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Die chemische Bindung. Drei Vorlesungen fr Chemiker von H. Hartmann. Springer-Verlag Berlin Gttingen Heidelberg. 1955. 1. Aufl. III 105 S. 57 Abb. geh. DM 9

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Das Buch der groBen Chemiker, von Giinther Bugge. Band 1: Von
Zosimos bis Sehdnbeiiz (496 S., 68 Abb.), Band 2 : Von Liebig
bis Arrhenius (558 S., 78 Abb.). Band 1 und 2 zusammen
D M 80.-. Vorlag Chemie 1929/30, Keudruck 1956.
on
z u Z ~ i seh'
t ich den Allen garn zknd hiite mieh, ~ ~i h mi i
z u brechen", fiiblt man sich versucht, Goefhe zu zitieren, wenn man
,,den Bugge" wiedcr in den Handen halt, das langentbehrte ,,Buch
der gro8en Chemiker". Durch einen Nendruck ist es nun allen
Freunden der Ghemiegeschichte wieder leicht zugauglich geworden. Natiirlich geht es uns auch bei dieser Begegnung so, wie es
zumeist, nach langerer Zeit beim Wiedersehen eines allen Freundes
z u gehen pflegt. Man freut sich, sagt: Sie haben sich aber auch
gar nicht verandert (was in diesem Falle j a wirklich zutrifft) und
dcnkt i m Bt,illen: ganz spurlos sind diese 25 oder 26 Jahre doch
nicht an ihm voriibergegangen.
Der Birgge - u m dies vorweg zu nehmen - ist eines der deutschen chemie-geschic)tlichen Werke von bleibendem Wert, ebenso
wie es der IIopp war und ist. I m Gegensatz zu den 4 Banden der
historisch referierenden und systematisch gegliederten Geschichte
der Chemie von Heinrich K o p p biet.et das Buch der groBen Chemiker aber Chemicgeschichte in Form von Biographien der groBen
Forscher dar. Wir lernen also eine Reihe von Personlichkeiten
kennen, die richtungweisend und vertiefend die Entwickluug chcmischen Wissens gefordert haben.
Die Reihe hebt an mit dem u m 400 nach Christus lebenden
Z o ~ i m o sund endet bei Emil Fischer, Paul Ehrlich und Svante
Arrhenius. Nach wie vor kann man den von J u l i u s Ruskn verfa8O Seine gute und auf bestfundiertem
ten Aufsatz iiber Z G S ~ ~als
Rissen beruhendc Einfiihrung in die Friihgeschichte der Chemio
und Alchemie bezeichnen, wahrend das iiber Dschabir Gesagte gerade infolge der ausgezeichneten und kritischen Arbeiten von
Ruska und K r a u s iiberholt ist. Wir wissen seither, dafJ es einen
dem 8. nachchristlichen Jahrhundert angehorigen Dschabir ibn
Hajjnn iiberhaupt nicht gibt, sondern daO wir es hier mit einer
rein mythischen Gestalt zu t u n haben, und daB die unter den1
Namen Dschabir in arabischer Sprache umlaufenden Werkc dem
Schrifttum einer bestimmten religiosen Sekte, der Ismailija, und
der Zeit nach 900 angehoren.
Schon beim Erscheinen des Buches der groBeu Chemiker diirften die etwas verschwommenen allzu philosophisch sich gebardeuden Ausfiihrungen vor Franz Strum uber dtbertzks Magnus,
Roger Bacon, Raynaundus Lullus und Theophrastus Puracelszis bci
drn Chemikern wenig Gel .enliebe gefunden haben. Heute fallt es
uns noch schwerer, sie , u lesen. Gern lesen wir dagegen auch
hente noch die Biograplie des gegen Ende des 13. Jahrhunderts
lebenden lateinischen o , t L Pseudo-Geber (Ernst Darmstaedter), des
Niringriceio (Otto J o h r m s e n ) , des Pseudo-BasiliusValentinns (FeLiz Fritz) oder die c,i Robert Boyle (Eduard Farher), Caaendish,
Priestleu und Sche ''2 (Georg Lockemonn) und die von IL'lwprofh
(Giinther Bugge), nicht minder gern auch die gcdiegenen nusliihrungcn, die iiber Fourcroy und Vaupuelin, Gay-Lussuc und
Thennrd damals M a x Bloch machte, von dem wir nicht wissen,
ob er den niannigfachen Sauberungsaktionen in SowjctruDland
lebenrl entronnen ist.
IIelle Freude h a t man nach wie vor a n den Beitragen von Paul
W a l d e n oder Wilhelm Ostwald, und man h a t sie selbst dort, wo
man gelegentlich seine Zwcifel an der Giiltigkeit des Gesagtcn
hcgt. Denn hier sprechen wirklich Konner iiber ihresglcichen und
wir orleben Richter, Dalton, D a v y oder Faraday (Ostwald),Glauber,
Lothar Meyer, Mentielejeff und Ranzsay nachgezeichnet yon Manncrn, die Ziige eigenen Wesens in dem ihrer Heldcn spiegeln.
Wrun R. Willstlitter iiber Adolf aon Baeyer, 0. Brunck iiber C!lew e n s Winkler, E . Cohen iiber van't Holf und M . Bergmunn iiber
Emil Fisehel berichten, weiB man, daB fur die Abfassung dieser
Hiographien lreine besscren Saohkundigen als die socben genannten hatten gefunden werdcn konnen.
Leider wird man sich zugleich aber auch der betrublichen Tatsarhe bcwuflt, daD es i m Jahre 1956 kaum noch moglich ware, ein
Werk von dcr Art dieses Buches der groflen Chemiker durch
deutschc Auloren verfassen zu lassen. Wir sind namlich in unserer
wirtscha~tswunderlichenBundesrepublik geistig inzwischen soweit
heruiitergowirtschaftet, da8 wir wissenschaftlich rrnst z u nehmend? I)arstellungen naturwissenschafts- oder technikgeschichtlirhcn Charakters kaum noch zu liefern vermiigen. Das husland
h a t uns in d i e m Beziehung langst den Rang abgelaufen, und die
DDR schickt sich an, uns gleichfalls zu iiberfliigeln. Was dies
aufs Ganze gesehen bedeutet, solrten die politisch und kulturell
Verantwortlichen sich einmal klar zu machen suchen. Allein schon
vom Standpunkt der public relations zu anderen Nationen aus ist
es namlich keineswegs gleichgiiltig, auf welche Art von Kultur-
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leistungen von hohem Range und von iibernationaler Bcdeutung
cin Volk hinzuweisen vermag. Den Wert groBer Kunst wird niemand bestreiten wollen, sicher aber ist, daB sich der Mann auf der
StraOe in Irland, Chile, Siidafrika oder dem Irak schwerlich fur
Emil N o l d e , Ernst Barlaeh oder Alban Berg interessieren wird,
und daB er von Riearda Hueh, Gottfried Benn oder Stefan Andres
bestimmt keine Notiz nimmt. Aber was ein Dieselmotor oder ein
Junkersflugzeug ist, pflegt ihm bekannt zu soin, und vom Ohmsohen Gesetz, den Rdntgen-Strahlen uud dem Planckschen Wirkungsquantum hort man auf den hoheren Schulen wohl aller Lander. Englander, Amerikaner und Sowjetrussen wissen don Propagandawert wissonschaftshislorischer Darstellungen richtig einzuschatzen und bedienen sich seiner nicht nur in ,,Readers Digest", Unsere Politiker und Industriellen scheinen in dieser Hinsicht i m Wolkenkuckucksheim zu leben. Sollten sie aber einmal
geneigt sein, von dort auf die Erde herabzusteigen, n m sich dem
Vorgehen anderer Volker anzuschlieBen, so werden sie bei der
Durchfiihrung ihrer Absichten Schwierigkeiten haben. Sie werden namlich keine Fachleute mehr finden, die ihnen entweder
selbst gute geschichtliche Darstellungen liefern oder - soweit man
mit second hand-Produkten vorlieb nimmt - ein historisch verlafiliches Material fur diesen Zweck zur Verfugung stellen konnen.
Aus diesem wie aus vielen anderen Griinden ist die Neuherausg.abe des Buches der groBen Chemiker sehr begriiflenswert. Mit
seiner Hilfe konnen sich die ernst zu nehmenden Tngesschriftsteller
iiber die Haupttatsachen aus der Geschichte der Chemie zuverlissige Auskunft holen und konnen Chemiker, Stxdenten und
Lehrer sich uber Personlichkeit, Schicksale und Leistungen der
Chemiker vergangener Zeiten unterrichten. Hoffen nollen wir,
daB der Verlag den beiden jetzt herausgebrachten Banden einen
dritten recht bald folgen laBt, der die bisher vorliegenden Biographien durch solche von Marie Curie, I r h e Joliot-Curie, Haber,
Nernst, Richards, Rutherford, Willstiitter und andere erginzt und
zugleich Berichtigungen, E r g h z u n g e n und Literaturnachtrage zu
den beiden vorliegenden Banden bringt.
H . Schimank
[NB 1871
Die chemische Bindung. Drei Vorlesungen fur Chemiker, von I I .
Hartmann. Springer-Verlag, Berlin, Gottingen, Heidelberg.
1955. 1. Aufl. 111, 105 S.,57 Abb., geh. DM 9.80.
H . Hartmann lieB seinem ausfiihrlichen, 1954 erschicnenen Werk
iiber die Theorie der chemischen Bindung auf quantentheoretischer Grundlage eine kleinere Monographie folgen, welche aus
Vorlesungen entstanden ist. Die Schrift wendet sich vor allem
an den Studenten der Chemie. Vou anderen Lehrbuchern, welche
denselben Gegenstand behandeln, unterscheidet sie sich insbes.
durch eine starke Betonung der Feldtheorie und dor wellenmechanischen Auffassung des Elektrons. Hierdurch wird die Darstellung recht eigenwillig und originell.
In der ersten ,,Vorlesung" werden die Grundideen der Quantentheorie entwickelt und die Experimentalergebnisse erlautert,
welche zur welleumcchanischen Atomtheorie gefiihrt haben. Sie
cndet mit der Beschreibung des wellenmechanischen Bildes der
atomaren Elektronenhiille und der Begriindung des Periodensystems. Die zweite Vorlesung leitet zu den Problemen der chemischen Bindung iiber. Ausgehend vom einfachsten Modell, dem
Molekel-Ion H,+ deutet der Verfasser die Absattigung der Valenz
und die Bildung von gerichteten Valenzen; weiter wird die Strukt u r der Einfach- und Mehrfachbindungen und endlich der Ionenund metallischen Bindung erllutert. I n der dritten Vorlesung
werden konkrete Einzelfragen behandelt, wie die Frage der gtabilitat von Ionengittern und Ionenkomplexen, des Bindungszu.
standes von schweren zweiatomigen Molekeln und der Kohlenstoff-Verbindungen mit besonderer Beriicksichtigung der ungesattigten und aromatischen Kohlenwasserstoffe, deren Behandlung zu den Metallgittern iiberleitet. Die letzten beiden Seiten
sind einer kurzen Betrachtung der StoBkomplexe gewidmet.
Die Lektiire des Buches erfordert keine wesentlichen mathematisohen Vorkenntnisse, jedoch gelegentlich cinige Ubung i m Lesen
mathematischer Symbole und i m physikalischen Denken, so daB
sein Studium fur den Durchschnittschemiker nicht gaiiz leicht
sein diirfte. Wer sich der Miihe dieses Studiums unterzieht, wird
jedoch dnrch cine vertiefte Einsichtnahme in eines der interessantesten Gebietc der theoretisohen Chemie belohnt.
Lediglich mit dem Vorschlage dcs Verfassers, die formale Ladung cines Atoms i m Yolekelverband als Wertigkeit des betreffenden Elementes zu bezeichnen, kann sich der Rezensent nicht einverstanden erklaren.
F. Seel
[NB 1701
Angew. Chem.
68. Jahrg. 1956
1 N r . 17/18
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