close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Die elektrometrische Maanalyse. Von Prof. Dr. Erich Mller. Zweite u. dritte Aufl. Dresden u. Leipzig 1923. Verlag von Steinkopff

код для вставкиСкачать
87. Jabrgrng 1924
1
Neue BUcher
- Personalnachrichten
Reiz und nicht zu unterschiitzender Bedeutung. M e 11m a n n ist
an sie offensichtlich mit groRer Begeisterung herangetreten und getragen von der Freude an der allgegenwilrtigen Auswirkung chemischen Geschehens. Urteilt man nur nach dem Unifange des Gebotenen, so muB man zufrieden sein; es gibt wirklich weniges aus
dem weitumgrenzten Gebiet, das keine Erwiihnung findet. Der
Stoff ist in acht Kapitel gegliedert: Einfuhrung in die Chemie; Heizung
und Heleuchtung; Garen, Fauleu und Veraesen; der LebensprozeI3
und die Ernahrung des Menschen; Zeug-, Papier-, Leder- und Leimfabrikation; die Erzeugnisse der organischen Grofiindustrie und die
Chemie der Sprengstoffe; die Chemie der Alkalien und Sauren,
Baumaterialien, Ponellan, Glas usw.; die Metalle; dazu ein recht
ausfuhrliches Sachregister. Mit der Beschrankung in der Entwicklung theoretischer Grundbegriffe kann man sich im allgemeinen, wenn auch nicht in allen Einzelheiten, wohl einverstanden
erklaren, aber schon diese ganze Anordnung des Stoffes stimmt
etwas bedcnklich, und die Bedenken werden bei eingehenderer
Durchsicht bekraftigt, wenn man versucht, sich die Wirkung des
Buches auf den Leserkreis vorzustellen, fur den es bestimmt
ist. Referent fiirchtet, als kilneste Formel dafiir das bekannte
Goethesche Zitat von dem Muhlrad, das im Kopf herumgeht, anwenden zu miissen; das kommt, weil die Fiille des Tatsiichlichen
den erwiihnten Rahmen reichlich ungeordnet ausfullt, und weil
Verfasser sich vielfach begnugt, die Tatsachen aufzusriihlen, statt das
Wesentliche der Vorgange kurz und klar herauszuschalen und sein
Augenmerk darauf zu richten, daB der Kern des Fortschriltes in
Erkenntnis oder wirtschaftlichem Effekt in die Augen springt. Ein
Beispiel: Aus der Art, wie die Kunslseide den iibrigen Fasern angeschlossen wird, durfte schaerlich ein Leser den Kern des technischen Problems und die Beziehung zur natiirlichen Seide erfassen
konnen; Phnliches gilt fiir die Vulkanisierung des Rautschuks und
vieles andere. Es wird so gern vergessen, daR das p o p d i r e Buch
wie der populare Vortrag nicht geringere, sondern die allerhiichste
Anforderung an Klarheit, Einfachheit und Pragnanz der Darstellung
und an die padagogische Erfahrung stellt und resflos nur gelingen
kann, wenn dieses BewuDtsein dem Verfasser stets vor Augen steht;
gelegentliche Popularisierung der Form durch direkte Anrede des
Lesers ist nur eine Aufierlichkeit. Zu den Pflichten des popularen
Buches gehort aber auch besondere Ehrfurcht vor absoluter Riehtigkeit der mitgeteilten Einzeltatsachen. Auch gegen diesen Grundsatz finden sich mancherlei VerstoBe; sie beeintrachtigen nicht den
Wert des Buches im allgemeinen, sind aber Schonheitsfehler, die
sorgfaltig entfernt werden sollten. Das M e 11 m a n n sche Buch ist
vortrefflich in der Absicht und erfiillt ein wirkliches Hediirfnis; es
vcrdiente daher, daB sein Verfasser bei einer zukiinftigen Neuauflage nicht nur sachliche Erganzungen, sondern auch eine sorgfaltige
Durchsicht unter den angedeuteten Gesichtspunkten vornimmt. Das
ware um so mehr zu begriiRen, weil das Ruch sehr vieles enthalt,
was es auch als Grundlage fiir den Schulunterriclit geeignet erscheinen 1aBt; es paBt sich vielen Forderungen an, die vor allem
A. S t o c k in vorliegender Zeitschrift oft fiir diese Zwecke betont hat.
Straus. [BB. 90.1
Die ertragssteigernde Wirkung der Kiesels3ure bei unzureichender
Phos~hors3ured(loaunrr. Von Prof. Dr. 0. L e m m e r rn a n n und Dr.
H. W i e B m a n n . Verlag Chemie G. m. b. H., Leipzig-Berlin.
G:M. 0.60
Die Phosphorsaure ist der einzige Pflanzennahrstoff, hinsichtlich
dessen Beschaffung wir noch vom Anslande abhlngig sind. Bei den
dnrrh die Markentwertung bedinpten hohen Preism fiir ausllndische
PhosphorsRure besteht aher die Gefahr, daB bei einer andauernd zu
eringen Phosphor4uredUngung die Ertragsfiihigkeit der deutscben
Bdrn Schaden leidet. Verfasser hahen nun durch eine gr6Bere Anzahl von Vegetationsversuchen festzustellen versucht, ob die Wirkung
der Phosphorsrure im pllanzlichen Organismus durch ondere Elemente,
die miin nicht zu den direkten Pflanzennlhrstoffen zu ziihlen pflegt,
zu beeinflussen oder mit anderen Worten. ob die Phosphorsaure i n der
Diingung teilweise zu ersetzen ist. Die Verfasser sind hierhei zunschst
auf das in Form verschiedener Silikate in der Natur weitverbreitete
Silicium gekommen. Das Silicium ist bislang in der Agrikulturchemie
wie Pflanzenpbysiolopie wohl als ein nutzliches, aber nicht unentbehrliches Element betrachtet worden. Die sehr geschickt angrlegten und
durcbgeftihrten Versuche der Verfawer haben nun zu recht Uberraschenden Resultaten gefiihrt, die vielleicht, wenn sie durch weltere
praktische Diingungsversuche sich in gleichem AusmaDe benlltigen,
unserc ganze Phosphorduredtlnguogauf eine neueGrundlage stellen k6nnen. Nach den vorliegenden Vegetat ionsversuchen waren bei sehrgeringen
Phosphorsluregaben durch eine Beigabe von Silicium h6here Ernten
zu erzirlen, so daB d m Silicium hier bis zu einem gewissen Grade
phospborsaureersparend wirkte, und zwar srheint in diecer Hinsicht
am besten kolloidale Kieselslure abzuschneiden. Diese giinsfige Wirbung ist nicht etwa in einer Heeinflussung des Bodens, sondern in
einer direkten Wirkung auf die Pflanze zu erblicken. Infolgedessen
dUrfte auch in Zukunft bei der Heurteilung von BBden auf ihr Phosohorslurebedllrfnis hin dem Kieselsluregehalt derselben eina erhBhte
Aufrnerksarnkeit zuzuwenden sein. Diese in Vegetationsversuchen
enielten Ergebnisse bedtirfen zwecks ihrer Auswertung fiir die landkrirtschaftliche Praxis freilich noch der Bestiitigung durch zahlreiche
Feldversuche. Wird auch hier in gleichem Umfange eine phosphor-
'%
.
.
199
._
_..
duresparende Wirkung des Siliciums festgestellt, so ist hiermit die
M6glichkeit geschaffen. mit erheblich weniger PhosphoEi%ureals bisher
auszukommen. Die Hauptsache wird freilich sein, daD kolloidale
Kieselslure zu solchen Preisen in geniigender Menge heschaflt werden
kann, daf3 ihre Anwendung in der landwirtschaftlichen Praxis auch
noch wirtschaftlich ist.
Honcamp. [BB. 268.1
Die elektrometrische DlaSanalyse. Von Prof. Dr. E r i c h M u 1 1e r.
Zweite u. dritte Aufl. Dresden u. Leipzig 1923. Verlag von Steinkopff.
Geh. G.-M. 4,50
Die Einfiihrung einer neuen Methodik ist vielleicht auf Beinem
chemischen Gebiet schwieriger als in der durch sehr konservativen
Charakter ausgezeichneten analytischen Chemie; und zwar besonders
dann, wenn die Neuerung zu ihrem Verstandnis und zu ihrer
praktischcn Ausfiihrung Kenntnisse verlangt, die dem Analytiker
als solchem nicht recht gelaufig sind. Bei der elektrometrischen
MaDanalyse trifft dies zweifellos zu, denn sie beruht im wesentlichen auf der hlessuag von Einzelpotentialen, also einer Aufgabe,
welche im allgemeinen der physikalischen Chemie zugerechnet wird.
Es ist darurn von groDem Vorteil, da8 das vorliegende Buch es unternimmt, den 1,eser yon Grund auf theoretisch in die Materie einzufiihren und gleichzeitig auch die Apparatur so genau zu beschreiben,
daB nur sehr gcringe Vorkenntnisse auf physiltaliseh-chemisehem Gebiet erfordcrlich sein dilrften. Wer die N e r n s t sche Formel fur
die Potentialdifferenz und das Massenwirkungsgesetz kennt, wird
durch den theoretischen Teil, welcher iiber ein Drittel des Buches
um fafit, zum vollen Verstsndnis der der elektrometrischen MaDannlyse
zugrunde Liegenden Formeln gefuhrt werden; und im zweiten Teil,
den ,,Methoden der praktischen Ausfiihrung", wird er - wie teilweise auch schon in deri einleitenden Kapitelu - eine durch sehr
klare Zeichnungen unterstiitzte Beschreibung der Apparatur finden,
welche ihm ein erfolgreiches Arbeiten ermtiglichen wird, auch wenn
er die bekannte Praktikumsaufgabe der Potentialmessung friiher
nicht geiibt haben sollte. Es ist darum zu hoffen, daD die elektrometrische MaDanalyse, die ihre Brauehbarkeil bereits in vielen
Analysen bewiesen hat und an Raschheit der Ausftihrung Mufig den
andern Methoden iiberlepen ist, durch das vorliegende Buch auch in
Kreise eingefuhrt wird, die bisher von ihrer Verwendung abgesehen
haben. Eine Obersicht iiber jene Reaktionen, bei denen sie schon mit
Erfolg verwendet worden ist, enthalt der dritte Teil des Buches.
Der Druck ist weitgehend frei von Fehlern, was in Anbetracht
des recht miihsamen Satzes der Formeln besonders erwahnenswert
ist. (S. 20 in der 5. Zeile muB
durch cGb ersetzt werden, S. 64,
Z. 13 Fig. 15 durch Fig. 17, S. 149, Z. 10 v. u. CB durch CD.) Hinweise auf die Originalarbeiten sind im dritten Abschnitt in Form von
FuBnoten vorhanden, so daB das Buch in jeder Hinsicht a19 Fuhrer
auf diesem neuen und erfolgversprechendem Arbeitsgebiet dienen
kann.
Paneth. [BB. 163.1
<,,
I
Personal- und Hochschulnachrichten.
I
~
Geh. Reg.-Rat Dr. G. S c h u 1 t z , Prof. der chemischen Technologie an der Technischen Hochschule Munchen, feierte vor kurzem
sein 50 jahriges Doktorjubilaum.
M. H e y d e n r e i c h , Leiter der Schwefelsaure-Gelbkalifabrik
der Chemischen Fabriken Kunheim &. Co., A.-G., Berlin-Niederschheweide, feierte am 1. 4. 1924 sein 25 jahriges Dienstjubilhm.
Dr. E. F u e s , Assistent am Physikalischen Institut der Technischcn Hochschule Stuttgart hat sich als Privatdozent fur theoretische
Physik bei der Abteilung fiir allgemeine Wissenschaften der dortigen
Technischen Hochschule habilitiert.
Apotheker Dr. P. S c h i i r k o f f hat sich auf Grund seiner
18jahrigen Tatigkeit in der chemisch-pharmazeutischen GroBindustrie
an der Universitiit Berlin habilitiert.
B e r u f e n w u r d e n : Prof. Ur. med. 0. M e y e r h o f , Kiel,
an die physiologische Forschungsanstalt der Kaiser-Wilhelrn-Gesellschaft, Berlin; Prof. Dr. M. G i l d e m e i s t e r , Berlin, als Nachfolger des verstorbenen Prof. v. G a r t e n auf den Lehrstuhl fur
Physiologie a n der Universitat Leipzig.
E r n a n n t w u r d e n: J. 13 a u m a n n , Privatdozent fiir technische Chemie an der Universitat Innsbruck zurn a. 0. Prof.; Privatdozent Dr.-Ing. R. B a u m a n n , a. 0. Prof. und Oberingenieur an der
Materialpriifungsanstalt der Technischen Hochschule Stuttgart, zurn
0. Prof. fur Maschinenbau und Vorstand der Materialpriifungsanstalt
ebenda; Prof. Dr. L. B i r c k e n b a c h , Ordinarius fiir Chemie, zum
Rektor der Bergakademie ClausthaI; H e n o g M. d e B r e g 1 i e , der
erfolgreich auf dem Gebiete der Physik tatig ist, zum Mitglied der
Acadbmie des Sciences in the Section of Free Academicians; Prof.
Dr. Ci r o n o v e r , Direktor des Chemischen Untersuchungsamtes der
Stadt Altona, zum Direktor der Lebensmittelpriifungsstation Karlsruhe; Prof. Dr. 0. I1 a h n , Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Instituts
fiir Chemie, der kiinlich auch durch Verleihung des Ostwald-Preises
der Zeitschrift fir physikalische Chemie (fir seine Arbeiten iiber
Uran Z) ausgezeiehnet worden ist, zurn korrespondierenden Mitgliede der Akademie der Wissenschaften Gottingen; Dr. J. K e n n e r ,
Senior Lecturer fur Chemie a n der Universitat Sheffield, zum Prof.
fur organische Chemie an der Universitat Sydney; Prof. W. L e e
L e w i s , Direktor der Chemischen Abteilung der Northwestern Uni-
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
1
Размер файла
224 Кб
Теги
dresden, elektrometrische, prof, die, zweiter, eric, 1923, dritter, steinkopff, aufl, maanalyse, leipzig, verlag, mller, von
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа