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Die deutschen Gelehrten als Helfer beim Angriff auf die Welt.

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Bards: Die deutschen Celehrten als Helfer beim Angriff auf die Welt.
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bestahenden Gcaetzes erhebliche Schwierigkeiten bietan. Sie verstiiBt einerseits gegen die Best,immung, Arzneimittd betreffende
Erfindungon diirften nur patentiert werden, wenn es sich um Heretellungsverfahren handelt, andererseits gegen die Forderung, patentierbare Erfindungen sollten gewcrblich verwertbar, d. h. inncrhalb
gewerblicher Betriebe verwendbar sein. Der erste Grund erschcint
allcrdings in Hinsicht auf die auf verwandten Gebieton geubte patentrechtliche Praxis weniger durchschlagcnd. Das Gesctz hat bekanntlich nicht nur die Patentierung von Arzneimitteln, sondern auch
von ,,auf chemischcm Wege hergestellten Stoffcn" auf Herstcllungsverfahren bcschriinkt. Trotzdem sind in fruherer und neuerer Zoit
viele Patente erteilt worden, welchc kein Herstellungsverfahren,
sondern lediglich dic Verwendung bekannter, ,,auf chemischem Wege
hergestellter" Stoffe als Farbstoffe, Sprengstoffe, Dichtungsmittel,
Gerbmittel, Desinfcktionsmittel, photographische Entwicklcr u. dgl.
schutzen4), offenbar, wcil man erkannt hat, daB der Nutzen, wclcher
durch die Beschriinkung der Patentierung der die genannton Stoffe
betreffendcn Erfindungen auf Herstcllungsvcrfahrcn erzielt wird,
erheblich gcringer ist als der Schaden, der durch d m AusschluB
von Verwcndungspatenten der crwahnten Art entsteht. Ee trifft
zwar zu, dal3 durch die Ertoilung dieser Patente ,,das Bestreben zuriickgedriingt wird, den patentierten Gegenstand auf praktischcrem
und billigcrem Wcge herzustellen" (vgl. dazu W c i d 1 i c h , Angew.
Chem. 25, 1096ff. [1912]), dafur rcgt sie aber das Forschen nach
nouen Verwondungsmoglichkeitcn fur bckannte Stoffo an, und an
den Ergcbnissen dicscr Forechertatigkeit,, d. h. dem Auffinden
neuer Parbstoffe, Sprengstoffe, Gerbstoffe, Dungcmittel, Desinfektionsmittel u. dgl. hat dic Allgemeinheit zweifellos ein erhcblich
groBeres Interease als an verbcsserten Verfahrcn zlir Herstellung
bekannter technischer Mit,tel. Dic Erteilung diese: Patente ist
deshalb auch kaum auf Widerstand gestobn, auch W e i d 1i c h
hat sich in seinem Aufsat.z (a. a. 0.) nicht dagcgen ausgesprochen.
Es konnte nun gcsagt wcrden, daB diesc Erwagungcn auch fur die
Erteilung von Verwendungspatenten fur Arzncimittcl sprachen, da das
Interease der Allgemeinheit an neuen Heilmitteln sehr groB ist, grol3er
sogar wie das an neuon Farbstoffen, Sprengstoffcn u. dgl. Das trifft
offenbar zu. Auch die vom .Gcsctzgeber befurchtote Verteuerung
und unlautere Reklame kame dieser Erwagung gegenuber kaum in
Betracht. Gegen unlautere Reklame schutzen die Aufsichtsbehorden
in ausrcichendem MaBe; die niit der Patentierung verbundene Preissteigerung spielt aber, wenn es sich um dic Wiederhcrstellung der
Gesundheit oder gar urn die Erhaltung des Lebens handelt, keine
Rolle, in solchen Flllen fragt man nur danach, ob ein goeignetcs
Heilmittel vorhanden ist, nicht was es kostet.
Aber wenn man sich auch diesen Ausfuhrungen anschlieBt,
so bleibt doch das Bcdenken, daB Arzncimittel im Gegensatz zu der
uberwiegenden Mehrzahl der obengcnanntan Stoffe unmittelbar
in den Handel gebracht werden, d. h. nicht im ublichen Sinne gewerblich verwcrtet werdcn.
Es crscheint mir deshalb nicht zweckmiiBig, Patente auf die
Verwendung bekannter chemischer Stoffe ale Arzneimittel zu ertcilen, solango der 5.1 dcs Patentgesetzes in seiner gcgcnwartigen
Fassung besteht. Da aber meines Erachtens sowohl fur die Allgemeinheit wie fur die Industric ein starkcs Bcdiirfnis nach Patenten
dieser Art vorliegt, so empfiehlt cs sich, den Q 1 abzuandcrn, was
bei dcr bevorstchcnden BoschluBfassung ubor den Entwurf zum
ncuen (dritten) Patentgcsctz geschehcn konnte.
Ich schlage folgende Fassung vor:
Patente werden erteilt fur neue Erfindungcn, welcho eine gewerbliche Verwertung oder
eine Verwendung zu Ernfhrungs- oder Heilzwecken gestatten.
A u sg e n o m m e n s i n d:
1. E r f i n d u n g o n , d e r e n V e r w e r t u n g d e n G e setzen oderguten Sitten zuwider laufen wurde;
2. E r f i n d u n g e n v o n n a t u r l i c h v o r k o m n i e n den Nahrungs-, GenuB- und Arzneimitteln,
sowie von Stoffen, welche auf chemischem
W e g e h e r g e s t c 1 1 t w e r d e n.
4) Vgl. die Patentschriften 46 205, 79 477, 84 628, 241 697 dcr
Klassc 78; 34 342, 46 915, 50 265, 53 549, 60 174 der IClasse 57;
213 473,223 109, 226 940, 236 074, 262 692 dcr Klasse 8 m; 229 401,
233 073,236 034, 262 700 der Klasse 22 f ; 205 855, 281 484, 290 965,
305 777 der Klassc 28 a ; 223 714 der Klasse 39 b und 302 003 der
Klasse 30i.
[
_.
Zeitschrift fiir
angemandte Chemie.
Auf Grund dieser Fassung f i r d e sowohl der Schutz beliebiger,
also auch mechanischer Verfahren zur Herstellung von Arzneiund Kahrungsmitteln, wie die Erteilung von Patenten auf die Verwendung bekannter chemischer Stoffe zu Heil- oder Erniihrungszwecken ohne weiteres moglich sein. Vom Schutz ausgenommen
sind natiirlich vorkommende Arznei- und Nahrungsmittel, um nicht
gegen den patentrechtlichen Grundsatz zu verstokn, nur kiinstlich hcrgestellte Erzeugnisse zu schutzen (vg1. D a m m e , a. a. 0..
S. 160 Abs. 1). - Die vorgeschlagene Fassung beseitigt auch die
Unstimmigkeit zwischen dem bisherigen Wortlaut des 0 1 und
dcr ublichen Erteilung gewerblich venwertbarer Verwendungspatentc. - Durch die Ausnahme der auf chemischem Wege hergestellten Stoffe vom Patentschutz sol1 der Erteilung von Stoffpatenten im weitesten Sinne vorgcbeugt werden, d. h. von Patenten
auf die Verwendung chemischer Stoffe zu beliebigen Zwecken,
z. B. auch im voraus zu Zweckcn, welche sich erst aus Eigenschaften dcr Stoffe ergcben, die zur Zoit der Anmeldung der
Erfindung oder der Erteilung des Patents noch gar nicht bekannt waren. Unbedingt notig erscheint die Anfiihrung der ,,auf
ohemischem Wegc hergestellten" Stoffe unter den Ausnahmen
nicht. Man kann, wie schon gelegentlich der Beratung des Entwurfs m m Patentgesetz vom Jahre 1877 geiiuOert wurde, zum
Deutschen Patentamt das Vcrtrauen habcn, dal3 ca bei der
Anwendung des Gesetzes keinen Mil3brauch aufkommen lassen
werdes), also auch ohne ausdriickliche Ausnahme Stoffpatente
der erwiihnten Art nicht erteilen werde; auch die Erteilung von
Patenten auf dio Verwendung chemischer Stoffe zu mehr als
e i n e m Zwcck diirfte beim Fortfall der ausdrucklichen Ausnahme
dieser Stoffc schon in Hinsicht auf die gemiil3 f 20 des Gesetzes
erforderliche Einheit der Erfindung nicht zu befurohten sein.
[A. 77.1
Die deutschen Gelehrten als Heifer beim Angriff
auf die Welt.
Von MAURICE BARR~Svon der ,,AcadBmie franpaise"
I).
(Eingeg. 6./6. 1919.)
J a wir sind Sieger ! Aber mit welch einem Frieden? Glaubt man,
daB ein einziger Franzose oder ein Einwohncr einea einzigen Landes
auf der Welt sich in Sichcrheit wiegen konnte?
Mchr ah je ist es fiir uns in dieser unklaren Zeit, voll Zerriittung
der Staaten und Geister, von Wichtigkeit, in die Gedanken Dcutschlands einzudringen. Es rerhullt sein Gesicht und triibt scin Wasscr,
damit wir nicht in scin Herz schauen und seine Launen unterscheiden
konncn. Eitlc Listen! Sollte es denn wahr sein, daB es seinen Ausdehnungstrieb, seinen festen Glaubcn an die korpcrliche %aft,
seine blinde Leidcnschaft fur das ubergewicht abgelegt hatte? 1st
es wahr, daB es seit seiner Revolution nur von den Ipccn der sozialen
Entwicklung, dcr Gleichheit der Volker, dcr Annaherung der Nationen
im Handel und in der Suche nach der Wahrhcit durchdrungen ist ?
Wer dicse Fragc stellt, muB das Lachen aller klarsehenden Menschen
hervorrden.
Wir sehen zu gut, daB unsere Feinde eifrig ihre Plane aus der
Vorkriegszeit beibchalten: im Militiirwesen wie in der Verwaltung,
in den Schulen wie in der Wissenschaft. Wir sehen, und wir unterscheiden die Bcdeutung dieser unheilvollen Bcstiindigkeit, die sie
spottisch eine Revolution nennen.
Die Off iziere dea Kaisers, ihrer Vorrechte entkleidet, haben sich
zu Helfern der sozialdemokratischen Regicrung aufgeschwungen.
Sie haben begriffen, daB die groBe Gefahr fur die Sache die Fahnenflucht war. Ich habe alliierte Personlichkeiten, die in den letzten
Monaten in Auftragen durch Deutschland gckommen waren, mit mfreiwilligcr Hochachtung von ihrer auBerordcntlichen Treue zu ihrer
Stellung als ,,Hindenburgs Leutnants" reden gehort. Und der alte
Hindenburg selbst ! Die verkorperte Ausdauer ! Diese Leute, gestcrn
hochmiitig, hcute ernicdrigt, lciden, abcr sie bleiben. Sie erwarten
ihre Stunde! Und die gauze h'ation unterstutzt eie, weil sie ja selbst
.-.
5 ) Vgl. Bericht der VII. Kommission, bctrcffcnd den derselben
zur Vorberatung uberwicsenen Entwurf des Patentgesetzes S. 8
lctztcr Absatz.
1) Dieser im Echo de Paris erschienenc Aufsatz ist so charaktcristisch fiir die Denkweise der F'ranzosen, daB wir ihn mit cinigen
Kiirzungen unseren Lesern mitteilen. - Schriftleitung.
s
..
auch wartet .! Mehr begiinstigt ist das Verwaltungspersonal der
deutschen Staatcn fast iiberall in seiner Tiitigkeit geblicben. Es behalt im wesentlichcn die Macht bci, dercn Wurdcn die revolutionaren
Behorden sich vorbehalten. Dagegen bleiben die Anstalten dea
Unterrichts und der wissenschaftlichen Arbeiten unberiihrt und sind
nach wie vor die miichtige Triebkraft des nationalcn deutschen
Lebens.
Die Revolution laBt uns keine neucn Sterne in Deutschland sehen.
Die missenschaftliche Methode fiihrt gcstern wie heute fort, die Einrichtung der deutschen Arbeit zu leiten, und das andauernd in imperialistischem Geiste, zur Beherrschung der Welt.
Wer beugte denn die Geister jenseits des Rheins untcr eine 80
driickende Herrschaft und eine so scharfe iiulere Disziplin, die
iibrigens so giinstig fiir die materiellen Interessen Deutschlands waren ?
Wir sind seit langem iiber diesen Punkt unterrichtet: es ist die
S c h u 1e , die in allen ihren Stufcn Deutschland gestaltet. Und
dieso Schule hielt ihren Bann aufrecht, durch ihre groBe, vorzugsweise den Nutzen ins Auge fassende Beschaftigung, durch die erstaunliche Verschiedenheit ihrer Laboratorien und technischen Kurse,
durch die treffliche Zusammenarbeit, die sie auf den Bau zur Bereichcrung und zum Aufbliihen Deutschlands verwandtc.
Es ist die Schule, die die deutschc Scele formt. Ihre Grundgedanken und Tendenzen mu13 man studieren, um zu unterscheiden, aus
welchen Grundziigen die Gedanken unseres Feindes bestchcn, und
auch das wissenschaftliche Personal, das eben den Krieg in vollcr
schonungsloser Ubereinstimmung mit den groden Fuhrern dcs
Kaisers gcfuhrt hat.
Denn die deutsche Wissenschaft ebenso wie das dcutsche Hecr
hat viereinhalb Jahre lang den Angriff Deutschlands gegen die Wclt
gefiihrt. Sic hat wlihrend dieser langen Zeitdauer die Industrie und
den Ackerbau jenscits des Rheins und das Volk selbst unterhalten.
Man nehme an, es hatte sich um eine Wissenschaft in den Hiinden
eines weniger einfludreichen Personals und mit .einer weniger vollcndeten praktischen Organisation gehandelt ; die kaiserlichc Armee
ware nach den ersten Monaten 1914 zusammengebrochen.
Begrenzen wir die Aufgabe, betrachten wir nur einen Zweig der
deutschen Wissenschaft wiihrend der E'eindseligkeiten. Ohne die
C h e m i e hiitte Deutschland den Kampf nicht langc fuhren konnen.
Was brauchte es, um sich dcs ungcheuren Riistzeuges bedienen zu
konnen, daa es sich geschmiedet hatte? Explosivstoffe! Scin Generalstabschcf behauptete immer, er wiirde maere Annee, unsere Forts,
unsere 75 er Geschiitze unter der Flut von Geschossen, die seine ungeheure Artillerie ausschiittete, zerschmettern und vernichten.
Aber ohne Nitrate - ein jedcr weiB ea - ist es unmoglich, Explosivstoffe herzustellen. Vor d e n Kriegc erhieltcn die europiiischen Staaten den Salpeter aus Chile. Nach dem 4. August 1914 erhielten
Frankreich und England diesc unerlallichen oberseesendungen,
die die Blockade Deutschland nahm. Die kaiserliche Regierung hatte
cliese Moglichkeit vorausgesehen und gcwaltige Vorrato aufgehauft
( 0 3 Schriftleitung). Ungeniigende Vorsicht. Die hforderungen
iiberstiegen a n GroDe und Dauer alle Vermutungen, die Artillerie
verbrauchte an einem Tage die Menge, die man fiir einen Monat
versnschlagt hatte. Die Nitratvorriite erschopften sich. Wird
Deutschland auf die Knie fallen und um Frieden bitten? Kein Gcdanke. Der Generahtabschef wuBte, daB er zur dcutschen Chemie
seine Zuflucht oehmen konnte. Und in der Tat, sie rettete ihn!
Daa Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin stellte - von einer friihe1914 die fabrikmiiBige Herstellung des
ren Erfindung ausgehend
Salpeters aus dem Stickstoff der Luft fertig, und die deutsche Armee
verfiigte uber die ntitigen Munitionsmengen. Zogern wir nicht, uns
mit Zahlen zu beschweren, da auch sie ganz allein den genauen Maflstab einer materiellen Anstrengung geben. Seit 1916 produFierte
die deutsche Chemie 400 000 t gebundenen Stickstoff. Dies kommt verwandelt in Natronsalpeter - 2 500 000 t gleich, das h e a t der
Gesamtausfuhr Chiles in Nitraten. Das hiel, den Kaiserlichen unbegrenzte Mittel zu liefern, die sie ja auch gegen unsere Schiitzengraben
mit ihrer furchtbaren Methode des Trommelfeuers ununterbrochen
gebrauchten.
Waa die deutsche Chemie fur Hindenburgs Artillerie leistete,
tat sie fast in gleichem Mal3e fiir die anderen Waffen, fiir das Flugwesen und alle Kriegsindustriezweige.
Seit einigen Jahren mu13 jeder Franzose die Grundlagen der
deutschen Volkswirtschaft kennen. Meine Leser *en
alle, daf3
Deutaohland, ungeheuer ubervolkert, am Vorabend des Kriegea eine
rieaige Werkstatt der Rohstoffverwandlung geworden war. Es erwarb (hauptsiichlich in den Liindern der Entente) fiir 5 Milliarden
Mark Rohstoffe und bereitete daraus dank seines tfberflnsses an
-
Brennstoffen Manufakturwaren, die es iiber die game Erde ausfiihrte.
Grole Gewinne in Handel, Industrie und Schiffahrt entatanden aus
diesem Vorgehen. Es bereicherte Deutschland und ermoglichte ihm
im Auslande fiir bcinahe 3 Milliarden Mark Lebensmittcl zu kaufen.
Seine arbcitsame und zeugungsfkhige Bevolkcrung erfreute sich
einer reichlichen Ernahrung. uberraschend kommt der Krieg, der
dem Wirtschafssystem mit ganzlichcr IAhmung droht. England
nimmt teil, das bedeutet die Blockade! Die Lieferungen dea Auslandes werden angchalten ! Wie nun ohne Rohstoffe Apparatc,
Waffen, Kleidung, Stiefel und dic Gegcnstiinde allcr Art herstellen,
die ein Volk in Waffen und die Arbeiterbevolkemg braucht? Wie
ohne Nachschub von Gctreide, Fleich und Lebensmitteln aus dem
Auslande ein 10-Millionen-Heer und die Zivilbcvolkerung erniihren P
LMit gutem Recht sagten wir: ,,Deutschland ist verloren!"
Die deutsche Chemie rettcto Deutschland. Sie lijste dies scheinbar unlijsliche Problem. Sie vcrstand Ausgangsstoffe und Verfahrcn
aufzufinden, um die Fabrikate und Lobensmittel herzustellen, die
dem deutschen Volke fehlten, oder sie zu ersctzen.. Sie stellte Schwefelsaure ohne spanischcn Pyrit her und Alkohol, ohne Getreide oder
Kartoffeln zu brennen. Sie brachto die Wiederherstcllung und sogar
die Synthesc dcs Kautschuks heraus. Sie gab dcr Armee fur ihre
Verschanzungcn Sandsiicke, und zur Kleidung Gewebe au8 Papierfiiden. Sie erfand Ersatzmittel fiir seltene Metalle; sie ersann Ersatzprodukte fur Leder, Seife, Schmicrol.
Es ist nicht die Sache eincs Laien, hier die Erfindungen und die
Anwendung dcr deutschen Chemie wiihrend des Krieges auseinanderzusetzen. Ich kann Ihnen nicht eine Geschichte der deutschen
Wissenschaft dieser viercinhalb Kriegsjahre schreiben. Aber ich
konntc Ihncn die Geschichte unserer Enttiiuschungen enlihlen.
Zehnmal sagten mir unsere ernstesten und besten Fachleute: ,Die
Deutschen sind verloren, wir wissen aus sichercr Quelle, da13 sie dim
und das nicht mehr haben." Und zehnmal - nach einer Weilc sahen sich die Fachleute gezwungen, zuriickzuziehen !" Es ist
unbegreiflich! - Sic behelfcn sich! Sie haben einen Ersatz gefunden !"
Nicht nur gelang ea der deutschen Wissenschaft, die Kriegsindustrie mit den unbedingt notwendigen Stoffen zu versehen, neb, sie
lieferte auch Salpeter an die Landwirtschaft. Sie setzte Erniihrungsweisen fiir das Vieh fest. Welche Niihrmittel verbreitete sie nicht,
um neue Gerichte fiir die schlechter gestellte Bevolkerung jcnseits
des Rheins zusammenzustellen !
Das SOU nicht etwa heiBen, die deutsche Wissenschaft habe
wahrend der viereinhalb Kriegsjahre grofle Entdeckungen gemacht.
Der Geist der Entdeckungen schreitet recht langaam in Deutschland
vor. Aber sie vcrfiigte iiber zahlrciche, gliinzend ausgestattete Laboratorien, unbegrenzte Hilfsquellen, absolutes Vertrauen der Industrie und, selbst mitten im Kriege, uber ein iiberreichliches Personal. Die Chemikcr fiir sich bildeten die gleiche Stiirke Wie oin
Armeekorps, 30 OOO Mann ( !! Schriftleitung). Wie sol1 man sioh bei
solchen Mitteln wundern, daO die deutsche Wissenschaft bei der Art
ihrer Anwendung hat vie1 ausrichten konnen.
Was sie getan hat, setzt sie fort. Mehr als je schiitzt und bewundert Deutschland seinen wissenschaftlichen Stamm. Es ziihlt darauf,
daB, nach Unteneichnung des Friedens, dieser es sein wird, der es
zu einer intensiveren Produktion, zu neuem Gluck und neuer Ausdehnung fuhren werde. Die Gelehrten ihrerseits glaubcn, daI3 die
Vergangenheit fiir die Zukunft burgt, und dafl sie verstehen werden,
Deutschland von neuem groB zu machen. - - Die deutache Wisscnschaft besitzt eine wunderbare Herrschaft
iiber das deutsche Volk. Sie hat sie gebraucht, um sich zum Mitschuldigen der groBen kaiserlichen Verbrechen zu machen, und miidten mit demselben Recht verfolgt werden wie die ,,Boches", die
gegen Belgien, die besetzten Gebiete, gegen die Gefangenen gewalttatig waren.
Ich sage daa nicht, um Klagen und Entriistungen gegen ihre
miichtigen Laboratorien hervorzurufen, sondern um zu erreichen, daD
Frankreich mit gleich miichtigen Anstalten dotiert werden m a e ,
die dem Interesse der Menschlichkeit dienen sollen. Ich schreibe
diese M i e l , um den Grundgedanken zu verbreiten, daB wir die hohe
Kultur in F'rankreich miichtiger aufrichten, und dafl wir den moralischen und geistigen Ertrag der 38-40 Millionen F'ranzosen auf den
Machtstand bringen, wie wir es bei den 80 Millionen Deutschen eehen.
[A. '78.1
I
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