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Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Versammlung der Dngerabteilung Berlin 8

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Versammlungsberichte
Deutsche Landwirtschafts-GeselIschaft.
Versarnrnlrtng d w Diingerabteilung, Berlin, 2. Febrrrar 1927.
Voisitzender S c h u r i g , Zeestow.
t J i d . I ) r . I’ o p , Voi.sitzcnder der Versuchs- und Kontrollst;itioii t l t ~Land\\-irtsclin~tskaniinerOldenburg: ,,Die Tutigkpii!
tlrr Klcitilelwcrest,ti im Iliincler zind in1 Boden“.
Eiiileitend verweist Vortr. auf den kiirzlich von Prof.
N e u b e r g i n ifer Kaiser Wilhelm-Gesellschaft zur Forderung
der Wissenschaften gehalienen Vortrag iilier die Leistungen der
Mikroorganisrnen in1 Dieitste der Menschen, in welchem darauf
hingeuiesen wurtle, daB alle Wirkungen der Mikroben, die sie
im Dienste der Menschen vollbringen, gegeniiber der Rolle, die
sie bei tler Bodenatmung spielen, bedrmtungslos erscheinen.
1)urc:h die Assimilisation der grunen Landpflaiizen werden der
Erdatntosphare jahrlich 65 Billionen kg Kohlensiiure entzogen, so dnO in 35 dahren die auf der Erde vorhandene Kohlend u r e verbraucht ware. wenn sie nicht (lurch die Bodenbakterien iriiiiier wiedrlr ersetzt wiirde. Die Tlitigkeit der Kleinlebewesell ini Hodeii verdictit tleshalb erueut e Beachtung. Die Bedeutung der Kleinlebewesen im Haushalt der Natur liegt nach
tlen Ausfiihrungeii Prof. I’ o p p s wesentlich auf drei Gebieten,
tiBm1ir:h nuf dein tles Stickstoffhaushalts jni Boden, der Kohlena8ureerztluguiig uiid (lei Losung anderer Pflanzennahrstoffe.
Alle ilrei \Virliungeri t1f.r Kleinlebewesen sind innig mitein;inder verburidr:n. l h r c Lebeiistltigkcit in1 I3oden is1 voii den
nrgatiisc,heri Subslaiizcn abhlingig und tliese miissen cleni Acker
voni J.:intl\virt immer witder zugefuhrt a w d e n . Vortr. erortert
n u n t l i c l F r q e n , wie si0.h die Wirltung des Slalldiiiigers im
1:oden ttrkliiren, ersetzeri otler steigern llifit. lni I3odeii leben
11 ie vei~*chit~tlctnstcii
Arteii voii Kleinlebewesen, Bakterieii, Pilze,
Iiifusnrieii. I k i i J’ilzeii mifit inan heute wieder groflere Betleutuiig zu. Votr tleii Ilakterien siiitl (lie stiekstoffbindeiitlen
\\ eitgc’lieiitl erfoi.stht. 1)iv Stit4istoffbindung vollzieht sirh ahii1ic.h \\.it: bvi tlrbr I f a b c r schcri Ammonjaltsynthese (lurch Binlung :in IVaxaer stoff. I n jedcm Iloden stehen Stic-kstoff uiitl
Kohlciiston’ i n eiiiem brsl ininiten Verhiltnis, auf unseren 13otleri
Itonimeti elwa ](I Kohlcnstoff nuf 1 Stickstoff. I)er Stalldunger
hat fur die IColilt~iislureet~zeu~uii~
eine ganz besolitleis wichtige
I(olle z u erfiilleii I)urcli die Zeiwtzurig dcr auf dem Ackerbotleri
verbleihrnilt~nl’:rnteriickstiii(le bildel sich der Humus tlesBotlens,
ller t i n e sletig fliefientle I ~ o h l r ~ i s t o f f ~ ~ uuntl
e l l edie Nahrung fiir
tlie Pflanzeii und Ilakterieii tlarntcllt.Durch den Stallmist wird ein
.\ussti,rhrn der Ihkterieii verhintlert. Es werden immer frisdie
lhkterieii i n den Hodeii gebrarht, uncl djese kiiiiiieii die Bodenrtnisetzungcii giiiistig beeillflussen, weiiii sie einen geeigneten
SiihrbotIen vorfiiiden. Wenn tler gut verrottete Stalltliinger auf
i l a s Frltl gclangt. setzt cine starkc Atmung ein. Durch die Zersetzurig c l ~ rorg:inisc.hrii Stoffc tritt einr: Erwiirmung auf. Die
liisliclien l<ohleii\\.nsser,stoffe des Stnlldiiiigers wertlen vergoim.
wobei Alkohol eutsteht. Nach den IJntersuchungen von K o n i g
riber tlit. %c?rsi?txungfles StalItIungers werden ini ersten Jahr
bereits W ’ ;ottyaliert.
,
die restlichen 25% in den folgentlen zwei
Jahreri. Voii tlen Restiiritlteilrri der ZeIImenibrane werrlen die
I’eiitos:iitc sc~hiwllerzersttzt als tlic Ligiiiiie, die sich im Iiotlen
.inreic,hcrii. unil t1ert.n %~?rsetziiiigsprotlul~te
wir mit dem Nameri
IIum iis zusani mrti f
rw. Vortr. wcist tlariiuf hin, tlafi die
Iirac.hc1 d i l l s eiri..n
*li+tofTvri.lustbetleutet. Die Aiisicht, dafl
,lie giiristige \Virkurig lies Slallrnistes ;iuf Animoniakzufuhr
[uriiclmtfiihreii sei, hiill er iiur fiir rjchtig, wenti stahori gerriige,iil ~iir~blertstnffvr~rhitttlu~ipe~i
vorhanden siiitl. Eiri gutc.1’
!iuiiio+i. I:ntlcii lir.ftri.1 l~i~lriiehtliche
Mengcn Koh1etisiiui.e. untl
n v a r ,it: llvlitar SO --no l ~ o ~ ~ ~ ~ ~ ~ lgasfonnige
z c t i i n e r I<ohlens%ure.
i l i c i i i ciic. Luff erita.eii.ht i i n t l tlen an s i r h ungciiugenden Gehalt
~lw
L u f t : t i 1 k’olileiisiiurc~txrhiiheii soll. Vortr. verweist hier auf
(lie vcrschicderic~ri 1‘ri~r~r~::uchurigcnV O I I I, e ni m e r in a 11 11
I<
h I’ F‘ II b e r g iiiirl (> r r 1 ;i c h . Die 1Cr:ige der Ertragsverniehrung r i u f i I t L n F i ~ l d e i ~uiiter
ii
vermt:hrlei l<ohlensiiurezufuhr ist
iioch iiia.lil i-iiitI(~utigx u bmrtt>ileti. 1)er Stallmist stcigert iiic*ht
nui’ (lie ~ t i t ~ l i ; l ~ ) l T s a ~ i ~ l im
i ~ , ~Rotlen
ing
untl die Kohlensluret.rzeiiquiig. o r wiikt nucli nuf ilie Liisutig der Mineralstoffe. Die
Wirliung t l r s ~ t al l mi s t esini Botlen liifit si1.h zum Teil t1urc.h Griintliirigiiiig i i r t r l liompost ersetzen; die Vorgange im Botlen bei der
(;riin~liiiigiiiigqiiid d i e glcichcn, wi t bei tler Zufuhr von Stallniist.
.4lle . i i i l l r i , t i i bis jetzt versurhteri Ersatzmittel fiir den Stallmist
hn1~cii i i u r srltc I I Erfolq gehi.;ii.ht. Voi4i.. er\viihnt die kiinst-
.
[
Zeitficlirift fiir
angowantltc Chemie
lichen Ihkteriendiinger und die reinen Humusdiinger. In England sollen mit Biohumus gute Erfolge erzielt worden sein.
Nach Vortr. zeigt ein Vergleich der Wirkungen von Stallmist und
Hiohumus nur in schlecht geleiteten Wirtschaften, wo schleehter
Stallmist verwendet wird, einen Vorsprung des Biohunius.
Vortr. streift dann noch kurz die Hodendesinfektion. Man hat
mit Carbolineum, welehes durch Emulgieren mit Nafriumhumus
wasserloslich gemacht wird, gute Wirkungen erzielt, die Schldlinge im Roden werden zerstort. In England hat man Versuche
gemacht, den Stallmist zu ersetzen, indeni man ein nafigemachtes, rnit Animoniaksalzen versetztes und rnit Bakterienkulturen
geimpftes Stroh verwendet. Vortr. mochte aber bezweifeln, daB
dieser Strohdtinger ein wirklich brauchbarer Ersatz des Stallmistes ist und glaubt, da13 ein guter Stallmist n k h t zu ersetzen
ist und in seiner Wirksamkeit von ancleren Stoffen nicht iibertroffen werden kann. Die Landwirtschaft mul3 daher auf eine
RachgemlSe und gute Hehandlung des Stallrnistes hingewiesen
werdan. Die Herstellung von Tiefstalldiinger und die getrennte
Auffangung von Jauche und Kot spielen dabei eine Hauptrolle.
Prof. I>r. E h r e n b e r g , Direktor tles Agrikulturchemi%hen und bakteriologischen hstituts der 1Jniversjiat I3reslau:
,,Wrlclic drrssicht~iz eriiffnciz gehnltrsiche lMngemittd fur tiii..wre I’rm-is?‘.
I n den letzten beiden Jahrzehnten sind eine groBe Anzahl
neuer Diingemittel auf den Markt gebrarht worden. Die jetzt
angehende Zeit konnte man die Zeit der gehaltreichen Dunger
nenneii. Als Reispiel iiennt Vortr. Leunnphos u n d Nitrophoska.
Von der It h e II a n i a soll demnbchst cin neuer gehaltreicher
Diinger niit 15% Kali und 25% zitratloslic.her Phosphorsaure
herauskomnien. Auch die Kalkindustrie hat sirh dnrauf eingestellt, deii Gehalt ihrer 1)iingemitlel zu whohen und durrh
beqsere Mahlung ihren Wert zu steigerii. \Venn die chemisehe
GroBindustrie darnuf hinarbeitet, den &halt der Diingemittel
zu steigerii, so miissen hierfur gewisst: Griintle vorlicgen. Es
haiidelt sich bei den neuen gehaltreirhen Diingerli zum groaten
Tcil urn Mischdunger und Volldiinger, horhnerlige Diingemittel
init nur einem Pflanzenniihrsloff sirid nur weriig vorhnnden.
weiiii mail vom Kali untl Hariistoff absieht. Vnrtr. will nun eriirterii. ob die neue Richtung i n tler Diiiigeinittelherstellullg fiir
tlic Lnndwirte von Nufzerl seiri kanii und welrhe Vorteile vorn
I)rivat\\,irtschaftlic.hen Staiidpunkt, vom volks\\~irtscliaftlicheti
und j~flnnzenerniihru~igstechnis~hen
Standpunkt die neuen
qeh:iltrei(-hen lfiingemittel bieten. Pi.ivnt~,ir.tsc.hnftlich ist a k
Vorteil die Herabmindermig der Lieferiingskosten hervorzuhebeii. h r c h tlie Konzentrierung werden die Rahnfrachten
entsprcchend dem verniintlerten Gcwicht herabgesetzt. die
Lieferungskosten verringern sich, darilus fnlgt eine Beschleunigung und bexsere Sirherung der Lieferung iiberhaupt. Das
1,agerri wirtl erleichfert. die Sac*kungsltosten werden vermintlert. Die gehnltreicheri Diingemittel hieten weiler die Mtiglich1iei t tl i (> kl ei ii on Lan dw i r t e zu vernich rt er D ii iigera nu’end ung
xu veraidassen. Als letzten Punkt I)rivatwirtsc.hnftlicher Art
hebt Vortr. hervor, tlaR durch die Herstrllung der gehaltreichen
Misc~htliingertler Wettbewerb unter den Diiiige~iiittclfabrikaiite~i
qesteigert wirtl. Ein solcher Wettbewerb war friiher nicht vnrhnuclen. Solange man Diingemittel wit? Iiainit otler Arnmoniumsiilfiit oiler ‘I’hoinasmehI benutzte, hantlclte es sich iiur um ( l i t
Gcwinnung von Rohproduktrn und uiii Monopole. Auf arheitstcc~hriisc~heniGebict is1 t1uix.h die Vcr\wiiduiig dcr grhaltrcichm D iiiigemilt el cine Herabtlriic~liurig tlcr A rbei t sanf\vcntliiiigeii i n tlen I3etriebcri zu erwarten. Die Vorziige tler iieueii
Diinqemittel
nuf
pflanzeiicrniihruiigste~~hiiischem Gebiet
liegen i n tier Vcrhiitung einstitiger 1)iiii:rcran~~~ritliitig.
V~I,besscruiip ties Mischeiis untl Verhiilurip solrlier Fchler i n (lei.
I’rasis.
AIR crheblic*hcr Vorteil crsclteint nurh dns Fortfalleii
von Sebeiibestnutlteilcii und stkrkcren ~alzanhkufungen i m
Ilotltn. 1)ieseti Vorteilcn. die insbcsnndere fiir die lrleinen Ian(1\~irtsch:iftlic~lie~t
Retriebe in Frage ltommen. sttht nls Sat~l?teil
sygeniibei,, (Ian fiir fortgeschritttnc lietricbe tlie Anwentlung
iler gehnltreic*hen I>iingemittel zit tlw unerwiinschten r e z r p nrligcn .4n\vendung fiihren knrt~i. stntt d:113 n n ~ hsorgfslfigen
Knvaguiigen (lie einzelnen Diinger gea.lhlt werden. Auch die,
Kostenfrage spielt eine Rolle. Voin volks~~irtschnftli(’heii
untl
ri:itiotinlwii~tschnflli~heii Stantlpunkt haberi die hochwertigeri
Diingernittel den Vorteil, expoi-tfiihiper zu sein. Weiter wirtl
tlurch tleii gcsteigerten Absatz voii Kunstdiitiger an die kleinert
.
Laiidwirle eine Kulturverbesserung und eine Steigerung des
Wohlstandes zu e n \ arten sein. Zum SchluD erortert Vortr. noch
die Frage der Umsatzverguiungen bei den neuen Ilungemitteln.
Dei Absatz wird naturlich beeintrachtigt, wenn die Umsatzvergiitung geringer ist, als beim getrennten Verkauf der einzelnen 1)iingemittel. Es ist von grobter Bedeutung, dab man
durch zweckmaljige Tarife i n die Lage kommt, Versuche im
Grollen durchzufuhren. Vortr. schliefit mit der Hoffnung, dafi
sich Landwirtschaft und Dungungsindustrie zu gemeinsamein
Wirken Fur I>eutschlands wirtschaftlichen Aufstieg zusammenfiuden moditrti.
Hauptversammlung
der Deutschen Landwirtschaft-Gesellschaft.
Berlin, 5. Pebruar 1927.
Vorsitzender: v. L e d e b u r , Crollage.
Geh. Reg.-Rat Prof. Or. Cr e r 1a c h , Berlin: ,,Wirtschaftseigenes Futtcr untPr bcsonderer Berucksichtigung der Abfalle
des Z uckerriiben bnzies".
Die Einfuhr \ o u Futtermitteln hat in den letzten Jahren
gegenuber der Voi kriegszett nachgelassen. Dagegen ist aber
die Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse wie Fleisch,
Milch, Butter, Kase und Eier stark gestiegen. Daraus geht
hervor, ddi3 die Schiiffurtg tierischer Erzeugriisse noch nicht auf
der IIohe ist. A115 diesem Grunde mufi die Erzeugung und
Verwendung an Futterstoffen im Inland verbessert werden.
D a m stehen drei Wege zu Gebote: Einmal die Steigerung der
Produktion, eiu ZM eites Ma1 die Verminderung der Verluste
bei der Aufbewahrung und drittens die verbesserte Futterung
der Viehbesthnde. Zur Steigerung der Produktion empfiehlt
Vortr. den vermehi ten Anban der Lupine, deren Entbitterung
in der eigerien Wirtschaft heute keinerlei Schwierigkeiten
mehr marht. Die Lupine liefert ein leicht verdauliches, eiweidreiches, billiges Futter, und es ist zu hoffen, dab die Zuchtung
auch bald Lupinensortell von gro8er Ertragsfahigkeit liefern
wird. Auch bei der Futtererzeugung ist sachgemabe Diingemittelam endung sehr rentabel. Das Hauptmittel zur Hebung
der Futtererzeugung ist jedoch eine Herabdruckung der Verluste. I% gehen im Jahr durehschnittlich in . Deutschland
7-8 Millionen Doppelzentner verdauliches Eisweib, 45 Millionen
Doppelzentner Starkewerte verloren. Die Trocknung erweist
sich bei Verlusten Ion uber 20% als wirtschaftlich. Ein sehr
guter Weg, Verluste herabzumindern, ist die Silage. Wahrend
Amerika Millionen Silos besitzt, haben wir in Deutschland nur
4000. Dann geht Vortr. besonders auf die Verwendung von
Riibenblattern und Rubenkopfen ein. Es kommen ungefahr
80 Millionen Doppehentner in Frage mit 1,2 Millionen Doppelzentner Eiweil3 und 6,2 Millionen Doppelzentner Starkewert.
Sie stellen ein vorziigliches Futtermittel dar. Die Verluste bei
der Aufbewahrung betragen 40 yo. Die Trocknung ist besonders
zu empfehlen, doch mud grode Sorgfalt auf die Reinigung vom
Sand gelegt werden. Die getrockneten Rubenblatter bzw. -kopfe
stellen ein ausgezeichnetes Milchfutter dar. Eine durchgefuhrte
Rentabilitatsberechnung zeigt den grol3en Gewinn, der sich
durch Trocknung ergibt. Alle Landwirte, die nicht zu weit von
der Zuckerfabrik wohnen, sollten deshalb die Zuckerrubepblatter und -kopfe trocknen lassen.
Als Korreferent sprach iiber denselben Qegenstand Fabrikdirektor (i u t t e , Zeitz. E r wies darauf hin, dad durch den
Zuckerriibenbau aus der gleichen Flache viermal so vie1 an
N.hrwerten gewonnen werde wie durch Getreideanbau. Die
groden Fortschritte auf dem Gebiet der Rubenblattertrocknung
sollten die Abneigung, die gegen die Verfutterung bestanden
hat, beseitigen. Wenn man tlie Schlammteiche sieht, die heute
neben deri Trocknuugsanlagen entstehen, d a m findet man, da13
die friihere A b n e i p n g gegen das Verfuttern der schmutzigen
BI&tter sehr begreiflich war. Durch die Trocknung wird die
Verdauungsarbeit erhebiich herabgesetzt. Da das Trockenrubenblatt vitiiminreich ist, eignet es sich besondew fur dic
Verfiitterung an Milchkiihe. D i e Verfutterung a n Pferde macht
Anbauflachen, die bisher fur Hafer benotigt wurden, fur andere
Zwecke frei. Auch die Trockenmelasse ist als Viehfutter noch
zu wenig gewiirdigt. Ihr Preis ist nicht vie1 hoher als die
Diingewerie, tlie mati bei Melasseverfutterung erhalt. Aller-
dings ist auf einwandfreie Mischstoff e bei der Melassefutterherstellung besonders zu achten.
Versammluiig der Futterabteiluug.
Vorsitzender Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. H a 11 s e n , Berlin.
Prof. Dr. M o 11 g a a r d , Kopenhagen: ,,CYert der Futlei
wdttel Dei dci Milchproddction".
Seit langem bemuht sich die Forschung, den Wert der
Futtermittel eindeutig zu bestimmen. Man geht dabei von zwei
Vorstellungen aus. Die eine stiitzt sich auf die analytische
Chemie, die andere suoht auf kalorimetrischem Wege die energetische Gesamtleistung zu erfassen. Durch die Entdeckung der
Vitamine schien e s so, als ob die analytische Methode gegenuber der energetischen siegreich sein musse, doch ist den1 rlicht
so. Auf der anderen Seite muB man aber bedenken, dab es
sich bei der Produktion nicht um Energieumsatze handelt, ~011dern um Synthesen. Die Anwendung energeti-scher EinheiteIl
f u r die blessung des ,,Wertes" der Futtermittel erscheint unumganglich, weil sie die eiuzige Moglichkeit einer Berechnunq
der Verluste a n thermischer Energie abzugeben scheint. Die
Aufstellung eines quantitativen Verhaltnisses zwischen Futtermenge und Produktionsgrofie srheint daher nur auf dem Boden
der energetischen Messung moglich. In diesem Sinrle liijt sich
der Nahrungsbedarf fur den Unterhalt als die Anzahl Nettokalorien definieren, deren Zufuhr fur das Ernahrungsgleichgewicht notwendig ist, wenn das Proteinminimum durch Zufuhr
\on gemischtem Kraftfutter gedeckt wird. Der Nahrungsbedarf
fur Produktion ist dementsprechend durch die Anzahl Nettokalorien und die Menge verdaulichen Proteins bestimmt, die
dem Unterhaltungsfutter zugefugt werden mussen, um eine gew k e Produktion zu erzielen. Der irn einzelnen Falle zur Berechnung des Nahrungsbedarfs dienende Wert eines Futtermittels ist gegeben durch die Anzahl Nettokalorien, die 1 kg
eines Futtermittels fur Unterhalt oder Produktiou abgebeii
kann. Vortr. hat vorgeschlagen, vom K e 11 n e r schen Starkewert ausgehend den Wert der Futtermittel als ihren Produktionswert fur Fettproduktion nu definiereu. Zur Messung der
Grofie der Milchproduktion schlagt er weiter vor, die Einheit
von 1000 Kalorien gleich 1 M.E. (Milcheinheit) zu setzen. Dementsprechend sind die Anzahl Mastungsnettokalorien (Starkewerte), die bei der Produktion von 1 M.E. im Organismus umgesetzt werden, als Produktionsaquivalent der Milch zu bezeichnen. Um die Frage, wieviel Proteinnettokalorien das
Produktionsaquivalent e n t h l t e n soll, beantworten zu konnen, fiihrte Vortr. den Produktionsquotienten ,,k", das ist
der Quotient von Froteinnettokalorien zu Gesamtnettokalorien eines Futtermittels, ein. Hierdurch wird die Frage
nach dem Bedarf organiacher Nahrung fur die Milchproduktion
vereinfacht in die Frage nach der Griibe des Produktionsaquivalentes und des Produktionsquotienten bei der Milchproduktion. Da ein Weohsel der Grode des Produktionsquotienten
sich sehr verschieden auswirkt, entsteht die Frage: Fur welchen
Wert von ,,k" (Produktionsquotient) hat das ProduktionsZiquivalent sein Minimum? Untersuchungen des Vortr. in dieser
Richtung haben ergeben, dad die We1 te 0,2 und 815 die besten
zusammengehorigen Mittelwerte fur ,,k" und Produktionsaqui\-dent zu sein soheinen.
Prof. Dr. S c h e u n e r t , Leipzig: ,,Die Ausnutzung ddr
Leistungsfdhigkelt dQr Kuhe durch xwieckentsprechende Fiittr-
rung".
Vortr. will sich nach den Ausfuhrungen des Vorredners auf
die Bedeutung von Eiweil3, Vitaminen, Mineralstoffen uiid
Wasser beschranken. Die Verbesserung der Milchproduktion
bedeutet nicht nur eine Verbesserung der Volksern&rung, sondern gute vitaminreiche Milch ist auch die beste Sicherung
gegen alle Defekte, die praktisch moglich sind. Besonders muij
heute die Tatsache beriicksichtigt werden, dad durch die zuchtwischen Erfolge leicht die Gefahr der Unterernahrung bei
Milchkuhen eintreten kann. Eiweid mud in Form biologisch
vollwertiger Gemische den Tieren gegeben werden. Es mu1.i
also nicht nur eiweiBreiches, sondern auch vielseitiges Futter
gereicht werden, am geeignetsten ist bestes EIeu, und zwar
Luzerne oder Leguminosenlreu. Eine Kuh, dic taglich 40--50
Liter Milch liefern SOH, braucht 100-150 kg U'asser pro Tag,
und zwar einwandfreies Wasser. Sofern richtiges Futter gereicht
wird, ist die Vitaminfrage belanglos, sie gewinnt jedoch bei
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