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Die angebliche Fluverunreinigung durch die Endlaugen der Chlorkaliumfabriken.

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Zeitschrift f’iirangewandte Chemie
und
Zentralblatt f~ technische Chemie.
Heft 88.
XXV. Jahrgsng.
Die angebliche FluDverunreinigung
durch die Endlaugen der
Chlorkaliumfabri ken.
’
Vortrsg, gehalten im Bezirksverein Sachsen-Anhalt den
Vereins deutschttr Chcmiker
von Bergassessor Dr.
SELLE,Magdeburg.
(Eingeg. 2. 6. 1912.)
11. H. ! Sic haben heutc, dau Vergniigen gehabt,
als Gtwt d r r A - G . Kriiperslinll cin Kalibergwerk zu
befnhrcn und den Gang tlcr ftibrikntoriechen Verarbcitung dcr nuu dcni Ikrpvcrk gefiirdertcn Salze
zu verfolpen. 1)a wird rn fur Sic vielleicht nicht uni n t e r r m n t win. auf deni nun einmal bcschrittenen
Gebirtc noch vtwm zu vc-rwc.ilen und einige Ausfiihrunprn iiher eine Fragc tntgegen zu nehmen, die
moiricmttin nicht nur im engeren Kreise unuerer
InduNtric im Vordergrunde des Interesses steht:
iibcr dic K n l i a b w i i s s e r f r a g e . M. H., cs
int Ihnen pewin allen bektinnt, dnB die junge, in den
letztrn Jn1irc.n miichtig eiiilwmtrebende Knliinduetrie .*it einiger Zcit Anfcindungen auugcsetzt ist,
die 1ridt.r Xudrucksfornien gefunden haben, wie
sie nicht alltiiglich sind, und gegen die Rich nicht
nur die Kaliinteressent.cn w l b t nuflehnen sollten,
sondern die in dem allgenieinen Gerechtigkeitsgefiihle ihrc Verurteilung findrn nollten. Die Kaliindustrie, dieselbe Industrie, welche unserem deutschen Vaterlande unschiitzbnre Vorteile gebracht
und ihm im internationalcn Wirtschaftdeben einen
mnchtvollen Vorsprung vor allen Nationen gegeben
hat, ist im eigenen Lantlc. aum Gegenstande meines Erachtens zum unberechtigten Gegenstande
- heftiper Fkkiimpfung geworden. An der Spitze
unserer Gegncr steht die R ~ O ~ L reiche
!
Handelestadt
Magdeburg, ihr zur Steitc stelit eine Reihe anderer
Stiidte, dann eine Reihe von Induutriezwcigen, vor
allem die l’apierfabriken, Zuckerfabriken, Hrauereien usw., fernor die Isndwirtschaft und die E’ischer.
Sie sehen, ni. H., die !%liar int nicht klein, die gegen
uns anstiirnit, und es sind nicht wcnigc, die es vielleicht lieber sahen, eine deutache Kaliindustrie esistiere nicht. 31. H., wer, wie ich, der Nnumburger
Protestversammlung beigewohnt hat, in welcher
die Rewepng gegen die Knliindustrie im vorigen
H e r h t e ihren Hohepunkt erreichte, wird crriicascn,
daB ich hierbei nicht zuviel behaupte.
Um waa dreht sich eigentlich der ganzc Streit?
Nun, urn d i e K a l i a b w a s s e r , u m d i e n n c h
dern Stondc der heutigcn Teclinik unvcrwertbaren
oder nur zurn geringen Teil vcrwrrtbarrn w k e r i g e n
Abfallprtdukte auB den Clilorkaliumfabriken. Diese
werden, wie alle Abwiisser. die aus Fabrikbetrieben
stammen cder wie die Ahwiisser aus zahlreiclien
Ortachaften und Stiidten in die Fliisse geleitet, die
Ck 1912.
16. August 1912.
a h natiirliche Abnehmer solcher Stoffe gelt.cn, POlange diese Einleitung daa Man des Gemeiniiblichen
nicht iibcrschreitet. An diese Einleitung der Kaliendlnugen, die, wie wir noch sehen werden, im wesentlichen aus Chlormagnesium und Chlornatrium
bestehen, werden nun die allergroDten Bcfiirchtungen gekniipft, aus ihr werden die mannigfachsten
Schiidigungen hergeleitet.
1. Zuniichst befiirchten die Kommunen eine
ernste Beeintriichtigung dea Wassere zurn Trinken
und zur Fkreitung von Speisen und daher eine Gefahrdung der Volkegesundheit. Hieran schlient sich
der Kinwnnd eincr Verechlechterung des Waamre
In seiner Venvendung als Wasch- und B a d e w e r .
2. Die B’ischerei befiirchtet eine Abnahme oder
par Vernichtung des Kschbestandes entweder durch
direkte Einwirkunp des Salzgehaltes auf die Fpclie
nder indirekt durch Vernichtung der Kleinflora und
-fnunti, ties sog. l’lanktons.
3. Die Landwirtaehaft befiirchtet eine Versalzung der Xcker und Wiesen und daher eine Minderung ihrer Ertrage, sie befiirchtet ferner die Ungeeipetheit des vorualzcnen FIul3waasem ah Triinkwaaser fur daa Vieh.
4. Gewieae Industriezweige befiircht.cn Schiid i p n g e n ihrcr Interewn:
a) indem der Salzgrhalt daa W w r als Kellselspeiwwasscr ungceignet mache, und
b) daa vcrtialzcne Wasser ah Betriebswesser
nicht zu gebrauchen sei.
lknachteilipt fiihlen sich in dieser Hinsicht
vor allem die l’apier- und Zuckerfabriken. Wirtschaftliche Schiidigungen werden aber auch von
Farbereien, Wiiscliereien, Bleichereien, Braurreien,
Gerbcreien, Miillereien erwartat.
W. H.! Bevor ich dazu iibergehen werde, zu
einigen der Hauptklagen Stellung zu nehmen,
rnikhte ich mir rrlaubcn, zum besseren Verstiindnis
der Froge, kurz
1. die Entwicklung dcr Kaliabwiisserfrape und
2. daa Wewn und den C’harakter unserer EndInugrn zu eriirtern und hierbei die Verunreinigung
der Fliisse im allpemeinen zu betrachten.
A I 1 g e m e i n e r T e i 1.
Die Kaliabwiisserfrage ist nur ein Teil der Abwiisserfrage ganz allgeniein, und zwar ist die Abwiimrfrage an sich wcit alter ah die Kaliabwiieeerfrage,
iiltcr also als die Kaliindutitrie. M. H.. daa ist a u k ordcntlich wichtig, denn wenn - wie es von unseren
Grwern geschieht, wofiir wir genugend Beweise
haben - tataiichlich die Ursache fur a 1 1e Schiiden,
welcher Art sie auch sein mogen, den Endlaugen der
Kalifnbriken zupeschoben wird, so kann daa den
Eindruck hervorrufen, als wenn erst rnit der Entstellung dcr Knliindustrie eine Verunreinigung der
F l i i w eingetretcn Mi. Nun, d w ist nicht wahr.
209
1666
Belle: Angebl. FlnSverunreinigung durch Endlaugen d. Chlorkeliumfabriken.
Von jeher sind die Wirtschaftswiisser in die FluBlaufe geleitet worden, von jeher haben sich die gewerblichen Betriebe ihrer Abwiisser durch Ablassen
in die Fliisse entledigt. Aber eigentliche Schaden
zsigten sich anfanglich noch nicht. Erst mit der
Zunahme der Ekvolkerung und dem Aufschwunge
unserer Industrie anderte sich das Bild, und es
wurde als Folge des wirtschaftlichen Aufschwunges
unseres Landes in den 70er Jahren die Abwasserfrage geboren. Die immer zahlreicher werdenden
Fabriken der GroDindustrie entledigten sich, genau
wie vorher die beschrankten Betriebe der Kleinindustrie und des Kleingewerbes, ihrer liistigen Abfitllstoffe durch Ableitung in die Fliisse, in denen
nunmehr Schkden hervortraten. Vor allem zeigte
sich eine Beeintrachtigung der Fischerei und der
Verwendungsfiihigkeit des Wassers zu Trink- und
Wankzwecken. Alle Bestrebungen, die Abwiisser
vor ihrem EinlaB Reinigungsprozessen zu unterwerfen, konnten eine fortschreitende Verschmutzung
der meisten deutschen Fliisse nicht aufhalten, und
hier und dort, in Industriezentren oder in der Sahe
grohr Stidte, entwickelten sich Zustande, die a h
unhaltbar angesehen wurden. Ganze Fischbestande
wurden in gewissen Fliissen vernichtet, die Stadte
sahen sich genotigt, zur Reinigung des Wassers kostspieligc Anlagen zu errichten, ohne dennoch die hygienischrn und asthetischen Bedenken beseitigen
oder gar - und das sind wohl die schwcrwiegendsten Folgen der FluBverunreinigung - schwere Erkrankungen und Epidemien vermeiden zu konnen.
Sie sehen, m. H., trotzdem noch keine Kaliindustrie jm Sinne von heute da war, haben sich in
vielen Teilen Deutschlands arge MiBstande herausgebildet, MiBstande, die heute in gewissen Stromgebieten allein den Kaliwerken zugeschoben werden !
Dal) hierin ein logischer Widerspruch liegt, ist ohne
weiteres klar.
Der Aufschwung der Kaliindustrie in den 90er
Jahren brachte die Kaliabwasserfrage. Sehr bald
wurden iibertriebene Befiirchtungen hinsichtlich der
Reeinflussung des FluDwassers g e a u h r t , und diese
Befiirchtungen wurden durch gewisse Einfliisse verstarkt und hierdurch bedauerliche Vorurteile geschaffen. Vor alleni erwuchs der jungen Kaliindustrie ein machtiger Feind in der Stadt Magdeburg,
die ihr Trinkwasser der Elbe entnimmt und behauptet, die schlechte Reschaffenheit ihres Wassers sei
eine Folge des Salz- und Chlormagnesiumgehaltes.
Nun, diese nehauptung ist ganzlich haltlos, und
ich darf wohl, um hier die Erorterung des Magdeburger Wasserstreites niir zu ersparen, an die vort.refflichen Ausfiihrungen von Dr. W e n d e 1 1) erinnern, die den Nachweis erbringen, daB der Kernpunkt aller Magdeburger Wasserkalamitaten stets
in der Verunreinigung des Waasers durch o r g a n i s c h e S t o f f e gelegen hat. Die Stadt Magdeburg fiihrt seit 1892 einen ProzeD gegen die Kaliwerke, die sie beschuldigt, das Elbwasser als Trinkund Wirtachaftswasser wesentlich zu beeintrachtigen. Die erste Instanz hat den Kaliwerken recht
1) Untersuchungen des Magdeburger Elb- und
Leitungswassers von 1904 big 1911. Magdeburg,
Verlag von C. E. K l o t z , 1911.
Untersuchungen des Elbwassers bei Magdehurg und Tochheim wahrend der Eisstandperiode
Jmuar/Februar 1912. In demselben Verlage. 1912.
[ (Ln
gegeben, in zweiter Instanz schwebt das .Verfahren
zurzeit beim Oberlandesgericht Naumburg.
Es lag daher im offenkundigen Interesse der
Stadt Magdeburg, die Voreingenommenheit gegen
die Kaliendlaugen, die durch die allgenieine Unkenntnis von dem Wesen derartiger Salze bestarkt
wurde, auszunutzen. Sie stellte sich an die Spitze
einer Bewcgung gegen die Kaliindustrie, die in dem
M a h um sich griff, als diese iiber die Grenzen des
StaBfurter Reviers hinaus sich uber g r o h Teile
Nord- und Mitteldeutschlands ausdehnte. Zwar
blisben die Befiirchtungen nur Befiirchtungen, positive Schaden konnten niemals nachgewiesen werden, aber die Vorurteile blieben leider bestehen, dank
der von Magdeburg ausgehenden Agitation.
Der he& Sommer 1911 mit seiner Trockenhcit
und Diirre, mit seinem Wassermangel in den Fliissen
brachte den Hohepunkt der Agitation, die Naumburger I’rotestversammlung. M. H., es ist natiirlich
klar, daB bei niedrigem Wasserstande in Fliissen
sich in hoherem MaBe alle Schaden bemerkbar
machen, die auch sonst vorhanden sind. Und so ist
es kein Wunder, daB gerade im verflossenen Sonimer
die Einwirkungen der FluDverunreinigung in starkerem Lichte zich zeigten. Die relative Anreicherung
aller Frenidstoffe, insbesondere der organischen Abfallsbffe und der Bakterien erhohte ganz naturgemalj die Infektiositat des FluDwassers, beeintrbhtigte also seine Verwendbarkeit als Trink- und
Trankwasser und rief somit hygienische Schiidcn
hervor. Dieselbe Anreicherung des organischen Hestandes im Wasser fiihrte zu zahlreichrm Fischsterben, der Wassermangel und die Hitze verniinderten die Ertrage der Wiesen u. dgl. mehr.
So natiirlich auch alle diese Dinge erscheinen,
als so selbstverstandlich wurde es leider von den
Gegnern der Kaliindustrie hingestellt, daB diese
allein alle diese Schdigungen und andere hcrvorgerufen habe und fur sie verantwortlich zu machen sei.
In dem durch dieselben natiirlichen Einflusse gesteigerten Salzgehalte wurde die alleinige Ursache aller
t a t s a c h 1 i c h e n und dariiberhinaus aller m o g 1 i c h e n Schiiden erblickt. Unbeachtet blieb die
Tatsache, d a 5 sich allerorte in allen Teilen Deutschlands die gleichen Schadipngen zeigten, in Fliissen,
die keinen Tropfen Chlormagnesium erhalten, unberiicksichtigt blieb die Tatsache, daB wir ini Sommer 1911 anormale Witterungs- und Wasserstandsverhaltnisse gehabt haben, wie sie in 50 Jahren vielleicht nur einmal wieder vorkommen.
M. H.! Ich kann getrost behaupten, es sind
auch im Sommer 1911 keine Schiidigungen durch
die Kaliindustrie hervorgerufen worden, die einen
derartigen Notschrei berechtigen, oder die nach
FJ 18 der Gewerbeordnung als erheblich anzusehen
seien.
Der Sommer 1911 bot also eine giinstige Gelegenheit, einen kraftigen Vorsto5 gegen die Kaliindustrie zu uhternehmen, und dieser gelang denn
auch dank der Voreingenommenheit, der Unkenntnis und Urteilsunfahigkeit weiter Kreise der Revolkerung und der an der Frage interessierten Berufsstande.
&lit dem Erfolge ihrer Agitation konnen die
Fuhrer unserer Gegnerschaft zufrieden sein. i‘berall
ist eine heftige Erbitterung geeen die Kaliindustrie
wachgerufen worden, die Behorden haben sich die
ungiinatigsten Amichten zu eigen gemecht, u n d ee
ist aukrordentlich echwierig oder gar unmiiglich,
noch eine Konzesaion fur die Ableitung der Endlaugen zu erhalten.
M. H. ! Ich pehe dazu iiber, des WeRen und d e n
Charakter jener Endlaugen zu schildern, von denen
man stiiiidig uniibersehbares Ungliick erwartete, und
die im voripen Sonimer daran schuld gewesen win
nollen. daB dic Fische n t a r h n . die Wiesenertrapiasc
zuriickk~ngen,jn d i r Schiild dafiir tragcn sollen, daB
d w F l u l w a s x r unycnicUhtir war und Iiygirnisch
beanstandet werden multe.
J1. H. ! dns ist tlrr whwerstc Vowurf, welcher
tler Kaliindustrie gemticlit wird, dnB die Endlaugen
hygienische &*hndigungrn licrvorrufrn konnen o d r r
Iicrvorprufcn htibcn. G m d c diese Ikfiirclitung, so
unbcreclitigt nir nucli ixt, h a t Irider iihrnll cincn
kriiftigcn \\'itlcrlitill pcfunden und hat zu den hclnut.rliclistm und ii1wrtriehnstc.n Vorstcllungrn
gvfiihrt; j a n i r lint dnhin gvfiihrt, tlnU uinn in vcillntiindipr Unkrnntnin :h-r Vcrliiiltniwc von ciner
Verwuchung, Vvrpcstung!, Vmichriiutzung und Vcrjtiucliung drr Hiisne clurrli die Knlitrbw&wcr xpriclit.
Mit dirscn Sclilnpwortm Iinlwn unncrr Gt.pnrr o p ric-rt und dnnk dcbr Snchiinkrnntnin dcr Ikviilkcrung
gcmdr wir StitunvissrnKindruck erzirlt.
xc-hnftlw werden dns I'nninnigv tlirwr Ilczc4clinungen
viiipfintlm. I r i d r r ( h t t c n nind jtr viclr unwcrer
E'liisse vcqwstct. v(-rnruclit, vrrncliiiiutzt, wrjnurlit;
t i l e r diirrh wrn dcnn ? Ihrc.li d i r Ktililtiugcm tloch
nicht! I k n n wic nrhcn dicnc! nun?
>I. H. ! Die Cliloriiin~ncniunilnupc~ncmtstnnimcw, wir Sir wiasen und liriitc nuf dcni Wcrkr gehiirt t)dt*rgrselien hnbcn, tlc-r Vwnrbritiinp d t r Knlir o h n n l ~ tnuf sou. konz. Snlzcb, von dcbncn daq Chlorktiliirni dtin wiclitigsk int. Siclit nllc gefordrrtcn
Snlzc c.rgt-brn nun solche Al)wii.w,r. aucll niclit ttlle
Stibk w c d c n fnbrikatorincli vc-rtirbcikt. Von den
73 Mill. d z Knlinnlzrn, die iiii .Jtilirc 1910 FefBrdcrt
nind, wurdrn 45.5 Mill. nuf konz. Sulzc- vcrnrlwitet,
d r r Rent, 27.5 Mill., wurdc tilx Itolianlzr, nieirt nls
Diingrnnlu. nbgesetzt. 3lnn untcwcheidrt zwci A r ten von Snlzen, die nln Xltitcsrinl fur dit: Herstellung
tlrr konz. Snlu: dicnen, niiriilich carnallitinclic~Snlze,
die i i r i wcwntlichcn (.in (.kiiiengc den l h c r t i l n c*tirntillit (KCI.MgCI,.G H,O) und Strinnnlz (XnCl) bild r n , und Hnrtsnlzc, in tlcncw das Mineral ('nrntillit
(lurch Sylvin (KCI) untl Sylvinit (KCI .SaCl) crsctzt
ist. Dtis Zicl drr fnbrikntorisclirn Vcrnrbeitung iRt
tlir 'rrenniing dcs Clilorknliuiiin von seincn Ikplvitnttlzrn. Von diescn i n t nun dtis Chlormngnrsiuni dnsjenigr Salz, nn daq nich dicb Ht~sorpnisrw:und Hcfiirchtunpen kniipfrn. Aus d v r cliemischen Zunnninicnnetzirng erschrn wir nlwr, daB die Hnrbnlzc kein
Clilorningneniuni rntlitiltcm iind dnhcr keinc ClilorIiiapneniuriicndltiupcn c r p l x - n kiinncn, roiidern dm
irt nur bci den Carntillikn dcr Fall. Also, 111. H., die
gan7.e Endlnupenfrngc wiiw gisliint, wenn nllc Werkc
in dcr Lnp wiirrn, nur Hnrtsnlzc zu fiirdrrn. Aher
Irider richtet sich die Stitur niclit nncli unsrrcn
\\iinnclicn, und so gibt r n vine Rrilic von \\'crkrn,
die nog. Cnrnnllitwcrkr, die nuf die V c m r k i t u n g
nt~lcherSnlze nngewlrsrn nind, 'und dic die Entntchung dcr unnngenelinien Al)fnllstoffc in d r n Knuf
nc.hnicn niiiwcn. Sic wvrdcn dnlicr brgrcifen, dtt5
fiir tliese die E r l n n p n g vincr Ableitungnkonzcnnion
vinr Lehnsfrngc ist. Zur Krpiinzung dcr anprgtblwA
h
b
r
nen Zahlen will ich diihren, daO von den 45,5 Mill.
Doppelzentnern vernrbeiteten Salze 32,6 Mill. Carnallite und 13 Mill. andere Salm gewewn sind. Somit haben also 32,6 Mill. von 73 Mill., dae sind rund
44%, im J a h r e 1910 zur Bildung von Endlaugen
Veranlaeeung gegeben. M. H. ! Ich halte PA nicht f i i r
unwichtig, darauf hinzuweieen. denn es wird nur
allzu haufig von der Gesamtforderung riickwarta
geschlosacn nuf einc genz ungeheuerlichr Menge
von Endlnugcn.
Die chcmischc Zusammenwtzung der Endleugen
int nicht pnnz konstant. Ini allgemeinen finden wir
in den Endlnugcn nach I' r c c h t bei einem spez.
C.c\virlit von 1.319:
('lilorktrliuni . . .
('lilorntitriiini . . .
('lilorningncniuni .
I~roiiiiiingncni~riii.
.\Itignc~siuriisiilftit .
\\'wscr. . . . . .
.
.
.
.
.
.
. . . .
. . . .
. . . .
. . . .
. . . .
. . . .
.
.
.
.
.
.
. . . .
. . . .
. . . .
1,250;
0.Mo&
20,60°&
. . . . 0,300:
. . . . 2,?2?&
. . . . li5.789;)
11. H. ! Sic when, dnU die Knliendlnugcn cine
sind.
cinfaclie Iiinrinp viillig nrutralwirkcndcr L%hs
tlic in ilirrr \\'irkung einer cinfnchrn Koclisnlzlonung
iilinlich ist. Jlit ihr h a t die Nndlaupe grnirinsnni.
dtiU sic prruchlon, f a r h 1 o s i i n d w t i s s c r k 1 t i r i x t . I ~ cwchcint
R
1linc.n virllcicht n o Yelbntvcratiindlich und dnhcr nicht wcsrt, daB ich es
enviilinc. .\h*r, 111. H., SO klnr rs I h n m ist, so unklnr
untl unvrrnt iindlicli ist cs nnsclic.inrnd unnerrn ( k g ncrn. Sic g l n u h n gnr nicht, wc.lchc unsinnipm Vorrtc~llungendti Iierrnclirn, i i i t i n n t d l t sicli die KtilimdIliiigc dll rinc iitzmtlcb Fliiuxipkcit vor, die iillca orptininchr h l w n zvrntijrt, nobnlcl sic liirrniit in Ik.riilirung koiiinit, ninn liiilt sic fiir (.in gefalirliches
Gift; tindcsrc p1nuh.n wicdcr, d n l wir freiw (%lor
rinlcitcn, dtis. ullordinps h e n drr gcfahrliclintcn
(iiftc int. I'ntl cndlicli -- clan int wohl dtin n o 1 1 plus
ultrtr ntitiirwinnc,nnclitiftliclicr L'nbildung - - iiinn
gluubt, dtiB dic Cnnnnclin~iclikrit und Uncipln-tit lielikeit, ttlso iiiit cinem W o r k , dic Verschniutzung
und der iiblc Gcruch desFluBwaeeers von deni Snlzund Chlorningnesiumgehalt herriihren. Gegcn dime
Ziiniutunpcn muB die Kaliindustrie bcrerhtigten
I'rotcst crliclx-n, d r n n nicht wir ncliiinden d i r Satur.
indcni a i r d i r Fliis~tin Schmutzkaniilc umwnndeln,
nicht wir fiihrrn ihnen ricch- und sichtbaw Stoffe
zu, die d m iinthctische Gefiihl der Anwolincr vcrlctzrn und ihre Gesundheit gefahrden, sondrrn dos
nind geradc diejcnigrn, die gcprn die Kaliinduntrio
zu Feldc zirlien. dit. Konimuncn und die zahlrrirlien
nnderen Indiistriezweigc, die nllc ihre Abwiissrr (im
wc-sentlichrn orgnnischer Katur) in die R i i t w abIritrn. \Vir nllc kennen das traurige Bild, don sich
unn nninc.ntlich irii SBnimcr nn der Einmiintlunpsstcllc einer Abwiinscrleitunp einer industrierciclien
(;roBnttrdt in cincn FIuD darbietet: eine scliniutzig
grfiirbte, undurchsiclitipr. rklipricchendc Mtinsr. die
mnn nls Warner nirlit mehr annprechen, und die man
nur nls Jauche bczeichntw ktinn. Abcr, 111. H . .
dic*nraWort .,Jnuche" ist niehrfacli, sclbst in Snuniburp von rincwi Snchveratiindigen, auf unscw EndItiugrn angewendrt worden, und dns ist nus den1
Jliinde eincn Stichverstiindigen a u h r o r d r n t l i r h hcdnucrlich. I k n n unscrc Endlnugen verniopc~~
kcin
\\iirncrrlicm zu t r i i t r n und ihnen nucli keinrrlci ( i t - riiclic bcizubrinpcm. Ini Gcgentril. die 1Sndlauptw
rn'
1668
Belle : Angebl. FluDverunreinigung durch Endleugen d. Chlorksliumfsbriken.
wirken sogar klarend, indem sie die im Wasser suspendierten Teile zum schnellen Absatz bringen und
die Filulnis der organischen Stoffe verhindern.
DaD unmoglich die Verschmutzung der Fliisse
der Kaliindustrie zur Last gelegt werden kann, geht
auch daraus hervor, daB dieselben Fliisse schon
friiher verschmutzt waren, und daB endlich in zahlreiche Fliisse kein l'ropfen Chlormagnesiumlauge
flieDt, die trotzdem dauernd in cinem ekelerregenden Zustande sind. Ich konnte Ihnen zahlreiche
Beispiele anfiihren, ich beschranke mich, die Wurm
bei Aachen, die Wupper, den Main unterhalb Aschaffenburg zu nennen.
Da wirdimmer auf die S e 1 b s t r e i n i g u n g
hingewiesen und gesagt: ,,Ja, die Selbstreinigung
der Fliisse bewirkt eine Ekfreiung von allen organischen Verunreinigungen, sie stellt den normalen Zustand des Wassers wieder her." GewiD, an dem
Vermogen der Fliisse, durch Vermittlung der in
ihnen wohnenden Kleinlebewesen eine Selbstgesundung herbeizufuhren, ist nicht zu zweifeln. Aber
andererseits hat die Praxis doch den Beweis geliefert,
daD die Selbstreinigung versagt, wenn die Fliisse
mit organischen Stoffen iiberladen werden. Die
Fiiulnisprozesse bekommen dann die Oberhand und
vergiften zuletzt den ganzen Flu& so daB jedes tierische und pflanzliche Leben darin zugrunde geht.
I n diesem Zustande befinden sich aber zahlreiche
deutsche Fliisse ganz oder stellenweise. Und wenn
auch die Selbstreinigung m r Wirkung gelangt, dann
werden doch durch jede Stadt, jede Ortschaft, jede
Fabrik - nur durch eine Chlorkaliumfabrik nicht im FluDlaufe kilometerlange Schmutzzonen geschaffen, innerhalb deren das Wasser eben als verschmutzt und verseucht angesehen werden muD,
und die um so mehr zusammenriicken, je bevolkerter
und industriereicher das FluDgebiet ist. Man darf
also nicht allzu sorglos der biologischen Selbstreinigungskraft der Fliisse vertrauen.
M. H. ! DaB die aus den Chlorkaliumfabriken
den Fliissen zugefiihrten Salze nicht als Gifte anzusehen sind, und das Wasser bei maBiger Zufiihrung in seiner elementaren Zusammensetzung nicht
vollig verindern, geht auch daraus hervor, daD dieselben Wneralstoffe bereita jedem FluD mehr oder
weniger ala natiirliche Bestandteile beigemischt sind.
Die ganze Natur ist gleichsam eingestimmt auf einen
g e w i s s e n Salzgehalt, der unbedingt fur die Entwicklung des organischen Lebens notwendig ist.
Hieraus geht doch hervor, daB auch eine gewisse
kiinstliche Steigerung des Salzgehaltes nicht sogleich zu einer Vergiftung und Vernichtung alles organischen Lebens und zur Aufhebung der Gebrauchsfiihigkeit des Wassers fiihren kann. Und wo kommen
diese Salze, die im Wasser sind, her? Nun, m. H.,
sie kommen von eben dort her, wo unsere Endlaugen
herstammen, niimlich aus den im SchoBe der Erde
gelegenen Salz- und Kalilagern. Wenn wir also die
geforderten Salze auflosen und die Losung in die
Fliisse leiten, so tun wir nichts anderes, als was die
Natur auch tut, nur, daD wir etwas schneller arbeiten. Die Natur hat mehr Zeit als wir, ihre Wasser
dringen langsam in das Innere der Erde ein und losen
die Salze, vor allem das am leichtesten losbare Chlormagnesium auf und fiihren diese in Form von Solquellen zutage und den Fliissen zu.
Der geologische Aufbau des Untergrundes eines
[ an ~ ~ ~ $ ? ~ ' ~ & ,
Stromgebietes ist daher von groBem Einf1uD:auf
die Zusammensetzung des FluBwasscrs. Stehen
Salzlager im Untergrunde an, oder sind die zutage
tretenden Gesteinsarten salzhaltig, dann werden die
Fliisse in diesen Gebietm besonders salzhaltig sein.
Und wie steht es in dieser Hinsicht gerade mit denjenigen Fliissen, die angeblich durch die Kaliendlaugen vergiftet werden, mit den Zufliissen der Elbe
und Weser ? Nach obiger Aufklarung diirftc es nicht
schwer fallen, zu begreifcn, daB alle die Fliisse, die
Saale, Unstrut, Leine, Werra, Wipper, und wie sie
hciIjen miigen, von Urzeiten an und von Natur aus
durch cincn hohen Gehalt an Salzen (neben einem
solchen an Kalk- und Magnesiumcarbonat) gekennzeichnet sind, weil der Ijntergrund eben jene Salzund Kalilager birgt, deren ErschlieBung und Nutzbarmachung unserer Zeit vorbehalten ist. Seit Urzeiten haben Tages- und sonstige Wasser an diesen
unterirdischen Schitzen genagt und Teile davon in
geloster Form als Salz- oder Solquellen den oberirdischen Fliissen zugefiihrt.
Die Saale, Unstrut und allc die Fliisse, urn die
es sich hier handelt, sind also von Xatur salzreiche
Fliisse; ihre Versalzung ist durchaus nicht allein
fluchwiirdiges Machwerk der Kaliindustrie, sie waren
schon immer ,,versalzen", nur hat man dem friiher
keine Redeutung geschenkt, nenigstens nicht in
dem Sinne, wie es hcute geschieht,.
Sber gewuDt hat man es trotzdem, und nur
jetzt scheinen es gewisse Kreise vergessen zu haben.
Warum hat man die Saale denn Saale genannt,
waruni der Stadt Halle diesen Namen gegeben?
Was besagen die Xamen Salzmiinde, Salzdetfurth,
Salzderhelden, Siilze, Salzige See und andere mehr ?
Nun, sie beweisen immer von neuem, daD jene Fliisse,
um welche der Streit entbrannt ist, von jeher einen
groDen Salzgehalt , einen hoheren vielleicht als
sndere Fliisse, aufgewiesen haben.
Die zahlreichen Salzquellen, die uns im Bereiche
lieser Fliisse entgegentreten, beweisen es weiter. Die
starksten und ergiebigsten sind zur Salz- und Solegewinnung nutzbar gemacht worden, wie die von
Halle, Artern, Frankenhausen, Sondershausen u. a.
AHe diese enthalten in g r o h r Menge auch Chlormagnesium, d a dieses als das am leichtesten losliche
Salz den in daa Carnallitlager eindringenden Tageswksern zuerst zum Opfer fallt.
S p e z i e l l e r Teil.
M. H. ! I c h wende mich dem s p e z i e 11 e n
I'eile meines Vortrages zu. I m Rahmen des heutigen Vortrages kann ich leider nicht auf alle eincelnen Punkte eingehen und die mannigfachen Beiauptungen iiber die SchMigungen an dieser Stelle
:rschopfend behandeln und widerlegen. Eine Uber;icht iiber die Befiirchtungen, die an den Endlaugen5ehalt in den Fliissen gekniipft werden, habe ich
[hnen bereits zu geben mir gestattet.
M. H. ! An allererster Stelle diirfpn die B e l e n k e n i m I n t e r e s s e der Volksgesundheit
:u nennen sein. Denn die Gesundheit ist das hochste
3ut des Volkes, aus welchem alle Kraft, alle Arbeit
Ind aller Erfolg herfliel3t. Es ist zweifellos, daB es zu
len wichtigsten Aufgaben eines Gemeinwesens geiort, fur gutes Trinkwasser zu sorgen. Das Trinkvasser kann nun entweder den oberirdischen Stronen, den Fliissen, oder den unterirdischen, den
Grundweseerstromen entnommen werden. Die fort
schreitende Verschmutzung der FluBlaufe mit or
ganiachen Abfallatoffen und die hieraus sich er
gebendc Gefiihrdung der Volksgeaundheit hat nu1
dahin gefiihrt, daB man immer mehr von der Ober
fliichenwaaeerversorgungabliiBt und sich dcr Grund
wnsservcrsorgung zuwcntlct. Daa Grundwnsaer is,
in der Regel bnkteriennrni und bictet also in hygie
nischer Hinsicht rinc pro&-rc Sicherhcit nls das mi'
I%aktc~ic.niiln*rludcnc, nuch sonst dm Lthetiarhc
Ckfiihl drs J l c n d i c n vrrlrtztrnde FluUwwwr. h'ui
wcnipe Stiidtc, dnruntrr h g d c b u r g und Brenirn
cmtnrliiiicn hcutc noch ilir \\.unscr unniittclbnr d r r
Fliisnrn.
Jl. H. ! Stellcn n i r uns auf d r n Standpunkt dri
moderncn Hyyit-ne und when dau Wuslcer von Flus
srn, nainentlicli solclirr I~liisw,dic dichtbcviilkertt
und industricrrichc Gcgcmdcm duhhfloswn hnbcn
111s ungwignrt fur den ~iicnaclilichcnGcmuU un, wri
1's Inwits durc-li orgnnisclic Stoffc, drircli Fiknlicr
iind .wrist W(LH verschniutzt iind vrrseuclit ist, dnnr
fiillcm daniit ripmtlich tliv Hedenken fort, die mar
pcgrn die Einlcitung drr Endlaugcn in dic Flusst
hegt; dirnn iat es cbcw p l c i c h ~ 6 l t i ~
ob, zu den orgn.
nischrn noch dir unoryunisclicn Stoffe hinzutretcn
I)ic Reeinfluwmp tlrs Chlormagncsiunis nui
das Wnsscr aulkrt sich i i i i (~c~scliniack,
tlrr snlxig
bittcr stbin soll. Stnrk rlilornitipnc,siumhnltigcs Was.
ser wirkt purpicrvnd untl kunn hcsi liinprrrni (knuE
Darm- und Itlupcnkntnrrlic Iirrvorrufcn. 1)uU d n ~
moglich ist, bcmveifc.ln wir pnr nirht, abcr wo ist dirt
dcnn tntsachlich einpctrctcn ? Lknn weiin In.hnuptct
wird, dir \.'olk.p'.ni~ntllic.it si-i bedroht, dnnn cnvnrtct
man zii hiircn, d n U d i r w Kriinklicitrn untcr der i k .
vijlkcrung d r r in Uetrnclit koinnirndrn Gcbictc grns.
niert und epidvmiscli nuftritt und dub-i mit Sicherheit nuf dm (:c*nul3 c,ndInugcnhnltipen W m r s zuriickgefiihrt wcrdrn konncn. Xichta von nlledrni,
nicht rinmal ini Soninicr 1911, trifft zu. Einc Gcfiihrdung der Hygiene durch den C'hlormngncsiumpchnlt hat niriiinls bestantlcn. Dngegen ist die Vokspesundhcit, und wnr sic nit~~icntlich
im Somnicr 1911
in hoheiii Ynlh bcdroht diirch dic orpanischcn Stoffe
die h i Clem hcrmchcndcn \Vu?inernionyc~lnicht Suueratoff p n u g Iitittcii. uiii zu oxydicwn. Wrnn der
Aufruf zur Kuurnbiirpc~r1'I.utcntvc.rsariimlung sagt,
daB dic- punzi' Bt~vijlkcwinp in ilircr Gvsundhvit
sciiwcr untcr die~eiii 1'ix.I Iridct, no int (Ins cinc
vijllip unln*wicxcnc und unlnwcisbtirc Ht.liauptung,
die geglnubt wird, \rcil c.inc. dcrartipr Cnwnhrhrit
unnltiublicli cmchrint.
JI. H. ! Ficle cs den lrwtcn nn der Ijnntrut und
der \Vippcr in dcr S a h e dvr Kuliwerke plotzlich ein,
auKsrlilicBlich E1uUwn.w-r zu trinkrn, dunn wiirden
v i e 1 I i c 11 t 1)urnic.rkrankunprn
infolgc d r s
(Iilormctpncsiiinig~~Iinlten
nicht nusgeschlosuen sein,
denn hivr ist tlrr Endlnugt-ngehnlt jn rclntiv btriichtlkh - aber dnr; fiillt ihncn par nicht ein, dnzu
i n t ilinen daq Waawr vie1 zu schniutxig, und sic
wiirden, fall8 sir es dcnnoch tiitcii, riel ehcr infolpe
der Schniutzntoffr Typhus hnben, tils eini- Darnikolik infolgc drs Chloriiitipneniunin. In Wahrhcit
haben dnher auch ulle dicnr Ortschnften ihre Rrunnen, die ihncn in dcr Hcgd einwandfreits Wasser
liefern.
Nun behaupten ullcdinps unsere Gegncr, dnB
die Hrunnen rnit d r n Striiriirn in Verbindung atehen,
und betrachten es ale festetehende Tabache, del)
daa FluDwaseer zum G r u n d w w r trite, und sie
folgern daraus, daB der Endlaugengehalt der Flusee
aich auch im Waeser der Brunnen ungiinstig i i u l r e .
Zuniiclist ist rinc Kommunikation nur bci Brunnen in dcr Niihe dcs Flumes moglich. Dann nber ist
grrade dan Gcgenteil der Behauptung die Regel und
die ,,feststehende Tatsache" die Ausnahnie, die die
Regel betiitigt. hl. H.! Wenn aie dariiber nachdcnkrn, wrrdcn Sic. cinwhrn, dnO nach mcchanischen
G'enctzcn norninlcnveiw dan Grundwasser nur zum
E1uUwa.w.r trctcn kann. Von viner grundsiitzlichen
Grfahrdung drr Grundwawrrvrrsorgung von d r n
Fliinsen RUB kann daher gar nicht die Rede win.
Es bliebe bloB iibrig, zu untersuclien, oh in
Magdeburg und Brcnirn, d m bciden einzipcn liier
in Frnge kommendcn GroBtltiidtcn, die ihr Trinkwnswr unmittclbur den Flussen entnrhnicn, der
Entllnugrnpelinlt bis jetxt gewhadrt hat. Auch das
i n t nicht dcr Fnll. Mngdcburg hatk. zwar ini voripen Somnirr, nuch jctzt ini Januar-Fcbruar, twine
Wn.sucrnot pehubt, aber diesc lag steta auf witen
d r r organischen Verschmutzung.
Auf dic- Rcstimmung d r r G e s c h m a c h p m z c fur
Clilorniagncsiuni im W w c r will icli nicht eingrhrn,
bin nber zu Auskiinftm duruber gern bercit. Der
Scliwerpunkt dcr ganzen Frnge licgt ja aucli niclit
in ihrer thc-orrtischrn, nondern praktischcm Hehnndlung, und die Prnsis lint pcwiKt, dnB tataiichlirli in snnitiircr Hinaicht krinc. Schiidigunym vorgekoninirn sind. Sclbst in Nauinburg wurdv vn ZUKegcbcn, dtmn Dr. 0 s c 11 m n n n snptc: ,,I%ewrise
kiinnrn wir xwnr nicht brinprn, daU ~01cheSchiidigringrn vorpvkoiiimcn sind".
M. H. ! Zu dcnjenigrn, die eehr laut klapcn, pehiircn uuch div F i c h e r. Diese befurchtcn cinninl cinc dircktr Schiidigunp, indrrn'sic annehnien,
dnU dns snlzhnltipr Wuswr die Fische oder die
Finchbrut tiitc odcr vcrpiftc, dnnn rinr indirrkto
Schiidigunp tlurcli cinr Zerstorung dcr KIvinl&ewcscn, d t soy
~ I'hnktonN, dna d m Fischen uls Nahrung dicmt. S u n , auch die Klagrn dcr Fisclicr Rind
vijllip unbegriindrt. Dir Virrhstcdwn, die iin vorig ~ nSc)minc.r s k r u l w l h d 1 . n Kuliwc-rken ziir Last
Kdi.p!t wiirdcm, hnlwn cine punz undcrr l'rsnclic,
niinilicli die durch den Wnsscrnianpel bedingte Konzrntrntion drr orpnnischen Staffe nrbcbn dcm Wamerriinngcl nn sirli und dcr Erwiiriiiung des \\'~~NscIx,
9ic- nuf dna Wolilbcfinden d r r Fischc. stiircnd rinwirkcn. Uic Finclic bruuchcn Zuni Atinrn Suuer3toff. und dip orpnnischrn Stoffc brnuchen zu ihrer
Vrrbrrnnong cbc~nfalls Snucratoff. I k i Wosnerniungel rriclit clrr Snuerstoffgchalt nicht aus, und
lie Fischc gdicn dither anifEratickungstod zugrundc.
Das ist dir vinfaclie Erkliirung aller Fiachstcrbrn,
Iie in jcdriii Somnier, im vorigcn bcsondcrr, stark,
n nllrn Tcsilrn 1)rutschlnndn aufzutreten pfiepcn.
41so auch hicr licgt die IJrsache in der Vrrunrrinijung drr FluBliiufe durch organischc Stoffc. Beiondrrs nind CR bokanntlicli die Zuckrrfabrikcn, die
n jcdeni Herbstc bci Beginn dcr Kampagne E'iscliiterbn hcrvorrufc-n.
Allc d i c w tinlcugbarrn Tatsnclirn werdcn aber
'on unucren Grgnern einfach totgcschwiegcn und
omit der Eindruck hervorgerufm, als bestiinde
iicht einnial die Moglichkeit ciner nnderen Grsarlie.
ch hnbc nus der Finchrreizeitung. also aus Clem
1670
Selle : Angebl. FluD~ermnrehigungdurch Endlaugen d. Chlorkaliumfsbriken.
Organ der Fischer selbst, die Berichte iiber Fischsterben aus einem einzigen Jahre gesammelt, die
enuiesenermaBen dnrch stadtische Abwkisser, durch
Abwasser aus Papierfabriken, Zuckerfabrikcn, Blcichereien usw. verursacht sind, und habe eine iiberaus reiche Sammlung erhalten.
M. H.! Die Fische gehen in der Tat nicht so
schnell durch die Endlaugen zugrunde. Zahlreiche
praktische Reobachtungen und Untersuchungen
haben erkennen lassen, daB die Fische noch weit
hoher konzentriertc Losungen aushalten konnen,
wie sie in Wahrhcit his jetzt noch lange nirht in
den Flussen erreicht sind, ohnc Schadcn an ihrer
Gesundheit zu nehiuen. Sach Prof. H o f e r liegt
die Scliadlichkeitsgrenze zwischen 10 000 und
Id 000 mg im Liter! Das ist auberordentlich hoch !
Aurh das Plankton ist vcrhaltnismaBig widrrstandsfahig gegen die Einfliisse cine8 Salzgehaltes.
Nach H o f e r rertragen die Kleinlebenresen 5, 6 g
c Gattungen sogar 10-15
g
Chlorniagnesium im Liter. Das ist his jetzt in kcineni
F l u B erreicht und wird wohl niem;As errricht werden. Endlich inuB man mit. der Anpassung rechnen. A41soauch hinsiclitlich diesrs Punktes wird die
Kaliindiistrie zii 1:nrceht verurtcilt. Der Riickgang
d r r Fisclierei lie$ vielmehr in der ivachsenden
Ubrrladung unscrrr Vliisse mit orgnnischen Stoffen,
ferner in der Zunahinc des Verkehrs, in den
Strombauten zur Repdierung der Fliisse u. dcrgl.
nielir.
Auch die L R n d w i r t s c 11 a f t beschuldigt
uns, ihrc Lebensintcressen zu bedrohen, dicselbc
Landwirtschaft, die ihre machtvolle Stcllung ini
IVirtschaftsleben Ikutschlands zu eineni groBen
Teile dcn Kalidiiriwwlzen verdankt. Der Vertretpr
in Naumburg hat zwar gesagt, his zuni Vorjahrc
(1910) hahen sicli Ircinc Schadigungcn gezeigt, aber
in diesem Jahrc ((1. h. alao 1911) hsben sich gewaltige Schadigungen gezeigt, und an dirsen haben
natiirlich n u r cliv Iialiwerke Schiild. Dan dir Anormalitat des Sommerl:auch einen Antcil habcn kiinnte,
schicn ausgcschlomm. I n welclier Hinsicht befiirchten die Landwirte Schadigungen ? Vor allem
nird einr Feeintrachtipunp drr Wiesen bei der
Rieseliinq mit deiii salzhaltigen FluOwasser bcfiirchtet. Ferner wird anqenommen, daB das Vieh
durch Tranken hicrnii t an seiner Gesundheit, Ieide.
Was zunachst die Wiesen anbctrifft, so werden
auch hier die Vefiirchtungen weit iibertrieben. DaB
die Pflanzenwelt \vie auch die l'icrwelt durch einen
IhermaBieen Gehalt an Salzen im Wasser geschadigt werden kann, ist eine auch von uns niemals
geleugnetc Tatsache. Denn wir wissen, daB in einer
gesattigten Sole organisches Leben nicht moglich
ist. Aber, wie gesagt, die iibertriebene Furcht vor
dem Salzgehalt ist unbegriindct. Zunachst ,sind
Chlormagnesiuni und Chlorcalcium keine Planzengifte, fur die sie friihrr gehaltcn wurden, sondern
uncntbehrliche Pflanzennahrstoffe, die namentlich
bei der Chlorophyllbildung cine groBe Rolle spielen.
Ferner haben die praktischen Versuche von Prof.
S t u t z e r gezeigt, daB es ganz unbedenklich ist,
wenn zeitweilig 1500 bis 2009 nig Chloride im Liter
Rieselwasser cnthalten sind. Bei den Vcrsuchen von
S t II t z e r erzielten die mit 1500 mg Salz im Liter
Wasser bericselten Wiesen sogar holiere Ertrllge,
als die mit salzfreieni Wasser berieselten Wiesen.
[a
, , ~ ~ ~ ~ ~ [ ~ f & ~
Also Sie sehen, m. H., die Sache ist in der Tat. nicht
so schlimm.
Dasselbe gilt hinsichtlich der Trankung des
Vichcs. Auch hier haben einwandfreie Untersuchungen des Reichsgesundheitsrates an Schafen
und Oansen gezcigt, daB die Hausticrc a u k ordentlich widershndsfahig sind und sehr groDe
Mengen Chloride vertragen, ohne in ihreni Wohlbefinden gestort zu werden. Es ist ja bekannt, daB
man nanientlich bei Schweinen und Rindvieh deni
Futter Salz zugibt, um die FreDlust zu erhohen und
die Ernahrung zu fordern. Rezeichnend ist eine
AuDerung cines Bezirksrates in einer Bezirksausschiiasitzung zu Eisenach. Hier hat der ,,Eisenacher
Zeitung" vom 26. Januar 1912 zufolge Herr Bezirksrat K 6 n i g den Behauptungen iiber eine
Schadlichkeit des Werrawassers als Trankwasser
die Angnbc cines groI3en Landwirtes gepeniibrrgestellt, daB das Vieh das Wasser dor Wcrra jetzt
lieber trinke als reines Wasser.
JI. H.! Noch einigc Worte iiber d i e B e d e n k c n c i n i g e r G c w e r b e iind I n d u s t r i e z w e i g e. Ich inuB mich allerdings kurz
fassen, da ich glaube, Sie schon zu lange in hnspruch
genonimcn zu haben. Ich kann das umsomehr, als
gerade hicr dic Fragen sich zu Spczialfragen pestaltcn, die sich nicht gut im Rahmen eines kurztn
Vortrages erortcrn lassen. Da ist zuniiclist die
Frage des Dampfkesselbetriebes. M. H.! Es niuB
zugegeben werden, daB hier ein Salzgehalt in) Speisewasser zu Relastigungen, sogar zu Gefahren fuhren
kann, andercrseits steht aber fest, daB diese durch
sorgsanie Ubcrwachung der Bet,riebc, die ja aber
an und fur sich schon notnendig ist, sich vermciden
lassen. Wird der Kessel oftcr abgeblasen, so licgt
gar keine Gefahr vor. Das beweisen die Hunderte
von Kesseln, die jahrelang im Retriebe sind und
init cndlaugenhaltigcm Wasser gespeist werden,
dine daB Betriebsstorungen vorgekommen sind.
Herr S c h w e i s g u t 3) wird dies auf Grund seiner
praktischen Erfahrungen gern bestatigen. Also
auch hier wird die Sache stark iibertrieben. Cnd
rndlich wird garnicht beaehtet, daB das Wasser der
Saalr und Elbe von Natur nus schon salzhaltig ist
und daher niemals vorziigliches Kesselwasser gewesen ist. Eine Abspaltung von Salzsaure aus dem
Chlorniagnesium kann im allgenieinen, d. h. aus der
cusanimenhangcnden Wasserniasse heraus, garnicht stattfinden. Und da5 Chlormagnesium keinen
Kesselstein bildet, ist so klar, daB man eigentlich
kcine Worte daruber verlieren sollte.
Auch die Industriezweigc, die gegen uns protestieren, beachten zu wenig, daB von jeher das
Wasser der Saale und ihrer Zufliisse minderwertig
;ewesen ist, indem es immer schon Salz und Chlormagnesium enthielt. Wenn z. B. der Verteter tler
Zuckerindustrie in Naumburg angibt, dicw habe
iich in der Hauptsache vor etN-a 50 ,Jahren weyen
ler guten Wasserverhaltnisse an der Unstrut und
ler Saale angesiedelt, so irrt er sich. Ich nieine,
laB sie sich doch wohl in erster Linie wegen der
Luckerriiben angesiedelt und sich auch deswcgen
m die Fliisse gesetzt hat, uni sich ilirer Abnbser
iuf einfachste Weise zu entledigen.
3) Generaldirektor der Krugershall A.-G. zu
lalle a. S.
M. H. I Wennwir when, in welchem vemhmutsten Zustende unsere Fliiaae sind, wenn der Reiohegeaundheitarat die Unstrut als einen der echmutzigsteu Flusee Deutachlands bezeichnet, d a m miissen
wir eigentlich sagen, daD dieses Waaser zur Herstellung menschlicher GcnuDmittel ungeeignet sei.
Wenn behordlichersei@ vor dem GenuD diesea
Wassera gewarnt wird. d a m miiDte auch behordlichcrscita die Benutzung dieses Wassera in Brauereien, hlalzereien und Zuckerfabriken verboten werden. Dtrmit f a l l t die inncrtb Bcrcchtigung der Klagen
diescr Industricaweigc..
Sun. m. H., an1 mcintrn fiihlen Rich die Papierfnbrikcri hetroffm. Wir I t w p r n gnrnicht, tlnU fur
dcrcvi 1ktric.l) rviiiw \Vciswr h w r r ist. 111s snlz1inltigt.s. a h r den Fnbrikcm ini Snnlrgebict hat niemnls snlzfrcics Wnsscr zur \'crfiiLwng grstonden,
untl doch Iinlwn sic nicli zu n o l c h c v Hliite cntwickclt.
Von rincr Sotlngc dvr F'tihrikrn in1 Snnlcgrbiet tder
gar v o ~ i cincr Ikdroliung t1t.r dcutnclitm l'npierindustrip. a i e cs der Vcrt-in der dcutschcn Papierfabrikniitcn in rincr EinpnhJc.tin d r n Rc-ichskanzler
hingc,stc*llthnt, knnn dorh wolil nicht die Fkde win.
11. H. ! S a h r r will irh triif dic rinzclncn Klagen
nicht c.irigdicn, weil ich suiist zu w l i r niich in Einzelheitcn vcr1icrc.n wiirdr. Ahcr icli Iioffc, lhncn gezeigt ZII hnhrn, dnD dic Klngen grgcn die EndInugcm dcr Clilorkaliumfiibrikcn ihrrr innercn Bercclitigung r n t h h r c n , untl hicr in niaDloncr Ubertrribung khnuptungen nufgestcllt worden sind,
die cbincr Huc,hlichcn Kritik nicht stnndhaltcn.
hl. H. I Die Ktiliindurrtric. lrtliriirrt tiulkrordmtlich
d i r ISinnvitipkcit dc-r Agitcition grgm sic., dcnn Hie
st<*ht rtuf dctn Sttrndpunktc-, daU durch gemeinsniiic Aussprwlic dvr Sarhc niehr gedient gewesen
wiirr. J r t z t sintl uniibwbriickbare Gegensatu: geschnffen, die vic~llrirht wliwwc Schiidigungt-n unwrcs wirsclinftliclivn I ~ * l n ~ r i nzur F'nlgr hnben
wcrden.
M. H.! Gnnz wcnigv \Vorte rniiclitc icl: noch
den Verfahrcn widnirn, tlic zur Ikwitigung dvr
Endlnugcn vorpcsclilngen nind. E:R gibt einc p a w
Rcihc solclicr \'wfnlirrn, vivlc sind Rognr Krichspiitciitc. Unncw Grgncsr ninc1ic.n cs sirh nun rchr
lciclit, sic stigiw einfncli, wir wollcn uns dirnrr nicht
hdiciicw. Abcr, m. H., sn widcrspnstip sind wir
garniclit, aber 1:s kann uns doch nicht ziigcmutet
wcrden, daU wir uns snlrlicr Verfnhrcn bcdienen,
dic. dns errrtrebte Zicl nirht crrcichcn, tdcr die so
kostspiclig Rind, daU wir dirbei zugrundc gchrn.
En wird so lricht nusgcspr~)chcm: Iltriit. cincn Knnal,
abrr wns rin solchrr Knncil, der nlle Endhugen aufntahmcm niuD und RUR d r m Hcrzcn Ihwtnrhlnnds
birr ann .Veer fiihrt, kontct, das Iiabcn dicjcnigcn,
die dariruf driingen, sichcrlich noch riirht ausgerechnet. Odcf c s w i d gcsagt: Ihr kiinnt die Laugen
eindanipfcn, n w h M c h n c r odcr K n y s e r. Allen
dicscn ISindnnipfvrrfnhrcii htrften rrcht crhcbliche
twhninche Mangel an, sic sind auch HO koxtnpielig.
daU die tkntabilitiit des Wcrkes ernntlich in Frage
gentellt wcrdrn wiirde. Und cndlich wiirdcn wir
die Endhugenmrnge - siigcn wir 250 cbni pro Tag
- eindnmpfcn, wo snllcn wir damit hin? Unsere
Gegner nagen, natiirlich in die Gruknbaue. Ja,
m. H., viclleicht hnben Sir r s heute bei Ihrem Besuch in Kriigershall geselien oder gehort. daD die
Grubenraunic schon voll aungefiillt werdrn mit
F a b r i k a t i o n e r i i c k e t e n eller Art. Sie mhen, das
Problem der Endlnugenbeaeitigg ist doch nioht
80 einfsch zu lijeen, wie unsere Gegner glnuben. Es
gibt iibrigens noch mehrere andere Verwendungsmoglichkeiten, auf die ich hier nicht niiher eingehen
miichte, iiber die ich aber Auskunft zu geben privatim odcr in der Diskurnion gem bereit win werde.
M. H.! Ich hoffe, Sic davon iibemugt zu
haben. daO die Kaliindustrie bis jetzt noch keine
r i e s e n h a f t e n Schiidigungen hervorgerufen
hat, wie es unsere Gegner hinzustellen brlieben.
Die Forderung unserer Gegner, daB der alte Zustand vor dem Tkstehen der Kaliindustrie wieder
hergcRtellt werdr. ist ein wirtschaftliches Unding.
Wiirdr uian nun auf Grund v o r g e f a h r Meinungen und in: vernieintlichen Interesse der An1irgc.r die Ableitung unwrer K a l i a b w h r verbictm, HO ware rs tin VerstoD gegen den wirtachaftlichen Grundnntz dcr Gleichbchandlung und gegen
dau Recht dea (:cnicingebrauches am Wamer.
En lirgt ini ('linrukttr der FluDlaufe, d a U a 1 1 (*
Anwolincr. nicht nur einzelne Interemntenpruppen.
ein Kecht nuf div iliren Zwccken dienende h'utzung
des Wrmnrrs hritnm. Aus dieacm Genieingebrauchr
an1 \Vnssc.r c l k r flieDt nuch die wirtscliaftliclie Kotwrndigkeit, daU jcder einzelne eine g e w i s s c
SchrnalcrunF twiner Interessen sich gefnllen laasen
rnuO. Hicr muU, \vie es im nllgrmeinrn jn aucli
bishi-r gmclirlirn ist, nur jetzt nicht in Anwvndung
auf die Ktrliinduxtrie gesch'ieht, in gcrcchter Weisc
gepriift wcrden, welche neucn wirtchaftlichen
Wertc ptwliclffcn. und welclir vernirhtet werden.
Wir glnuben, t l ~ Udir Kaliinduntrir niit rrihigrm
Gewisscn der rrclchlichen Aufstehng vincr solchrn
wirtachaftliclien IManz entgepcnsc-hen darf. h n n
in dcr Kaliindustrie i t d nahczu cine Milliardc deutrrclirn Knpitnln nngc4ept. sic nchafft Krzeugniwe in
jiihrlicli steigcndc.r Hiilie. die in dicwni Jahrc. auf
anniilicrnd 'LOO Mill. hlark sich belaufen werdcn.
Einc. solche Industrie hat wolil ein Recht dnrauf,
daU nie nicht nndcra beliandclt wird, wie die nndt.ren
Industriezweige. ,.Gleiches Hecht fiir nlle" - nur
wcnn dicscr Grundsatz bcfnlgt wird, ist einr Ibsung drr Kaliabwiiswrfrage inoglich, Zuni Vorteilc
uiitl Zuni Segrn dcr Allgt-nti*iiihcit und drr dcutaclicn
Volkswirtechaft .
[A. 79.1
Bericht iiber die Fortschritte
der Photochemie im Jahre 1911.
Von Dr. CIIRISTIAN
J. HANSEN.
(Eingeg. 27.;4. 1912)
A 11 g e rn e i n e s ii b e r 1) h o t o c h e m i s c h e
Y r o z e s s e.
Vornclilage zur E i n t e i l u n g p h o t o e h e m i s c h e r H e a k t i o n e n macht zuniichst J.
P 1 o t n i k o w 1) nach folgenden Grundailtzen:
1. Die Lichtreaktionen sind stationare Vorgange,
3ie nur wiihrend der Dauer der Einwirkung der
drablenden Energie stattfinden. 2. l h r Mechanisnus untemcheidet sich von dem der Dunkelreaktioien. Da sicli eine im Lichte stattfindende Reaktion
1)
Z. pliysiknl. Chrni. f f , 472.
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