
des Hartpomelhns.
Langjahrige Arb-iten iiber Qualitatsanderung an Hartporzellan
haben ergeben, daB wir mit dem jetzt Erreichten an der Grenze
des Moglichen stehen, und daB nur verfeinerte Aufbereitungsund Klassierungsinethoden noch gewisse Erfolge versprechen. I n
systematischer Arbeit wurden einzelne Quarzkornklassen eliminiert
und zur Herstellung von Porzellanmassen benutzt. Dabei wurden
mit einer KorngroBe von 15-30
die giinstigsten Werte fur Biegefestigkeit und Schlagbiegefestigkeit erhalten : die Biegefestigkeit
stieg von 800 auf
1300 kg/cm2, die Schlagbiegefestigkeit von
2 auf 3 cmkg/cm2. Zur scharferen Trennung der Kornklassen
wurde im weiteren Verlauf der Versuche die Windsichtung angewandt mit einer von der I.-G. Ludwigshafen zur Verfiigung
gestellten Apparatur. Die Ergebnisse der Versuche weisen neue
Wege fur die Aufbereitung der Quarzrohstoffe. Es mu13 das Ziel
der keramischen Industrie sein, in Gemeinschaf t mit dem Maschinenbauer Zerkleinerungsrnaschinen zu entwickeln, die uberwiegend
gewisse Kornklassen liefern, wobei denen von 15-30
der Vorrang
gebiihrt.
Dr. H . L e h m a n n , Dresden : Erfahrungen mit Austauschrohstofjen zur Herstellung von Glasuren.
In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Ausschusses fur
Austauschrohstoffe der Wirtschaftsgruppe Keraniische Industrie
wies Vortr. auf die seit Kriegsbeginn erfolgten Veroffentlichungen
hin und machte vor allem praktische Vorschlage, die die Verwendung
von Alkali- und Fluorverbindungen betreffen.
Prof. Dr. B r a d t k e , T. H. Berlin: Kerarnische Heiakorper.
Angesichts der Eisenknappheit ist. es zu begriioen, daB die
Keramik, die ja der Heiztechnik den langbewahrten Kachelofen
zur Verfiigung stellt, nunmehr systematisch die Herstellung von
Heizkorpern betreibt, die bisher aus GuBeisen verfertigt wurden.
Vortr. behandelt den Gang der Vorarbeiten, die geschaffenen Nornien
und Priifbedingungen und die iiberaus giinstigen warnietechnischen
E&enschaften keramischer Heizkorper.
N
II 0
Deutsche Gesellschaft
fur gerichtliche, soziale Medizin und Kriminalistik.
29. Tagung in I n n s b r u c k v o m 15.-17.
M a i 1940.
Vorsitzender: Prof. Dr. G. B u h t z , Breslau.
Prof. Dr. B. Mueller, Heidelberg: Schupwerletzungen, ihre Beurteilung uom gerichtsiirztlich-kri~ninalistischenStandpunkt.
Bei der Begutachtung von SchuBverletzungen hat der gerichtlich-medizinische Sachverstandige neben der Feststellung der
Todesursache zu ermitteln, ob uiid wie lange der Verletzte vor
dem Tode noch handlungsfahig war, wo sich der EinschuW und der
AusschuB befinden, welche Richtung der SchuBkanal hatte, welche
Waffe und welche Munition benutzt wurde, und ob es sich um einen
Ungliicksfall, einen Selbstmord oder um eine Totung durch fremde
Hand gehandelt hat. I m besonderen sei hervorgehoben, daB die
Unterscheidung zwischen EinschuB und AusschuI3 entgegen der
allgemeinen Meinung oft sehr schwierig ist. Nicht selten ist im
Gegensatz zur Regel der AusschuB groBer als der EinschuB. Erst
Spezialmethoden ermoglichen dann die Unterscheidung. Wenn
ein Erschossener die Waffe in der Hand halt, so spricht dies durchaus
nicht fur Selbstniord, sondern ist eher ein Zeichen fur eine Totung
durch eineri Dritten, da ja die Waffe nach Eintritt der BewuBtlosigkeit in der Regel aus der Hand fallen wird. U'ichtige Zeichen
fur einen Selbstmord konnen sich a n den Handen vorfinden. Sie
diirfen daher von Unbefugten, insbesondere von den Angehorigen vor
ihrer Besichtigung durch den Sachverstiindigen nicht gereinigt werden.
I n der A u s s p r a c h e wies F r i t z , Miinchen, darauf hin, daB
C r a m e r s ) iiber ein Verfahren berichtet hat, Nitrate im Gewebe,
z. B. nach Vergiftung mit nitrosen Gasen, sichtbar zu machen.
Cr a m e r verwendet dabei fur seine histologischen Untersuchungen
im Gewebsschnitt das Diphenyl-end-anilo-dihydrotriazol, von
Busch ,,Nitron" genannt, in einer 10% igen Acetatlosung. Dieser
Stoff bildet rnit Nitraten schwer losliche Salze, die bereits in groBen
Verdiinnungen (1 : 80 000) in zierlichen, doppelbrechenden Nadeln
ausfallen, wobei im polarisierten Licht jede geringste Kristallisation
sichtbar wird. Bei Ausschaltung einiger Stoffe (z. B. Brom-, Jodwasserstoff, Chromsaure, Chlorsaure, Pikrinsaure, Oxalsaure u. a. in.)
sei die entstehende Doppelbrechung fur Nitrate als spezifisch anzusehen. Orientierende Vorversuche haben nun gelehrt, daB das
Nitronacetat auch mit geringsten Spuren von Pulverkornchen
schon innerhalb kiirzester Zeit ganz bezeichnende, lange Kristallriadeln bildet. Jedoch miissen erst weitere Untersuchungen zeigen,
ob das ,,Nitron" nicht etwa als ein neues Mittel zum Nachweis von
NahschuBzeichen, insbes. zum Nachweis der Nitrite auch bei der
kriniinalistischen SchuBuntersuchung Verwendung finden kann.
Dr. med. Schoen, Wien: Liquoralkoholgehalt und '. Unfall.
Nach den Erfahrungen des Vortr. gelingt es des ofteren, bei
Unfallen Alkohol im Liquor nachzuweisen, selbst wenn der Alkoholnachweis ini Blut ein positives Ergebnis nicht mehr gezeitigt hatte.
Dabei sei aber zu beachten, daB ein Unterschied im Alkoholgehalt
des Liquors besteht, je nachdem ob der Liquor durch Punktion
am Hinterhaupt oder in der Lendengegend gewonnen wurde. I n
etlichen Fallen enthielt die durch Hinterhauptspunktion gewonnene
Hirnfliissigkeit keinen Alkohol, wahrend die durch Lumbalpunktion gewonnene Riickenmarksfliissigkeit noch einen positiven Befund ergab.
Doz. Dr. Specht, Breslau : Tntortschau, ihre wissenschaftliche
Bewertung und Auswertung.
Die Ergebnisse einer von eineni erfahrenen und verantwortungsbewuaten Sachverstandigen durchgefiihrten Tatortuntersuchung
auf breitester naturwissenschaftlicher und kriminalistischer Grundlage sind in der Rcgel von wesentlicher Bedeutung fur die Yerbrechensaufklarung. Dem Wissenschaftler als Gutachter gelingt
es, unter der Perspektive medizinisch- wie chemisch-kriminalistischer
Denk- und Untersuchungsmethoden mit der der Wissenschaft
eigenen Skepsis und Kritik Tathergange und deren Vorgeschichte
und Motive oft klarer herauszuarbeiten und zu erkennen, als dies
dem Nichtnaturwissenschaftler moglich ist. Jede Begutachtung
geht vorn objektiven Befund aus, der im Sinne naturwissenschaftlichkriminalistischer Gedankengange zu diskutieren und zu bewerten
ist. Nit der Bewertung allein ist indessen die Aufgabe des Wissenschaftlers noch nicht erfiillt. Erst in der Auswertung der auf wissenschaftlicher Grundlage aus einer Vielzahl von Fallen gesammelten
Erfahrungen und Erkenntnisse fiiidet die Tatigkeit ihre Krorlurlg
und vermag sich zum Wohle des Volksganzen auszuwirken.
Dr. Klauer, Halle : ErEennung uon Selbstentziindung a n organisiertem Material.
Die Selbstentziindung organisierten Materials wird durch eine
Keihe neben- und hintcrcinander verlaufender exothernier Prozesse
eingeleitet, die bis heute im einzelnen noch nicht bekannt sind. Der
nachtragliche Nachweis einer stattgehabten Selbstentziindung
griindet sich ini wesentlichen auf Geruchs- und Warmeerscheinungen.
Das Augenmerk ist auf alle Umstande zu richten, die mit einer
Selbstentziindung in Zusammenhang gebracht werden konnen.
'} Zbl. allg. Pathol. pathol. Anatornie.
75, 241 [1939/40].
V e r s a I I I m 1u ng Y b e r i c h t e
In uianchen Pallen werden nur die Aussagen der Zeugen eineu
Hinweis geben konnen. I n solchen Fallen ist es erforderlich, die
A4ussagenrnoglichst eingeherid nachzupriifen. Ferner wird man bei
unklaren Brandfallen eingehend priifen niiissen, oh nicht vielleicht
eine Selbstentziindung vorgelegen haben kann. Zu eineni befriedigcnden Ergebnis wird inan nur kornnien, wenn sich Erniittlungsbeamter und Sachverstandiger engster Zusammenarbeit befleiBigen,
wie an Hand je eines Falles von Selbstentziindung durch auskeimenden Unkrautsarnen (bei Trockentrebern und bei 5 J ahre
alter Gerstenspreu) gezeigt wird.
Doz. Dr. med. Ponsold, Halle : 2'odliehe Borsaurevergiftung
infolge Durchstopung der Harnroh.re bei Blasenspiegelungsversuch.
I n ein Kleinstadtkrankenhaus wurde ein 17jahriger Manmi init
Schmerzen in der Leber- und Harnblasengegend eingeliefert, die
als Nierensteinbeschwerden aufgef aBt wurden. Iler L4ssistenzarzt
beschloB, eine Blasenspiegelung vorzunehrnen. Beini Binfiihren
des Blasenspiegels muljte ein leichter Widerstand an der iiblichen
Stelle iiberwunden werden. I k r Assistenzarzt meinte, in die Harnblase gelangt zu sein. Er nahtn nun eine Blasenspiilung init 2%iger
Rorsaurelosung in der Menge von eineni Liter vor. Als die Spiilfliissigkeit zuriickfliefien sollte, entleerte sich jedoch nur etwa ein
Viertel davon. Ein Blick in den Blasenspiegel zeigte ein rotes
Gesichtsfeld, die Blasenschleimhaut war nicht zu erkennen. Als
zudeni Schnierzen im Unterbauch und i'belkeit auftraten, wurde
der Chefarzt herbeigebeten, der sofort erkannte, daW ein falscher
Weg gebahnt worden war, und eine Operation (Eroffnung der
Bauchhohle) vornahtn. I n der Rauchhohle fand sich kein Blut
und auch keine Borsaurelosung, indessen erwies sich das Beckenbindegewebe kissenartig abgehoben und mit Fliissigkeit infiltriert.
Guminidrainage der Operationswunde und Anlegen eines Dauerkatheters. Am nachsten Tage Auftreten eines universellen Hautausschlags sowie einer Benomnienheit, die bis zuni Tode fortbestand.
'rod nach 5 Tagen unter den Anzeichen eines Kollapses. Die Leiche
zeigte starke Abschilferung der Oberhaut, eine DurchstoBung der
Harnrohrenhinterwand im Bereich zwischen Blase und Vorsteherdriise, ein beginnendes Lungenodem und eine leichte Hirnschwellung.
Itn Blut fanden sich 1,14mg/% Borsaure. Zurn Nachweis der
Borsaure wurde folgende Methode gewahlt : Das Blut wurde triit
Natronlauge alkalisiert und zum Trocknen gebracht. Der Abdanipfriickstand wurde in ein weites Reagensglas iibergefiihrt, das mit einer
Vorrichtung versehen wurde, riiittels der ein Luftstrom durch eine
darin befindliche Fliissigkeit hindurchgeblasen werden konnte.
Iler Riickstand wurde in konz. Schwefelsaure gelost, die saure
l4osutig mit Methylalkohol gemischt und jetzt durch die Flussigkeit
nnter gelindeni Erwarmen ein Luftstroni geblasen. Der sich hierbei
bildende leicht fliichtige Borsaurernethylester wurde abdestilliat,
iu Natronlauge aufgefangen, wobei nach Spaltung des Esters und
nach Verdanipfen des Methylalkohols Natriumborat bzw. Borax
zuriickblieb. Hierin wurde dann das Bor titrimetrisch bestirnrnt.
\'on den 20 g Borsaure, die eingefiihrt worden waren, sind etwa
10 g ini Korper zuriickgeblieben. Eine 3Ienge von 10 g kann sich
(nach analogen Fallen aus der Literatur) todlich auswirken. Gegeri
den Assistenzarzt wurde die Anklage wegen fahrlassiger Totung
erhoben, das Verfahren aber eingestellt, weil dem Assistenzarzt
zugute gehalten wurde, daB er den Chefarzt herbeigeholt hatte,
nls er sich seines MiBgeschicks bewuBt geworden war, und weil
eine \'erletzung der Harnrohre auch deui geiihtestrn Urologen
unterlaufen kann.
Doz. W. Specht u. Dr. G . Scholtz, Breslau: Autozydatiori
Oleinen und ih,re katalytische Beeinflussung durch Metalle. (Vorgetragen von G. S c h o l t z . )
Iiine Anzahl verschiedeuer 'l'extilschtnalzole wurde auf ihr
hfetallosungsverniogen untersucht. ErwartungsgernaB wurde festgestellt, daB Ole sauren Charakters (Oleine) ein bedeutend ausgepragteres Metallosungsvermogen aufweisen als neutrale ole
(Mineralole). Die nietallhaltigen Oleine enthielten Peroxyde, deren
Bntstehung auf die Losung des Metalls zuruckzufiihren ist. Bei
der Untersuchung rnetallhaltiger (Fe, Cu) und nietallfreier Proben
dessclben Schmalzmittels (Olein) ini Mackey-Apparat zeigte sich
bei den erstereri eine anfanglich hohere Reaktionsgeschwindigkeit
der Autoxydation. Dieses Verhalten erklart sich aus der Gegenwart
der Peroxyde. Jedoch zeigten sanitliche inetallhaltigen Oleine,
auch solche, die sich in1 reineri Zustand als fenergefahrlich erwiesen,
bei 170-180O eine einheitliche IJmkehr der Zeit-Temperatur-Kurve.
Diese Erscheinung ist darauf zuriickzufiihren, daW die Gegenwart
vou hfetallen, insbes. von Eisen, auf die Peroxyde zerstorend wirkt.
Entgegen friiheren Beobachtungen, nach denen der katalytische
13influl3 von Metallen durch Zusatz von Metalloleaten iiberpriift
wurde, wobei sich die Gegenwart von Metallen als reaktionsfordernd
erwies, zeigte sich in den vorliegenden Versuchen, bei denen das
Metall auf natiirlicheni Wege in Losung ging, daW die Metalle infolge
ihrer teilweise peroxydzerstorenden Wirkung die Erreichung der
tSntzundurigstemperatur unter den Bedingungen des MackeyTestes auch bei feuergefiihrlichen Oleinen verhinderten. Schmalzniittel auf Mineralolgrundlage, die offeribar niaUgeblich infolge ihres
VOIL
Angewundte Chemie
54. Juhro. 1 9 4 1 . N r . 7'6
Harzolgehalts ein geringes 3Ietallosungsveruiogen eutwickelten,
verhielten sich - analog den Oleinen vorhehandelt - bei der
Priifung ini Mackey-Apparat indifferent. - Die heute zur Bestimmung der Selbstentziindlichkeit von Textilschmalzniitteln
genieinhiu benutzte Mackey-Apparatur sowie die Priifungsvorschrift
wurden einer kritischen Reurteilung unterzogen. Die Methodik
diirfte wissenschaftlichen Anforderungen und auch den von der
Praxis a n sie gestellten Bedingungen kaurn geniigen. Es erscheint
daher fraglich, oh der Mackey-Test allein als Grundlage fur eine
zu forderiide einheitliche Uberpriifung von Textilschtnalzinitteln
ausreicht.
Dip1.-Ing. Dr. Franz H . Mayer, Wien: Die absorptionsspektrographische Untersuchung won Arzneirnitteln.
Nach einem kurzen Uberblick iiber die verschiedenen Anwendungsrnoglichkeiten der Spektralanalyse in der forensischen
Chemie wird vor allem die Eignung der Absorptionsspektralanalyse
fur die Durchfiihrung von Arzneimitteluntersuchungen hervorgehoben. Es werden die Extinktionskurven eines Mischpulvers,
das an Einzelstoffen Aniidopyrin, Antipyrin, Phenacetin und
Coffein enthielt, ferner die Kurven von ,,Eu-Med-Tabletten",
,,Oktyron liquid." und ,,Ergobrornin-Tabletten" gebracht und an
Hand dieser aus der Praxis des (krichtscheniikers stainmenden
Beispiele die rasche Durchfiihrung von quantitativen Untersuchungen rnit Hilfe der Lichtabsorption erortert. Es wird darauf
hingewiesen, daB sich die Absorptionsspektralanalyse sowohl als
direktes Verfahren als auch als indirekte Methode fur quantitative
Untersuchungen anwenden laBt. Bei der direkten Methode werden
die Einzelbestandteile aus der Sumrnenkurve des Geniisches
inatheniatisch bestimmt, wobei die Trennung an besonders hierfiir
geeigneten Kurvenpunkten bzw. Kurvenasten angesetzt werden muD.
Bei den1 indirekten Verfahren wird gezeigt, wie die Ergebnisse
aus deni Vergleich der von der Probe gewonneneu Kurve init der
einer Vergleichsprobe quantitativ ausgewertet werden konnen.
Dr. Krauland, Innsbruck : Die Ptyrogallolprohe zuiii, Nachwe i s
von Kohlenoxyd iin Blut.
Hierfiir wird eine 10% ige waljrige Pyrogallollosung deni unverdiinnten oder zweifach verdiinnten Blut in gleichen Teilen zugesetzt ; schon nach wenigen Sekunden bildet sich im CO-freienKontrollblut ein schokoladebrauner Niederschlag, wahrend CO-haltiges Blut
seine hellrote Farbe beibehalt. Die Empfindlichkeit der Methode
liegt bei einem CO-Gehalt von 10%. Die Probe ist monatelang
haltbar und eignet sich besonders fur die Praxis des Gerichtsarztes.
Dr. W . Specht, Breslau : Eine technische Rauchgasvergifturig.
Es handelt sich um eine CO-Vergiftung, die sich bei der Reinigung eines Eiswasserbehalters einer Rrauerei ereignete. Der Behalter, der mit einem Eiskasten und einein umfang-reichen Rohrsystem in Verbindung stand, war zuvor niittels zwei Dewag-Gliihheizkohleuofen ausgetrocknet worden. Nach etwa zweistiindigem
*4ufenthalt irn Behalter wurde einer der mit der Reinigung beauftragten Arbeiter todlich vergiftet auf deni Boden des Behalters
liegend aufgefunden. Die Untersuchungen galten der K l h n g der
Frage nach der Herkunft des CO bzw. hinsichtlich der ErschlieWung
einer u. U. latent vorhanden gewesenen CO-Quelle. Die Moglichkeiten eines CO-Riicktritts in den Behalter werden erortert. Der
Vorgang umreiBt die Vielzahl wissenschaftlicher Fragestellungen,
die bei der Bearbeitung technischer Rauchgasvergiftungen auftauchen konnen, und zeigt die Wege, wie man der Problernatik solcher
Untersuchungen gerecht werden kann. Die Differenzierung der
Moglichkeiten war dadurch erschwert, daB die Erhebung der fur die
KlaTUng der Verschuldensfrage wichtigsten Befunde bei der ersteu
Tatortuntersuchung verabsauiut worden war. So kani es, daW das
strafrechtliche Ilrrnittlungsverfahren aus Mange1 an Beweisen
eingestellt wurde und der berechtigte Anspruch des Klagers erst
in den letzten Phasen des Zivilprozesses klar in Erscheinung trat.
Doz. O r t h n e r , Innsbruck : Uber das Verhalten inenschlichen
Sperinas in Gummihiillen.
Nach den Erfahrungen des Vortr. verlieren Sarnenfadeil,
die in Condoms aufbewahrt werden, schon nach kurzer Zeit (1---7 h )
ihre Bewegungsfahigkeit, dagegen bleiben sie in Kontrollproben,
die in Glasern aufbewahrt wurden, bis zu 53 h beweglich. Die
Ursache fur dieses verschiedene Verhalten lie@ ani Gummi, ohne
daI3 sich jedoch sagen lieWe, welchem Anteil des Gummis der 1)t.wegungshemrnende EinfluB zuzuschreiben ist.
Prof. Kofler, Innsbruck: Demonstration eines Films uber (lie
Untermchung organischer Stoffe inittels der Bestiminzing des Mikroachmelzpunktes7 .
In iiberaus eindrucksvoller Weise berichtet \Tortr. an Harid
zweier Lehrfilme und zahlreicher Lichtbildaufnahnien iiber die
von ihni ansgearbeitete Methode der Untersuchung organischer
Stoffe durch die Bestimmung des Mikroschmelzpunktes, die sich
auch fur gerichtlich-medizinische Zwecke ganz besonders eignet.
'1
S. Beiheft zu der Ztschr. des TDOh Nr. 36; :tiieanqsmeinc rwiiffcqit,liclit diesa ztschr
53. i(i7 ri9401.
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