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Deutsche Gesellschaft fr innere Medizin. 50. Tagung in Wiesbaden vom 28.Ц31. Mrz 1938

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VsrrommIungrbaricAte
bei gedehntem Kautschuk beobachten kann. Wie zu erwarten, zeigt der ungedehnte Film eine vollkommen
homogene Durchlilssigkeit f i r Elektronen wie ein Gelatineoder Cellonfilm. Der um ,800-lO00~' gedehnte Kautschukfilm zeigt dagegen eine auffilllige Streifenbildung. Diese
Abb. 12. Elektroneubild einer 800-1OOO~' gedehnten Kautschukmembran. Helle Streifen 0.5-0.75 p breit m d etwa 20 p long.
U a 79 kV; EleLtr~nen-V19OO:l.
Film war ungefiihr so dick wie der Durchmesser eines
Latextrtipfchens (1-2 p). Da die spindelformigen Streifen
in Abb. 12 ungefiihr 20 p lang und 0,5-0,75 p breit sind,
vermuten wir, daI3 es sich um gedehnte Latextropfchen
handelt, die sich bei etwa 1000%iger Dehnung in Richtung
des Zuges auf den lOfachen Betrag verhgert und in
Richtung quer zur Zugrichtung etwas zusammengezogen
haben. Es kann noch nicht entschieden werden, ob der
Kautschuldilm an diesen hellen Stellen d h n e r ist als an
den dunkleren, oder ob ein besonderer, geordneter Bau
dieser Bereiche (,,Kautschukkristallite")eine bessere Durchlhiglteit ftir Elektronen bedingt. Von E. &&P) wurden
W c h e Bilder. wie sie Abb. 10 zeigt, durch Aufnahme von
gedehntem Kautschuk in polarisiertem Licht bei gelcrewten
Nicols erhalten. Die etwa 1,s p breiten Streifen werden
von ihm als Kristallamellen in dem Kautschuk-,,Einkristall" angesprochen.
In dieser Zusammenstellung wurden unsere Versuche
an kolloidchemischenSystemen gezeigt. Es soll zum SchluD
noch darauf hingewiesen werden, daI3 F. K m u d ) und spiiter
auch B. v. Berries, E. Rwka und H. Ruskd) in Deutschland das Elektronenmikroskop auch auf die Untersuchung
biologischer Objekte mit Erfolg angewandt haben, und
es ist nach diesen Untersuchuagem zu erwarten, daB das
Instrument besonders im Kampf gegen bisher unsichtbare
Krankheitserreger wertvolle D i e leisten wird'?.
Fiir die Ennoglichung vorliegender Arbeit und fiir
eingehende Beratung sind wir dem I,eiter des HochKautschukhiiutchen wurden hergestellt durch Ausstreichen spannungsinsfituts Neubabelsberg, Herrn Professor
einer sehr diinnen Wcht von Latex auf einem ObjekttrHger. A. Mat&&, und dem Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts
Der ObjeJtttriiger wurde dann auseinandergeschnitten und fiir PhysitalischeChemieund Elektrochemie,HerrnProfessor
der Kautschukfilm durch Auseinandeniehen der Glas- P.A. T h i e b , zu grokm Dank verpflichtet. [A.27.]
bruchstiicke gedehnt und in diesem Zustand, durch kleine
' 3 E.Sa*, 2. physik. Chem. Abt. B. 86, 405 [1937].
Zangen gehalten, zur Untersuchung gebracht. Der gedehnte
I*) F.Kmws, Naturwbs. eb, 122 [1938].
Dederhe QemlMmft ttlr h e r e M e d i z l ~ .
50. TaQung
In Wlesbaden vom 28.-31.
M i n 1938.
Ve r ha n d 1u ngs t h em a :
W'ttOmir, B I .
Erster Bcrichterstatter: Abderhalden, Halle.
Das Vitamin B,, desaenEntdeckung bekauntlichAusgangspunkt ftir die Lehre von den Vitaminen war, ist in den 1etzt.m
Jahren durch die Arbeiten voa Windaus und aeiner Schule
und durch die des Ammilrenus Williams in seiner K d t u t i o n
aufgekhrt und der Synthese zughglich g d t worden.
Vortr. schildert in g r o h Ziigen die historische Entwicklung
nnserer Kenntnisse von diesem WirWff und wiirdigt insbes.
die Verdienste der deutschen Chemiker bei seiner Reindarstellung, K o n s t i t u t i m s a rind
~ Synthesel). B d der
physiologischen Wirkung des Aueurin.9. wie des isolierte Vitamin B, anch genannt wird, sind besmders seine Beziehungen
zum Kohlenhydrabtoffwechd interessant. Peters hat als erster
festgestellt, daD W Abweecnheit d- B,-Stoff= der Kohlenhydratabbm im OrganismusanvollstAndig ist, rind zwar findet
m 8 els
~ Apsdrack
~
Bl-Mangels im Blut, im H a - und
Skelettmuskel due Anhaufang von MnchsBUre, im Zentdnervmsystem die BrenztraubensBure. Sehr wdmdwblich sind
anch alle klhkhen Manifestationen des B,-Mangels auf diese
St8mg im Kohlenhydratstoffwechsel zurticlrzuWen. Der
&ere Mechanismus des gest6rten Stnffwechsels ist bekanntHch
in letztq Zdt durch Lohmann') aufgeklArt worden, dem wir
die Entdechg verdanken, dd der phoepaorJllierte B,-Stoff
1) 5. a. Dtsch. Chemikcr 8, 10 [1937l.
*) vgl. a. diese Zcschr. 60, 221 [1937].
Angrroad~rC h r a i r
6J.Jolrg.JOJb. Nr.88
eine Decarboxyb ist, welche die Decarboxylienmg der aKetonsauren besorgt. Von g r o k praktischer Bedeutung ist die
Tatsache, dd der tegliche Bedarf an B,-Vitamin neben vielen
anderen Faktoren abhAngig ist von der Menge der zug&ihrten
Kohlenhydrate. Es ist rnwch, all&
durch Zufuhr g r o h
Kohlenhydratmengen. sowohl im Tierversuch als auch beim
Menschen, eine Beriberi zu erzeugen. Hinsichtlich der Rage
des Vorkommens von B,-Hypovitaminc8en bei unserer Bev8lkerung ist auch Vortr. der Ansicht, dd3 die Gefahr dner
unzureichenden Versorgung mit diesem Vitamin besteht.
Zweiter Berichtentatter: Schroeder, Miinchen.
KlMsch hat die B,-Hypovitaminose besondm als Ernahrungsproblem Beachtnng gefunden. Nach den neuesten
Ver6ff~tlichqenat19 allen Teilep der Welt scheint der tagliche Mindestbedwf um 5 0 0 6 0 0 ~zu liegen. Sehr wichtig
ist der Umstand, daB die Spanne zwischen der eben zur Erhaltung der Gesundheit ausreichenden und der zum optimalen
Gedeihen notwendigen Menge beim Vitamin B, besmders grol)
ist. Aus Berechnungen SciuUmW) geht klar hervor, d d nur
durch die Verwendung eines hochausgemahlenen kldehaltigen
Brotes die Vitamin-Bl-Darrdchung in unserem Volk in den
Bereich der optimalen Zufuhr gehoben wird. Fiir eine ausreichende Veraorgung mit dem B,-Vitamin spielt in unserer
Kost aukrdem die Kartoffel eine wichtige Rolle. Die Beriberi
ist auch in Europa hejmisch, denn in den vergangenen Jahxen
sind mehrere einheimische Beriberi-Erkrankungen beobachtet
worden. Allerdings handelt es sich bei diKrmkheitsbild
nicht um eine reine B,-Avitaminoee. -$ern um einen Mangel
an mehreren Vitaminen. Der Folgezustand lang fortgesetzter
B
-g,
ein s ~ g .latenter B ,-Mangel, ist gar nicht
selten.
V e r eain i n 1u n ye b e r i c h t e
sine endgdtige Indication fiir die Vexwendung d a B,Vitamins in der &rztlichen Praxis BBt sich noch nicht abstecken. Erfolgversprechend ist sie vor allem bei den Erkrankungen des Nervensystems, deren Vitaminabhilngigkeit
als gesichert gelten kann, das sind vor allem die P o l p a i t h
diabetica, alcoholics, die Schwangerschaftspolyneuritis und die
verschiedenen toxischen Neuritiden. I n der h e r e n Medizin
hat die B ,-Behandlung besonders bei Erkrankungen des MagenDarm-Kanals und bei gewissen cardiovascuken Erkrankungen
an Bedeutung gewonnen. Fur die A u f k h g des Bl-Stoffwechsels beim gesunden und kranken Menschen bedeutet die
Moglichkeit der Bestimmung des B,-Vitamins durch die von
Jamen angegebene TUochrom-Methode sicher einen wichtigen
schritt vorwarts.
Vitamirr B,.
Berichterstatter: R. K u h n , Heidelberg.
Lactoflavin.
Im Jahre 1933 gelang es R. Kuhn, P. Gyorgy 11. 2%. Wagnerjauregg, einen noch unbekannten B-Faktor, das Lactoflavh,
aus Molke in reiner kristallisierter Form zu erhalten. Dieses
Vitamin B, (imengeren S h e ) , das in der Natur als gelber,
griin fluorescierender Parbstoff vorliegt, wirkt im Rattenversuch als Wachstumsfaktor. I n der Natur kommt Lactoflavin sowohl in freier als auch in gebundener Eorm vor. Am
weitaus verbreitetsten ist es als ,,gelbes Ferment", in dem das
Lactoflavin als Phosphoraureester an einen kolloj&len EiweiOkorper gebunden ist. Durch Dialyse bei schwa& saurer Reaktion findet eine Spaltung des nicht fluorescierenden gelben
Martin, Halle.
Fermentes in die g i n fluorescierende Flavinphosphorslure
Im Tkomasschen Institut in Leipzig hat Vortr. sehr in- und einen kolloidalen TrAger statt. Die Spaltung ist umkehrteressante Untersuchungen uber die Beziehungen des B,bar. Im AnschluB an die Synthese des Lactoflavins gelang es
Stoffes bzw. des B-Komplexes zum Kohlenhy&atstoffwwhl
mit H. Rudy u. F. Weygand, die I,actoflavin-5'-phosphorsiiure
durchgefiihrt. Er konnte dabei zeigen, daB Hunde, bei denen auf dem Wege uber die Tritylverbindung aufzubauen und ihre
die PankfeasdriiSe entfernt worden war und d e mit &em
Identittit mit der naturlichen zu beweisen. Die synthetische
wurden, gegeniiber dem In- LactoflavinJ'-phosphorsliure vermag wie die natiirliche bei
B-Komplex-freien Futter esulin allmablich unempfindlicher wurden. Dabei wurden die neutral- Reaktion mit dem kolloiden Triiger unter Bildung
Tiere imma elender und wiese.n typische Verhderungen am eines gelben Chromoproteids zu kuppeln. Die Vorstellung
Haarpelz und an der Schleimhaut a d . Sobald nun dem Willstdtters, daB ein Ferment a m &em kolloiden Trager und
Futter der B-Vitaminkomplex in reichlicher Menge zugeftigt einer prosthetischen Gruppe besteht, konnte durch die Synthese
m d e , trat schlagartig eine Erhohung der Insulinwirksamkeit des gelben Ferments als richtig &esen
werden.
auf. Auch das Allgemeinbefinden wies sehr schnell weitIm allg. besteht die Auffassung, daB die B-Vitamine mit
gehende Besserung auf. Beim menschlichen Diabetes sind geradzahligem Index (Bz,B,, B,) fiir die Emi4hrung der Siiugebisher ubereinstimmende Erfolge mit der Vitamintherapie tiere, die mit einem ungeradzahligen fur die Vogel notwendig
noch nicht erzielt worden. Doch kann man nach dem bisher sind. Doch konnte L. C. Norris zeigen, daB die* Einteilmg
Bekannten annehmen, d a B auch hier eine Beziehung zwischen nicht zu Recht besteht. Fiittert man B,-arm e r n m e n Hiihnern
B-Vitamin und Diabetes besteht. Viellekht spielt ein B- zur Nahrung Lactoflavin zu, so ist bei jungen Hiihnern ein
Mange1die Rolle eines auslosendenFaktors bei h e r bestehenden deutlich schnellerer.Gewichtsamtieg zu verzeichnen. Die d t
Disposition. Es scheint, als ob ganz allgemein eine ausdchende Lactoflavin ern%hrten Hiihner sind auch in der Legeperiode
Vitaminversorgung des Organismus fur eine optimale Funktion ausgezeichnet: aus den befruchteten Eiem schliipfen mehr
der Hormone notwendig ist.
Kiiken (80%) aus als aus den Eiern der B,-arm erniihrten
Legeh-en
(20-30 %).
Luckner, Hamburg: ,,obey die geminsamen Ursachen
Als Bausteine der EiweiBkomponente des gelben Ferments,
des Hungerodems und des &ems bei Beriberi."
dessen Molgewicht 70000 b e t r w , wurden mit P. Desnuelle folDurch eine an EiweiB und an Vitamin B, arme Er- gende Aminosiiuren kristallisiert erhalten: ArgiUin, Histidin,
n8hrung gelang es, tierexperimentell eine Erkrankung zu er- Lysin, Glutamh&ure und Asparaginsiiure. Von den ubrigen
zielen, die weitgehend der klassischen B,-Avitaminose, der im Hydrolysengemisch enthaltenen Aminosiiuren wurden
Beriberi, gleicht. So fanden sich bei den Tieren z. B. die stufenphotometrisch bestimmt : Tyrosin, Tryptophan, Glytypischen odeme und auch die Veriindemgen am Herzen kokoll, Cystin, Phenylalanin.
und Kxeislauf, wie wir sie bei der Beriberi kennen.
Ein glundsiitzlichef Unterschied zwischen den A&osSuren bekannter Proteine und den im gelben Ferment entS t e p p , Miinchen.
haltenen hat sich bisher weder qualitativ noch quantitativ
I n der Aussprache zu dem Thema Vitamin B, macht ergeben. Die Mengenverhdtnisseentsprechen in guter Ngherung
Redne$ auf die Beziehung des B,-Vitamins zur Zahnkaries der von M. Bergmann angegebenen Formel 2n-3m (n und m
aufmerksam und verweist auf die Untersuchungen des Zahn- = o , 1, 2, 3 . . . ) .
arztes Roos in der Schweiz, aus denen die Bedeutung der ErNicotinslure.
nahrung besonders des Vollkornbrotes fiir die Verhutung von
Zahnschgden klar hervorgeht. Zu diesem Problem konnte
Die Nicotinsiiure wurde im Jahre 1911 von U. Suzukz
auch Medengracht, Kopenhagen, einen wichtigen Beitrag und 1913 von C. Funk aus pflanzlichem Material (Reiskleie)
liefern. Die Gronltinder htitten solange ausgezeichnete Zghne, bei Versuchen zur Ameicherung von Vitamin B, , isoliert.
als sie bei ihrer alt iiberlieferten Nahrung, n t i d c h in d d 0. Warburg (1934) und H. v . Eulev (1935) erkannten das NiHauptsache Seehund und Fische, blieben. Durch das Ein- cotin&ureamid als wichtigen Bestandtd der Co-Dehydrssen.
dringen der Zivilisation spielen jetzt Milch, Kaffee und Weil3- B. C. J . G. Knigkt konnte 1937 zeigen, daB Nicotinstiureamid
brot in der Kost eine wichtige Rolle. Mit dies$ Umstellung ein Wachstumsfaktor fiir Staphylococcus aureus ist. C. A .
in der Ernhrung ist nun eine auffallige Verschlechterung des ElvekjePn machte 1937 die wichtige Entdeckung, daB NicotinGebisses bei den Grisnliindern einhergegangen.
siiure und Nicotinsiiureamid die bei Hunden auftretende
,,blacktongue" zu heilen vermogen. Die bei einseitiger FtitSt r iec k, Wurzburg.
terung mit Mais bei Schweinen auftretenden schweren KrankIn der Gvafeschen Klinik sind seit 1936neuartigeI n s u l i n e heitserscheinungen lassen sich nach H. Chick durch 50 mg
gepriift worden, die durch Koppelung an bestimmte andere Nicotinstiure pro Tag heilen.
Stoffe schwerer resorbierbar und daher uber h g e r e Zeit
Adermin.
wirksam sind. Als erstes dieser Insuline wurde das P r o t a m i n insulin geschaffen, das sich nach Erfahrungen amerikanischa
Unter den iibrigen Faktoren der B-Gruppe beansprucht
Kliniker ausgezeichnet bewiihrt hat. Inzwischen sind auBer- der von P.Gydrgy in seinen Wirkungen beschriebene Faktor B,
dem noch mehrere andere Insuline in den Handel gekommen, ein groks Interesse, dessen Fehlen in der Nahrung bei der
die das gleiche Wiskungsprinzip besitzen. Die klinischen Er- Ratte zu einer pellagra-iihnlichenDermatitis (Akrodynie)fiihrt.
fahrungen, die Vortr. mit den neuen Insulinen gemacht hat, Wie weitere Forscher besttitigt haben, handelt es sich um eine
sind &uBerstgiinstig. Der Vorteil gegenuber dem alten Insulin niedrig molekulare, leicht dialysierbare, hitze- und alkalibesteht darin, daD der Blutzuckerabfall allmwcher eintritt besthdige Verbindung.
und die Gefahr einer hypoglykamischen Reaktion vermieden
Wie R. Kuhn und G. Wendt gefunden haben, ist das antiwerden kann. Mit dem neuen Insulin gelingt es oft mit einer dermatitische Vitamin B, in dem Ruckstand eines bei niedriger
Injektion ttiglich, auch bei schwerem Diabetes auszukommen. Temperatur dialysierten Lebedew-Saftes in einer hochmoleku-
336
dtryerrundte
Clrernie
51.Juhrg.1938. Nr.82
I.'c ruu 111 in I IL it gsb e r i c ht e
laten, nicht d i a l y d e r b e ~ ~hi,-a d d k d i ~ p f h d l i c h e n D i e Verbindungen deuten Vielleicht auch die funktionelk
Form enthalten. Die hochmolekulare Verbindung, fGr die die Einheit an.
AU~ORIIden N-en
Adermin-Protein vorschlagen, lid3 Sich
E i n h a u s e r , Miinchen.
nach den fiblichen Methoden der Eiweil3chemie weiter relnigen
und zeigte nach Zufiitterung bei B,-arm ernahrten Ratten eine
Von anatomlscher Seite ist schon vor langer &it auf die
auffrasche Heilung der pellagra-Ahnlichen Dermatitis.
Beteiligune: der Nebennieren im Verlauf schwerer VerbrenDurch Erhitzen wird die prosthetische Gruppe von dem nungen hingewiesen worden. Tatsachllch d g t sich eine ganze
Rotein gespalten. Nach weiterer Reinigung ist es gelungen, Reihe von &mlichkeiten im Bild der schweren Verbrennung
dux& Ehwixkung von E;ssigsBureanhydrid die ptosthetische und dem der akuten Nebenniereninsuffiz. Vortr. hat im
Gmppe in eine chloroformbliche Verbindung Qberzufiihren, Tiervasuch festgestellt, da0 die Wirkstoffe der Nebennierendie im Vakuum bei 1O-amm zwischen 85 und 9 0 0 destilliert. rinde, namlich das Rindenhormon und das Vitamin C, eine
Dutch HydrOlySe der Acetylverbindung mit VWd. WZ-SpQifiSche Heilwirkung nach schweren Verbrennungen entSaure e r u t man das Aderminchlorhydrat. das aus was8er- falten. UnabhAngig davon haben englische Kinderkliniker
haltigem Aceton in derben Prismen kristallisiert, die bei 204 bereits giinstige Erfahrungen bei der Behandlung schwerer
bis 205* unter zersetzang schmelzen. Das Chlorhydrat hat die Verbrennungen mit Nebennierenrindenhormm und Vitamin C
gemacht.
Bruttoformel C,H,,O,NU.
Je Tag und Ratte sind 8-10y
erforderlich. Es gibt eine rotbraune Farbreaktion mit F a ,
Baumann, Basel.
und kuppelt mit diaz0tiert.e~Sulfanilshre unter Bildung eines
In den letzten Jahren ist Vielfach eine Hormon-Vitaminorangegelben Amk6rpers. Es ist optisch inaktiv und zeichnet
Behandlung bei der Diphtherie angewandt worden und hat
sich durch e h schh kristaUisierendes Silicowolframat und
Reineckat aus. Mit einem von der Firma E. Merck, Darmstadt, teils begeisterte Zustimmung, teils viillige Ablehnung gefuden.
Vortr. glaubt, daI3 noch weitere Brfahrungen zur Bearteilung
z w Verfiigung gestellten Praparat, das J. B. Keresdesy u.
J .R . Skums aus Reiskleie gewonnen haben,konnte das Adermin- d u Behandlu~igserfolgebei diese~Krankheit mit Nebendexenchlorhydrat aus Hefe verglichen werden. Der Mischschmelz- rindenhormon und Vitamin C gesammelt werden mtrssen. Bei
punkt ergab keine Depression. Das Vitamin B, der Hefe ist der malignen Diphtherie konnte in tler K6lner Kinderklinik
kein eindeutiger M a d den Verlauf der E r k r a n k q
also mit dem der Reisklde identisch.
beobachtet werden, dagegen war die Blutungsneigung nach
der Vitamin-C-Darreichungdeutlich herabgeaetzt. Selu wesentRmktion uml Erkrankungq der N e b a n b r e .
lich ist anscheinend, daI3 die Behandlung friihzdtig einaetzt.
Von Bergmann. B e r h , gibt einen uberblick iiber die
Thaddea, Berlin.
histarische Entwicklung unserer Kenntnisse von diesem Organ.
Neben der Hormonbehandlung ist die Behandlung der
Erstaunlich sind besonders die neuen Xrkenntnisse hinsichtlich
der Funktim der Nebennierenrinde, deren Hormon auch Addasorcschen Krankhdt, die bekanntlich dmch kranthnfte
chelnisch durch die Arbeiten von Reuhstein weitgehend auf- Verhderungen der Nebennierenrinde bedingt ist, auch mit
g e k k t ist. Vortr. betont bei den Aufgaben des Rinden- der AminosaUre Cysteih m6glich. Der sanstige EMId des
auf den Ablauf der Stoffwwhdvorgange beim Morbua
hormons im 0rgadsmus besmdem die von Verzar u. Mtarb. Cyatei~.~
gcfundene B4ehung zum LactoflaVin bzw. der Lactoflavin- Addison erklArt sich nach Vortr. dadurch, daI3 es bei dieser
phosphorsAure und den Phoephoryliexnngsvorghgen. Damit Erkrankung zu Fehlkatalysen kommt, die durch das Redoxeng vexbunden ist ja die Bedeutung der Nebennierenrinde ffir potential des Cysteins beseitigt werden.
die Resorption bewnders des Fettes im DarmLanal fiberhaupt.
Lucke, Gttingen.
Unter den vielseitigen Aufgaben der Nebennierenrfnde hebt
Vortr. ihre Aufgaben fiir den Waser-Salz-Stoffwechaelund ftir
Zu den Symptomen dner Nebenniereninsuffizienz geh6rt
den Wneralstoffwechsel (RnlLa+mut der Knochen bei Addfson) unter andexem eine Stiirung im Mineralstoffwechael. So
havor. Bei der Nebenniereninsuffiziem kommt es z.B. zu k-t
e~ Z. B. zu einem CalCiUm- und P h o e p h o r v ~ l der
~,
h e r HypochlorBmie. Eingehend werden auch die Bdehungen dmch eine Behandlung mit Nebennierenertrakt aufgehaltm
der Nebenniere zum Vitamin C, das bekanntlich beaonders werden kann.
rdchlich in diesex Driise enthalten ist, behandelt. Die komNitschke, Berlin.
binierte Hormon-Vitamin-Therapie, die bereits bei h e r Reihe
Bei der Unteisuchung der Einwirkung der Nebenniumvon schweren Infekten beaonders bei der Diphtherie angewandt
wird, bedarf ZUT endgiiltigen Beurteilung noch wdterer kli- ineuffizienz auf den Mineralstuffwechsel fand Vortr. einen
nischet Erfahnlngen. sehr bedeuhlllgsvoll Uschanen Vortr. Aastieg des Blutkaliumspiegels, der durch Organextrakte aus
die anatomlschen Arbeiten seines Mitarbeitem Lukadou, nach der Nebenniere, nicht aber durch Corticostuon, gesenkt werden
denen Rinde und Mark nkht scharf getrennt sind, aondem konnte. AuffUg ist die Beobachtung, da0 das Blut bei sehr
d e u W e anatomfsch nachweisbare Verbindungen aufweisen. tiefem Kaliumspiegel ungerinnbar wird.
Faraday SO&@.
Bdatol, 11.--13.
April 1938,
Verhandlungsthema: Chetnl.che Recrktlonen, an damn /ate Stofle beLetUgt 8ind.
Teil I. Energiezuatgnde in Ideal- und Real-Krletnllen;
elektrlsche LeltfUhigkelt und DiiIubion B o d e &emlacher
Umsatz in ferten Stoffen.
Von R. W . Poll u. blitarb. sind Alkalihalogettide n i t h e m
f)berschuB an Alkalimetall (F-Zentren)untersucht worden.
Die F-Zentren werdm als Elektronen a m Ort einer Halogenionen-LeerStelle gedeutet . Diese Elelttronen sind an dch noch
Prof. N. F. M o t t , Bristol: ,,Energicacsldnde an Real- u d nicht bewegungsf-,
smdem werden zu Wtungselektronen
Ideal-Kristallen."
erst nach Abl-g
aus dem speziellen Bn
id-d
(z. B.
Ein reiner NaC1-Kristall zeigt keine me0bare Elektronen- Anregung durch Wchtadsorption). Leitungselektronen k6nnen
leitfwkeit, da der gristall aus Ionen mit abgeschlossenen in verschiedener W e k wieder festgelegt werden, bei lichtEleMsonmschalen (Edelgaskonfiguration) aufgebaut ist. elek-en
Versuchen von R. W .Pohl u. Mitarb. vorzugsElektrondeitung ist jedoch m6glich. wenn an einzelnen Ionen weise durch (metastabile) .Wagerung an F-Zentren unter
Elekt~onen fehlen (Elektronen-Defektleitung,z. B. durch Bildung eines P'-Zentrums (2 Elektronen a m Ort einer HalcfgenElektroncnaustausch zwischen C1 und U-), sowie ferner W ionen-LeerStelle). Festlegung ist wahrschehlich auch an OberGcgenwart fiberachtissiger Elektronen. Trotz der Existem W e n oder an inneren Spalten mtiglich, jedoch z d t wedvan Potentialschwellen ist Molge des wellenmechanischen t h e o d s c h noch experimentell genauer erforscht. Weiterhin
Tumeleffektes keine AktiVierungsmergiefiir &en Elektronen- M e n Elektronen auch von kolloid verteilten &etallpartikeln
p l a t z w zu
~ emvetten.
eingefsngenAngnrondlc C h r m i r
J I.Jahrv.IV3.9. .Vr.Z'd
337
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