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Deutsche Keramische Gesellschaft. Hauptversammlung vom 23. bis 25. September 1934 in Bonn

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748
Angewandte Chemie
Veraammlmgsberichte
L a i b a c h , Frankfurt: ,,Wber Wuchsstoffe im Pflanzenreich." Vortr. berichtete uber neue Methoden, intakte Pflaneenteile durch die Zufuhr von Wuchsstoffen zu Wachstum und
Zellvermehrung anzuregen. In der D i s k u 86 i o n zu diesem
Vortrag hob K 1 e i n hervor, da6 die Wachstumsanregung
durch WuchMtoffe keine Aufklarung iiber dae M a 1i g n i t a t 6 p r o h 1e In , d, h. das bosartige Wachstum der Geschwulste,
gabe.
P f a fkn e n 6 t i e 1, Marburg, beobachtete den ,,Einflup der
Vitamine uuf die bakterizide Fahigkeit des Blutes", und fand,
V i t a m i n D, eine Verstarkung dieser Wirkk s o ~ l ~ j e rbeim
s
samkeit durch kleine Dosen, wlhrend giftige Mengen die Bakterizidie aufheben konnen.
Die in der Tagespresse berichteten Ergebniwe v. Brehmers,
den K r e b s e r r e g e r betreffend, wurden auf der Tagung von
S c h i I 1 i n g , Berlin, besprochen. Er bestatigte die Angaben
u. Brehmers iiber die Existenz eines Mikroorganismus im Blute,
allerdings ohne auf Beziehungen zwischen diesem Organismus
uud der Krebsentstehung einzugehen. K o 11e nahm zu diesen
Mitteilungen in d e r Diskussion eine eindeutig ablehnende HaIt u g ein.
K 1e i n , Oppau, machte in diesem Zusammenhang darauf
aufmerham, da6 Mikroorganisnien in Geschwulsten zwar nicht
als Erreger anzueehen sind, aber vielleicht vorubergehend das
wirksame Agens binden und so gelegentlich auch neue Ge6chwuleb hervorrufen konnen.
An diese Vortrage schlossen sich Berichte fiber die praktische Geschwulstbehandlung beim kranken Menschen.
A u 1e r , Berlin: ,,Uber andere Behandlungsmethoden des
Krebses." Die chemische Krebsbehandlung zeigt Erfolge,
wenn auch vielfach nur im Sinne subjektiver Beeserung und
nicht objektiv heilender Art bei Anwendung von Jod, Amen
und besondere Germanin, dae mit Vitaminzufuhr (c) und Oxydationsfermenten kombiniert werden kann. Auf Krebe wirksame Stoffe konnen aus verschiedenen Organen (Wlz, Haut,
Placenta) extrahiert werden.
147. Jahrg.
1934, Nr,44
Prof. Dr. 0 t t 0 , Berlin: ,,llber die d i g e n e n Beziehungen
zwischen dem Erreger des Fleckfiebers (Rickettsia Prowazeki)
Die Bedeutung dimes Proleusund dem Proteusbnzillus X."
stammes, der fiir die Fleckfiebererkrankung selber keine Rolle
spielt, war bisher vollig ungeklart. Eine befriedigende Deutung
gelang auf chemischem Wege; in Versuchen mit SeWag gelang die Gewinnung der spezifischen Polysaccharide, nachdem
die Proteine der mit fliissiger Luft vorbehandelten Bakterien
mit Chloroform entfernt waren. Die aktive Substanz konnte
durch Alkoholfallung gewonnen und gereinigt werden. Diese
Polysaccharide reagieren mit homologen Immunseren, mit
Krankenseium, aber auch mit einem Antirickettsien-Serum. Die
oben erwahnte Agglutinationsreaktion ( Weil-Felimche Reaktion) ist daher auf antigene Verwandtschaft der Proteus-XStamme mit dem eigentlichen Erreger auf Grund dea Vorhandenseins identischer Polysaccharide zuriickzufiihren.
L o c k e m a n n , Berlin: ,,Uber Desinfektionsversuche mil
schwerem Wasser."
In schwachen Konzentrationen des
schweren Isotopen, bis zu 0,5%, i6t die Desinfektiomwirkung
ron Metall6alzen, z. B. AgNO, oder CuNO, bei tangerer Einwirkung deutlich verschlechtert. In starker konzentriertem
schwerem Weuser (etwa 10%) war diese Vemhlechterung
nieht nachzuweisen; sie bleibt aber auch aus, wenn zur Keimabtotung SiLure oder Alkali gewahlt wird, die durch ihre H oder OH-Ionen wirken.
K o l l e , L a u b e n h e i m e r und V o l l m a r , Frankfurt: ,,DieWirkung gasformiger Stoffe in kleinsten Mengen auf
Gewe bekulturen und Bakterien." (Mit Filmvorfiihrungen.)
Die Stoffe, die mit den Kulluren selbst nicht in Kontakt
kommen bzw. bei direktem Kontakt sogar unwirksam sein
konnen, wirken in gasformigem Zustande auf die pflanzlichen
und tierisehen Zellen noch in schwachsten Konzentrationen
entwicklungehemmend und abtotend. Wie das Allylsenfol
konnen auch pflanzliche Extrakte, z. B. Knoblauchsaft, wirken.
Auch dae M y o s a 1v a r s a n hat (durch Formaldehydabpaltung) eine solche Fernwirkung. Besonderes Interesse verdienen die Vorgange, die sich unter diesen Bedingungen an
Gewebskulturen abepielen; hier kommt es zu atypischen KernBakteriologie und Imrnunitatslehre.
teilungen, wie man sie sonst nur bei den bijsartigen GeDie wichtigsten Vortrage in dieser Gruppe galten den echwitlsten kennt.
methodischen Grundlagen der Immunotherapie.
Chemotherapie.
P r i g g e , Frankfurt: ,,Wertbestimmunb won DiphtherieS
c
h
r
o
d
e
r
,
Schomberg:
,,Chemotherapie der Tuberimpfstoffen (Formoltoxoiden) im Tierversuch." Der Messung
aktiv immunisierender Wirkung standen ungeafinte Schwierig- kulose." Vortr. entwickelte die Behandlung tuberkulker Erkeiten entgegen, die nur durch die Aufdeakung der im Tier- krankungen mit Schwermetallsaluen. Die zu giftigen K u p f e r versuch mitwirkenden individuellen Schwankungen und durch verbindungen hatten sich nicht bewahrt, die a n o r g a n i eine subtil arbeitende, an g r o h n V~ersuchsreihendurchfiihrbare s c h e n G o 1 d verbindungen waren haupbkichlich fur die
Standardmethode iiberwunden wurden. Fur die Einfiihrung Schleimhauttuberkulose geeignet. Darch die jetzt zur Verder Diphtherieschutzimpfung 111 Deutschland sind diese Ver- fiigung stehenden organischen Goldverbindungen hat die Besuche von grundlegender Bedeutung. - In Englahd wird, wie handlung der Tuberkulose g r o h Fortschritte zu verzeichnen.
H a r t 1,ey in der Diskusfflon mitteilte, die Wirkungsstarke des Der Redner zeigte am Beispiel des S o 1 g a n a 1s die Verteilwg
lnipfstoffs noch nicht bestimmt, in Danemaric ist man bei des zugefiihrten Goldes, das a m Orte der Injektion abgelagert,
gleichartigen Verauchen zu denselben Ergebniaen gekommen von G e w e b e l l e n aufgenommen wird. b kommt zur Impragnation der tuberkuliisen Herde und durch Reizung d a Mesenwie a m Frankfurter Institut (J a n s e n).
chyme zu deren Vernarbung und Abheilung.
H e t 6 c h , Frankfurt: ,,Imrnunitat und Schutzimpfung
M ti h 1e n s , Hamburg: $hemotherapie
tropischer Ingegen Dysenlerie." Fur die Schutzimpfung erscheint ein nach
G e r m a n i n wurde auch bei proden1 Beispiel des Diphtberiegiftes durch Formol entgiftetes fehdionskrankheiten."
phylaktischer Verabreichung rnit gutem Erfolg angewendet.
Endotoxin der Ruhrhazillen auseichtsreich.
Ein neues, arsen-antimonhaltiges Praparat hat sich gegen
K U S t e r , Frankfurt, f d t e seine Ergebnisse iiber die Leishmanioeen und Trematodenerkrankungen dee Menschen
,,Ziichilung von TuberkeZbazilEen a m dern Blut" tuberkuloser
sehr gut bewahrt. Die Anwendung am Menschen erfolgte auf
und nicht tuberkuliiser Kranker dahin zusammen, dab in Grund der giinfdigen experimentellen E r g e b n i w bei der Barungefiihr 5% der Falle ein positives Kulturergebnis erhalten tonelleninfmektion der Ratte, bei der dieses Praparat den ungewird. Berichte aus anderen in- und auslandischen Labora- wohnlich gtinetigen Index von 1 : 3700 aufwies.
torien, die in der Bespreehung vorgetragen wurden, teilten
Ihnliche Ergebniwe mit, so da6 die den Untersuchungen zuDeufsche Keramische Gesellschaft.
grunde liegende Methode von Lowenstein nur zum geringeten
Hauptversammlung
vom 23. bis 25. September 1934 in Bonn.
Teil ihre Bestatigung fand.
Vorsitzender:
Geh.
Regierungsrat F e 1 1 i n g e r , Berlin.
M e in i c k e Hagen-Ambrock: ,,Neue Methode zur Serodiagnostik der Tuberkulose." Vortr, hat das System seiner zur
Das erste Ereignis der s e h r gut besuchten Tagung, fur die
Erkennung der Syphilis beetimmten Klarungsreaktion durch die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universitat die erforderVerwendung eines Gemischs wikserigen und alkoholischen lichen Raumlichkeiten zur Verfiigung gestellt hatte, war die
T u b e r k e l b a z i l l e n a n t i ~ e ~zu einer S e r u m r e a k t i o n d e r Epoffnung der Schau ,,D e u t 6 c h e R o h s t o f f e" durch Prof.
T u b e r k u 1 o 6 e awgearbeitet, die whr befriedigende und
Dr. Rieke, Berlin. Er wies darauf hin, daB die D. K. G. seit
spezifische Ergebnisse liefert. Die Verwertung dieser Ergeb- ihrem Bestehen der Rohstofffrage stets groik Aufmerksamkeit
nisse mu8 in engam Zusammenhang mit dem klinischen Krank- entgegengebracht und auoh bereits fur mehrere deutsche
Landwteile Rohetoffkarten ausgearbeitet habe, denen andere
heibbild erfolgen.
Angewandle Chernie
47. Jahrg. 1934. Nr.441
Versammlungsberichte
folgen werden. Die Schau war von 73 Ausstellern beschickt
und bot einen weitgehenden Uberblick iiber die der Keramik
heute zur Verfiigung stehenden natiirlichen Rohstoffe deutscher
Herkunft, insbesondere iiber Tone und Kaoline. An Hand der
den awgestellten Materialien von vielen Ausstellern beigefiigten
Eigenschaftsangaben konnte man sich ein recht deutliches Bild
iiber die Verwendbarkeit der einzelnen Rohstoffe fiir die
Zwecke der Grob- und Feinkeramik machen. Dr. Rieke betonte, daB die Veredelung unserer deutschen Bodenschatze zur
hochsten Steigerung ihrer Ausnutzung vaterlandische Pflicht
sei, daB aber die Rohstoffschau nicht schlechthin unter dern
Motto stehen konne : Verwendet iiberhaupt keine auslandischen
Rohstoffe! Das Streben der D. .K.G. miis6e vielmehr dahin
gehen, zu erreichen, daiJ die heimische Industrie die deutschen
Rohetoffe nicht brachliegen Iasse, sondern sie mehr aIs bisher
heranziehe und der geeignetsten Verwendung zufiihre, d. h.
jeden Rohstoff entsprechend seiner Eigenart verarbeite und 60
aus den vorhandenen Bodenschatzen moglichst hochwertige
Waren erzeuge.
In enger Verbindung mit dieser Rohstoffschau standen drei
Vortrage, die sich ebenfalls mit wichtigen Fragen aus dem
Gebiete der keraniischen Rohstoffe befaBten und durch die das
auf der Schau Gebotene weitgehend erganzt und beleuchtet
wurde. Dr.-lng. A. L a u b e n h e i m e r , Kothen: ,,Die Rohstoffversorgung der deutschen kerninischen lndustrie und ihre Abhangigkeit vom Auslande."
Ek wurde zunachst dargelegt, welche Zweige der Keramik
nur einheiniische Rohstoffe verwenden und welche Gruppen
neben deutschen auch auelandische Materialien verarbeiten.
Manche Rohstoffe sind zwar i m Inland vorhanden, aber nicht
fur jeden Verwendungszweck geeignet, z. B. der in Deutschland
rorkommende Bauxit nicht fur die Herstellung hochfeuerfester
Massen und der deutsche Magnesit nicht zur Gewinnung von
Sintermagnesit. Von dem in Deutschland verarbeiteten Kaolin
dienen 60% zur Deckung des Bedarfs ,der Papierindustrie und
nur 40% fur keramische Zwecke. 75% des eingefiihrten Kaolins
etammen aus der Tschechoslowakei, 20% aus England. Als
vollig entbehrlich zu bezeichnen ist der bisher noch in der
Wandplattenindustrie verarbeitete Kaolin auslandischer Herkunft. Die deutschen Kaoline, die aus Porphyr entstanden sind,
besitzen anderen Charakter a16 die auslandischen Kaoline granitischer Herkunft. Die Veredelung der erstgenannten Kaoline
zu einem Feingut von mehr als 85% bietet gewiwe Schwierigkeiten. Die Entscheidung d e r Frage, ob ktinftig vollig auf
nordbohmisches Kaolin verzichtet werden kann. bedarf noch
weiterer Zusammenarbeit von Keramikern und Aufbereitungsfachleuten. Fur die bisher aus dem Auslande bezogenen
Ballentone, feuerfesten Tone und gebrannten Tone (Tonmhamotte) lassen sich i n weitgehendem MaBe deutsche Rohstoffe als Ersatz heranziehen. Der fur gewisee feinkeramische
Zwecke nicht zu entbehrenden Einfuhr nordischen Feldspats
steht eine betrachtliche Ausfuhr von deutschem Pegmatit und
Feldspat gegeniiber. Das Verfahren von B. Granigg zur magnetischen Enteisenung von Granit sowie die Gewinnung von Feldspat aus Gesteinen nach dem Flotationeverfahren des Deutschen
Fomhungsinstituts fur Steine und Erden i n Kothen bieten
weitere Moglichkeiten zur V e m r g u n g der Industrie mit deutschen fel.dspathaltigen Rohstoffen. Der Bezug von auslandischem
Quarz fur die Zwecke der Ma66ebereitung ist sehr zuruckgegangen. 80% der heutigen Quarzeinfuhr sind fur die A u s
fiitterung von Trommelmiihlen betimmt, doch 1aBt sich auch
dieses Material zum groBen Teil durch solches aue keramischen
Mamen erwtzen. Der Abhangigkeit der keramischen Industrie
vom auslandischen Kohlenmarkte, besonders von bBhmischer
Braunkohle und englischer Kohle, steht eine hohe Ausfuhr
deutscher Steinkohle gegeniiber. Dr.-Ing. F. B 1e y , Halle/Saale: ,,Die Yerzc?endung deutseher Rohstoffe under besonderer Berucksichtigung neuer Aufbereitung."
Vortr. erorterte die Rohstofffrage vom Standpunkt der
Fertigfabrikate aue und stellte fest, dai3 die deutsche Keramik
einheimische Kaoline in einem solchen Umfange verwenden
kann, dafi n u r noch etwa 20 bis 30% des gesamten Kaolinbedark aus dem Auslande eingefiihrt zu werden brauchen. Die
Bestrebungen der deutschen Wissenschaft, durch chemische
749
Verfahren die Plastizitiit der heimischen Rohstoffe zu verbessern, eraheinen aussichtsreich. G r o k Bedeutung kommt
auch den Bestrebungen besonders der Steingutindustrie zu,
Rohkaoline unmittelbar ohne vorherige Aufbereitung bei d e r
Massebereitung zu verwenden. Hierbei i6t eine weitgehende
Mahlung (bis zum Pmsieren eines Siebes mit 4900 Maschen
je cmz) und laufende Betriebskontrolle notwendig. Fur die
Verwendung auslandischer Quarze und Feldspate i6t vor allem
der Gesichtspunkt d e r ,,Transparenz" der Fertigerzeugnisse
maBgebend, auf Grund dessen man von dern jetzigen Zustande
nicht vie1 wird abweichen konnen. Vortr. beschrieb im Anschlui3 hieran die neuzeitliche Aufbereitung durch NaBmahlen
in der konischen Dorrmiihle und die Trockenmahlung in Rohrmiihlen. Hochwertige englische und bohmische Tone lassen
sich in der Steingutinduetrie sehr wohl durch geeignete Tone
deutscher Lagerstatten ersetzen, wodurch zugleich eine wesentliche Erniedrigung der Massekosten eintritt. Die gleichen Verhaltnisse treffen fiir die FuBbodenplattenindustrie mwie die
Herstellung feuerfester Waren zu. Dr.-Ing. H. L e h m a n n , Dresden: ,,Uber Steinguttone."
Das wachsende Interesse am Ersatz ausliindischer Steinguttone durch deutsche erfordert eine genaue Priifung der keramisrhen Eigenschaften sowohl der auslandischen als auch der
deutschen Rohstoffe, damit bei der Urnstellung keine Fabrikatiousschwierigkeiten entstehen. Unter Zugrundelegung der
neuen Erkenntnisse iiber den Tonaufbau, wie sie aus den Arbeiten von P. Vageler, K . Endell und ihren Mitarbeitern hervorgehen, wurden einige deutsche Steinguttone untersucht und
deren keramische, kolloidchemische und rontgenographische
Eigenschaften bestimmt, iiber die eingehend berichtet wird.
Dabei wurden Komplexbelegung, pH-Reaktion in Wasser und
Hurnusgehalt zu den wichtigsten Eigenschaften der Steinguttone
im rohen Zustand in Beziehung gesetzt. Es ergab sich eine
Eingliederung der Steinguttone zwischen den geschlammten
Kaolinen und den hochplastischen feuerfesten Tonen. Bei der
Vermcendung von Rohkaolin zur Massebereitung ist ein Zusatz
von Bentonit bis zu 10% fur die Verformung von Vorteil, ohne
daB nach dem Glattbrand Glasurfehler auftreten. -
Im g e s c h a f t l i c h e n T e i l e der am 23. September,
nachmittags 3 Uhr, abgehaltenen Hauptvemammlung wurden
die infolge der Umgestaltung der Gesellschaft notwendig gewordenen Satzungsanderungen einstimmig angenommen und
ebenso der bisherige Vorsitzende, Geheimer Regierungsrat
F e I 1 i n g e r , auf Vorschlag von Dr. H e c h t auf weitere vier
Jahre einstimmig zum Leiter der D. K. G. gewkhlt. Im technisch-wissenschaftlichen Teil der Hauptversammlung berichteten
die Obmanner der fur die wissenschaftlich-praktische Arbeit
der Gesellschaft errichteten Fachausschusee iiber deren Tatigkeit in1 Verlauf des vergangenen Geschaftsjahres. Es bestehen
zur Zeit Ausschiisse fur 1. Rohstoffe, 2. Materialpriifung,
3. maschinentechnische Angelegenheiten, 4. warmetechnische
Fragen, 5. Phyeik und Chemie der feinkeramisch wichtigen
Massen und Glasuren, 6. die feuerfeste Industrie. AuBer den bereits erwahnten Vortragen iiber Rohstofffragen wurden noch folgende, allgemeineres Interesse bietende
Vortriige gehalten.
Dr. E. R y s c h k e w i t 6 c h , FrankfurtlM.: ,,Einsto#sgstems
trls Grundtage der wissenschaftliehen keramisehen Forschung."
Die Keramik hat sich bisher vorwiegend mit Mehrstoffsystemen beschaftigt, in denen die sich abspielenden Vorgange
quantitativ kaum verfolgt werden konnen. In neuester Zeit
sind keramische Einstoffspteme, wie ZrO,, Also,, MgO, BeO,
eingehend untersucht und auf Grund der hierbei gewonnenen
Erkenntnisse ist ihre technkche Verwendung gefordert worden.
Durch ihren einfachen Bau bieten sie nunmehr die Moglichkeit, komplizierte Erscheinungen keramkcher Mehrsfoffsysteme
auf ihre einfachen Bestandteile zuriickzufuhren. Die mechanischen, thermischen und sonstigen Eigenschaften sokher Massen aus reinen Oxyden werden b e e i n f l d t durch die Temperatur sowie durch Zusatze geringer Mengen anderer Stoffe,
auch durch die Art der Verarbeitung, was durch Beispiele erllutert wird. Die hierbei gewonnenen Ergebnisse bieten Hinweise, wie die Eigenschaften einer Masee zu verbessern sind
uud neue keramische Stoffe mit vorgeschriebenen Eigenschaften
entwickelt werden konnen.
750
Vemmmlungsberichte
In der A u s s p r a c h e brachte u. a. 0. K r a u s e zum
Ausdruck, daB die systematische Untersuchung keraniischer
Mehrstoffsgrsteme nicht so schwierig sei, wie es Vortr. dargestellt habe, und auch auf diesem Gebiete schon mancher Erfolg erzielt worden sei. Weiter wurde die Frage der Bildung
g r o h r Rristalle bei Rekrietallisation als Ursache des Versagens
mancher Masaen bereits bei niedrigen Temperaturen und die
Verwendung von Zweistoffsystemen a h Farbmittel in der Aussprache behandelt. Dr. B iiss e m , Berlin-Dahlem: ,,Ronlgenographische Melhoden zur Beslimrnung der wahren Ausdehnungskoeflizienten
von kristallinen St off en, ins besondere Silicaten."
Der Auedehnungsvorgang zusammengesetzter Massen, der
fur die Keramik technisch bedeutungevoll isl, kann nur durch
Kenntnis der Einzelausdehnungen der Komponenten beherrscht
werden. Das rontgenographische MeBverfahren bietet hierzu
gegeniiber der direkten Stablangenmeseung den Vorteil, d& es
reversible Werte liefert, die nicht durch Aufbrechen oder Sintern eines Stab& verfakcht sind; ferner ist es auf kristalline
Substanzen anwendbar, die ohne Bindemittel gar nicht zu
Staben geformt werden konnen oder nicht in der zu einem Stab
erforderlichen Menge rein dargestellt worden sind. Den Genauigkeilsanspruchen von Ausdehnungsmeseungen wird das in
jiingster Zeit entwickelte Ruckstrahlverfahren gerecht, das zur
Auswertung hauptsachlich die letzten Debye-Scherrer-Interferenzen heranzieht. (Fehlergrenze bis zu ?0,005% d e r Gitterlangen.)
Die Messungen, iiber die berichtet wird, sind in zwei fiir
diesen Zweck gebauten Heiz- und Kiihlkammern ausgefiihrt
worden. Beiden Aufnahniekammern gemeinsam ist ein kegelformiger Strahlungsraum, d w e n Wiinde geheizt bzw. gekiihlt
werden. I n der Kegelspitze sitzt das Praparat, die Interferenzen konnen aue der Kegeloffnung austreten. In diesen
Kammern ist das Temperaturgebiet von -180O bis 1450O bequem zuganglich. Meseungen wurden zunachst ausgefuhrt a n
den Hauptkomponenten technisch wichtiger Sondersteine, a n
reiner Magnesia (Magnesitsteine) von -MOO bis 140O0, an
Cristobalit (Silicasteine) von 20° bis 130O0, an Siliciumcarbid
(Karhorundsteine) usw. Erweiterung auf andere keramisch
wichtige Kristallarten und auf hohere Temperaturen ist geplant.
Dr. F. H a r t III a n n , Horde/Westf.: ,,Die Entwicklungsmiiglichkeiten der feuerfesten Sondersteine."
Man sollte nur solche Steine mit einem besonderen Namen
belegen, die fur den Verbraucher auch wirklich besondere
Leistungen bieten. Die Giite eines Steins 1aBt sich beeinflussen durch: 1. die Auswahl der Rohstoffe (hierbei kommen
verschiedene Gesichtspunkte in Betracht, wie geringste Mengen
dser erforderlichen Bindemittel, Schwierigkeiten bei der Verarbeitung, wirtschaftliche Fragen. An den Grenzflachen
zwischen Korn und Bindemittel sind in Zukunft noch weitere
Ergebnisse fur Verbesserungsmoglichkeiten zu erwarten), 2. die
Vorbehandlung der Rohstoffe, die die therniische Behandlung,
Zerkleinerung und KorngrGBenauswahl umfaBt (die nieisten
feuerfesten Sondersteine enthalten in d e r Regel mehr Feines,
ale fiir ihre beste Beschaffenheit erwunscht ist), 3. die Auswahl
d e r Bindemittel (die weitere Verfolgung dieses Gesichtspunktes
bietet Aussichten auf eine Verbesserung der Steine), 4. die Verarbeitung durch Preesen, Stampfen (fast alle Sondersteine werden durch Formen der Massen in hartem, fast brockeligem
Zustand hergestellt), 5. die Trocknung (durch Anderung der
Trocknungsverfahren iet eine Steigerung der Giiteeigenschaften
der fertigen Steine nicht zu erwarten). Die praktischen Arbeitsbedingungen konnen im kleinen Versuchsofen nieht immer
nachgeahmt werden, z. B. nicht die des Siemens-Martinofens.
Es ist notwendig, dahin zu wirken, dai3 fur jeden Verwendungszweck die richtigen Steine benutzt werden. Der versuchsweise
Einbau von Sondereteinen zum Zwecke ihrer Eignungspriifung
muB in systematischer Weise nach bestimmten Regeln erfolgen.
Der EinfluB kombinierter Zerstorungsarten ist zu beachten.
Vortr. hesprach dann Sondersteine aus Magnesit, Chromerz,
Dolomit, Zirkon, Siliciumcarbid, Sillimanit, Bauxit und Korund.
Bei Zirkonsteinen verbietet der hohe Preis die Verwendung
von reinem Zirkonoxyd. Schutzanstriche aus unreinem Zirkonoxyd baben sich ein gewisses Anwendungsgebiet zu eichern
vermocht. Die Verwendungsmoglichkeiten von Steinen aus
Angewandie Chernie
47. JahrR. 1934. Nr.44
Siliciumcarbid sind gewissen Grenzen unterworfen. Bei den
Sillimanitsteinen durfte nur noch durch zweckmUige Auswahl
der Rohstoffe eine Verbesserung ihrer Eigenschaften in Frage
kommen. Fur Steine aus Bauxit scheint eine Verbesserung
kauni noch moglich, besonders im Hinblick auf die jetzige
sehwierige Rohstofflage. Zum SchluB ging Vortr. kurz auf die
durch GieBen hergestellten Sondersteine ein, fur die sowohl
Einstoff- als auch Zweistoffsysieme Verwendung finden. Obering. Dip1.-Ing. F. D e t t m e r , Klosterlausnitz/Thiir.:
,,Feste Brennstoffe und Feuerungen."
Nicht nur Gasgehalt und Heizwert der Kohle sind fur ihre
Bewertung die einzigen ausschlaggebenden Gesichtspunkte,
sondern auch andere Faktoren sind hierbei von Bedeutung.
Vpr allem beeinflussen die Eigenschaften der verschiedenen
Gefiigebestandteile die Beschaffenheit der einzelnen Kohlensorten und ihr Verhalten auf dem R a t e der Feuerungen. Einteilung der Kohlen in Humuskohlen, Sapropelithe und Mischungen beider. Die Feuerungen und die Arbeitsweiee beim
Brennen mussen den verwendeten Kohlensorten angepaot werden. Beeinflussung dee Verhaltens der Kohlen auf dem Roate
durch Mischen verschiedener Sorten (Verhutung des Backens
usw.). Bei reduzierendem Brennen von Porzellan wird diejenige Kohle das beste Ergebnis liefern, bei d e r die Entkohlung
langsam verlauft und gleichzeitig mit der Verkokung beendet
ist.
I h w e i s auf die Verwendung billiger Kohlensorten
(Kohlegrus). Prof. Dr. K. E n d e 11, Berlin: ,,BasenaustauschZahikeil
lion Tonsn und Formgebungsprobleme in der Keramik (Drehen,
Pressen und Giepen)." (Nach gemeinsamen Versuchen mit Dr.
H. F e n d i u s . )
Nach einem kurzen Riickblick auf die verschiedenen Stufen,
die die Entwicklung der Theorie der Schwarmionen durehgemacht hat, berichtete Vortr. iiber seine Bestrebungen, die
niit Hilfe jener Theorie gewonnenen Erkenntnisw auf die Vorgange beim Giefien, Pressen und Formen zu ubertragen, bot
zunachst eine erlauternde Zusammenfassung der wichtigsten
Ergebnisse der von ihm und seinen Mitarbeitern bei der
rontgenographischen und koIIoidchemischen Untersnehung der
Tone und Kaoline ermittelten Tatsachen und besprach an Hand
bildlicher Darstellungen im besonderen die verschiedenen Tonmineralien, ihren Gehalt an auetauschfahigen Basen und ihre
Quellfahigkeit. Ein von A . Cosagrande auf Grund des Alterbergschen Verfahrens angegebener Apparat zur Bestimmung
der FlieBbarkeit phstischer Massen wurde naher beschrieben.
Die mit ihm in Abhangigkeit von dem Gitter und den austauschfahigen Kationen bei der FlieBgrenze ermiltelten Wassergehalte wurden mitgeteilt. Weiter nahm Vortr. Bezug auf die
Verteilung der Ionen der Kolloidsphare eines Tonteilchens nach
dem Donnanschen Gleichgewicht sowie auf die von 5. Maltson
bereits im Jahre 1932 und von U. Hofmann im Jahre 1934 in
dieser Hinsichl gemachten Beobachtungeni). Vortr. beschrieb
sodann ein Riihrviscosimeter, bei dem man die richtige Konsistenz des G i e k h l i c k e r s durch Messung des Kraftbedarfs
eines Riihrwerks ermittelt, wobei ale relative9 Mas der Viscositat des Schlickers die Stromaufnahme des Antriebsmotors am
Milliamperemeter gemessen wird, die den verschieden grofien
Widerstand charakterisiert, den das Ruhrwerk in dem zu untersuchenden Schlicker findet. Verfliif~igungskurven verschiedener Tone wurden mitgeteilt. Es empfiehlt sich stets, ein Verfliissigungsmittel zu verwenden, das mit den im Ton und
Wasser vorhandenen Kationen unlosliche Salze bildet. Der beschriebene Apparat iet nicht nur fiir die Priifung der Gie%
fahigkeit von Tonen geeignet, sondern bewahrt sich auch be;
der Einstellung von Steingut-, Porzellan- und SchamottegieBmassen. Weiter berichtete Vortr. uber eine Vorrichtung zur
Ermittelung des unterschiedlichen Verhaltens keramischer Tone
und Bentonite oder von Wschungen beider bei der Verformung
dieser Tonmassen, deren bekannter Gehalt an adsorbierten
Kationen durch Elektrodialyse oder Behandlung mit Neutralsalzen v e r h d e r t und jeweils genau bestimmt wurde. Fur
diesen Zweck wurde auf Grund einer Skizze von Gareis,
Langenthal, eine Drehscheibe konstruiert, an der der Betrag
1) Vgl. U. Hofmann, Rontgenograph. u. kolloidchem. Untersuchungen uber Ton, diese Ztschr. 47, 539 [1934].
Angewandte Chem;e
47. Jahrg. 1934. Nr. 441
Versammlungsberichte
-
Vereine und Vemmmlungen
der Stauchung, der aufgewendete Druck, die Umdrehungszahl
und Abhangigkeit vom Wassergehalt und Meigungswinkel der
auftretenden Risse gemessen werden. Die erforderlichen
Probekorper werden in einem kleinen Tonschneider hergeatelit.
Die erhaltenen Ergebnisse liefern eine Beziehung zwischen der
Verformungsarbeit (% Stauchung X Druckkraft) und dem
Wassergehalt in Abhangigkeit von d e n Kationen und der Art
der austauschbaren Basen. Fur die untereuchten keramischen
Massen wurden Druckstauchungsdiagramme mitgeteilt. Es muD
Aufgabe der Praxis sein, zu priifen, inwieweit der beechriebene
Apparat fur die Zwecke der Betriebskontrolle ausgenutzt
werden kann. Auf die viekeitige Anwendbarkeit des Verfahrens
wird vom Vortr. besonders hingewiesen.
In der A u s s p r a c h e suchte 0. K r a u s e Aufklarung
uber die Wirkung einee Zusatzm von Na uber das Quellungsmaximum hinaus herbeimfiihren und bestatigte die Angabe des
Vortr., da6 mit Natriumoxalat die 'beete Verflussigung erzielt
werden konne, allerdings auf Koeten der Gipsformen. Weiterer
Gegenstand der Ausspraehe war das Amteifen von Gie5schlicker in der Praxis bei Verwendung von sehr hartem
Wasser, das sich nach Angabe des Vortr. durch Vemeidung zu
hoher Na-Konzentration im Kaolin verhiiten 1a5t. Hierzu
machte R. R i e k e darauf aufmerksam, daD aul3er den Kationen
auch die Anionen (z. B. SO,) ale Ursache des Aneteifens von
GieEkchlicker in Betracht kommen. Ing. 0. A1 a n f r e d : ,,llber Entluftungsverfahren, neuzeitliche Yakuum- und ,Hochvakuum'-Ar beitsmeisen (,quantitative
Entliiflung') in der Teelznologie plaslischer Massen."
Infolge Verhinderung des Berichterstatters konnte der Vortrag nicht gehalten werden, doch wurde von verschiedenen Anwesenden die Gelegenheit benutzt, zum Ausdruck zu bringen,
dai3 man sich hinsichtlich des Wertes der Vakuumentliiftung
iibertriebenen Erwartungen nicht hingeben diirfe. In allen
Fallen, wo e6 sich um die Verwertung hochpfaslischer Massen
handelt (L. B. fur Klinker, Steinzeug u. dgl.) bestehe Aussicht,
daij sich das Vakuumverfahren durchsetze. Nicht der Fall sei
dies nach den bisher gemachten Erfahrungen bei Massen mit
grobem Korn (z. B. fur feuerfeste s e i n e ) . Die von manchen
Seiten fur letzteren Zweck betriebene Werbung miisse bekampft werden. Dr.-Ing. H. K o h 1, Frankfurt a. M.: ,,Die rolen und gelbeta
Farbkorper in der Keramik."
Es wurden munachst Farbmessungen mitgeteilt, die mit dem
Photometer von Pulfrieh unter Anwendung des Zusatzapparates
von Kriiger ausgefiihrt wurden. Hierauf wurden unter Vorzeigung von Mustern d e r Reihe nach folgende roten FarbkSrper
besprochen: Kupferrot, Purpur, Korallenrot, Uranrot, Chrompink, Eisenrot und Selencadmiumrot. Bei jedem Farbk6rper
wurde auf das fiir ihn in Frage kommende Anwendungsgebiet
hingewiesen. Besonders eingehend wurden die Entstehung,
Herfitellung und Eigenschaften des Selen- und Schwefelcadmiumrots besprochen, das sich bei Verwendung als Schmelzfarbe
durch hohe Saurefestigkeit auszeichnet, aber beim Brennen
mit groijer Vorsicht behandelt werden muB, um sowohl ein
IJnter- als auch Oberfeuern zu vermeiden. Die Entstehung des
Cadmiumrots wird auf die Bildung von Mischkristallen zuriickgefuhrt, wahrend dies fur Goldpurpur noch zweifelhaft ist.
Vortr. ging hierauf kurz auf die Mischbarkeit der verschiedenen
roten Farben mit anderen Farben e h , z. B. mit Schwarz, und
die praktischen Vorteile, die diese Eigenschaft bietet. Dann
wurde die Herstellung von Scharffeuerrosa auf der Basis von
Manganphosphat fiir Rosaporzellan besprochen. Nunmehr
wandte sich Vortr. den gelben Farben zu, besonders Elfenbein,
Neapelgelb und Cadrniumgelb, und wies zum SchluB auf das
erst in neuester Zeit hergestellte Vanadingelb fiir Temperaturen bis zu 1300° hin.
Gegenstand der A u s s p r a c h e war zunachst die vom
Vortr. erwahnte Tatsache, da5 Schmelzfarben verschiedener
Herkunft, auf MeiDner Hartporzellan eingebrannt, sich durch
leuchtenderes Aussehen, groBere Saurefestigkeit und Temperaturbestandigkeit als a d den meisten Industrieporzellanen
auszeichnen. Nach W. F u n k iet dies auf mehrere Ureachen
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zuruckzufuhren, namlich einmal darauf, da5 auf dem rein
weiBen Scherben des Meiijner Porzellans die bunten Farben
an 6iCh im Ton reiner (,,leuchtender") wirken, zurn anderen auf
die geringere Reaktionsflhigkeit der harten Meifjner Geschirrglasur bei 800-900°, die eine fast reine Kalktonerdeglasur
darstellt, so daij die Wechselwirkung zwischen Glasur und
Farbe beim Einbrennen auf ein Minimum beschrankt bleibt
und dadurch eine Verunreinigung der Farbe, die ihren Ton
ungiinstig beeinfluijt, vermieden wird. In der weiteren Aussprache vertrat 0. K r a u s e den Standpunkt, daB bei Pinkrotfarbkijrpern eine Einlagerung von Chrom in das Gitter des
Zinnoxyds nicht anzunehmen sei. Die thermische Empfindlichkeit des Neapelgelb la5t sich nach S t u c k e r t durch EiaEiihrung von y-Aluminiumoxyd beheben, wodurch die Farbe bis
Kg. 5 bestandig wird. Auch er halt zur Erhohung der Stabilitiit
von Farbkorpern mtiglichst groDe Mischkristallbildung fur
wesentlich. Den AbschluD der Tagung bildete ein A u 6 f 1 u g i n d e n
W e s t e r w a 1d zur Besichtigung einiger Gruben von Findlingsquarzit und Tonen fiir verschiedene Verwendungszwecke.
Hierbei bot sieh Gelegenheit, auch in einen Betrieb der Westerwalder ,,Krugbiickerei" Einblick zu erhalten. Die Fiihrung
lag bei dieser Besichtigungsfahrt in den Handen von Bergasewjor a. D. A. H a s e b r i n k , Bonn, der bereits am Tage
vorher in einem Vortrage Ausfiihrliches iiber Geschichte, Geologie, Abbauarten, Eigenschaften UBW. der Westerwalder Tonund Quanitvorkommen mitgeteilt hatte.
VERElNE
UND VERSAMMLUNGEN
Auseninstitut
der Technischen Hochschule Berlin.
Vortragsreihe
in Gemeinschaft mit dein Elektrotechnischen Verein e. V.
R. B e c k e r , Berlin: ,,Theorie des Magnetismus und Ergebnisse neueter Forschungen", im alten Physiksaal der Technischen Hochschule. Teilnehmerkarten im Hauptgebaude der
Technischen Hochschule, Zimmer 235, zu 9,- RM. (Studenten
3,- RM., Mitglieder des Elektrotechnischen Vereins 6,- RM.).
5.11.
I. Dia- und Paramagnetismus.
12.11.
11. Allgemeine Theorie des Ferromagnetismus.
19.11. 111. Zur Quantentheorie des Ferromagnetismue.
IV. Die raumliche Orientierung der spontanen Magnetisierung.
28.11.
V. Die technische Magnetisierungskurve.
3.12. VI. Innere Magnetisierungsvorgange bei mechanischer
Beanspruchung.
VII. Magnetiaierung bei schwachen Wecbselfeldern.
10. la. VIII. Die Verwertung der theoretischen Ergebnisse i n
der Technik.
Verein der Freunde des Kaiser Wilhelmlnstituts fur Silikatforschung.
Wissensehaftliehe Tagung am Montag, dcm 12. November 1934,
10 Uhr, im HelmholtzSaal des Harnack-Hauees, Berlin-Dahlem,
Ihnestr. 16-20.
W. E. S. T u r n e r , Sheffield, und W. W e y l , BerlinDahlem: ,,Zlber die Konstitution und Farbe der Eisen-ManganGlBser." - 0. C o s m a n n , Berlin-Dahlem: ,,Messung der
Warmeausdehnung fester KoTper." - W. B ii 6 6 e m , BerlinDahlem: ,,Rontgenographische Yessung der Warmeausdehnung
kristalliner Korper." - H. S a 1m a n g , Aachen, und H. F r a n k ,
Aachen: ,,Warnaeleilfahigkeit feuerfester stoffe bis zu Temperaturen von 1400°." - T ufi c h h o f f , Hoganas (Schwedea) :
.,Theoretisehe Grundlagen einer neuartigen Yethode zur Bestimmung der Porositiit am Schamottekorn." - T. W e s t b e r g ,
Hogan& (Schweden) : ,,Praktische Ergebnisse der Anwendung
der Porositiilsmethode." - H. I m m k e , Berlin-Dahlem: ,,Gasdurchliissigkeit und Porenslruktur." - A. P r a n s c h k e , Berlin-Dahlem, und H. E. S c h w i e t e , Berlin-Dahlem: ,Jbhungigkeit der Losungswiirmen von der Konzentration der Sauren." H. z. S t r a s s e n , Berlin-Dahlem: ,,Uber die Stabilitiit non
Spinellen."
Der Eintritt ist frei.
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