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Die Bemerkenswerten Arbeiten der Jahre 1916Ц1920 aus dem Gebiet der Lederindustrie.

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Zeitsc h ri f t fur an gewandte Chem ie
34. Jahrgang S. 545-552
I
Aufsatzteil und Vereinsnachrichten
Die :bemerkenswerten Arbeiten
der Jahre 1916-1920 a u s dem Gebiet dei
Ledzrindustrie.
Vim R.
LAUFFXANN,
Freiberg (Sachseo).
Praktische Gerberei und Gerbverfahren.
S c h l u l j (vgl. S. 502 u. 509).
Pflanzliche Gerbuiig.
J. P a e B l e r (Lederzeitung 1919, Nr. 75 und Fortsetzungen) behandel.
in einer Arbeit alles Wissenswerte aus den1 Gebiete der Gerberei unc
bespricht dabei besonders die Umstande, die die Lederausheute b e
einflussen, die zweckmat3ige Verwendung der Gerbemittel und dic
sachgeniaWe Durchfiihrung der Gerbung. Es wird dabei auch die An.
sicht von C o u r t i e r , wonach bei allen I31Cii3en der Gehalt a n Wasser
und Hautsubstanz gleich, der Gerbstoffeehalt der einzelnen lohgarer
Lederarten aber v e mh i ed en ist, auf Grund cler Er.gebnisse der fruherec
Arbeiten von v o n S c h r o e d e r und P aeI . i l er iiber die Zusammen.
setzung der Haut und ties Leders widerlegt.
B. K o h n s t e i t i (H'iute- und Lederberichte, Wien 1920, Nr. 44)
fuhrt die hauptsaclilichsten Umstande an, die die Aufnahme des Gerb.
stoffes durch die € h u t oder die ,Gerbung verziigern oder verhindern
Eine niedrigere Teinperatur der Ascherflussigkeit und der Gerbbriihe
tragt dazu bei, dall die Gerbung verlac*gsarnt wird. Bei angefaulten
HIiuten wird die Adsorption des pfl;rnzlii-hen Gerbstoffes beeintrachtigt!
ebenso durch Zer:.etzung der Gerbstoffe durch Zusatz chemischer
Mittel oder durch in die Briihe gelangte Fermente. Auch wesentliche
Mengen von Naturfett, das der Haut anhaftet oder in dieser enthalten
ist, behindert das Isindringen des Gerbstoffes und mussen dnher vor
der Gerbung genugend entfernt werden. M-enn nach der Schwellung
mit Sauren oder Sauerbruhen die S#ure nicht entfernt wird, so tritt,
wenn unmittelbar darauf eine Behandlung rnit su5en Briihen folgt,
Totgelbung ein Das Angerbeu der BliiBe mit zu starken Gerbstofflosungen bewirkt einen rauhen zusammengt:zogenen Narben und eine
Hernrnung der Gerbung. Zusiitze von Chemikalien zur Gerbbruhe
rufen GcrbstBrungen h i m o r , wenn dadurch Niederschliige erzeugt
werden, da diese die Poren der Haut verstopfen und das Eindringen
des Gerbstoffes in tlas Innere der Haut verhindern. Wenn frisch ausgelaugte Bruhe von Valonea oder Eichenrinde benutzt wird, so kann
die Gerbung durch hblxgerung von Ellagsiiure in der Haut gesttirt
werden. Auch durch S(*himrnelbildung oder das sogenannte Rotzigwerden der GerbbrC he wird die Gerhung beeintrachtigt.
0. R i e t h o f (J. .2m. Leath. Chem. Ass. 1917, S. 328) beschreibt die
Fafigerbung, wie sit: in Europa und in den Vereinigten Staaten von
Amerika ausgeiibt wird, iind erortert die dabei fur eine gunstige Durchfuhriing der Gerbung in Betracht kommenden Umstande. Der wichtigste Unistand ist cer Schwellungsgrad der Haut bei Beginn der FaWgerbung. Die Schwellung darf nicht zu weii gehen, da eine derartige
Haut zu dicht und fest und zu wenig biegsam ist und sich daher nicht
genugend bewegen und falten kann, was zui' Folge hat, dnB der Gerbstoff nur langsdm uiid ungenugend in das Innere der Haut eindringt
und eine geringe Ledermsbeute erhalten wird. Es sol1 daher die
Haut bei der Paljgerbung nicht iiberschwellt und wlhrend der ganzen
Gerbdauer weich und geschmeidig erhalten werden. Im allgemeinen
genugt bei der Faf3garbung der naturliche diiuregebalt der Bruhe, um
die Haut genugend zu schwellen: doch kornmt dabei auch die Beschaffenheit des Wassers in Betracht. Dieses darE nicht zu vie1 Salze
enthalten, da diese der Schwellung entgegenwirken. Ein anderer wichtiger Umstand ist die Regelung der Temperntiir im FaB. Wenn letztere
zu hoch steigt, so wird, da Warme der Schwellung entgegenwirkt,
die Schwellung, bevor sie durch den Gerbstoff fixiert ist, vermindert
und das I'rgebnis ist ein flaches, geringwertiges Leder. Man sol1 daher die Tcmperatur i m FaGI niedrig balten, bis die Haut durchgebissen
ist. Im weiteren Verlauf der Gerbung iibt Warme eine giinstige
Wlrkung :ius, indern 3:idurch die Gerbung beschleunigt und dem Leder
Festiglieit. Fiille und Gewicht verliehen wird. Auch die Art und Zusarnmerisetzung der angewandten Gzrbstoffausziige komrnt bei der
F;iOgerhunz sehr in Retr;ic:ht. Es sollen datiir Gerbstoffausziige benutzt werden, die mtglichst lilare Hriihen lierern und die einen tlohen
Gerbstoffgehalt und einen niedrigen Nichtgerbstoffgehalt besitzen.
R i e t h o f leilt die Untersuchungsergebnisse einer Anzahl von ihrn und
von andercr Seite unter lerwendung der Grobengerbung, Faljgerbung
und gemihchten Gerbung hergestellter Soh11 der rnit und kommt auf
Grund die.ier Ergebnisse sowie seiner sonstigen Rrfahrungen zu dem
SchluD, daB auch rnit der FaBgerbung ein gutes Leder erhalten werden kann.
E. L a r i g t o n (,I. Am. Leath. Chern. Ass. 1916, S. 634) bespricht
ebenfalls die Fafigerbiing und Fiihrt alu einen wichtigen dabei zu beachtenden Umstand an, d:iO die Rloljen im wsten Teil der Gerbung
in einem niliglichst gwchwellten und prallen Zustande erhalten werden, d;iS d;iher rnit stark sauren Briihen muegerbt werden mu5 und
dalj dann im Fa6 rnit imnier starkeren Extr:iMbruhen, die zur BeAngew. Chemie 1 9 2 1 .
Nr. 88.
I
4. November 1921, Nr. 88
schleunigung der Gerbung angewandt werden sollen, weiter und zu
Ende gegerbt wird.
S e v r n o u r - J o n e s (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1917. S. 545) Pibt
ein Sc6nellgerbverfahren an, das darin besteht, daB die' BltiBen oUhne
vorherige Entkalkung unmittelbar in starke Gerbbruhen, wobei im
Gegensatz zu den wie ublich vorbereiteten Htiuten ein Narbenziehen
nicht stattfindet, dann in ein Versenk rnit dunner Bruhe gebracht und
schlieijlich zur Erzielune von Gewicht in der iiblichen Weise weiter
behandelt werden.
Bei einem anderen von F. E n n a (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1917.
S. 547) empfohlenen Schnellgerbverfahren werden die mit einem Ge:
rnisch von 100 Gewichtsteilen geltischtem Katk, 1 2 Gewichtsteilen
Schwefel und 41/2
Gewichtsteilen Soda auf je 1000 Gewichtsteile Haut
geascherten, dann enthaarten und mit schwefliger Saure entkalkten
Haute im Fa0 mit einer 45O Bk. starken Brulie von Quebracho-,
Myrobalanen- und Valoneaauszug unter Zusatz von 5 0 i 0 Zellstoffauszug, dann mit einer 72' Bk. starken Gerbbriihe von demselben Gerbstoffgemisch gegebenenfalls unter Zusatz von Neradol gewalkt, abgewelkt, abgetilt, bei gewtihnlicher Temperatur getrocknet, angefeuchtet,
zunachst fur sich, dann unter Zugabe von etwas starker Quebrachobriihe und Zellstoffauszug gewalkt und schlieijlich in der iiblichen
Weise zugerichtet.
Ein Verfahren zur FaBgerbung von L. S c h u p p (D. R. P. Nr. 296071)
ist dadurch gekennzeichnet, daB wlhrend der Gerbung im Fa5 ein
Vakuurn erzeugt wird und dabei die Zubesserung der Gerbbriihe bei
laufenderu FaB erfolgt. Als Vorteil des Verfahrens wird angegeben,
dat3 dadurch die Gerbung beschleunigt, daB bei laufendem FaB durch
Einsaugen ein selbsttatiges ununterbrochenes Verstarken der Gerbbruhe stattfindet, da 5 die Gerbbriihe infolge Absaugung der Luft aus
dem Fa5 nicht nachdunkelt und dai3 die Haute gut aufgehen.
L. Ho u b e n beschreibt die neuzeitliche Herstellung des lohgaren
Sohlleders (Le Cuir 1920, S. 213) und Riemenleders (Le Cuir 1920, S. 401).
B. K o h n s t e i n (Haute- und Lederberichte, Wien 1920, Nr. 34) behandelt die Herstellung von lohgarem Leder unter Verwendung von
Schweinshluten. Bei der Verarbeitung dieser HBute zu Leder ist besonders zu beachten, daB diese sehr fettreich sind und einen sehr
empfindlivhen Narben haben und daB daher das Fett, da es die Gerbung hehindert, vorher durch Entfettungsverfahren oder durch griindliches Aschern und Ausstreichen gut entfernt und der Narben wahrend
der vorbereitenden Arbeiten sehr schonend behandelt werden mu5.
W. E i t n e r (Haute- und Lederberichte, Wien 1920, Nr. 24) macht
Mitteilungen iiber die Herstellung von Leder aus Haifischhauten und
uber die Eigentumlichkeiten der Fischhaut. Die Lederhaut der Fische
unterscheidet sich im Gewebe dadurch von derjenigen der Saugetiere
und Vtigel, da 5 die Hautfasern in verschiedenen Schichten parallel
liegen und sich kreuzen, ahnlich wie dieses bei den Fasern kunstlicher
Gewebe der Fall ist. Die Fasern der Fischhaute sirid bei den frischen
und gesalzenen Hauten sehr empfindlich gegen Alkalien, Schwefelalkalien, Sauren und Fermente, im getrockneten Zustande dagegen
wesentlich widerstandsfahiger. Bei der getrockneten Fischhaut mu5
daher die angescharfte Weiche in Anwendung kommen. Es darf dabei jedoch nur Soda, aber nicht Schwefelnatriurn verwendet werden,
da letzteres schon in sehr verdunnter LBsung die Fischhaut angreift.
Die Haute der meisten Haifischarten besitzen in der Narbenschicht
Einlagerungen von einern der Zahnmasse ahnlichen Stoff, die vor der
Gerbung entfernt werden miissen, was sich durch Abspalten oder
AbstoBen bewerkstelligen 1aWt. Die Gerbung erfolgt hauptslchlich
mit der Briihengerbung; doch ist dabei zu beachten, dafi die Fischhaut sehr empfindlich gegenuber Sauren oder sauren Briihen ist, so
iaB insbesondere bei der Angerbung su5e I3riihen oder wenig saure3ildende Gerbemittel verwendet werden mussen. Die Ausgerbung
rann durch Einlegen in Extraktbriihe oder in Versenken oder im FalJ
irorgenommen werden. Die Chromgerbung von tischhiiuten bietet
Iesonders nach dem Zweibadverfahren Schwieriglteiten, da die Hautjubstanz die bei diesem Gerbverfahren angewendeten stlrkeren SBuren
iicht vertragt. I3ei der Zurichtung von Haifischleder ist der wichtigste
'unkt die Bearbeitung der Narbenseite, die darin besteht, daB man
lie auf dieser vorhaiidenen Erhohungen bis zur H a i s abschleift, so
lai3 diese eine ebene Flache bildet, in der die geschliffenen Teile alsglatte
pllnzende. Zeichnungen erscheinen, die auch haltbar gefiirbt werden
ciinnen. Die Haifischhaute eignen sich wegen der Inkrustationen der
tarbenseite nicht fur Schuhoberleder, wohl aber f u r Wichsleder,urichtung, sowie fur Lackleder nnd vor allem fur Taschnerleder.
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Mineralgerbung.
C h r o m g e r b u n g . J. R. B l o c k e y (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1918,
i. 28) behandelt das Einbad- und das Zweibadchromgerhverfahren,
owie die Art und Herstellung der dabei verwendeten Chromgerbtoffe. Die beim Einbadverfahren verwendeten Chromverbindungen
ierden entweder unmittelbar BUS Chromoxydverbindungen oder durch
Ieduktion von Alkalibichromat bei Gegenwart von Mineralslure eriilten, wobei als Reduktionsmittel organische Stoffe wie Glucose,
ilycerin oder anorganische Stoffe, wie Natriumbisulfit, verwendet
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Lanffmann: Die bemerkenswerten Arbeiten der Jahre 1916-1920
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werden. Die zur Gerbung verwendetcn Chromverbindungen oder
Chrombriihen mussen basischen Charakter haben, da normale Chromsalze zwar schnell und leicht in die Haut eindringen, jedoch eine leere,
magere Gerbung ergeben. J e basischer das Chromsalz ist, u m so langsamer geht zwar die Gerbung vor sich. um so kraftiger und voller
fiillt diese aber auch aus. Bei den nicht durch Reduktion erhaltenen
Chromverbindungen handelt es sich entweder um solche anorganischer
Sluren, meist Schwefelsaure oder Salzsaure, oder organischer Sauren.
Mit Chromealzen organischer Sauren kann schon bei wesentlich niedrigerer Basizitat eine gute Gerbung erzielt werden als bei Anwendung
von Chromsulfat oder Chromchlorid. Die durch Reduktion aus Bichroniat mit anorganischen oder organischen Reduktionsmitteln erhaltenen Chromverbindungen unterscheideri sich in verschiedener Hinsicht voneinander, indeni bei letzteren auch die Umwandlungsprodukte
der zur Reduktion verwendeten Stoffe (z. B. Aldehyde) einen gerberischen E i n f l d aiisiiben, wahrend die durcliReduktion rnit anorganischen
Stoffen, z. B. Bisulfit, erhaltenen Erzeugnisse, wobei sich nur Alkalisalze bilden, deli durch Basischmachen von Chromoxydverbindungen
erhaltenen Chromverbindungen ahnlich sind. Beim Einbadverfahren
wird unmittelbar mit den basischen Chromoxydverbindungen gegerbt,
wahrend beim Zweibadverfahren die Hxut zunachst rnit Bichrornatlosung und Mineralslure durchtrankt (erstes Bad) und dann die Chromszure durch ein Reduktionsmittel , meist aus Natriumthiasulfat und
Mineralsaure entwickelte schweflige Slure, in der Haut zu einer basischen Chromoxydverbindung reduziert wird (zweites Bad). Das Zweibadverfahren ist umstandlicher als das Einbadverfahren und die dabei
stattfindenden Vorgange sind sehr verwickelt. Es werden daher mit
dem Einbadverfahren , das auBerdem einfacher ist, leichter gleichniaBige und gute gerberische Ergebnisse erhalten; doch diirfen die
zur Gerbung verwentleten Chromverbindungen nicht zu stark basisch
sein, da solche zu langsam gerben und auf der Haut oder beim Verdiinnen unlosliche Chromverbindungen ausscheiden, die die Poren der
Haut verstopfen, wodurch eine genugende Durchgerbung letzterer verhindert wird. Heim Zweibadverfahren wird bei Verwendung von
Thiosulfat zur Redulition im Leder Schwefel abgeschieden, der das
Leder weicher und milder machen soll.
H. G i u s i a n a (Le Cuir 1920, S. 98) bespricht ebenfalls die Herstellung von Cliromverbindungen fur die Chromgerbung. Bei der
Herstellung von basischen Chromverbindungen durch Reduktion zieht
man Natriumbichromat dem Kaliumbichromat vor, da ersteres billiger
ist und sich leichter lost. Die Reduktion erfolgt bei Gegenwart von
Schwefelsaure oder Salzsiiure am einfachsten durch Einleiten von
gasformiger schwefliger SIure, geht aber beim Einkochen von Chromatlosung bis :iuf eine bestinimte Konzentration auch ohne Anwendung eines besonderen Reduktionsmittels vor sich. Von organischen
Reduktionsmitteln liefert Glycerin, bei dem auBerdem die Reduktion
in der Kalte verlauft, die besten Ergebnisse. AuBerdem kann auch
Oxalsaure, Glucose, RIehl, Starke, Melasse, Alkohol, Formaldehyd usw.
fur diesen Zweck benutzt werden. G i u s i a n a nennt die in den basischen Chromverbindungen enthaltenen OH-Gruppen ,,Tannophor" und
meint, daB diese die Losung kolloidal machen und die gerbende
Wirkung hervorrufen.
J. A. W i l s o n und E. J. K e r n (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1917,
S. 445) untersuchten die Wirkung von Neutralsalzen auf Chromlosungen
besonders in der Rirhtung, ob durch derartige Zusatze die Bestandigkeit der Chromlosungen erhoht wird. Es wurde bei VerSuchen
mit einer Reihe von Salzen gefunden, daB eine derartige Wirkung
tatsachlich vorhanden ist, und daB der Grad dieser Wirkung vom
Hydratisierungsgrad der Salze abhlngt. Es ist daher ein Unterschied,
o b Chronisulfat oder Chromchlorid rnit NaOH basisch gemacht wird,
da dabei in ersterem Falle Natriumsulfat, i n letzterem das schwacher
hydratisierte Natriumchlorid entsteht. Es muB daher bei Beurteilung
von Chrornbrlihcn nicht nur die Basizitlt, sondern auch die Art und
Rlenge der vorhandeiien Neutralsalze beriicksichtigt und untersucht
werdeu.
A. \V. T h o i n a s und M. E. B a l d w i n (J. Am. Leath. Chem. Ass.
1918, S. 248) untersuchten ebenfalls den EinfluB von Neutralsalzen
auf Chrombriihen und fanden, daB Natrium- und Ammoniumchlorid
die Wasserstoffionenkonzentration wesentlich erhohen und die Bildung
eines Niederschlages begiinstigen , daB dagegen Natriumsulfat und
Ammoniumsulfat die Fallung verzogern.
J. A. W i l s o n (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1920, S. 323) kam zu
dem Ergebnis, dafi durch einen Zusatz yon Neutralsalz (Kochsalz) zu
einer basischen C'hromsulfetlosung deren Wasserstoffionenkonzentration
erhoht, deren perberische Wirkung jedoch verlangsamt wird. Die
Erhohung der IVasserstoffionenkonzentrxtion erklart W i l s o n durch
die Hydrattheorie, wonach die Salze einen Teil des Losungswassers
bindeii und so dessen Menge vermindern.
A. \V. T h o m a s und M. W . K e l l y (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1920,
S. 487) fanden, did5 die 1,osung von nornialem Chromsulfat wesentlich
langsamer und hchlechter gerbt als eine basische Chromsalzlosung,
was durch die veiwhit:dene, im Chromsulfat bedeutend gr6Bere Wasserstoffionenkonzentration erkliirt wird, und daB zuerst viel mehr SO:,
als Cr,O,,, d a m von beiden etwa die gletche Menge, schlieijlich mehr
Cr,O als SO,, :iu+ Chisonisulfatlosung aufgenommen wird.
h':ich D. B u i 3 o n (J. SOC.Leatli. Tratl. Chem. 1920, S. 673) werden
die gerbenden IiGgenschaften der Chronibruhe hauplsachlich durch
den G e h d t an Chrorn und durch die Aciditat oder Wasserstoffionenkoiizentration beeinfluBt, wiihrend die lhsizitat, d. h. das Verhaltnis
aus dem Gebiete der Lederindustrie
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[angewandte
ZeitschriftChemie
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von Chrom zu Saure, eine geringere Rolle spielt. B u r t o n fand ferner,
daB grune Chromsalzlosungen schneller gerben als violette Chromsalzlosungen rnit der gleichen Basizitat und dem gleichen Chromgehalt, und erklart dieses durch die hohere Wasserstoffionenkonzentration der griinen Chromsalzlosungen.
J. R. B l o c k e y (J. SOC. Leath. Trad. Chem. 1918, S. 205) kam
ebenfalls zu dem Ergebnis, dal3 griine Chromsalzlbsungen schneller
gerben als die violetten, und weist zur Erklarung darauf hin, daB
erstere viel starker hydrolysiert sind und eine viel hiihere Wasserstoffionenkonzentration zeigen.
I,. M e u n i e r und P. C a s t e (Comptes rendus de YAcad. des
Sciences 172, 1488) fanden, daD die bei Zusatz von NatriumCarbonat
zu Chromalaunlosungen bis zur Erzeugung eines bleibenden Niederschlages nStige Menge Natriumcarbonat bei gleichbleibender Temperatur mit dem Alter zunachst zunimmt und dann wieder abnimmt und
daB die erste Periode um so langer dauert, je konzentrierter die Losung
und je niedriger die Temperatur ist. M e u n i e r und C a s t e erklaren
diese Erscheinung damit, daB das Chromsulfat unmittelbar nach der
Auflosung eine teilweise Hydrolyse erleidet, die zu einem vorlaufigen
Gleichgewicht fiihrt, daB sich das kolloidal geloste Chrornhydroxyd
mit dem Chromsulfat allmahlich zu einem weniger ionisierten Komplexe vereinigt, was sich in dem Sinken der Leitfahigkeit und der
Zunahme der verbrauchten Sodamenge auBert und daB sich iiber
diesen ProzeD die fortschreitende mit Steigerung der Leitfahigkeit
verbundene Hydrolyse des Chromsulfats lagert, wahrend gleichzeitig
die TeilchengrSBe des Chromhydroxyds und damit die Empfindlichkeit
gegen Zusatze von Elektrolyten sich andert.
B. K o h n s t e i n (Haute- und Lederberichte, Wien 1920, Nr. 16) bespricht die Frage der Anwendbarkeit des Einbadverfahrens und des
Zweibadverfahrens. In den meisten Fallen ist das Einbadverfahren
dem Zweibadverfahren vorzuziehen, da bei letzterem bei Verwendung
von Thiosulfat fur das Reduktionsbad im Leder Schwefel abgeschieden
wird, der in mancherlei Hinsicht storend wirkt. Blank- und Geschirrleder werden meist nach dem Einbandverfahren gegerbt, da das nach
diesem Verfahren erhaltene Leder eine bessere Narbenbildung zeigt
und der Schwefel des Zweibadchromleders auf Metallschnallen und
-beschlage nachteilig wirkt. Der Schwefelgehalt des Z weibadleders
wirkt ferner schldlich beim GlanzstoBen, da der Schwefel dabei als
grauer Anflug a n die Oberflache des Leders tritt, bei Lackleder, da
dadurch das Blindwerden des Lackes verursacht werden kann und
beini Buntfarben, da dann ungleichmafiige Farbungen erhalten werden.
In den genannten Fallen ist daher das Einbadverfahren vorzuziehen.
In neuerer Zeit verwendet man das Einbadverfahren auch zum Nachgerben von Glaceleder und von Samischleder.
Weitere Aufsatze behandeln die Herstellung von Chevreauxleder
unter Verwendung der Zweibadchromgerbung. (Le Cuir 1920, S. 8) und
von Chromsohlleder (Der Gerber 1920, S. 19).
Es seien nunmehr die die Untersuchung von Chromextrakten und
Chrombruhen betreffenden Arbeiten angefiihrt.
K. S c h o r l e m m e r (Collegium 1917, S. 345) teilt seine Erfahrungen
bei der Bestimmung des Chroms in Chromsalzen, Chrombruhen, Lederaschen usw. mit. Danach kann bei Abwesenheit gr6Berer Mengen von
organischen Stoffen bei der jodornetrischen Chrombestimmung zur
ifberfiihrung des Chromoxyds in Chromat Wasserstoffsuperoxyd in
alkalischer Losung a n Stelle von Natriumperoxyd venvendet werden
Bei Losungen, die viel organische Stoffe enthalten, wird die Oxydation
und die Zerstijrung der organischen Stoffe mit Kaliumpermanganat in
alkalischer Losung ausgefiihrt, das iiberschiissige Kaliumpermanganat
durch Erwarmen mit Alkohol beseitigt und im Filtrat vom ausgeschiedenen Manganhydroxyd das Chrorn bestimmt. Bei Lederaschen
und Chromriickstanden kann die Oxydation durch Schmelzen rnit
wasserfreier Soda und Magnesiumoxyd nach P r o c t e r erfolgen. Das
jodometrische Verfahren zur Bestimmung des Chroms kann nur angewendet werden, wenn keine wesentlichen Mengen von Eisenverbindungen vorhanden sind, da andernfalls durch letztere eine
nennenswerte Mehrausscheidung a n Jod verursacht wird, wodurch
die Ergebnisse zu hoch ausfallen. (Siehe auch Collegium 1917, S 364.)
Fur letzteren Fall empfiehlt sich die Anwendung der Verfahren rnit
Mohrschem Salz, da dann die Ergebnisse durch die Gegenwart von
Eisenoxydsalz nicht beeinfluBt werden.
Bei weiteren Untersuchungen fand K. S c h o r 1e m m e r (Collegium 1918, S. 145), daB das Chrom auch bei Gegenwart von Eisen in
alkalischer Losung durch Oxydation rnit Wasserstoffsuperoxyd bestirnmt werden kann, wenn man diese Oxydation zweimal vornimmt,
das abgeschiedene Eisenhydroxyd, das Chromhydroxyd rnit niedergerissen hat, abfiltriert, in Siiare lost, diese Losung alkalisch macht
und ebenfalls zweimal rnit Wasserstoffsuperoxyd oxydiert, das Eisenhydroxyd abfiltriart und in den beiden Filtraten die Chrombestimmung
wsfiihrt. Bei Anwendung von sehr viel Eisen muA der zum zweiten
Male abfiltrierte Eisenhydroxydniederschlag nocknals derselben Behandlung untcrworfen welden, um das noch anhangende Chromhydroxyd auch in Chromat iiberzufiihren.
R. L a u f f m a n n (Collegium 1918, S. 223) fand bei Untersuchungen
iber den EinfluB von h e n und von organischen Stoffen bei der
odometrischen Chrombestimmung ebenfalls, daB bei Anwesenheit von
wesentlichen Mengen von Eisensalz die Ergebnisse zu hocli ausfallen
m d stellte ferner fest, daB grbBere Mengen von organkchen Stoffen
n der mit Thiosulfat zu titrierenden Losung die Jodausscheidung be3intrachtigten oder verzSgern und rielfach den Endpunkt der Titration
AlIfUtStd
31 J . h r k r y to%il
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Lauffmann: Die bemerkenswerten Arbeiten der Jahre 1916-1920 alls dem Geibiete der Lederindustrie
undeutlich machen. Ferner ergab sich, dafJ bei Ausscheidung gr6derei
Mengen von Niederschlqen (Hydroxyde) in alkalischer Usung w h e n (
.der Oxydation durch die Niederschliige Chromat mit niedergerissei
und auch beim Auswaschen hartnilckig festgehalten wird. Wenn B!
sich bei diesen Niederschlllgen nicht um Metalle handelt, deren Ver
bindungen wie z. B. Eisenverbindungen selbst Jod frei machen, s(
filtriert man nicht, sondern lbst den Niederschlag beim Ansiiuern mi
auf und bestimmt in der Lbsung jodometrisch das Chrom. Andern
falls weodet man besser das Schmelzverfahren mit der oxydierender
Salzmischung, oder, bei Abwesenheit von organischen Stoffen, das Ver
fahren mit Mohrschem Salz an oder man benutzt bei Anwesenheii
von organischen Stoffen das von S c h o r 1em me r angegebene Kalium
permanganatverfahren.
Bei weiteren Arbeiten Uber die Oxydation des Chroms mit Wasser
stoffsuperoxyd kam S c h o r l e m m e r (Collegium 1919, S. 5) zu fol ender
haupmchlichsten Ergebnissen : Die Oxydation des Chroms in 8hrom
briihen ist leicht auszuftthren, wird jedoch durch die Anwesenheii
organischer Stoffe haufig behindert. Die st6rende Wirkung organischei
Storfe kann jedoch durch Zusatz einer geringen Menge Eisensalz, fallc
die L6sung nicht zu vie1 organische Stoffe enthat, ausgeschaltei
werden, indem das Eisensalz die Oxydation des Chromoxyds begiinstigl
und den Zerfall des Wasserstoffauperoxyds beschleunigt. Bei An
wesenheit erheblicher Mengen organischer Stoffe kann die Oxydatior
mit Wasserstoffsuperoxyd iiberhaupt nicht vollsthdig zu Ende g e
fiihrt werden, was sich auch bei der Titration in ungtinstiger Weisc
bemerkbar macht. Dagegen werden bei der Oxydation des ,Chromr
mit Kaliumpermanganat alle etwa vorhandenen organischen Stoffr
zerst6rt und bei der Titration richtige Werte erhalten. Man kann dir
organischen Stoffe natfirlich auch durch Eindampfen der Lfilsung und
Gliihen des Eindampfriickstandes zersttiren und hierauf nach dem
Schmelzen des Riickstandes rnit einer oxydierenden Schmelze usw
ein Titrationsverfahren anwenden.
T. P. H o u (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1920, S. 367) fand, dab jr
nachdem die Oxydation des Chroms durch Schmelzen mit einem G e
misch von kohlensaurem Kalium, kohlensaurem Natrium und Borax
oder mit Natriumsuperoxyd erfolgt, verschiedene Ergebnisse erhalten
werden und d& in letzterem Falle der Endpunkt der Titration mil
Thiosulfatlgsung haufig nicht scharf genug ist, was dadurch verursachi
ist, dab noch iiberschiissiges Natriumperoxyd in der Fliissigkeit VOP
handen ist. Hou stellt ferner fest, dab die wesentlichsteo Bedingungen
zur Erzielung genauer Ergebnisse bei Verwendung von Natriumperoxyd
zur Oxydation darin bestehen, dab kein zu gro5er UberschuP von
Natriurnperoxyd genommen wird, dai3 die Menge der Fliissigkeit nicht
zu groB ist, dab letztere nicht nur gekocht, sondern auch auf ein
geringes .Volumen (10-15 ccm) eingedampft und ferner mit einem gewissen flberschu5 von etwa 5-10 ccm Salzsaure angesauert wird.
W. A p p e l i u s und S c h m i d t (Collegium 1916, S. 164) bestimmen
die BasizitM von Chrombriihen in folgender Weise: Das Chrom wird
nach der Oxydation rnit Natriumperoxyd jodometrisch ermittelt. Die
an Chrom gebundene Saure wird bestimmt, indem eine gewisse
Menge der Losung rnit feingepulvertem Cuprioxyd gekocht wird, wobei etwa drei Viertel der an Chrom gebundenen Saure sich zu dem
entsprechenden Kupfersalz umsetzen, und das in L6sung gegangene
Kupfer nach Zusatz von Jodkalium ebenfalls jodometrisch ermittelt
wird. -'Die auf 100 Teile Cr,O, entfallende Kupfermenge wird als
Kupferzahl bezeichnet. Aus einer mitangegebenen Tabelle kann die
der Kupferzahl entsprechende Basizitat abgelesen werden.
C l a u d e S m i t h und F i n i E n n a (Collegium 1919, S. 82) verfahren zur Bestimmung des Chroms in Chrombriihen usw. in der
Weise, dab das Chrom aus 25 ccm der 0,8-1,l g Chrom i n Liter
enthaltenden Fliissigkeit durch Kochen rnit Ammoniak ausgefallt,
einige Minuten gekocht , der Niederschlag mit kochendem Wasser
ausgewaschen, in 1,5 konz. Salzsaure gelost wird, die Losung nebst
dem zum Nachwaschen benutzteu Wasser niit 2-3 g Natriumperoxyd
gekocht wird, bis kein Sauerstoff mehr entweicht, ein aberschuij von
Schwefelsaure oder Salzsaure zupegeben , wieder einige Minuten gekocht, loo/, ige Jodkaliuml6sung zugefiigt, einige Minuten stehengelassen
n
und das ausgeschiedene Jod mit
Thiosulfatl6sung titriert wird.
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W. T h o m a s und M. E. B a l d w i n (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1918,
S. 192) fuhrten elektrometrische Untersuchungen von Chrombriihen
durch, wobei die Konzentration der Wasserstoffionen in Chrombriihen
von wechselnder Verdunnung unmittelbar nach dem Wasserzusatz
und nach mehrliigigem Stehen bestimmt wurde. Die Versuchsergebn i s e zeigten, dalj das Hydrolysengleichgewicht sich nur sehr langsam einstellt, so daij Chrombriihen unmittelbar nach der Verdiinnung
geringere Aciditat besitzen als nach einigen Tagen. Ein Zusatz von
Slure oder Alkali zu einer Chromsulfatlosung beeinflu5t naturlich
auch die Hydrolyse; doch macht sich auch hier der Einfluij der Zeit
bemerkbar. Aus diesen Erscheinungen geht hervor , daij die Basizitiitsbestimrnung einer Briihe nicht in allen Fallen geniigenden Aufschlufi iiber die Eigenschaft dieser Briihe gibt. Mit Bezug auf den
Einflu5 der Temperatur auf die Wasserstoffionenkonzentration wurde
gefunden, dab griine (heib gelBste) Chromalaunlgsungen eine mehr
als zehnfache Wasserstoffionenkonzentration besitzen als violette
(kalt geltiste).
J. R. Blockey (J. SOC. Leath. Trad. Chem. 1918, S. 205) bespricht
die Farbe der Chromsalzl6sungen, ihre Abhangigkeit vom Grade der
Ionisierung und die Verschiedenheit der basischen Salze der @en
und der violetten Reihe, die darin zum Ausdruck kommt, daf3 violette
und griine ChromlOsungen verschiedene Alkalimengen brauchen, um bei
sonst gleichen Verhtiltnissen (Konzentration, Temperatur) eine dauernde
Falung zu geben. Es wurde gefunden, dalj Zuslitze von Natronlauge
eher eine Falung in ChromsalzlUsungen verursachten als Zuslltze von
Soda, so daf3 man mit Natronlauge keine so stark basische Brtihe
erhallen kann wie mit Soda.
B l o c k e y hat weiter durch elektrometrische Messungen die Aciditiit von Chrombriihen festgestellt und bei violetten Losungen keine,
bei grfinen Losungen dagegen eine deutliche Zunahme der Basizitilt
beobachtet. Er empfiehlt das elektrometrische Verfahren zur schnellen
Basizitiltsbestimmung im Betriebe, wobei Kurven benutzt werden, die
fiiri verschiedene Chromgehalte der Briihen die Abhangigkeit von
Basizitiit und Potentialdmerenz ausdrticken, so dab, wenn der Chromgehalt der Brtihe bekannt oder bestimmt ist, sich aus der betreffenden Kurve mit Hilfe einer elektrometrischen Messung die Basizitat
ablesen 1ii5t.
Nach W. T h o m a s und W. M. Kelly (J. Am. Leath. Chew.
Ass. 1920, S. 665) 1Mt sich der Chromgehalt von Chromltisungen rnit
Hilfe des Eintauchrefraktometers von Z e i b und einer von ihnen
ausgearbeiteten Tabelle mit den Beziehungen zwischen Brechungsindex und Chromgehalt der Lbsung schnell und genau feststellen,
wenn die untersuchte L6sung nicht mehr als O,l0/,, Chromoxyd enth a t und wZLhrend der Untersuchung die Temperatur gleichmaig bei
25O gehalten wird.
A. W. T h o m a s und S. B. F o s t e r (Hide and Leather 1920,
Nr. 18, S. 97) fanden zur Bestimmung der Aciditiit von Chrombriihen
ein Titrationsverfahren geeignet, wobei mit Barythydratl6sung titriert
und der Neutralisationspunkt durch Leitfrngkeitsmessung bestimmt wird.
D. B u r t o n und h. M. Hey (J. SOC. Leath. Trad. Chem. 1920,
S. 272) weisen, darauf hin, daO bei den bisherigen Titrationsverfahren
zur Bestimmung der an Chrom gebundenen S u r e Kohlensiiure und
andere fluchtige Sauren nicht geniigend beriicksichtigt werden, und
empfehlen bei der Titration die Natronlauge zu der verannten
LBsung zunlchst in der Kiilte, dann wahrend des Erhitzens bis zum
Siedepunkt und schlieblich noch so lange zuzusetzen, bis die Rotfarbung auch beim Kochen wahrend einer Minute bestehen bleibt.
B. D h a w a l e und S. R. Das (J. SOC.Leath. Trad. Chem. 1920,
S. 225) fanden, da5 durch Zugabe von Kochsalz zu einer basischen
ChromsulfatlEisung die durch Titration der siedenden L6sung mit
n
- Natronlauge bei Gegenwart von Phenolphthalein als Indikator be10
stimmte Aciditat erh6ht wird, und da5 die Ergebnisse dabei auch
durch die Temperatur und durch die Art der Zugabe des Alkalis bei
der Titration beeinflu5t werden.
Mit Bezug auf die zu wahlende Ausdrucksform fur die Basizitat
von Chromverbindungen sind verschiedene Vorschliige gemacht worden. Zuweilen werden die auf 100 Teile Cr,O, entfallenden Teile
der an Chrom gebundenen Slure als SO, berechnet als Basizitat angegeben. H. R. P r o c t e r (J. SOC.Leath. Trad. Chem. 1918, S. 259)
will die BasizitAt durch das Verhutnis der basischen Valenzen zu den
sauren Valenzen ausdriicken , wobei sich dann fur Cr,(SO,), 6 :6 = 1,
fur CrCl, 3 : 3 = 1, fur CrOHCI, und CrOHSO, 3:2 = 1,5 ergeben
wiirde. J. R. Blockey (J. SOC. Leath. Trad. Chem. 1919, S. 11) schlagt
vor, die Basizitat dadurch zum Ausdruck zu bringen, daB die Anzahl
der Hydroxylgruppen angegeben wird, die rnit zwei Chromatomen verbunden sind, so da5 die Basizitat bei Cr,(SOJ, =0, bei Cr,(OH),(SO,),
und Cr,(OH),Cl, = 2, bei Cr(OH), = 6 sein wiirde und bei Chromchlorid
der Wert 2,5 anzeigen wiirde, da5 die Basizitiit zwischen Cr,(OH),Cl,
und Cr,(OH),Cl, liegt. K. S c h o r l e m m e r (Collegium 1920, S. 536)
berechnet das an SXure und das an Hydroxylgruppen gebundene
Chrom in Prozenten und gibt die betreffenden Zahlen als Basizitat
Bn, so da5 sich z. B. f i r Cr,(SO,), 100 und 0, CrOHSO, 66e/Bund 33l/,,
Cr,(OH),Cl, 50 und 50, Cr,(OH),SO, 33*/, und 66,/, und fur Cr(OH), 0
und 100 ergibt.
W. K l a b e r (J. Am. Leath. Chem. 1920, S. 396) gibt einen volltommenen Untersuchungsgang fiir die Bestimmung der verschiedenen
Bestandteile von Einbadchrombriihen an und macht die fur die Be?echnung nstigen Angaben.
E. L i t t l e und J. Howard (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1919, S. 325)
3ehandeln die Berechnung der Zusammensetzung von Zweibadchromwiihen auf Grund der Untersuchungsergebnisse.
Andere Mineralgerbverfahren.
W e i 5 - u n d Glacegerberei. J. J e t t m a r beschreibt die Her;tellung von Schweinsleder unter Anwendung des ublichen Alauncerbverfahrens, sowie von Alaun-Kochsalzbruhen (Btjrtechnika, Lederechnik 1917, Nr. 5), ferner die Herstellung von wei5garem Leder ails
Iundefellen (Bortechnika, Ledertechnik 1917, Nr. 12), sowie die Handehuhlederherstellung (Le Cuir 1920, s. 340) unter besonderer Beriick,ichtigung der Prager Verhaltnisse.
B. K o h n s t e i n (Haute- und Lederberichte, Wien 1920, Nr. 19)
nacht Angaben iiber Gerbverfahren fiir Haarfelle und Pelze. Bei
,ammfellen wird haufig in der Weise verfahren, da5 man 400 Lammelle rnit 100 kg Kochsalz und l'/, 1 Schwefelsaure unter Zusatz von
10 kg Kleie pickelt, rnit Wasser befeuchtet, unter wiederholtem Ein89 *
548
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Bobko u. Sokolowa: Anreicherung des Phosphorsaureauszuges usw.
[
Zeitschrift ftlr
angewandte
Chcmie
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reiben mit dieser Mischung Pelzseite nach auBen 6-8 Tage in ein
Gefaij einschichtet, dann mit der Fleischseite nach au5en in Zentrifugen abpreijt und trocknet. Hei feinem Pelzwerk burstet man einen
fur 100 kg nab geprei3te Felle durch Verruhren von 10 kg Mehl,
3 Stuck Eigelh, 7 kg Alaun, 2 kg Kochsalz rnit 10 Liter Wasser hergestelllen Brei iiuf der Fleischseite auf und legt die Felle unter
wiederholtem Einreihen mit der Gare einige Zeit in Holzbottiche.
Urn das Auskristallisieren des Alauns zii verhindern, setzt man der
Gare Glycerin, Weinstein oder essigsaure Tonerde zu.
Bei einem Verfahren von E. W. M e r r y (D.R.P. Nr. 330858) unter
Verwendung von Alaun und h'atriumpyrophosphat enthalt die Gerbbriihe auf das Fellgewicht berechnet loo/, kristallisiertes Alaun,
1,4- 2010 wasserfieies Natriumpyrophosphat und etwa 5O/, eines
milden Schwellniittels.
Bei einem Alaungerhverfahren fur Rauchwaren von A. E n d l e r
(D.R.P. Nr. 324274) werden die Felle mil einem Alaunbad behandelt,
dem ein gegen I'elzfresser schiitzendes Mittel, insbesondere Weinstein
zugesetzt wird.
E i s e n g e r b u n g . Nach einem Verfahren von S. B e g a n y (Der
Gerber 1917, S. 5) werden die \vie fur die Chromgerbung vorbereiteten
Hiiute in eine essigsaure Ltisung von Eisenvitriol, dann in eine Sodaltisung gehracht, einige Zeit aufgehangt, aufgeweicht, ausgewaschen
und schlieijlich getrocknet.
R. E i t n e r (Haute-. und Lederberichte, Wien 1919, Nr. 36) behandelt die Gerbung mit Eisenverbindungen und die dabei erhaltenen
Erzeugnisse, Zuni Teil auf Grund eigener Untersuchungen und Erfahrungen. Nach E i t n e r mui3 bei der Eisengerbung zuerst mit
SI hwachen und dann mit starker werdenden Bruhen gegerbt werden,
und es ist die Eisengerbung fur die Herstellung von Unterleder geeignet, dagegen wegen ihrer hart und steif machenden Eigenschaften
fiir sivh iillein nicht Fur Oberleder, wohl aber in Verbindung mit der
Chroniperbung, wodurch auch Feinleder hergestellt werden kann.
Zusaninieristellungen der patentierten und sonstigen Verfahren
der Eisengerbung sind enthalten in Aufsatzen von J. J e t t m a r (Der
Geiher 1916, S. 229), K. L a u f f r n a n n (Zeitschrift fur dffentliche
Chemie 1919, S. 27) und G. G r a s s e r (Dm Gerber 1919, S. 262).
V. C a s a h u r i (Der Gerher 1919, S. 262) macht Mitteilungen uber die
gerher ische Wirkung verscbiedener Eisenverhindungen. Mit ein Drittel
basischeni Eisenoxydsulfat wurde eine gute gerberische Wirkungerhalten,
und die Basizilat der zuruckgebliebenen Gerbbriihe war fast dieselbe wie
zu Anfanq der Gerbung. Bei der Gerbung mit ein Drittel bacischem
Eisenchlorid zeigten die I3lti5en, da die Briihe stets zu sauer war,
eine starlie Sch\vellung und nahmen gegen Ende der Gerbung iiberhaupt kein Eistm mehr auf. Bei der Behandlung der Bldijen rnit
Eisenxcetat, de5sen IAsung sich dabei zersetzte, wurde iiberhaupt
lieine gerberische Wirkung erzielt.
Bei einem Verfahren von K. W. M e n s i n g (D.R.P. 314487) zur
Herst ellung zaher und lagerbestandiger Eisenleder bestehen die wichtigsten,. Punkte darin, daS die Gerbung mit Ferrisalz bei Gegenwart
eines Uberschusses des Oxydationsmittels ausgefuhrt wird und da5
die Temperatur der z i i r Herstellung verwmdeten Eisenldsung 35O nicht
wesentlicli iibersclireitet, wobei die Gerbung von Anfang an mit starkeren Ferrisnlzlijsungen erfolgen kann. Ilurch die Anwesenheit eines
fiberschusses d c s Oxydationsniittels sol1 die schadliche Anwesenheit
von Ferros:ilz in der Gerbbriihe und dessen Entstehung im Leder,
durch die Einhal tung vorstehender Tempwaturgrenze die hydrolytische
Zerselzung der I<isenl(isungen verniieden werden. Bei einem anderen
Verfahren von M e n s i n g (D.R.P. Nr. 314885, Zusatz eu D.R.P. 314487)
handelt es sich im wesentlichen um eine andere Nachbehandlung des
nach diesem Verfahren gegerbten Leders.
Ein Verfahren zur Eisengerhung von M., E. und K. S t e c h e r
(D.R.P. 319505, Zusatzpatent zu D.R.P. 314487) ist dadurch gekennzeichnet, daij als Oxydationsniittel fur die Eisenoxydsalzldsung oxydierend wirkende eisenfreie Chlorverbindungen in Form von Chloraten
oder Chlorslure benutzt werden. Nach einem weiteren Verfahren der
Gebriider S t e c h e r (D.R.P. Nr.319859) wird Ferrisalz und iiberschussiges
Oxydationsmittel zwamnien rnit pflanzlichen Gerbstoffen, Zellstoffauszug oder kiinstlichem Gerbstoff verwendet.
Ein Verfahren von E. K a n e t (D.R.P. Nr. 306015) betrifft Gerben
r o n HIuten rnit hydrolytisch gespaltenen Salzldsungen, die in der
Wiirme hasische Salze, Hydroxyde oder Oxyde abscheiden, wobei man
entweder mit hasischen, bei gewtihnlicher Temperatur veranderlichen
Lihungen bei erniedrigter Temperatur grrbt oder bei verhaltnismaijig
niedriger Temperatur die Haut rnit solchen Ltisungen durchtrankt und
dann erwarmt. Das Verfahren beruht d x a u f , daij gekuhlte Ldsungen
der in Betracht kommenden Eisen-, Aluminium- und Chromsalze auch
bei grdoerer Verdunnung haltbar sind und dabei zwar langsamer, aber
gleichmaijiger durchgerben, dabei auch in starker basischer Form verwendet werden kijnnen, und daB Losungen, die so sauer sind, dai3
sie bei verhallnismliijig niedriger Temperatur nur schwach gerben,
wenn sie von der Haut itufgesaugt sinti, beim darauf folgenden Erwarmen der BlBDen schnell durchgerben.
Ein Verfahren zur Eisengerbung von W e i l e r - t e r - M e e r (D.R.P.
Nr. 334004) besteht darin, dai3 man zunlichst mit Ltisungen von Eisenoxydsalzen, die kein oder nur wenig basisches Salz enthalten, angerbt
und dann allmahlich durch Zusatze von Alkali oder alkalisch reagierenden Stoffen abstumpft. Dabei kdnnen nach einer anderen Ausftihrung
des Verfahrens xuch Gemische von Eisenoxyd- und Chromoxydsalzen
verwendet werden.
~
~
~~~
Zwei Verfahren von 0. R d h m V. St. Patent Nr. 1364316 und
1364317) sind dadurch gekennzeichnet, dai3 man tierische Haut mit
Aldehyden und Eisenoxydsalzen behandrlt oder zunachst mit einer
basischen Eisenchloridldsung gerbt, dann rnit Fallungsmitteln fur Eisenverbindungen neutralisiert und schliefilich mit Aldehyden nachbehandelt.
Ein anderes, von A. T. H o u p h (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1919,
S. 174) angegebenes Mineralgerbverfahren besteht darin, daB eine
kolloidale Ldsung von Kieselsaure zum Gerben verwendet wird, indem
die in gewdhnlicher Weise vorbereiteten Haute in eine Flussigkeit
gebracht werden, die auf 100 Teile Haut 50 Teile Natriumsilikat von
36O B6 und 25 Teile Kochsalz enthalt und der soviel Salzsaure zugesetzt wird, daij der UberschuB eine etwa
HC1-Losung bildet. Die
Kieselsauregerbung kann auch mit der Alaun- und Chromgerbung
vereinigt werden, gibt dagegen mit der pflanzlichen Gerbung zusammen
keine guten Ergebnisse.
(SchluD folgt.)
Anreicherung des Phosphorsaureauszuges
mittels sukzessiver Zersetzuncren mc hrerer
Phosphoritportionen.
Von E. BOBKO und 0. SOKOLOWA.
"-
i
.-
(Aus dem agrikulturchemischen Laboralorium untw der Leitung des
Prof. Dr. D. F'rianischuikow, Moskau.)
Pingeg. 23.19. 1921.)
Zwei Schwierjgkeiten stehen im allgemeinen der Verarbeitung
russisrher Phosphorite entgeg.cn, einmal ihr perinper Prozentgehalt
an P,O,, dann die grofie Entfernunp ihrer Lagerstltten von den
Gegenden, wo sie als Diinger Verwendung finden kdnnen. Wahrend
die wichtigsten Fundorte der Phosphorite, aus denen noch dazu auch der
Turkestan wahrsrheinlich die Phosphorsaure fur seine hoehentwickelte
landwirtschaftliche Kultur schdpfen miifite, in den schwachbevdlkerten
Gegenden NordostruBlands liegen I), ist die grnijle Nachfrage nach ihnen
im zentralrussischen Gebiete der Schwarzerde und der Ukraine, den
Gegenden der dichtesten Bevd kerung und intensivsten Landwirtschaft.
Die Kostspieligkeit des Transports und der im VerhSltnis zu
anderen Phosphaten (z. B. denen von Algier und von den Inseln des
Stillen Ozeans) geringe Gehalt a n Sesquioxyden, sowie der Umstand,
dai3 durch Herstellung hochprozentiger I'rodukte a u s minderem Material
anch die Lager von Phnsphoriten, welche bisher sich zu einer lohnenden
Ausniitzung nicht eigneten (z. B. die Phosphate des Gouvernenients
Saratow, Kursk und viele andere), Bedeutung gewinnen wiirden, veranlafiten seit llngerer Zeit das agrikulturchemische Laboratorium von
Prof. P r i a n i s c h n i k o w neben der Uniersuchung der Ursachen, welche
die Herstellung einfacher Superphosphate aus russischen Phosphoriten
erschweren, verschiedene rationelle Mittel zur Verarbeitung der genannten Phosphorite in Doppeltsuperphosphat und angereicherte Phosphate zu erforschen und so Mittel zu mdglichst billiger Herstellung
hochprozentiger Dunger zu finden.
Hierbei galt es, sich den Eigenschaften des vorhandenen Rohmaterials, wie auch der Aufschlieijungsmittel anzupassen. So stellte
sich z. €3. bei Aufschludversuchen mit Na-bisulfat heraus, daB es nicht
gelingt, rnit Bisulfatldsung mehr als zwei Drittel der Phosphorsaure
aus den Rohphosphaten zu erhalten, wenn man den Extrakt direkt
zur Fallung verwendet; 1Mt man jedoch d a s Gemisch RohphosphatBisulfatldsung eintrocknen, arbeitet man also nach der Methode der
Superphoephatgewinnung und extrahiert die getrocknete Masse mit
Wasser, so erhalt man fast die gesamte Phosphorslure in Ldsung und
weiterhin als Niederschlag.
Ebenso gelingt es beim AufschlieBen russischer Phosphorite mittels
verdiinnter Schwefelsaure nicht, die pesamte Phosphorsaure in Ltisung
zu bringen, es ldsen sich davon nur etwa 60-70"/0, sind aber dieselben
Rohphosphate in Wasser aufgeschwammt und IaBt man in diese Aufschlemmung einen Strahl Schwefelsaure unter Riihren einflieijen, so
kann eine genugend vollstiindige Extraktion der Phosphorsaure erreicht werden.
Vorliegende Arbeit bezweckt ferner auf dem Gebiete der Doppelsuperphosphatherstellung neue Wege zu deren Verbilligung zu finden.
Bei der Herstellung von Doppeltsuperphosphat werden Phosphorite
rnit Phosphorsaure, die aus denselben Phosphoriten ausgezogen und
konzentriert wurde, behandelt. Hierbei kommt es vor allem einmal
auf die richtige Bemessung der Schwefelsaure, dann auf die richtige
Konzentration der Auszuge an. Letzterer ProzeB ist noch ungenugend
erforscht, er ist der kostspieligste Teil der Gesamtproduktion. Der
erste Auszug enthalt etwa 7-8"/,, P,O, und mu13 bis zu einem Gehalt
') Das Gesagte betrifft namentlich die vou der Expedition von Prof.
Samojloff untersucbten Phosphoritlagerstatten in den oberen Teilen des
Kamabassins (das Bassin vom Flusse Volosnitza u. a.). Der aktuelle Vorrat
dieser Lagerstatten ist ca. 200 Millionen Pud, der potentielle Vorrat wird auf
mehrere Milliarden Pud gescbltzt. Die Ausheute ist ungefahr 100 Pud pro
russischen Quadratfaden. Der P,O,-Gehalt ist 26-280/, P,O, und kann durch
Anreicherung bis zu einem Mittelgehalt von 28 P,O, erhoht werden. Dem
Charakter der Einlageruug nach gleicht dieser Phosphorit demjenigen von
Carolina (U. S. A.), von welchem er sich nur durch einen etwas geiingeren
P,O,-Gehalt unterscheidet.
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