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Deutsche Gesellschaft fr gerichtliche und soziale Medizin.

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n i u m s a l z (I), das sich durch H J zum Trialkylsulfoniumsala (11)
reduzieren la& (mit H. Trisc7mann):
(I)
7%
CHa
H,C-S@=O
CHa
j
H&-k
'h
Je
(11)
Je
So wie das Jodid ( I ) sind auch das Chlorid, Pikrat, Tetraphenyloborat u. a. Salze sehr kristallisationsfreudig und zu mannigfachen Umsetzuugen befahigt.
Bei 2-Aoetaminozuckern ist nach R. K u h n und G. Iiriigere) die
Bildung der Furanose Voraussetzung fur die Farbreaktion mit
p-Dimethylaminobenzaldehyd. Die rnit Hans Fischer ausgefdhrte
Synthese der epimeren 2-Acetamino-furanosen 111 aus Glycerinaldehyd h a t ergeben, dall diese in der T a t - i m Gegensatz zu
allen bisher bekannten 2-Acetaminozuckern - mit Ehrlichs Al2,
Chem. Ber. 90,264 [1957];89,1473 119561.
dehyd d i r e k t , d. h. obne Vorbeliandlung rnit verd. Alkali, intensiv Farbstoff geben, da sie ohne vorangehende Ringverengerung
in das chromogene 3-Acetamino-furan ( I V ) iibergehen konncn:
r-
HOCH
i
I
CH
II
Die Entarylierung von aromatischen Aminen durch katalytische
Hydrierung rnit Pd(OH)2/BaS0, ( H . J. Haas), die unter Rildung
von Cyclohexanon bzw. entspr. Ketone vcrlauft und fur die Synthese der Acetamino-furanosen diente, wurde vom Vortr. auch an
Beispielen von N-Aryl-aminosauren und -peptiden erlautert.
[VB 9461
Deutsche Gesellschaft fur gerichtliche und soziale Medizin
8. bis 4. Juni 1967 in Heidelberg
Aus den Vortragen:
E. W E I N I G , Erlangen: Die Nachweisbarkeit zon Giften in
exhunaierten Leichen.
Bei den M e t a l l g i f t e n ist bis zu 6 Jahren mit guten Nachweismoglichkeiten zu reohnen. Bei den ubrigen anorganischen Giften
haugt dies von der chemischen Eigenart des Giftes ab. Der Metallgiftnachweis kann bis zu 20 Jahren naoh dem Tode versucht werden, wenn auch die Begutachtung, ob eine Vergiftuug vorgelegen
hat, auf immer grollere Schwierigkeiten stoat.
u b e r die Nachweisbarkeit von o r g a n i s c h e n G i f t e n ist vorsichtig iolgendes zu formulieren: 1st ein Gift bei leicht saurer
Reaktion und negativer Redox-Lage iiber viele Tage und anschlieoend bei leicht alkalischer Reaktion und bei reduzierendem
EinfluB auf die Dauer von Monaten im Experiment bei Zimmerfemperatur widerstandsfahig, so besteht eine berech'tigte Aussicht,
dieses Gift in exhumierten Leichen zu finden.
Es ist ferner zu vermuten, dall sich bei manchen Giften unter
den genannten Bedingungen wenigstens charakteristische und
g u t n a c h w e i s b a r e A b b a u p r o d u k t e b i l d e n , die sich iiber
liingere Zeit - vielleicht uber Jahre - halten konnen. Wenn man
sie kennt, so wird vielleieht mancher Nachweis gelingen, der negativ verlaufen ware, wenn man sich nur auf die Auffindung des Giftes selbst beschrankt hatte.
Die Kenntnis der G i f t v e r a n d e r u n g e n b e i A u t o l y s e u n d
F a u l n i s ist nicht nur bei der Frage der Exhumierung erforderlich,
sie ist auch in jedem Fslle einer forensisch-toxikologischen Untersuchung wertvoll, weil die Leichenteile
bis sie untersucht werden - fast regelmaOig starker Autolyse und Faulnis ausgesetzt
sind. Fur die forensische Toxikologie wird eine lohnende Aufgabe
darin gesehen, aulJer den intravitalen Veranderungen auch die
Giftabbauprodukte zu studieren, die unter postmortalen Bedingungen entstehen.
-
G E 0 R G S C R M I D T , Erlangen: Der intravitale und postnaortale Abbau von Barbituraten.
Barbitale werden in vioo rnit Ausnahme des Veronals teilweise
oder vollstandig umgewandelt und abgebaut. Oxydation a m C,Substituenten, Verlust einer Alkyl-Gruppe am N,-Atom, BromVerlust, Schwefel-Verlust und Ringspaltung sind die Hauptabbauvorgiinge. Ringspaltung fiihrt offenbar zu unoharakteristischen
Spaltprodukten: Harustoff, G O , und NH,. Wahrend in vitro bei
alkalischer Hydrolyse ein stufenweiser Abbau des BarbituratRinges bis zur Essigsaure zu beobnchten war (Fretwurst u. a.),
lieBen sich bisher groBmolekulare Bruchstucke in vivo nicht oder
nur in Spuren finden. Der p o s t m o r t a l e A b b a u kann zu Ringspaltungsprodukten wie in vitro fuhren, wenn alkalisches Milieu
iiber mehrere Monate bei Zimmertemperatur vorhanden ist. Trotzdem ist die Moglichkeit des Barbiturat-Nachweises im faulenden
Harn nach langerer Aufbewahrung gut, da sich i m allgemeinen
kein stark alkalisches Milieu einstellt. Auch Bakterien, die bei der
Leichenfaulnis auftreten, konnen den Barbiturat-Ring nicht spalten, wahrend die nichtsubstituierte Barbitursiure .van ihnen verbrauoht wird. J e geringer c'ie vorhandene Barbiturat-Menge im
Zeitpunkt dea Todeseintrittes i m Korper ist, desto schwieriger
gestaltet sich der Nachweis, der nach dem Einsetzen der FLulnis
noch durch das Auftrcten von normalen Korperspaltprodukten
erschwert wird. Fur den Nachweis kommen besonders papierchromatographische, spektrophotometrische und kristalloptische
Verfahren in Betracht.
Angew. Chem. 1 6 9 . Jahrg. 1957
Nr. 17
G E R 1' R U D L U T Z , Diisseldorf: Zur Verteilumg c o n B~irbituraten in erhumierten Leichen.
In einer Leiche, die 5 Monate (Juni bis November) in feuchter
Umgebung erdbestattet war, fand sich eine unerwartcte Verteilung
von Veronal: Leber 20 mg %, Niere 18 mg %, Herz 14 mg %, Lunge
13 m g % , Oberschenkelmuskulatur 2 mg%. Die H a u t uber der
Oberschenkelmuskulatur enthalt nur papierchroniatographisch
nachweisbare Spuren ;im Magen-Darmkanal war nichts nachweisbar.
Die Analysenergebnisse wurden gravimetrisch und spektrophotometrisch unter papierohromatographischer Kontrolle erhalten. Das Veronal wurde durch Schmelzpunkt kristalloptisch und
mikrochemisch identifiziert.
Der Tod ist nach 48stundiger BewuBtlosigkeit in der Ausscheidungsphase eingetreten. AuI Grund der hohen Organkonzeutrationen mu13 eine todliche Vergiftung angenommen werden.
Da Veronal kaum aR Proteine gebunden uud nicht im Fettgewebe konzentriert wird, sollte es nach Erreichen des Gleichgewichtes im ganzen Korperwasser gleiohmaOig verteilt seiu. Es kann
dahcr erwartet werden und wird in solchen Fallen bestatigt,, dall
keine wesentlichen Differenzen zwischen den Honzentrationen in
den einzelnen Geweben auftreten. Werden sie nach Erreichen des
Gleichgewichtes doch gefunden, muO an postmortale Veranderungen gedaclit werden. Diskutiert wurden hydrolytische Spaltung
iles Bmbitursiure-Ringes und Hypostase.
W . S C H W E R D, Erlangen : Der Nachweis des Seifenaborts untl
der Seifenintoxikntion.
Die Einspritzung von Seifenwasser in die sohwangere Gebarmutter ist die vcrbreitetste Laienmethode zur Fruchtabtreibung.
Der chemisohe Nachweis von Seifenresten i m Scheiden- und Gebarmutterinhalt gelingt meiat nur so lange noch keine FruchtausstoBung eingetreten ist. Die Brauchbarkeit der Methoden zum
Seifennachweis im biologischen Material wurde erortert und besonders auf Geschwindigkeit und AusmalJ des spontanen Auftretens von freien Fettsauren durch postmortale enzymatisohe Spaltungsvorgange eingegangen. Neben der Diskussicn uber die
Brauchbarkeit von Jodzahl und Refraktion der Fettsauren wird
der Nachweis von S e i f e n z u s a t z s t o f f e n herausgestellt und vor
allem auf den Titandioxyd-Gehalt vieler Seifen aufmerksam gernacht und Titan-Nachweismethoden besproehen. Besonders eingehend wurde das Auftreten von fettfarbbaren Stoffen nach Seifeneinwirkung auf den menschlichen und tierischen Organismus behandelt und nachgewiesen, daO eine Fettsynthese aus Seife stattfiudet, die vorwiegend i m Bcreich der lipasereichen Blut- und
LymphgefaDe ablauft. Diese typischen Fettbefunde eignen sich
z u m indirekten, histochemischen Nachweis einer Seifeneinwirkung.
E . V I D I C, Berlin: Untersuchungen zur Identifizierung end
Beslinznaung v o n E 6 0 ; in Geweben.
Es wurde eine groBe Zahl von Modellversuchen mit Leiehenorgancu unternommen. Zur Identifizierung der in Frage kommenden
sehr geringen E 605-Gehalte wurde die Papierchromatographie
herangezogen, wobei es in sehr schwach allialischem Milieu gelang,
die Gesamtmolekel nach Reduktion mit Titantrichlorid mittels
Naphthochinonsulfonat und p-Dimethyl-aminobenzaldehyd sichtbar zu maohen. Die Erfassungsgrenze liegt bei 0,001 mg.
Fur die Bestimmung der Ausbeuten der Extraktions- und Reinigungsverfahren wurde das modifizierte Averell-Norzis-Verf~hren
benutzt. Die bei noch unreinen Organextrakten auftretenden un-
571
vermeidbaren Trubungen wurden nach Reduktioii des gebildeten
Azofarbstoffes beriicksichtigt. Um eine Isolierung der E 605-Gesamtmolekel in mijglichst reiner Form, frei von Lipoiden und mit
hoher Ausbeute zu erreichen, wnrdc eine Methode ausgearbeitet,
welche auf der stufenweisen Reiuigung niethanolischer Ausziige
mittels Adsorptions- und Verteilungschromatographie unter Verwendung von Dichlormethan als Losungsmittet beruht.
H. S A C flS , A. S A U M E R und G . M E N K H A U S , Miinster:
Experimenfelle Veryijtungen mit Thioaeetatnid.
GroBe Dcsen der Substanz wurden Ratten taglich einmal durch
die Schlundsonde gegeben. Anfanglicher Leberzelluntergang, Ver-
fettungen und Storungen in der Aktivitat der alkalischen Phosphatase blieben trotz taglicher weiterer Giftgaben nach einer
Woche aus. Dagegen blieben Kernverauderungen, Storungen der
Lipaseaktivitat und des Glykogen-Gehaltes mehr oder weniger bestehen. A m regelmaBigsten ist i m beobachteten Zeitraum (vor Auftreten der Zirrhose) die morphologisch naohweisbare Leberlipase
geschwunden oder stark vermindert.
Eine Art Gewohnung uberwindet demnach Teilerscheinungen
der gesamten Giftwirkung, daruuter auch schwerste Teilerscheinungen. Andere Folgen werden aber nicht iiberwunden. Eine Nachpriifung dieser histochemisehen Ergebnisse rnit biochemischen
Methoden an Homogenaten wird augeregt.
[VB 9421
Deutsche Pharmakolog ische Gesellschaft
12.-15. Juni 1957 in Preiburg/Br.
Aus den Vortragen:
W . N E U M A N N , Wiirzburg: Gegenwartsproblenae der ToxikoZogie.
Alte und neue Substanzen wcrden immer vielseitiger fur die verschiedenartigsten Zwecke verwendet. Fur die Gewerbetoxikologie
ist eines der Hauptziele die Verbiitung von Schadigungcn durch
Einwirknng von Gewerbegiften iiber lange Zeit hin. Das Bundesministerium fur Arbeit unterrichtet interessierte Kreise iiber die
,Maximale Arbeitsplatz-Konzentration" (MAK) von z. Zt. rund
-LOO Gasen und Schwebstoffen.
Die von Unkundigen immer wieder erhobene Forderung, die
Unschadlichkeit der Verwendung einer Substanz zu garantieren,
ist unrealistisch ilnd unerfdllbar; denn aus Experimenten an Tieren oder auch a n Versuchspersonen kann stets nur mit einem gewissen Wahrscheinlichkeitsgrad auf die Wirkung bci einem groDeren Personenkreis geschlossen wcrden. Ein Untersucher kann
uiid m u 8 aber entscheiden, ob die Verwendung einer Substanz als
p n b e d e n k l i c h erscheint.
0. R . I< L I M M E €2, Bonn: Toxilcologie der Schudlingsbekumpfic?zljsn~itteZ.
1. G e w e r b e t o x i k o l o g i e . Die wichtigsten Schiifilingsbekampfu~igsmittel-Stoffgruppensind toxikologisch weitgehend ini Tierexperiment untersucht, nach ihrer oralen, perkutanen und inhalatorisehen Toxizitat eingruppiert nnd den Polizei-Verordnungen
iiber den Verkehr mit giftigen bzw. hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln unterstcllt wordcn. Sehr giftige und gefahrliche Stoffe, vor
alleni bei Alkylphosph%ten, wurden zugunsten weniger giftiger zuriickgedrangt. Einige der als Losungs- u n d Emulgierungsmittel
fur Scliadliugsbekampfung~mittel verwendeten oberflachenaktiveu Stoffe bediirfen eingehender Priifung.
I n den letzten zwei Jahren wurden in den USA ,,Maximale Arbeitsplatzkonzentratiouen" auch fur die wichtigsten Sohadlingsbekampfungsmittel festgesetzt bzw. zur Diskussion gestellt. Das
bedeutet gewerbetoxikoloneue Alkylphosphat ,,Metasystox"
gisch einen deutlichen Fcrtschritt gegeniiber dem Llteren ,,Systox"@l). Mit der tierexperimentellcn Erprobung der Hydroxamslure- und Aldoxim-Derivate bei der Alkylphosphat-Vergiftung
durch Wilson uud Mitarboiter und der therapeutischen Verwendung des PAM bei Parathion-Vergiftungen a m Mensohen ( N a m ba 1956) hat sich eino neue kausale Theraphie angebahnt, die die
bisherige, nur symptomatische Theraphie rnit Atropin, O,, kiinstl.
Atmung nnd Peristcn wesentlich bereichern wird.
2. S c b u t z d e s K o n s u m e n t e n . Das ehronische Tierexperiment unter besonderen Kautelen ist nach Ansieht der meisten
Pharmakologen immer noch die beste Moglichkeit, die gesundheitliche Unbedenklichkeit kleinster Spuren auf Nahrungsmitteln zu
priifen. Unter Einschaltung eines geniigenden Sicherheitsfaktors
lassen sich Listen mit msrinial zulassigen Residualmengen fur die
wichtigsten Schadlingsbekampfungsmittel aufstellen, wie dies in
den USA bereits geschehen ist uud in Westdeutschland z. Zt. diskutiert wird. Die in Tierexperimenten als cancerogen crkannten
St,offe und I-Iilfsmittel ddrfen in Nahrungsmitteln nicht vorhanden
w i n ; fliichtigen, instabilen Schadlingsbeliampfungsniitteln i s t prinzipiell der Vorzug vor stabilen, fettloslichen und speicherbaren zu
geben. Haupt- nnd Grundnahrungsmittel wie Milch, Fleisch, Fett,
Brot und Mehl sollten prinzipiell frei von joglichen Fremdstoffen,
also aucli von SchHdlingsbekampfungsmitteln gehalten werden.
Q
K. L A N G , Mainz: Dns Problem der Lebe~tsmitlelzusutze.
Nahrungsfremde und unphysiologische Substanzen als Lebensniittelzusatze werden eingeteilt in Substanzen, die 1.nachteiligeVerandcrungen der Lebensmittel verzogern oder verhindern sollen
(I(onservierungsmittel), 2. zu Zwecken der Schonung (z. B. Bleil)
Vgl. diese Ztschr. 69,86 [1957].
572
chung, Farbung) zugesetzt werden, 3. der Aromatisierung dienen,
4. unbeabsichtigt in die Lebensmittel bei der Erzeugung, Verarbeitung oder durch die Verpackung gelangen.
Die internationalen Richtlinien erfordern aufierordentlich zeitraubende Untersuchungen, d a unter anderem ein langfristiger,
sich iiber mindestens zwei Generationen vou Tieren erstreckender
Futterungsversuch verlangt wird. Durch Untersuchungen auf die
akute Toxizitat, etwaige akute pharmakologische Wirkungen, die
biochemischen Eigenschaften der Substanzen (Stoffwechsel, Ergiebigkeit yon Entgiftungsprozessen, Speicherung i m Organismus)
konnen schon von vorneherein Substanzen ausgeschieden werden.
Besondere Schwierigkciten bereitet das Problem der Sicherheitsspanne. Weiter ist zu fragen, inwieweit im Tierversuch gewonnene
Ergcbnisse auf den Mensehen dbertragen werden konnen. Auch
stiitzen sich die Befiirehtungen, daB sich Lebensmittelzusatze beini
Menschen schadlich ausgewirkt haben konnten, nur auf einige im
Tierversuch erhobenen Befunde. Schaden bcim Meuschen sind bisher nicht erwiesen. Das schwierige Problem bei den Ronscrvierungsmitteln, von denen die Abtotung bzw. Entwicklungshemmung von Bakterien, also ein schwerwiegender Eingrifl in eiu Lebewesen, verlangt wird, laBt sich durch die Unterschiede im Bau
und i m Stoffwechsel zwischen Mikroorganismen und dem Menschen losen.
G. H E C H T , Wuppertal-Elberfeld: Gesundheitsgeftihrdzlngdureh
Farbstoffe?
Bei der Herstellung synthetisclier organischer Farbstoffe spielen die aromatischen Nitro- und Amino-Verbindungen eiue besondere toxikologisehe Rolle. Das gilt nieht nur i m Fabrikbetrieb,
cs gibt Falle, in denen die Erzeugnisse noch Reste enthalten (Waschestempel, Lederschwarzen etc.) und zu Vergiftungen fdhren
konnen. p-Phenylendiamin u n d Derivate dsvon sind als hllergeue
bekanut, die damit auf Pelzwerk etc. erzeugtcn Sehwarzfarbungen
konnen bei mangelhafter Ausfiihrung auch f u r den Verbraucher
schadlich werden (Ekzem, Asthma). Ebenso ging die sog. Nylonoder Perlon-Dermatitis auf ungeeignete Farbungen zuriick. I m
allgemeinen sind bei der Verarbeitung und dem Gebrauch von
Textilfarbstoffen sonst keine nachtragliehen Folgen bekannt.
Bei der L e b e n s m i t t e l f d r b u n g wurde seit dcr Auffindung der
cancerogenen Wirkung des Dimethylaminc-azobenzol i m Tierexperiment die Verwendung von synthetischen Farbstoffen zur
Farbung von Speisefetten aufgegeben, z. T. auch deswegen, weil
einige solehe Farbstoffe in naher chemischer Beziehuug zu den Basen (z. B. P-Naphthylamin) stehen, die zu Blasencarcinom fiihren
konnen. Wasserlosliche Farbstoffe zeigten bisher bei Fiitterungsversuchen keine cancerogenen Wirkungen. Dagegen entstanden
bei einigen, wenn sie lange Zeit hindurch wiederholt subkutan an
dersclben Stelle injiziert wurden, Sarkome. Auch so wirksame Substanzen wird man vorsichtshalber von der Lebensmittelfarbung
ausschliel3en. Farbstoffe, denen solche Effekte und sonstige bedenkliche toxische Wirkungen fehlen, sind von der Farbenkommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgewahlt und
in einer Liste zusammengefa5t. Auch die Verwendung von Farbstoffen in der Kosmetik wurde von dieser Kommission bearbeitet.
H . O E T T E L , Ludwigshafen/Rh.: Gesuiadheitsgefuhrdulg d U m h
Iiunststofje?
Eigentliche t o x i k o l o g i s c h e F r a g e n entstehen nur bei der
Verarbeitung der meist recht a k t i v e n M o n o m e r e n , deren biologische Wirkung i m Tierversuch cingehend getcstet werden mu13.
Die subakute und chronische Toxizitat sol1 an hoheren Tieren. also
Katzen oder Hunden, bestimmt wcrden, die kliniseh-cbemiscb
eingehend iiberwacht werden miissen. Langdauernde Fiitterungsversuche an Ratten sind ungeniigend, konnen sogar fehlleiten. Notwendig ist bei der Priifung neuer chemischer Produkte stets cin
Anyew. Chem.
69. Jahrg. 1957 1 Nr. 17
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