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Deutsche Glastechnische Gesellschaft. (D. G. G

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39. Jahrgang 19263
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Vereine nnd Versammlungen
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die ziihigkeibfordernde Wdrkung dea Anlaseens miissen vereinigt werdenc. D6e Umwandlung des Gefuges durch die Warmebehandlung pragt sich in den mechanischen Eigenschaften, aus.
llurch Oberhitzungen konnen sich aber wieder Fehler zeigen.
Wir konnen, wenn wir den uberhitzten Stahl nochmak erhitzen,
eine wesentliche Verbesserung des groben Gefuges erhalten, es
ist dies die sogenannte Regenerierung. Die Moglichkeit des
Hegenerierens d m Stahls, der in seiner mechanischen Eigenwhaft durch fehlerhafte Behandlung geschiidigt ist, beruht auf
den Umwandlungen des Gefuges. B b i b en letztere aus, wie
auch bei Kupfes und Messing, so ist durch Warmebehandlung
rin Beseitigen eines zu groi3en Korns nicht zu erreichen.
Auch bei Sil8iciurnstahlen mit uber 2 % Silicium und wen@
Kohlenstoff, diie im GuBzwtand , s e h sprode sind und ein groblrorniges Ciefiige haben, sind alle Versuche, durch Gluhen den
Stahl zu regenerieren, fehlgeschlagen.
Deutsche Cilastechnische Ciesellschaft. (D. Ci. Ci.)
4. Glrstechnische Tagung, Berlin, den 26.-27.
Nov. 1925 l).
Nachdem am 26. Nov. die d mi Fachausschiisse, P h p i k und
Chemie, W-armewirtischaft und Ofenbau, Bearbeitung ck% G l a s s
getagt hatten, welche spezielle Fragen der Rohmaterhlien,
Untersuehungen und Prufungsmethoden fiir die chemische Angreifbarkeit des Glases, die Anforderungen an die feuerfesten
Materialien der Glaeschmelzofen und die metallurgrischen und
maschinentechischen Fragen bei der Bearbeitung des GLses,
besondws dem Walzen erorkrten, fand am 27. Nov. diie ordentliche Mitgliederversammlung statt, die den Bericht des Varstandes uber das abgelaufene Cieschlftsjahr, den Rechnungsabschlul3, sowie den Bericbt der Vorsitzenden d er drei Fachaumhiisse braehte.
Hierauf eroffnete der Vorsitzende der Gesellschaft, Dr.
\I. V o p e 1i u s , den wissenischaftlichen Xeil der Tagung und
inachte Mftteilung, dai3 in Ansehung der Ziele der Deutschen
Olasbechnischen Gesellschafi und unter Fiihlungnahme mlit der
Kaiser-Wsilhelm-G~esellschaftbeschlossen sei, d er Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Errichtung eines Forschungsinstitutes fur
Silicatchemie seitens d er Glasindustrie einen Betrag zur Pe rfiigung zu stellen.
Exzellenz v. H a r n a c k gibt sodann seiner Freude Ausdruck uber die Zueicherung der Deutschen Glastechnischfen Gesellschaft, fur ein wissenschaftliches Institut eine betrach'tliche
Summe zu spenden und gibt der Oberzeugung Ausdruclr, daij die
Hegriindung des Institutes Kir Silicatchemie als gesichert zu
halten ist, wenn aueh iibm den Umfang noch niehts gesagt
werden kann.
Stadtbaurat a. L). B. T a u t , Berlin: ,,Glas als nrchitektoiiischer Bausto/f".
Bis zum 19. Jahrhundert war Glas nuT als Fullmittel fur
Fensteroffnungen u. digl., also Ausfiillung von wand- und raumzerstiirenden Offnungen, gewissermaijen ein notwendiges
Obel. Den enstren AnstoS zur Verwendung des Glases als
wirkliches Ai-chitekturmaterial gab d er nach den Planen eines
Rirtners erbaute Londoner Kristallpalast. Von diesem Rau
an durcklief &s Glas die ganze Skala der bloijen Nutzlichkeiisbauten, GewPcbhBuser, Industriebauten usw., bis es heute
nach und nach mit in die Reihe derjenigen neuen Materialien
gekommen ist, die als Hilfe fur das neue Zeitgefuhl zum neuen
iirchitektonischen Ausdruck fiihren. Beton und Eisen gehoren
gleichbemhtigt in dieselbe Rleibe, und mit diesen baiden Stoffen
vereinjigt sich das Glas mehr oder weniger, sowait es alp eigentIiiches Amhikkturmittel auftritt.
Dr. F. S p a t e , Berlin: .,Untersuchung von Glas n u f
Spnnnungen".
Es wird jetzt in Wisseiischaft und Technik imrnpr mehr fur
die Untiersuchung des Glases auf Spannungen Anwendung gemacht von der Methode der Untemuchung durch polariqiertes
Licht. Die Feststellung der in Glas auftretenden Spannungm
ist fur dte Verwendung des Glases uberaus wichtig, techn'isches
Glas mub wegen der geforderten mechnischen Eigenschaften.
optisches wegen der gewiinschten optischen Eigenschaften moglicM frei ron Spannungen sein. Vortr. bespricht nun zunachst
1) Eine ausfirhrlichr Wiedergahr drr pehaltenen Vortr&ae mit Abbildungen erfolgt in den von der ..Deutschen Qlasteehnioohen Gesrllschait". Frankfurt a. M., Outleutstr. 8. hrrsu%nmbenen und monstlirh
ertcheinenden ..Qlasteabninrhen Berichtrn".
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die Grundlagen des Auftretens der Doppelbrechung bei Glas
und deren Erkennung mittels polarisierten Lichtes zwischen
gekreuztenl Nikols ohne und rnit Verwendung von Hilfskompensantcureq z. B. dem Gipsblattchen vom Rot d a ersten Ordnung. Spannungsfreies Glm ist nicht doppelbrecbend. SetneL
w ir Glas einer Spannung aus dw c h Druck od'er Zug, so wird
das Ma s o p t k h anisotrop und man ka na bei d e r Untemuehung
im polapisieden Licht, wenn man die Schwingungsrichtung des
Gipsbltiimcbn kmt, aus den Addition+ und Subtraktiomfarben auf die Schwingungsrichtung des untersuchten Objektes
schhieben und darauf wieder schliefien, ob das Glas gepreijt
oder gezogen ist. Spannungen in Glas entstehen meist durch
unregelmiU3iges Abkuhlen. F u r verschiedtene Glaser ist die
Doppelbrechung bei gleichem Druck verschieden. Kennt man
die spezifische Doppelbrechung, dann kann man aes der gemessenen auf die G r o h d a Spannung schliel3en und damit auf
die Bruchgefahr. Vollkommen spannungsheie Glaser gibt es
nicht. Der Vortr. zeigt nun an Hand von Lichtbildern die Auswertung de r Untersuchungsergebnisse fur die Praxis, und zwar
a n gespamten Glasscheiben, Glasrohren, Glasstaben und GhswiiTfeln. Man erkennt das Auftreten von Spannungen beim
Zusammenschmelzen von Glasern mit verschieden groben A w dehnungskoeffizienten, sowie beim Zusammenischmeluen von
Glas und Metall, wenn die Ausdehnungskoeffizienten dieser
beiden Stoffe ve m hie de n sind. Es ist dies von besonderer
Wichtigkeit fiir die Gluhlampenindustrie. Glas, das den Iteanspruchungen standhalten soll, mu6 moglichst spannungsfrei
sein. Je grober d'ie Unterschiede der Ausdehnungskoeffizienten
zweier zusammengeschmolzener Glgser oder von Glae und Metall sind, desto starker sind die auftretenden Spannungen, desto
deutlicher tretten die hterferenzfarben auf. Die Messung der
Spannung ist insbesondere wichtig bei de r Verwendung f i i r Bauzwecke. Die Awwertung der Messungen f i i r die Praxis leidet
noch unter manchen Schwiei-igkeiten, insbesondere sind fur die
Praxis zwei Erscheinungen wichtig. Beim Berechiien der
mechanischen Beanspruchung eines Glases, die durch zu
schnellm Abkuhlen in Form von elastischen Deformationen
auftritt und sich berechiien liii3t a us der Messung der Doppelbrechung. Bei bekannter spezifischer Doppelbrechung des
GIases beobachtet man oft, daij die Beanspruchung kleiner ist
als die Bruchfestigkeit des Glams, aber trotzdem tritt ein
Springen des Glases auf. Manchnial tritt das Springen auch
nicht gleich auf, sondern erst nach langerer Lagerung des
Glasgegenstandes ganz spontan. Eine Erklarung fur diese Erscheinmgen kann man darin finden, daiJ das Glas molekulare
dnderungen erleidet, es findet eine Umwandlung bei 400 bis
450° staM. Diese Umwandlung kann wahlrscheinl'ich auch bei
Z i m m e r t e m p a t u r unter Umstanden vor sich gehen. Bei der
molekukren Bnderung iindeni sich die physikaliischen Eigenschaften des Glases epnungweise, und es kann so die Brucbsicherheit plotzlich iiberschritten werden.
Privatdozent Dr. H. S c h u 1 z , Berlin: ,.Lichfzerstreuung Dei
Cliisern und ihre Mrssimg".
In den 80 e r Jahren begann die Erforschung der G e wtze der Lichtstrahlung von leuchtenden Korpern, sowie die
Gesetze der Lichtzerstreuung. Wir \ erdanken die grundlegenden Gesetze den Arbeiten \on L u in m e r , P 1 a n c k , sowie
von L o m m e 1. Die experimentelle Erforschung der Gesetze
de r Strahlung und ihre theoretiwhe Bearbeitung hat die Grunji
lzgen fur die Entwicklung der modernten Lichtqnellen geliefart,
bei denen die Okonomie gegenuber den fsriiher benubten durch
Erhohung der Tempera tur der leuchtenden Korper bedeutend
gesteigert worden ist. Die modernen Leuchtcen haben jedoch
einen Nachteil, ciie Schldigung des Augas durch ihre groije
Flachenhelligkeit, die bei den modernen Lichtquellen weil
iibcr das Erlaubte hinaus geht und mehrere 100 HK./qcm betragt. Um das Licht der nackten Lampen durch Verwendung
lichtstreuender Schirme in ein ertragliches umzuwandeln,
miissen wir uns die Frage stellen, wie Wir die Emeichung geringerer Flachenh~ePigkeit ohne Lichtverluste erzielen konnen.
Es war dlies eine theoretisch zu losende Aufgabe, wenn wir dip
Geseize der Lichtteretreuung SO beherrschen wiirden, wie die
Gmetne der Lichtstrahlung. Leider sind a be r die Gesetze der
diffusen Riwkstrahlung und der diff usen Durchlassunq bieher
noch nicht ausreichend erforscht. Das yon I, a m b e r t aufgestellte Kosinusgeselz fiir diffis reflpktierende FlIrhen eat-
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Vereine und Versammluogen
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spricht eiuem Idenlfall und hat sich bkher n w h an lteinem
horper verwirklichen lassea Dia Beobmhtung der B e u g u g
dles Lichtes an mattiaten und Trdbgksern fhhrl dazu, eintachere Gevatze annehm'en zu miisen, und e s sind eine Reihe
solcher Gesetze aufgestellt worden. F~ die b e k u c h t u n p t e c b
nischen Probleme genugt es, Annlihenulgsgesetze fiir die raumliche VmerteiLung der durchgelassenen Intensitat auQzurstel1,en
und eine gewisse Klasseneinteilung fiir diffus streuende Korper zu schaffen. Eiine praktische Liisung h t moglrich durch
physikaliscbie Mewung der Verteilung der Leuchtdichten, und
aui Grund dieaer Messungen k t d a m der Versuch einer Klajseneinteilung gemacht worden. Als h'IaB wird die rlelatihe
Leuchtdichte genomm8en, d. h. die Leuchtdichk in bezug auf
ldealgks, und die Richtung des einfallenden Lieh'is. Die direkle
Durchlassung winl gemessen. Man kann zulnachlst die in BeDracM kommenden Cilaser eintmeilen in solche rnit strieuender
Oberflacbe (matbierte GlaMr) und in Tsubmedien (Trubglaser).
Bei den Opalglawrn liegen die Verhaltnisse aicht so einfach,
wir haben es mit der raumlichen Anordnung der str'euenden
Teilchen und mil der Wirkusg verschiedener Reflektionen zu
tun. Es gelang aber eine Klasseneinteilung fur jedie Ciruppe
der lichtstreuenden Schirme zu ermoglichen durch die BeobachLung mit d e r Anordnung von P i r a n i. Es ist dies eine einfache Vorrichtung unter Verwendung einer kolloidalen L o s w g
von Thoroxyd. U n k r Benutzung einer einfachen Apparatw konnen auch zahnmM3ige Werte fur die Streuung eines Schirmes
erzielt werdsen, hiefiir ist nur natwendig, die InbemitatJenzweier
in vemhiedener Kichtung die Platte durchsetzienden gerichteten
Lichtbiindel zu vsergbichen, wobei sich gleichzeitig die Anderung des Verhaltens zerstreuender Platten bei verschiedener
spektraler Verteilung feststellen laat. Wahrend die Masungen
mit dem Instrument von P i r a n i oder auch dem von B 1 o c h
konstruierten Apparat auf einem Vergleich miit einem Normalsatz beruhen, und wenn man sich eine Anzahl von Proben
schafft fur bestimmte Streuungsabdufungen, man dann durch
Vergleiche die Streuungsart bestimmen kann, ist es moglich
mi2 dem ,,Glanzmeser" Messungen durchzufiihrzen, bei wielchen
keine Normalplatten fur die einzelnen Klassen mehr erforderlich wind. Zusammenfassend kann man uber das Problem der
lichtstrenenden Glaser sagen : Die moderne Beleuchtungstechnik zwingt uns zur Vmwendung von Matt- und Triibglasern.
Gesletze uber dice Lichtzerstreuung dieser Glaser gibt es noch
nicht. Wir wissen noch nicht, wie wir die Cilaser andern
miissen, abar man kann auf Grund von Mmessungen schon eine
Einteilung der Glaser treffen und aus den hlessungen einen
Schlufi ziehen, welche Glaser fiir bestimmte Zweckme anwendbar sind.
Im AnschluD an die Ausfuhrungen von Dr. S c h u l z demonstriert Dr. B l o c h den auf seine Anregung hin von der
Firma Schmidt & Hanltsch ausgefuhten Apparat, der auf dem
Giundmtz beruht, dai3 man gleichneitig in dem Apparat das
Normalglae und das zu unterwcliende Glas beobachten und
miteinander vergleichen. kann. Dr. B 1 o c h betont, daB die
in den Glashiitten verwendieten Apparate moglichst einfach
gestaltet sein museen und die Verfahren der Untersuchung
lllicht kompliziert leein durfen. Die Probleme dier Untersuchung
der Beleuchtungsglaser w e r d m in einer Kommission blearbeitet, die von der ,,Deutscben Glastechnischen Gesellschaft"
gemeinsam mit der ,,Beleuchtungstechnischen Gesellschaft" gebchaff en wurde.
Prof. Dr. I(. E n d e 1 1 , Berlin: ,,Ternpera;uz eznpfizidlichkeit
fcucrfester Steine in der Glasindustrie".
Die Eigenschaften und die Anforderungen, die be6onders
an dshs Schamottematerial in dier Glasindustrie gestelk werdien
mussen, sind verschiedener Natur. Es sind Eigentschaften, deren
gleichzeitige Einhaltung oft n u schwer zu erzielen ist. Es
muB das in der Glasindustrie verwendete feuerfeste Material
geringe Porositat besilzen, einen hohen Erweichungsbeginn
unter Belastung zeigen, fernler einen grofien Widerstand gegenuber AuflBsung durch das Glas, sowie hohe Widenstandsfahigkeit
gegeniiba Entspannungen, die durch ein stairkas Temperaturgef5lle bedmgt sind. Durch die gesteigerten Anforderungen
is2 die Glesindustrie gezwungen, sich mit den Eigenschafien und
Herstellungsasten des feuerfesten Materials mehr zu beschaftigen. Vortr. will sich bei seinen Ausfuhnmgen beschriinken
auf die Temperaturempfindlichkeit feuerfester Steine, iiber die
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Zeitsohrift fur
angewandte Chemie
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in der letzten Zeit eine Reihe von untersuchungen ausgefiihrt
worden a n d . Alle keramischen Kiirper, also mch die Wannenbliicke, die im spannungsfreien Zustand einer Temperatuweranderung unterworfen sind, erleiden betrachtliche Spannungen,
die als Zug-, Druck-, Biege- und Torsionsspannungen auftreten
und in Beziiebung zu den anderen Eigenrschaften der feuerfesten
Stoffe steben. Beim Oberschreiten des Maximalwertes bei der
bletreffenden Temperatur mu13 dann ein Zerplatzen des Materials
auftreten. Einen praktischen Anhalt iiber die Temperaturempfindlichkeit geben die Abmhreckprufunge, die i n den
letzten Jahren insbesondere in Amerika awfiihrlich ausgearbeitet wurden. Vortr. fiihrt solche Unlersuchungen gem&sam miit Privatdozeat Dr. S t e g e r in seinem Laboratomm
dwch nnd zwar in der Weise, dafi ein Normalstein einseitig
durch Strahlung von vier Siliitstaben auf 8500 erhitzt wird,
d a m eine Stunde bei dieser TemperatuT gehalten wird und
sodann 3 Minuten in kaltes fliei3endes Wasser getaucht wird.
Man lafit dann 5 Minuten den Dampf heraus und &zt den
Stein abermals diesw Beanspruchung aus. Ein Normalstein
halt diese Abschreckung 22mal aus. Man kann also durch die
Abxhreckprufmg annlihernde Vergleichswerte bekommen. Die
Frage dier U'iirmeausdehnmg ist iiberaus wihtig, und. seitdem
1921 in England die Frage zumst behandelt wurde, Bind von
Dr. S t e g e r viele Untersuchungen uber die Warmeausdehnung
keramischer Stoffe durchgefiihrt worden. Eis wird hierbei
ein Apparat zur Messung dw Warmeausdehnung bendzt, der
automatisch dtie Werte aufzeichnet. Der Apparat ist einfach und
gibt eine gute Mefigenauigkeit.
Vortr. wendet sich nun der b p r e c h u n g der Umlagerungen zu, die in allen Schamottsteinen auftreten, in welchen
freie Kiesehaure vcurkommt und bespricht die bei den verschiedenen Temperaturen auftretenden Umwandlungen und
die grofie Bedeutung der Volumveranderungen der polymorphen Form'en des S y s t e m Si02 in Silicatste'inen und Schamdtemassen, die freien Q u a n bzw. Cristobalit enthalten Vodr.
wendet sich dann d m Elastizitat d e r keramischen Massen zu,
die bei hoheren Temperaturen noch wenig bekannt sind. Mit
optischen M'ethoden kann man die Spannungen nicht wie beim
Glas messen. Vortr. verweist dann auf die insbesondere in
Amerika ausgefiihrten Arbeiten iiber die Bestimmung der
Spannung keramlscher Massen dwch Torsionsmesungen.
N o r t o n hat eke Formel aufgestellt ahnlich der vcun W i n l r e l m a n n und S c h o t t . N o r t o n hat die Brauchbarkeit
seiner Formiel umbersucht, indem ex die Spannwgea in Beziehmg gesietzt h t zu dier Zahl der iibmtandenen Abschneckungen bei 8500. Auf G m d derartiger R e d h m u n g e n
des Tempwaturempfindllichlueit, iiber die mian allerdings die
anderen Eigenschaften der feuerdesten Stseine niichit vergesen
I&&, wird es moglich sein, bei Wanntenmakrkii zu E r g e b d e
zu komlmen, die der Praxis entspnechen.
PrivatdoEent Dr.-Ing. I. C. G 1a s e r , Wiirzbwg: ,,Erhitzuriysrnikroskop und seine Bedeutung fiir die glastechnfsche
Forschung".
VO&. berichtet uber einige in seinem Laboratorium bedee Glrases uzld Mont,
nutzte Hilfsmittel z m Un-chung
daB es sich um einfache und primitive Vorrichtungen handelt,
die aber trotzdem ermiiglichen, Aufschliisse uber die Eigenschaften dies Glases zu gewinnen. Es ist dies hervonuheben
gegenBber den grofien kostspieligen Apparaten, mit denen die
Amerikaner zu arbeiten in der Lage (sin& Die Arbeiten dee
Vortr. erstreckten sich auf die Konstruktion e k e s Ofens und
die Bauart eines Erhitzungsmikrmkopes. Es werden fiir Silicatzwecke immer Platin und Widerstandsofen verwendet, in
neuerer Zeit kt man aber iibergegangen zum Kunschlufiprinzip, und deT Vortr. arbeitet amschliefilich mit solchen KurzschluRoien. Den Gegensatz zwfschen den kleinen von ihm verwendeten Ofen und den groDen amerikanischen Vorrichtunpn
kann man terkennen aus der Angabe, daB man bei dem kleinen
Ofen von F s i e d r i c h mit 3 g Platin auskommt, wahrend die
hollandischen und amerikanischen Ofen Wicklungen venvenden
von 300 g Platin. Vortr, zeigt die f u r die keramiwhe Analyse
von Silicaten verwendete Varrichhng. Die damit aufgenommenen Kurven vom 2- und Wtoff-System zeigen eine gute
Brauchbarkeit. Vortr. gibt dann noch eine Obersicht iiber die
verschiedenen Erhitzungsmikroskope, so zeigt er die alte Vorrichtvng von L e h m a n n , den Apparat von K l e i n , von
Neue Bticher
39. Jahrgang 18251
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- Personalnachrichten
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D 6 1 t e r , der mit einer photographischen Einrichtung versehen ist, sowie die Einrichtungen des Geophysical Laboratory in
Washington. Ahnlich iist auch der Ofen von Prof. F. M. J a g e r.
Uas Erhitzungsmikroskop von Prof. E n d e 11 bringt den Fortschritt, da6 es mit synchronischer Nikoldrehung amgestattet
ist. Endlich verwebt Vortr. noch auf die Einrichtung von
B u r g e D s , dem Leiter des Bureau of Standards, ein Mikropyrometer fur zuverlassige Schmelzpunktbestimmugea Der
mit einfaehen Mitteln konstruierte Apparat von G 1 a s e r gestattet es, auch zur Kontrolle von optischen Pyrometern verwendet zu werden, auch kann mit einfachen Mitteln eine VakuumeinTichtung angebracht werden, so dab man Beobachtungen im Vakuum und unter Druck vornehmen kann. Man
kann mit dem kleinen Erhitzungsmikroskop eehr schnell arbeiten, es ist dies blesonders wichtig, weil man au? diese Weise
Reaktionen zwischen den Materialien vermeiden kann.
Baurat A. S c h i l l e r , Berlin: ,,Das Glas im Alterturn".
Im Alterturn galt das Cihs a h besonders gro6e Kostbarkeit
und wurde mehr geschatzt a h Gold. Die Geschichte des Glases
ist sehr alt und reicht zuriick bis etwa 4000 v. Chr. Die letztzeitlichen Forschungen haben ergeben, dab die Erfindung des
Glases dmen Agyptern zuzuschreiben ist und d c h t den Phoniziern, wie die Sage enahlt. Uber die Herstellung des Glases
im Altertvm gibt uns auch wieder P 1 i n i u s Angaben, wo wir
auch die Skizze eines Glasofens finden. Die Herstellung des
Glases erfolgte in kleinen Ofen, die ein bienenkorbahnlichee
Aussehen hatten, und in denen ein, manchmal auch zwei Hafen
vorhanden waren, sowie eine Abteilung zum Kiihlen der Glasgegenwthde. Derartig primitive Ofen kann man auch heute
noch in nianchen Teilen des Orients finden, so hatte Vortr.
Gelegenheit, vor den Toren Konstantinopek eine derartig
primitive Glashiitte zu sehen. Die ersten Glasprodukte beslanden aus opakem undurchsichtigem Glas, weil man die Verunreinigungen aus den Matmerialien, aus denen das Glas hergestellt
wurde, nicht beseitigen komte. Es wurden zunachst aus dem
Cilas Perlen a l b r Art hergestellt, die in groi3en Mengen iiber
ganz Europa verbreitet wurden. Spater hat man diese Pwlen
in Mosaiikarbeit ausgefiihrt, die zum Teil Kuruslprodukte ersten
Ranges damtellen. Die Glanzperiode der Glasindustrie des
Altertumls beginnt in der Zeit, in der man die G l W r mosaikartig zusarnm~ensetzen konnte. Die sogenannten MilbefioriglLiser
bedeuten die groi3te Kostbarkeit, die das Alrlertum auf dem Gebiete der Glaser hervorgebracht hat. E s ist bis heute noch nicht
gelungen, die Technik der Millefioriglaser zu ergriinden, trotzdem die verschiedensten Theorien dariiber aufgestellt wurden.
E i m n wheblichen Fortschritt machte die antike Glasmacherkunst nach Erfindung der Glasmacherpfeife, die etwa um
300 v. Chr. erfolgt sein kann. Von diesem Zeitpunkt ab beginnt diie grobe Mannigfaltigkeit der Glasgefabe, die zum Teil
vom kiinstlerischen Standpunkt am so vollkommen sind, daD
man lsie staunend bewundern mui3. Man hat anfangs nach Erfindvng der Glasmacherpfeife nicht etwa aus G h s Gebrauchsgegenstande fur den Haushalt hergestellt, sondern meist Nachbildungen von Tim- und Memchenkopfen. Auch die Alchemisten
haben sich vie1 mtit dem Glase befafit, und e s wird auch von der
Erfindung e h e s b i e p m e n und Mmmerbaren Glases en5iklt.
Einle besondere Eigenschaft der antiken, hauptsachlich der
syrischen Gllser besteht darin, da13 sich auf ihnen im Verlauf
der Jahrtausende eine Irisschicht gebildet hat, die die Gefai3e
in den prachtvollsten Regenbogenfarben erschehen laat. Da
die Zusammemetzung der Glaser fast die gleiche ist, mub man
annehmen, d d die Irisschicht xusammenhangt rnit der Zusammemtzung des Bodens, in dem die Glaser gelegen haben.
Es handelt sich hierbei um eine Verwittlerungserscheinung, die
die Oberflache das Glases in feine Blattchen auflost, es bilden
sich Millionen von feinen Riseen und hierdurch wird die ungeheure StTahEenbrechung herbeigerufen, die das zauberhafte
Farbenbild emeugt. Es bedeutet diese Irisschicht eine langsame Zerstorung des Glases, die durch kiinstliche Mittel nicht
herrorgerufen werden kann. Eis i d also hier rnoglick wertlose
Nachahmungen zu erkennen.
ills diie Herstellung des Glases allgemeiner wurde und der
ICPeis der Gl~aswerkstattensich vergrofierte, und man begann
Gegenstande fur den Haushalt aus Glas herrzustellen, sank der
Wert. Vtiele Jahrhunderte h i n h r c h bleibt aber die Glasmacherkunst, die vom Orient aus nach und nach in fast alle Lander
Europas verpflanzt worden ist, eines der angeeehensten Handwerke.
Vortr. schlieat rnit dern Wunsch, dab das Glas in der Gegenwart wieder besaer bewertet wurde, als es zurzeit geschiehi.
Der Deutsche Verband technisch-wissenschaftlicher
Vereine
ladet die Mitglieder der angeschlossenen und nahesrtehenden
Korporationen zu einlem am Mittwoch, den 24. Februar, nachm.
4 Uhr, im Lichthaus der Osram G. m. b. H., Berlin, stattfindenden
in englischer Sprache gehaltenen Vortrag von Ober-Ing. R o s e n t h a 1 iiber: ,,Illuminating Economics" ein. Einlabkarben sind
kostenlos VOD der Geschaftsstelle des Deutschen Verbandes zu
beziehen.
Neue Biicher.
1
kohle, Koks, Teer. Abhandlungen zur Praxis der Gewinnung,
Veredlung uzld Verwertung der Brennstoffe. Herausgegeben
von Dr.-Ing. J. G w o s d z . Bd. V. Th. L i m b e r g , Die
Praxis des wirtschaftlichen Verschwelens u d Vergaeens,
angewandt auf mulmige Rohbraunkohle und sonstige feinkornige Brennstoffe. M.it 32 Abbildungen im Text und auf
5 Tafeln. Halle (Saale) 1925. W. Knapp. M 6,50; geb. M 7,80
Die wirtschaftliche Verschwelung von Rahbraunkohle ist
cine Aufgabe, die desto mehr in den Mittelpunkt der Brennstoffvenvertungsfragen geriickt wird, j e groDer die Bedeutung
d e r Bmunkohle im Energiehaushalt unseres Vaterlandes wkd.
Allerdings steht ja die Unzahl der Veroffentlichungen iiber
diesen Gegenstand im umgekehrten Verhaltnis zur Zahl der
L&ungen der gestellten Aufgabe. Immer wieder liest man
iiber die neuen Verfahren, aber immer wieder stellt sich
heraus, d!aD die V e r f m e r der betreff enden Publrikotionen teils
,,relata referieren", teils papierne V m b i a g e bringen. Um so
mehr horcht man auf, wenn ein Erfinder iiber eigene Konstruktionen berichtet, die htsachlich die Feuerprobe bestanden
haben. Dies ist bei dem vorliegenden Buche der Fall. Der
Verfasser hat, wie in Fachkreisen allgemfein bekannt, eineu
Schwelofen erfunden, der sich in einer Versuchsausfiihrung
eehr gut bewahrt hat und in konstruktiver Hinsicht von herkommlichen Bauarten wesentlich abweicht. - Verfasser befabt
sich zuerst rnit d e r Entwicklung der Schwelindustrie seit 1910,
in~besond~ere
rnit den Veranderungen und Verbesaerungen, die
der Roue-Ofen seit dieser Zeit erfahren hat. Die Drehofen
streift e r nur ganz kurz, um aich dann den Ofen seiner Bauart
zuzuwenden. Seine Mitteilungen sind um so initeressanter, als
er nicht blof3 P r h z i p und Bauart seines 0f.ans eingehend beschreibt, sondern auch die Ergebnisse des Versuchsbetriebs
zahlenmiii3ig nachweist, ebenso Warmebilanzen der einzelnen
Versuche wiedergibt und auf Grund dieser Erfahrungen Rentabilitatsberechnungen fur grode Anlagen aufstellt. - Ein ahnliches konstruktives Prinzip wendet e r auch bei einem Gasgenerator an, der aber meines Wiissens noch nlicht ausgefiihrt
ist. - Wenn man dem Buch einen Vorwurf machen kann, so is2
es der einer allzu subjektiven Darslellung. In Anbetracht des
Umstandes aber, dai3 in vielen anderen Publikationen bin+
reichend o b j e k t i v e Darstellungen dassen, wals auf dem
Gebiete des Schwelens geleistet worden ist, gegeben sind, mub
dieser ,,Fehler" als ein Vorzug des Buches angesehen werden.
Fiirth. [BB. 219.1
Personal- und Hochschulnachrichten.
Dr. R. R u b e n c a m p , Direktor der Farbenfabriken E.
T. Gleitsmann, Dnesden, feierte am 8. Januar w h e n 70. Geburtsbag.
Geheimrat Dr. R. W i l l s t a t t t e r , Prof. der Chemie an
der UniivemitLit Miinchen, wurde von der Preui3irschm A h dernile der Wiseemhaften unter die auswartigen Miitglieder
dies Physikahisch-mathemat~~henKlame eingereiht.
Dr. K. D i e r e n f e l d e r , Speyer, und Dr. B. L b m p a c h , Erlangen, Apothekenbesituer, wurde d e r Titel Pharm~azierat verliehen.
Das durch 0. Lummers Tod in Breslau erledigte Ordinankt
der Physik ist dem 0. Prof. Dr. C1. S c h a f e r in Marburg angeboten worden.
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