close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Die anomale Rotationsdispersion in Eisen Kobalt und Nickel.

код для вставкиСкачать
1V. Die anomale Rotat4onsd~speredonin Eisen,
Kobalt und NickeZ; vow W a l t e r L o b a c h .
(Inaugural-Dim. eur Erlangung der Doctorwiirde an der Univ. Berlin.)
Ueber die electromagnetische Drehung der Polarisationsebene des Lichtes beim Durcbgfing durch dunne Schichten
von Eisen, Kobalt und Nickel sind nach den ersten fundamentalen Versuchen von Hrn. Prof. E u n d t I) weitere experimentelle Untersuchungen ausser yon diesem selbst nur von
Hrn. d u Bois2) angestellt worden. Hr. Prof. K u n d t hat
genauer nur die wesentlichen magnetischen Eigenschaften
des Eisens festgestellt und sich fur Kobalt und Nickel auf
qualitative Messungen beschrankt. Hr. d u B o i s hat alsdann auch die beiden letzteren Met& genaueren Messungen
unterzogen.
Die Untersuchungen beziehen sich vorwiegend auf die
Abhangigkeit der Drehung von der Feldintensitat und auf
die Maximaldrehung pro Langeneinheit. Ferner hat Hr.
Prof. K u n d t 3 ) auch schon auf das Vorhandensein einer anomalen Ro tationsdispersion im Eisen hingewiesen und auch
bei Kobalt und Nickel eine solche zu beobachten geglaubt.
Auf Anregung des Hrn. Prof. K u n d t unternahm ich es
daher, die Rotationsdispersion in den drei genannten Metallen eingehenderen Untersuchungen zu unterwerfen.
V e r s u c h s a n o r d n u n g.
Da bei der besonders fur Nickel und Kobalt nur geringen Rotatinsdispersion die Untersuchung grosse Genauigkeit erfordert, so rnusste die Anfangs in Anwendung gebrachte Beobachtungsmethode nach Hrn. L i i d t g e 4 ) nufgegeben werden; dieselbe ist besonders im blauen Theile des
Spectrums keiner sehr grossen Genauigkeit fahig, da in diesen
Gebieten die beiden Fransen, auf deren Coincidenz eingestellt
wird, breit und verwaschen erscheinen. Vollstandig befrie1) Kundt, Wied. Ann. ‘25. p. 228 1884 u. 27. p. 191. 1886.
2) d u Bois, Wed. Ann. 31. p. 941. 1887.
3 ) K u n d t , Wied. Ann. 23. p. 237. 1884.
4) L i i d t g e , Pogg. Ann. 137. p. 271. 1869.
W. Lohaeh.
348
digende Genauigkeit dagegen gewahrte ein Halbschattenapparat, dessen Empfindlichkeit mit Hulfe eines L i p pich’schen Doppelnicols in der bekannten Weise regulirt werden
konnte. Die aus dem Analysator austretenden Strahlen
wurden vor ihrom Eintritt in das Auge durch ein Wernicke’.
sches Flussigkeitsprisma mit gerader Durchsicht zerlegt, so(lass die Drehungen an verschiedenen Wellenlangen mit
Hiilfc eines mit Ocularspalt versehenen Fernrohrs beobachtet werden konnten. Die endgiltigen Versuche wurden
nur mit S o m e gemacht, Vorversuche im Winter, als dem
Vcrfasser S o m e nicht zur Verfugung stand, mit einem
L i n n e m ann’schen Brenner. Die von diesem ausgehenden
Strahlen wurden von einer Linse auf der vorderen Fliiche
des Analysators concentrirt, nachdem sie zuvor das Doppelnicol und die zwischen den Polen eines R u h m k o r f f ’ s c h e n
Electromagnets befindliche Metallschicht durchsetzt hatten.
Niihere Aufschlusse uber die einzelnen Theile des optischen Apparates liefert die Fig. 1. A.uf einern ca, 1 m
V
V
Fig. 1.
Magnetische Rotationsdispersion.
349
langen Holzbrette, dessen vier Ecken behufs gehiiriger Festlegung auf Stellschrauben ruhten, befanden sich an den beiden Enden in genau senkrecht stehenden Holzwanden der
Polarisator A und Analysator B. Die Wand, welche den
Polarisator trug, war auf zwei Metallschienen verschiebbar,
um fur eine eventuelle Verstellung der Rollen des Magnets
den nothigen Spielraum zu gewahren. Der Polarisator bestand aus dem Lippich’schea Doppelnicol, dessen Winkel
rnit Hulfe eines Zeigers C von der senkrechten Nullstellung
nach beiden Seiten um 15O variirt werden konnte. Unmittelbar yor dem Doppelnicol (Seite der Lichtquelle) war eine
Linse, deren Brennweite gleich der halben Lange des Apparates war und so das Bild einer um die ganze Lange des
Apparates vom Polarisator entfernten Lichtquelle auf den
Analysator concentrirte. Hinter dem Doppelnicol (nach dern
Analysator hin) begrenzte ein verstellbarer, horizontaler Ohjectivspalt D das Lichtfeld. Die gegeniiberstehende Wand
trug zuniichst den Analysator. Derselbe war rnit einem Kreise
versehen, der auf halbe Grade getheilt war, sodass rnit Hiilfe
zweier 50theiliger Nonien auf 0,Ol O rnit Genauigkeit abgelesen werden konnte. Die feinere Einstellung geschah mit
Mikrometerschraube; letztere wurde stets benutzt, dagegen
wurden die Ablesungen nur immer an einem der Nonien
gemacht, da die aus einer Excentricitat des sohr genau gearbeiteten Theilkreises entspringenden Fehler gegeniiber den
sonstigen Reobachtungsfehlern vollstijlndig zu vepachlassigen
waren. Weiter befand sich in einem an die Holzwand a.ngeschraubten Metallgestell das geradsichtige Flussigkeitsprisma E, wie es von Hrn. W e r n i c k e angegeben ist. Dasselbe zeigt bekanntlich trotz seiner sehr starken Dispersion
noch recht betrachtliche Lichtstarke auch in dem nach den1
Violett hin liegenden Theile des Spectrums. Fuhlbar machte
sich dagegen die erhebliche Aenderung des Brechungsexponenten mit der Temperatur; doch war dieselbe nicht so
stark, dass wahrend einer Ablesungsreihe an einer Linie des
Spectrums die Einstellung hatte erneuert werden miissen.
Vor diesem Prisma befand sich endlich das um eine horizontale Axe drehbare Fernrohr & welches rnit seinem ebenfalls yerstellbaren Ocularspalt auf die verschiedenen Theile
350
w.Lobach.
des Spectrums vermittelst einer Stellschraube gerichtet werden konnte. Die Breite des Ocularspaltes wurde ebenso wie
die des Objectivspaltes auf etwa 1-2 rnm gewahlt, an der
sehr lichtschwachen G-Linie aber oft bis zu 3 und 4 mm
erweitert.
Die Genauigkeit der einzelnen Einstellungen waren je
nach der Winkelstellung des Lippioh’schen Apparates und
nach der Helligkeit der betreffenden Partie des Spectrums
sehr verschieden. Bei Sonnenlicht wurde fur Spiegel von
mittlerer Dicke das gunstigste Verhaltniss in einer Stellung
des Lippich’schen Apparates auf 5 O gefunden, der mittlere
Einstellungsfehler betrug dann meist nicht uber 2 Minuten,
wahrend bei sehr dicken Spiegeln, wo im Violett die Winkelstellung auf loo vergrossert werden musste‘, Fehler bis 6
nicht selten waren. Dsher zeigen die Mittelwerthe dieser
Linie in den Tabellen auch die grossten Abweichungen.
Es wurde ein Rii h m k o r f f ’scher Electromagnet hekannter Construction benutzt. Die conischen vorn abgerundeten
Polstucke waren in ca. 6 mm lichter Weite durchbohrt und
wurden auf 6 mm einander genahert. Den Strom lieferte
eine Siemens’sche Dynamomaschine. Die Intensitat desselben betrug ungefahr 25 Ampbre. Die Verschiebung der
Spiegel zwischen den Polen wurde durch eine automatische
Vorrichtung bewirkt und so eingerichtet, dass stets genau
dieselben Stellen des Spiegcls ins Gesichtsfeld geruckt
werden konnten. Die Griisse desselben betrug etwa 5 bis
(i qmm.
Die Feldintensitat konnte trotz des sehr starken StrorneR
wegen der verhaltnissmassig kleinen Dimensionen des Magnets nicht uber 15000 C.-(2.43. gebracht werden. F u r KObalt und Nickel ubertrifft diese Intensitat die nach Hrn.
d u Boisl) zur Maximaldrehung erforderliche bereits erheblich, fiir Eisen dagegen liegt die Msximaldrehung nach Hrn.
d u Bois’ theoretischen Erwagungen erst bei einer Feldintensifat von 17440 C.-G.-S., indessen macht Hr. d u B o i s
bereits darauf aufmerksam, dass den K u n d t’schen Versuchen
zufolge zur Maximaldrehung eine geringere Feldintensitat
1) d u B o b , Wied. Ann. 31. p. 961. 964. 1887.
Mapetischs Rotationsdispersion.
351
(ca. 15000) erforderlich zu sein scheine. Besonders charakteristisch in diesem Sinne erscheint die erste der 3 Kundt'schenl) Tabellen.
Intensitat des magnetischen Feldes
Dimension: cm-% gr'h sec--1
Spiegel Nr. 1.
1,
,l
4420
8060
14100
I7
18500
91
30100
Drehung in Eisen
1,72O
3,47
4,41
4,45
4,36
An diesem Spiegel (es ist der dunnste der drei untersuchten) tritt die Maximaldrehung offenbar schon bei einer
Feldintensitiat von ca. 14000 C.-0.43. ein. Da nun in der
vorliegenden Arbeit nur Spiegel von geringerer Dicke zur
Untersuchung gelangten, so war von vornherein anzunehmen,
dass mit den zur Verfugung stehenden Mitteln eine Drehung
bewirkt werden konnte, die der maximalen jedenfalls sehr
nahe kommt.
Ausserdem aber wurde zur Controle noch folgender
Yersuch gemacht. Unmittelbar nach dem Schliessen des
Stromes zeigte das Feld seine grasste Intensifit, nahm dann
rasch ab und blieb nach Verlauf von etwa 5 Secunden auf
der constanten Starke von 15000 C.-G.3. Diese Schwachung
hatte darin ihren Qrund, dass der im Verhaltniss zur Dynamomaschine nur schwache Gasmotor nach Schliessung des
Stromes die stark belastete Maschine nur sehr kurze Zeit in
rascher Umdrehung zu erhalten im Stande war, dann seine
Bewegung verlangsamte, bis sich ein stationarer Zustand gebildet hatte. Es wurden nun eine Reihe von sehr raschen
Einstellungen unmittelbar nach Schluss des Stromes gemacht.
Hierbei zeigte sich stets eine allerdings erhebliche Zunahme
der Urehung im Glas, wahrend die Drehung im Eisen innerhalb der Fehlergrenzen vollstiandig die gleiche blieb.
Die Peldintensitat wurde gemessen durch die Drehung
in einer etwa 4,5 mm dicken Giasplstte. Dieselbe war einfur allemal mi t Schwefelkohlenstoff verglichen worden und
mit Hiilfe der von Lord R a y l e i g h gefundenen V e r d e t ' 1) Kundt, Wied. Ann. 27. p. 195. 1886.
352
W.Loliach.
schen Constante desselben fiir die D-Linie 0,0042 berechnet.
Hers tellun g der Metallschichten.
Die zu verwendenden diinnen Metallschichten wurden
auf electrolytischem Wege auf ca. 4 m m dickes Glas niedergesehlagen, dessen eine Seite durch Einbrennen einer sehr
diinnen durchsichtigen Platinschicht leiteud gemacht war.
Hierbei musste die Yorsicht einer sehr langsamen Abkiihlung der gebrannten Glasplatten beobachtet werden, da
selbstverstandlich jede Doppelbrechung des Glases zu vermeiden war, E s wurden darum erst sammtliche Piatinspiegel
auf ihre Doppelbrechung hin untersucht und nur solche
8tucke gewahlt, die ganzlich frei von optischen Unregelrridssigkeiten waren.
Das Eisen wurde nach dem bekannten Verfahren von
V a r r e n t r a p p niedergeschlagen.
Die Kobaltspiegel wurden aus einem Bad von schwefelsaurem Kobalt mit Zusatzen von Ammoniak, resp. Citronensiiure hergestellt;
die Nickelspiegel aus einem Bad von schwefelsaureni
Nickeloxydulammoniak.
Ausserdem wurden Nickelspiegel aus einem im Handel
fertig kauflichon Nickelhad von E h r e n b e r g und Z e l l w e g e r
in Uster niedergeschlagen. Die 5 untersuchten Spiegel zeigten indessen nur etwa die halbe Drehung der aus reinem
Nic,kelsalz gewonnenen.
D i c ke n b e s t i m mu ng der S c hic h t en.
Da nicht nur die relative Rotationsdispersion der einxelnen Spiegel, sondern vor allem die absolute Drehung pro
Iiangeneinheit fiir die verschiedenen Punkte des Spectrums
yon Interesse ist, so kam es auf eine exacte Methode der
Dickenbestimmung an. E s wurde zu diesem Zwecke eine
optische Methode gewahlt, bei welcher die neuerdings im hiesigen Laboratorium bestimmten Absorptionsconstanten der
Metalle benutzt werden.
1st namlich K die Absorptionsconstante eines Metalles,
s die durch Absorption verursachte SchwSichung des Lichtes
353
Magnetische Rotationsdispersion.
nach dem Durchgang durch die Metallschicht, so ist die
Dicke der Schicht:
log nat s
De:--.
H
Behufs Elimination der Reflexion wurden bisweilen Doppelschichten desselben Metalles untersucht und Drehung und Ah.
sorption ihrer Dickendifferenz beobachtet. Da jedoch die drei
genannten Metalle, vorziiglich aber Eisen und Kobalt, in
dunneren Schichten fast das gleiche Refiexionsvermogen besitzen wie Platin, so konnte meistens von der Herstellung
solcher Doppelschichten Abstand genommen und die Absorption der einzelnen Schichten im Vergleich zu der des
platinirten (;lases direct gemessen werden.
Ein kurzer Ueberschlag zeigt, dnss die hierbei auftretenden Fehler eine sehr erhebliche Grosse nicht erreichen konnen.
Angenommen, das Refiexionsvermogen des einen Ypiegels sei
50 Proc., das des anderen 55 Proc., so wird hierdurch ein
Fehler in der Bestimmung von s urn etwa 10 Proc. des Gesammtbetrages herbeigefuhrt.
Es ist aber:
D = -log nat s
dD=-t a s
sR
also fur d s = 0,l s erhalt man:
,
d D = ” 0K1
fur K = 40000,
d D = -400
- 1000
- 2,5.lO-7
cm.
Dies verursacht bei einem Spiegel von mittlerer Dioke
(ca. 60.10-7 cm) einen Fehler von 4 Proc. Da jedoch bei
einigen Spiegeln die Platinschicht, bei anderen derselben A r t
die Metallschicht starker reflectirte, so wirkt dieser Fehler
auf das Resultat bald vergrossernd, bald verkleinernd, sodass
es schliesslich nur unerheblich davon beeinflusst sein wird.
Die photometrischen Messungen wurden an einem Sectorenphotometer vorgenommen, welches besonders den Vorzug
grosser Lichtstarke mit hinreiohender Genauigkeit bei starken.
Absorptionen verbindet.
Die drei benutzten Absorptionsconstanten sind nach
Untersuchungen des Hrn. R a t h e n a u [fur rothes Licht):
K = 34600,
Eisen:
Kobdt: K = 36000.
K = 40000,
Nickel:
Ann. d. Phys. U. Chem. N. F. XXXIX.
23
W. Lobach.
354
Die Werthe von K ftir Eisen und Nickel Bind combinirt
aus sieben an verschiedenem Material gema'chten Einzelbeobachtungen und daher genauer festgestellt, als diejenigen fur
Kobalt, welchem nur vier Bestimmungen zu Grunde liegen.
Diesem Umstande mag es zuzuschreiben sein, dass die specifischen Drehungon fur Eisen und Nickel mit den Resultaten von K u n d t und du B o i s besserer Uebereinstimmung
Bind, als diejenigen fur Kobalt. Die folgende Tabelle liefert
eine Uebersicht iiber die fur die Dickenbestimmungen angestellten Beobachtungen:
-
--
K o b a1 t.
Eisen.
lognat s
Nr .
Nr.
1 0 - ~ em
~
~
1
2
3
4
5
6
7
0.379
0;308
0,171
0.121
Oil13
0,079
0,058
I
0,255
0,130
0,083
0,062
0,034
0,032
0,028
1
2
3
4
5
6
7
28
34
63
8
~
~
~~
38
56,5
69
77
94
95
99
N i c k e 1.
Nr.
S
1
2
0,347
0,2 18
0,125
0,061
0,052
0,049
0,013
log nat s
I
1 0 - ~cm
26,5
38
52
70
74
75
109
Be ob a c h tung en un d Re 8 ul t a te.
Die endgiiltigen Beobachtungen wurden durchweg mit
Sonnenlicht gemacht. Dieselben wurden an vier Punkten
des Spectrums vorgenommen, namlich bei den Wellenlangen:
A = 670 (Lithium a),
A = 590 (D-Linie),
I
A = 486 (F-Linie),
A = 430 (G-Linie).
Lithium a: und die G-Linie wurden, weil diese Punkte
durchschnittlich als die Siussersten Qrenzen fiir noch sichere
355
Magnetische Rotationsdispersion.
Beobachtungen erkannt wurden, als die Endpunkte der Dispersionscurven gewlhlt.
Eine Einstellung auf Wellenlangen gleichmiissigeren Abstandes war deshalb nicht ausfiihrbar, weil bei geradsichtigen
Prismen eine genaue Einstellung wegen der immerhin geringen Dispersion Schwierigkeiten hat, weil ttber vor allem
bei dem benutzten Wernicke’schen Prisma der Brechungsexponent eine Temperaturfunotion ist und somit durch Einstellungen mit Mikrometerschraube wenig in Beziehung auf
Genauigkeit erreicht werden kann. Bei einer Justirung des
Ocularspaltes auf die oben erwkhnten wharf markirten Spectrallinien dagegen waren die durch etwaige Temperaturschwankungen bedingten Verschiebungen des gesammten
Spectrums stets leicht und schnell zu corrigiren.
Bei den ersten der untersuchten Eisenspiegel wurden
noch Ablesungen bei der E-Linie gemacht, um eine etwaige
Discontinuitat der Curven festzustellen ; indessen ergab sich,
dass dieser Punkt vollstandig auf der durch die beiden untersuchten Curvenaste Li--D und Ii- G bestimmten Richtung
lag, somit wurden weitere Beobachtungen an der E L i n i e
unterlassen.
E s wurden von jedem der drei Metalle sieben Spiegel
untersucht, und von den aus dem Uster’schen Bad hergestellten Nickelspiegeln fiinf. Ich gebe auch die fur diese
Legirung gefundenen Werthe, da mir die Thatsache von
Interesse zu sein scheint,, dass der Charakter der Dispersionscurve sich im wesentlichen nicht von dem fur reines Nickel
iinterscheidet, nur die Maximaldrehung erscheint auf die
Hillfte reducirt.
Ausser den bereits erwahnten sieben Eisenspiegeln wurde
noch eine Reihe anderer auf ihre Dispersion untersucht,
welche sich indessen oxydirten, ehe ihre Dicke gemessen werden konnte. Die Dispersionscurven dieser ca. zwijlf hier nicht
aufgefuhrten Spiegel zeigten indessen durchweg denselben
Charakter, wie die nachstehend angegebenen, und convergirten
bei ihrer sehr verschiedenen Dicke alle ungefahr nach demselben Punkt, d. h. die Drehungen waren auch hier fur alle
untersuchten Punkte den Dicken proportional.
E s wurde stets die doppelte Drehung bei commutirtem
23 *
W,Lohach.
35 6
Strome beobachtet und fur jede der untersuchten Stellen des
Spectrums mindestens funf Messungen der Drehungen im
Metall gemacht, d. h. 20 Ablesungen, je zwei im Glas und
je zwei im Glas + Metall, deren Differenz dann die Drehung
im Metall ergab. Ausserdem wurde vor und nach jeder
Beobachtungsreihe an jeder Linie die Drehung in der Normal-Glasplatte abgelesen, um die Fefdintensittit zu controlliren; dieselbe blieb jedoch wahrend sammtlicher Versuche
constant auf ca. 15000 C.-G.-8.
In den Tabellen enthalt die zweite Columne die Dicke
der Metallschicht in 10-7 cm. Die nachsten funf, resp. vier
Doppelcolumnen geben die Drehungen an den funf, resp. vier
Stellen des Spectrums und zwar bedeutet jedesmal:
y die beobachtete doppelte Drehung;
cpo die daraus berechnete einfache Drehung pro 1 cm.
Eisen.
Nr.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
D.lO-'cm
28
34
51
61
63
73
82
D
Li,
'Po
Po
%O
1,27227000
i , 244
~ ooo
2,22 218 000
2,84 232 000
2,84 225 000
2,96203000
3,55211000
-_
E
'Poo
1,06189000
i,4i 207 ooo
1,90 186 000
2,53 207 000
2,50 198 000
2,74 188000
3,24192000
qpO 'Poo
1,21 178 ooa
1,59 156 000
2,21 181 000
2,22 176 000
-
-
145 000
122 000
K o b a 1 t.
G
'Po
Pa0
~
185 000
164 000
1,04 137 000
1,67 148 000
1,87 135000
2,oo 130 000
2,81 149 000
2,95 155 000
2,95 149 OOO
150 000
243 000
357
Magnetische Rotationsdispersion.
N i c k e 1.
D
Lie
F
'Po O
'Po
~
4.
66100
82900
71200
807UO
77000
70000
78300
70
5.
7.
86 300
0,30
0,57
0,71
0,91
0,86
0,94
1,31
75200
[
G
'Po0
96
56600
49000
75000
67000
68300
56800
65000 0,92 59300
58100
62100
62700
50200
64400
53600
64300
57000
Nickel (Uster).
'Po
1.
2.
3.
4.
5.
39
54
71
73
108
D
Li,
Nr. D.10-?em
0,39
0,55
0,84
0,83
1,lO
I
'Poo
50000
50900
59100
56900
50900
I
7
'Po
'Po O
0,30
0,40
0,59
0,58
30800
29600
38700
35600
34200
40400
0,80
38900
33800
In sammtlichen Tabellen zeigen bei F und besonders
bei G die einzelnen Zahlen die stiirksten Abweichungen, wie
dies bei der starken Absorption und der nicht so grossen
Empfindlichkeit des Auges fiir Helligkeitsnuancen dieser Farben erklirlich ist.
Aus den vorstehenden Resultaten geht zunachst folgender Satz hervor:
Die Rotationsdispersion in Eisen , Kobalt und Nickel ist
anomal.
Die einzige Stelle, wo ein Widerspruch hiergegen zu
finden ware, liegt bei Nickelspiegel Nr. 5 G-Linie, welche
eine starkere Drehung zeigt, als die F-Link desselben Spiegels. Die Zunahme betragt hier 7 Proc. der Gesammtdrehung. Obwohl diese Abweichung bereits die Grenze der
Beobachtungsfehler bedeutend uberschreitet, mochte ich doch
in Anbetrrtcht der Uebereinstimmung des ubrigen Materials
auf diese Zahl keinen Werth legen, da der Fehler miiglicherweise durch geringe optische Unregelmassigkeiten im Glase
bedingt sein kann.
358
W. Lobach.
Bei Eisen ist die Rotationsdispersion am surksten, geringer bei Nickel, noch kleiner im Verhaltniss zur Drehung
bei Kobdt. Diese Curve schneidet die des Eisens ungefahr
bei der Wellenlange jl = 500, d. h. an diesem Punkte des
Spectrums zeigen gleich dicke Schichten der beiden Metalle
gleich grosse Drehung.
Fig. 2.
Wie bereits erwahnt, zeigen auch die aus dem Usterschen Bade niedergeschlagenen Spiegel eine Dispersion, die
derjenigen der reinen Spiegel ganz analog ist, nlimlich ein
starkes Abfallen von Li, nach D , aher von da ab bis zum
Violett einen horizontaleren Verlauf. Denselben, wenn auch
schwhheren Knick bei D zeigt die Kobaltcurve, wiihrend die
Eisencurve einen fast geradlinigen Verlauf nimmt.
Was die absolute Maximaldrehung pro 1 cm betrifft, so
stimmen hier meine Werthe mit denen von K u n d t und
d u B o i s l) gefundenen fur die betreffenden Wellenlangen im
ganzen gut iiberein; ich stelle sie hier zum Vergleich nebeneinander.
1) du Bois, Wied. Ann. 31. p. 960. 1887.
Mayivtische Rotatiomdispersion.
Kundt 'po = 209000
Kobalt: d u Bois cpo = 198000
Nickel:
'2
'Po = 89000
Eisen:
Lobach
1)
'9
359
'po = 216000
'Po = 180000
= 90000.
Die beste Uebereinstimmung zeigt Nickel, namlich bis
auf 1 Proc., dann Eisen auf ca. 31la Proc., wogegen Kobalt
allerdings eine Abweichung von etwa 9 Proc. von dern
d u Bois'schen Werthe aufweist.. Ich mlichte, da mein
Resultat hier hinter dem du Bois'schen zuriickbleibt, dies
theilweise auf die vielleicht nicht vollige Reinhdt des von
mir verwendeten Materials schieben , da die kauflichen Kobaltsalze doch nie ganz frei von Nickel zu sein pflegen,
anderemeits aber ist , wie bereita oben bemerkt , der Fehler
zum Theil Folge der weniger genauen Bestimmung der Absorptionsconstanten des Kobalt.
Da die Kundt'schen und die d u Bois'schen Dicken
dsr Schichten mit Hiilfe der Wage, die meinigen dagegen
auf optischem Wege ermittelt sind, so zeigt die Uebereinstimmung der beiderseitigen Resultate, dass die untersuchten
Metalle auch in diesen geringen Dicken bereits vollkommen
normale Dichtigkeit besitzen, eine Thatsache, die in letzter
Zeit mehrfach bestritten worden ist.
Wie Hr. Prof. K u n d t ' ) in seiner Arbeit iiber die
Brechungsexponenten der Metalle nachgewiesen hat, zeigen
Eisen und Nickel anomale Dispersion. Die Ergebnisse der
vorliegenden Arbeit legen es daher nahe, einen Zusammenhang zwischen den Brechungsexponenten und der Maximaldrehung fiir die verschiedenen Farben zu vermuthen. E e r r
V o ig t hat bereits auf einen solchen Zusammenhang hingewiesen und auf Grund theoretischer Erwiigungen die folgende Beziehung zwischen den Brechungsexponenten und dem
Drehungsvermagen fur natiirlich und kiinstlich active Substamen aufgestellt:
worin cpa die Drehung, n den Brechungsexponenten, Z die
Wellenllnge und Q und Q1 Constante. bedeuten.
1) Kundt, Wied. Ann. 34. p. 469. 1888.
2) V o i g t , Wied. Ann. 23. p. 493. 1884.
360
W. Lohaeh. Magnetische Rotationsdispersion.
Eine Berechrlung dieser Constanten fur die verschiedenen Metalle fiihrt indessen zu keiner Beziehung zwischen
den drei anderen Grassen, und so bestatigt sich daher wohl,
was von vorn herein zu vermuthen war, drtss die electromagnetische Drehung eines Korpers nicht einzig durch seine
optischen Eigenschaften gegeben ist, und dass hierbei auch
seine magnetischen Eigenschaften vorwiegenden Einfluss ausiiben.
Tndessen erscheint dem Verfasser das vorbandene Mate rial noch nicht ausreichend, urn eine gesetzmbsige %eziehung
der in E’rage kommenden Grossen aufzustellen, zumal die
Brechungsexponenten des Kobalt bisher noch keiner experimentellen Untersuchung unterzogen sind.
Phys. Inst. der Univ. B e r l i n , Juli 1889.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
619 Кб
Теги
nickell, die, kobalt, rotationsdispersion, eisen, und, anomala
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа