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Die chemischen Zeitschriften des Auslands.

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1062
I'flucke : Die cheiiiischen Zeitschriften des Aus1:irids
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Wenn man in diesen Naiiien die W 0 r n e r when
Suffixe: ,,e" (vierwertig) und ,,i" (dreiwertig) durch d i e
roniischen Z a h h ersetzen will, so niuD die Endung ,,at"
proisgegeben werden, weil sio sich dann sprachlich nicht
tnehr halten liiDti4), und man kommt zu den Bezeichnungen: Hexachloro-Platin( IV), Hesahydroxo-Zinn( IV),
'l'richlorohydroxo-Gol'd(II1). Die deutsche Koniniission
niiichte eino solche Beaeichnungsweise, obwohl sie an
Ausdrucksfiihigkeit d e r W s r n 0 r schen nachsteht, i n
z w s i t G I - L i n i e zur Heachtung ernpfehlen, in d e r
Erwartung, daD in diesein Falle das Urteil der an solcheri
Fragen interessierten Fachgenossen eino endgultige
Entscheidung herbeifuhren wird. Es sei hierbei nocli
einmal erwiihnt, daf3 d i e von W e r n e r eingefuhrten
v okalisch en Suf f i x o ein e r inter na t i on ;i 1en V e r br eit ung
seines Systems hinderlich sind.
Dai3 auf den1 Gebiete d e r Koniplexverbindungen
solcho konstitutiv entwickdten Narnen fur die wissenschaftlirhe Erorterung ufid Klarlegung d e r zahlreichen
interessanten, ja vielfach grundlegenden Beziehungen,
dio uns das Studium dieser Korperklasse ersch1osse:i
hat, ein Bedurfnis sind, wird kauni geleugnet werden
konnen. Dieses groDe und wichtige Kapitel d e r anorganischen Chemie zeigt in bezug auf die Vielgestaltigkeit und die elastische Wandelbarkeit 'der ihni zugeliorenden Verbindungon eina gewisse Ahnlichkeit mit
der organischen Chemie, und so niuD dementsprecheiid
14)
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Die I3ildung %inn(lV)-;it diirfte schwrrlich Bcifall findtn.
..
[Zritsc!ir. liir angew.
Chernie.- 42,52192?
~
auch die Naniengel~ing bunter, ausdrucksvoller und
plastixher sein als sonst. Aber auch hier mui3 dem
MiDverstiindnis vorgeheugt werden, als sollten diese
,,St r ukt u r n arn en" un t er a 1len U in stiinden in Sch r if t u nd
Wort Anwendung finden. Man wird sich keineswcgs
dem Vorwurf cheniischer Ruckstiindigkeit aussetzen,
wenn nian in den Fallen, in denen es auf die Betonung
konstitutiver Feinheiten nicht ankoniint, die einfacheren
Bezeichnungen benutzt: I(aliumplatinchlorid"), Kaliurneisencyanidle), Kaliumstannat, Kaliunichlorostannat usw.
Es lag nicht im Plane dieser Skizze, cinen einigermaDon erschopfenden Ubcrblick tiber dio Probleme zu
geben, mit denen sich eiiie Reform d e r anorganischchemischen Nomenklatur etma zu beschiiftigen hat. Sie
sol1 nur dazu dienen, fur einige wichtigere Fragen, d i e
bier n u r gestreift werden konnten, lnteresse zii erweckeii und ein kritisches Urteil anzuregen; denn
schliefilich sind all0 d i s vielen E'achgenossen, d i e den
Vorschlagen einer Komenklaturkmnmissioii Zuni Leben
verhelfen sollem, d i e berufensten Richter in dieser Sache.
Ein ausfuhrlicher Bericht der deutscheu Nomenklaturkoinmission ist in Vorbereitung; er wird Anfang
niichsten J a h r e s erscheinen.
[A. 162.1
15) Kalium-Platin(I1)-chlorid,
KJ'tC'I,
uiid Kaliuin-I'latin(1V)-chlorid, K,PtCI,, dagegen iiicht : Kaliuiiiplatinchlorur odcr
,,Plate“- und ,,Platichlorid".
16) Kaliuiii-Eisen(ll)-c.yanid, K,Fc(CN),,
und KaliuimEisen(111)-cysnid, K,Fe(CN),, dngegen nicht : ,,Ferro"- und ,,Ferricyankalium".
Die chemischen Zeitschriften d e s Auslands.
Von Dr. MASIMILIAN
P F L ~ C KPotsdamsWildpark.
E,
(Eingeg. 18. 0klobc.r 1929.)
1)er Aufforderung der Iiedaktion, eine informatorischo Skizze uber die wichtigsten auslandischen Zeitxhriften auf deni Gebiete d e r r e i n 0 n u n d a n g e .
w a n d t e ti C h 0 m i 0 zu schreiben, bin ich mit eineiit
gswissen Bedenken nachgekommen, d a bei eineni kurzen Aufsatze die Gefahr besteht, dai3 nur allgeniein Bekanntes geboten wird. Es liegen jedoch bei den Lcserti
der , , Z s i t s c h r i f t f u r a n g e w a n d t e C h e m i e "
die Interessenbrennpunkte auf Spezialgebieten, so daB
auch eino nur kurze U bersicht erwiinscht sein kann.
Meine Aufgabe wird also sein, darzustellen: ,,Welchc
cheniischen Zeitschriften entsprechen ini Auslande
unsercn folgmden Zeitschriften: , , H e r i c h t e d e r
1) o u t s c h o n
C h e m i s c h e n G e s e l 1 s c h a f t",
, , J u s t u s L i o b i g s A n n a l e n d e r Cheniic",
,,Ze i t s c h r i f t f ii r a n g e w a n d t e C h e m i e".
,,Ilia C h e . n i i s c h o I n d u s t r i e " , ,,Die C h e 111 i s c h o F a b r i k", ,,Ch e m i k e r - Z e i t u n g"
und
deni Rcfe,ralenorgan ,,C h 0 ni i s c h e s Z e ti t r a 1 b 1 a t t". Dio Liinder niijgen in alphabetischer Heihenlolge aufgefuhrt werden: In
Amerika (U. S. A , )
gibt d i e American Chemical Society seit ihreni Grundungsjahr 1876 d i e den ,,Berichten" entsprechende Zeitschrift, das , , J o u r n a l of t h e A m e r i c a n C h e m i c a 1 S o c i s t y" heraus, das monatlich im Umfang von
etwa 300 Seiteu erscheint. Es enthalt d i e wissenschaftlichen A r b e i t m a m e r i k a n i d i e r Chemiker auf deni
Gebieto ksvohl der allgettieinen, physikalischen und
anorganischen als auch d e r organischen und biologischen Chentie. Aui3erdem bringt es am Schlusse
eines jeden IIeftes in einer Abteilung ,,N0 w B o o k s''
Besprechungen von wertvollen chemischen Buchern des
In- und Auslandes auf d e n angegebenen Gebieten. Re
daktionell fallt die prlgnanto Einteilung der Arbeiten,
die durch die Wahl einer geoigneten Drucktype sehr
wirksam unterstutzt wird, sowie d i e Beigabe einer
knappen und ubersichtlichen Zusammenfassung am
Schlusse jetder Arbeit auf. 1893 nahm d i e m Zeitschrift
das ,,Journal of Analytical and Applie'd Chemistry",
1914 I r a R om s 0 n s wertvolles ,,American Chemical
Journal" in sich auf.
Ubersichtlichen, von ersten Fachwissenschaftlern
g eschr i eb en en Fort schr i t t sb e r ich t en g ew idm et ist d i e von
d e r niimlichen Gesellschaft 1924 gegriindete Zeitschrift
,,C h o ni i c a 1 R e v i o w s". Ein fur den Cheniiker sehr
wertvolles Informationsorgan.
Der ,,Zeitschrift fur angewandtc Chemie" entspricht
in Aiiierika ein Journal derselben Gescllschaft niit den1
'l'itel , , I n d u s t r i a l a n d E n g i n e e r i n g C h e i n i s t r y".
Es bringt die wcrtvollsten Arbeiten amer ikan i sch e r in dust r i ell e r Ch e m i k er. Obwohl erst 1 %)!I
hegrundet, hat es heuto auf deni Gebiets der angcwatrdten Cheniie Weltgeltung. Ursprunglich nannte
sich diese Monntszeitschriit ,,Journal of Industrial and
Engineering Chemistry". Dio Fortschritte d e r technischen Cheniio und chemischen Intdustrie spiegeln sich
hier nicht nur in den einzclnen guten Originalarbeiten
wieder, sondern das Journal bringt auch von Zeit zu Zeit
Sammelnunimern, sogenannto ,,Syniposien", d i e von
allen Seiten ganze Sondergebiete, wio z. B. ,,Cheniie der
Brennstoffo" usw., in' I3eitriigen aus d e r Veder erstcr
FachgroBen beleuchten. Dieso Spezialnuniniern, die fur
dio Gesdlschaft naturlich ein x h o n e s ilnnoncengeschaft
bedeuten, sind fur den Fabrikchemiker zur schnellen
Orientierung uber die IIauptprobleme auf einem Spezialgebiet von aui3erordentlichem Wert. Es w a r e zu
Zeilschr. fur angew.
Chemie. 42. J. 19231
Pfliicke: Die chemischen Zeitschriften tles Auslands
~
~
wunschen, wenn auch die Jeitschrift fur angewandte
Chemie" sich zu solchen gelegentlichen Sonderheften,
etwa: dio Cheniie des Zements, Chemie der Brennstoffe
usw., entschlieijen wurde. Auch Tngesfragen berucksichtigt das Journal, so brachte es vor lturzeni eine
ltleine Mitteilung uber die Keiso des ,,Graf Zeppelin".
Eine sehr bemerkenswerte Einrichtung lint die ZeitEchrift in ihrem Abschnitt h in e r i c a 11 C o n t e m p o r a r i o s , in dem von Fachgenossen der Lebenslauf
lebender bekannter Chemiker unter eingehender Wurdigung ihrer Vepdienste uni Wissenschnft und Technilc
unter Beigabe eines Bilcdes wiedcrgegeben wird. In
Deutschland geschieht das nicht in diesem MaGe, es ist
das hier nur ublich anliii3lich eines Geburtstages in
hoheni Alter. Auch dio Jahresubersichten und Mitteilungen aus d e r Feder der Herausgeber sind zu erwahnen, sie vertiefen zweifellos den Konnex zwischen
I m e r und Zeitschrift. Ausgezeichnete Resprechungcn
technixh-chemischer Bucher, gute Marktberichte, Notizen allgemein wirtschaftlicher Art usw. bilden den
Abschluij eines jeden Heltes. Seit Januar 1929 erscheint in Format und Aufniachung dieses Journals
eine ,,A n a 1 y t i c a 1 E d i t i o n", d i e vierteljahrlich
iiber analytische Verfahren und Apparate berichtet.
Auch analytischo Fragen betreffends Koniiteeberichte
Rind berucksichtigt. Diese Reilage durfte dem Analytiker sehr willkomnien sein. Das seit 1923 zweimal
monatlich erscheinende Blatt ,,N c w s E d i t i o n o f
I n d u s t r i a 1 a n d E n g i n e e r i n g " enthalt nur
kurze Vormitteilungen uber chernixhe Ereignisse, auch
Rriefe aus dem Ausland, die einen Uberblick uber d i e
rh em i sch e n Fort sch r it t e und Beg ebenh eit en des betreffenden I,an.des geben (die deutschen Briefe sind von
Prof. R o t h , Cothen, von d e r ,,Chemiker-Zeitung" verfafit), ferner Gesellschaftsmitteilungen. Es dient
schlieijlich den1 Stellennachweis fur den Chemiker.
Die R u b h s r D i v i s i o n of t h e A m e r i c a n
C h o m i c a 1 S o c i e t y gibt seit 1929 ein Journal
heraus, das heiijt ,,R u b b e r C h o m i s t r y a n d
T o c h n o 1 o g y", das hier nur genannt sei deshalb, um zu zeigen, wie systematisch und praktisch der Anierikaner in Behandlung literarischer
Fragen vorgeht. Dieses vierteljahrlich erscheinende
Jaurnal bietet (dem Kautschukchemiker alles Wissen+
werte aus der chemischen Weltliteratur: 1. Die gesamnielteii Referate aus d e n ,,C h e ni i c a 1 A b s t r a c t s",
es wird dabei der stehengelassene Satz der Referate
der ,,Chemical Abstracts" benutzt. 2. Arbeiten des Inund Auslandes von groijerer Redeutung ungekiirzt bzw.
in vollstandiger Ubersetzung, gute und vollstandige
Buchbesprechungen. Es erscheint diese Art sehr zweckmaijig fur d i e Auswertung des Materials eines Zentralreferatenorgans fur Spazialzweige d e r Chemie. Zu erwiihnen ware noch das fur den Industriechemiker
wichtige Journal, genannt ,,C h o m i c a 1 & M e t a 11 u r g i c a 1 I3 n g i n e a r i n g", das mehrfach seinen Nanien
gewechselt hat: 1902 gegrundet als ,,Electrochemic:il
Industry", 1905 Electrochemical & Metallurgical Industry", 1910 ,,Metallurgical & Chemical Engineering".
I h s Hauptinteressengebiet erstreckte sich anfangs nur
>iuf dio Elektrocheniie und Elektrometallurgie, in letzter
Zeit mehr und mehr auch nuf d i s chemische Industrie.
Auf jeadeni Heft ist vermerkt: For the Production Man
in tho Chemical Engineering or Process Industries
interested in heavy, fine and electro-chemicals, cement,
lime, ceramics, cellulose, coal products, explosives,
fertilizers, glass, leather, paint, varnish, oils, pulp,
paper, petroleum, rubber, soap, sugar and similar pro-
..-..
- .
1063
ducts. Also fast dio ganze technische Chemie. Es wird
mehr d i e wirtschaftliche und technologische Seite dieser
Industriezweige behandelt und verfolgt. Es enthiilt ausgezeichnete statistische Angaben und andere wertvolle
Informationen fur den Industriechemiker. Die redaktionelle Aufniachung und Inhaltsgebung ist vorbildlicli
fur ein Industriejournal. So instruktiv und bildlich eindrucltsvoll sind nationalokonomischo Arbeiten wohl in
keinem chemisch-technischen Journal gegeben. Originell
sind die verschiedenen Methoden, Aufgaben und Inhalt der einzelnen Arbeiten dem Leser klar VOI'
Augen zu luhren. Das ,,Industrial and Engineering
Chemistry" versucht in ahnlicher Weise ubrigens, die
schnelle Orientierung dem Leser durch ins Auge springende (verschiedene Druckanordnung in Fettdruck)
Zusammenfassungen zu unterstutzen. Die Aufniachung
des ,,Chemical & Metallurgical Engineering" lafit sich
durch !die Reigdbe eines recht stattlichen Annoncenteiles
erklaren. Zu erwiihnen wgre vielleicht noch das reine
Handelsjournal ,,C h o m i c a 1 s". - Das H a u p t r e f e r a t e n o r g a n sind in Arnerika die von der
American Chemical Society herausgegobenen ,,C h e m i c a 1 A b s t r a c t s", d i e 1907 aus dem Referatenteil
des ,,Journal of t h e American Chemical Society" entstanden und von W. A. N o y e s nach dem Vorbilde des
Zen t ral bl at t es in iihnlicher W ei se gescha f f en w u rd en.
Belgien.
Hier sind zu nennen das , , B u l l e t i n d e l a
Class0 des Sciences, Academie Royale d e
R o l g i q u e " sowie das , , B u l l e t i n d e l a S o c i k t B
C h i m i q u e d e B e 1 g i q u e", das vereint mit deni
,,Rullotin d e l a F e d e r a t i o n d e s I n d u s t r i e s
C h i ni i q u e s d e R e 1g i q u e" erscheint.
Danomark.
Hier kommen folgende Zeitxhriften in Frage:
,,C o m p t 6 s - r e n d u s ad e s 'I r a v a u x d u L a b o r a t o i r e C a r l s b e r g " und , , K o n g e l i g e D a n s k e
Videnskabernos Selskab, Mathematiskf y s i s k e M e d d e l e31s e r" und ,,B i o 1 o g i s k e
M e d d e 1 e 1 s e r".
In
England
ist vor allem das den ,,Berichten" entsprechende ,,J o u rn a l of t h e C h e m i c a l S o c i e t y , L o n d o n " %
I.
nennen, das von der englisch-chsniischen Gesellschaft
herausgegeben wird. Es erscheint monatlich und bringt
sehr bedmtendo Arbeiten auf dern Gebiete der organischen Cheniie. Diese Zeitschrift ist eins der wichtigsten J m r n a l e rder Weltliteratur fur d e n Chemiker.
I>io readaktionelle Aufmachung des Journals ist den
hohen wissenschaftlichen Tendenzen der Gesellschaft entsprechend sehr gediegen. Der ,,Zeitschrift fur angewandte
Cheniie" durfte in England das fur den Chemiker sehr
wertvolle , , J o u r n a l of t h e S o c i e t y o f C h e m i c a l I n d u s t r y , C h e m i s t r y & I n d u s t r y " entsprechen. Es ist aui3erdem das offizielle Organ d e r
I n s t i t u t i o n of C h e m i c a l E n g i n e e r s , of t h e
C o k e O v e n M a n a g e r s ' A s s o c i a t i o n , and of the
F e d e r a l C o u n c i l of P u r e a n d A p p l i e d
C h o m i s t r y und zerfallt in drei Teile: 1. einen wirtschaftlichen Teil: Chemistry & Industry, 2. einen cheniisch-technischen Teil: Transactions, und 3. einen Referatenteil: British Chemical Abstracts, Abt. B. Angewandte Chemie. Der wirtschaftliche Teil bringt ausgezeichnete redaktionelle Aufsatze, die aktuelle theniische Fragen von hoher Warte beleuchten, zusammenfassende wirtschaftliche Berichte, Sitzungsiibersichten
und Berichte der Chemical Society, Personalnotizen,
1064
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Pflucke: Die chrmischen Zeitschriflcn des Auslands
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Buchhesprechungen, Handelsmitteilungen und Patentlisten. Die 'I'ransactions bringen wichtige chemischtechnische Arbeiten englischer Chemiker. Der dritt3
Tcil enthiilt die Referate uber das Gcbiet dcr technischen
Chemie, der besonders dio Patcntliteratur beriicksichtigt. Dcrselbe wird genieinsam niit dein Teil A
,,Pura Chemistry" von deni ,,Bureau of Chemical Abstracts" herausgcgelben. Beide Referatznteile zusanimen
cntsprechen dem ,,Chemischen Zentralblatt" (vgl. auch
S. 1052). In England werden also die Referato
iiber die reino und angewandte Cheniie getrennt
verausgabt, jedoch von einer Stelle aus bearbeitot. Die ,,British Chemical Abstracts" tauschen mit den
,,Chemical Abstracts" Referato aus, jedoch scheint deren
I'rozentsatz schr gering zu sein. Gerado in Amerilia
und England, die in einer Sprache veroffentlichcn, ware
eine solcho Zentralisierung sehr weitgehend durchzufiihren. Man hat jedoch beim Lesen der beitien keferatenorgane den Eindruck, dai3 sich der Ubernahnie von
R3fcraten sachliche Schwierigkeiten entgegenstellen.
Andernfalls w i r e es denkbar, dai3 eine Arbeitqteiiling bei gleichsprachigen LHndern schlieljlich erreicht
wcrdeii ItBn'iite. Zur Zeit wird in dieser Hinsicht zn
Ilohcm Prozentsatz eino doppelte Arbeit geleistet. Das
britischo Roferatenorgan bringt hinsichtlich der Wiederg:tbo wissenschaftlicher und technischer Arbeiten zum
ulwrI\ iegenden MaBo ausgezeichnete Referate. Es wHre
kvelterliin fur den Industriechemiker das Journal ,,T n dustrial Chemist and Chemical Manufac1u r o r" ZLI erwiihnen, das chcmisch-technologische Abhandlungen bringt und d e r ,,Chemischen Fabrik" ctwa
catsprechend t echnisch-w ir t scha f tliche F rag en eing ehen d
behandclt. Zu ncnnen ware schlieljlich ,,T h o C h e m i c a 1 A g e", das wtichentlich erscheint und neben Bericlitcn iiber Vortrlge in Gesellschaftstagungen chem i x h e Tagesfragen sowie wirtscliaftliche Fragen in gedriingtcr Form bchandelt. Es bringt noch Referate uber
englische Patento und Marktberichte.
Finnland.
K e in i s t s a m f u n d e t s
M edde,,Fi n s k a
1 a n d en."
In
Frankreich
efftspricht den deutschen ,,Berichten" das ,,B u 11 e t i n
d o l a S o c i 6 t 6 C h i m i q u e d e F r a n c e " . Mit
dieseni Journal ist vereint das franzosische Rcferatenorgan der franzosisch-cheniischen Gesellschaft unter dem
Titel , , A n a l y s e d e s T r a v a u x F r a n s a i s e l
I.: t r a n g i. r s". In knappcn Refcraten wird d i e Literatur der allgemeinen, organischen, biologischen und
analytischcn Chemie behandelt. Neben deni ,,Bulletin d e
la Soci6t6 Chimique de France" bestehen in Frankreich
noch eine grolje Anzahl hochwichtiger Zeitschriften, die
auf dem Gebiete der reinen Cheniie d i e beldeutendsten
Forschungsergebnisse frnnzosischer Chcmiker in ihrcii
Ahhandlungen zur Veroffentlichung bringen. Da sind
\'or allem, unseren ,,Annalen" cntsprechend, dio ,,A n n a l o s d e C h i n i i e " , dio H l t e s t e c h e m i s c h e
Zeitschrift der Weltliteratur, erstes Erscheinungsjahr
1789, von 1816 bis 1914 unter deni h'amen , , A n d e s de
Chimie et d e Physique", unid die ,,C o m p t e s r e n d u s
hebdoniadaires des S6ances d e l'Acad6ni i 0 d e s S c i e n c 8s'' (seit 1776). Diese geben in
ihren kurzcn Mitteilungen ein gutes Bild dor Entwicklung der hTaturwissenschaften wieder. Die Chemie hat
a n diescn Verotfentlichungeii nicht geringen Anteil. In
dieseni Zusammenhange muljte wohl auch das ,,J o u r n a l d e P h a r m a c i e e t d e C h i m i e " genannt
"
Zeihchr. fur angew.
(.hcrnic. 42. J. 1929
uerden, das seit dem J a h r e 1809 erscheint und eine betrkhtlicho Anzahl Arbeiten von rein chemischem Interesso bringt. Fur den technischen Chemiker wird in
Frankrcich die Zeitschrift ,,C h i m i e & I n d u s t r i e"
herausgegeben, eine monatlich erscheinende Zeitschrift,
die in ausgeaeichneter Aufmachung chemisch-technische
Originalabhandlungen und einen ausgodehnten technischen Ibferatenteil enthalt, der in apparativer Hinsicht nicht mit Abbildungen spart und redaktionell sehr
eigenartig angeordnet ist. Die chernische Literatur ist
weitgehend berucksichtigt. Dieser Teil enthalt auch ein
Kapitcl ,,Organisation 6conomique", der wirtschaftliche
Ubersichten bringt, Organisationsfragen, wie z. R. die
Organisation einer modernen technischen Bucherei,
Fragen der Gesetzgebung auf den cheniischen Gebieten
und schlieljlich einen rcichhaltigen, wirtschaftlichen Informationsteil sowio zahlreicho Buchbesprechungen
bietet. Nach den Ruchbesprcchungen werden auch - was bemerkenswert ist
neuo Kataloge, d i e fur den
Cheniiker von Wichtigkeit sind, usw. erwahnt. An anderer Stello (S. 1054) ist darauf hingewiesen wopdcn, dai3
in dieseni Referatenteil in ausgiebiger Weise das Dezimalklassifikationssysteni angewandt wipd. Es sind noch
z u nennen: ,,I n d u s t r i e C h i ni i q u e", ein vorzugsweiso technisch-wirtschaftlichcs Journal, das auch rein
technischo Uhersichtsarbeiten bringt und einen Heferatenteil enthllt, der den Intercssen d e r chemischen
Groi3industrie dient, sowie ,,R e v u e d e s P r o d u i t s
C h i n i i q u s s " und ,,La R e v u e d e C h i n i i e I n d u s t r i s l l e et le M o n i t e u r S c i e n t i f i q u e
Q u s s n e v i l l e r 6 u n i s I n d u s t r i e s " , auch das
letztere Journal hat einen cheniisch-tcchnischen Keferat en t cil.
In
Holland
kommt vor allen Dingcn das unscren ,,Rerichten" entsprechends Journal ,,R e c u o i 1 d e s T a v a u x C h i m i q u e s d e s p a y s - B a s " (scit 1882) i n F r a g e , f e r n c r
,,Vsrslag van de Koninklijke A k a d e m i e
v a n W s t s n s c h a p p o n t e A m s t e r d a m " (seit
1853) und ihre englische Ausgabe, die ,,Pr o c o 8 d i n g s".
Das ,,C h e m i s c h W e e k b 1 ad",
eine Publikation der Nederlandschen Chemischcii
Vcreeniging (seit 1903), enthlilt seit 1920 neben rein
chemischen auch technisch-chemische Arbeiten. Es bringt
Handelsnotizen und Kiickblicke und entspricht in dieser
Hinsicht d e r ,,Zeitschrift fur angewandte Cheniie".
1I1
Italien
nimnit die seit 1871 erscheinende ,,G a z z e t t a C h i ni i c a I t a 1 i a n a" die Stelle der ,,Berichte" ein. Sie
wird herausgegeben von der Associazione Italiana di
Chimica. Daneben erscheinen noch d i e ,,A t t i d e l 1 a
Reale Accademia Nazionale dei Lincei
(R o m a), R e n d i c o n t i , etwa unsercn ,,Sitzungsberichten" entsprechend, die auch eine groi3e Anzahl
cheniisch wichtiger italienischer Arbeiten bringen. Von
den technischen Zeitschriften miissen noch genannt
werden: , , G i o r n a l e d i C h i m i c a I n d u s t r i a l 0
0 d A p p 1 i c a t a", das ebenfalls von der Associazione
Italiana di0 Chimica veroffentlicht w i d . Es bringt chemisch-technische Arbeiten sowie einen Referatenteil
und enthalt auljerdem noch Sitzungsberichte und wirtschaftliche Notizen, die italienische Chemiker interessieren, sowie einen guten Buchbesprechungsteil. Weiter
die , , A n n a l i d i C h i m i c a A p p l i c a t a " , ein
kleines wertvollos Journal, das 1914 gegriindet wurde
und zeitweise mit dem soeben genannten italienischen
Journal verschmolzen war.
Zeitschr. f i r angew.
Chemie. 42. J. 19291
-
~-
-
I'fluclte : Die rlieiiiischen Zeitschriften des Auslands
~-~
-.-.____
Fur
Japan
kommen folgende Zeitschriften in Frage: 1. ,,J o u r n a 1
o f t h e C h e m i c a l S o c i e t y of J a p a n " (Nippon
Kwagaku Kwaishi, seit 1921, fruher , , J o u r n a l o f
t h e T o k y o C h e m i c a l S o c i e t y " ) in japanischer
Sprache und 2. das , , B u l l e t i n o f t h e C h e m i c a l
S o c i e t y o f J a p a n", enthalt Originalabhandlungen
in englischer, franzosischer und deutscher Sprache und
Referate (seit 1926); 3. T h e , , J o u r n a l o f t h e
S o c i e t y of C h e m i c a l I n d u s t r y " , Japan (Kogyo
Kwagaku Zasshi), das fur den technischen Chemiker in
zwei Teilen erscheint (japanisch und deutsch-englisch-franzosisch), 4. The , , C h e m i c a l T e c h n o l o g y " , der
,,Chemischen Fabrik" entsprechend, nur in japanischer
Sprache. In letzter Zeit ist auch ein Heferatenorgan entsprechend dem ,,Chemischsn Zentralblatt" in Japan
gegrundet worden.
Usterreich.
Hier sind zu nennen die , , S i t z u n g s b e r i z h t e
d o r A k a d e m i e d e r W i s s e n s c h a f t e n W i en"
und d i e , , M o n a t s h e f t e f u r C h e m i e " , die die
gleichen Abhandlungen veroffentlichten. AuDerdem sei
auf die ,,6 s t e r r e i c h i s c h e C h e m i k e r - Z e i t u n g" und die Zeitschrift ,,M i k r o c h e m i e", die vor
kurzem eine sehr hubsche P r e g 1- Festschrift herausgab, hingewiesen.
In
Polen
erscheinen 1. das , , B u l l e t i n I n t e r n a t i o n a l d e
l'Acad6mie Polonaise dss Sciences et des
L e t t r e s" (vorzugsweise deutsch, auch franzosisch
usw.); 2. ,,R o c z n i k i C h e m j i", Organ der Polnischen
Chemischen Gesellschaft (seit 1921) (franzosische Inhaltsangabe); 3. das die technische und wirtschaftliche Chemie
betreffende Journal ,,P r z e m y s 1 C h e m i c z n y" derselben Gesellschaft in polnischer Sprache (deutsche usw.
Zusammenfassungen).
Fur
Rumanien
1. das B u l e t i n u l S o c i e t q t e i d e C h i m i e d i n
R o m t n i a" (hauptsiichlich franzosisch); 2. ,,B u 1 e t i n u l S o c i e t q t i i d e S t i i n t e d i n C l u j " (Bulletin d e la SocietB des Sciences d e Cluj, Rounianie)
(franzosisch); 3. ,,B u 1 e t i n u 1 d e C h i m i e P u r a $ i
Aplicati, Societitea Romtni de 2tiinte
B u c u r e s t i " (franziisisch), enthalt wichtige Originalarbeiten.
Schwierig liegt die Frage bei den chemischen Zeitschrif ten
RuBlands.
Fur den deutschen Chemiker kommen hier mohl nur die
Ubersetzungen oder d i e ausfuhrlichen Referate wegen
der groBen Sprachschwierigkeiten in Frage. Fur Japan
gilt dasselbe. Beide wirtschaftlich und wissenschaftlich
aufstrebenden Lander haben eine ausgedchnte wissenschaftliche Literatur und bemuhen sich, durch Zusammenfassungen und Obersetzungen in englischer, franzosischer und deutscher Sprache in ihren Journalen auch
den auslandischen Fachgenossen auf diesem Wege ihre
Arbeiten zuganglich zu machen. In RuDland verkennt
man keineswegs die Schwierigkeiten, die durch die
russische Sprache d er Aufnahme d er infolge des Weltkrieges zerrissenen Beziehungen zwischen den Wissenschaftlern der Sowjet-Union und des Auslandes sich entgeg en st ell en ; For scher und G,elehrt er lei d en besonder s
unter dieser Tatsache. Zur Forderung des Gedankennustausches russischer Wissensohaftler mit denen anderer
Liinder ist vor kurzem von d e r ,,G e s e 11 s c h a f t f ii r
kulturelle Verbindungder Sowjet-Union
m i t d o m A u s l a n d e " eine , , S e k t i o n f u r
1063
--
C h e m i 8'' gegriindet worden, deren Vorsitzender das
Rkademiemitglied W. N. I p a t j e w ist, und an deren
Organisation andere namhafte Chemiker wie A. E.
T s c h i t s c h i b a b i n und S. L. I w a n o w , d e r wissenschaftlichesekretiir der Sektion, usw. sich beteiligen. Diese
Sektion hat unter anderen wichtigen Aufbauarbeiton die
Aufgabe, ,,die bibliographische Berichterstattung uber
russische chemische Arbeiten in auslandischen Publikationen und uber dio auslandischen Arbeiten in den
Sowjet-Publikationen zu fordern". Das ist nur zu begruDen, da dio russische Literatur in jeder Hinsicht ein
Sorgenkind der Berichterstattung in allen Landern iat,
was bcsonders bei den Transkriptionen der russischen
Namen in den internationalen Referatenorganen klar ZUtage tritt. So wird z. B. ,,Tschitschibabin" in englisch
,,Chichibabin", in franzosisch ,,GiEibabin" geschrieben.
D i o r ii ssi sch e ch em ische Z eit schr i f t en li t erat ur ist kein eswegs klein. In dem Rahmen dieser Abhandlung ist zu
erwiihnen, 1. das den deutschen ,,Rerichten" entsprechende , , J o u r n a l d o r R u s s i s c h e n p h y s i kalisch-chemischen Gesellschaft,Lening r a d", ein Organ, das d ie wichtigsten Arbeiten russischer Chemiker veroff entlicht, und zwar nur in russischer
Sprache. Es ist bereits 1869 gegrundet worden. Die
Hefte, die ubrigens seit 1929 ihr Antlitz geandert haben,
enthalten jedesmal eine Inhaltsangabe in franzosischer
Sprache. 2. Das von derselben Gesellschaft herausgegebene , , J o u r n a l f u r a n g e w a n d t e C h e m i e" (deutsche Ubersetzung des Titels), das neben
russischen Originalarbeiten technischen Inhalts bibliographische Notizen und Gesellschaftsprotokolle enthalt.
Es dient den Interessen des Industriechemikers, gleichwie die folgende Zeitschrift ,,J o u r n a 1 o f t h 0 C h e
m i c a 1 I n d u s t r y" (englischer Titel), die von dem
R a t der V e r t r e t e r d e r c h e m i s c h e n I n dustrie beim Volkswirtschaftsrat d e r
S o w j 8 t - U n i o n herausgegeiben wird. Dieses Journal
entspricht einerseits hinsichtlich d e r wirtschaftlichen Ahhandlungen der ,,Chemischen Industrie", andererseits
bezuglich seiner technischen Abhandlungen aus der
Fabrikpraxis sowie seines Referatenteils der ,,Chemischen Fabrik". Die Zeitschrift, deren 6. Band jetzt vorliegt, ist nur in russischer Sprache veroffentlicht. Weiter
ist zu nennen das , , B u l l e t i n d e 1 ' A c a d B m i e d e s
Sciences d e 1'Union d e s RBpubliques Sov i 6 t i q u e s S o c i a l i s t e s", das unseren ,,Akademicberichten" entspricht. Es veroffentlicht wissenschaftliche
choniische Arbeiten in russischer, franzosischer und deutscher Sprache. SchlieDlich sei das ,,U k r a i n i s c h e them i s c h e J o u r n a 1" vermerkt, das teilweise in kleinrussischer Sprache seine Abhandiungen veroffentlicht
und einen gesonderten wissenschaftlichen und technischen Teil bringt. Das Verstiindnis der Arbeiten in
kleinrussischer Sprache ist fur den nichtrussischen Fachgenossen ganz besonders schwierig.
Fiir
Yehweden
sind zu nennen , , A r k i v f o r K e m i , M i n e r a l o g i
o <: h G e o 1 o g i", weiter die sehr wichtige Zeitschrift
.,M e d d e l a n d e n f r ii n K. V e t e n s k a p p a a k a d e m i e n N o b e l i n s t i t u t " , d i e seit 1905 herausgegeben wird.
AuBerdem d i e technischchemischo
,,T o k n i s k T i d s k r i f t" fur den Industriechemiker.
In der
Schweiz
sind die den ,,Berichten" analoge ,,H e 1 v e t i c a C h i m i c a Ac ta ", das Organ der S o c i e t B S u i s s e d e
C h i m i 8, ein sehr wsrtvolles Journal von Weltgeltung,
das Arbeiten in deutscher, franzosischer, italieniwher
und gelegentlich auch in englischer Sprache her-
-
1066
Degener: Die papiereue Sintflut
ausgibt, also ein wahrhaft internationales Organ ist. Fur
den technischen Chemiker besteht ein Journal ,,T e c h nik und Industrie u n d Schweizer Chem i k e r - Z e i t u ng".
Spanien.
, , A n a l e s d e la S o c i e d a d E s p a n o l a d e
F i s i c a y Q u i m i c a", das chemische Hauptjournnl
Spaniens. , , Q u i m i c a e I n d a s t r i a " , Organ der
CBmara Nacional de Industrias quimicas, wirtschaftliche
Fragen behandelnd.
Fur die
Tschechoslowakei
diirfte f ur den Chemiker das seit 1929 erscheinende
Journal , , C o l l e c t i o n d e s T r a v a u x c h i m i q u e s
d e T c h 6 c o s 1o v a q u i e", dessen wertvolle Veroffentlichungen in franzosischer und englischer Sprache herausgegeben werden, zweitens ,,P u b 1 i k a t i o n s d e 1 a
Facult6 d e s Sciences d e l'Universitt5
M a s a r y k" (franzbsisch) zu nenncn sein.
In
Ungarn
ist zu nennen , , M a g y a r C h e m i a i F o l y b i r a t " , die
Monatsberichte, hersusgogoben von der Ungarischen
IZeitschr. f i r angew.
Chemie. 42. J. 1829
Koniglichen Naturforscher - Gesellschaft.
Aufierdem
bringen sehr viel wichtigo chemische Arbeiten die ,,B e richte der ungarischen pharmazeutis G h e n G e s e 1 1 s c h a f t", die nuch einen Referatenteil
onthalten.
Diese kurze Ubersicht kann naturlich keinen Anspruch auf Vollstandigkeit machen. Bei aukierster Raumbeschrankung m a t e manches trefflich,eJournal unerwahnt
bleiben, besonders nach den Grenzgebieten, z. B. der
physikalischen Chemie usw. hin. Fur denjenigen, der
sich in der chemischen Literatur eingehender orientieren will, s e i auf die Broschure von dem Englander
F. A. Ma s o n ,,An Introduction to the Literature of
Chemistry for senior students and Research chemists''
(erschienen Oxford 1925, 41 Seiten) hingewiesen. Ferner
haben E. J. C r a n e und Austin M. P a t t e r s o n , der
jetzige und der vorherige Herausgcber der ,,Chemical
Abstracts", in ihrem Buch') ,,A Guide to the Literature
of Chemistry" ihre langjahrigen Erfahrungen in dankenswerter Weise dem literarisch interessierten Chemiker
nutzbar gemacht.
[A. 163.1
1) 1927 herausgegeben.
Die papierene Sintflut.
Von Direktor
H. DECENER,
Berlin.
(Eingeg. 24. Oktober 1929.)
Die Erscheinung der ,,papierenen Sintflut" ist unter
diesem Titel im Jahre 1927 von Prof. 0 p p e n
h e i m e r I) behandelt worden. An diesem beklagenswerten Zustand hat sich bisher nichts gebessert.
Im Gegenteil, neben der Zahl der Tageszeitungen
wachst auch die der Fachzeitschriften in der ganzen
Welt (nach einer englischen Bibliographie gibt es
bereits 25 000 wissenschaftliche Zeitschriften), und besonders schlimm sieht es auf unserem eigenen Gebiet aus. Das ,,Chemische Zentralblatt" ist gmwungen,
boreits jetzt ungefahr 1000 Zeitschriften zu bearbeiten.
Die ,,Chemical Abstracts" referieren sogar schon rund
1500 periodische Erscheinungen, darunter rund 300 biologischo und medizinische. Relativ (und wohl auch absolut) dio hiichste Zahl entfallt auf deutschsprachige Zeitschriften.
Dieso besngstigende Prduktivitat kann ihre Ursache zum Teil wohl in dem Anwachsen d e r wissenschaftlichen Arbeit (im weitesten Sinne) haben, .zum
grokieren Teil aber sind aui3erwissenschaftliche Grunde
mafigebend. Dies0 sollen bier k ritix h kurz betrachtet
werden.
Eine Durchsicht unserer Zeitschriften bestatigt zunachst, dai3 vieles verBffentlicht wird, was nur wenig
oder iiberhauyt nicht auf wissenschaftlichen Wert Anspruch erheben kann. Sehr ungunstig auf das Anschwe]len der Literatur wirkt sich naturlich d e r gr&e
Umfang violer Arbeiten aus, der u. a. verteuernd auf die
Herstellung und Bezugspreise und hemmend auf den
Absatz wirkt, und man mllte beachten, daki such vom
Aus];\nd dauernd Klagen uber die &&te deutscher Abein
handlungen und die Preim kommen. Weiterhin ist
grober MiBbrauch, wenn ein und dasselhe Thema fur den
gleichen Leserkreis mehrmals ausgewertet wird. Die
Zahl der Z)oppelpublikationen wachst erschreckend,
und es ist be&uerlich, dafi selbst namhafte Autoren uber
denselben Gegenstand fur don gleichen Leserkreis
an mehreren Stellen schreiben (oft sogar ohne
j d e Anderung). Die Rdaktion des ,,Chemimhen
ZentralblattM" =lite hieruber einmal cine Sbtistik
-
.
Chen1.-Ztg. 51, 229 u. iolg. [1927].
I)
anstellen.
Ebenso schlimm ist es, wenn eine
Arbeit, die sich in e i n e r Abhandlung erledigen liekie,
in kleine Fortsetzungsartikel zerlegt wird, wobei unvermeidliches Beiwerk zu wiederholen ist.
Fur die Schriftleitung ist es an sich nicht leicht,
sich vor Dubletten und Serienartikeln in allen Fallen
zu schutzen. Zwar l i e h sich durch strenge Makiregeln
und Vorschriften, die d ie Redaktionen den Autoren auferlegen, noch manches bessern2). Auch ware vielleicht
eine Arbeitsgemeinschaft der Schriftleitungen maglich,
die sich durch geeignete Makinahmen uber die von Zeitschrift zu Zeitschrift wandernden Manuskripte verstandigen konnten, ahnlich wie Verleger es einmal vor
vielen Jahren durchfuhrten.
Leider werden aber noch sehr v i d e derjenigen Arbeiten, welche die Redaktionen unserer angesehenen
Zeitschriften aus den vorerwahnten Grunden zuruckweisen, doch anderswo aufgenommen. Immer wieder
finden sich nicht beratene oder schlecht beratene Verleger, die nicht nur ihr eigenes Geld, sondern auch das
ihrer Abonnenten und Inserenten in Zeitschriften investieren, welche nur die Abladestatte solcher ,,AbWlehnter'' bilden.
Genugt dieser ,,AbfluW' nicht, so werden auch noch
A d o re n und Artikel besonders geworben, und SO entstehen viele Reitrage, die ohne solche falsche Gwhaftstiichtigkeit ni0 geschrieben worden waren. Leider
lassen SiCh sogar Autoren von Ruf in Unkenntnis der
GePflogenheiten und des Ansehens der betreffenden
Zeitschriften zur Mitarbeiterschaft verleiten. Sie dienen
diesen Zeitschriften nur als Aushangeschild und tragen
n u r dazu bei, deren kummerliches Dasein zu verIangern.
Ebenso erstaunlich ist es, wie wenig Kritik ein
groi3er Teil d e r Abonnenten iibt, ohne deren Hilfe
solche wirklich entbehrlichen Zeitschriften uberhaupt
nicht
exiStieEn konnten, und wie viel Inserenten e c ~
._
.
2 ) V g l . die ausgezeichneten Vorschlage des ,,Merkblattes
fur Teehnisch-wissenschaftliche Veroffentlichungen", Deutseher
Yerband techuisch-wissenschaftlicher Vereine, Berlin NW 7,
Ingenieurhaus. (Kostenlos durch die Schriftleitung dieser Zeitschrift erhaltlich.)
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