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Die Dalton'sche Dampftheorie und ihre Anwendung auf den Wasserdampf der Atmosphre.

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riir, und durch l h g e r e s Erbilzen keine Reduction maglich ;
tlas rothe Iodid wird durchs Erhitzen gelb. Uebersattigt
man indeesen die saure Flitssigkeit durch Kalibydrat uud
erbitzt , so erfolgt die Reduction.
Auch eine L6siing von Iodkalirtm verhindert die Reduction des Quecksilberiodids durch Zionchlorih, wenn auch
das G a m e liingere Zeit erhitzt wird. Das Iodid last sich
gemeinschaftlich mit dem Chloriir im Iodkalium 211 either
gclbgefarb~enFliissigkeit auf. Aber auch in diegem Fnlle
erfolgt eine Reduction des Quecksilberiodids zu Metall,
wenn Kalihgdrat hinzugefugt wird.
Das Quecksilberiodid larst sich, wenn m a n es init W A S ser ubergiefst, durch metallisches Zink zersetzeu. Nnch
einigeii Stunden ist die Zerlegong vollstaudig. Man erhalt
eine farblose Li)siiiig von Iodzink. Bei (;egeitwart voii
Chlorwasserstoff und von verdunuter Scbwefels~ure Parbt
sicb die Losung durcb Zersefzung der erzeugte!~ Iodwasserstoffsaure an der Luft nach einiger Zeit gelb; durch
Salpetersaure gescbiebt dieh schnell.
(Auizug aus eincm Schreibcn von Prof. L a m o n i an Hrn. Prof. K S m i a in
Dorpat d d. Mijnchco den 28 August 1862.)
7
h e werden, wie icb glaube, mit inir dariii iibereinstimmen,
dars wir jetzt in der Meteorologie an dem Punkte rngekommen sind, wo es unbedingt iiothwendig wird, auf unzweideutige Weise zu entscheiden, in welcbem Verhtiltiiisse
der in der Atmosphtire vorhandene Wasserdampf zu der
Atmospblre selbst etehe. Bildet der Wasserdampf eine von
der Luft unabbgngige Atmosphare fur sich, oder ist e r blofs
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mechanisch init dcr Luft gemischt. so tlalk er aIs eiii i l l kciiier chemischen Varwandtschaft zu der Luft stelieudes Gas
das Voliiineti uiid das Gewicht der Atmosphare vermehrt?
Voti deli vielen wichtigen Fragea, welche sich arif die
henderungen des Barometers beziehen, kaiin keine griindlich erbrtert werden, ohne dars man vorher hiertiber ins
Klare koinmt. Zngleich handelt es sicb hier urn eiii wichtiges Problem der allgeineinen Physik, wo ebenfalls die gegeiiseitigen Reziehungeti voii Loft und Dainpf noch keiiicswegs init der obhigeii Siclierheit bislier erniittclt wordcn
sind. Eiue Untersuchuiig, welche ich in diwcr Richtung
angestellt habe, hat nun zu eiriein, wie niir scheint. eiitscheidetiden Resiiltate geftihrt, rind ich glaube Ihneii uin so
mehr dnriiber Mittheilung machen zu inusseu, als das erlangte Resultat init den a l l p n e i n berrschenden Ausichteii
der Physiker und Meteorologen im Widerrprnche stchl, und
a u f die Nothweiidigkeit fuhrt, die Gruiidsiitze, welche bisher hinsichtlich des Wassrrdninpfes allgeineine Geltung gt’habt haben, theilweise durch neue zu ersetzeo.
Des Znsammenhanges wegeri wird es v o r Allem nothwendig seyn, dafs ich init wenigen W o r t e n deli Entwickelungsgang der Lehre vom Dampfdrucke andeute.
Als Begriinder der Lehre vom Verhalten des WasSerdampfes haben wir D a l t o n zu betrachten, der so umfassende und griindliche Versuche angestellt bat, dafs durch
die Arbeiten spsterer Forscher nichts Wesentliches hinzugefiigt worden ist. W e n n man die Yersuche D a l t o u ’ s
genau durchgeht, so wird man daraus hauptslchlich folgeiide
Ergebnisse ableiten kbnnen :
I ) I m luftleeren Raume verdampft das W a s s e r nur so
lange, bis der Ilampf eine bestimmte von der Temperatur abhaugige Expansivkraft erlaugt hat, so dafs
in iedem nrit Uampf gcsattigten luftleeren Rauine einer bestimmten Temperatur ein bestimmter Dampfdruck enrspricht.
2) Im lufterfiilltcn Raunie verdampft ebenso vie1 W a s s e r
wie im luftleercn Raume, rind das Verbaltnifs zwi-
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schcn Tvinperatur und Expansivkraft bleibt sich giiuz
gleich, o b Luft i i i demselben Rauine sich befiiidc
oder nicht.
3) Die Verdainpfung des Wassers geht iiii luftleereii
Raume schnell, iin lufterfullten Rautne aber sehr lungsum vor sich, uiid selhst da, w o sie durch starkere
Luftbewegriog befilrdert wird, nimmt sie noch immer
betr#chtliche Zeit i n Aaspruch.
I n solcher Weise wird durch D a l t o n ’ s Versucbe die
Eiitwickelniig und Spaniiutig des Wasscrdaiiipfes im luftleeren und lufterfiillteii Raiime bestiinmt : was die gegenseitigen Beziehungen twischeri Dainpf und Loft, weiin sie gleichzeitig iu demselben Raume vorhanden siiid, betrifft, so geben die Versuche dariiber g a r keine Auskunft, und diese
Liicke hat D a l t o n in der W e i s e ausgefiillt, dafs er dem
zweiteti oben angefiihrten Satze die Auslegiing gab, als sey
zwischen Dampf und Luft gar keine gegenseitige Beziehung
aorhanden, und ala bestkinden sie nebeii eiiiander, ohne irgeiid eine mechaiiische Eiuwirkung auf eiuauder auszuiiben.
Es ist sonderbar, dnfs die Physiker unbedenklich dieseu so
wichtigeu und folgereicheii Lehrsatz allgemein augenominen
haben, ohne zu beachten. dafs e r nur eine mogliche, niclit
aber eine nothwendige Folgerung der Versiiche bildet. Nicht
ininder sonderbar ist es, dafs die Meteorologen die VOII
D a 1 t o n gemacbte Anwendung auf den Wasserdalnpf der
Atmosphare gelten liefsen, iind eine von der Luft unabhangige und fur sich allein irn Gleichgewichte stehende Dampfatmosphare aniiahmen, ungeachtet der dritte oben angefiihrte
Satz eigcntlich ausspricht, dafs zwar immer eiu normales
VerIi&ltnifs angestrebt wird und im Herstellen begriffen ist,
aber nie erreicbt wird, weil bei den bestsndig eintretenden
Aenderungeu zu einer Ausgleichuiig die erforderliche Zeit
gar nicht vorhanden ist.
Von Zeit zu Zeit sind iibrigens gegen das Vorhandensepn einer fiir sich besteheiiden L)ampfatmosphBre Einweodungeii vorgebracht worden. B e s s e l hat ( Astron. Nachrichten No. 236) den U m t a n d hervorgehoben, dafs bei ei-
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ner solchen Danipfatinosphtire die Expaiisivkraft der iiber
einander gelagerten Schichten nach bertimmfem Verhiiltnisse
abnehrnen miisse, dieses Verbtiltnifs aber verschiedenen Beobachtuaget~zufolge in der Wirklichkeit nicht vorhandeu sey :
Eeine Argomente scheinen jedoch - wohl bauptslchlich wegen des Mangels an hinlgnglichen Beobachtuiigsdaten keinen Eiiidruck hervorgebracht zu haben; ehenso wenig
Beachtung fanden die Versuche von B r o i i n in Makerstoun
(Report fo Sir Th. B r i s b o n e ) und J e l i n e k in Prag
(Denkscbriften der W i e n e r Akad., math. naturwiss. Classe,
11. Bd.), welche durch Versuche nachgewieseii habeii, dais
an verschiedenen ganz nahe a n eitiander gelegenen Localitaten, wo gleicher Baroineterstand beobachtet wird, der
Donstdruck rehr uerschieden sich zeigen kann. Einer der
eifrigsten Gegner der D a I t o n’schen Tbeorie war E s p y ,
der (besonders in seinem Second Report on Meteorology)
mit vielem Scbarfsinne die Mangel derselben aiifdeckte, ohiie
jedoch einen eigentlichen Geeenbeweis zu liefeni. 1)en ersten B m e i s von der Unrichtigkeit der Theorie glaube ich
( Denkschrifteii der Miinchener Akad., math. phps. Classe,
Bd. VIII) im J a h r e 18357 hergestellt zu baben, indem ich
durch vieljshrige Beobachtuagen zeigte, dafs bei geriiigein
nunstdrucke das Barometer im Mittel ebenso hoch steht,
als bei hoheui Dunstdrucke; zugleich gab ich einen leicht
auszufubrenden Versuch an, wo, im Widersprucbe mit der
D a 1t o n’achen Theorie, eine Dampfmasae und eiiie Luftinasse, mit einander in Communication stehend, sich gegenseitig das Gleichgewicht halten, ohne dais der Dampf in
die Luft, oder die Luft in den Dampf eindringt. In Folge
dessen atellte ich den Satz auf, dafs der Dampf auf die
Luft und die Luft auf den L)ampf einen Druck ausiibe,
und die Atmosphtire a h ein Gemisch von feuchteren und
trockneren I~uftmassen zu betrachten sep. Eineu zweiten
sehr gdndlichen Beweis gegen die Zulassigkeit der D a 1t o n’schen Tbeorie lieferte S t r a c b ey in einem Vortrage,
den er vor der Royal Society in London im Jabre 1861
hielt. Ausgehend von Betracbtungen, welcbe im Grunde
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init deli v o n B e s s el catwickeltea glrichbedeiitend sind,
gab er cine Zusarnmenstelluiip der B ~ o b a c h t u n g s r e s u l t a t ~ ,
welclie anf hohen Bergen und bei Lufthalloiiexpeditionen
erlangt worden waren, uiid zrigte, dafs sie rnit der Annahine
einer fur sich besteheoden Dampfalmosphgre uiivereinbar
sind. Um n u r einen Piinkt hervorzlihebeii k a i i u hier erwalint werdeii, dals die Rcobachtungen von W e l s h , der
im Rallon 23000 Furs sich erhob, 1111sia den Stand setzen,
den Druck zu berechnen, den der in der Almosphare enthalteiie 1)anipf a n der Erdoberflache siisiiheri .vollte, das aiif
solclie Weisc grfundeiie Resultat aber nur den oierten Theil
betrngt von dein nirklich diircli das Psychrometer angegebenen Drncke. Nach der Klarheit der Beweisfiihrirrig wid
der grolsen Ueberrinstiinrnirng s~inmtlicher Beobachtungsresultate hatte man glaiiben sollen, d a b hiemit eine endgtiltige Entscheidring gewonnen s e y ; gleichwohl fioden wir
nocb in neuester Zeit den btDruck der trockeneu Luftlf und
den Druck der Dampfatmosphtirett von einander getrennt
wie zuvor. Es giebt, glaube ich, kein Mittel die eingewiirzelten Vorstellungeii, bei deiien man stets auf die D a l ton'schen Gesetze. sich bcriift, zu beseitigen als die directe Nachweisung dafs die D a l t on'schen Gesetze selbst
eine wesentliche Unrichtigkeit enthalten.
In dieser Absicht habe ich die Eingatigs erwahate Versuchsreihe vor Kurzem unternommen. Zunkichst tiberzeugte
ich mich, wie tiufserst langsam der Darnpf in d e r Luft sicli
von einem Tbeile des Raumes auf einen aiideren ausbreitet, wenn man, ohne die Communication aufzuheben, die
freie Circulation d e r Luft hemmt. Die Circulation der Loft
ist es hauptsachlich, welche den Dampf von der verdnnstenden Oberflache forttrtigt, und deli bereits verhreiteten Dampf
zum Cblorkalk bebufs der Absorption hinfubrt : man sollte
fast glauben, dafs die einaelnen Luftmoleciile a n die Wasserflache kommen mlllsten um sich da ihre Feuchtigkeit z u
holen, und an den Chlorkalk um ibre Feuchtigkeit abzugeb e n ; die eigene Expansivkraft des Dalnpfes ist bei der Verbreitung desselben in der Luft jedenfalls von geringer Be11
y
,
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deiitung. W e n u mau demnacli eine verschlossene mit Luft
gefullte Rdhre A B C D (Taf. 111 Fig. 14) hat, uud eine kleine
Quantitat Wasser etwa durch eine Oefnuug bei A, die dnnu
gleich zugemacht wird, auf deli Boden A B briugt, so fAngt
das Wasser au allmahlig zu verdampfen, uiid der Dampf
erhebt sich nach Verlauf eiuer bestimmten Zeit bis a b .
Wie wird alsdauu der Druck auf den iuiiereu W a u d e n der
Rdhre vertheilt scyii?
W e n n , wie ich durch das oben erwahnte Experimeut zu
beweisen gesucht habe, der Dampf uud die Luft gegenseitigen Druck auf einander ausiibeu, SO wirken die Expausivkrafte der Luft und des Dampfes zusammen, so dafs ihre
Suinme auf alle Puukte d e r inneren W a n d driickt, uud
wenn man den Druck des Dainpfes fiir sich ausscheideu
will, so ist e r ebenso grofs als weun die vorhandeiie Dampfiiiasse in1 gauzeu Raume A B C D gleichmiifsig vertheilt wlre.
Gauz anders wird der Erfolg ausfallen, weun die VOII D a l t o n aufgestellte uud allgemein von den Physikeru angenoinme~ieAtisicht begriindet ist; denn da dieser Ausicbt zufolge der Uampf in den Zwischeuraumeu der Lufluiolecule
sich verhreitet, ohne auf die Moleciile selbst irgend eine
mechanische Wirkung aussuiiben, so kaun uuter den obeu
bezeichueten Ulnstauden gar keiu Druck auf die innere
W a n d durch die Expansivkraft des Dampfes eutstehen, und
es kommt erst dauu eiu Druck zu Stande, weun der Dampf
die obere Begrkiztlacbe C D erreicht.
D e r hier angedeutete Zustaud ist o u r eiu aoriibergehender; eiu ahnlicher Zustand kauii jedoch permanent hergestellt werdeu dadurch, d a b mau im outereu Raume A B a b
eipe hdhere, im oberen Raume a b C D eine tiefere Temperatur erhalt. Bezeicbnet man den untereu Raum mit V,
den oberen mit Y’, die untere Temperatur mit t, die obere
mit t’ und die entsprechenden Expansivkrlfte des Dunstes
mit f ( t ) und f(t’), dann die Expausivkrsfte der eingeschlossenen Luftmassen niit k ( I + a t ) und k ( 1 a t ’ ) , so hat
man uach der von mir vertretenen Hypothese die Erpansivkraft der Mischung
+
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wahrend nach der D a 1 t on’schen Theorie die Expansivkraft blols
betragen wird, indem der init der Kraft f ( t ) - f ( t ’ ) i n den
Haum o b CD Ubergehende Dampf sogleich sich condensireti
muh. Oaraus folgt unmittelbar, dafs wenn die Tetnperatur t’ des obereo Rauines coiistant blcibt, die Teniperatur
des unteren Hautnes aber allin8hlig zunimmt, tler Uriick aiif
die obere GraiizHache CD nach der L)a I t o n’scheii Theorie n u r durch die Expansion der Luft, uicht aber durch
den oeu sich eutwickelnden Daiiipf vetmehrt wirrl, walireiid
nach meiner Aunahuie aufser der Wirhung, welche drirch
die Expansion der Lrift zu Stande kommt, eiue sehr bcderitende Vermehrung des Druckes drirch den neu gebildeten Dainpf entsteht. I)a sich die h e r bezeichueten Redingungen praktisch ausfiilireii Iassen, so Iiaben wir ein eitifaches und sichercs Mittel. uin fiber die Richtigkeit der D a I ton’schen Tlicorie eine Entscbeiduog zu erhalteo, iiiid es
handelt sich iiur darnin eiue zwechinsfsige Einricb~ungdes
Exptrimcnts zu treffen. Ich habe folgende Eiurichtung gewalilt. Eine ClasrGhre, gebogeu in der (Taf. I11 Fig. 15)
dargestellten Form, war am einen Elide mit einer Kugel K
versehen, a m anderen Ende bei e offen, rind entiiielt im
geraden Theile d e einen Qnecksilhertropfen q. D e r gehriiminte Theil c k d der R6lire tauchte in ein mit kaltem
W a s s e r gefulltes Gerafs B B ; in das Cefgfs A A , wo sich
die Kugel K befand, bonnte abwechseliid haltes und warmes Wasser gebracht werden. Zuerst wrorde die Kuge! K
init trockeoer Luft geltillt, und der Versuch ergab, dafs,
weon die Teiiiperatur von 1Tio,7 bis 41°,8 zunabm, der
Quecksilbertropfeu urn I I , J 7 Par. Zoll vorwsrts eich bewegte. Wiihrend dieses Versuches stand das im Gefafse BB
175
befindliche Thermometer auf 12". Darauf wurde durch
Abbrechen der feiuen Spitze u die Kugel gebffnet, etwas
Wasser hiueiiigebracht und dann die Spitze wieder zugeschniolzen. Es wurde nun neuerdings kaltes und wartnes
W a s s e r in das Gefak A A gebracht, wahrend die Temperatur des Rohres unverandert blieb, und dabei Pbatte nach
D a 1 t o n ' s Theorie eine Temperaturerh6hnng von I5",7 bis
4 1 ",8, wenn der Datnpf in dem Rohre nichl bis zum Quecksilbertropfen vorgedrungen war, letzteren wieder uin I1,4 1
Zoll, ond weiin der Dainpf vorgedrungen war hiichstens
urn
weiter fortbewegen solleu: anstatt dessen betrug in
der Wirklichkcit die Beweguug nahe das Doppelte. Die
genaue Messung ergab, d a t , wenn die Temperatur von
15",7 auf 30",9 erhaht wurde, schon die 11,47 Zoll zuriickgelcgt waren.
Eiti zweites Glasrohr, in ahnlicher Weise geformt und
mit kleinerer Kugel, gab, so lange iiur trockene Luft in
der Kugel sich befand, fur eine Temperatiirerlibliung von
14",4 auf 14O,21 cine Bewegung dcs Quecksilbertropfens
von 12,66 Par. Zoll, und nachdein eine kleine Quantitat
Wasser in die Kogel gebracbt worden war, bewegte sicli
d e r Quecksilbertropfen urn die eben erwabnte Grbfse, wenn
die Temperatur von 14",4 auf 3l0,1 stieg. Da vermutbet
werden durfte, dafs der Dampf nach langerer Zeit in der
R6hre bis zum Quecksilbertropfen vordringen und dann einen verschiedenen Erfolg hervorbringen kbnne, so wurde
die Kugel eine ganze S p n d e im warmen WasRer gelasseu;
der Stand des Quecksilbertropfens blieb aber unverandcrt.
Auch konnte nacb Vollendung des Versuches weder in der
ersteii noch in der zweiten Riihre eine Spur von Niederschlag zwischen c und d wahrgenommen werden, so d a t
wahrscheinlich der Dalnpf in die Rbhren entweder gar nicht,
oder nur bis auf eine kleine Strecke eingedrungen war. In
dieser Voraussetzung witrde die Beobachtung fordern, dafs
die Zunahine der Expansivkraft der trockencu Luft von
l5",7 bis 41",9 ebenso grofs sey als die Zuoahme der Expausrvkraft dcr Luft uiid ded Wasserdampfes vou 1 5 O , 7 bis
176
30°,9,und diefs trifft auch genau zu, denn die eretere Zunahme berechnet eich auf Oo,119, und die letztere betragt
fiir die Luft . . . 0,070
0,048
far den Dampf
also zusammen 0,118
110 zweiten Erperimente hat man die Zunabmc der Expansivkraft
fur trockeiie Luft von 14O,4 bis 44O,24 . . 0,136
dann
fur Luft von l.i",J bis 3l0,1 .
0,056
fur Dampf von 14",4 bis 31°,1 . . O,O.X2
also zusalnmen 0,1%
wenig von der vorhergebenden Zahl abweicheiid.
Um noch grbkere Sicherheit zu erhalten, modificirte ich
den Versuch in folgender Weise. Uer Glasrbhre gab ich
die Forln Fig. 16 Taf. 111, die dariii von der friiberen sich
unterscheidet , dafs bei k eine Kugel von ungefiihr derselbeii Grbfse wie die Kugel B angeblasen ist; aufserdcni
wurde das GefGfs BB mit zerstorsenem Eise und Wasser
aogefiillt, so d d s die Teuiperatur constant auf +W,2 erhalteir wurde. Die Resultate waren wie folgt:
1 ) wie die Rbhre mit trocheiier Luft gefiillt war, so bewegte sich bei eitier Temperaturerhd~uugvou 12",7
auf 49",2 der Quecksilbertropfen um 11 ",38Par. 2011,
2 ) als etwas V'asser in die Kugel A gebracht wurde,
bewcgte sich der Quecksilbertropfen wieder urn 11,3Y
Par. Zoll, weun die Temperatur vou 12",7 auf 33",3
stieg.
Berechilet man die Zuuahme der Expansivkraft wie oben,
so bat man:
fur trockene Laft bei eiiiem Steigen dcr Temperatur von 12O,7 auf 49",2 . . . . .
0,174
f(ir Luft und Daiiipf zugleich bei einein Steigen der Temperatur voii 12",7 bis 35",3,uud zwar
fiir Luft
. 0,103
fur Dampf . . . 0,082
zusammen 0,185
..
.
.
. ..
177
Dieses Resultat ist etwas grbfser als das ftir trockene
Luft erhaltene, uiid es mochte daraus vermuthet werden,
dafs etwas Dampf voii der Kugel K nach k gelangt seyn
musse; indessen katiu die Quantitst nur sehr gering geweseu seyn, denu wean das Gefais A A Wasser von constanter Temperatur (IS',)enthielt urid in das Gefafs B B abwechselnd kaltes uod warmes Wasser gebracht wurde, so
war, urn den Quecksilbertropfeo 7,M Par. Zoll zu bewegeu, ein Steigen der Temperatur erforderlich wie folgt:
vor den obigeu Venuchen
voo 13",5 bis 47",0
nach den obigen Versuchen
von 13",5 bis 45",8
uod nachdem die KugeI K hierauf
noch 2' Stuiideu im Wasser von
von 1 3 O , 5 bis 4d0,6
35 bis 40" gestanden hatte
Aus letztercr Bestimmung ist zu entnehmeu, dais, ungeachtet so lange Zeit hindurch in der Kugel K ein bedcutender Dampfdruck fortwahrend erhalten wurde, deniioch
in die Kugel k nicht so vie1 Dainpf gelangt war, a h nothig
gewesen ware, UUI den Raum bei eiuer Temperalur von Oo
zu sattigeii, obwohl die Oeffiiuog des Rohres 1,l Par. Linien Durchmesser hatte.
Aus diesen Versuchen geht unwiderlegbar hervor, dals
die D a l t o n ' s c h e Theorie, insofern sie die Luft und den
Dampf als von eiuauder unabhlngig in demselben Raume
besteheud voraussetzt, vollig oobegriindet ist, vielmehr die
Luft auf den Dampf und der Dampf auf die Luft einen
Druck ausiibt. Dieser Ausdrucksweise bedieiie icb mich
hier nur urn deu Erfolg darzustelleu: ich hoffe bei einer
anderen Gelegenheit zeigen zu kihueu, dais man die Feuchtigkeit als den Luftmolectileu adharirend betrachten musse,
und dafs durch eine uaturgemafse Hgpothese iiber die EXpansion trockeuer und ferichter Luftmoleciile die Erscheinungen einfach erklart werden kbunen.
Will man die im Vorbergehenden entwickelten Lehrsiitze auf die Verbiltoisse des Wasserdampfes in der Atmosphiire anwendeo, so geht vor allem daraus hervor, dafs,
da die Verbreituug des Dampfes in der Luft our sehr laugP o g p d o r f f ' ~ Aanrl. Bd. CXVIII.
12
. .
. .
. .
178
Sam zu Stande kommt, und an verschiedenen Orten je nach
der W a r m e und der Grbfse der offenliegenden Wasserfliichen sebr verschiedene Uampfineogen in die Lrift fibergehen, bezUglich auf die Feuchtigkeit der Luft streng genommen keioe gesetzm8fsigen Verbllt iiisse bestehen. Allerdings
bewirken die bestlndig vorhandeiieu Luftstrbmungen eine
Durchmiscbung der trocktieren uud feucbteren Luftmasseu,
aber nicht in regelniiihiger Weise, und deshalb besteht zwiscben der Feuchtigkeit in verschiedeneti Punkten des Raumes kein s t r e q e s Abblngigkeitsverbllluifs. Insbesondere
erscheint die Vorstellung einer fur sich bestehenden Dampfatrnosphlre als unzulbsig, und die Angahen des Pspcbrometers kbnnen nur niehr als Ausdruck der localen Feuchtigkeit betrachtet werden.
XU. Ueber die Lichterscheinungen bpi der Entladung der Leydener Batterie, wenn sie in eintm rotirenden Spiegei betrachtet werderz;
aon A. P a a Z z o w .
B e i meinen Untersuchungen fiber die Entladungsart der
Legdener Batlerie habe icb nach den Lichlerscheinungen
in verdiinnten Gasen und nach der Ableokung, welche die
leucbtenden elektrischen Gastheilchen durcb einen Elektromagnet erfabren , die Bedingungen angegeben (P o gg. CXII,
S.579) unter denen eine einfacbe oder alternirende Entladung eintritt.
Da die Annabme der alternirenden Entladungsart einigen Pbgsikern nicbt nothweudig erscheint, urn die angefiibrten Lichterscheinungen zu erkllren; andere der Meinung sind, dais in den verdtinnten Gasen der G e i e 1 e r ’ schen Rbbren ein anderer Vorgang stattfiuden h6nnte ale
in der atmosphsrischen Luft von gewbbnlicher Dichtigkeit,
so hielt ich es fUr notbwendig die Lichterscbeinungen nach
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