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Die Bezeichnung ДUrteerФ fr Tieftemperaturteer.

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Die patentierte Kuhmistmischung.
Von Faarvz
M. F n s ~ ~ n s .
(Eiogeg. 22.17. 1918.)
Der Kolonialwarenhiindler F r i e d r i c h I(r u p p in &en,
der durch sonderbare Umstande in den Besitz einer kleinen GieBerei
gekommen war, wollte den bei den Werkzeugmwhem seiner Gegend
gesuchten GuUstahl unter allen Umstiinden in bestttr Art heratellen.
Als er sein Ziel fast erreicht hatte, lieB sich ein Erfiider, namens
F r i e d r i c h N i c o l a i , im Sommer 1815 bei ihm einfuhren.
Dieser besal3 ein unter dem 18./4. 1815 gesiegeltss preuBisches
Patent auf die Herstellung von GuBstahL K r u p p , der schon
30000 Taler auf die Fabrikation des CuBstahls verwendet hatte,
vereinigte sich mit dem redegewandten N i c o 1a i unter der Firma
,,NicoIai et Krupp". Nur zu schneII eah K r u p p , daB er mit dem
Patent angefiihrt wordcn war; N i c o l a i verstand von der Herstellung des GuBstahls n i c h t E. Es kam zu langen Prozessen.
die erst im Jahre 1823 vor dem Obertribunal in Berlin zugunsten
K r u p p s entschieden wurden.
Vor einigen Jahren, als ich in den alten preuBischen Patentakten kramte, fie1 rnir ein besonders dickes, paketartiges Aktenstiick auf. Ich zog es hervor und las zu meinem Erstaunen, daB
ich das beriichtigte Nicolaipatent in der Hand hatte. Ale ich nun
die verschiedenen Packpapiere, die untereinander mit Siegellack
wiederholt verklebt waren, sorgsam offnete, fand ich zwischen zwei
Papierlagen die friiher amtlich vergebexu gesuchte Beachreibung
der Erfindung versteckt. AuBerdcm hielt ich drci versiegelte Umschlage in Hiinden, bezeichnet mit den Zahlen I, II und III.
Wie erstaunt war ich, als ich die Beachreibung las, und daa
h'i c o 1a i sche Geheimnis sich vor mir entschleierte: der Umschlag
Xr. I enthielt Ahkasit, also Graueisenkies. Gut! Nummer II enthielt gestosene ,,Passauer Tiegelmasse". JSa ? AUEdem dritten,
besonders umfangrcichcn Umschlag rieselte eine br&unliche Maase
auf nieinen Tisch. Ich lese in der Patentbeschreibung, es sei ,,Kuhfladen!" Seinen ehemaligen Wohlgeruch hatte dieser Stoff bei
dem fast hundertjiihrigen Aktenschlaf zwar eingebiint, aber nach
dem Aussehen mag ich nicht damn zweifeln, daB die M a e echt ist.
Wie man aus Graueisenkies unter Zusatz von alten Tiegeln und
Kuhmist einen guten Werkzeugstahl erhalten SOU, ist mir riitselhaft.
Nur eine zopfstolze Aktenverwaltung konnte N i c o 1a i auf
diese Beschreibung und dime Proben hin ein Patent erteilen. Und
nnr die Ehrfurcht vor der Weisheit der Behorde konnte den guten
K r 11 p p verleiten, seine ehrliche Arbeitskraft mit dem patentierten
Schwindler N i c o 1a i auf Grund dea in Berlin geheimniavoll versiegelten Patentes zu teilen Ein Patentgesetz gab es damals fiir
PreuBen noch nicht. Dem ,,Bittsteller" wurde nach freiem Ermessen
der hkhsten Konigl. PreuSischen Staatsbeh6de ein Patent allergniidigst erteilt. Die eingereichten Beschreibungen, Zeichnungen,
Proben oder Modelle versiegelte man in Berlin sorgsam. Die Mitwelt, die Techniker, erfuhren durch das Amtsblatt nur, daB dem und
dem dann und dann ein Patent erteilt worden s e i Kein Wort mehr
wurde veroffentlicht. Es hiitte das Ansehen der Behbrde untergraben,
wiire der Kritik der Offentlichkeit zugiinglich gemacht worden,
w a e die Beh6rde zu patentieren ftir gut befunden.
Ob der hereingefallene K r u p p je erfahren hat, welche Ingredienzien sein Sozius in Berlin hatte versiegeln laasen? Ich glaube
nicht; denn in seinen Briefen, die sich sehr echarf gegen N i c o 1 I i
wenden, liest man nichta davoa
ra 921
~~
Die Bezeichnung ,,UrteeP fiir Tieftemperaturteer.
Von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. FRANZ
F I S ~ EDirektor
,
dee ICeieerWilhelm-Inatituts fiir Kohlenfomchung, Miilheim-Ruhr.
(Eingeo. 11/10. 1018.)
Im Verlaufe der letzten Jahre, in denen am unserem Institut
zahlreiche Arbeiten und Anregungen ant dem Gebiete des Tieftemperaturteeres der Steinkohlen und Braunkohlen hervorgegangen
sind (vgI. Ges. AbhandI. zur Kenntnis der Kohle, Verlag Gebr.
Borntriiger, Berlin W. 35, Schoneberger Ufer 12a), habe ich mir
natiirlich auch iiberlegt, wie man diese Teere kiirzer und doch klar
bezeichnen lionnte. Ferner sind mir auch viele VoracUge gemacht
worden, fiir die ich mich aber nicht zu erwiirmen vermochte.
Auch mein eigener, bisher nur innerhalb des Instituta erwogener
Gedanke. diese Teere sachgemiiB ah Primiuteere zu bezeichnen,
weil sie im Gegensatz zum Kokerei- und Gasanstaltdeer die p r i
-
m ii r e n Destillationsprodukb der Kohle sind, wiihrend letztere als
deren thermische Verilnderungsprodukte sich erwiesen haben, schien
mir nicht 80 gut, daB ich mit ihm an die mfentlichkeit treten wollte.
Einmal hat er so gar keine Anklilnge an das schon etwas
dem O h vertraute Wort Tieftemperaturteer, und d a m sagt er
ja auch nicht ganz daa gleiche. SchlieBlich ist prim& ein fiemd.
wort, das man vielleicht vermeiden konnte. So wollte ich mich in
der Sache zuntichst abwartend verhalten. Die mir von aubrhalb
zugegangenen oder bekannt gewordenen Vorschltige lauten : T-Teer,
Tiefteer, Hydroteer, Kaltteer, Halbteer, Edelteer, Olteer. Man sieht
tiberall das Beatreben einen kbzeren Namen zu finden. Die ersten
beiden Vorschliige stellen lediglich Abkiirzungen fiir Tieftemperaturteer vor, sind aber ohne die Kenntnis dieser Tatsache nicht verstiindlich. Hydroteer B o I 1 heiden: waaserstoffreicher Teer. Kaltteer: bei verhiiltnismiiDi kalter (tiefer) Temperatur gewonnen.
Halbteer ist gewiihlt worden, weil der zuriickbleibende Koks vielfach Halbkoks genannt wird. Geschaftlichen Hintergrund diirften
die Nanien Edelteer und Olteer haben. Insbesondere der Umstand,
daB bei einigen Firmen die beiden letzten Namen Verwendung zu
finden bcginnen, veranlaBt mich, aus meiner bisherigen Zuriickhaltung herauszutreten und zu dem neuesten Vorschlag von Herm
Dip1.-Ing. H o f f m a n n , Bemdorf, Stellung zu nehmen (vgl.
Feuerungstechnik 6, 208 [1918]). Sein Vorschlag .,Urteer" scheint
mir der beste zu sein. Nicht nur wird mit ihm der Gedanke dea
p r i m ti r e n Destillationsproduktes aufrechterhalten, nicht nur
ist der Name deutsch und so kurz wie moglich, sondern er hat auch
lautliche a g e an den bishcrigen Namen Tieftemperaturteer,
dessen echoartige Abkiirzung er darstellt. Einige Bedenken, die
ich Hcrrn H o f f m a n n , Berndorf, vor einiger Zeit mitgeteilt
hatte, scheinen mir in Anbetracht der Notwendigkeit, sich jetzt zu
entschliebn, nebensiichlich, und so schlage ich ebenfalls vor, statt
Tieftemperaturteer in Zukunft zu sagen ,,Urteer".
In den Arbeiten des Kaiser-Wilhelm-Itituts fiir Kohlenforschung werden wir u119 in Zukunft dieees kurzen N m e m bcdienen.
[A. 155.1
Acetaldehyd und Essigsaure aus Acetylen.
(Eingeg. 11./10. 1018.)
Vom C o n s o r t i u m f. e l e k t r o c h e m i e c h e I n d u e t r i e
a. rn. b. €erhalten
I.
wir folgende Zuschrift:
Wir k6nnen nicht umhin, auf die Auafiihrungen von Herrn Dip1.Ing. N. G r ii n E t e i n auf S. 180 dieser Zeitschrift, betreffend die
technische Aldehydepthese, znriickzukommen. Der Einsender stellt
dort eine Reihe ihzu erteilter Patente zusammen und hebt hervor,
daB unserer Firma Patente nicht erteilt worden seien. Demgegeniiber ist zu bemerken, daB der Inhalt seiner beiden Ute.
sten Patente sich mit den Anmeldungen W 27 177 und W 29 233
von Dr. A. W u n d e r l i c h , die bereita im Jahre 1908 amgelegt worden waren, volkommen deckt. Die Annahme, daB
u119 keine Patente zur Eneugung von Aldehyd erteilt worden
seien, trifft nicht zu; solche Patente 8 i n d erteilt erteilt worden,
die Veroffentlichung ist ihrer Kriegswichtigkeit wegen unterblieben. Im ubrigen gibt gewiS die Zahl der Patente kein MaB
Tatsikhlich bildet
ab fiir den praktischen Wert eines Verfahrem.
den wichtigsten Fortachritt auf dieaem Gebiete die Behandlung der
Reaktionsfliissigkeit (saure Queclrsilbersalzlosung) mit einem zirkulierenden AcetylenliberschuB, durch welchen der gebildete Aldehyd
unmittelbar nach seiner Entatehung dauernd der Reaktionsfliiesigkeit entzogen wird. Dim Arbeitsweise ist zuerat durch unaere
deutache Anmeldung C 22 203 vom 27./7. 1912 ausgelegt am 27./2.
1913 - bekannt geworden; sie ist vollq unabhhgig von den W u n
d e r 1i c h G r ii n s t e i n echen Anmeldungen und bildet wohl
dio Grundlage aller teohnisch ausgefiihrten Aldehydverfahren. Dae
deutache Patentamt hat sich indessen, abweichend von den Patentiimtern des Auslandes, auf den Standpunkt geetellt, daB dime Arbeitaweise durch die Mitteilung von E r d m a n n und K i j t h n e r
(Z. anorg. Chem. 1898, 56) vorweggenommen sei, und auf Grund
dieser Auffassung das Patent versagt. Hierdnrch ist dieae Arbeitaweise in Deutschland frei geworden. Mit Riicksicht auf den gegen uns
ganz grundlos erhobenen Vorwurf der Patentumgehung ist es bemerkenswert, da8 Herr Dip1.-Ing. N. G r ii n s t e i n nach Bekanntwerden unserer Anmeldung C 22 203 seinerseits vergeblich veraucht
hat, auf dime Arbeitsweise in Deutachland ein Patent 211 erhalten.
Coneortiurn f. elek4rochemkche Indwtrie i3. m. b. H.
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