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Die Bereitung des Kreosots.

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12.5
X. Die Bereitung ties IGeosots;,
oon Br. Re ich enb ach.
I m letzten Februarhefte dieser Annalen ist die Bereitungsart des Kreosots nach einem Artikel mitgetheilt worden, welcher sich hieriiber in dem JBBerichte iiber die
VersammIung der Naturforscher in Wicn etc. findet.
Diefs ist jedoch nur ein fluchtiger Protocollauszug nach
einem miindlichen Vortragc, der, der Natur solcher Versammlungen nach, wo die Discretion erheischt, dafs man
sich knrz fasse, blofs einc gedrangte Sltizze seyn konnte,
und iiberdiefs theils durch Druckfehler beschadigt, tlieils
nach einer alteren Methode entworfeu , die ich neuerlich
durch kiirzere und bessere crsetzt habe. Es wird daher
Denjenigen, welche sich fur diesen Gegenstand etwa interessiren mi)chten , vielleicht gedient seyn, einc genaue
Angabe meiner jetzigen Bereitungsweise zu erhalten, wodurch jene altere ihre Rerichtigung h e k h m t .
Das Kreosot (nicht Kreasot) ist nicht blofs im Holzessig eothalten, in welchem ich es urspriinglich entdeckte,
sondern auch in allem Theere, und daraus, wie ich mich
splter iiberzeugte, nicht b l o t weit reichlicher, sondern
auch weit leichter zu gewinnen. Es behalt nun zwar
wissenschaftlichcn Werth, zu wissen, dafs diese Substanz
im Holzessig enthalten und darin wirksam sey, besonders in medicinischem Betrachte; allein wenn es sich urn
die Gewinnung dersclben handelt, so thut man besser,
VOID Holzessig abzugehen und sich an den Thecr zu wenden. Ich will daher hier jenen iibergehen, und die Darstellungsart blok aus diesem entwickeln.
Der Knoten der empyreumatischen Substanzen ist
so verwickelt, d a t man nicht hoffcn darf, init der Aussonderiing auch nur einer Einzigen leicbten Kaufes da-
oon zu kominen, wenigsfens so lange nicht, bis dieser
Knoten viillig aufgelijst seyn wird, wozu wir aber, meinen Erfahrungen nach wenigstens, noch ein gutes Theil
Zeit, Miihseligkeit und Geduld niithig haben werden.
Wenu also aucli die Herstellung des Kreosots ohne Umstzndlichkeiten nicht bewerkstelligt werden kann, so Iiegt
der Grund davon in der eigentlichen Natur diescs complicirteil Gegenstandes.
Man destillirt Theer von der trocknen Destillation
organischer Kiirper, z. B. von Buchenliolz (nicht aber
von der gemiihnlichen Theerschwelerei ) , in eisernen Retorten so weit ab, dafs der Ruckstand sogenanntes Schusterpcch bleibt. Er heifst d a m so, wenn er, niit einem
btecheriicn EfsIiiffel in Brunnenwasser gebracht , dcrgestalt erhzrtet, dafs er darin spr3de untl zerbrechiich wird,
adserhalb des Wasscrs aber in der warmen Hand wiedcr erweicht, sich kneten, und, ohne anzuklehen, in ellenInnge FYden zu Schustcrdralit ausziehcn lafst. Besser
fruher als spster unterbricht man die Destillation, weil
der Ruckstand sonst sich selbst aiif’s Neue verkohlt, und
empyreumatische Producte in das Dcstillat liefert , die
von derselben Beschaffenheit sind, gerade mie die, welche diese Rohdestillation diirch den Ruckstand zu bcseitigen beabsichtigtc. I?as Destillat enthdt Oel und saures brenzliclies Wasser; letzteres scliiittet mau hinweg.
Das Oel, Theerijl genannt, nirnuit man jetzt in Glasretorten und rectificirt es daraiis, ebenfalls nicht bis zur
‘i’rocknc, wid mit Entferniing des abermals in der Vorlage erscheinenden saurei Wassers.
Bei diesen beiden Destillationen ist das iibergehende
TheeriiI im Anfange ungleich lcichter und bei geringerer
Hitze, d a m aber wachscnd schwerer und bei immer steigender Temperatur ubergegangen. Man giebt dabei acht
auf den Zeitpunkt, bei vvelchem das Oel so vie1 Eigengewicht erlangt, d a b es auf dem Wasser nicht mehr
schwimmt, sondern willig untersinkt. Alles Oel, welclies
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auf Wasser noch schwimmt, ist arm an Kreosot, besteht
dagegen aus Eupion und verschiedenen leichteren Substanzen, welche der Reinheit, besonders aber den physiologisehen Wirkungen des Kreosots wesenthhen Eintrag thnn. Diese leichteren Antheile mussen demnach
abgesondert aufgefangcn , und aus der Arbeit ganzlich
entfernt werden.
Das Theera1 ist nun blacssgelb, schwerer als Wasser, braunt sich an der Luft, rieclit iibel, und schmeckt
sauer, Itzend, sufs und bitter zugleich. Man erwsrmt
es, und briugt so lange kohlensaures Kali hinein, als cs
beim Umschutteln damit noch Kohlensaure entwickelt.
Darauf giefst man es von der entstandenen essigsauren
Kalilauge ab, und destillirt es wiederum aus Glas, nicht
bis zur Trockne, uiid mit Entfernung aller ersten VorIaufe, so lange sie auf dem Wasser schwimmen.
Das Oel wird jetzt in Aetzkalilauge von 1,12 spec.
Gewicht aufgel6st , wobei viel W&me entwickelt wird.
Es bleibt ein Antheil ungeliist, der wieder aus Eupion
u. s. w. besteht, obenauf schwimmt, abgenommen und
aus der Arbeit entfernt werden mds. Die alkalische Ldsung bringt man in einer offenen Schale iiber Feuer und
erwHrmt sie langsam bis zum Sieden. Sie nimmt dabei
begierig viel atmospharischen Sauerstoff auf, der ein eigenthumliches damit vertnischtes oxydabIes Princip gr6Cstentheils zersetzt, und in FoIge dessen die Mischung
braunt. Nach der Abkiihluug, die man ebenfalls an offner Luft vor sich gehen k t t , zersetzt inan sie mit verdiinnter Schwefelsaure, die man so lange unter Umruhren zusetzf, bis das Oel wieder frei geworden.
'Dieses destillirt man wieder aus Glas, und zwar
jetzt iiber n'asser ab. Dem Wasser setzt man etwas
Weniges Aetzkali zu, so viel, daCs die Mischung deutlich
auf freies Alkali reagirt, doch nicht viel mehr. Da das
Wasser einen Antheil Kreosot aufldst, so nathigt diefs,
zu Vermeidung griikeren Verlustes, das iibergegangene
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Wasser von Zeit zu Zeit in die Retorte zuriickzubringen. Man erhalt das Wasser in lebhaftem Sieden; dessen ungeachtet geht die Arbeit langsam, da die Tension
des Kreosots aach bei 100° C. noch nicht grofs ist. Es
tritt aber im Laufe der Destillation ein Zeitpunkt ein,
bei welchem, obwohl noch vie1 Oel in der Retorte zu
selien ist, doch der Oeliibergang aiiffallend abnimmt, und
durch keine Feuerverstdrkung sich wieder in den vorigen Gang bringen latt. W e n n diefs cintritt, so ist cs
Zeit die Arbeit aufzugeben. Es blcibt nun im Riickstande das ungleich schwerer destillnble Pikamar, wovon
ich im S ch w e i gg er'schen Journale vorkiufige Kundc
gegeben habe , ferner etwas Pikamarkali, schwefelsaurcs
Kali , etwas cssigsaures Kali und der cntstandene braunfarbige Stoff.
Man lost das in der VorIage gewonnene Oel, nach
Absondcrung des mit Ubergegangenen Wassers, abermals
in Kalilaugc von ctwa 1,12 spec. Gew. auf. Es bleibt
nuf's Neue eine ansehnliche Menge Ieichten Oels ungeliist, das abgesondert und aus der Arbeit entfernt wird,
und das wieder aus Eupion etc. besteht. Man wiederbolt die Erwarmung der Mischung an offener Luft langsain bis zum Sieden, und liifst dann allinalig erkalten.
Sic hat sich nun wieder gebrsunt, doch bedeutend meniger. Man zersetzt sic wieder mit Schwefelsaure, diefsm a 1 wit einem kleiiien Ueberschufs von Saure, so vie1
namlich, dafs das Oel selbst etwas von derselben aufnimmt, und wascht darauf das freigemordene Oel mehrmals mit frischem Wasser aus, bis dieses nicht mehr von
Scliwefelsenre sauer reagirt.
Es folgt nun eine wiederhoIte Destillation iiber Wasser, welche einen wenigen Rest von Pikamar im Riickstande behiit. Diefsmal setzt man {em Wasser jedoch
cicht Kali, sondern etwas Phosphorstiure zu, mit der man
das Oel erwaimt, zuvor gut und oft durch einander schutt elt,
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telt, um etwas Ammoniak zu binden, welches darin nocb
zuriickgehalten mar.
Darauf folgt die dritte Auflosung des Oels in Aetzkalilaiige. W e n n die bisher beschriebenen Vorrichtungen gut vollbracht wurden, so vereinigen sich jene nun
vollstandig ; es wird kein Eupion mehr abgesondert, und
bei der neuen Erwarmung an der Luft erfolgt keine Braunung mehr, sondern nur einiges Rothlichwerden. Sollte
gleichwohl Eupion etc. ausgeschieden werden und die Kalilosung sich wiederum briiunen, so nliifste eine vierte Liisung der Kalilauge vorgcnommen werden, bis eine fiinfte,
sec'nste Losung endlich die Abwesenheit des Eupions und
des oxydabelen Princips darthate.
W o es um eine nicht absolute Rcinhcit mit chcmischer Strenge sich handelt, etwa zum inedicinischen Gebrauche, kann man das Oel der letzten Destillation nun
als fertiges Kreosot nehmen. Es ist farblos , irisirend,
und hat alle Eigenschaften, die es als Heilmittel in kariosen Krankheiten charakterisiren. Chemiker liingcgen,
mit hoheren Anforderungen als die Aerzte, miissen noch
folgende Behandlungen hinzufugen.
Es mufs eine Destillation iiber reines Wasser vorgen'ommen werden. Dann mu& das gewonnene Kreosot,
das nun rein, aber wasserhaltig ist, fur sich allQn destillirt werden. Zuerst geht bei mafsiger Hitze vie1 Wasser
iiber; diefs mindert sich allmiilig und hort dann ganz auf.
Zugleich geht etwas Kreosot mit. Alle diese Vorlaufe
entfernt man aus der Arbeit. B u r dann, wenn das Kreosot nicht blofs sichtbar ohne Begleitung von Wasser, sondern auch bei einer Destillationshitze von 203O C. iibergeht, kann man das Destillat mit einigeni Vertrauen fur
sich abgesondcrt auffangen und fur chemisch rein nehmen. Diese letztere Arbeit wird noch vervollkommnet, wenn man das Destillat nochmals fur sich rectificirt
und die Diiinpfe durch Chlorcalcium streic,hen lafst. Man
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h n a l . d.Physik. Bd. 104. St. 1. J. 1833.St. 5.
1.30
fin& daiin, dafs im Anfange immer noch einiges Oel
bei einer Siedhitze, welche 203O C. noch nicht erreicht,
ubergeht, was von einem Ruckhalte von etwas Wasser
zeugt. Diese Rectificationen sollten so lange fortgesetzt
werden, bis das Kreosot nur bei dieser Hitze zu sieden
verinag. Dabei ist es unerlafslich, dafs man die Retorte
uber eine Weingeistlaippe, oder iiberhaupt so in die
Iiitze halte, dafs das Feuer nur solcle Stellen erwiirmen
kanii, welche mit Kreosot vou innen bedeckt sind, nicht
aber leerc und trockene Theile der Retorte, an welchen,
bci der ohncbin hohen Hitze, eine geringc Steigerung dcrselben uber 203O C. Zersetziingen, Verkoblungen des
Kreosots und neue Verunreinigiing hervorbringen wiirde.
Diese Vorsicht mufs, sol1 die Muhc zu einem reinen Resultate fuhren, durch alle Destillationen die ganze
Arbeit uber beobachtet werden. Der Sand darf in den
Kapellcn nie hiihcr stehen, als die Flussiglreit reicht, sonst
brennt der Inlialt unverzuglicli an den Wanden an. Da
aber neben diesen die Dknpfe sicli schr schnell niederschlagen und in der Retorte niederfliefsen, ehe sic in den
Hnls gelnngen, so darf andererseits der B a u d der Retorte so wenig wic miiglich erkalten, und wenn man ihn
gleich iiicht erwzrrncn darf, so ist man doch gezwungen,
ihn gegen Abkuhlung durch Tuchumschllge sorgfdtig zu
schiitzen. Unterlafst man dieses, so geht die Arbeit IUkerst langsam von Statten; beobachtet man es aber wohlgeordnet, so geht das Kreosot sehr rasch uber, unter einem ruhigen und willigen Fortsieden.
I m Anfangc klmpfen die Destillationen des wasserhaltigen Kreosots sehr
mit Aufstofsen, das durcli die bekannten Mittel sicli nicht
bandigen lassen will; man niufs dann, so lange es anhsit, das Feuer sehr schwach unterhalten, uad die Hitzc
erst dann steigern, wenn es nach allindig erfolgter Austreibung des Wassers in der Kctorte ruhig zu werden
beginnt.
Die Retortenruckstande erfordern eine nicht
ininder unverwandte Aufmerksamkeit , und durfen durch
-
-
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alle Destillationen, von Anfang bis zu Ende, niemals bis
zur Trockne getrieben werden, weil sonst sogleich eine
neue Verkohlung das Resultat in seiner Reinheit stiirt.
In kleiner Menge lafst sich das Kreosot ohne Riickstand
rein aufdestilliren, bei grolseren Mengen aber, wo das
Sieden lange untenn Einflusse des atmosphdrischen Sauerstoffs geschieht, habe ich am Ende immer einen kleinen
braungewordenen Rest in der Retorte behalten, der von
einer allmalig erfolgten Zersetzung eines kleinen Antheils
zu zeugen scheint. - Man sieht aus allem dem wohl,
dafs, um chemisch reines, ganz wasserfreies Kreosot zu
erlangen, man sich an die Luftpumpe wenden und die
letzten Destillationen im Vacuum vollbriogen mufs, wo
man sich den storenden Einwirkungen einer hohen Hitze
und der atmospharischen Luft entschlagen kann. Die
dazu nbthigen Vorrichtungen fehlen mir noch hier.
W e n n etwa Jemand eine naherc Beleuchtung dieses Bereitungsverfahrens wiinsclien sollte, so findet er sie in einer kleinen Schrift, die unter dem Titel: uDas Kreosot,n
bei A n t o n in Halle erschienen ist, und worin ich die
Darstellung nach Ursache und Wirkung umstandlich ans
einander gesetzt habe. Ich konnte ihr hier nur die Riicksichtnahme auf das Pikamar beifiigen, welches ich zur
Zeit der Herausgabe jener Schrift noch nich't offentlich
angezeigt hatte ; die am Ende derselben angegebenen Reactionen habe ich hier noch dadurch zu vervollstandigen,
dafs, wenn man etwas Kreosot in 50 Theilen Weingeist
auflost, und dann ungefabr 1 Theil Barytwasser darein
riihrt, die Mischung weirs bleiben und weifs sich triiben
mufs, nicht aber blau werden darf; eine Erscheinung,
iiber deren Ursache ich in einiger Zeit weitere Rechenschaft geben werde.
Schliefslich erlaube ich mir noch, die, nicht eigentlich hieher gehbrige, Bemerkung beizufiigen, dafs die
Heilkrafte des Kreosots fortfahren, mit einem iiberraschend giinstigen Erfolge sich zu entfalten. Eiternde
-
9"
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und nbsende, langwierige Hautausscblage , fresscnde Geschwure, Krebse u. dergl., weichen.theils schon dem Kreosotwasser, iheils emulsiven Kreosot ; das reine Kreosot
aber bringt sie mit einem Nachdrucke zum Schweigen,
der bis jetzt alle Ermartung ubertraf. Neuerlich ist es
hier innerlich versucht , und auf einige Lungensuchten,
woriinter Eine in hohein Grade, angewandt worden, und
hat einen hoffnungslosen Kranken, schnellen Schrittes zur
Genesung gebracht. Ich habe diese Erfolge jetzt hiiheren Orts angezeigt, und indem ich mich hier jetzt auf
cliese kurze Notiz beschrznke, zweifle ich nicht, dafs das
amtliche Publicurn hieriiber bald durch ausfiihrlichere Mittheilungen bessere Befriedigung wird erhalten konnen.
R l a n s k o , im April 1833.
XI.
lieber die firbindungen des .Eiwe+
&Ietaiioxyden;
oon Ferdinand R o s e , n/Ied. Dr.
( Auszug
aus dessen 1naugural-Dissert.ltion
,,De olhrrminr
mit
ctc."
Rostoehii 1833.)
D i e Auflasung des Eiweifs in Wasser bringt in den
Auflgsungen sehr vieler Metalloxyde Nicderschlage hervor, deren Natur noch nicht hinliinglich uiitersucht ,ist.
Man halt sie gewohnlich nicht fur Verbindungen des iEiweirs mit den Metalloxyden allein, sondern fur Verbindungen des Eiweifs mit den Salzen derselben; Verbindungen, welche man wie basische Doppelsaize betrachten miifste.
Da indessen die meisten, oder fast alle der sogenannten
indifferenten unmittelbaren Bestandtheile in den Vegetabilien, besonders solche, welche die vegetabilischen menschli-
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