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Die Contrastfarben im Nachbilde.

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529
IV. Die Contrastfarben im Xachbilde;
von Dr. Pr. U u r c k h a r d t .
( hiis d m Vcrliarrdlungen tler naturlorscliendcli Gesellsrhaft in Bawl;
vom Ilrn. VerL: rn~tgetbeilt.)
w e n u auf die Wctzhaut Lichtstralilen eiiier bestiminten
Art, z. B. rothe, eiriige Zeit einwirlirn, so wird sie fur
diese Farbe inelir oder weiiiger unempfiiidlich in Folge der
Ennudung durch den Lichtreiz: f d l t naclilier andcres, z. €5.
weifses Liclit iii das Auge, so eiirpfindet die Netzhaut nur
diejenigen Lichtstrahlen, durch welche sie vorher riicht gereizt worden ist. Die geineinsame Einwirkung sarnnitlicher
riicht rothen Strahlen des weifsen Liclites bririgt die Empfiudiirig voii Giun hcrvor. W i r d iiui' eine grijl'sete oder
kleinerc Fleche der Nctzhaut voii deui far bigeii Lichte gereizt, so erniiidct nur diese Flaclie, welircnd die ubrige
Fljiche der Netzliaut ihre volle Empfangliclrkeit fur den betreffenden Liclitreiz behslt.
Wird nacli der EinnirLung
des Rhizes das Auge iiach einer weifsen Flache gericlitet
odcr audi gescblosseii uncl vor allein eiiifalleiideii Liclite
geschiitzt, so sieht die bctreffcnde Flaclie der Retina. dieselbe Figur in coinpleinentarer Farbung. Dieses Bild heilst
clas Nachbild.
Riclitet sicli das L4iige, i n welcheie ein Tlieil der Netzh a u t yon rothem Lichte gereizt worden, nach eiiier violetten -Flache, so ei.sohoint cin blaiies Nachbild auf violettem
Gruude: weil die gereizte Xetzliautflache f u r die rothen
Strahlrii unempfindlich geworden, so euipfiiidet sie nur
noch die blauen des \.iolctten Grundes; der ubrige Tlieil
der Netzhaut ilber, tvelcher vorher iiicht durcli rothes Licht
gereizt worden, l i n t seine volle Eiiipfanglichkcit f u r die
violetten Stralilen behalteii ; daliei. befindet sich das blaue
Nachbild auf biolettein Grunde.
Es Ieiiclitet hicriiach eiii, dafs die vorhergehrnde Reizurig
der Netzhaut durch eine Farbe auf die nachfolgende EmPoggendorft's Annal. Bd. CXXIX.
31
530
pfsnglichkeit fur die Reizung durch eine andere Farbe von
EinfluQ seyn mufs, uiid da gerade die Empf~nglichkeit fur
die beiden Reizen genieinsamen Componcnten vermindert
wird, so mufs der Unterschied zwischen beiden Farben
gr6fser werden.
Alle Erscheinungen des nachfolgenden
Contrasfes lassen sich wohl auf dieses Princip zuriickfiihren.
W e n n nun aber zwei nehen einander liegende Flachen
der Netzharit von verschiedenem Lichte gereizt werden bei
vollkommen stille strhendem Augapfcl, so iiben die beiden
Farben auf einander eine Eiuwirkung aus, welehe der oben
beschriebenen der Riclitung nach, wenigstens in weitaus
den meisten Fallen, entsyrechend, dem Grade nach aber
von ihr verschieden ist. O b dieser Ersclieinung eine Veranderung der Empfiiiglichkeit jeder Netzhautstelle durch
den Reiz, welcher auf die beuachbarte Stelle einwirkt, zu
Grunde liege, wie alle friiheren Forscher angenommm haben, oder ob die verauderte Wahrnehmung die Folge einer
unrichtigen Bearthcilung der beiden Farben sey, wie in
nenester Zeit H e l m h o l t z init aller ihm eigenen Klarlieit
mahrschcinlich zu inactleu gesucht hat, ist zur Stunde noch
cine offene Frage, wrlche dazu auffordert, diese Erscheinung, sorgfiltig und allseitig zu beobnchten. Die Einnirkung einer Farbenfldie auf die benaclibarte bei vollkommen rutlendem Auge bezeichnet man init dem Nainen gleichaeitiger Contrast.
Alle folgenden Versuche gehiiren dieser Categorie an.
Ich beschtankc mich vor der Hand auf die Aufz:ihlung
der zum grofseren Theil neucn Versuche. Sic bcziehen
sich allc auf den gleichseitigen Contrast im Nachbilde, d. h.
es wird untersucht, nicht welcher Contrast im direct gesehenen Bilde auftrete, sondern welche Einwirkung sich im
Nachbilde geltend mache.
Die Beobachtungen mit IIiilfe des Nachbildes haben
vor directen Beobachtungen den gemeinsamen Vorzug, d a b
sich ein scharfes, gegcn die Ulrigebung deutlich abgegrznztes
Nachbild nur d a m vollhommen entwickelt, wenn sich wsh-
53I
rend der Fixirung der Fnrhenflarhe das Auge vollkommen
riihig verhalten hat. Jede Beobarhtung, bei welcher das
Nachbild nicht scharf begranzt ist, mufs rerworfen werden.
Nun steht aber dieseni Vorzug ein wesentlichrr Nachtherl
entgegen, welcher i n der Eriniidung ~JS Auges nach wiederholten Versuchcn bepteht. 1)icsem wird dadurch am
einfachsten bcgegnet, dars mail die Beobachtungen der Zeit
nach nicbt zu sehr hauft, sondern riiijglicbst vertheilt.
Es sind inir nus diescm Gebiete nur zwei beilarifig angefiihrte Beobachtungen bekannt, welctre, S O vie1 ich weirs,
bis jetzt noch nicht weitcr vrrfolgt worden sind.
I)ie erste riihrt von F e c h n e r her:
Schaut m a n cinen sabjectiven und objectiven farbigen
Schatten, welche sich neben einander auf einer weifsen
Tafel befindeu und zuin Gleichgewicht gebracht sind, anhaltend an , bis Fie dem Auge gcwissermaalsen mit einem
Schleier iiberzogen ersrheinen, uud veiruckt man daiin das
Auge, so dals rs nuf die gemeinschnftliche IJingebong fallt,
so giebt jedrr Schatten eiir Naclibild von -der reciproken
Farbe. Das Farbenglas rnufs nicht zu dunkel scyn, damit
der Versuch gelinge. Hat man die coinpleineritaren Schatten durcb zwei romplementar gefiirbte Glaser erzeugt, so
kann man dasselbe Ph#riomen dainit erhalten. Der hier angefuhrte Versuch ist i n sofern interessant, als er zeigt, dafs
diese subjective Farhe nicht minder als die objective fahig
ist, ein complementares Nachbild zu geben.
I)a in diesem Versuche die Farben nicht sehr intensiv
seyn honnen, so bedarf es wohl sclion besonders empfindlicher Augen, uin iiberhaupt ein dcutlichcs Kachbild zu erhalten. Die Methode mochte sirh daher wohl nicht besonders eignen, urn Aufschliissc uber die Farbenbezieliiiageii
im NachEilde zii erhalten.
Eine zweitc Beobachtung finde ich bei He1 m h o 1 tz:
Hat man ein wifses Papierschnitzelchen auf rothem
Grund fixirt, und wirft dann das h’nchhild auf Weirs, so
ist das Nachhild des roihen Grundes blaugriin, das des
34 *
332
kleinrs $7 eif'scn Feldcs roth, durcli Coritrast ZII jrncm
Win.
Dicse Beobacl~tungcmthtilt den einfaclistcn Fill1 der ini
Folgciiden \ orhoinnienden Reobachtringen rind kaon somi
als Ausgangspiinht angesrthcn wcrden.
Icli wet& mirh
der n u n gewiihnliclirn ~ e z e i c l i n ~ ~ n g s ~ tiiiigliclist
~eise
anschlicfsen, ohiie dali in dieser einc theoretische Ansicht sol1
cingeschlossen scyn , da ic:h iiicht fiir zwecktn~ifsig I~alte,
wenn jcdcr Rcobachter fiir dieselben Dinge seine eigctwn
l~ezc~iclinun~sweiseii
eiiifiihrt, selbst wenn ihiii diesc odcr
jrne passsender ersclirinen sollte. Niir cine kleiiie Abweichung scy geetnttet.
J)ic F;irIie, derrn Einwirktiti: n i i f cinc hetiachl~artc
Stelle des Gcsichtsfrldes iintersticlit wird, heifse die inducirende; die Farbe, wel(+e durch deren Einwirkurig herro rg e b t x h t w i d , heifse dic indzicirte. Ilirt Flac,he, deren
F,?1.hciivcranderiiiig iintcrsucht wirtt, (lie ( e r s t ) reagirende;
die F a r b c , wvlclie die reagirende durcli die Einrvirkiing
der inducitcnd& nnnimitit heil:e (lie erst resultirende,
die I.'lrichr, auf welclie d a s Nachbild geworfcti wird, h e i h
d e r Grund (azueit rengirende), die F;trbe, \relche das Nachbild dtircli .Projection a n f den (;i.nnd anniiiitnt , dic zweit
resulfirende. 1st iibcr den Grund nichts Besondews hetncrkt, so ist cr firrblos.
Als iiidiicirendv F1ac:lie dicnt mil. z un~c hstciii farbiges
()uadrat von ctwa 3 Zoll Seite; i I [ l f dcr Mitte bringe ich
ein kleincs weifses Quadrat a n , von 0,s Zoll Scite. Hehufs genauer Ftxirung ist dic Mitte init einem Nadelsiiclie
vcrselien. Dieser w i d einige Seconden, je nncli der indocirenden Flachc bald I h g e r , bald weiiigcr Iang, genau
tixirt, dano wird zwischcir Qrindrat rind Auge eine weifse
Flachr eingcschoheii. Bei diescr Aiiordnuug ist die Coiitrail farbe iiii direct grselieiien llilde i i i alleii -F#llen nur
unhedeatcnd, i n d e n ineisten liauln wahrnel~tnb:ir, im Sachhildc aber tritt rlicselbe sehr scliiin und deutlich auf, was
anch fiir eine inducirende Flache itlag gt?\v:itilt w.ordeo
seyii, tind n y a r ist die in1 Nachhilde resultireride Farbe des
.
533
reayiretcden Feldes intiaer gleich der Farbe der urrpruwglich
inducirenden Flache.
W Z l i l t i i i a n z. B. eiii gclbes ()tiadrat, so ber;tcht das
Nachbild aus eincm blarieri, welclies oin kleines gelbcs
Quadrat einschliefst. d i e Fnrben des Naclibildes >chwachen sicli nach iiiid nach. Es ist iiiir bei inelireren Versuchen aufgcfallen, d d s dns kleine Qriadrilt seine resultirende Farbe noch zeigte, nachdem die Fnrbe des grijkern
Quadrats schon crloschcn schien.
Dassclbe Resiiltat erhalt inan, wenii tlas kleiiiere Quadrat grau oder schwnrz ist, nur mit dern Uiiterxhiede,
d:& das Nachbild des weifmi Quadrates duukel aiif hcllern Griinde, das des schwilrze11 aber hell nuf dunkelm
Grunde rrscheiiit.
Man weirs, dals der Coiitrnst auf eirier weifseu oder
schwarzen Flache aufhiirt oder wenigstens in alleii Fallen
narnhaft geschwiicht wird, w a i n die intlucirende und die
reagirende Flache deutlich, etwa tlurch eineii durikelii oder
hellen Strich, von einander getrelint sind. Aber selbst noch
unter diesen Uinstaiiden zeigt sie sich im Nncbbilde, allerdings ebetifalls geschwacht.
'Ebenso wird die Coiitrasterscheiiiiing iiri directen Bilde
aufgrhoben oder bedeutend vermindcrt , wenn die inducirende Flache die rcagirende nicht vollkommen . umgiebt.
Iin Nachbilde aber erscheint der Contrast noch deutlich,
weiin man z. R. einen grauen Streifen zwischen zivei griine
legt und fisirt. Das Nachbild besteht BUS drei Streifen,
welche roth, gruii, roth gefarht sind.
Eiidlich tritt der Contrast vollliomnien zuruck , wenn
das Aage inducirende und reagirende Fliiche deutlich karperlich untersclieidet. also iiarnentlich in verscliiedene Entfernungeu verlegt. Wird eiii grauer Wiirfel auf cine farbige Flache gestellt, so wird er kcine Contrastfarbe zeigen.
Urn ihn im Nachbilde zii beobachten, stelle ich deu Wiirfel auf eiiie Ecke, dauiit er sich durch dic verschicdene
Schattirung recht deutlich vom Grnnde abhebe. D n s Nacli-
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bild des Wiirfcls ist dcutlich iiiit drr inducirenden Farbe
gefarbt.
Zwei inducirende Fai beii bririgen aiif dasselbe reagirende Weifs, Grau oder Schwarz verschiedene Wirhung
hervor, je nach der Anordnung tfer Iwtreffenden Fllchen.
Legt mail zwei Farbenqiiadrate dicht neben einander
und quer uber die Treniiungsliriic einen weilseii Streifen,
'L.
B. doppelt so lang als breit, und lixirt den Mittelpunkt
desselben genaa, so ersrheint in der Rcgel der weilke Streifeu weifs drid die inducirte Farbc wird niclit wahrgenommen; ist selhst im Arifang eine leichte Farbung zu erkennen, so schwindet sie gewiihnlich mit dauernder Fixation;
im Kachbilde aber erscheiiit der Streifen nnch den beiden
Seiten hin deutlich in zwei verschiedeiieii Farben, namlich
den beiden inducirenden, ain deutlichsten dam, wenu man
den Streifen nach dcr Trennungslinie der inducirenden Flachen durch eineii duiinen Strich in zwci gleiche Flachen
ge theilt hat.
Wshlt man z B. als inducireude Farben Orange und
Griin, so ersrheint das Snchbild in folgcnder Aiiorduung:
Neben einander sind ein blaues und ein rothes Quadrat,
nach der Seite des blniien ist der Streifen gelb, n a c h d e r
Seite des rothen aber griin gefarbt. Sollte beim directeii
Versuch schQn eine Spur voii Contrast wahrnehmbar gewesen seyri, so ist er ungleich kraftiger, zwingender im
Nachbilde.
Haben wir in diesrm Vcrsurhe die Contrastwirkung
auf die beiden Theile des Streifelis vertlieilt, so konnen
a i r auch durch eine andere Anordnung die heideii W i r kungen vereinigen, so dak die resultirende Farbe die Folge
zwcier Inductionen ist.
Man legt dicht neben einander drei Streifen in folgender Ordnuiig :
Blnu, Grau, Roth;
im directen Versuche wird man hierbei kaum eine Iiiduction auf Grau wahrnelimen, iui Nachbilde aber firbt sich
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der inittlere Streifen violett, die beiden aufseren sind natiirlich gelb und griiii.
1st in diesem Versuche der graue Streifen nur je auf
einer Seite ran der inducirenden Farbe beriihrt, so wird
das reagirende Feld iui Folgendtn je auf zwei Seiten vom
inducirenden beruhi t und die V\'irbung rerstarkt.
Eiti Quadrat Fey durcli die Diagonalen in vier rcchtwinklige Dreiecke getheilt, auf die Rlitte legt m a n ein kleineres ungetheiltes Quadrat, so besteht die ganzc Flache
ails einern kleineii Quadrate und vier dasselbe einschlieCsendcn Trapezen. Sind nun j e zwei einander gcgeniiber
stehende Trapeze von Einer Farbe, die beiden aridern aber
von einer andern, und das niittlere hleine Quadrat z. B.
grau, so wirkeri zwei Inductionen eiu; iin dirccten Versuche wird kaum eiii Beobachter eine Coutrastfarbe erkennen, iin Nachbilde aber tritt sic auf und zwnr gleichmafsig iiber die ganae reagirende Fl3che. Sic besteht jedesmal aus den beiden Componenten, welche im zweit
vorhergehenden Versuche getrennt elhalten morden sind.
Die beiden inducirenden Farben segen roth und blau,
das kleine Quadrat grau; das Nachbild besteht aus zwei
griinen und zwei gelben Tral~ezeii, welche ein violettes
Quadrat einschliefsen. Jedes Trapezpaar fur sich allein
wurde eine verschiedene Farbe inducirt haben, das erste
roth, das zweite blau, wie der Versuch ebenfalls herausstellt; beide combiniren sich zu violett. Oder:
Directes Bild.
h'aclrbild
Gelb.
Biauroth.
Griin, Orange, Griin.
Roth, Grau, Roth,
Blauroth.
Gelb.
Das inducirende Gelb inducirt
Blauroth,
Das iuducirende Koth inducirt
Griin,
Summe der Inductionen Blau.
Nachbild
Orange.
Sind die Trapeze blau und gelb, so erscheint mir die
Resultante grau ; die Mischuug der beiden Farben lnittelst
der Farbcnscheibe Seben ein schrnutziges von Grau nicht
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weit entfenites Gelb. Ein .glciches Resultat erlialt inan,
wenn Roth urid Griin die indncirenden Farben sind.
In diescn Versuchen ist die Contrastmiikung deutlicli,
doch nur bei kleinem reagirendem Frlde; ist das Felt1
griiI'ser, so wird sie zweift-lhafter. Icli habc versiicht, such
bci dieser Lage der iuducirenden Farben durch Theilung
des reagirendrn Feldes die inducirte Farbe zu theilcn.
Das graue Quadrat wurde nainlicli mit seinen beiden Diagonalcn diirchschnitten, und also i n vier gleichschcnklige
rechtwinkligc Dreiecke zerlegt, von denen jcdes einer inducircnden Flache anlag, von d w andcren reagirenden
Fliche aber getretint war. Trritz tlieser Tbeilung erscheint
das ganze reagirende Feld ini 3achbilde als ein Quadrat
von derselben Farbe, wic weim keiiie Tlieiluiig vorgenoinmen worden w#re, nur ist cs durch zwei weifse Diagonalen in vier Dreicckc zerlegt.
Urn die Theiliing.. des reagirenden Feldcs noch auffallender zu machen, wirrden zwei einaiider gegenuberstehende
Dreiecke schwarz uherzogrn, w ~ h r e n d die heiden andern
grau blieben. Richte ich n u n das innere Quadrat so, dafs
die beiden dunkleii Dreicckc an die beiden licllern, z. 13.
rothen Trapeze stofsen, so erscbeinen im Nachbilde pur die
beiden den hcllern Dreiccken entsprectienden diinklen deutlich gefsrbt, die den dunklen entsprechenden hcllen Dreiecke aber ersclieinen ganz oder nahe ungeflirbt. Richte
ich aber das innere Quadrat so, dak die heiden duukeln
Dreiecke a n die beideu diinklern, z. H. blauen, Trapeze
stoken, so ersclieinen mir anch die bcideu hellern Urciecke
des Nachhildes gefarbt, immer in der aus beiden Inductiolien ztisamrnengesetzten Kesultirenden.
Icli kann und will indessen den .beidea lctzten Beoh-,
achtungen noch lieinen hohen Grad von Sicherheit zuscli reibcii.
Weiideii wir uns nuii zii den Ersclieinuugen, welche
sic11 zeigen, weiin niclit ein farbloscs, vreifsrs, graues odcr
schwarzes rengirendes Felcl, souderii ein gefarbtes angewendet wird.
537
In cinein farbigeii Quadrate betindct sich cin hlciucx
andcrs gcfiirbtes, uitd wird in gleicher Wcisc, wie oben
das weifse, fixirt und danri in B c ~ i gauf das Nacli!iild
untersucht. Mali kanii nun allgeincii” auf.-tellen, dafs d a s
Nachbild besteht aus d e n m m inducirenden Felde complementar gefurhten grorsern Quadrate nnd einem kleinern
Quadrate, dessert Farbe resultirt aus der Mischung der zrti
reagirenden complementaren und der inducirenden Farbe.
1st z. B. (lie inducireiide Farbc roth, die reagirende
aber rothgelb, so be.:teht das I’arhbild iiiis einem griirien
grofsen und c41iein violetten kleiiicn Quadrate. Das Nachbild v o n rotli ist griin, das von rotbgrlb aber blari, die indircirtc Farlie rotlr untl also die resultirende violett. Ich
habe bci keincr Fai~benzosatnmctistelliillg cine Ausiiahiire
gcfriiiden. Aiich bei dieser Anordnung hahe ich aiif dcrn
reagirenden Felde im directen Versiiclie keine bedcutende
Contrast erscheiii nng wa hrneh in en koii n en.
Wenii inan alle die Anordniingen wiedcrholt , welchc
geeignet sind, ini directen Versrichc die (1ontrast.wirkung
aiifzuhehen oder zu schwachen, so bcobachtct inaii imrner
noch im Nnchbilde dcutlirhe Contrastwirkungcn. Ich ztihle
diese Versuche iiicht mehr auf.
G a n z entsprcchend verhslt sich das Kesnltat , weiin
iiber die Trennungslinie zweier Farhenquadrate eiri Qiierstreifen eincr andercn Farbe p l e g t wird. Icli fiihrc als
Beispicl folgende Zrisamnrenstelluiig a n :
Dic bcideii iiiducircnden Flacheii seyen blau u n d rothorange, der Qucrstreifen gelh; das Nachbild erscheiiit gelb
und blau mit blau iind violettern Querstreifen. Das Nachbild der inducirendcn Fl;icheri bedarf keiner Erkllirung ;
das Nachbild des reagirenden Streifens ist blau (vielleicht
etwas violett); a u f der cinen Seite wird blau, a u f dcr an
dern roth indiicirt , dahcr sind seine beiden Theile hlaii
und violeft. Ein feincr Strich langs der Trennringshie der
beiden indrrcirenden Flachen theilt im Naclibilde die beiden Thcile des Streifens deutlich ab.
Wabrend verschiedene Beobachter schon im directen
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Versuche eine deiitliche Contrastwirkung wahrnehmcn, habe
ich immer oder beinahe immer bei sorgfaltig angestelltem
Versuche den Querstrcifrn einfarbig gcsehen; jedenfalls
schien sich die Contrastwirkung iriit der Dauer scharfer
Fixation auch dann zu inindern, wenn nnfangs eine solche
eintrat. Utiverkennbar i s t aber die Contrastwirkung irn
Nachbilde bedeutend starker als ina directen Versuche.
Ich will nun cinen Versiiche beschreiben, welcher inir
schlagender noch als die hisherigcn das letzgenaiinte Facturn beweist.
Ich bemalte eine Flache intensiv rarininroth und trug
aukerdem auf einein weifsen Pa pier verschiedene Tone
derselben Farbe auf ron deiri schwachsten, kauin wahrnehmbaren, bis zur Tiefe dcr Farbigen Flache selbst; a m
jedeln schnitt ich ein kleines Quadrat und ging bei dieser
Auordnung von folgenden Annahmeri ans :
Ein hellrothes Quadrat giebt, wenn es fur sich allein
auf weifsem Grunde betracbtet wird, ein griines Nachbild,
mit eiuer leicht rothen Contrastfarbe auf der nachsten Umgebung; eine dunkelrothe Flache inducirt auf irgend einer,
sie unterbrechenden reagirenden Fliiche eine rothe Farbung; ist nun die unterbrechende Flache selbst roth gefarbt, so misclit sich die griine Farbe des Nachbildes mit
der rothen inducirten und es resultirt grau, vorausgesetzt,
dafs die rdatiren Intensitaten die richtigen sind. Es ist
wahrscheinlich, dafs der Farbenton der reagirenden Flache
nicht gerade leicht wird zu treffen seyii.
Nun legte ich ein mattrothes Quadrat auf die inducirende Flache. Das Nacbhild erschien nicht vie1 anders, als
wenn ein weifses oder ein hellgraues Quadrat angewandt
worden ware. Darauf nahin ich immer intensiver gefarbte
kleine Quadrate; allein ich konnte keine Nuance finden;
welche nicht iiumer noch etwas Gelb im Nachbilde gezeigt
batte. Eiue genauere Vergleichung der verschiedenen Farbentone fiihcte mich auf den Grund des Milslingens, sowie
auf ein Mittel zur Abhiilfe.
Leichte und intensive Tone des Carmins sind nicht blofs
539
dem Grade nach, d. h. in dem Verhaltnifs von Roth zu
Weirs verschiedeii, sondcrn auch in Bezug auf das VerhiiltniLs VOZZ Rlau rind Roth, oder Blao, Gelb und Roth,
so zwar, dal's in lcichtern Tiinen das Blau, i n stirkern
Gelb rind Rotli vorlicrrschen. Man kann sirh davon mittelst eincr rotirenden Srbeibe uberzeugen. Schwaclit man
das Roth einer Cnririiiifliiclie mit Weirs ab, so erlialt mail
imoier gelblichere Kuancen , als diejeiiigcn sind, welche
man durch Auftrageii des verdiiiioten Carmins crzeugt.
Will man diese init der I otirendeii Scheibe erlialten, SO
ioufs Blau beigernischt wtbrden. Will man abrr die Farbentiine der rotireudvii weil's und rothen Scheibe mit drm
Pinsel erhalten, so mufs gclb beigemischt wcrdeir.
Ich bereitete also auch eiiie Stufenfolge von solcheii
Niiancen untl begann den Versrich von Neuein. Ein reagirendes Quadrat von ziemlich intensiver Fiirbong gab nun
ein vollstandiges Grau. Um die Farbe des reagirenden
Feldes noch etwas geriauer anzugebeii, will ich anfuhren,
dais auf einen Sector von 290" Seite ein Sector von 70"
Weirs genau diese Farbe Iicrvorbringt.
M'alrrend im directen Versuche nur eine Contrastwirkung voii Hell und Drinkrl, aber keine Spur voii Farbencontrast wahrnelimbar ist, ist im Nachbilde die inducirte
Farbe stark genng, um ein intensives G u n , welches die
reagirende Farbe fiir sich allein als Nachbild &zeigt, vollstandig aufzuheben.
Beiltiufig sey bcmerkt, dafs der qualitative Unterscliied
zwischeii Iicllen und dunkeln Carmintthen namentlich. solchen TBncii auffallend ersclieint, welche nur eine beschriinkte Empfindung fijr die rothen Stralileii haben. Ich
bin auf diepen Uuterschied vor Jahren zuerst durch einen
Farbenverstandigen Daltonistcn aufinerksam gemacht und
durch ineine jetzigen Versuche an jene Beobachtung eriiinert worden. Derselbe erklsrte mir n~imlich, dafs die
blassen Carmintone an der ablaufenclen Fllche einer Farbenschale ihm in abulicher Weise verschieden vorkomineii
540
voii cler iutciuivc*n Farbe dcr Mittc, iils wrnn iiebeu einandei. blari wid gelb 1:igeti.
Vier Quadrate, v o i i welcheii zivei g l h h geferbt, zwei
aber ccrschieden g el a bt siiid, werden folgcntlermalsen liebeiieinanclcr gelegt:
Gruii,
Gelb,
Gelb,
Oraitge,
und zwar so, dafs sich die Qmdrate niiiglicllst vollstandig
beruhren; auf jcdrs der beideii gelhcn Quadrate wirken
vollstanclig die gleichrn Inductionen ein; es ist daher weder iiti dircctcn Versuche rioch im Kaclibilde r u n einer
vcrscliiedencn Farbuiig der gelhen Quadrate etwas wahrnchinbnr; die beiden gelben Quadrate h i d blau. Weun
inan aber die obern und uiitern Quadrate durcli einen
schmarzen oder weifseii Streifeii trennt, so sind die Inductiotrcn aul die gelben FIacheu vcrscbieden. 1st nun auch
im directen Vcrsiiche nicht viol von einor Modification der
Farbe zu erkeniieti, so ersclieint sie docli dcutlich iin R’achbilde; die V\’iIkong des griinen Quadrates a u f das darunter liegende gelbe wird geschwacht nud ebrnso die des
orangenen Quadrates auf das dariibcr liegende gelbe, wahrend die Wirkung jc der daiieben licgennden ungeschwacht
bleibt; das ueben Orange liegcnde Gelb gieht ein violcttes, das andere ein blaues Nacbbild.
Es ist bekannt, dafs die Erreguiigen der einen Netzhaut i n vielen Fiillcn fiir die dcr iindern Netzhaut eintreten liiinneii u n d gleiche Empfitidiingen und Wahrnehmungen ,veranlassen, als ob beide Erregnngen und Wahrnehmungen veranlassen, als ob beide Erregungcn auf eine und
dieselbe Netzliaut eingewirli t hatten. Oh nun die inducirende Farbc im einen Augc eine Wirkuog nrif die reagirende im auderti hervorbringe, habe ich mit Hiilfe des Stereoskops iiutersucht.
Ich reihe a n einaniler
fiir das linke Atige:
*Gelb Weifs, Wcifs Gelh:
fiir d a s
revhte
Arigc:
Weifs I h u , Orange Weils,
trenne die beiden weifsen Streifcii des linken Auges und
541
Blau
iiiid Orangtl d w reeliten Arigcs durclr cineii scliwarzeii Strict1 urid bezeichne die Mittc dessclben deritlich. Die
brideii inittlereri sc.livv;~rzcn Striclre sind iii cincr solclien
Entferiir~ng, dafs sie sich in eiiiciii gcw~hiilichen Stereoskope 1)eiin crsteii Rlicke tlccl\eii. 1)aiirit die Dcckuirg des
gaiizen Bildes eiue niiiglichst siclierc* mid daucindc sey, siird
je die vier Streifcii fiir jcde.s Augc iriil ciiieiii schwarzcn
Raude uingeherr. Siiii i:oiiibiiiirc: ich die tieidcii llildcr niid
erhaltc iiebrn einarider
C c l b Rlari, Orniige (;ell),
ohac rladi;lrte C:oetr~st\iii.l,riiig; Jilau riird Orange siiid
deutliclr al~gctrciii~t.Ich bemcrI\c, dals das F'isircn nicht
in jedein 'Versriche gc~liiii;t,so dnrs dvr Vcrorich wiederlrolt
w crde ii IIIu Ih. I) CI' Vc rs rich li n 11 n n Is gel Iiiige ii a11g es t?h en
wcrdcn, w i * i i i i (Ins Niic:til)ild rcclrt scliiii f ist, die Fiirbigcii
Flaclren gctrciint mid riingetwii sind von eineiii d a r f e n
weilscll Stiiche 1hi:iiso iiiril'!: ich anfiilireii, dafs iin dire(:-,
teri Vei~sriche l,ciiit* gleiclrltl#Csi;;. gefiirhtc Fliiclic eiitsteht
wcgen des nirdarreriidi~n, nicht zu vrrnieidi~nilcnWcItslrcites Iwitlcr Arigoii. 'Trotz dicses Wettsrr!ils bltbibt bciin
gelringeiicn Verviiclre die TVirkring iiiclrt 011s. ;\4;rn crhalt
nebcn rinaii dcr
1li;rri Gelh, B l i ~ ~ g r Violctt.
ii~~
In d i e m n Versirche sind die heidiw inducire~iden 1%clren im cineii Arigc, die heiden r(~irgirciideii iin aiidcrii ;
tl u rclr Vcrsclir~n
1, I I 11;
k a 1111 w a II jc ei 11 i n d ricircii d e und
jc cine rcagireiide i n eiii Auge Iiriirgc~n, docli so, dafs d e r
iiidiiciroirdiw Fitrbe des rechten Ariges die rengirende dcs
linken rind uingelichrt cntspriclit. Uic Faibeii wcrden folgenderrnafssen i~ngcorrlnct:
(b
fi;r (Ins liirhe . \ u g c :
liir d:is rcclote Auge:
Weilb Blau, M7eifk Gelb,
wohei wiedcrriin die Mitten drirclr 14neti schw;irzt?ii Stricli
gelrrnrit iind dic Fcldcr von eincm sckwnrzcn Striclie uingebeii sind. Auch liier ist die Wirhiiiig dicsclbc, wie weiin
die Farben zugleich auf vcrschicdcne Strllen Eirios Auges
gewirkt hatte~i.
Gclb W r i f s , Orauge Weifs,
342
Storend ist bei dicscn Versuchen der Wettstreit beider
Sehfelder; etwas vermeiden kann man ihn, ivenn mail statt
Weirs Grau aiiwendet: allein aufgehoben wird er nicht
Indessen bietet auch noch diese Storuug eiuiges Interesse,
iudeni bisweilen eine Farbe nur die kurzeste Zeit wahrgenoinincn wird und denrtoch ein Nachbild hervorruft. A l l e
Nachbilder in diesen Versuchen sind deshalb relativ schwacb,
weil sich jeder Farbeneindrurk eines Auges mit dem Grau
oder Weifs des andern vcrmischt. Auch siad die inducirten Farhen nur der Art und nicht der Starke nach den
in andern Versuchcn erhaltcnen entsprechend.
Haben wir bisher die Wirkung je einer inducirenden
Farbe auf eine reagirende untersucht, so haben wir nun
die Wirkung zweier inducirenden Farben auf eine reagirende zu untersucheu. Als zweckmalsigste Anordnung empfiehlt sich das in vier Trapeze und ein kleines Quadrat
eingetheilte Quadrat. We nn bei dcu obigen Versuchen ein
graues Quadrat als reagireudcs Feld angewandt wurde, SO
war das Nachbild desselben auch grau uiid wurde durch
die Induction zweier Farben so influencirt, dafs es in der
Mischfarbe dcr beiden inducirenden erschien. 1st aber das
reagirende Feld selbst farbig, so vereinigt sich die Mischung der beiden inducirteu Farben mit dem fiachbilde
der reagireuden. J e nach der Intensitiit der beiden inducirten Farben und des Nachbildes wird sich nun die Resultaiite anders gestalten.
Ich beginne mit einein einfachen Falle.
Sind die beiden inducirenden Farben Gelb und Blau
die reagirende aber Roth, so heben sich die beiden Inductionen auf, uud das Nachbild von Roth, also Gruu,
kommt allcin zur Geltung. Der Erfolg bleibt sich fur jedes
reagirende Feld gleich.
Ebenso, wenn die beiden inducircnden Farben Griiii
und Roth sind, hebeu sich die beiden Inductionen auf und
das Nachbild behalt dieselbe Farbe, als ob keine Induction
stattgefundeu hztte. Durch das vollkommene Gleichbleiben
der Nachbildsfarbe mit oder ohne Induction wurde ich auf
543
die Vermuthung gefiihrt, d a k die beideii inducirendeu Farben sehr nahe compleinentar s e p miifsten; diese Vermuthung wiirde durch einen Versuch mit drehendeii Scheiben
durchaus bestiitigt, indein durch Rlischung von 120' Grun
und 240° Roth ein selir reines Grau entstand.
Wahlt man aber als iiiducirende Farben irgend zwei
anderc, welche riicht coinpleineiitar sind, so ist die Resultante iinmer die Sutnine der drei Farben, namlich des Nachbildes und der bcideii inducirten Farben. J e nachdem sich
die Intensitaten des Nachbildes und der inducirteo Farben
verhalten, crhalt inan eine Mischiing, in welcher dicse oder
jene vurherrschen. Den Eidlufs der ciuzelnen Componeoten k a n n man niir dadurch drutlich erkennen, dars tnan in
nicht zii fernen Zeitrsumen die Versuche durcli Weglassen
und Hinzufugcn der einzelnen Farbenfrlder inodificirt.
Es seyen die
erste inducirende Farbc
= Dunkelroth,
zweite itidrrcircnde Farbe
= Hdlgdb,
die reagirende Farbe
= Rosa,
so ist das Kachbild (ohiie Induction) = Gelbgrun,
die Sumine der Iiiductionen
=
Gelbroth,
.~.
.
die Resultante
Gelb,
natiirlich eingeschlossen v o ~ iG r u n und Violett.
Oder :
crste inducirende Farbe
= Dunkelblau,
zweite inducirendc Farbe
= Rosa,
die reagirende
= Grun,
so ist das Nachbild (ohiie Induction) = Roth,
die Sumnie der Inductionen
= Rlauviolett,
~.
die Kesultante
= Purpur,
eingeschlossen Ton Gelb und (hiin.
Es bleibt uns fernerhin zu untersuchen, wie sich die
Resultanten herausstellen, wenii inan das Nachbild nicht
auf cine farblose, sondern wieder auf cine gef3rbte Fllche
projicirt. Eine gefarbte Flache reflectirt i n n e r vorherrschend Farben einer bestimmten A r t , daueben aber in geringerem Grade aach die iibrigeii Farben und Weirs; es
544
ist diels bei den resultirenden Farben wohl zu beachten,
indem iiian sich solist uber inanclie Erscheinungen nicht
R e c h e n d a f t geben koniitc.
Weiiu iiim negative NachMdcr 1 on farbigen Objecten
auf farbigem Gruiid betracbtet, so schwinden aus dein farbigeu Gruiide iinnier hauptsachlich die Bestandtbeile, welche
i n der primar angeschauten Farbe iiberwiegeii. So lafst
ein gruiies Object nuf gelbein Grunde ein rothgelbcs Naclibild, auf blauein Grunde eiii violettes. Derikt i i i a n sich das
Gelb aus Koth und Griin, das Blau aus Griin und Violett
zusainuiengesetzt, d a m das Griin in beiden durch Einflufs
der Errnudung veroiiiidert, so ergiebt sicli der Erfolg, dnfs
das Nachbild iiii Gelb sicb dcin Roth, im Slau dern Violet
n~lieriiwird. Ueherhaupt liegt die Farbe des r\’achIiildes
immer zwiscbeii der des Gruiitles urid der Coinpleinentarfarbe des Objectes und kann, so weit cs iiur den Farbenton, nicht d i e Efelligkeit betrigt, als eiiie Miscbung von heideli angeselien werden. ( H e l m h o l t z , Pbys. Opt. S. 367.)
I<infach rind lelirreicli ist folgeiider bekaante Versuch:
Eiiie drehbare Scheibe ist je zur Hrilfte init einer Farbe
bemalt. Ein Piiiikt cles Treiiiiungsdnrchinessers wird eiriige
Zcit fixirt, daiin die Scheibe rasch gedrelit. S u n niinmt
das Auge a n jeder Stelle die Farbe im Naclibilde rvshr,
welrhe es im directen Bilde a i i d w entgegeugesetzten Seite
wahrgenoinmen hatte. Z. B. die beiden Farbeii sejeu links
Rlari mid recbts Roth, ihre Mischung Violett. Die Stelle
des :luges, welrhe init Blau eriniidct norden, niinint aus
der Mischuug vorzugsweise Roth, rind die Stelle, welrhe
init Roth eriniidet worden, Blau wahr. Wiirde inan aber
das Nachbild aiif cine weifsc Fliiche projiciren, so erliielte
inan Grun und Gclb.
Noch etwas zusaiiiinengesetzter ist die Farbe des Nachbildes, rvenn aufser der ersten Errcgung durch die urspriingliche Farbc, und der zweiten Erregung durcb die
Farbe des Grundes uoch eili EinfluCs durcb irgend eiiie die
urspriingliche Farbe inducirciide andere Farbe ausgeubt
wird. Wenn inaii iiu vortiergeheiirlen Fiilli. dic Resultaute,
545
der Farbe, aber nicht der Helligkeit nach, als Zusammensetzung der Naclibildsfarbe und der Grundfarbe ansehen
kann, so mischt sich in unserm Versuche noch die inducirende Farbe hinein. Man kann Eich das Resultat etwa
auf folgende Art zusammenstellen:
1) Inducirendes Feld
Orange.
Reagirendes Feld
Weirs.
Inducirte Farbe
Rlau.
Nachbild derselben auf Weirs Orange = Gelb
Grundfarbe
Rosa = Blau
Resultante
Roth
2) Inducirendes Feld
Reagirendes Feld
Inducirte Farbe
Erste Resultante
Nachbild auf Weifs
(mit vorherrschend Roth)
Grundfarbe
+Roth.
+Roth.
Blau.
Griin.
Gelb.
Gelbgriin.
blgulich Roth = Rlau
Rosa
Resultante
+Roth.
=Blau +Roth.
Purpur.
Ich habe einc grofse Aiizahl von Farbeiizusamnienstellungen in dieser Weise untersucht und ausuahmslos ein Resultat erhalten , welches sich nach obenstehendem Schema,
welches iibrigens durchaus keine Erllaruug enthalt , entwickeln labt. J a es IaCst sich dasselbe sogar noch auf
zwei inducirende Farben iibertragen, ohgleich die Combinationen der Farbcn etwas zweifelhafter werden. Ich fiihre
ein Beispiel a n :
Ein griiries Quadrat ist eingeschlossen von zwei blauen
und zwei dunkelrothcn Trapezen; das Nachbild wird auf
eine Rosaflache projicirt, so erscheint das Nachbild des
griinen Quadrats Violett tnit vorherrschendem Roth.
Erste inducirende Farbe
Zweile inducirende Farbe
Summe
Poggendorff’s Ann. Bd. CXXIX.
Blau.
Dunkelroth.
Dunkelviolett.
35
366
R c ; + m d e s Felt1
Induoirte Farbe
Erate Rmulrante
Nachbild auf \Veil's
Grundfarbe Rosa
Chiin.
.Hellgelb.
Hellgclbliohgiiiii.
DunkclblauIichroth
Blaulicbroth.
. ---___.
Purpur.
Uie verschiedene Einwirkung des Grundes auf die
Resultante mag au6 folgendei, Zusamniumte~~uogerselien
wcrdert:
Direct.
a k
1. Induc.
Violett.
2. Induc. G u n .
Reagirende Orange.
Nachbild.
-
\
Dnnkelblao.
Grunlich.
Violett.
Blau.
Rosa.
Orange.
Hotb.
Blauviolett.
Hellgelb.
Gelb.
Orange.
Grqn.
Man kann aber die erstiiiducirendea Felder so ordnen,
dafs jades sein erstroagirendes Feld ehsch1,iefst wid jedcs
reagircnde Feld also iiur eiiie Induction erftihrt Man theilt
eioe #~.eisroheibt! i n sec.lis gleithe Sectoren, welahtt SO bemalt siiid, drfs sicli Blau, GFIU, Blau, Orange, Grau, Orange
folgen, so ist hler, dafs je cin grauer Sector nur voa deu
beiden beriachbarteu eutwedcr orniigener oder blaueu Sectoreit ilifl'uencirt wird. i\lan fixirt i i u i i eiliige Zeit den
Mit telpriith t oder eiucn benachbarten Punkt dee Treunu,ugsdurchiuessers der bcideii Farbcn Ol,ange rind Blau, uud
dretit dauu die Scheibe rasch urn. D w Grund oder die
zweitrcgircndc Farbe ist Rosa, deiin es miscliea sich
Orange uiid Blari zri dicseio Farbentone, das Nach4iU des
von Orange cingeschlossenen graueii Sector6 erscbeint Roil) I
das Nachbiltl des voii Blau ringeschlosseiien Sectors aber
Violc t t.
Es indpcirt nimlich Orange auf drui Grau Blau, desscii Kachbild Orange sich rnit Rosa zu Roth zusammensetzt; ebenso inducirt Blau auf Grau Orange, dcssen Nachbild sich mit Rosa au Violett aussmmenseez%. Bei dieseiii
Versiicbe banorhe kh, dilfs die auf seitlicbe Theile der
Netzliaut fallendeli Partieii der grauen &c!@rca schoii
547
im directen Bilde, wenn ouch schwach, complementar zum
inducirenden Grunde gefarbt erscheinen.
Ersetzt man die grauen Sectoren durch gelbe, so erhalt man eine Reihe von Contrastwirkungen, weEche nicht
ganz einfach aus einander zu legen sind.
Bern directen Bilde bei ruhender Srheibe:
Blau, Gelb, Blau, Orange, Gelb, Orange
entispricht zluf der gedrehten Scheibe ein Nachbild:
Orange, Blauviolett, Orange, Btaugrh, Rotb, Blaugrun.
Betrachten wir zunschst die Wirkuagen auf die gdben
Sectoren:
Blau inducirt auf Gelb Orange,
dats Nachbild ist Blau.
Orange indueirt auf Gelb Grun, weil das Roth hauptsachlich zuc Wirkung kommt,
das Nachbild ist Purpur.
Beide Farben werden auf eine Flache projicirt, welche
a m der, Mischung von Blau, Gelb und Orange besteht;
man kaae die eutsteheiide Nuance als weilsliches Orange
beaeichnen; die Farbe ist wenig intensiv.
Blau auf Weifslich Orange giebt Blauviolett.
Purpur auf Weilslichorange giebt Roth.
Es andern sich iiaturlich auch die Farbentone der andern Sectoren entsprechend der Veranderuug, welche die
Mischfelrbe erlitteii hat; indem sich nainlich Gelb beimischt,
wird aus der im vorhergehenden Versuche erhaltenen blauen
eine blaugrune, aus der orangeoen eine gelblich niiancirte
Resultante eutstehen. Und hiermit ist die ganze Farbenfolge der Rauptsache ha& abgeleitet.
Resultale.
Als haupt'sachlicbste Kesultate vorliegender Untersucbung
ergifben eich folgende:
1. Der gleichzeitige Contrast tritt uicht blofs beim dire-u
Sehen farbiger Fhchen, sondern auch im
Nachbilde auf.
2. Der gleichzeitige Contrast im Nachbilde ist imlner
35 *
548
3.
4.
5.
6.
EVarher, als iiu direct geselienen Bilde; er tritt iiii
Nachbildc init grofser Bestimmtlieit auf, weun er im
directeii Bilde entweder ganz feblt, oder aiif jede
Weise gescliwaclit worden ist.
Bei eineiii inducirendrn und einein farbloseii reagirenden Fclde zeigt das Nachbild des rcagirendeii
auf farblosem Gruude immer die Farbe des inducirendeu. (NB. Nur der Art, nicht der Helligbrit nach,
nie auch im Folgenden.)
Bei zwei inducirenden uud einem farblosen reagirenden Felde zeigt das Nacbbild des magirenden
auf farblosem Gruiide:
a) eiitweder je iiach den beiden Seiten hiii eiire versehiecleue Farbe, uiid zwar jedesinal die abgeschwrchte Farbe des inducircndeii Feldes;
b) oder iiber die game Flache dieselbe Farbe, namlidb die Mischuiig der beiden inducirendcii Farben.
Bei einem indurirenden u u d eineln farbigen reagirenden Felde zeigt das Nacbbild des reagirenden
auf farbloseni Grunde eiue Farbe, welche besteht:.
a ) aus der Farbe des Nachbildes des reagirenden
Feldes (ohiie Induction) ;
b) aus der inducirendcn Farbe.
Qei zwei inducirendeii und eiiiem farbigeri reagirenden Felde zeigt das Nnchbild des reagirenden
Feldes auf farblosem Grunde:
a) entweder zwei getreniite Farbcn, von deiicn jede
besteht:
tc. aus der Nachbildsfarbe des reagirenden Feldes (obne Induction),
p. aus dcr angranzenden inducirendeii Farbe;
b ) oder nur eine gleichinzfsig verbreitetc Farbe, beatehend aus der Mischuug von drei Farbeu, namlich:
a. der Nachbildsfarbe des reagireiiden Feldes
(ohne Induction),
A. der Mischnng beider inducirendeu Farben.
549
7.
Eiu farbiger Grand als zwcirreagirende Farbe modificirt die Resultante in der Art, dafs sich seine
Farbe der auf farblosem Grunde wabrgenommenen
beimischt und bald verstsrkend. bald aufhebend
einwirk t.
-
V.
tieber die ,%sorption und dialytische Trenraung der 6ase durch C'olloYdscheideuGnde:
von, T h o m a s G r a h a m .
( Ails den Phil. Transact. f. 1866 vnm Hm. Verf. mitgetbeilt. )
Tiieil I. - Wirliung e i n e r S c b e i d e w a n d von K a u t e c h u c k .
Gernischte Gase niiissen einen erheblichen Unterschied im
Diffusionsverniogen und specifischen Gewicbt haben, wenn
sie in irgend einem grofseren Rlaalse dadurch getrennt
werden sollen, dah ihre Molecule durch eine porbse Scheide
wand, wie eiue Grapliitplatte oder die Waiidung einer unglasirten irdenen Rohre, in ein Vacuum gehen. Die Wirkung dcr Atmolyse ist dahet sehr beschraukt bei der Trennung des Sauerstoffs und Stickstoffs von deli Gasen der
atmosphaischen Luft, welche sich so wenig in der Dichtigkeit von einaiider unterscheiden. - Substrn'~en,welche
sich im flussigen Zustand befinden, gestatten oft eine weit
volLtandigere Trennung als Gase, wenn man die eigenthudicbe hnweudung von dialytischen S c h e i d m h d e n mit
der Wirliung der Diffusion der Fliissigkeiten verbindet.
Es ist klar, dafs bier nicht von einer Art Dialyse der
Gase die Rede seyn kann, deriu die Dialyse erfordert den
Durchgang einer Substanz durch eine aus weichem Colloidstoff bestehende Sclieidewand , welche vollstandig frei
von offenen Caoalen und daher fur Gase als solche undurchdringlich seyn mufs. Dennoch lafst sich die Fliissigkeits-Dialyse aucb bei der Bebaudlung der Gase verwerthen, da die Gase allgemein den flussigen Zustand anneh-
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