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Die chemisch-technische Industrie auf der Leipziger Frhjahrsmesse 1921.

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Zeitschrift fur angewandte Chemie
34. lahrgang S . 113-1 16
I
Aufsatzteil und Vereinsnachrichten
Die chemisch-technische Industrie auf der
Leipziger Fruhjahrsmesse 1921.
(Eing. 1 4 3 . 1921.)
Die Zahl der Besucher der Leipziger Messe hat seit deiii Kriege
ganz betrachtlich zugenommen. So erfreulich diese Tatsache auch ist,
so hat sie doch einen grof3en Nachteil, tler einzelne Aussteller verschwindet zu sehr in tier grofien Masse. Ilagegen hilft nur ein Mittel,
namlich Zentralisation. Unter den Ausstellern hat sich auch eine Bewegung bemetkbar gemacht, diesem Ubel abzuhelfen. Es ist unbedingt
ntitig, dai3 die einzelnen Branchen zu miiglichst geschlossenen Ausstellungen zusammengeschlossen werden, etwa in der Art, wie es jetzt
schon in der Textilhalle - in der aber leider auch nicht die gesamte
Textilbranche untergebracht werden konnte - der Fall ist. Die Aussteller. die in einem gut besuchtem Mefihaus im Zentrum der Stadt
untergebracht sind, sind wesentlich im Vorteil gegen die, die etwas
abseits des Hauptverkehrs liegen. So kommt es z. 13. auch, datl die
Beleuchtungsindustrie, die im Zentrum z. FL in der Universitat ausgestellt hatte, ganz leidliche CTeschaftsabschliisse zu verzeichnen hatte,
wahrend die hussteller in der Turnhalle i n der LeplwystraBe nur sehr
mangelhafte Auftrlge erhalten haben.
Leider stehen aber der Verwirklichung der Zusaminenfassung der
einzelnen Hranchen die mangelhaften Raumverhaltnisse hindernd im
Wege. Aus diesem Grunde ware es wirltlich freudig zu begriisen,
wenn das geplante Projekt eines RiesenmefApalastes zur Ausfuhrung
gelangen wiirde. Zweifellos wurde auch die chemische Industrie
einen groBen Nutzen davon haben, denn geride sie leidet besonders
unter der allgemeinen Zersplitterung der Ausstellung. Zwar ist sie
teilweise zusammengefitBt, so in der Halle XI auf dem Ausstellungigeliinde und im Zeifiighaus, aber im allgemeinen j,st sie doch noch
ziemlich verstreut. So konnte man z. €5. Lacke, Ole und ahnliche
ErLeugnisse uberall auf der Messe finden. Allerdings sol1 auch nivht
verkannt werden, datl e i nicht miiglich ist, die gesamte chemisch-technische lndustrie im weiteren Sinne einheitlich zusammenzufassen, d a
die einzelnen Fabrikationszweige zii verschieden sind und besser mit
anderen Branchen zusainmen un:ergebracht werden. So ware e s z. B.
verfehlt, wenn man die Kunstseide von der Textilbranche und etwa
Klebstoffe und Tinte von der Hurobedarfsmesse trennen wollte.
Ganz allgemein kann man von der chemischen Messe sagen, dai3
sie, genau wie die .andercn Branchen, den Haupbvert auf gute Erzeugnisse, auf Q u d i t l t legte. Im Kriege und auch noch kurze Zeit
danach stand die chemische Industrie mehr als jede andere unter dem
Zeichen der Ersatzstoffe. Davon ist heute nur noch sehr wenig zu
sehen. Der Rohstoffmangel ist htiute schon so weit uberwunden, dafi
man wieder gute rind echte Erzeugnisse liefern kann die die Ersatzstoffe fast vollstandig verdrangt haben. Xiir die Ersatzstoffe und
Kunstprodukte haben sich auf dem Markte erhalten, die sich als rin
vollwertiger Ersatz odcr sogar den fruheren Produkten als iiberlegen
erwiesen haben.
Das Bild der rein chemis-hen und cliemisch-terhnischen Messe
ist ziemlich vielseitig nnd sehr umfanyreich. Dabei inufi man bedenken, dafi viele Zwcige der chemischen Grofiindiistrie vollstlndig
auf der Messe fehlen, wie die Dungemittel. Der Redarf unserer Landwirtschaft ist ,ja so betiachtlich, da5 die Fabriken nicht genug liefern
kdnnen, so d d die Nachfrirge das Angebot auf diesem Gehiete immer
noch gewaltig ubersteigt. Ebenso findet man so gut wie keine Anilinfarben. Die Nachfrage danach im Arislantl und auch in Deutschland
selbst ist augenblicklich und atich fur die nlichste Zeit noch so grot$
daB es die groben Werlte nicht nBtig haben, ihre Erzeugnisse auf der
Mes-e anzubieten.
An anorganischen Chemikalien und Erzeugnissen wurden besonders
Soda, Kochsalz und Bromsalze angeboten, und auch im beschrankten
MaBe chemisch reine Keagentien.
Recht betrachtlich waren auf der Messe Lacke, Ole, Farhen, Impragnierungsmittel, Asphalt und andere Teerprodukte vertreten. Die
verschiedenen Lacke bestehen ,ie nach dvr l'erwendung aus natiirlichen
Harzen, wie Schellack, Teerharzen, Cumaronharzen, und Acetylcellulose.
An Farben fand man niit geringer Ausnahme f a d nur reine Mineralfarben oder Anstrichfarben, die meist aus Anilinfarben bestehen, die
auf Griinerde, Schwerspat und andere Substrate gefallt sind. Z u erwlhnen sind noch die sogenannten Stoft'iit hen fur die Hausflrberei.
Diese Farben sind schon von fruher her bekannt, aber jetzt gewinnen
sie eine immer griifierr Bedeutung, denn in der heutigen sparsamen
Zeit sind bie ein sehr gutes und billiges Atittel, alte Kleidungastiicke
und andere Stoffe neu zu fiirben. Diese Farben, die meist aus substantiven Farbstorfen bestehen, lassen sich sehr bequem farben, allerdings ist die Eclitheit nicht iinmer sehr gut.
Der Mangel an Maschinendlen jeglicher Art ist nuch uberwunden.
Man fand SchmierOle, Treib- und Gastile und Henzin. Sie scheinen
zuni Teil aus Tieftemperaturteer zu stammen, dessen Erzeugung sich
niirh dem Kriege gewaltig gesteigert hat. Grotl war.auch das Angebot
;in veriirbeiteten Produkten aus Paraffin, Fett, dlen, Wachs und
iithrrischen Olen. Mail fand gute Srhuhcreme - die Wassercrenie
Angew. Clietnie 1921. Aufsatzteil zir Nr. 24.
I
25. Marz 1921
des Krieges iqt verschwunden - Bohnerwach?, Vaseline, Kerzen, Seife.
kosmetiFche Produkte und Parfumerien. Die vielen Ersatzwaschmittel
und Waschpulver sind fast vollstiindig wieder durch die Seife verdrangt worden.
Die Galanterie- uod Schmuckmesse bot Produkte aus Kunstharzen,
wie Galalith, Bakelit u. a. an, zum Teil als Ersatz fur Celluloid, so
z. H. Schirmgriffe, Schmuckstiicke, Haarpfeile, Pfeifen, Zigarren- und
Zigarettenspitzen. Das Cellnloid selbst wird aber dadurch keineswegs
verdrangt werden.
Einen breiten Rauiii nahm die Cellulose und Zellstoffindustrie
ein. Es wurde wieder h4,chwertiger Zellstoff angehoten und vor a!lem
auch gutes Papier. Der Mange1 a n gutem Papier ist heute sc'hon fast
behoben. Dies zeigte besondei s die Buchgewerbemesse. Die meisten
Bucher und sehr viele sonstige Verdffentlichungen sind auf gutes
holzfreies Papier gedruckt. Papiergewebe als Ersatz fur Textilstoffe
sah man fast nicht mehr. Nur Papiersacke wurden nac4i wie vor begehrt. Desgleichen behauptet sich Kunstleder, das ein billiper und
verhallnismiifiig guter Ersatz fur echtes Leder ist, auf dem Marlcte.
Zu erwlhnen ist auch noch die Kunstseide, die besonders fiir Friihjahrsartikel der Damenkonfektion und fiir Selbstbinder verwandt nird.
Sogar ganze Kleider aus gestrickter Kun-twolle waren mit sehr vie1
Sorgfalt und Geschmack hergestellt worden.
In der Hurobedarfsmes-e waren wieder gute Leime, Tinten und
Siegellack in brauchbaren Qualitiiten nuf dem Markte, denn auch hier
gibt es wieder gute Rohinaterialien. Fur Leim hat man Gunimi arabicum, Knochenleim und daneben noch Kaltleitne, die i t u s der Sulfitnblauge der Zellstoffabrikation gewonnen werden, fur Tinten stehen
Gallapfel, Farhen. Sauren, Cilyzerin usw. in genugender Menge und
bester Beschaffenheit zur VerfBgung. Das gleiche gilt fur Fitrbbander,
Stempelkissen, Kohlepapier, Hektographenniasse, Radiergummi u. dgl.
Auf der Raume.cse nahmen die Baumaterialien, wie Ziegelsteine,
Zement, Kunststeine wie Marmorzenient, Aschensteine, Schlackensteine.
Asbestzementschiefer, Kalk u. a. m. einen breiten Kauni ein. Erwahnenswert sind noch die Magnesitsteine fur Hochofen.
Die Induktrien fur Glas, Yorzellan und Keramik waren sehr reichhaltig vertreten, und zwar sind die Erzeugnisse hauptslchlich zur
Ausiuhr bestimmt. Zum Schlufi sei noch auf eine bemerkenswerte Erfindung hingewiesen, nalnlich auf das Eniaillespritzverfahren. Man
kann damit vollstandig neue Emaillierungen herstellen. ills nuch vor
allern Reparaturen bequem damit ausfuhren.
Der Geschaftsgang der diesjahrigen Fruhjahrsmesse war irn grofien
und ganzen mafiig. Das lag hauplsachlich an unserer ungunstigen
aufienpolitischen Lage. Die Londoner Verhandlungen, die mitten in
derMefiwochescheiterten, und die damit verbundenen Gewaltmafinahmen
der Entente mufiten selbstverstandlich liihmend auf unseren gesamten
Handel und damit auf die Messe wirken. Zschenderlein. [A. 44.1
Zur Frage der Erhohung der ReiRfestigkeit von
Cellulosehydrat.
Von F. BECK.
Aus dein Kaiser Wilhelm-lostitut fiir Faserstoffcheniie, Borlin-Uahlem.
(Eiog. 2WL. 1921.)
Der Bearbeitung des Cellulosegebietes bietet sich neben der wissenschaftlichen Forschung noch das Studium der technischen Verwertring
von Cellulose zur Gewinnung von festen Produkten verschiedener
Art; vor allein die Herstellung von Kunstfasern und filinartigen Massen.
Die wissenschaftliche Forschung der Cellulose ktinnen wir in zwei
Gebiete, und zwar in das Studium der bis vor kurzem noch fast unbekannten Konstitution und in das, der wichtigsten Cellulosereaktionen
gliedern. In neuerer Zeit sind eiriige grofie Fortschritte in der Erkenntnis der Konstitution der Cellulose zu verzeichnen. Sie sind gestutzt vor allem auf die weitausgedehrjten Vorarbeiten von Emil
F i s c h e r iiber Glukoside verschiedenster Art. Ferner auf die Erkennfnis, dafi letzten Endes die Cellulose-Einzelmolekule RUS Glukose
zusanimengesetzt sein mufiten ') und auch auf die, durch Acetolyse von
Celluloseestern und CelluloseBthern entstehenden Maximalansbeuten
von Cellobiose neben Glukose. 2, 3,
Attdererseits wurden auf rein physikalischeni Wege, nach der bekannten Methode von Debye-Schemer, welche durch monochroniatischr
Bestrahlung den Molekularaufbau zu beobiichten gestattet, wesentliche Erfolge erzielt. '),?)
Die wichtigsten bekannten Cellulosereaktionen, vor allem die
Ltislichkeit in Kupferoxydammoniak, ferner in konzentrierten Sauren
und Salzlosunyen werden an verschiedenen Orten einer eingehenden
O s t Ch. Z. 6. 34. Itil [I9101 und W ill statter. Beu. Dlscll. Chem.
36, 2401 [1913].
1)
tied.
2)
")
4)
")
Madseti, Dirsertatiw. H u n n o w r 1 9 1 i .
HeB, Z. f . El. 1920. S. 232 11. f.
R. 0. Herzog 11. W.Jwhnlce, €3 53. S. 2lti2
S r h e r r e r i. Zsigmondy Kolloidrh. 3. Aufl..
1321).
S. 408.
1;
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