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Die Chemie des Waldes.

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ALufsatdteII
Max Siegfried 5.
9s. Jahrgang 19W1
-
85
Waeaer: Die Chemie des Waldes
Zeitschrift fur aiigewaiidte Chemie
Band I, S. 85-92
I
Aufsatztcil
13. April 1920
Max Siegfried j-.
Am 22.12. 1920 starb dcr ord. Professor der physiologischen
Chemie an der Universitit Leipzig, Dr. Phil., Dr. med. h. c. $1 a x
P i e g f r i e d nach langerem Leidcn. Wenn er anch nicht mphr
unter den Waffen gestanden hat, so ist S i c g f r i e d doch ein Opfer
des Weltkrieges geworden. Der Heldentod zweier bluhender Sohne
und Deutschlands Zusammenbruch im Herbst 1918 gaben den AnstoB zu der Krankheit, der er schlie5lich erlegen ist.
M a x S i e g f r i e d wurde am 6.14. 1864 in Leipzig geboren,
er besuchte die Nikolaischule und studierte in Murichen und Leipzig,
woselbst er imJahre1887bei Joh. W i s l i c e n u s rnit einer Arbeit iiber
die Einwirkung von Dichlorather auf Dioxybenzole promovierte.
Schon bei dieser ungewohnlich~ muhevollen und subtilen Untersuchung zeigte sich S i e g f r i e d s Begabung ,schier unentwirrbaro
Gemische von amorphen Stoffen zu meistern. Nach kurzcr Betiitigung in der Technik wurde S i e g f r i e d von C a r 1 L u d w i g
air, zweiter chemischer Assistent an das physiologieche Institut
zu Leipzig berufen. Hier wirkte er, zuerst zusammen mit D r e c h
s e 1 ,spater,als dcssen Nachfolger an erst.er Stelle; 1892 habilitierte
cr sich fur Chemie, 1897 wurcle er zuin a. 0. Professor in der medizinischen Fakultat ernannt, 1910 wurde eT ehrenhalber zuin Dr. med.
promoviert; 1916 wurde cr bei der Schaffyg eines selbstandigen
Lehrstuhls fur physiologische Chemie Zuni ordentlichen Honorarprofessor und 1919 zum ordentlichen Professor befordert.
ZU Beginn seiner wiseenschaftlichen Arbeiten betatigte sich
S i e g f r i e d in den Ideenkreisen C a r 1 L u d w i g s; er studierte
die Wandlungen der Blntfarbstoffe in der Blutbahn und entdeckte
in dem Reticulin ein Produkt der Stutzsubstanz der Darmschleinihaut und wies das Vorkommen desselben Ftoffes in den Lymphdrusen nach.
Ganz selbstandig ging er dann bei seinen Untersurhungen iiber
die A b b a u p r o d i i k t e d e s E i w e i B vor. Als erste Frucht
seiner Forschungen ist hier die Abscheidung der P h o s p h o r f 1 e i s c h s 5 u r e aus den1 Tleisch und Fleischextrakten mittels der
Eisenverbindung zu nennen; er entdeckte ihreri von L i e b i g iibersehenen Phosphorgehalt und wies nach, daB diese Substanz zu dcn
3 11 c 1 c o s e genannten Korpe~ngehort. S i e g f r i e d
ron ihm I
&ellte fest', daB sich die Phosphorfleischsaure auch in der Milch vor
findet, daB sie einen wichtigen Betriebsstoff der hhskeln bildet
und einen Teil des beim Aufbau des tierischen Kbrpers notigen
Phosphors vermittelt.
I m AnschluB hieran begann S i e g f r i e d seine Arbeiteii iiber
die von TZ u h n e entdeckten und als P e p t o n e bezaichneten
Spaltungsprodukte des EiweilJ. F,r ging dabei von der Anscliauung
Bus, da13 ee zur Erforschung des EiweiBmolekuls not.ig sei, nicht nur
nach dem Vorgang von K 0 s s e l und E m i l F i s c h o r das EiweiB
in fjeine Ietzten Bestandteile zu zerlegen, sondern durch vorsichtigen
Abbau Zwischenprndukte zu gewinnen. um so einen genaueren Einblick in die Gruppierung dcr letxten Spaltungsstiicke zu gewinnen.
Mittels seiner Eisenmethode stellte S i e g f r i e d reine Peptone dar,
aus denen er dann, wiederum durch vorsiehtige Spaltung, die K y r i n F: bereitt-te, krystallisierte Bnsen, die Rich schlieDlich in Diaminosauren, wie Arginin und Lysin, und Monaminosiiuren, wie Glytamin
saure und Glykokoll zerlegen lassen. Zur Charakterisierung der
Aminosauren benutzte er die von ihm entdeckte ,,Carbaminoreaktion". Die Ergebnisse. der Forschungen uber die partielle Hydrolyse
des JGweiB stellte er in einer Monograpnie (Berlin 1916) zusnmmm;
aus ihr kann man die Bcdeutsamkeit vcm S i e g f r i e d s Lebenswerk
als Forscher erkennen.
M a x 8 i e g f r i e d war ein t r e f h h e r Lehrer, der seine Doktoranden zu exakter Arbcit und zu eigenem Denken zu Erziehen wuBte;
seine Vorlesungen waren k!ar, anregend und mit wohl durchdacht,en
Versuchen auagestattet.
M a x S i e g f r i e d war einer der Griinder der Leipziger chemischen Grselischaft, auch dem Vcrein deutsck e . Chemiker schlod er
sich bereits friihzeitig an. Sowchl bci den Chemikern wie bei den
Medizinern stand S i e g f r i c d in hoher Achtung; wuBten sie doch,
da5 sie bc i ihm stets sachkundipen Rat und fachmiinnische Anregung
fanden. Wahrend des Krkges arbcitete M a x S i e g f r i e d eifrig
im Dienste der Ernahrung winer Vaterstadt..
S i e g f r i e d lebte in gl2ck:ichster Ehe; seine ganze freie Zeit
widmete er seiner Familie und seinen Freunden.
Alle, die wir ihn naher gckaimt haben, werden ihm ein treues
Andenken bewahren; dafiir iiaB sein Name in den Annalen der
chemischen Wissenschaft nicht vergessen wird, burgen seine Leistungen mif dem Gebiet der EiweiBchemie.
B. Rassow. [A. 40.)
Die Chemie des Waldes.
Abgesehen von wichtiger B ~ c h l i t e r a t u r ~sind
) namentlich die
Arbeiten von E. H e u s c r und C. S k i o 1 d e b r a n d5) uber das
Lignin des Hokes, von J. K o n i g und E. B e c kera] uber die
Bestandteile des Holzes und ihre wirtschaftliche Verwertung, von
P. W a e n ti g und W. G i e r i s c h?) iiber die Bestimmung des
Verholzungsgrades von Pflanzenfasern, sowie von C a r 1 G.
S c h w a 1 b c und E. B e c k e re) uber die cheniische Zusammensetzung einiger deutscher Holzarten beachtenswert. Wichtigc
Fingerzeige bringen die Versuche von F r a n z F i s c h e r und $1.
K 1 e i n s t ti c ke) iiber die Druckextraktion von Holz (Buche,
Fichte, amerikanische Kiefer, Eiche, Pappel, Kiefernadeln, Laubblatter, Buchenrinde) usw. mit trockenem und feuchtem Benzol.
Bei 250' lassen sich z. B. bei der Fichte 16,2% (gegen 0,24% bei
Atmospharendruck) extrahieren. Die Druckextrakte aus Holzern
sind braunschwarz glanzende, nicist schon bei Handwarme erweichende
Massen. Die Druckextrakte von Kiefernadeln, Laub- und Farnblattern habcn wachsartiges Aussehen. Bei Gegenwart von Wasser
ausgefuhrte Benzoldruckexfraktionen von Holz sind zum Teil noch
gunstiger. I m wasserigen Anteil wurden danrf Ameisenstiurc, Essigsaure, Formaldehyd und Acctaldehyd gefunden. Von Pappelholz
4, B i n z , L e p p l a , S c h w a p p a c h , Waldbestande und
Wasserkriifte. Bei Fr. Vieweg & S o h , Braunschweig 1917. v.
M a m m e n , R i e b e 1 , W a p p e s , Wald- u. Forstwirtschaft
im Weltkriege. Verlag Globus, Dresden-Leipzig 1916. v. M a m
m e n ,F r a n z ,Die Bedeutung des Waldes, insbesondere im Kriege.
Verlag Globus, Dresden-Leipzig 1916.
5, Angew. Chem. 32, I, 41 ff. [1919].
") Ebenda 155ff.
7) Ebenda 173ff.
*) Ebenda 229ff. und C a r 1 G. S c h w a l b e , Zur Kenntnie der
Holzzellstoffe, ebenda 31, I, 50, 57 [1918].
s, Chem. Zentralbl. 1919, IV, 9 4 0 4 1 .
-
Von Dr. Ing. BRUNOWAESER.
(Eingeg. S1./1. 1920.)
Ebenso eng, wie die Seele des Waldes rnit der Volkspoesie deutwhen Wesens verkniipft ist, ebenso unaufloslich sind auch die Bande
zmischen den realen Gutern des Waldes und dem Wirtschaftsleben
unseres Heimatlandes'). Die Bedeutung des deutschen Waldes als
Wirtschaftsfaktor ist in raschem Steigen begriffena). Auf jeden Fall
solltendie Anregungenvon Wilh. A. D y e s 3 ) , , H o l z - o d e r C e l l u 1 o s e - I n s t i t u t" Beachtung finden, denn wir mussen aus unseren
deutschen Rohstoffen - und der Wnld ist ein Rohstofferzeuger unter dem unerhorten Druck einer sehr niedrigen Valuta iind der
starken Steuerbelastung das herausholen, was irgend moglich ist.*)
l) Vgl. H. W e b e r , Die Bedeutung des deutschen Waldes ah
Holzversorgungsquelle; ,,Technik und Wirtschaft" 1919, 763.
A. 3 i n z , Rohstoffe aus unserer Land- und Forstwirtschaft, Chem.
Zentralbl. 1919, IV, 536.
2, Man denke nur an den steigenden Wert des Holzes, an die Verwendung der HolzceHulose in der Sprengstoff- und Textilindustrie,
an die heimische Holzwirtschaft u. a. mehr.
8 ) Chem.-Ztg. 43, 285, 305 [1919], und die Kontroverse C a r 1
G. S c h w a 1 b e-Wilh. A. D y e s : Cheni.-Ztg. 43,547-48[1919];
8. a. Umschau 23, 79 [1919]; Hauptvers. Ver. Zellstoff- und PapierCheiniker: Angew. Chem. 32, 11, 780 [1919]; 8. a. Chem.-Ztg. 43,
196, 804 [1919].
*) Anm. d. Sehrjftleitung: Derartjge Institute g'bt e8 bereite in
Ebeiswalde, Tharand, Darmstadt, und auch die Foischungsinstitute
fur Textilchemie in Dresden, Karlsruho und Reutlingen beschaftigen
aich mit den ehschltig'gen Fragen,
Angew. Cliem. 1920. Aufuatatell (Band I) zu Nr. ir0.
-
15
konnten durch einmalige Extraktion rnit Wasser bei 250' 83%,
bei- Buchenholz sogar 85% in Lij,ung gcbracht werden. Neben
Aceton und Sauren sind in diesen Auszugen Bienzcatechin, Furfurol,
Formaldehyd und Acetaldehyd festgestellt,.
i ! Fur das S t o c k - o d e r 8 t u b b e n r o d e n sollte die S p r e n g
a r b e i t l O ) allgememer eingefiihrt werden, d a sie rentabler ist,
alles Holz zu gewinnen gestattet und d e n s o d e n fiir die spiiteren
Pflanzenkulturen gut auflockert. Mit Handarbeit konnen 2-3 Mann
an einem Tage rund 2 Stocke mittleren Durchmessers roden, ein
SchieBmeister rnit zwei Hilfskraften schafft aber in der gleichen Zeit
150-200 Stuck und ist unabhangiger von der Art des Bodens.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Mitt,eilung von E.
N e u m a n rill), daB man bereits vor 200 Jahren in England mit
Schwarzpulver rodete. Das L a n d w i r t s c h a f t, s m i n i s t e
r i u m l2) d e r V e r e i n i g t e n S t a a t e n v o n N o r d a m e r i k a kaufte fur 10,3 Mill. Doll. Salpeter zur Verarbeitung auf
Dynamit fiir Urbarmachung von Waldland und fiir StraBenbau.
Auf der Leipziger Messe 191913) war die Vorfiihrung der Leute
sparenden Baumfiillmaschine ,, S e c t o r " von besonderer Bedeutung. Ubrigens war auch die Beteiligung der Industrie fiir Holzbearbeitnngsniasehinen und Werlizeuge in Leipzig eine sehr rege.
Die Lage des H o 1 z m a r k t e s13) ist cine zieinlich verworrene,
da starke Taxuberschreitungen bei allen forstamtlichen Versteigerungen an der Tagesordnung sind. Die Ware wird oft mit 300-500%
iiber dem forstbehordlichen Anschlag verkauft. Der Nachfrage
seitens der Papier-, Mobel- und Waggonbauindustrie konnte nur in
den seltensten Fallen geniigt werden. I n samt'lichen deutschen
Forsten sind die Einschlage (am dem Hannoverschen berichtet man
schon von der Gefahr der Entwaldung als Folge der Kohlennot)
bedeutend elhoht worden, um vor allem Brennholz fiii. die Stadte
zu bekommen. Doch auch hier iiberstieg die Xachfrage das Angebot
und die Vorriite bei weitem.
Gerade vom chemischen Standpunkt aus ist die Veroffentlichung von E d. R. B e s e m f e 1 d e rl*) uber das Verfahren zur
H o l z s c h n e l l r e i f p n g von B e n n o S c h i l d e , G.m.b.H.,,
H e r s i e 1 d (H e s s e n - N a s s a u) interessant, das darauf beruht,
das waldfrische Holz den Dampfen von Trichlorathyien auszusetien,
die das Holz binnen kurzem austrocknen. Infolge Matel ialknappheit
konnte die genannte Firma wiihrend des Krieges leider nur einige
Versuche fiir die Militarbehorde ausfuhren, die indessen sehr befriedigende Ergebnisse hatten, und auf Grund derer ein Normalapparat von 10 m Baulange bei 3 m Durchmcsser in Auftrag gegeben
m d e . Es soll nach dem Verfahren z. B. gelingen, aus frisch gesohnittenem Kiefernholz in etwa 3 Tagen eine Ware herzustellen,
die einem jahrelang an der Luft getrockneten Holz vollig gleicht.
Es werden dabei erhebliche Mengeii Harz und Terpentinol gewonnen,
und es soll moglich sein, am einem Baum, der vor ein paar Tagen noch
frischgriin im Forste stand, sofort ein reiB- und verzugsicheres Mbbelstuck zimmern zu konnen. Die Betriebskosten sollen durch den Erlos
a m den Nebenerzeugnissen gedeckt werden. Uber die Vorgiinge beim
Trocknen von Holz belichtet ganz allgemein H.' D. Tiemann15).
. Wahrend vor. dem &iege
der deutsche Eolzverbrauch zu drei
Viertel aus eigenen Forsten und zu einem Viertel durch Einfuhr gedeckt
wurde, museen wir fortan mit dem Wegfall der Einfuhr rechnen
and zudem annehmen, daB von der Seibsterzeugung mindestens ein
Diittel nach auswiirts gehen wird, d. h. wir mussen jetxtmit der Hiilfte
des Holzes auskommen, das vor 1914 verbraucht wurde. Durch diese
Tatsache istdie Frage der H o l z k o n s e r v i e r u n g zu oinem brennenden volkswirtschaftiichen Problem geworden. Nach F. M o 1 IlB) genieBen fast 3000 Veifahren niit 100 verschiedenen Stoffen fiir Holzimpitignierung gewei biichen Rechtsschutz, doch haben sich nur
wenige als brauchbar erwiesen. Weit vei breitet ist die T e e r 6 1
i m p r a g n i e r u n g (Eisenbahnschwellen, Wasserbau- und
-
-
BruckenholzerL fiir die in Deutschland rund 50 Anlagen17)
- . zur Vertiigung stehen. Die alte B e t h e l l s c h e V o l l i m p r a g n i e r u n g ist seit 1902 durch die S p a r v e r f a h r e n , .spez. nach
R ii p i n g und G. R ii t g e r s abgelost, die rund 100 kg 0 1 fur den
Kubikmeter Holz verbrauchen. Von maBgebender Seite le) wird beEiirchtet, daB die Verwendung der Teerolimpriignierung nachlassen
wird, da ihr Rohstoff anderweit zu groBen Absatz findet. Dabei ist
nach meinem Dafiirhalten aber noch zu erwagen, wie weit sich Tieftemperaturderivate usw. fur Impragnierungszwecke eignen werden,
da diese dann als vollwertiger Xrsatz fiir die alten Teerole in Frage
kommen wiirden. Bis 1900 bediente sich die deutsche Telegraphenverwaltung zur Konservierung ihrer Masten des B o u c h c r i e V e r f a h r e n s mit Kupfervitriol. Heute ist diese Methode allgemein aufgegeben worden. Ahnlich ist es in Deutschland auch der
Impragnierung mit Chlorzink ergangen. Sehr wichtig ist dagegen
die um 1840 eingefuhrte Behandlung mit einer 2/30/b igen Sublimat,.
losung nach K y a n geworden. Kyanisiert'*) werden in erster Lmie
Leitungsmaste, Gartnereiartikel, Kebpfiihle usw. Die Lebensdauer
der kyanisierten Holzer ist etwas geringer als die der nach dem
TeerolprozeB behandelten. Die Wirtmhaftlichkeit des Verfahrens ist
Lhnlich. Bcdeutende Firmen auf diesem Gebiete sind K a t z &
K1 u m p in Gernsbach und K u p s c h & S e i d 6 1 in Berlin.
Versuche der osterreichischen Telegraphenverwaltung gaben den
AnstoB zur Einfuhrung der Fluorverbindungenl9) durch die G r IT
b e n h o l z - I m p r ' i i g n i e r u n g G. m. b. H., I n g e n i e u r
W o l m a n . Die ,, W o l m a n s c h e n S a l z g e m i s c h e " bestelien hauptsachlich aus Natriumfluorid. Sie haben sich derart gut
bewahrt, daB die Grubenholzimpragnierung nach diesem Verfahren
innerhalb weniger Jahre in',der 'l'echnik einen fast einzigartigen Aufschwung zu verzeichnen hatt.e. Fur Rchwellen, Masten usw. hat sich
die Methode inzwischen auch eingefiilut.
Grundbestandteile aller wirksamen Schut,zstoffe sind Quecksilber, Kupfer, Zink und Fluor. Der Impragnierungswert der verwhiedenen Yluorverbindungen ist genau proportional der Menge
des darin enthaltenden Fluors. Fachleute stellen dem K y a n i s i e rund dem W o 1 m a n v e r f a h r e n die giinstigste Prognose.
Allerdings bleiben wir bei der Einfuhr von Quecksilber auf das Ausland angewiesen, so daB es fiir den Chemiker lohnend sein wiirde,
hier ein anderes. ebenso wirksalues Metall oder Metalloid zu-finden,
dessen Verbindungen uns im Inland reichlich zur Verfiigung stehen. Unter Namen wie K u b a , O l y m p i a , C i ' m , N a s s o v i a
sind Nat,riumzinkatpraparate im Handel, wahrend A c z o 1 und
V i s z a 1 Bezeichnungen fiir Kupferverbindungen sind.
Allgemeine Uberfiichten iiber die Holzkonservierwig bringen u. a.
P. M a r t e 1 lZo),F. M o 1 PI), S. H a 1 e nZE)
und P. M. G r e m p 8 2 3 )
Nach Untersuchungen von R. F a 1 c k24) sind als Schwammschutzmittel des Holzes in erster Linie Fluornatrium, 2,4-Dinitrophenol
und Dinitro-o-kresol wichtig. Besonders bewahrt hat sich eine
Mischung aus 85-95 Gewichtsteilen Fiuornatrium und 5-15 Teilen
Dinitrophenol oder Dinitrokresolsalz. E. L i n d o sk6) bespricht die
&age der Holzimpriignierung vom Standpunkt des Schiffbauers
aus, F. hi o I Iz6) behandelt die Holzkonservierung in Brennereien
und T h. W o 1 f f Z 7 ) die fur den Bergbau.
Speziell f i i r die n o p e n empfiehlt F. M o 1 12*) im D. R P. 310875,
10 Gewichtsteile Arsenik in 32 Gewichtsteilen konz. SalzsiLure
(1,19 spez. Gew.) aufzulosen und diese Losung in sehr vie1 Wasser
einzugieBen. Subiimat lost sich leicht in der Losung dieses Priiparats.
Um die Ausscheidung von arseniger Saure rnit Sicherheit auszuschlieBen, setzf man 0,5-1% Buchenholzteer zu. Das Mittel schutzt
das Holz gegen die unter dem Namen ,,weiBe Ameisen" b e k w t e n
Termiten. Uber ein HolzschutzprLparat der Firma F r. R e i n
h o 1 d G o c h t, , s. Umschau 23, 32 [1919]. Rezepte zu verschiedenen Holzschutzfiussigkeiten bringt die Chem.-techn. Ind. 1919,
-
'
-
17) Meist d. Konzern d. Riitgers-Werke A-G. i. Berlin angehorig.
lo) Vgl. z. B. das ,,Ammoncahucit"-Verfahren der Bayerischen
la) Vgl. R. N o w o t n y , Chem. Zentralbl. 1919, 11, 524.
Sprengstoff-A.-G., Niirnbeig, Konigstorgraben 3, ferner das ,,Ro~iilV)
Vgl. H. N o w o t n y , Chem.-Ztg. 42, 314 [1918]; D. R. P.
pelit-C;-8plengkultur-VelfahAen"der Dlesdner Dynamitfabiik, A-G.,
Uresden, Abtig. Landwhtschaft: Umschau Zd, 576 [1919]. Welt 299 761 der Grubenholzimpr. G. m. b. H. betr. Verwendung von
verbreitet ist auch das Spiengen rnit iliissiger Luit: Sprengluft- fluorsulfosauren Salzen.
no) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 124.
Ges. B-rlin; Angew. Chem 34, 11, 804 [1919].
21) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 290; s. a. Ful3note 16.
11) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 793.
12) Chem. Zrntralbl. 1919, lV, 550; Kunststoffe 9, 45 [1919].
12) Chem.-Ztg. 43, 644 [1919].
Chem. Zentralbl. 1919, IV, 1124.
la) Siidd. lndustiieblatt 24, 2271 [1919].
2*) Z. f. angew. Botanik 1919, Nr. 11 und 12. (Botanikertng in
la) Chem.-Ztg. 1916/1917; Chem. lnd. 1917, Nr. 1 und 2; ForstHann.-Miinden,. 4./8.1919.)
wissensch. Zentiaibl. 1919, Heft 2 ; Z. f. Abfallverw. 1919, 76ff.;
25) Chem. Zentralbl. 1919, IV, 97-98.
Deutacher Holzmarkt- u. Poistanzeiger 1919, Nr. 65; Chem. Zentralbl.
2E) Chem. Zentralbl. 1919, IV, 235; Brennerei-Ztg. 1919, Nr. 135;
1919, 11, 9/10.
8. a. FuBnote 16 und 21.
16) Chem. Zentralbl. 1919, IV, 847.
Chem. Zentralbl. 1919, IV, 797.
Angew. Chem. 31, I, 224 [1918]; Siidd. Indurtrieblatt 1919,
Chem, Zentralbl. 1919, 11, 447,
1586; 8, a. fiir Japan: Chem.*Ztg. 43, 671 (lOl91.
AIlP88tZbfl
Bb Jahrgang 19201
87
Weeser: Die Chemie des Waldes
-.__--
Nr. 26, 2. Holz, das rnit Formaldehyd imprhgniert war, kann mit
Caseinleim nur schwer geleimt werden. Die L u f t s c h i f f b a u
Ges. S c h i i t t e - L a n z i n M a n n h e i m - R h e i n a u 2 9 ) fand
nun, daB man die Reste von Formaldehyd erst durch H20, und
Ammoniak zerstoren muB (D. R. P. 309 423). Nach dem D. R. P.
306600sO) der B a u h o l z k o n s e r v i e r u n g G. m. b. H. in
B e r I i n wird Holz durch Tranken mit Losungen von Ammoniumund Magnesiumsulfat unter Zusatz von Alkalisalzen feuersicher gemacht. - In Norwegen (bei Sarvik) hat die A.4. N o r s k I m p r e g n e r i n g s k o m p a g n iS1) als erste einheimische Gesellschaft im Mai 1919 ihren Betrieb eroffnet. Durch Anwendung inipragnierten Nutzholzes werden Eisenbahn-, Telephon- und. Telegraphieverwaltung jahrlich 50000 cbm = 6 Mill. Kr. ersparen
konnen. Die Anlage ist rnit einem Aktienkapital von 1,6 Mill. Kr.
erbaut und sol1 jiihrlich 130000 Leitungsmaste impragnieren konnen
(iiber die aussichtsreiche Trocknung und Konservierung des Holzes
durch Elektrizitiit s. Siidd. 1nd.-Blatt 1920, 138).
Was fur die Holztechnik die Frage der Holzimpragnierung ist,
das ist fiir den Forstmann das Problem der S c. h a d 1 i n g s b e k ii m p f u n g, denn schon krankem oder verseuchtem Holz kann
auch die beste Konservierungsmethode die Festigkcit nicht zuriickgeben. Die Forstschadlingsbekimpfung liegt leider noch sehr im
argen. Frankrei~h3~)
schatzt den Schaden, den Maikafer und Engerling alljahrlich anrichten, auf Hunderte von Millionen Francs,
usterreich auf 20-25 Mill. Kr. J. W i 1 h e 1 m i33) hat berechnet,
daB durch Aufwendung Ton 3350 M Unkosten fur Maikaferkekampfung ein Holzzuwachs von 75 000 M herbeigefuhrt wird. Und
dabeis2) sind wir iiber das allerprimitivste Bekampfungsmittel, das
Abfangen der Kafer, nicht hinausgekommen. In der ObeIforsterei
D ~ l l e im
~ ~Bezirk
)
der Letzlinger Heide sind 1902 durch die Forstkasse innerhalb drei Wochen fiir 150 000 1 Mailrifer 22 000 M ausbezahlt worden; einzelne Familien verdienten wahrend dieser Zeit
800 M. Die Letzlinger Heide ist ein tgpisches Beispiel fur die fiirchterlichen Verheerungen, die andere Forstschadlinge, Kieferspinner und
Nonne, anrichten konnen. I m Jahre 1902 sind ihnen dort nicht
weniger als 33 000 Morgen Wald zum Opfer gefallen. Der Holzabtrieb
war so stark, daB zwei Waldbahnen angelegt werden muBten. Inzwischen ist man langst an die Wiederaufforstung der oden Kahlfliichen gegangen, doch kommen die jungen Kulturen sehr schlecht
vorwarts. Erfahrene Forstleute versichern, daB das seine Ursache
in den unglaublichen Mengen von Schadinsekten aller Art habe,
welche durch die iiberaus groBe Ausdehnung der Kulturen angeJockt
werden. Auch in ihrer Bekiimpfnng sind wir vorlaufig noch machtlos.
Der fiirchterliche Wiirgeengel der Waldjugenda2), der gro13e braune
Russelkafer, bringt alljiihrlich einen groBen Teil der fiisch gesetzten
Pflanzen zum Absterben und macht kostspielige, umfangreiche Nachpflanzungen notwendig. Nach E s c h e r i c ha2) nimmt# das ifbel
scheinbar zu, so da13 wir unter Umsthden gezwungen sein werden,
in der Forstkultur rnit der Zeit, andere Wcge einzuschlagen, wenn
die Schiidlingsbekilmpfung nicht baldige und wirksame Abhilfe
bringt. Konne, Kiefernspinner (5. 0.), Kieferneule usw. sind -ausgezeichnet durch explosionsartig eintretende Uberverniehrung. Die
vorbeugenden MaSnahmen, wie Raupenleimringe, oder die Bekampfung durch hellbrennende Lockflammen erweisen sich gegen
die fiirchterliche Plage meist als ganzlich ungeniigend. Die holzzerstorenden Larven der Borken-, Riissel- oder Bockkafer sind nicht
minder gefiirchtet, wenn sie auch selten in einem solchen Riesenumfang auftreten. Allerdings berichtet der ,,P r a w a L i d u " ,
daB im Sommer 1919 der fiirstlich Schwarzenbergische Forstteil
des Bohmerwaldes von einer groBen Borkenkaferkatastrophe heimgesucht sei, der im Revier Ernstbronn allein 80000 Festmeter
Stiimme zum Opfer fielen. Die von braunen Pilzen herriihrende
B1 a uf a ul e kann das Holz im Laufe der Zeit minderwertig machen.
Einerseits steigt die V e r w e n d u n g d es H 0 1 z e 8 in der
h e i m i s c h e n I n d u s t r i eSB),andererseits sucht man wiederum
-
Holzteile durch andere, weniger leicht brenn- und zerstorbarosB)
zu ersetzen, die Technik schenkt deshalb auch der mechanischen
Technologie37) des Holzes erhohte Aufmerksamkeit. Unter dem
Druck der Schiffsraumnot ist der Holzschiffbau~*)wieder aufgebliiht,
auch hat man sich erfolgreich an den Versuch gemacht, riesige Holzmassen (9-14 000 cbni) in Form eines seetiichtigen Flosses iiher den
Ozean zu transportierensQ)). In beifolgender TabelIe sind die Wilrmeleitzahlen verschiedener Isoliermaterialien (d. i. der stiindliche
Warmedurchgang fur 1 qm bei 1 m SchiFhtstarke und 1' Temperaturdifferenz) angegeben40), fiir die Holz in Betracht kommt:
Ruhende Luft
(niedr;gster Wert)
Korkste'n
.
Kork, expa.nd;ert
1sol:erpap er
To*foleu n
Fasertoifplatten
Torfrrull
Toifplatten
k = 0,02
. . k = 0,05
k = 0,04
. . k = 0.04
. . . k = 0,045
. k = 0,049
. . . . k = 0,07
. . . k = 0,048-0,099
In der Ersatz-Fahrradbereifung spielt das Holz41) eine grol3e Rolle,
und auch im Bauwesen hat man infolge der Knappheit an dem immer
teurer werdenden Eisen moderne H o l z b a ~ w e i s e n ~geschaffen.
~)
Uber die Herstellung von Holzw01le~~)
berichtet P. M a x G r e m p e.
Der Reichtum a n Mahagoni- oder Okumeholzern im franzosischen
Kongogebiet44) ist fast unerschopflich. Auf Jamaica4s) beabsichtigt
die Campecheholzindustrie, sicb zusammenzuschliel3en. Die Walder
Paraguays46) enthalten nach schweizerischen Berichten betrachtliche
Mengen noch ungenutzter Farbholzer.
N. G r e m p e 4 ' ) machf bczuglibh der V e r w e r t u n g v o n
H o 1 z a b f 5 1 1 e n zur Fabrikation sog. Holzsteine eine Reihe von
wichtigen Angaben. H o l ~ a b f i l l l e ~konnen
~)
zur Gewinnung von
khylalkohol dienen, es kann P a p i e r ~ t o f faus
~ ~ )ihnen erzeugt wsrden.
ode? sie konnen zur Krafterzeugung60) in Generatoren usw. verbrannt
weden. Auf der B o d e n s e e - T o g g e n b u r g - B a h n 6 * )zeitigten die Versuche zur Beheizung der Lokomotiven rnit Holz ausgezeichnete Ergebnisse: mit 1 cbm trockenen Buchenholzes erreichte
man unter Ersparung von 45% der Kosten einen Dampfdruck von
5-6 Atm. wesentlich schneller, ale mit den sonst dafiir verbrauchten
300 kg Kohlen. Vielseitige Verwendungszwecke der Holzabfiille
werden in der Umschau 23, 224 [1919], angegeben. Nach verschiedenen Verfahred2) geprel3te Sagespanebriketts, z. B. im
Format6a) 140 x 75 x 35 mm und im Gewicht von je 0,2-0,25 kg,
dienen als gutes Feuerungsmaterial.
In fast allen Ltindern erfuhr die Gewinnwig von C e 1 1 u 1 o s e
a u s H o 1 z kriiftige Steigerung64). Die deutsche Zellstofferzeugung
6, 19 [1019]; 8. a. Gliederforderbander, System Killewald, der Ges. fiir
Forderanlagen E. Heckel m. b. H., Saarbriicken.
Arbeiterschranke aus Schlackenbeton auf der .Georgs-MarienHiitte: Chem.-Ztg. 43, 900 [1919]; Umschau 23, 756 [1919]; Beton in
chem. Fabriken: Chem. Zentralbl. 1919, IV, 405, 417; Beton rnit
Holzversteifung; Chem. Zentralbl. 1919, IV, 1046.
3 7 ) Vgl. T h. D e m u t h , Mechanische Technologie der Metalle
und des Holzes. Wien 1917. J. F. R i c h t e r , Die Priifung der
Leirne fiir die Holzverarbeitung, Chem. Zentralbl. 1919, lV, 1055.
*a) Umschau 23, 29 [1919].
39) Umschau 23, 540 [1919]; ,,Tech. Rundschau" des Berl.
Tagebl., 1919, Nr. 5.
40) Techn. Handel 1919, 131.
41) Umschau 23, 223 [1919].
42) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 94; Siidd. Industrieblatt €919, 831,
974; Umschau 23, 224, 369 [1919].
d3) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 789.
44) Angew. Chem. 32, 11, 100 [1919].
45) Angew. Chem. 32, 11, 666 [1919].
46) Angew. Chem. 32, 11, 681 [1919].
47) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 914.
48) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 359; IV, 543.
(Them.-Ztg. 43, [1919]. Ch.-techn. obers. 15.
49) Chem. Zentralbl. 1919, IV, 231, 468.
Chem.-Ztg. 43.-[1919],
Ch.-techn. ubers. 15; 8. a. Siidd. In6 0 ) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 197. I n Schweden in Generatoren
dustrieblatt 1919, 1363.
verbrannt; es wird Kraftgas und EhIzteer pwonnen: Chem.-Ztg. 43,
al) Chem.-Ztg. 43, 406 [1919].
243 [1919].
*2) K a r I E s c h e r i c h , Die Bekampfung schadlicher Insekten.
61) Umschau 23, 734 [1919].
Verlag Werner & Winter G. m. b. H., Frankfurt a. M., 1919. S. 12ff.
6 z ) Z. B. D. R. P. 309 808 von K. E i s e n t r a u t , Bindemittel
*a) J. W i 1 h e 1 m i , Die angewandte Zoologie ale wirtschaftaus Petroleumruckstiinden, Holzpech und Kalk: Chem.-Ztg. 43
licher. medizinisch-hvcienischerund kultureller Faktor. Verlan Jul. [1919]; Ch.-techn. nbers. 34; 8. a. Chem. Zentralbl. 1919, 11, 792.
Springer, Berlin 19f97
63) Techn. Handel 1919, 123.
64) Kroatien: Angew. Chem. 32, 11, 46 [1919]; Chem. Ztg.
34) Vgl. R u n g w e r t h , Heimatkunde des Kreises Wolmirstedt. 1907.
43, 36 [1919]; Schweden: Angew. Chem. 32, 11, 503 [1919]; Canada:
sa) Chem. Zentralbl. 1919,11, 726; IV, 174; Chem. Apparatur 6,
Anpew. Chem. 32,11, 631 [1919]; England: Angew. Chem. 32.11, 711
35 [1919]; D. R. P. 314 723. GIiederfGrderbander aus Holz: Kali 13, [1919]; Japan: Chem.-Ztg. 43, 220 [l919]; Oeterreich ww.: Chem..
205 [1919JjChem. Zentralbl. 1919,II, 486; IV,351; Chem. Apparatur Ztg. 43, 585 [1919J.
Y
Y
88
Waeser: Die Chemie des Waldes.
betrug Mitte 191965)nur 35% der Friedenserzeugung, und die Lage
diirfte sich trote des manchmal geiiul3erten Optimismus noch immer
nicht wesentlich verandert, haben, da die Kohlenkrise sehr belastend
ins Gewicht fallt. Der Verbrauch der Cell~loseindust~rie~6)
in Deutschland bet,rug an Holz und Stroh bis Juli 1914 monatlich 175 000 bis
200 000 t, er sank im August 1914 auf 70 000 t und bewegte sich
von Dezember 1914 bis September 1918 auf ungeflihr 100000 t je
Monat. Dann sank er plotzlich und erreichte mit nicht ganz 50 000 t
im Februar 1919 seinen tiefsten Stand. Seit dieser Zeit steigt er
wieder, ist abcr, wie erwiihnt, starken Depressionen durch Kohlenmange1 USW. ausgesetzt. Die Zellstoffproduktion betrug ini Sommer
1914 monatlich 70000 t, im Februar 1919 dagegen noch nicht
20 000 t. Ich mu13 es mir versagen, auf die Fortschritte dcr Celluloseindustrie einzugehen, und mijchte nur erwahnen, daB zur Veredelung
von Cellulosepraparaten auch elektroosmot,ische V e r f a h r e ~ heran~~~)
gezogen werden, und daB man in Ontario, Canada, SchlaucheS8)
aus gelostem Zellstoff herstellen will. Auch die Verwertung der
A b 1 a u g e d e r S u 1 f i t c e 1 1 u 1 o s e prozesse kann hier nur
gestreift ~ e r d e n ~ I~n ) SchwedenGO)
.
sind jetzt 20 Fabriken im Bau
oder im Betrieb; die augenblickliche Leistungsfiihigkeit bet,ragt
10 Mill. 1 90yo igen Sprits, der als biotorentriebstoff und fur Trinkzwecke abgesetzt wird. Nach dem Gesch&ftsberichtG1)des V e r w e r t u n g s v e r b a n d e s d e u t s e h e r S p i r i t ii s f a b r i
k a n t e n u n d d e r S p i r i t u s - Z e n t r a l e G.m.b.H. sind
zwischen 16./9. 1918 und 1./5. 1919 insgesamt 1050 173 hl Spiritus
abgeliefert worden, davon stammten fast 80% aus Kartoffeln,
43 972 hl aus Protolspiritusbrennereien, 21 861 hl aus Sulfitablauge
und 2711 hl aus Holz. Wegen Kohlenmangels Iagen so viele Sulfitspritwerke still, daB ihre Gesamterzeugung nur 2,08% der deutschen
Erzeugung erreichte. Die Holzspritanlagen62) konnen 178 000 hl
leisten und hahen 2711 hl erzeugt. Aus der Sulfitablauge werden
aul3er Alkoho163) Lignin~toffe~~),
Waschmittel65), Gerbstoffe66),
KohlenS7) (nach S t r e h 1 e n e r t ) USW. dargestellt.
Auf die groI3e Il'ichtigkeit des E r s a t z e 568) v o n f e h 1 e n d e r
B a u in w o 1 1 c e 11 u 1-0s e wahrend des Krieges d u r c h die
H o 1z c e 1 1u I o s e braucht hier nur hingewiesen zu werden. I n
der modernen Technologie der Spinnfaeernsg) spielt das Papiergarn
und die Stapelfaser eine groBe Rolle. Sobald die ReiDfestigkeit und
die Wasserfestigkeit dieser Ersatztextilfasern weit genug verbessert
ist, kann wohl namentlich der Stnpelfaser in Ansehung der fur uns
sehr erschwerten Einfuhr von Wo!le und BaumwolltS unbedenklich
bleibende Bedeutung im deutschen Wirtschaftsleben zuerkannt
werden70). Das Problem der direkten Ausnutzung der Holefaser
ohne vorherige chemische ,,Aufbereitung" zu Reincellulose ist vorlkufig noch ungelost, obgleich diese Velwendung sicher die gegebene
ist, denn im Holz haben wir die erstrebte wasser- und zerreil3feste
Faser bereits vorliegen. Es sei an dieser Stelle auf den Beitrag
Ton W. S c h e f f e r uber Versuche zum direkten Verspinnen von
Zellstoff aufinerksam gemachP).
DieA. G. f u r Z e l l s t o f f - u n d P a p i e r f a b r i a t i o n k
i n A s c h a f f e n b u r g gewinnt nach dem D. R. P. 300 551 Ligniu
direkt aus zweckentsprechend zerteiltem Holz durch Kochen in
-
-
65)
Angew. Chem. 32, 11, 727 [1919]; Chem.-Ztg. 43, 704 [1919];
s. a. Aneew. Chem. 32. 11. 588 r19191.
-
omschau 23, 478 [igigj.
D. R. P. 296 053, 305 118.
58j Umschau 23, 496 [1919].
59) Angew. Chem. 31, 111, 433 [1918]; Chem.-Ztg. 43, 548 (bei
C. G. S c h w a I b e ) 768, 808 [1919].
6 0 ) Angew. Chem. 32, 11, 647 [1919].
Umschau 23, 637 [1919].
62) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 597; Z. f. Abfallverwert. 1918, 82.
'33) Chem. Zentralbl. 1919, IV, 115, 547, 840; Umschau 23, 718
[1919]; s. a. D. R. P. 307 383, 310 318.
64) D. R. P. 307087, 307 663, 312649.
e5) Seifenfabrikant 38.. 74 r19181.
6 6 j D. R. P. 313 150.
6 7 \ D. R. P. 285 752. 313 607: Trockene Destillation der Ablaupe.
V%
68j Ni~ocellulose aus Baumwolle und Holzzellstoffen.
A. S c h r i m p f f. Verlag J. F. Lehmann, Munchen 1919. Angew. Chem. 32, I, 133 [1919]; Chem. Zentralbl. 1919,11,622-23:
IV, 697. - D. R. P. 306 866: W. S c h a c h t.
0°) Vgl. die Fortschiittsbeiichte von R. L o e w e n t h a l , Chem..
Ztg. 43, 709 [1919]; Chem.-Ztg. 43, 591, 736 [1919].
70) Vgl. allgemein: Chem. Zentralbl. 1919, IV, 425, 519 (Coni.
fe-enholz a18 HanfeLsatz; Verwendung von Abfallpapier zum Fil.
trieren): s. a. z. B. D. R. P. 303 302. 305 141. 307 087, 312 304
303 89i; 307 771.
7l) ,,Tech. Rundschau" des Berl. Tagebl. 14./1. 1920.
56)
67)
7
-
[
Zeftsohrilt fflr
sngewandte_
Chemie
_
imeisen- oder Essigslure und kleinen Mengen einer starken Minerallure. Leicht zerfallende Tabletten stellen Fr. B a y e r & Co.
D. R. P. 163 316, 311 148) unter Zusatz von Cellulose oder Hydroiellulose her. Die Herstellung von Oxalsaure aus Holz durch schmel,ende Alkalien ist neuerdings wieder wichtiger geworden.
Der Darstellung von Z e 11 s t o f f u t t e r aus H o l ~ ist
~ ~wohl
)
iur wahrend des Krieges groBere Bedeutuiig zugekonimen. Allerlings hat man auch in S ~ h w e d e n mit
~ ~ ) Clem ,,Tannenschrotmehl"
;anz befriedigende Ergebnisse gehabt.
Urn dem clringendsten Rohstoffmangel abzuhelfen, ist wahrend
les Krieges die alte RI e i 1 e r v e r k o k 11 n gT4) in betrachtlichereni
Jmfang wieder anfgenomnien worden, obwohl bei ihr ja alle Nebenmeugnisse in Form jenes brenzlichen Rauches in die Luft ent'seichen, der dem Waldwanderer mit untruglicher Sicherheit die
:insame Arbeitsstatte der Kohler verrat. In Norwegen will man auf
abrikatorischein Wege aus Zellstoff Kohle herstellen75). Gegeniiber
fer Rfeilerverkokung spielt die H o 1 z d e s t i 1 1 a t i o 1176) eine unCleich wichtigere Rolle. lhre Bedeutung ist in allen holzreichen
Landern77) in standigem Wachsen begriffen. Xach den Vorschriften
von L. H a w 1 e y stellt man
ies amerikan. Patents 1 199
Kreosot ausHartholzteeren her. Uber einigr Eigenschaftendes Holzols
Jerbreitet sich R. B ii r s t e n b i n d e r79). Aus Holz und Torf in
H o r s e n s (Dammark) erzeugtes ;lilischgass0)hatte 3700-4700 WE.
Wichtig ist die Fest,stellung von S c h w a 1 b e und S c h u 1 zs1)
iber den Fettgehdt des Holzes, der bei der Kiefer 1/r1/4 des auf
Holztrockensubstanz berechneten Extraktgewichtes ausmacht. Rus;isches Kiefernholz gab 596, gefloBt,e, deutsche WeiBkiefer 6,9 bis
7,2% Extrakts2). Vgl. dazu das D. R. P. 314 358 und das ainerikan.
Patent 1 178 223 uber die Gewinnung hoherer Fettsauren aus Holzteer
JSW., sowie D. R. P. 312 787, nach dem H. C r e m e r einen TcerSchwefelpuder unter Zusatz von Holzteer erzeugt.
Auf die Darstellung von S p i r i t u s S 3 )a u s H o 1 z war oben
bereits hingewiesen worden. Neuerdings beschaftigt sich die Inlustrie vie1 mit der H o 1 z v e r z u c k e r u n gS4), die ja an sich
mch schon a.uf alte Arbeitens5) zuriickgeht. Es wurde berichtetsc),
la13 Verkaufsverhandlungen zwischen der T h. G o 1 d s c h m i d t
A. (2. i n E s s e n und einem amerikanischen Konsortium beziiglich
:ines Verfahrens zur Herstellung von Zucker aus Holz schweben
sollen. Die deutsche Firma sol1 ihr Verfahren ziir Verzuckerung
durch Salzshure ganz im St,illen scit 2 Jahren ausprobiert haben
und zu recht ansehnlichen Ausbeuten gelangt sein.
-
72) Versuche von C a r 1 G. 8 c h w a 1 b e , Chem.-Ztg. 43, 548
-19191; R. H i 1 t n e r , Wald, Heide und Moor als Futterquellen.
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1918. - Chem. Zentralbl. 1919, 11,;
102, 106, 686; IVY 1112; Landw. Versuchs-Stat. 92, 147ff. [1918],
Deutsche Landw. Presse 45, 195 [1918]; Z. f. Abfallverwert. 1919,
20, 193.
'3) Angew. Chem. r2, 11, 86 [1919]; Umschau 23,- 30 [1919].
74) Vgl. Chem. Zentralbl. 1919, 11, 783.
75) Angew. Chem. 32, 11, 307 [1919].
7+3) Z. B. Chem. Zentralbl. 1919, 11, 198, 521, 789; IV, 387, 390,
498, 550, 1076; s. a. Amer. Pat. 1157316, 1162036, 1166509,
1 169 956; Angew. Chem. 31,II, 456 [1919]; Schweiz. Apoth.-Ztg. 50,
345 [1918].
? 7 ) D e u t s o h 1 a n d: bes. die Holzverkohlungsindustrie A.-G.,
Konstanz, die sich noch jiingst folgende Werke angegliedert hat:
Chem. Fabrik Hoherlehme G. m. b. H. und die Unternehmen der
Hartmann & Hauers, G. m. b. H., Hannover: Angew. Chem. 32, 11,
198 [1919]; Chem.-Ztg. 43, 47, 235 [1919]. Die Byk-Guldenwerke
A.-G. in Piesteritz eriichten in Apoilensdorf hei Wittenberg eine
Fabiik fiir Holzteer, Trandestillation usw. : Angew. Chem. 32, 11,
127 [1919]. S c h w e d e n : Angew. Chem. 32, 11, 29, 61 [1919];
Chem.-Ztg. 43, 236, 440 [1919]; N o r w e g e n: Angew. Chem. 32,
11, 93 [1919]; N i e d e r 1 a n d e: Angew. Chem. 32, 11, 101 [1919];
D ii n e m a r k: Angew. Chem. 32,11, 37 [1919]; I t a 1i e n: Angew.
Chem. 32, 11, 142, 267 [1919]; R u 13 1a n d: Angew. Chem. 32, 11,
354 [1919]; Chem.-Ztg. 43, 327 [1919]; E n g 1 a n d: Chem.-Ztg. 43,
243, 504 [1919]; Haupterbauer sind Blair, Campell & Mclean, Ltd.,
Glasgow; A m e r i k a: Chem.-Ztg. 43, 847 [1919].
78) Chem.-Ztg. 43 [1919]; Ch.-tech. ubers. 39.
7B) Farben-Ztg. 23, 243 [1917].
J. f. Gashel. 60, 582 H9171; 61, 193 r19181:
., D. R. P. 311 072:
Cheni..-Ztg. 43, [1919],- Ch.-tech:-ubers. i22.
81) Chem.-Ztg. 42, 228 r19181.
8 2 ) Vgl. das Gben .iiber Drucgextraktion (FuDnote 9) Gcsagte.
83) Vgl. FuBnote 62 und Chem.-Ztg. 43; 8, 51 [1919].
84) Chem. Zentralbl. 1919, IV, 573; D. R. P. 305 180, 309 150,
310 149, 310 150, der Zellstoffabrik Waldhof in Mannheim-Waldhof
usw.; D. R. P. 305 120 der Chem. Fabrik Rhenania usw.
85) Chem.-Ztg. 43, [1919], Ch.-techn. ubers. 201.
Umschau 23, 638 [1919J
Aufaatztell
98. Jahrgang 19201
s9
Wendel: Untersuchungen des Elbwassers bei Magdeburg und Hamburg
.
.
--
.________
I
Fur Amerika87) ist die H o 1 z a s c h e als Ausgangserzeugnis
fiir die Kaliindustrie von einiger Bedeutung, in Deutschlandss)
benutzt man sie hochstens als Reinigungsmittel.
K u n s t h o 1 z - u n d S t e i n h o 1 z niassen werden nieist durch
Verbindung von Sagemehl mit Wasserglas, Magnesiazement, Kolophonium, Harz usw. hergestelW9).
Nach einem Patent der ,, P o r t o 1 a c - H a r z in a s s e
c7 e s. "90) kann auch aus dem L a u b d e r B a n m e durch geeignete
Vorbereitung und unter 350 Atm. Druck Kunstholz fabriziert werden.
Bekannt ist die Verwendung des Laubheues als Futtergl). Ails
B a u n i r i n d e erhalt man nach den1 D. R. P. 305 69792) eine
leichte Pappe, die a1s Korkersatzg3) dieneii kann.
Der deutsche Wald ist nach Wegfall der auslandischen Konkurrenz alsLieferantg4) von H a r z uud von H a r z d e s t i l l a t e n
fiir unsere Lack-95) und Seifcnindustrie96) sehr wichtig geworden.
Wenn auch die von manchen Seiten geauBerten, ubertriebenen
Hoffnungene7) sich naturgema13 nicht verwirklichen konnten, so
zeigen doch die nachstehend angefuhrten Zahlen aus den preuI3ischen
E'iskalforsten98), wie vie1 erreicht worden ist. 1918 wurden dort
3 288 661,5 kg Kiefernlachtenhnrz mit eineiii Gesamtkostenaufwande von 4 187 186 11 gewonnen (Gestehungskosten je 100 kg =
182,95 M). Daneben sind 63 416 kg Fichtenlachtenharz (42 435 &I)
zu einem Gestehungspreis von 66,92 M je 100 kg erzeugt worden.
Beim Fichtenwildharz betragen die Gestehungskosten 19,05 Ivf je
100 kg. Durch systematische Ausdehnnng des Harzens auch auf die
Privatforsten 99), durch weitgehende Aufarbeitung der ScharrharzelOO),
der StubbenlOI) usw. 1LBt sich auf diesem Gebiete sicher noch vieles
erreichen1O2). Eine ganze Reihe neuer Patente'03) betrifft die Estraktion von Harzen aus dem Holz direkt, aus Cellulose und aus
Holzschliff. Von den Ersatz- und Kunsterzeugnissen'04) sind
namentlich die Cnmaronhar~el~5)
wichtig geworden. Auch im Auslandlo6)entwickelt sich die Ausnutzung der Harze in immer groDerem
Umf ange.
Aber noch immer ist die Reihe jener Gaben nicht erschopft, die
iins der Wald spendet. T a n n e n n a d e 1 n u n d z a p f e n verarbeitet G. P a p e (D. R. P. 312849) zu allerhand Formlingen.
Aus Coniferennadeln extrahiert man nach dem D. R. P. 311 291
von F. A d. R i c h t e r & C i e. fett- und harzartige Korper. Ferner
liefein die Nadeln schon duftende atherische Olel07) fur Parfums108),
Heilzwecke usw. Die Rinde von Eiche, Fichte usw. wird in der
G e r b e r e i109) u n d G e r b s t o f f i n d u s t r i e hochgeschatzt.
Fichtenol sol1 in Canadit im GroBen Verwendung findenllO), und aus
-
-
87) Z. B. Chem. Zentralbl. 1919, IV, 178.
8 8 ) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 437, 838; Seifensieder-Ztg. 45, 37
[ 19181.
Z. B. ,,Technische Rundschau" des Bed. Tagebl.; 2./7. 1919.
Umschau 23, 74 [1919].
91) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 156; D. R. P. 302 426.
92) 0. Z i m m e r m a n n , Chem.-Ztg. 43, [1919],
Ch.-techn.
Ubers. 275.
sa) Chem. Zentralbl. 1919, IV, 932, 976.
94) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 265, 426, 605, 689, 852; IV, 918;
Chem.-Ztg. 43,4 [1919]; Z. f. Abfallverwert. 1919,76; Farben-Ztg. 24,
963 [1919].
Farben-Ztg. 23, 1113 [1918]; Chem.-Ztg. 43, 335 [1919]; Harz
und Firnis ans FFfurol: Franz. Pat. 472 384; Chem.-Ztg. 43,
[1919], Ch.-techn. Ubers. 235.
86) Angew. Chem. 32, I, 33-36,
96 [1919]; D. R. P. 314445.
Chem.-Ztg. 1916,907; 1917,258; 5. a. bei C. G. S c h w a 1 b e ,
ebenda 43, 5 4 7 4 8 [1919].
Chem.-Ztg. 43, 420 [1919].
Chem.-Ztg. 43, 315 [1919].
loo)Chem.-Ztg. 43, [1919],
Ch.-techn. ubers. 144, 235 und
Chem.-Ztg. 43, 739 [1919]; D. R. P. 299 293.
, 101) Chem. Zentralbl. 1919, 11, 426, 673; IV, 667.
lo2) Angew. Chem. 32, 11, 219 [1919].
D. R. P. 302 442, 309 555, 309 630, 310 504, 310 554; Cheml
I
Zentralbl. 1919, 11, 711.
lo4) Chem. Zcntralbl. 1919, 11, 136, 203, 265, 426, 590, 672; IV,
491, 667; Seifensieder-Ztg. 44, 978 [1917]; Z. f. Abfallverwert. 1919,
123; Angew. Chem. 32, 11, 78 [1919]; D. R.' P. 301 374, 310 282,
310 894.
lo5) Z. B. Farben-Ztg. 23, 307 [1918]; Angew. Chem. 33, I, 70 ff.
119191; 11, 100, 292; Chem.-Ztg. 43, 79, 92 [1919]; Chem. Zentralbl.
1919, IV, 667.
lo6) Angew. Chem. 32, 11, 235, 266, 337, 570 [1919]; Chem.-Ztg.
43. 792 rigigi.
' Io7) 6hem.- Zentralbl. 1919, IV, 88, 668.
laE) 6. z. B. .,F'inofluol''fiir Bader: Chem. Zent,ralbl. 1919.11.205.
log)Chem. Zentralbl. 1919, 11, 74, 203.
"0) h g e w . Chem. 32, 11, 313 [1919].
--=
den F i c h t e n s a m e n will man sogar ein vollwertiges Speiseiil
herstellenlll). Kriiuter und E'riiehte des Waldes dienen zu GennD.
und Heilzweckenl12). Die Bliitenknospchen des WeiBdorns geben
cinen Kaffeermtz, die Glijckchen des Heidekrantes einen Tee, und
die vielerlei Beeren, die Hagebutten und Schlehen Koinpotts untl
3,Iarmeladen. Kleingeschnittenes Reisig, die Waldstreu, wandert
in den Stall, und das Vieh weidet den grasigen Untergrund der Hochforsten ab. Eichel und Kastanien werden zu vielerlei Zweclren gtLsainnielt, und aus P i 1 z e nl13) will man sowohl einen Korkersatz"?)
wie ein hochnahrhaftes Meh1115) darstellen.
So zeigt uns diese kleine Streifc durch das Reich des Waldrz,
wie wichtig seine Rolle als Rohstofferzeuger im deutschen Wirtschaftslebeti ist. Unter dein Zeichen einer bis aufs %uBerste angcspannten Rohstoffwirtschaft, die auf heimische Qnellen zuruckgeht,
mu13 fur die nachsten <Jahre iinser gesamtes Arbeiten stehen, wenn
wir wieder emporkommen wTollen. Von diesem Gesichtspunlrt aus
sollte inan auch der Frage der D iin g u n g d e s W a 1 d e s mehr
Beachhng schenken, als es bisher geschieht. Eine Diingung ganzer
Forstreviere ist freilich nicht gemeint., aber in Pflanzgarten, Jungkulturen usw. wiirde sich zw-eckmtidige Diingung sicher bezahlt
machen. Der Banm wiirde rascher ilnd kraftiger wachsen und den
Rchadlingen weit erfolgreicher widerstehen Ironnen, als ein kummerlich gedeihender Pflanzling.
[A. 17.1
Untersuchungen des Elbwassers bei Magdeburg
und Hamburg,
Von Dr. OTTOWENDEL.
Chem. Laboratorium Dr. Hugo Schulz, Magdeburg.
(SchluB von S. 8s.)
B. Hamburger Wasser.
Auch in dem Untersuchungsjahr 1919 wurden Veranderungen
in der Art der Ausfuhrung der Untersuchungen nicht vorgenommen.
Es wurde zunachst durch Chlorbestinimungeii im Wasser vom linken
und vorn rechten Elbeufer festgestellt, in wie weit das salzreichere
linksseitige Wasser bei Magdeburg sich mit dem Gesamtwasser bei
Hamburg durchmischt hat.
Die erste Spalt,e der Tabelle V gibt Datum der Probenahmen,
Magdeburger Pegel, sowie Chlor- und Sauerstoffverbrauchszahlen
des Elberohwassers vom linken und rechten Ufer bei Zollenspieker ;
die zweite Spalte das gleiche vorn Hamsburger Leitungswasser.
Fur Feststellung der Durchmischung genugten in o n a t 1 i c h t
Probenahmen am liiiken Ufer; fiir die weiteren U'ntersuchungen
wurden am rechten Ufer w o c I1 e n t 1 i c h Proben entnommen.
Der Monatsdurchschnitt der nionatlich ani linken Ufer entnommenen Proben ergab an Chlor 169,4 mg, der entsprechende der
monatlich an gleichen Tagcn rechtsseitig entbommenen Boben
168,5 mg; das ist fast absolute Ubereinstimmung, - die Durchmischung der Elbwassermengen bei Hamburg ist auch fiir clas Jahr
1919 festgestellt.
Die Chlorzahl des Hamburger Leitungswassers muate, entsprechend &r dem filtrierten Elberohwasser zugefiigten Menge reineren
Grundwassers geringer ausfallen als die des linksseitigen Elberoh.
sie betragt 144,5 mg.
wassers,
Die Sauerstoffverbranchszahl (Wertmesser der organischen Subst,anz) zeigt zwischen linkem und rechtem Ufer mit 8,5 gegen 8,l mg
ebenfalls wieder unwesentliche Unterechiede. Die Sauerstoifverbrauchszahl dagegen voni Leitungswasser mu13 zufolge stattgehabter
Reinigung des El berohwasssrs und Znmischung von reinerem Grundwasser geringer ausfallen: Sie betrlgt 4,9 mg. Durch die Sauerstoffverbrauchszahlen ist wiederum die von mir wiederholt betontr
GleichmiilJigkeit der Wasser von Magdeburg und Hamburg an organischen Substanzen bestiitigt; die Befunde sind fiir das Magdeburger Leitungswasser 5,27
fiir das Hamburger (durch Grundwasser verbessert) 4,9. Die Gleichheit der Magdeburger und Hamburger Elberohwasser ergaben die fruher veroffent,lichten Untersuchungen.
Die Wasser von Magdeburg wie von HaEburg erwiesen sich auch
im verflossenen Jahr frei von Amnioniak, salpetriger Saure und
Salpetersaure.
Die wochentlich entnoninienen Proben vom Hamburger Elberohwasser, rechtes Ufer, und vom Hamburger Leitungswasser wurden
wiederum gesamnielt behufs ausfuhrlicher Untersuchung auf Gesanit-
-
-
Z. f. Abfallverwert. 1919, 123.
lI2) Vgl. &Iii 1 1 e r - S t u m p f , Urrsere Krauter und Heilpflanzen. Berlin. - Vgl. Angew. Chem. 32, 11, 32 [1919]; Chem.Ztg. 43, 876 [1919]; Chem. Zentralbl. 1919, 11, 500 (Vogelleim).
lI3) Chem.-Ztg. 43, 684, 876 [1919].
114) Umschau 23, 756 [1919].
lI6) D. med. Wochenschr. 44, 873.[1918].
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