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Die Brechung des Lichtes als Mittel quantitativer Bestimmungen.

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425
111.
Es
Die Brechzsng des Lichtes als .Mittel quantitutiver Bestimmungen ;
von E. Re i c he r t in Freiburg in Br.
ist bekannt, dafs in vielen Fallen pbysiknlisclie Beobachtringen ebenso geeignet sinii eiiien Kiirper qirantitativ
zu iiiitersurlien, als diek auf rhemischem Wege gescliebtm
kann, und wendet man bienu besonders a n das specifische
Genicht, die Siedetemperntur, die I ersrhiedene Ausdehnung
durch die Warme, die Spannuug dcr sich entwickelnden,
Hampfe, die Ausflufszeit aus cineiri Gefiifse; ja sogar ist
der Vorschlag gemnclit wordeo, die Capillaritiitsersclieinuiigen in engen Rohrclren zu benutzen. So verschiedeii n u n
die W a h l dieser Eigcnschaften auch seyn mag, itnmer ver langt m a n , dnfs die Bestimmurig mit rnnglichcter Scharfe
und der geririgsteu Schwiergkeit in der kiirzesten Zeit zu
rollenden sey, und iiainentlich wird inan hereitwillig nach
der physikalischen Methode greifeii, weiin wie diefs hei
viclen organischeii Kdrpern der Fall, sich ihrer quantitativen Bestimrniing grofse Schwierigkeiten entgcgenstellm.
Damit die Beobachtung scharf sey, ist unbedingt ndthig,
daCs einer kleinen Aenderting i n der Quantitlt des zu bestimmenden Kdrpers eine verhaltiiifsmiifsig grofse Aenderung in dcr Qoanfitat der physikalischen Eigenschaft eiitsprechc, eine Bcdingung, der iiicht gernde viele der vorhin
genannten Principien geniigeii. So kann die Methode den
Alkoholgehalt einer Fiiissigkeit aus cler Siedetelnperatur iiit
Hiilfe der Ebullioskope zu hestimmen von keiiier grofsen
Genauigkeit seyn, da einer Aenderuiig von I00 Gewichtsproeenten Alkohol eine Teioperaturanderuirg von nur 21,7" C.
entspricbt. Fugt man nocli hinzu, dafs der Siedepunkt nicht
genauer a h ungefahr l o bestimmt werdeii kann, ja sich sogar wahreud der Beobachtung selbst schon andern muk,
so ist begreiflich, dafs nach dieser Metliode durchschnittliclie FehIer von 2 his 3 Proc. vorkominen konnea. Haufig
426
sucht man in solchen Fallen die Fehler in der Construction des Apparates, und es tauchen eine Menge von Vorschltigen ZU Verbesserungen auf, die aber den Fehler des
Princips nicht cornpensiren kiinnen.
Wahrend nun viele Physiker und Chemiker die Brechung und Zerstreuung des Lichtes von Losungen aus der
cheinischen Constitution des LiSsungsmittels, und des aufgelosten Korpers ahzuleiten und Gesetze dey Abhingigkeit
je narh der Concentration der Fliissigkeiten zu finden sich
bemuhen, so schien mir der umgekehrte W e g der Uotersucbung von einem practischen Interesse fur die quantitative Analyse zii seyn, ohne dafs die thcoretische Seite, SObald iiberhaupt nur sichere Anhaltspiinkte gegeben sind, in
Hintergrund gestellt wiirde.
Es hat Jeder wohl schon oft die Beobachtung gemacht,
dafs wenn Losangen derselben Art und Temperatur, aber
von verschiedener Concentration zusammen gebracht werden in dem Gemische eine eigenthfimliche Erscheinung
~Schlierenasich zeigt, die von der ungleichen Brechung
des Lichtes der beiden Fliissigkeiten herriibrt.
Sehr auffallend zeigt sich diese Erscheinung wenn eine
Pipette mit der concentrirten Flussigkeit gefiillt in die andere
hineingebracht und auslaufen gelasseu wird. Man kann dann
beide Fliissigkeiten bis zur vollstandigen Mischung aufs
Deutlichste unterscheiden I). Die Scharfe dieser Erscheinung brachte mich auf die Idee, den Brechungsexponenten
oder vielmehr die prismatische Ablenkung des Lichtes durch
J,iisungen als Maafs ihres Procentgehaltes zu benntzen.
Die Vorschlgge zu solchen Bestimmungen sind tibrigens
nicht neu.
P o g g e n d o r ff sage im HandwBrterbuch der Chemie
unter dem Artikel Alkoholometrie I. Band 1. Aufl.: 8)Genaiiere Anzeigen ( des Alkoholgehaltes als das Schiltteln
und die Pulverprobe ) liefern Eigenschaften wie das Licbt1) Als ich 10 CC. einer Kochsalrlbsung von 2,31 Proc. nach und nach
auf 300 CC. verdiinnte, war es immer noch mBglich, dafs aus einer
Pipette sehr langsam sufliekende Wasser zu erkennen.
427
brechungsvermogen, die specifische Wrirme, Spaunkraft des
Dainpfes, Siedepuukt, sperifisches Gewicht usw. Was die
drei erstereu betrifft, so hat man sie bis jetzt noch nicht
benutzt; allein sie sind beim Alkohol uud Wasser verschieden genug, dafs inan glauben sollte, sie kbnnen zur
Erkennung der Stlirke eines Weingeistes dienlich segn. 11
S t e i n h e i l I ) gebiihrt das Verdienst, zum Zwecke quantitativer Bestimmuugen zuerst von der prismatischen Ablenk u n g des tichtes in seiner optisch - arsometrischen Bierprobe Gebrauch gemacht zu haben.
Von dem Grundsatz geleitet, dak der Extract- und Alkoholgehalt die Ablenkung vermeltren, der Extractgehalt
das specifkche Gewicht vermehrt, der Alkoholgehalt dagegen vermindert, stellte er einpirische Tafeln auf, welche
sogleich aus der optischen Probe und dem specrfischeii
Gewichte, den urspruuglichen Gehalt an Wiirze geben.
S t e i u h e i l collstriiirte zu dein Zweck einen optischen Ableitkungsapparat, dessen Construction a. a. 0.sebr ausfiibrlich besehrieben let; ferner eine Waage zur Bestimmung
des specifischen Gewichtes eigens eiagericbtet, um von der
Temperatur unabhaiigig zu werden. Die Resultate, die er
aus den Bestimmungen von 42 Miinrbner Bierprobeu inittbeilt, sind im Mittel auf -C_ O,U1 Proc. des AlLohols genau
und ist die grtbfste eiiirnd rorkommende Differenz 0,16 Proc.
Der Zucker- (Extract-) Gehalt stimrnt auf -C 0,02 Proc. und
iiberscbreitet die ebenfalls nur eininal vorkomuiende grsfste
Differtnz den Grlinawerth 0,OG nicht. E o g e l m a n n %) liat
(1850) mit demselben Apparate einige Wiesbadener Biere
untersucht und dabei Angabea der S t e i n h eil’schen Methode mit denen v o n B a l l i n g , F e h l i n g und der Destillationsprobe vergliehen, wobci er folgende Resultate
erbielt:
1) D i o g l e r polyteclm. Jourual Bd. 88, 99, 109, 110.
‘I) W a g n e r , Tech*olo& Bd. 3, S. 536.
428
Eiacli B a l l i n g
I
I
i’iacll S t e i n l i e i l
’
I
I
Piach k ’ c h l i n g
.- .--.
._
No. ~ _ _ _ _ _ _ - ~
1
2
3
4
Extract
1
$$ 1
5,w
Alkolinl
4,41
Extrart
6,40
6,2O
3,23
3,62
3,23
4,SO
5,10
I1
,
Alkohol
Extract
4,30
6,48
3,‘LO
3,6O
6,42
3,10
437
5,02
! Alkohol
till^rims--
probe
4,3‘L
4,IR
4,23
3,06
3,59
3.49
3,14
3;LO
Auch bier sind die Uebereinstimmungen sehr gut und bei
Weitein die optische Probe exacter als die Dcstillationsprobe. Doc11 scheiiit die S t e i n h eil’sche Methode sich
keiiier besouder n Verbreitoiig zu erfreuen. Den Grurid
konnte ich ebeuso weuig erfahren, als es inir milglich war
in den Besitz eines Instruments zu gelangen. Auch scheint
dasselbe in der Steinheil’schen Werkstltte nicht inehr
angefertigt zu werden, da er sich nicht im Kataloge verzeichnet findet.
Bei den Untersuchungen, die ich im Folgehden mittheilen merde, kam es mir zunschst darauf an, die Seharfe,
mit der die Beobachtungeii gemacht werden miissen, auszumitteln. Ich wnhlte tlazu eine Kochsalzl6sung, die sich
uicht durch hesonders starke Brechung auszeichuet, deren
Gehalt sehr genau bestimmt wrrden kann und mit Leichtigheit chemisch reiu herzustellen ist. Es wurde etwa
I Pfund kaufliches Kochsalz mit kohlensaureni Natron zur
Ausfalluiig des Kalkes, Magnesia usw. gekocht, sodanii mit
Chlorbaryum die Schwcfelshre gefallt, so aber, dafs eiu
starker Ueberschufs von kohlensaurem Natron blieb uod
filtrirt. Die nachher neutralisirte IA6suiig gab keine Spur
einer freinden Beimenguog durch Reagentien zu erkeoneu.
Das Kochsalz wurde zweimal aus destillirtem Wasser umkrystallisirt und jedes Ma1 bis zum gdnzlichen Verluste des
Zerkuisterungs~assers erhitzt. Der so erhaltene K6rper
laste sich ohiie jede Triibung im Wasser auf. Nun stellte
ich rnir funf Lasungen her, die mit I, 11, In, IV, V bezeichuet sind. Die auf 200 CC. Wasser nngef3hr 10, 22,
36, 52; 70 Grin. Kochsalz enthielten. Zo Heginn und am
Scblufs der Messmgcn ihrer prismatischen Ablenkungen
429
wurde je eine Probe in ein kleines Glaskugclchen gezogen,
dasselbe nach der Fiillong zugeschmolzen uud spater der
Kochsalzgehalt mit salpetersaurem Silberoxyd bestimmt. Ich
bezeichne die Losungen die vor den Beobachtungen eiogefullt wurden mit Ia, Ira, usw. nach den Beobachtungen
mit Ib, IIB usw. Die Resultate sind in der folgenden Tabelle enthalten :
No.
Gewicht der
Liisung
Ill
Ib
Ira
1Ib
llIa
111)
IV a
Vb
1
Ag CI
3,0781
3.2526
2;6166
2,5456
2,4665
0,3444
0,3651
0,6026
0,6584
0,8664
1,8849
0,6599 ’)
2.2759
313228
2,75I2
2,5623
1,1356
1,6591
1
Kochs2tzproc.
1,i289
1,6098
4,56
4,57
9,7G
9,77
14;32
14,25
20,35
20,35
25,61
25,61
Die Analyse zeigt, dab sich der Gehalt dieser NormallSsungen wabrend der Bestimmung der Ablenkungswinkel
nicht geandert hat.
Meesrlog der Ableokrxogen.
Der Apparat, dessen icb mich zur Messuog der Ablenkungen bediente, ist eiu sogenanntes B a b i n e t ’scbes Goniometer von U u b o s c q in Paris, das mir Hr. Hofrath
M i i l l e r aus der phys. Sammlung der hiesigen Universitat
wit grofser Bereitwilligktit uberliet : es konnten mit ziemlicher Sicherheit noch einzelne Minuten abgelesen werden ;
das Prisma war dem Apparate beigegeben und hatte einen
brechendcn Winkel von 52O 11’,5. Da es sich im Verlauf
der friiheren Messungen zeigte, dafa sehr vie1 auf eiiie constante Aufsteltung des Prismas ankam, ohne welche keine
iibereinstirnmenden Resultate zu erhalteii waren, so wurde
auf das Objectentischchen ein Dreieck gesetzt in dessen
Seiten das Prisma gerade pafste.
I ) Bei dem Aoswaschen des CI-Silber entstaad durch Sprhzen ein kleiner Verlust.
430
Diem Vorrichtong war so geniigend, dafs, weim man
das P r i m a herabnnliin und wieder arifsetzte, sieh keine Veranderung in der Lnge des Spaltbildea zeigte. Die M l e sungen geschahen so, dak man d u d die Mininuamstellung rechts und links, den Retrag einer Doppelablenkung
erhielt, wodurch die einfache Ablenkung auf 0',5 geaaa reyn
sollte; doch k t rliesclbe wegen solistiger Construction dee
Apparates nur nuf 1' gennu.
Als Licbtqiielle ist das homogene Natriumlicht benutzt,
das ich mir diirch ein Stilckchen (;lasrbhre in der Flamme
eines B II nseu'sclien Breiiners sehr bequcm und anhaltend
herstellte.
Die Messlingen mit den Nonnallosangen sind in folgender Tabelle mitgetheilt, in wclcher 5 drr Ablenlrungswinkel,
d a den Winkel, urn welcheri eine L6sung mebr ablenkt
als Wasser, welchen ich Y Ablenkungsdifferenz nenne, t die
Teinperatur und p die Proceute bedeuten.
11
I
I
r=200
c.
dn
HO
I
0,OO
436
II
$76
111
14,32
190 35',8
5.4
20 38,a
21 8,7
21 51,9
22 27,9
20
3O',1
le 3 , I
1 33,4
2 16,6
2 52,6
I
1=380c.
a'
1
190 2w,a
19 68 ,O
20 31 ,'I
21 0 , s
21 40,%
22 18,7
d8'
28',8
10
e,o
I 31,s
2 I I ,O
2 49,6
1
Untuscbied
fur 18'
da
- ds'
'
I ',3
,I
2.1
5,B
3,l
Ails der Tabelle
dein Procentgelialt nahetu proportional iat und dab einer
Minute Differentialablenkung ungefilhr 0,14 Pror. Kochsalz entsprechen. Hat man dahcr ein Instrument, lnlches
no& 0,1 Minute angiebt, so erhalt mati die h c e n t c auf
0,015 genau, ein Resriltat, wag dem Uner j d e n Analyse
gegeniiber geatellt werden kann.
Der Einflufs der Temperrtur ist alls der letzten Spalte
zu ersehen und kann hieraus herichtigt werden. Uebrigens will ich beinerken, dafs icb zur Bestimmuog des Tem-
43 1
peratureinflufses sowohl entlegenere Temperaturen als auch
ein Instrunient fur nothig halte, welches die Grofse d a unmittelbar und auf O',l genau angiebt. Die hier aogefuhrten
Werthe fur den Temperatureinflufs kiiunen nicht als vollig zuverlaissig betrachtet werden.
ES wlre nun sehr einfach aus den bekannten Werthen
VOII d a und p eine Interpolationsforme1 aufzustellen und
deren CoEfficienteu nach der Methode der kleinsten Quadrate zu berechnen. bber Jedermann kennt die Unbequemlichkeit der Handhabung soicher Formeln, und bedenkt
man nocb, dafs sie sich doch nicht genau den Resultaten
anpafst, so wird man diese Darstellung der Abhsngigkeit
nicht praktisch, zum mindesten unbequem finden. Ich habe
daher nach einer graphischen Methode gegriffen, die an
Einfachbeii und Genauigkcait nichts zu wutischen iibrig bfst
und sich in allen Ftillen brauchbar zeigt, wo eine Grofse
einer andern nahezu proportional ist, 2. B. Procendgkeit
einer Lbsung und das urn 1 verminderte spec. Gewicht.
Die Gleichung, die zwischen p und d a ftir eine bestimmte Temperatur existirt, kann dargestellt werden durch:
+
+.
+...
p =a. 3 a 19. da2 y da'
wobei die CoEfficienten a, p, y . . . far jede L1Ssung aus
dea Beobacbtungen abzuleiten waren; man erhielte zurn
mindesten vier Glieder. Nun kann man auch setzen:
p =d a (a+ P I d a
+y .da' +...)
1st nun die G d s e p der d a nahezu proportional, so
wird die GrOfse in der Parenthese nabezu constant seyn
und sich als Function von 5 a sehr genau graphisch darstellen lassen; sie werde mit w bezeichnet. Ist die Tafel
entworfen, so kann man fur jedes d a das zugehiirige w
finden und der Procentgehalt p =20. da.
Die folgende Tabelle enthalt die Werthe von w fur
die Normallbsung bei 20°, 30°, 38" C.
432
1
U,1516
0, I553
0, I5Fi5
I1
1'1
IV
V
0, I547
0,1533
0, I562
0, I553
0,1490
0, I4h4
Oll5'L4
0, I499
O,lbi5
0, I568
11,1553
0,1911
Diese Werthe von w sind in Fig. 7 Taf. V grapbiscb
dargrstellt, in welcher die Ablenkungsdifferenzen durch die
Abscisse und die 20 drirch die Ordinaten ausgedriickt eind. Es
ist nun leicht fur alle Ablenkungsdifferenzen und Temperaturen zwischen 2C1° und 38O C. den Procentgehalt einer
Kochsalzlhmg ZII finden.
Man habe z. B. gefunden da=112',5 und t=25,3,
so findet man ails der Tabelle w = 0,1526 folgKch
p = 0,1526. 1123 = 17,17 Proc.
Eiri Fehler einer Eiuheit der 4. Decimale bei der Bestiminung von w entspricht im ungiinstigsten Falle 0,016 Proc.
uiid man sieht, dafs es vor Allem darauf ankommt, die AbIenkungsdiEerenz mbglichst srharf zu bestimmen.
Urn die Methode zu controliren und namentlich die Fehlerquellen kennen zu lernen wurden Gegenmessungen angestellt und zwar ist der Procentgehalt der Controllfiaungen so gew.iihlt, dafs er in die. Mitte der Norrnall(lsungen
fgllt. Es wurde erhalten bei 20" C.:
No.
1
Aa
1
2
1
3
1 0 17.5
( 2
1 u
53;O
, 0
t i
14'.0
45 :5
A a'
I6'J
47,6
1 0 18 ,a
1 55,o
2 35,O
6
2
j
p apt.
15l.2
1
2.27
2,26
22,89
12,02
17,538
23,OZ
!
!
'
p them.
;,I2
1 54;O
2 34,O
Die Ablenkungsdifferenzen A u und da' differiren durchsrhnittlich u m 2'Minuten, da im ersten Falle der Nullpunkt
um eine Minute zii grofs, im andern urn eine zu klein gefrinden wurde. Da sich dic Fehler in Bestiminung des Nullpiinktes zufallig aufheben, so harmoniren die Resultate so
433
auterordentlich mit der chemischen Analyse. Es ist also
fur exacte Messungen zweckmafsig von der Bestimmuug
des Nullpunktes unabhangig zu werden.
Bevor diese Bestirnrnungen ihren angefiihrten Gang hatten, habe ich auch iioch WeingeLt, Es+igs:iure, Zuckerlasungeu den Beobachtungen uiiterworfen und dabei gefunden, dafs die Zuckeiliisuiigen ungefrihr ebeuso starke Ablenkungen geben als Kochsalz, Weingeist und E-sipzure
aber nur etwa die Halfte; bei Weingeist aufserdern nur
fiir niedere Procente, weil, schon nach den Untersuchungen
vou Hrn. D e v i l l e , der Alkohol ein Maximum der Ablenkung besitzt, so dafs sich derselbe nur bis zu etwa 35 Proc.
genau bestiinmeu Iafst. Die weitere Untersuchung dieser
Korper habe ich wegen der unzureichenden Geuauigkeit
des Apparates unterlassen und verschiebe sie auf die Zeit,
da ein Instrument, welches eigens zu diesern Zwecke construirt, mir zu Gebote stehen wird.
Apparate.
Damit ein Instrument den uns gestellten Zweckeu geniige, ist erforderlich:
1) Eine vollstaudige Compensirung des Ablenkungswinkels durch das Losungsmittel, so d a t man nur den
WiokeI d a zu messen bat.
2) Man mufs daher jederzeit auf den Nullpunkt des
Winkels d a einstellen kdnnen.
3) die G r s b e d a sol1 maglichst grok und ihre Messung mirglicbst scharf werden.
4 ) Die Instrumente massen solcbe Correctionen zolassen, dafs ihre Angaben identisch gemacht werden konnen.
5 ) Sebr zweckinafsig ware es, wenn auf die eine oder
andere Weise die Flussigkeiten in dem Prislna erwarmt
werden konnten.
Der S t e i n h e i l ’ s c h e Apparat ’), den ich als bekaiint
voraussetze, lafst eine unmittelbare und genaue Messung der
Grafse d a zu; auch enthalt derselbe eine Vorrichtung um
die Angaben der Instrumente identisch zu machen. DageJoarn. Bd. 99.
PoggendorfPs Annal. Bd. CXXVI.
1) D i n g l e ? , polyt.
28
434
gen ware zu wiinschen: dafs man zu jeder Zeit auf den
Nullpunkt einstellen kiinnte, was nur dann maglicb, wenn
beide Kainuiern mit derselben Fliissigkeit gefiillt sind. h e r
Apparat ist der Natur der Sache nach nur fur solche Fliissigkeiten anwendbar, die das Messing nicht angeifen; auch
wird deinselben ein Mange1 an Helligkeit und Ueutlichkeit
vorgeworfen. Der Apparat zu dein ich im Folgenden einen
Vorschlag mittheile, h a t den Vortheil sich voii selbst eiuzustellen und lafst sich mit dem Spectralapparat sehr leicbt,
wie mir scheint, verbinden. Es ist A Fig. 5 Taf. V eiu
unvollstandiges Fernrohr mit der Objectivlinse in a, in deren Brcnnpuukt b sich eine Glasplatte befindet, auf welche
eine Scale nebst Nonius photographirt ist. Die Scale muk
solchen Umfang haben, dafs ihre beiden Endem mit dem
Mittelpunkt der Objectivlinse einen Winkel von 6O bilden.
Der Nonius ist von der Scale ein Millimeter eutfernt. Von
diesem Zwischenraum zieht sich durch das verkiinte Feknrohr bis ans Objectiv eine horizontale Scheidewand, so
dafs in die obere Halfte des Objectivs nur die Strahlen
der Scale, in die untere nur die des Nonius fallen. Dicht
vor der Objectivlinse und mit dem Fernrohr verbunden
steht das doppelt durchbohrte Prisma von 60° brechendem
Winkel, dessen jede Oeffnuog einen Halbkreis bildet und
dessen Verticnldurchschnitt i n Fig. 6 Taf. V dargestellt ist.
1
' 0 und w'mid die EinguCsGffnungen und lassen sich durch
Glasstopfen oder besser durch eingeschliffene Thermometer schliefsen; die Scheidewand s fallt genau mit der im
verkiirzten Ferurohr zusnmmen. B ist das Beobachtungsfernrohr und sol1 eine 18 bis 27fache Vergri)fserung besitzen. Wirtf iiun vor die Scale eine Natriumflamme gebrncht und beide Hohlraume des Prismas mit Wasser gefullt und das Beobachtungsfernrohr richtig eingestellt, so
m r d man in dernselbcn den Nullpunkt der Scale init dem
dcs Nonius zusammtnfallen sehen; fiillt man aber den obern
Hohiraum mit eiiier Lasung, so zeigt sich durch die starkere Rrechung das Scalenbild verschoben uiid mail wird
den Betrag der Verschiebung (die Grijfse d a ) im Fern-
435
rohr ablesen kiinnen, doch sind noch zwei Umstande zu beriicksichtigen. Einmal werden die Theilstriche des Nonius
nicht die der Scale wegen ihre Entfernung treffen; dem kann
man durch ein Flachprisma, welches zwischen Nonius und
Objectivlinse gesetzt wird, abhelfen. Daun werden die
Abstande zweier Theilstriche der Scale im Vergleiche zu
denen des Nonius UUI so kleiner, je grofser die Verscbiebung des Scalenbildes wird. I n diesem Falle liest man am
Nullpunkt des Noriius ab uiid schatzt den etwaigen Abstand. Urn eine Vergleichbarkeit der Instrumente zu erxntiglichen, werde das Prisma ein for alleinal auf das Minimum der Ablenkung fiir Wasser bei 17O,li C. gestellt;
die Scalentheile werden so gewahlt, dals, wenn eine Kocbsalzlbsnng von 25 Proc. in die ohere Oeffnung gebrarht
wird, die Ablesung bei 17”,5 C. 250 Theilstriche betragt.
Die nahere Ausfuhrung , namentlich der constructive
Theil des Apparates, ist Sache dee Optikers und wzren mir
Mittheilungen iiber die Herstellung sehr erwuascht.
IV.
R u t h e r f u r d ’ s Photographie des
Spectrums; von J. jniiller.
( A m den Schrifien d. Freiburger Gesll. ; vom Hm. Verf. mitgetheilt.)
E r s t durch die Entdeckung und eingehendere Untersuchurig der Fraunhofer’schen Linien wurden feste Marken
im Spectrum nachgewiesen, durch welche eine genauere
Bestimmung der Brechungsexponenten und eioe Vergleichung der Zerstreuungsverbalt~~isseverscliiedener SubstanZen miiglich wurde; erst durch die Entdeckung der Fraunhofer’schen Linien wiirde deui Optiker ein fester hnhaltspunkt zur Constructioii achromatischer Objective in die
Hand gegeben. Uiese Entdeckung war also fiir Theorie
und Praxis von der hochsten Wichtigkeit. Zur Erreichung
2S*
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