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Die Bestimmung von Dielectricittsconstanten mit Hlfe des Telephons.

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ANNALEN
1889.
x 10.
DER PHYSIK UND CHEMIE.
X E U E F O L G E . B A N D XXXVIII.
I. Die Besti.mizung uoia Dielectricitatsco.lzstnnter~
des Telephons I) ;
uon A. Winlzelmania.
w i t a'iii@
(Hierzu Tap. 11 Fig. 1.)
Bei Gelegenheit von Versuchen, die filr. einen hier nicht
naher anzugebenden Zweck ausgefiihrt wurdea, fie1 mir die
ausserordentliche Ernpfindlichkeit auf , durch welche das
Telephon wechselnde electrische Ladungen von Metallplatten
selbst in grossen Entfernungen von den letzteren anzeigte.
Diese Thatsache fuhrte zu dem Gedanken, das Telephon
zur Bestimmung von Dielectricitatsconstanten zu verwerthen
und insbesondere zu untersuchen, ob sich auf diesem W e g e
ebenfalls die grossen Werthe ergeben, welche in neuerer
Zeit fur einige Flussigkeiten gefunden wurden. z,
I m Folgenden wird zuerst der Apparat und die Untersuchungsmethode (6 1) beschrieben, dann werden die Beobachtungen an festen Korpern (0 2) mitgetheilt, welche drtzu
dienen sollten , iiber die Brauchbarkeit der Methode ein
Urtheil zu gewinnen und verschieden zusammengesetzte Glaser
zu priifen; endlich folgt die Untersuchung der Flilssigkeiten
($ 3), welche zeigt, dass nuch die vorliegende Methode i n
Uebereinstimmung mit C o h n und A r o n s fur den Aethylalkohol einen sehr grossen Werth fur die Dielectricitatsconstante liefert.
Q 1 . B e s c l i r e i b u n g d e s Apparates und d e r Methode.
D e r Apparat besteht aus drei kreisforruigen Messingplatten PI,P2 uncl Q (Fig. 1). Die Platten P, und P,,
~~
1)
- - .
Iiii
Auszuge in der Sitzuiig der rned.-natorw. Gesellschaft in Jenrt
vom 31. Mai 1889 tnitgethuilt.
2) C o l i n 11. d r o n u , W e d . Ann, 33. p. 21. 1888, fanden z. €3. f i i r
Aethylalkohol den \T"erth 26,s.
A n n . d . Piiys. u. Chaiu K, F. Y I X V I I I .
11
162
A. Winkelmann.
von gleicher Orosse, haben einen Durchmesser von 19 cm,
die Platte Q einen solchen von 10 cm; die Dicke der drei
Platten ist 0,53 cm. Die Platte Q wird von den Holzstiulen
S, , S, getragen, indem diinne Messingansatze der Platten
in kleine Cylinder von Ebonit munden, welch’ letztere auf
den Silulen aufliegen. Mit den Platten PIund P, sind die
Nessingdrilhte a, und a2 verbunden, welche durch die Eolzsaulen s1 und s, getragen werden; diese Holzsaulen sind auf
den Schlitten A , und A, befestigt; letztere sind auf der
Schiene BC verschiebbar. Die Schiene hat eine Lilnge yon
50 cm und trilgt auf der Mitte eine Theilung von 30 cm in
Millimetern, welche so angebracht ist, dass der Theilstrich
15 nahezu in der Mitte der Schiene sich befindet. Die
Schlitten A, und A, tragen in kleinen Ausschnitten zwei
Nonien, welche die Stellung der Schlitten bis auf 0,l mm
direct abzulesen gestatten und noch 0,05 mm sicher schatzen
lassen. Um die drei Platten einander parallel zu stellen,
sind die nathigen Schrauben an den Schlitten angebracht,
ferner ist die mittlere Platte Q um eine horizontale Axe
drehbar und die Saule S, in dem Boden der Fussplatte
etwas verschiebbar.
Die Methode der Untersuchung war folgende. Mit der
mittleren Platte Q wird das eine Ende eines secundaren
Stromkreises eines kleinen Inductionsapparates, welcher im
Nebenzimmer aufgestellt ist, verbunden, wahrend dtls andere
Ende diesell Kreises zur Erde abgeleitet ist. Hierdurch wird
die Platte Q entsprechend den Unterbrechungen des Inductionsapparatos geladen und entladen, und diese Ladungen
wirken influenzirend auf die Platten PI und P,. Verbindet
man mit a, das eine Ende des Telephondrahtes, wilhrend
das andere Ende frei in der Luft schwebt oder zur Erde
abgeleitet ist, so hort man im Telephon die einzelnen Ladungen und Entladungen. Der Ton wird um so starker, je
nilher die Platte Pl an Q heranruckt, aber auch in der
grossten Entfernung, welche der Apparat gestattet, ist der
Ton noch sehr deutlich. E s ist indessen gar nicht nothig,
das eine Ende des Telephondrahtes mit einer der Platten P
zu verbinden, um im Telephen den Ton zu haren; es genugt
hierzu schon, dass das eine Ende des Telephondrahtes zur Erde
163
Dielectricitatsconstanten.
abgeleitet sei, und dass das andere Ende in nicht zu grosser
Entfernung vom Apparat frei in der Luft schwebt; selbst in
Abstanden von 1,5 m ist dann im Telephon der Ton noch
wahrzunehmen. Ich fuhre dies nur an, um auf die grosse
Empfindlichkeit des Telephons fur Ladungsschwankungen
hinzuweisen.
Verbindet man nun das eine Telephonende mit a , , das
andere mit ap, so wird der Ton im Telephon ein Minimum,
wenn beide Platten P eine gleich starke Einwirkung von Q
aus erfnhren. Der Ton im Telephon verschwindet nicht
vollkommen, es liZsst sich aber auf das Minimum durch Verschiebung einer der beiden Platten P gut einstellen; diese
Einstellung ist um so scharfer und sicherer, je niiher beide
Platten bei Q stehen.
Nachdem durch mehrfache Einstellungen die Stelle fiir
das Tonminimum ermittelt ist, wird eine diolectrische Platte
oder Flussigkeitsschicht zwischen Q und eine der beiden
Platten Y gebracht. Es wird hierdurch der Ton im Telephon wieder hiirbar, und es muss eine der beiden Platten
um eine bestimmte Strecke verschoben werden, damit der
Ton von neuern verschwindet. k'ur die Qenauigkeit ist es
vortheilbaft , diejenige Platte zu verschieben, durch deren
Annaherung an Q der Ton zum Verschwinden gsbracht
wird.
1st die Dicke der Luftschicht zwischen Q und .Pl, resp.
P2 ohne dielectrische Zwischenschicht a , die Dicke des
Dielectricums d , die Dielectricitatsconstante desselben D,
und wird die Platte I' von der ersten Stellung aus um t
verschoben, damit der Ton von neuem verschwinde, so
hat man :
u - x = a - d f -
(1)
Daher :
(la)
d
D'
D = - - -d.
d-x
Diese Formel ist in vollkommener Uebereinstimmung
mit der Formel, durch welche O o r d o n I) die Dielectricitits- __
1) G o r d o n , M a s c a r t , Statische Electricititt, iibersetzt von W a l leiitin. Wieii 1885. l. p. 894. W i e d e m a n n , Galv. 3. Aufl. 2. p.39.
11'
164
A. Winltelmana.
constanten bestimmt hat. G o r d o n benutzte ttber fiinf
Platten und ein Electrometer, wahrend in der eben beschriebenen Methode nur drei Platten und ein Telephon
Verwendung finden.
I n der obigen Gleichung (1) ist die Dicke der Luftschicht vor Einfiihrung des Dielectricurns auf beiden Seiten
der Platte Q gleich a gesetzt; man konnte deshalb die Stellung der beiden Platten vo r Einflihrung des Dielectricurns
ohne Versuche ermitteln. Indessen ist es doch vortheilhaft,
die Stellung durch Versuche festzustellen, weil, wenn die
Symmetrie der Anordnung auf beiden Seiten von Q nicht
ganz vollkommen ist, das Tonminimum nicht genau dann
auftritt, wenn die beiden Abstande gleich sind. F u r die Ableitung der obigen Gleichung ist eine kleine Unsymmetrie nicht
von Belang, weil in jedem Fall die beiden Grossen, welche
an erster Stelle auf beiden Seiten der Gleichung (1) stehen,
electrisch gleichwerthig sind.
a 2 . F c s t e ICorper.
Als Beispiel werde die Beobachtung bei einer Glasplatte
angefiihrt, deren Dicke 3,O7 mm war.
Die Versuche wurden begonnen mit eingeschalteter Glasplatte zwischen PIund Q.
Der Nonius von P, zeigte 101,OOmm.
Der Nonius von Pz zeigte im Mittel von sechs Einstellungen :
181,95
3,00
2,oo
182,OO
00
00
I
Mittel 181,99.
]
bfittel 103,Gl.
Die ersten drei Werthe ergaben sich, wenn man von
links aus den Schlitten bis zurn Verschwinden des Tones
verschob, die letzten drei Werthe, wenn man den Schlitten
yon rechts aus ann8herte.
Dann wurde die Glasplatte fortgenommen, der Nonius
der Platte Pa nuf 181,94 eingestellt und nun die Platte PI
bis zum Verschwinden des Tones verschoben; es ergab sich:
103,GO
55
60
Es ist daher
z=
d=
103,G5
65
ti5
103,61 - 101,OO = 2,cil
3,O7;
L) = 6 , U .
Dielect,.icitatsconstawte,i.
165
I n der folgenden Tabelle ist eine Reihe von Dielectricitatsconstanten mitgetheilt, welche in der angegebenen Weise
fur einige feste Korper gefunden wurden. Die Dicke der
Platten, deren Durchmesser mindestens 21 cm betrug, oder,
wenn sie quadratisch angewandt wurden, deren Seite gleich
21 cm war, wurde mit einem Dickenmesser, dessen Angaben
bis suf 0,03 mm genau war, an verschiedenen Stellen ermittelt; ausserdem wurde durch awei Fuhlhebel die Dicke in
der Mitte der Platte mit derjenigen am Rande verglichen.
- - -.
__-
1) W i i l l n e r , Experimentalphyeik. 4. Aufl. 4. p. 333.
2) S c h i l l e r , Pogg. Ann. 152. p. 535. 1874.
3) H o p k i n s o n , s. M a s c a r t , Statischc Electricitiit, iibersetzt v. W a l Ientin. \?Tien 1855. l. p. 890.
4) G o r d o n , 8. M a s c a r t , 1. c. 1. p. 894.
5) B o l t z m a n n , Wien. Ber. 11. Abth. 67. p. 17. 1173.
6) 1 3 o l t z m a n n , Wien. Ber. 11. Ahth. 70. p.339. 1875,
A. Winkelmann.
166
Substanz
i
I Verschie- Dielec- 1 Mittel- I Dielectricitlltsconstanten
Dicke
bung tricitiits- werth
nach anderen
d
Beobacbtern
Jinmini in m m
1
'Yt*1 "g
I
'
i2,74
2,95 bis 3,73 Wullner*)
Gordon2)
Die vorliegenden Zahlen zeigen eine geniigende Uebereinstimmung unter sich, sobald sicher die gleiche Substanz
vorliegt. Beim Paraffin und beim Schellack wurden zuerst
die dickeren Platten untersucht , alsdann diese abgedreht und
bei einer geringeren Dicke gepruft. Die Differenzen in den
Mittelwerthen werden durch kleine Boobachtungsfehler erklart.
Um den Einfluss der Zusammensetzung des Glases auf
die Grosse der Dielectricitiltsconstanten zu untersuchen,
wurden zwei Glilser benutzt, von denen das eine 45 Proc.
Bleioxyd entbielt, wahrend das andere ohne Blei war.$) Der
Unterschied der gefundenen Dielectricitatsconstanten ist nur
gering; es ergaben sich die Werthe 7,44 und 7,11. Bei dieser
kleinen Differenz schien es nicht lohnend, noch weitere Glas.
sorten zu prufen.
Die benutzte Methode gibt, wie die Formel (la) unmittelbar erkennen Iasst, um so genauere Werthe, je kleinur die
Dielectricitatsconstante der untersuchten Sul~stanzist, wenn,
wie es thatsachlich der Fall war, die Sicherheit der Einstellung nicht von der Dielectricitatsconstante selbst abhangig
ist. Setzt man z. B. in jedem Falle eine Schichtdicke
d = 5 mm voraus, und nimmt man einen Einstellungsfehler
von 0,04 mm an, so bedingt dicser bei einer Dielectricitatsconstante = 2 nur einen Fehler von 1,6 Proc., bei einer
Dielectricitatsconstante
30 dagegen einen solchen von
27,2 Proc. Die folgende Tabelle gibt eine kleine Uebersicht.
E
1) W i i l l n c r , Experimentalphysik. 4. Aufl. 4. p. 333.
2) G o r d o n , 8. M a s c a r t , Statische ElectricitLt, ubersetzt von W a l lentin. Wien 1885. 1. p. 894.
3) Die Benutzung der beiden G l b e r , welche spLter zu Fernrohrrobrobjcctiven verwendet sind, vcrdankc ich der Gute des Hm.Dr. S c h o t t
in Jena.
167
Dielectricitatsconstanten.
Schichtdicke d = 5 mm.
Einfluss eines Fehlers von 0,04m m in
D
Dielectrlcititacuustante
D
abaolut
in Procenten
2
5
10
20
30
0,032
0,201
0,832
3,48
176
490
872
5,16
x
auf
17,2
27,2
Wurde der Einstellungsfehler unabhangig von der Dicke
der eingeschalteten Substanz sein, so wurde die Anwendung
einer grossen Schichtdicke fur die Genauigkeit der Restimmung vortheilhaft sein, wie ebenfalls die Gleichung (1,) direct
zeigt. Diese Unabhangigkeit besteht aber nicht. Bezeichnet
man die Tonstarke mit i, die Entfernung einer der ausseren
Platten Y von der mittleren Platte Q mit s, so ist d i l d s
um so kleiner in der Nahe des Tonminimums, je grosser s
ist. J e dicker aber die eingeschaltete Substanz ist, um so
grosser wird nothwendig auch s sein, und daher ist dann
d i l d s kleiner a19 bei Anwendung einer dunneren Platte.
Dieses Resultat wird durch die Beobachtung direct bestatigt:
bestimmt man das Tonminimum des Telephons, indem man
von rechts und von links aus einstellt, so wird die Differenz
dieser Einstellungen um so grosser, je grosser unter sonst
gleichen Umstanden die Dicke der eingeschalteten Substanz ist.
Wie die Formel fur D zeigt, ist die Dicke a der Luftschicht, welche zwischen je zwei Xetallplatten vor dem Einschalten der untersuchten Substanz vorhanden ist, ohne
Einfluss auf das Endresultat. Diese Forderung wird innerhalb nicht zu weiter Grenzen bestiltigt. Nimmt man aber
die Entfernung a sehr gross, so tritt einerseits, wie schon
erwahnt, eine grassere Unsicherheit in der Einstellung auf,
und andererseits ist die Bedingung, unter welcher die Gleichung (1) gultig ist, dass namlich die Schichtdicke klein
gegenuber dem Durchmesser der Platten sei, nicht mehr
erfullt; man darf daher in diesem Falle eine Unabhiingigkeit
von der Grosse a nicht mehr erwarten. Ferner wird, falls
die Luftschicht a nur wenig grosser als die Dicke d der
spater einzuschaltenden Substanz ist, letztere beim Einsetzen
zwischen die Platten nothwendig sehr nahe an die mittlere
Platte, welche starke Ladnngen erhalt , herangeruckt und
168
A. Winkelmann.
hierdurch - wahrscheinlich durch directen Uebergang der
Electricitat - eine Abweichung veranlasst. Trotz der angegebeneii Grenzen gibt es einen hinreichend grossen Bereich, in welchem D unabhangig von der Dicke der Luftschicht sich ergibt und die so gefundenen Werthe sind in
die Tabelle I aufgenommen.
E s ist schon von verschiedenen Seiten hervorgehoben,
dass die Gtriisse der Dielectricitatsconstanten eine Function
der Ladungsdauer des Dielectricums ist und mit abnehmender Ladungsdauer solbst abnimmt ; nur bei ,,vollkommenen*'
Isolatoren scheint die Dielectricitltsconstante von der Ladungsdauer nahezu unabhdngig zu win. Nach R o m i c h und
Nowakl) ergab Glas bei alternirender Ladung (etwa e i n
Lzdungswechsel pro Secunde) ftir die Dielectricitatsconstante
den Werth 7,5, bei dauernder Ladung den zwanzigmal grosseren Werth 159. S c h i l l e r 2, erhielt fur weisses Spiegelglas
bei einer Ladungszeit von 0,0,859 Sec. den Werth 5,78, bei
einer Ladungszeit von etwa
bis
Sec. den Werth G,34.
Nach C u r i e s ) nimmt die Dielectricitatsconstante mit wachsender Ladungszeit bei amorphen Korpern (Glas, Ebonit)
bedeutend zu; bei einigen Krystallen (Quarz, Kalkspath) ist
dagegen der Einfluss der Ladungszeit sehr gering. - Ich
hatte die Absicht , den Einfluss der Ladungszeit ebenfalls
zu untersuchen und konnte bis zu 3000 Unterbrechungen in
der Secunde heraufgehen. Die Tonstilrke des Telephons war
aber, wahrscheinlich infolge etwas ungleichmassiger Beriihrungen bei Anwendung eines Schleifcontactes, nicht so constant, urn eine hinreichende Genauigkeit bei der Einstellung
zu erzielen. Deshalb musste ich zunachst von einer weiteren Verfolgung des Gegenstandes nach dieser Richtung absehen und bemerke nur noch, dass in den mitgetheilten Versuchen die Ladungsdauer etwa 1/340 Secunde war.
9 3. F l u s s i g k e i t e n .
Nachdem durch die vorhergehenden Versuche an festen
Korpern die Brauchbarkeit der Methode sich gezeigt hatte,
1) R o m i c h u. N o w a k , Wien. Ber. 11. Abth. 70. p. 406. 1875.
2) S c h i l l e r , Pogg. Ann. 162. p. 535. 1674.
3) C u r i e , Reibl. 12. p. 858. 1888.
Dielectricitatscow tanten.
169
wurde eine Reihe von Flussigkeiten untersucht. Es wurden
hierzu Glastroge von quadratischer Form mit 21 cm Seite
verwandt; die Glasscheiben, deren Dicke zwischen 1,15 und
1,35 mm variirte, wurden durch drei Glasstreifen yon 7 mm
Breite, denen sorgfhltig die gleiche Dicke gegeben war, getrennt und rnit einem Kitt yon Zinkoxyd und Wasserglas
befestigt; man erhielt so einen parallelepipedischen Kasten.
Die Diclie der in dem Kasten eingeschlossenen Luftschicht
wurde dadurch etmittelt, dass man zuerst die Dicke der
Glasscheiben und darauf die Dicke des Kastens an verschiedenen Stellen ermittelte; die Differenz liefert alsdann
die nicke der Luftschicht.
Bei den Versuchen wurde der leere Kasten zwischen
die Platte Q und eine der Platten P des Apparates gestellt
und dann das Tonminimum des Telephons ermitteit; darauf
wurde, ohne sonst etwas an dem Apparate zu kndern, der
oben offene Qlaskasten mit der zu untersuchenden Flussigkeit gefullt. Urn das Tonminimum des Telephons wieder
herzustellen, war eine Verschiebung einer der beiden Platten
P erforderlich, deren Grosse gemessen wurde. Die Berech.
nung der Dielectricitatsconstanten geschieht in derselben
Weise wie bei den festen Korpern.
Die Dielectricititsconstanten der Fliissigkeiten, welche
in der gegebenen Art ermittelt wurden, waren nicht unbetrachtlich grosser, als die Werthe, welche von anderen Beobachtern angegeben sind, und zwar zeigte sich diese Differenz bei allen Flussigkeiten ohne Ausnahme, Daher lag die
Vermuthung nahe, dass hei allen Flussigkeiten der gleiche
Umstand die Vergrosserung der gesuchten Werthe herbeifuhre. Dieser Umstand wurde in der Durchbiegung der
Glasplatten gefunden , welche den Kasten zusammensetzen ;
es wird hierdurch die Dicke der Flussigkeitsschicht grosser
als bei nicht gefulltem Kasten die Dicke der Luftschicht ist.
Wenn man bedenkt, dam, wie aus den Dimensionen sich
ergibt, durch Einfullen einer Flussigkeit von der Dichtigkeit
Eins in das Innere des Kastens, ein Druck von 4 kg auf
eine W a n d von 400 qcm Flache sich herstellt, so ist eine
betrachtliche Durchbiegung der Seitenwande nicht auffallend.
Diesc Durchbiegung wurde direct mittelst *4nlegen von
A. Winhelmann.
170
zwei empfindlichen Ftihlhebeln (Vergrikwxung gleich 26) gemes.
sen, indem die Stellung dieser Etihlhebel einmal bei leerem, dann
bei geftilltem Glastrog bestimmt wurde. Entsprechend der mittlerenplatte
Q des Apparates gegeniiber dem Glastrog wurde die Vermehrung der Dicke
des Glastroges infolge des Einfullens
an fiinf Stellen a, b, c, d, e (8. Figur)
gemessen; die vier letzten Punkte
liegen auf einemKreise, dessen Mittelpunkt a ist, und dessen Durchmesser
gleich dem Durchmesser der Platte
Q ist.
Die Vermehrung der Dicke betrug bei Einftillung von
Terpentinol, dessen specifisches Gewicht 0,87 war:
bei
mm
a
b
C
d
0,241
0,206
0,153
0,142
e
0,146..
Die Dicke der Glasscheiben war 1,35, reap. 1,22 mm.
Aus den angegebenen Werthen ist die Vermehrung der
Schichtdicke derjenigen Fliissigkeitsmasse zu berechnen,
welche der Platte Q des Apparates gegeniiber liegt. Um
die mittlere Schichtdicke zu erhalten, kann man mit geniigender Genauigkeit annehmen, die Vermehrung bestehe in einem
Cylinder von der Hohe m = (b+c+d+e)/4 und einer Kugelkappe von der Hohe (a-m). Nttch den obigen Zahlen ist
m = 0,161 mm und verwandelt man die Kugelkappe in einen
Cylinder mit gleicher Grundflache, so wird die Cylinderhohe
= 0,027 mm. Die mittlere Vermehrung der Schichtdicke ist
daher 0,161 + 0,027 = 0,188 mm.
Bei dem zweiten Kasten, welcher diinnere Glasplatten
besass, ist die Vermehrung der Schichtdicke noch bedeutender; dieselbe betrug 0,282 mm bei Einfullung mittTerpentinol.
Urn fiir andere Fliissigkeiten die Vermehrung der Schichtdicke zu erhalten, wurden keine neuen Messungen ausgeftihrt,
sondern dieselbe nach der Formel:
d,
=
8,.5
*I
berechnet. Hier bedeutet 8, die Vermehrung der Schichtdicke ftir eine Fliissigkeit vom specifischen Gewicht sl; S,
171
Diebctricitatscomtanten.
und s2 stellen die entsprechenden Grossen fur eine zweite
Eliissigkeit dar.
I n der folgenden Tabelle sind die erhaltenen Werthe
zusammengestellt ; die angegebene Schichtdicke der Fliissigkeit ist bereits corrigirt.
T a b e l l e 11.
__
__-__
1
kchicht-j Verschie- I Dielec- MittelFliissigkeit diikc ' bung 1 tricitlits- I werth Dielectricitlibconstanten
nach anderen
,
z
1
const.
von
Beobachtern
D I D
' i n m m : inmm
I
1
I
Benzol
.
.
.
1
I
I
Petroleum
2.912
,
_
I
_
-
5,240
2,885
Terpentinol i 5,258
I
1,49
~
1
hol
I
2,912
,, I
i
2,885
'
>>
I
I
I
I
2,88
I
A&hylalkb-j,ZO i
1
2,20 Silow')
2,336 Palaz *)
I
I
2,22
I 2.10
2:04
2,11
2.04
HoDkinson9
bis'2,07 Slow I )
Wullner')
Cohn und Arons6)
2,89
1,60
5,OO
5,013
2,80
2,78
Eine Vergleichung der gefundenen Werthe untereinander
zeigt eine geniigende Uebereinstimmung; selbst die Unterschiede beim Alkohol die procentisch einen bedeutenden
Betrag erreichen werden durch kleine Beobachtungsfehler
erklart, wie sich am deutlichsten aus den beiden letzten
Werthen ergibt. Die DiEerenz i n der Einstellung betragt
hier nur ($02 mm, und diese Grosse hat in der Dielectricitatsconstante eine Aenderung von 33,9 auf 27,5 zur Folge.
Die durch die vorliegende Methode erreichbare Qenauigkeit
ist, wie schon erwahnt wurde bei grossen Dielectricitatsconstanten nur gering; der mittlere Fehler in dem Resultat
des Alkohols betragt 10 Proc.
Vergleicht man die Mittelwerthe der gefundenen Dielec1)
2)
3)
4)
5)
S i l o w , I'ogg. Ann. 166. p. 389. 1875.
Palaz, Beibl. 11. p. 259. 1887.
H o p k i n s o n , Beibl. 6. p. 113. 1882.
W i i l l n e r , Experimentalphysik. 4. AuR. 4. p. 333.
Cohn u. Arona, Wied. Ann. 39. 1). 21. 1888.
Tit. No m e'n.
172
tricitatsconstanten mit den Reaultaten anderer Beobachter,
so zeigt sich auch hier eine hinreichende Uebereinstimmung ;
insbesondere wird der grosse Werth, welcher von Uohn und
A r on8 fitr die Dielectricitlltsconstante des Aethylalkohols
ermittelt wurde, auch hier gefunden. D a nach der Natur
der hier angewandten Methode die Untlicherheit des Resultates gleichzeitig mit wachsender Dielectricitatsconstante zunimmt, so ist die von C o h n und A r o n s benutzte Methode
zur Bestimmung hoher Dielectricitiitsconstanten unzweifelhaft
der ersteren bezuglich der Scharfe der Bestimmung weit
uberlegen; trotzdem scheirct es nicht ohne Interesse, das von
C o h n und A r o n s gefundene Resultat des grossen Werthes
fur Alkohol nach einer ganz anderen Methode bestatigt zu
sehen. Der nahen Uebereinstimmung des hier gefundenen
Mittelwerthes mit dem der alteren Beobachtung ist hierbei
aus den schon angegebenen Griinden eine Bedeutung nicht
beizulegen.
J e n a , August 1889.
11. Ueber d ie Electricitlitsleitu~ag der Gase;
von Theodor No9n6ga.
(Auszug einer ebengenanuten Abhandlung Pars 111 in Aeta Societatis
Scientiarum Fennicae, 17. 1888.)
(Hlorzu Tnf. 11 Flg. 2-6.)
Der Zweck vorliegender Untersuchung ist, den Widerstand eines Gases bei continuirlichem Durchgange der Electricitat zu erforschen, vor allem zu untersuchen, ob und wie,
in welchen Einheiten dieser Widerstand gemessen werden
kann.
I n einer fruheren Abhandlung l) ist gezeigt, dass bei
Leitung der Electricitat durch verditnnte Luft der Widerstand im Luftraume in zwei Theile getheilt werden kann,
von welchen der eine Theil dem Abstande zwischen den
Electroden proportional, der andere von demselben unabhhngig ist. Der erstere Theil wurde dem Widerstande des
1) HomBn, Wied. Ann.
26. p. 55. 1885.
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