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Die direkte Bestimmung des Nitroglycerins im Cordit.

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Zeitschrift fur angewandte Chernie.
XIX. Jahrgang.
Heft 38.
21. September 1806.
Alleinige Annahme von Inseraten bei August Scherl, G. m. b. H., Berlin SW 68, Zimmerstr. 37/41
und Daube & Co., G. m. b. H., Berlin SW 68, Jerusalemerstr. 53/54.
sowie in deren Filialen: Bremen, Obernstr. 16. Breslau, Schweidnitzerstr. 11. Dresden, Seestr. 1. Elberfeld,
Herzopstr. 38. Frankfurt a. M.,Kaiserstr. 10. H a m b u r g , A l t e r Wall76. Hannover Georgstr.39. K a s s e 1 , O b e r e
Klinigstr. 27. K6In a. Rh., Hohestr. 146. Leipzfg, Petersstr. 19, I. Magdeburg, B:eiteweg 184, I. Munohen,
Kaufingerstr. 25 (Domfreiheit). Nurnberg, Kaiserstr. Ecke Fleischbrticke. Stranburg 1. E., GiePhausgasse 18,zZ.
Btuttgart, K6uigstr. 11, I. Wlen I, Graben 28. Wfirzburg, Franziskanergasse 6112. Zurich, Bahnh0fst.r. 89.
Der Insertionspreis betrggt pro mm H6he hei 45 mm Breite (3 gespalten) 15 Pfenuige, auf den beiden
#ufieren Umhchlagseiten 20 Pfennige. Bei Wiederholungen tritt ents rechender Rahatt ein. Beilagen werden pro
1000 Sttick mit 10.50 M far 5 Gramm Gewicht berechnet; filr schwere Seilagen tritt hesondere Vereinbarung ein.
INHALT:
Dr. 0. S i l b e r r a d , . . H . A. P h i l l i p s und H. J. M e r r i m a n : Die direkte Bestimmung des Nitroglycerins im Cordit 1601.
Prof. Dr. H o l d e : Uber aktuelle Fragen der Fettchemie 1604.
E. S c h m i d t : Essig, sein hygienisoher Wert und die Methoden der Unterscheidung des Alkoholessigs von der
Essigessenzllisung 1610.
Beferate!
Mettallurgie und Htittenfach, Elektrometallurgie, Metallbeaxbeitung 1613.
Wirtaohaftlioh-gewerblicher Ted :
Tagesgeschichtlicbe und Haudelsrundschau: Englische Rfibenzuckerindustrie 1.623; - Chemische GroPindustrie
Osterreichs; - Verwendung von Farben und gesundheitsschildlichen Stoffen in Osterreich 1624; - Erneuerung des
listerreichischen Petroleumkartells; - Die Bergwerksproduktion bsterreichs im Jahre 1905. - Handelsnotizen 1626;
- Divideuden; - AUR andereu Vereineu: 78. Versammlung deutscher Naturforscher und Xrzte; - Personal- und
Hochschulnachrichten;
Neue Biicher 1627; - Bilcherbesprechungen 1628; - Patentlisten 1629.
-
Verein deutsoher Chemiker!
H. H. Niedenfilhr t 1631.
Die direkte Bestimmung des
Nitroglycerins im Cordit.
moniak, was eine bequeme und genaue Bestimmungsmethode ergibt.
Die Verseifung allein gibt keine quantitativen
Von Dr. OSWALD
SILBERRAD,
HENRY
ABLETT Resultate, woruber man die Arbeit von H a y
:Moniteur Scient. (3) 15, 424 [1901]) vergleichen
PHILLIPS
und HENRY
JOHN MERRIHAN.
moge. Nach diesem Forscher erfolgt die Verseifung
(Eingeg. d. 29.16. 1906.)
nach der Gleichung:
Bis jetzt ist keine Methode zur direkten BeC3H6(ONO2),-t 5KOH = KNO, + 2KNOg
stimmung des Nitroglycerins im Cordit und iihn+ CH3COOK + H . COOK.
lichen Sprengstoffen aufgefunden worden.
Die
vorliegende
Arbeit zeigt dagegen, daB die
Gewohnlich wird das Nitroglycerin und die
Reaktion
nicht
quantitativ
verlluft, sondern, daB
Vaseline mittels Ather extrahiert und die zuruckdas Ammoniak und andere Produkte gleichzeitig gebleibende Nitrozellulose gewogen. Zur Trennung
bildet werden.
der Vaseline von dem Nitroglycerin wird Methylalkohol angewendet. Die Vaseline wird gewogen, und dm
E x p e r i m e n t e 11e 8.
Nitroglycerin aus der Differenz beatimmt.
Direktes Verdunsten der Ltherischen
Es ist selbstverstandlich unbequem, daB man
Losung des Nitroglycerins.
keine direkten Methoden zur Bestimmung eines so
Eine Reihe von Versuchen zeigte fdgendeu:
wichtigen Bestandteils des Cordite, wie es das Nitroa) Es ist unmoglich, den Ather ohne Verlust an
glycerin ist, besitzt. Erstens sind die Methoden zur
Nitroglycerin zu verdunsten.
Bestimmung der Vaseline ziemlich unbefriedigend.
b) Der Verlust wird auf ein Minimum reduziert,
So wird z. B. durch langeres Stehen des Pulvers ein
wenn die Entfernung des dthers bei niedriger
Teil der Vaseline in Methylalkohol loslich und wird
Temperatur durch einen Luftstrom durchgedann als Nitroglycerin be:echnet ; zweitens kommt
fiihrt wird.
es vor, daB das Pulver noch Bestandteile enthalt,
c) Auch bei sorgflltigster Ausfiihrung der Verderen Gegenwart es unmoglich macht, das Nitrosuche ist es unmoglich, konstante Resultate zu
glycerin aus der Differenz zu bestimmen.
erhalten.
Die groaten Schwierigkeiten der direkten BeAls Beispiel mag der folgende Versuch angestimmung des Nitroglycerins im Cordit entstehen
infolge der unvermeidlichen Gegenwart eines leicht geben werden.
fluchtigen Losungsmittels. Solche Losungsmittel
Abgewogene Mengen des Nitroglycerins wurden
storen die Reaktionen des Nitroglycerins bis zu in Ather aufgelijst, der Bther in einem Luftstrome
einem solchen Grade, daB alle Versuche zur Ermitt- abdunsten gelassen und der Stickstoff im Riickstand
lung quantitativer Methoden fruchtlos geblieben nach dem L u n g e schen Verfahren bestimmt.
0,4508 g des urspriinglich vorhandenen Nitrosind.
Die folgende Metbode beruht auf der Reduktion glycerins ergaben 140,8 ccm NO bei 758,9 mm und
der Verseifungsprodukte des Nitroglycerins zu Am- 19" = 18,24y0 N.
Ch. 1906.
207
Anzahl der
Molekille des
Reagens
auf 1 Molekiil
Nitroglycerin
84,651)
8P,10')
a~,351)
86,481)
88,461)
89,101)
4,09 KOH
4,23 EOH
4.25 KOR
4,32
4,32
4,42
4.45
NaOH
NaQH
NaOH
NaOH
81,751)
5,63
6,40
9,76
9,76
9.66
SnC1,
SnC1,
SnCI,
SnC&
SnCl,
-
1,88 NH,
4,31 C,H,ONa
4,33 CtH5QNa
-
-
99,43
99,7a
100,lS
34,60
8a,35
81,49
-
66,39
-
69,51
54,26
-
86,161)
86,531)
Prozent
des Nitroglycerins
durch den
Vemuch
gefnnden
X. Das Stickoryd wurde mit UbenchuD Yon Luft gerniseht, das gebildete Stickstoffsuperoxyd in norrnaler Natronlauge absorbiert und der Oberschue von
Alkali ge,gen l/lo-n. Saure titriert. Es stellte sich herau, daO die Reaktion
nicht vollstandig verlauft; trotz fortwahrendem Kochen wahrend der Retlnktion ging unverandertes Nitroglycerin immer in den Abanrptionskolben hinein.
IX. I n allen Fallen genugt die Yenge des gebrauchten Zinnchloriin nicht, nm die
ganze Menge des vorhandenen Nitroglycerin.. EU erklaren.
VIII. Die Reduktion wurde 3 Stunden lang awgefiihrt.
VII. Reaktion heftig und vollstandig ungeeignet zu quantitativer Bestimmung. Die
Zahlen werden deshalb nicht angegeben.
dauerndem Kochen nachgewiesen werden.
VI. Spuren von unverandertem Nitroglycerin konnten noch im Kolben nach an.
Ammoniak notwendig sind.
1. 1,050/, des vorhandenen Stickstoffs wurde als Ammoniak entwickelt.
2. 0,61% des vorhandenen Stickstoffs wurden als Ammoniak entwickelt.
V. Die Reaktion ist offenbar unvollstandig, indem wenigstens 3 Molekiile
IV. Die Reaktion verlauft vie1 schneller als bei den oben gegebeuen Fallen und
ist nach 6 Stunden vollendet. Ammoniak wurde entwickelt und in 2 Fallen
bestimmt.
1. 1,399/, des vorhandenen Stickstoffs wurde als Ammoniak entwickelt.
2. 1,6576 des vorhandenen Stickstoffs wurde als Ammoniak entwickelt.
3. 2,090/, des vorhandenen Stickstoffs wurden als Ammoniak entwickelt.
I. Die R.eaktion war auch nach 24 Stunden Kochen kaurn vollstandigz).
Ammoniak wurde eutwickelt und in drei Fallen bestimmt.
Bemerkungen
Untersuchungen iiber die quantitative Bestimmung des Nitroglycerins in atherischer Losung.
Versuchsbedingnngen
.
I. Verseifung durch Kochen der atherischen Losung mit alkoholischer Natronlauge.
Versuch 1. Reaktionsprodukt titriert ohne Filtrieren . . . . . . . . . . . . . .
Versuch 2.
,, ohne Filtrieren . . . . . . . . . . . . . .
Versuch 3.
,, nach dem Filtrieren , .
, , , , , , , . .
Versuch 4.
,, nach dem Filtrieren . . . . . . . . . . . .
11. Verseifung durch Kochen der atherischen Losiiug mit alknholischer Kalilauge wahrend
24 Stunden.
Versuch 1. Reaktionsprodukt titriert ohne Filtrieren . . . . . . . . . . . . . .
,)
..............
Versuch 2.
,,
,,
111. Verseifung durch Erhitzung der atherischen Losung mit alkoholischer Kalilauge in
einem zugeschmolzenen Rohr.
Venuch 1. 6 Stunden lang auf 100' . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
IV. Verseifung durch Erwarmen der atherischen Losung mit Natriumalkobolat.
Versuch 1.
Venuch 2.
V. Verseifung durch Erhitzen der atherischen Losung mit alkoholiichem dmmoniak im
zugeschmolzenen R o b .
Versuch 1. 6 Stunden lang auf 100' . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
VI. Rednktion der atherischen Losung zn Ammoniak mittels des Kupfer-Zinkpaares.
Venuch 1. I n alkoholischer Losung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Venuch 2. I n saurer Losung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
VII. Reduktion der atherischen Losung zu Ammoniak mittels Zinkstauh und Schwefelsaure
in Gegenwart von Salicylsaure.
Versuch 1.
Versuch 2.
VIII. Reduktion zu Ammoniak dnrch Kochen der atherischen Losung mit Zinn und Salzsanre.
Versuch 1.
I X . Reduktion zu Ammoniak durch Erhitzen der atherischeu Losung mit Zinncbloriir und
- n. Jodlosung
Salzsaure. UbemchuQ von Zinnchloriir durch Titration gegen
bestimmt.
Versuch 1. Beim Siedepunkt der atherischen Losung . . . . . . . . . . . . . .
,,
,, . . . . . . . . . . . . . .
Versuch 2.
Versuch 3. 6 Stunden lang auf 100" im zugeschmolzenen Rohr . . . . . . . . .
Versuch 4. 6
,,
,, ,, 100' ,,
,, . . . . . . . . .
Versuch 5. 6
,,
,, ,, 100' ,,
,, . . . . . . . . .
X. Reduktion der Btherischen Losung zu Stioknxyd durch Kochen mit Ferrosulfat und
Schwefelsaure.
Versnch 1.
XI. Bestimmung des Nitroglycerim als Ammoniak durch die Reduktiou seiner Verseifungsprodukte mit Zink, Eisen und Xatronlauge.
Versuch 1.
Versuch 2.
Versuch 3.
1) Diese Zahlen sind nach der allgemein angenommenen Gleichung fur die Verseifnng von Nitroglycerin ausgerechnet, wndurch ein Molekiil dieser Substanz 5 Yolekiile Alkali braucht.
z) I n ur&aeriger Losung geht die Verseifung vie1 laugsamer und uuvollstandiger, wdbend die Gegeuwart von Alkohol die Anwendung von Wassentoffsuperoxpd untersagt. Die vo? kurzcm publizieite
Methode fiir die Bestimmung yon Stickstoff in Nitrozellnlose (M.B u s c h , Bsrl. Berichte 39, 1401 L19361) ist darum nicht anwendbar.
HeftTi%i,
z:;Ezb$r
1906,] Silberrad, Phillips u. Merrimrtn: Bestimmung des Nitroglycerins.
0,4501 g des urspriinglich vorhandenen Nitroglycerins ergaben 140,5 ccm NO bei 762,2 mm
und 22,s' = 18,07y0 N.
Diese Prozentzahlen entsprcchen nur 98,58
bzw. 97,67y0 Nitroglycerin.
Es wurden daher Versuche durchgefiihrt, um
eine direkte Methode zur Bestimmung des Nitroglycerins in iitherischer Losung zu ermitteln. Die
Resultate, welche endlich zu einer brauehbaren Methode fuhrteii, sind in
den nebenstehmden Tabellen kurz angegeben.
Aus den hier angegebenen Resultaten erhellt, daB die Schwierigkeit,en der direkten
Bestimmung des Nitroglycerins in atherischer
Losung (z. B. bei der
Analyse des Cordits)
durch Reduktion des
Verseifungsproduktes
mittels Zink, Eisen und
Natronlauge iiberwunden werden Ironnen.
Unter diesen Bedingungen wird der Stickstoff
quantitativ in AmmoFig. 1.
niak umgewandelt. Der
verwendete Apparat 1)
ist in der Fig. 1 und 2 abgebildet.
Fig. 1
zeigt den Apparat fur die Extrahierung und Verseifung des Nitroglycerins und Fig. 2 denjenigen,
welcher zur Reduktion des Produkts zu Ammoniak
dient. Es ist zu bemerken, dab der Extraktionsund Verseifungsapparat durchaus mit Glasschliffen
und mit einem gut wirkenden Kiihler ausgestattet
sein mulJ. Diese VorsichtsmaBregeln sindnotwendig,
um Verluste an Nitroglycerin das mit den Atherdampfen ziemlich leicht fluchtig ist, zu vermeiden.
Die direkte Bestimmung des Nitroglycerins im
Cordit geschieht in der folgenden Weise:
1603
les Cordits vollzogen ist, wird die Extraktionshulse,
welche die zuriickgebliebene Nitrozellulose enthalt,
mit etwas frisch destilliertem Ather nachgewaschen
und aus dem Extraktionsapparate entfernt. Die
Absorptionskolbeu C, welche 10 ccm l/lp-n. SLure
mthalten, werden nun angesetzt und ein uberschub
von Natriumalkoholat2) (etwa 50 ccm einer Lowng, durch Losen von 5 g Natrium in 100 ccni
hbsolutem Alkohol bereitet) langsam durch das
Seitenrohr D hinzugegeben. Die Reaktion geht rasch
vor sich und wird durch Gstiindiges Erwarmen auf
lem Wasserbade vollendet; ihren Verlauf kann man
lurch zeitweises Nehmen von kleineren Probcn mi ttels des Hahnes E verfolgen, die au€ Nitroglycerin
mittels Diphenylamin und Schwefelsaure gepruft
werden.
Dcr Ather wird alsdann in den Theil A des
Soxhletapparates destilliert und durch den Hahn E
abgelassen. Der Ruckstand wird zunachst in
Wasser aufgenommen und auf 250 ccm verdiinnt,
wobei die wasserigen und atherischen Waschfliissigkeiten auch zur Losung zugesetzt werden. 50 ccm
der Losung werden in den Kolben F des Reduktionsapparates eingefiillt und hierzu ein Gemisch von
50 g Zink-Eisen (2 T. Zink und 1 T. Eisen) und
50 ccm 40%ige; NaOH hinzugefugt. Das Ammoniak
wird alsdann in einem langsamen Luftstrom abdestilliert und durch die im Absorptionskolben H
enthaltene Absorptionssaure (etwa 75 ccm
o-n.
Saure) absorbiert. Der UberschuD der Skure wird
dann durch Rucktitration bestimmt.
1 ccm l/lo-n. Saure entspricht 0,007 57 g Nitroglycerin. Die folgenden Analysenresultate, die den
als Nitroglycerin vorhandenen Stickstoff anzeigen,
erweisen die Genauigkeit der Methode. Stickstoffbestimmungen sowohl im ursprunglichen Explosivstoff als auch in der durch Extraktion mit Ather
getrennten Nitrozellulose wurden ferner nach der
Methode von D u m a s ausgefiihrt und der als
Nitroglycerin vorhandene Stickstoff, auf Grund
dieser Zahlcn ausgerechnet, zur Vergleichung angegeben.
:;1
Stickstoffbestimmung
nach Dumas
ner Stickstoff
~~~~~~~
Untersuchter Spreng-
stoff
Versuchs-Cordit I
1) Zu erhalten von Townson & Mercer, 34 Camomile Street, London E. C. oder von Muller
& Co., 6 Orange Street, London W. C.
15,53 13,22 31,83 11,32 11,35
1,
1,
11
11
3,
111 13,QO 12,85 '65,43 5,49
Fig. 2.
Eine abgewogene Menge des pulverisierten Cordits, genugend um etwa 2 g Nitroglycerin zu liefern,
wird in einer Extraktionshulse in den So x h 1 e t apparat A, welcher wie in der Figur aufgestellt
wird, eingefullt. 80 ccm absoluten Athers werden in
den Kolben gegossen und die Extraktion in gewohnlicher Weise ausgefuhrt. Nachdem die Extraktion
14,77 12,82 36,33 1 0 , l l 10,02
Sprenggelatine
I
5,47
17,21 11,81 8,26 16,34 16,OO
Der kleine Unterschied zwischen den bei der
Analyse der Sprenggelatinc erhaltenen Resultaten
ist dem Umstande zuzuschreiben, daB die D u 2 ) Dieses Reagens ist fiir derartige Zwecke von
Lunge & Weintrnub (diese Z. 12, 473 (18 9) vorgeschlagen worden.
207.
1604
Holde : Uber aktuelle Fragen der Fettchemie.
m B s sohe Methode zu hohe Werte gibt, und daI3 die
neue Methode auch in diesem Fall zu richtigen Ergebnissen fiihrt.
Research Laboratories, Royal Arsenal,
W 0 0 1 w i oh.
Uber aktuelle Fragen der Fettchemie.
Vortrag, gehalten im Mtirkischen Bezirksverein des
Vereins deutscher Chemiker am 21.16. 1906.
Von Prof. Dr. HOLDE,
(Eingeg. d. 28.16. 1906.)
M. H. ! Wie den meisten von Ihnen bekannt sein
diirfte, reicht die Technologie der Fette, d. h. ihre
Gewinnung aus pflanzlichen und tierischen Rohstoffen, zeitlich recht weit zuriick. Die Benutzung
von Olivenol zur Beleuchtung wird schon in der
Bibel erwahnt, und Griechen und Riimer kannten
bereits im I . Jahrhundert n. Chr. Bereitungen von
Rizinus-, NUB- und Mandelol. Nach H'e r o d o t
und H y p p o k r a t e s sollen die Skythen schon
500 v. Chr. Butter durch Schutteln der Pferdemilch
erhalten haben.
Auch andere organische Stoffe, deren chemische Zusammensetzung erst spat aufgeklairt ist,
konnen auf eine mehr oder weniger lange technologische Herstellung zuruckblicken. Ich erinnere an
den Krappfarbstoff oder Alizarin, den Indigo, den
Zucker, an viele Alkaloide und eine Reihe anderer
wichtiger Stoffe, deren Zusammeusetzung und kiinstliche Herstellung erst in der zweiten Halfte oder
gegen Ende des vorigen Jahrhunderts aufgekllirt
worden ist. Die Chemie der eben genannten Stoffe,
ferner diejenige der atherischen ole, uud endlich des
EiweiI3es und Kautschuks, deren Abbau mit dem
begonnenen Jahrhundert so erfolgreich in die Wege
geleitet worden ist, nehmen heute das Hauptinteresse
der chemischen Fachwelt in Anspruch.
Das Interesse an der allgemeinen Chemie der
Fette steht zurzeit an den groden chemischenarbeitsstatten Deutschlands und der benachbarten Lander
ziemlich zuriick, wahrend dieAnalyse derFette, hauptsachlich nach dem Aufschwung, den sie durch die
Arbeiten von v. H u b l , B e n e d i k t , K o t t s d o r f f e r u. a. in den 80er Jahren des vorigen
Jahrhunderts genommen hat, auch noch heutzutage
ziemlich eifrige Bearbeitung unter den Fachgenossen
der angewandten Chemie findet.
Es entsteht die Frage, wodurch ist die theoretisch chemische Forschung auf dem Gebiete der
Fette scheinbar in starkes Stagnieren geraten, wobei
natiirlich keineswegs die schonen, bis in die 70er
und 80er Jahre zuriickreichenden Arbeiten K r a f f t s
uber die Synthese der hoheren gesiittigten Fettsauren, von S a y t z e f f und H a z u r a iiber die
Oxydation der ungesattigten Fettsauren und andere
wichtige Arbeiten vergessen werden sollen.
Die Konstitution der Fette ist wesentlioh friiher
a19 diejenige der obigen zum Vergleich herangezogenen Stoffe, niimlich im Anfang des vorigen Jahrhunderts in ihren Hauptprinzipien durch C h e v r e u 1, den Nestor unter den Chemikern, in seinem
[
Zeitschrift fur
angewandte Chemie.
groI3en Lebenswerke: ,,R e c h e r c h e s C h i m i
i u e s sur les corps g r a s d ' o r i g i n e aniTI a 1e "I), und durch B e r t h e 1o t aufgeklart worlen. C h e v r e u 1 erkannte die Fette als einfache
Verbindungen von hochmolekularen Fettsauren, wie
Stearinsaure , Olsaure, Margarinsaure, Palmitiniaure usw. rnit Glycerin, nachdem iibrigens schon
2 e o f f r o y 1756 aus der Seife durch Mineralsaure
Fettsiiure. und S c h e e 1 e 1786 beini Kochen von
3liveno1 mit Bleiglitte das Glycerin entdeckt hatte.
Creilich hatten diese Forscher nicht etwa den erst
von C h e v r e u 1 aufgeklarten wichtigcn ProzeB
ler Seifenbildung klar erkannt.
Wir konnten die Arbeitswcise C b e v r e u 1 s ,
ler die Fette verseift und so SLure und Glycerin
abschied, mit dem modernen Ausdrnck ,.Abbau
ler Fette" bezeichnen, dem bald B e r t h e 1 o t
in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in seiner
C l h i m i e s y n t h 6 t i q u e o r g a n i q u e die
3ynthese vieler Fettester folgen lied. Die synthetische Methode B e r f h e 1o t s ist gleichfalls
:he sehr einfache, er schmilzt die aus den Eetten
zbgeschiedenen Fettsauren und Glycerin im olt~ad,
bei hohen Temperaturen, 180-220 O, zusammen,
und da die Reaktion umkehrbar ist, sind natiirlich
seine Ausbeuten geringe.
Vergleicben wir nun die Einwirkung der Laugcn
m f die verhaltnismll3ig leicht zuganglichen Molekiile
der Fettkomponenten rnit der Erforschung der
3ben erwahnten nicht fettartigen Korper, namlich deer naturlichen Farbstoffe, des Zuckers
und der Alkaloide, oder gar mit denjenigen
der jetzt bearbeiteten EiweiDstoffe und des Kautschuks, so ist es begreiflich, daB in der geschichtlichen Entwicklung der organischen Synthese die
Fette mit an erster Stelle. die EiweiDstoffe an allerletzter Stelle stehen. Gegeniiber den verhaltnismaBig einfachen Methoden des Abbaues und Aufbaues bei den C h e v r e u l s c h e n und B e r t h c l o t schen Arbeiten, erforderte die Aufklarung der obengenannten, zum Vergleich herangezogeuen nicht
fettartigen Korperklassen, fortschreitend immer
schwierigere chemische Einwirkungen auf die zu erforschenden Molekiile. Weil aber gerade aus diesen
Konstitutionserforschungen in iiberraschend schneller Aufeinanderfolge fast alle modenien cheinisch
organisohen Arbeitsmethoden, z. B. die Oxydationsund die Reduktionsmethoden, die Veresterung, die
Hydrolyse, die Sulfurierung, Nitrierung, Amidierung
usw. hervorgingen und die gesamte organische Technik der Farben, pharmazeutischer Stoffe usw. befruchteten, war es begreiflich, daB nach den grundlegenden Arbeiten C h e v r e u 1 s und B e r t h e 1 o t s iiber die Fette das Interesse der Fachwelt fur
die Fettchemie etwas erlahmte und sich fruchtbareren Gebieten zuwandte. Mcine Aufgabe sol1 es nun
heute sein, Ihnen zu zeigen, daD trotz der geschilderten, fur die Fettchemie allerdings ungiinstigen Sachlage das unwillkurlich sich iiberall betatigende Pr+zip der Fortbildung die Arbeiten
der Fettchemie, sowohl in theoretischer wie in
analytischer und technologischer Hinsicht in den
letzten Jahrzehnten dennoch merklich beeinfludt
hat.
1)
Paris 1813-1815;
Neuauflage 1889.
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