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Die Beschrnkung der Morphin- und Cocainfabrikation.

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285
Zeitschrift far angewandte Chemie
I Inhaltsverreichnis'Siehe
44. Jahrgang, 8.285-300
Anzeigenteil 5.231
I
18. April 1931, Nr. 16
Die Beschriinkung der Morphin- und Cocainfabrikation.
Von Prof. Dr. 0.ANSELMINO,
Berlin.
(Eingeg. 2. MHrz 1931.)
Auf den inneren Grund and die tiefere Bedeutung
des Strebens nach Begrenzung der Herstellung von Betaubzlngsmittel-Alkaloiden einzugehen, wiifi.de bier au
weit fiihren. Kurzum, es sollen nicht mehr dieser Alkaloide hergestellt weden, als fur den arzneilichen und
wissensohaftlichen Bedarf notig sind. Da aber dlie Erreichung des Ziels, dlati dann fur den suchtmabigen Gebrauch keine Alkaloide mehr da sind, doch w h t fragniibdig ist, soll gleichzeitig ihre Verteilung geregelt werden. Eine Kontingentierung wunde zwar abgelehnt,
aber was man jetzt vor hat, lauft schlieblich auf asselbe
hinaus.
Ober dim, was letzten Endes geschehen soll, ist man
sioh einig, iiber das, wie es anzufangen ist, stehen sich
zwei verschiedene Auffassungen gegeniiber. Die eine
Gruppe, vornehmlich die Herstellungslander, empfehlen
den Zusammenschlui3 aller Hersteller auf dem Wege iiber
nationale Vereinigungen zu einem internationalen Kartell
zweoks Aufteilung des legalen Bedarfs in Quoten,
zwecks Nichtbelieflerung des illegalen Bedarfs und
zweoks Vereinbarung dnheitlicher Verkaufspreise. Besonderer Wert w i d gerarde aluf diesen Punkt gelegt, er
schaltet das Anbieten zu billigerem Preise and damit
Wettbewerb aus, er macht zweifelhafte Anfragen kaufmannisch uninteressant unld erleichtert den Verzioht auf
solche Glesahafte, weil sie bei dem Quotensystem den
Nichtliefernden den Hauptvorteil, geldlich und moralisch,
bringen wiirden.
Die Verbrauchslander bilden die andere Gmppe. Sie
machen gegen diesen geschlossenen Markt geltend, dab
er zu einer Oberspannmg der Preise zum Vorteil des
Kartells und zum Nachteil der Kranken fiihre. Sie
empfehlen den freien Handel, d. h. den weitgehendsten
Wettbewerb unter den Herstellern, um die Preise miigliohst niedrig zu halten, damit nlicht eine bevorzulgte
kleine Gruppe Vorteile M S der Masse der iibrigen zoge.
Zur Beschrankung der herzustellenden Mengen schhgeii
sie vor, dai3 jedes Land, das Alkaloide einftihren will, in1
vonaus bekmntgibt, wieviel f i r einen bestimmten Zeitraum benotigt wird, und woher idiese Mengen bezogen
werden sollen. Sie deiiken an eine Art Submission und
sagen, dati die Firma, die a m billigsten die Alkaloide
liefere, einen Vorteil darin f a d e , dab auch andere
Arzneimittel bei ihr gekauft wiirden (man erinnert sich
dabei an die friihere Gewohnheit der Geschaftsreisenden,
denen ein vorteilhattes Morphrinangebot die Basis fur die
iibrigen Auftriigo zu sein achien).
Die Morphinfabrikanten der Welt, a,bgesehen von
den reinen Selbstversorgerliindern, haben zur Geniige
die Folgen des Irden Marktes aausgekmtet, die Verfolgung des zweiten Wegs wiirde deshallb auf eine notwendige Verstiidigung unter den Herstellern hinausIaufen, und wenn bei dem ersten Weg noch eine internationale Verstiindigiung uber die Limitierung der
Preise himukommt, dann ist dals Ergebnis der beiden
Wege dasselbe, ob man von der einen d e r von der anderen Seite lausgeht, man k m m t schlieblioh zu dem
gleichen Ziel. In dem Konventionsentwurf ist ein Artikel
Angew. Chemie 1831,
Nr. 16
fiir die Preisregslung vorgesehen, ein bestimmter Vorschlag ist aber noch nicht formuliert.
Eine Reihe von Landern fordert noch besondere
Matinahmen, durch die jedem Land zugesichert wird, daD
es die in Frage stehenden Erzeugnisse jeder Herkunft
sioh diurch jedes beliebige Land beschaffen kann, und
dal3 jedes Land verpflichtet sein soll, im voraus anzageben, woher und wieviel es beziehen will. Ferner soll
das Staatsmonopol fur Herstellung und Handel von Betaubungsmitteln empIoh!en und es sollen Sanktionen fiir
solche Lander vorgeseheu werden, die keine geniigende
Kontrolle im Sinne der Genfer Opium-Konvention ausuben.
Endlich wird verlangt, die Limitierung und Kontrolle
auf alle Derivate des Opiums und der Comblatter au3zudehnen.
Nach mehreren Vonbesprechungen liegt jetzt der Entwurf einer Konvention zur Begrenzung der Herstellung
und zur Verteilung der Betiiubunigsmittel vor, zu dessen
Beratung eine Weltkoaferenz auf den 27. Mai 1931 mch
Genf einberden worden ist. Es ist ein interesmnter
Versuoh: internatioxialer Zusammenschluti der Hersteller zur Einschranhng der Mengen und Niedrighltung der Preise.
Der Wortlaut dieses Entwurfs ist schwer verstandlioh. Urn denjenigen, die nicht uber alle Stadien seiner
Enhvioklung unterrichtet sind, die Motive der einzelnen
Bestilmmungen nicht kennen und die Terminologie nicht
beherrschen, dnen Bagriff uber Inhalt und Tragweite zu
vermitteln, ist nachstehend eine Analyse des Konventionsentwurfs von verschiedenen Gesichtspunkten aus
gegeben.
I. Einige Begiffe.
E x p o r t 1a n d e r sind solche, in denen ein Obersahub von Betiiubungsmitteln iiber den eigenen Bedarf
hinaus hergestellt wird fiir die Zweoke der Auslfuhr, und
die an der Quotenverteilung des Weltbedarfs beteiligt
sind. Jedes Lami kann mit msreichender Begriindung
verlangen, ah Exportland behandelt nu werden.
W i e d e r a u s f u h r l a n d e r sind solche, die iiber
ihren eigenen Bedarf einzufiihrende Mengen wieder ausfiihren. Von dem Zwischenhandel soll kein Land ausgeschlossen werden.
F a b r i k a t i o n s l a n d e r sind solche, die ihren
eigenen Bedarf ganz oder teilweise herstellen (und etwa
aumfiihrende Mengen durch Einfuhr erganzen, also in
mengenmabigem Sinne Wiederausfuhrlhder
sein
konnen). Jedes Land hat die Freiheit, seinen eigenen
Bedarf selbst hemustellen.
U m w a n d l u n g s l a n d e r sind solche, in denen
die Staffe hergetellt oder in die die Stomte eingefiihrt
werden zum Zwecke der chemischen Umwandlung i n
einen anderen StM. Die Enaulgung von Diacetylmorphin
aus Morphin fallt nicht unter den Begriff der Umwandlung, sie ist Herstellung eines Betiiubwmittels.
Unter U m w a n d l u n g wind n i c h t die V e r a r b e i t u n g a u f Z u b e r e i t u n g e n verstanden.
Zubereitungen werden, wenn sie nicht mch Art. 4 oder
16
286
Anseliiiiiio: Die Beschrankuiig der Morphin- und Cocainfabrikation
Art. 8 der Genfer Opiumkonventicmn uberhaupt von jeder
internationalen Kontrolle befreit sin'd, ebenso behandelt
wie die Stoffe.
Alle Lander, aui3er den Exportlanldern, die Zubereitungen, auch S p e z i a 1p r a p a r a t e , herstellen und
ausfuhren, gelten als Wiederausfuhrlanlder.
Unter H e r s t e 11 u n g fallt auch die Erzevgung der
reinen Stotfe aus rohen (Raffinierung).
Die E r z e u g u n g d e r r o h e n S t o f f e wird von
dem Entwurf einer Limitierung nicht erfafit.
11. Die Betaubungsmittel, derett Herstellutigsmeiigeit
begrenzt uiid fur die gruppetiweise Quoten verteilt
werden sollen.
1. Morphin und dessen Salze sowie alle Zubereitungen,
die unmittelbar aus Opium hergestellt werden und
mehr als 20% Morphin enthalten.
2. Diacetylmorphin sowie die anderen Ester des Morphins unld {dieSalze dieser Staffe.
3. Eukadal, Dimdid, DilaurdBd, Acedicon.
4. Cocain sowie nlle anderen Abkommlinge des
Ekgonins und die Salze dieser Stoffe.
Noch affen ist die Benennung der Quotenlander und
die Hohe lder Quoten.
In Art. 13 (2) ist in Obereinstimmung mit Art. 1 (9)
die R e d e von den1 Anteil an d e r Gesamtausfuhrmenge
(d. i. Weltinenge minus innerer Gesamtmenge d e r Exportllnder und d e r von den Fabrikations- und Umwandlungslandern hergestellten Mengen). Dieser Anteil Gird
aber nach d e r Konvention gar nioht festgesetzt, denn
nach Art. 8 wird tder Anteil, die Quote, nicht als Quote
an der Gesamtausfuhr, solidern an der Gesamtausfuhr
zuziiglich sder Verbrauohsmengen d-er Exportlanlder ermittelt. Der Anteil nach Art. 13 (2) 1aBt sich errechnen
iIUS der Quote nach Art. 8 abcuglich des inneren Verbrauchs.
Da die in den Exportlandern zum Zwecke der Umwandlung in Iden Exportlandern hergestellten Mengen a n
der Quotenbildung nicht teilnehmen, ware es folgerichtig,
auch die inneren Verbrauchsmengen der Exportlanlder
nus der Quotenbildung herauszulassen. An d e r Limitierung der gesaniten Weltmenge nebmen aber die Verbrauchs- und Umwandlungsmengen auch d e r Exportlander teil.
Weitere Grundlagen der Quotenverteilung und ,des
Ausgleichs brauchen hier nicht erortert zu werden, da
sie nur einen kleinen Interessentenkreis betreffen. Zu
erwahnen ist atber, dai3 die Exportlander auoh iiber ihre
Quoten hinaus zwar nicht herstellen, aber dach ausfuhren konnen, wenn dafur Einfuhrzertifikate vorliegen;
die dafur benotigten Mengen wenden von den Unterlieferer-Export-Landern uberwiesen.
111. Inhalt der Konvention.')
1. Definitionen. 2. Anpassung der Gesetzgebung; Anlage
ist ein Teil der Konvention. 3. Bedarfsschatzungen, jahrliche
Abgabe der Festsetzungen, Freiheit der Bezugsquelle. 4. Zusatzschatzungen. 5. Schatzungen laut Muster. 6. Schatzungen
iiur fur inneren niedizinischen und wissenschaftlithen Verbrauch und fur Stocks unter Regierungskontrolle. 7. Gesamtfabrikationsiiienge. 8. Quotenverteilung. 9. Laufzeit der Quoten.
10. Neuverteilung der Quoten. 11. Fabrikationslander, Uniwandlungslander. 12. Herstellungspflicht der entsprechenden
inneren Gesamtmenge seitens der Fabrikations- und Uiiiwandlungslander. 13. Herstellungspflicht der Exportlander hinsichtlich der inneren Gesamtmenge und des Anteils an der
Gesamtausfuhrnienge. 14. Einfuhr zur Wiederausfuhr, Wiederausfuhr. 15. Transfer. 16. Lander mit geringfugiger AusI) Hier und in den folgenden Ubersichten bedeuten die
Ordnuiigsziffern die entsprechenden Artikel der Konvention.
Zlschr. angew. Chem.
[44.
Jahrg. 1931. Nr. 16
fuhr. 17. Verbotene Einfuhren. 18. Hinweis auf die Ausfiihrungsbestinimungen. Revision der Ausfiihruiigsbestimmuiiw. 19. Vertragslander, die nicht gleichzeitig Genfer Koiiventionslander sind, verpflichteii sich, wenigstens Kap. 111, V,
VI der Geiifer Konvention anzuwenden. 20. Preiskontrolle.
21. Anrechnuug beschlagnahmter Mengen. 22. Anwendung
gemriser Bestimmungen der Genfer Konvention auf alle Derivate des Morphins. 23. Beileguiig von Meinungsverschiederiheiten. 24-31.
Itatifikation, Beitritt, Kundiguiig, InkraFttreten usw.
A u s f u h r u n g s b e s t i ni ni u ii g e n.
I. Vorschatzungen: 1. Foriiiulare. 2. Inhalt der Vorschatzungen: a) die Mengen fiir den inneren Verbrauch fur
jedes Land; b) die vorhandenen und erwiirischten Stocks fur
jedes Land; c) die Hohe der zur Uniwandlung geplanten Vorrate, Fabrikation und Einfuhr der Uiiiwaiidluiigslaiider; d) die
IIohe der geplanteii Herstellungsiiiengen der Fabrikationslander. 3. Angabe der Schatzungsiiiethoden. 4. Einreichuiig
der Schatzungen. 5. Einreichung der zusatzlichen Schatzungen.
6. Prufung der Schatzungen durch eine Komniission. 7. Weiterc
Funktionen dieser Kominission. 8. Uberniittlung der bearbeiteten Schatzungen.
9. Behandlung der zusatzlicheri
Schatzungen. - 11. Mitteilung etwa revidierter Quoten. 111. Errichtung eiiies Zentralburos. - IV. Verfahren der Ausfuhr und Wiederausfuhr bei deni Zentralburo: 1. Exporteur
teilt dem Zentralburo den Ausfuhrauftrag niit. 2. Zentralburo
stellt die Zulassigkeit der Ausfuhr fest. 3. Zentralbiiro ubergibt
deni Exporteur eiii Zertifikat; Duplikat an die Regierung.
4. Ausfuhr erst nach Empfang des Zertifikats. 5. Wahrung der
Prioritat. 6. Exporteur teilt dein Zentralbiiro die Ausfuhr mit,
ebenso der Importeur und die Regieruiig die erfolgte Einfuhr.
7. Nicht benutzte Zertifikate an Zentralburo zuruck, evtl. zur
Anderung. 8. Ausnahmen. - V. Buchfuhrung des Zentralburos.
IV. MengenmiiSige Bestimmungen.
1 (5). Gesaintuniwandlungsnienge eines Landes. 1 (6). Gesnnitverbrauchsnienge fur iiiedizinische Zwecke eines Landes.
1 (7). Suiiinie beider = innere Gesanitinenge eines Landes.
1 (8). Snmnie dieser inneren Landermengen = Gesamtweltmenge. 1 (9). Gesanitweltinenge minus der inneren Gesamtmengen der Exportlander und der von den Fabrikatioiislandern uiid Umwandlungslandern hergestellten Mengen = Gesaiiitausfuhrmenge. 7. Gesanitfabrikationsmenge ist nicht
groBer a16 die Gesanitweltmenge. 8. Gesamtweltmenge 111 i n u s
tler von den Fabrikationsliindern hergestellten Verbrauchsmerigen und ni i n u s d e r Umwandlungsmengen, die in den
Exportlandern und in den Umwandlungslandern hergestellt
und in den jeweiligen Herstellungslandern unigewandelt
werden = Gesaintquoteninenge. 12. Fabrikationsquoten oder
Pflichtmengen, die von jedem Fabrikations- und jedem Umwandlungshnd herzustellen sind, sind die in den Vorschatzungen als henustellende angegebeneii Mengen. 13. Pflichtmengeii, die von jedem Exportland herzustellen sind,: 1) die
innere Gesamtmenge, 2) der Anteil an der Gesamtausfuhriiienge, d. i. die Quote iiiinus der iiineren Gesamtinenge.
V. Die verschiedenen Arten der Lander und dereii
mogliche Betatigungeit.
E x p o r t 1 ii n d e r : a) Herstellung zum Export; b) Herstellung zuin inneren Verbrauch; c) Herstellung zur Umwandlung; d) Uinwandlung zum Export; e) Umwandlung zuiii
iiineren Verbrauch; f) Einfuhr zur Wiederausfulhr; g) Wiederausfuhr.
( L a n d e r niit g e r i n g e n i Export.)
Fab r i k a t i o n s - uiid U i n w a n d l u n g s - u n d W i e d e r a u s f u h r 1 a n d e r : a) Herstellung zuin inneren Verbrauch;
h) Herstellung zur Umwandlung ; c) Uniwandlung zum Export;
d) Umwandlung zuiii inneren Verbrauch; e) Einfuhr zuin
inneren Verbrauch; f) Einfuhr zur Urnwandlung; g) Einfuhr
zur Wiederaushhr; h) Wiederausfuhr. F a b r i k a t i o n s u n d U m w a n d l u n g s l a n d e r : a) Herstellung zum inneren Verbrauch; b) Herstellung zur Umwandlung; c) Umwandlung Zuni Export; d) Umwandlung zum inneren Verbrauch;
e ) Einfuhr zuiii inneren Verbrauch; f) Einfuhr zur Uiiiuandlung.
Fa b r i k a t i o n s- u n d W i e d e r a u sf u h r 1a n d e r : a) Herstellung zum inneren Verbrauch; b) Einfuhr zum inneren Verbrauch; c) Einfuhr zur Wiederausfuhr:
Zlschr. angew. Chem.
41. Jahrg. 1931. Nr. 161
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Anselmino: Die Beschrhkung der Morphin- und Cocainfabrikation
u) Wiederausfuhr. U m w a n d l u n g s - u n d W i e d e r a u s f u h r 1 a n d e r : a) Herstellung zur IJniwandlung; b) Ummandlung Zuni Export; c) Urnwandlung Zuni inneren Verbrauch;
d) Einfuhr zuni inneren Verbrauch; e) Einfuhr zur Umwandlung; f) Einfuhr zur Wiederausfuhr; g) Wiederausfuhr.
E' a b r i k a t i o n s 1 a n d e r : a) Heistellung zum inneren
Verbrauch; b) Einfuhr Zuni inneren Verbrauch. U ni w a n d 1u n g s 1 a n d e r : a ) Herstellung zur Urnwandlung; b) Umwandlung zuni Export; c) Urnwandlung zum inneren Verbrauch; d) Einfuhr zum inneren Verbrauch; e) Einfuhr zur
Rmwandlung.
W i e d e r a u s f u h r l a n d e r : a) Einfuhr
zum inneren Verbrauch; b) Einfuhr zur Wiederausfuhr ;
c) Wiederausfuht. R e i n e V e r b r a u c 11 s 1 a n d e r : a) Einfuhr zum inneren Verbrauch.
VI. Verteilung.
Aus der vorstehenden Obersioht ist gleichaeitig zu
ersehen, welche Arten von Lanldern einfiihren konnen
und zu welchen Zwecken; bleibt nach ubrig nu zeigen,
an wen und wozu die ,beiden Arten von Ausfuhrlandern,
die Exportlander unld die Wiederansfuhrlander ausfuhren
diirfen.
Grundsiitzlich sind die Verbraucherlanlder in der
Wahl der Lieferlander vollig frei. Deswegen konnen
die Fabrikationslander, die Uniwadlungslander und die
Verbrauchsliider sowohl unmittelbar von den Exportlaiadern als auch von den Wiederausfuhrlandern beziehen. Die Wiederausfuhrllnder werden von den Exportlindern older von aiaderen Wiederausfuhrlandern beliefert. Die Exportlander konnen nach dem Wortlaut des
Entwurifs aber nur zum Zwecke der Wiederausfuhr von
anderen Exportlandern older von Wiederausfuhrlandern
erwerben. Hier ist noch eine Lucke, es mui3 auch m6glich sein, dai3 ein E'xportland eine SpezialiEt eines
anderen Exportlandes oder eines Wiederauslfuhrlanldes
zum eigenen Verbraluch bezieht.
Ferner ist nioht vorgesehen der Bezug von Morphin
fur ein Diacetylmorphin-Fabrik'ations-older Exportlanld.
VII. Verpflichtungen.
2. Anpassung der Gesetzgebung an die Konvkntion. 3,5.Abgabe von Vorschiitzungen nach einem vorgeschriebenen Muster.
6. Vorschatzung darf sich nur auf den niedizinischen und
wissenschaftlichen Bedarf beziehen. 7. Gesanitherstellungsnienge darf die Weltnienge nicht ubersteigen. 12 (1). Jedes
Fabrikationsland und jedes Uniwandlungsland hat den vorgeschatzten Anteil an seiner inneren Gesamtnienge herzustellen,
xber nicht niehr. 12 (2). Die Gesamtmenge der in einem Umwandlungslaiid hergestellten oder dorthin zur Urnwandlung eingefuhrten Mengen ist unizuwandeln. 13 (1). Jedes Exportland muR die vorgeschatzte innere Gesanitmenge fur sein Land
herstellen. 13 (2). Jedes Exportland mu8 den gesamten
Anteil a n der Exportquote herstellen. 13 (1 u. 2). Jedes
Exportland muR also seine Quote (nach Art. 8) herstellen.
14 (1). Das Einfuhrzertifikat fur Wiederausfuhr hat den
Zweck der Wiederausfuhr anzugeben. 18. Die Ausfiihrungsbestimmungen sind zu befolgen. 19. Vertragslander, die der
Genfer Konvention nicht angehoren, .verpflichten sich, die
Kapitel 111, V und VI der Genfer Konvention anzuwenden.
22. Anwendung nachstehender Bestimmungen der Genfer
I<onvention auf alle Derivate des Morphins: 1) Oberwachung
der Personen und Gebaude und Erlaubniserteilung fur Einfuhr,
Ausfuhr, Herstellung, Verkehr im groBen; 2) Kontrolle des
internationalen Handels bezuglich Einfuhr und Ausfuhr, ausgenommen die Zubereitungen der Derivate des Morphins; das
Einfuhrzertifikat wird aber nur fur Peronin und andere vom
Hygienekoniitee bezeichnete Stoffe gefordert ; 3) jahrliche
Statistiken.
VIII. Verbote.
11. F u r den inneren Verbrauch darf nur hergestellt werden,
wenn das Land als Fabrikationsland anerkannt ist. Fur die
Uinwandlung darf nur eingefuhrt oder hergestellt werden,
menn das Land als Umwandlungsland anerkannt ist. 13 (3). Ein
Exportland darf nicht mehr a19 seine Quote (innere Gesanitmenge plus Ausfuhranteil) herstellen. 14 (2). In ein Fabrikationsland oder Umwandlungsland oder Wiederausfuhrland
oder Verbraucherland darf fur Wiederausfuhr und innere
Gesamtmenge nicht mehr eingefuhrt werden, als der inneren
Gesamtmenge entspricht, auRer in solchen Mengen, a) die schon
(wieder) ausgefuhrt worden sind, b) fur die Einfuhrzertifikate
korliegen. (3) Ein Fabrikationsland oder Umwandlungsland
kann ausfuhren, ohne vorher eingefuhrt zu haben. 17 (2). Verboten sind Einfuhren (entsprechend Ausfuhr oder Wiederausfuhr) : a) fur andere Zwecke als niedizinischen und wisserischaftlichen Bedarf des Einfuhrlandes, als fur IJmwendlung, als
fur Wiederausfuhr; b) Einfuhr groRerer Mengeii als der Vorschatzung der inneren Gesamtnienge entspricht (mit Ausnnhinc!
der fur Wiederausfuhr bestimmlen); c) Einfuhr in ein Umwandlungsland zur Uniwandlung in groBere Mengen als die
Gesamtuniwandlungsmenge betragt ; d) Einfuhr groBerer
Mengen fur den inneren Verbrauch (Domestic cons.), als dcr
Gesanitverbrauchsnienge (consumption total) entspricht ; e) Einfuhr jeder Menge in ein Fabrikationsland. das seine Gesanitverbrauchsmenge herstellt, auRer fur Urnwandlung oder Wiederausfuhr; f) Einfuhr in ein Fabrikationsland, das nur einen Teil
seiner Gesamtverbrauchsmenge herstellt, von solchen Mengen,
die uber die Differenz zwischen Herstellungsmenge untl
Gesamtverbrauchsmenge hinausgeht ; g) Einfuhr in ein Exportland, auDer zur Wiederausfuhr. (3). Jede Ausfuhr oder
Wiederausfuhr, die nicht in Obereinstimmung mit dem Abkomnien erfolgt, ist verboten.
In Artikel 17 c ist ein kleiner Widerspruch EU
Artikel 12 (1) - siehe bei Verpflichtungen - insofern,
als sinngemaD nicht niahr eingefuhrt werden sol1 als die
zur Um wa d lu n g iinsgesamt benotigte Menge, ,,,abzuglich
der zu d i e s m Zweoke in dem Lanlde selbst hergestellten".
Zur Beratung stehen also nach dem Entwurf:
1. Die Feststellung, fur welche Stoffe uad fur welahe
Gruppen der Stoffe d m Abkommen gelten SOH.
2. Die Einschrankung d e r Herstellung der Alkaloide
m f Hiichstmengen, die durch (die Bedahschatzungen
festgestellt weDden.
3. Die Verteilung d e r maximal herzustellenden Mengen auf zu bestimmende Lander.
4. Die Festsetzung d e r Anteile an den jeweiligeii
Gruppen fiir diese Lander.
Da Quoten fur Morphin einschliefilich des Pantopons
und ahnlicher Zubereitungen festzusetzen sinld, so ist die
notwendige Folge, dai3 eine betrachtliche Einschrantung
der Erlaubnis zur Herstellung solcher Zubereitungen
eintreten mu&
5. Die Ausdehnung 'der Erlaubnis (im Sinne des 0 2
des Opiumgesetzes) auf die Herstellung, Einfuhr, Ausfuhr
und d e n Groi3hanldel von allen Derivaten des Morphins
(also auch des Kadeins, Athylmorphins, Apomorphins).
Die Kontrolle der Ein- und Ausfuhr dieser Stofte mit
Ein- unld Ausfuhrschein und allen Folgen der Zweit- und
Dritbschriften, Peronin auch mit dem Einfuhrzertifikat
des Beatimmungslandes.
6. Die Frage der Kontrolle oder d e r Limitierung oder
der Festsetzung der Verkaufspreise.
Ober den Entwurf hinaus gelangt die Anregung zur
Erortming, alle Bestimmungen der Genfer Kanvention
(und damit des Opiumgesetzes) auf a 1 I e Abkommlingt?
des Opiums und d e r Cocablatter zu erstrecken, ferner ein
Antrag der jugoslawischen Regierung, jede Einfuhr voii
Alkaloiden und deren Zubereitungen Zuni Verbrauch, zur
Ymwarzdlung oder Wiederausfuhr i n ein Land oder jede
Einfuhr der Rohstoffe zur Fabrikation, Zubereitmg oder
Wiederausfuhr a u s einem Lande zu verbieten, das nicht
die in der Genfer Konvention von 1925 vorgesehenen
KontrollmaDnGihnien ausiibt.
[A. 33.1
16*
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