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Die elektroskopischen Eigenschaften der geschlossenen galvanischen Kette.

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1849.
ANNALEN
T o . 9.
DER PHYSIK UND CHEMIE.
BAND LXXVIII.
I. Die elektroskopischcn Eigenschafien der geschlossenen galvaniscfien Kctte; von A. K Oh Ir a u s c h.
B e r e i t s vor 22 Jahrcn inachte O h i n 1 ) seinen Versuch
bekaunt, den elektrischen Stroln a m den schon liinger erforschteii Eigenschaftcn der Spannungselektricitlt zu erkliireu. Atis den dauials noch wenig bekaunteu Stromeseigenschaften und aus einigen utivollkominenen elektroskopischen Messuugen an1 Schliefsuugsdralite selir vielgliedriger,
noch dazu iiiconstnuter, Stiulen erschlob cr unter Hiuzuziehung einiger Hypothesen den elektroskopischen Ziistand
der einfachen Kette iu allen ihreu Tbeilen und grliudete
aiif diesen Ziistaud seiu Stromgesetz. Letzteres ist, weil
es sich als Thatsache heraustellte, voii deli Phgsikeru aller Natiouen angenoinmen worden, die Theorie aber, auf
welche es basirt ist, hat, wahrscheiulich weil unserc unvollkotnlnencn Mersinstrumentc eiiie directe Prufuag der Bebauptungen uicht zuliebeu, im Ganzeu weuigcr Beachtung
gefuudeu und wird von niauchen Gelehrteu als eiu Apercu
zur Erlluterung des Zusainmeuhangs der Stroinerscheinungen mit den Spannuo~serscheinuogenbetrachtet , wahreud
andere einen solchen Zusainmenliaiig zwischen den elcktroskopischen Eigensciiaften der geachlosseneu Kette und dem
Strome gar nicht anzuuelimen geneigt siud.
W e n n nuu iu ueuerer Zeit die Mathematik in den verdienstvollen Arbeiten des Hrn. K i r c b ho If aiif jener Theorie fnkend tbeils neue Gesetze a m Licht ruff, theils solche,
welche auf dem W e g e des Experimentes gefuuden waren,
mit ihr in Einklaug bringt, so gewinut die Ohin'sche Grund1) Die gdrroischc Kctte, mrtlremrtiscb bearbeitct von Dr. G. S. Ohm.
Berlin 1827 bci R i e m a n.
Poggendorll's Aooal. Bd. LXXVIII.
1
2
ansicht ein neues lnteresse und es durfte wohl nicht nuangemessen seyu, die elektroskopischen Eigenschaften der geschlossenen einfachcn Kette mit Hiilfe zureichender MeLinstrumente einer genaueren Prtifung zu uuteniehen.
Dieses ist der Zweck der gegenwartigen Arbeit, welche,
wie mir scheint, einen directen Beweis der Richtigkeit von
Ohm’s Ausicht ilber den elektrischen Zustaud der Kette
liefert, weswegen es denn auch iiicht thunlich erscheiiien
kounte, die Versuche ganz uuabhangig von dieser Ansicht
iu behandeln.
Ein Elektrometer zu construireu, durch- welches unmittelbar die lurserst geringen elektrischen Spannungen in den
verschiedenen Punkten der einfacheu geschlosaenen Kette
mit numerischer Genauigkeit geprtift wcrden kdnnten, scheint
mir vorlaufig noch aufser dem Beweise der Mbglichkeit zu
liegen. Mau kaun sich indesseu, wie ich an andereii Orten schon gezeigt babe, des Condensators in Verbindung
mit dein D e l l m a n n ’ s c h e n Elektrometer ‘ ) als eines ausreichenden Mittels bedienen, die fraglicheu Mcssungen mit
Genauigkeit auszufiihren. lm Allgcmeinen wird dabei folgendermaken verfahren.
Die uutere der beiden ails dcmselben Metalle bestehenden Condensatorplatten bleibt durch eiuen, draufscn in
der Erde vergrabenen gleichartigen Draht vollkomlnen abgeleitet. Eine Abzweigung dieses Drabtcs fiihrt zu irgeud
einem Puiikte a der geschlosseuen isolirteii ) Kette. W i r d
nun mit der oberen Condensatorplatte eine audere Stelle
b der Kette in metallische Verbindung gebracht, so ladet
sich der Condeusator mit Elektricit3t je uach der Spaenung
-der Stelle 6 und d e i condensirenden Kraft des Condensators. Prtift mau verschiedeue solcher Puukte 6, so mird
die Starke der Laduugeii dcs Condensators proportional
1) Dime Ann. Bd. i 5 , S. 88.
2) Als isolirt kann man bchufs diuer Versuche der Errahrung nach, die
Kette schon dann betrachen, wenn trockoes H o l z ihre Verbindung rnit
der Erde verrniltelt.
3
seyu der elektroskopisclieii Spanuung an den gepriifteii
Punkteu. Mau kanii auch die untere Condensatorplatte,
ohae sie abzuleitcn init dem Puukte a , die obere mit b
verbinden. Die Erfahrung zeigt aber, dafs dadurch, weiiigsteiis so genau es das Elektroineter anzugebeu verinag,
classelbe Resultat gewonnen wird, eiii Beweis, dafs die
Veranderung, welche die elektrische Spannuug des Punktcs a durch die Ableitung erfahren h a t , der Griifse nach
geracle ebenso an allen librigen Piiukten der ganzeu Kette
erfolgt ist, - cine Iiiiigst bekannte Eigenschaft aller galvanischeu Ketten. Es ist deswegen bei den folgenden Versucheii iininer die erste der Beobachtungsarteii zu denken,
also der n i t der Erde verbuiidene Punkt u aller elektrischeii Spaniiung beraubt.
Will inan ails irgeud welcheii Grliuden die Condeiisatorplatten niclit von deinselbeii Metalle nelimen oder iiberliaupt den Versuch anders einrichten, so werden zur Beurtheilung der Resultate der Messungen besondere Betrachtungen erforderlich seyn.
Erster Versuch.
Ein sehr feiuer langer Draht bildete in Form eines Zickzacks den Schliefsungsbogen eiiier einfaclien Kette. Zu
diesein Ende war er mit Hulfe von Stecknadelii I ) auf eilieu leichten Holzrahinen so gespaunt , dafs alle Windungeii gleiclie LPnge hatten.
a. Wird ein Punkt dieses Drahtes abgeleitet und eiu
anderer Punkt, welcher dem positiven Stroine entgegen
lag, mit dein Condensator verbunden wid so gepriift, so
zeigte dieser positive Elektricitat ; lag aber dcr geprufte
Punkt auf der anderen Seite des abgeleiteten, so entstaiid
eine negative Ladung.
1 ) Ich habe fruher den feinen Draht mf dem Holtrahmen durch Schelllack so befesrigt, dafs die unteren Winkel frei vorrtandm.
Es
bildet
sicb abrr bci diesern hufschmelzen Elekmicitit, welche wegcn des Ortcs , w o sie ihren Silr hat, aicht entrvcichcn kann uod nun nach sehr
langer Zeit noch die Messungen ein Weniges iritirt.
1"
4
b. Lag dieselbe Drahtlllnge zwischen dem abgeleiteteii
uud dem geprtifteu Punkte, so zeigte das Elektrometer gen a u dieselbe Spannuug a n , w o auch im Schliefsungsbogen
die Prufung vorgenommen wurde.
c. Blieb irgend eiu Punkt b e s t h d i g abgeleitet und wurden iiun successiv iinmer weiter von ihm abliegcnde Punkte
gepriift, so steigerte sich die Elektricitat und zwar genau
proportional den zwischeuliegenden DrahtlSngen. Nehinen
wir irgend eiue Laugeneiubeit an, mit nvelcher wir die Drahtkingen inessen, so wiichst also bei jeder Langeneiiiheit die
Elektricitat uiii gleich viel, und weun wif dieses auf die
Liingeneinheit erfolgende Wachsthum das Geralle d e r Elektricitiit nenneii, so wurde also aus diesel] Versucheu hervorgehen, d& iu einem homogeneii Theile des Schliefsungsbogeus von unveraiidertein Querschnitte das Gefalle [iberall
dasselbe ist.
Ich fiihre bier, wie in deu folgeuden vier Versucheo,
die Zahleuaugaben aus dein Grunde uicht specie11 an, weil
diefs in einem sechsten complicirteren Versuche gescheheii
soll, welcher alle diese fruheren in sich einschliefst, doch
kann icb hier betnerkeu, dafs bei diesen einfacheren Versuchen die Uebereiitstiinmuiig grbfser war, als in dein weiterhin ausfuhrlich mitzutheilenden. Ich habe diese Art Untersuchuiigen bfters und an verschiedeuen Ketteu angestellt
und eiue Schwierigkeit , genaue Zahlearesultate zu erhalten, uienials gefuuden, sobald nur .jede Stihung durch freinde
in der NSbe der Instruinelite befiudliche Elektricitat geh6rig verinieden war. Ain meisten komtnt dabei aiif deli
Coudensator a n , weshalb ich in einem spateren Aufsatze
auf einige Vorsictitsinnrsregeln bei seineui Gebrauche aufmerksam machen werde.
Zweiter Versuch.
Gleiche Langen von verschieden dickem (ilbrigeus iminer uoch sehr feinein) Silberdralite wurden gewogen, woraus das Verbaltnifs ihrer Querschnitte sich ergab. Nachdeiu sic in der Weiugeistflamine tnit dem eiiieu E u d e zu-
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samlnengeschinolzen waren, wurde eiii Zickzack aus ihnen
gebildet, welches zur Halfte aus deiu dickeren, zur Halfte
nus dem feiueren Drahtc bestand und mit diesem Schliefsl1ugsbogcn die Kette geschlosseu.
a. In eiueiii ciiizclneu der beiden Theile dieses Bogens herrschte tiberall dasselbe Gcfalle.
b. W u r d e das eiue Ende des feinen Drahtes nbgeleitet und das andere Ende desselben gepruft, wobei das
Elektroineter Elcktricitat von der Stzrke E zeigte, und
wirde n u n niit der andcren dickeren Halfte des Zickzacks,
ebenso verfahreo, so zeigte sich hier eine Elektricitat e,
welche sich zu E verliielt, wie der Querschnitt des diiuneren Drahtes zu dein des dickeren. Mit aiideren Worteii:
Es verbielten sich die Gefalle umgekehrt wie die Quersch ui t t e.
c. Blieb eiii Puiikt im dicken Drahte abgeleitet, und
es wurde nun allmalig die Priifuiig uach dem duiineren
Drahte hiii fortgesetzt, so zeigte sich bei der Aiikuiift in
diesein keinesweges ein Sprung i n dcr clektrischen Spannung, sondern nur eiii rascheres Wachsen von da an. Der
letzte Querschnitt des dicken und der erste dcs duunen
Drahtes haben also keiue eben verschiedene Spannung der
Elektricitat.
D r i t t e r Versuch.
Die jetzt folgendc Untersuchung hltte eigeutlich eiiien
Scliliefsungsbogen betreffeli miissen, welcher aus zwei verschiedenen Metallen voii gleichein Querschnitte gebildet gewesen ware. Solche Drahte staiiden mir jcdoch nicht zu
Gebote und deshalb lbtliete ich eiiien diiiinen Kupferdraht
a n einen dickeren Neusilberdraht, bildete aus ihnen das
Zickzack uud schlofs lnit deiuselbeii die Kette. Vorher war
der Widerstand jedes cinzeliien der Drahte durch Hulfe
eines Galvanometers und Rheochords bcstimmt worden.
Die obigen Erfahrungen iiber das allmalige Wacliseii
der Elektricitgt von dem einen Eiidpunkte dieses Schliefsungsbogens bis zum auderen wiederholte sich uiid zwar
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in der Art, dafs das gesaminte Wachsthum der Elektricit8t im Kupferdrahte zu dem gesaminten Wachsthum derselben im Neusilberdrahte dasselbe Verheltnifs besafs, in
welchem die gesamrnteu Widerstaude dieser Drahte zu einander standen.
Man ist also wohl berechtigt zu behaiiptcn, dafs
a) bei Drshten vou verschiedenem Metalle aber gleichem Querschnitte die Gefalle direct wie die specifisclien
Widerstande der Metalle;
b) bei Drlliteii voii verschiedenem Metalle iind ungleiche Querschnitte die Gefalle direct wie die specifisclien
Widerstande dieser Metalle und iimgekehrt wie ihre Qiierschnitte sich verhalten werden.
Wegen des Gesetzes der Spannungsreibe kann es niclit
befremdeii, wenn der Coudensator keiue Spur voii der
elektrischen Differenz angiebt , welche an der Beruhruugsstelle zwischen Kupfer uud Neusilber stattfinden mufs.
V i e r t e r Versuch.
Es ward jetzt zur Priifung der clektroskopischen Spanuung in der Fliissigkeit geschritten. Zu dem Ende war in
einem mit Wachs wasserdicht gemacliten Holzkasten eiiie
Daniell'sche Kette vou prismatischer Gestalt der FlUssigkeit
construirt. A m einen Ende des Kastens stand, dieseii ausfiilleud, eine Kupfertafel in Kupfervitriollasuiig, ihr parallel gegenliber die Ziuktafel in eiuem Thonbecher und Ziukvitriol. Der obere Rand des Kastens trug eiue Llngentheilung. An Brettchen, welche unten zuin festeren Aufsetzen auf den Rand des Kastens mit schwanen Stalilspitzen
(Nahnadelspitzen) versehen waren, wurdeii Kupferdrahte
befestigt, welche in die Lilsung des Kupfervitriols tauchten und also iu bestimmte beliebige Entfernungen von einauder gebracht werden konnten. Nachdem die Kette geschlossen war, ward der eine der eintauchenden Drahte
durch Hlilfe eiuer oben aiigebrachten Klemmschraube abgeleitet, der andere niit dem Condeusator verbunden.
Auch in der Lbsung des Kupfervitriols zeigt sich die-
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selbe regelmtilige Zuiiahme der Elektricitat niit der Entfernulig der Prtifungsdriihte von einander. Positiv erschien
dieselbe, wenn der mit dem Condensator verbundene Punkt
der Flussigkeit dein positiveu Stroinc entgegen lag, negativ
im umgekehrteli Falle.
Bilnfter V e r s u c h .
Nach 0h m’s Ansicht inufs in deinselben Querschiiitte
iiberall dieselbe elektrische Spannung herrsclieo. In einein
festeii Karper, z. B. einein Drahte, ist eine Yrtifung dieser
Behauptung nicht anzustellen, wohl aber crscheint diefs
mtjglicb io einem Querscbnitte der Flussigk,eit.
Zu deui Ende wurden, wie die Figur 3. Tafel I.
zeigt, die im vorigen Versiicbe genannten, in die Flussigkeit eintauchenden Kupferdrahte durch Schellack in Metallbiilseii eingekittet und das unten liervorragende Ende
ebenfalls mit diesem Lack uberzogen. Die Hulsen liefsen
sich i n zwei an eiiiein Brettchen befindlichen Korkstiicken
init sanfter Reibung herauf- uud herabschieben, bewahrten
aber dabei genau die senkrechte Lage. Eiii sanfter Strich
init einer sehr feinen Feile eiitblarste die aufserste Spitze
dieses Probedrahtes von ihrein isolireiiden Ueberzuge. Da
das horizontale Breltchen die doppelte Breite des Kastens
hatte, sich also seitlich verschieben liefs, konnte durch
diese Vonichtung jeder Punkt desselben Querschnittes der
Flussigkeit mit dem Condensator i n Verbindung gesetzt
oder auch abgeleitet werden.
Sctzte ich nun zwei solcher Priifungsdrahte in eine gewisse Eutfernung von einander, leitete den eincn ab und
priifte den anderen a; Condensator, so bekam ich immer,
ich tnochte einen oder beide Drabte seitlich vorrucken, heben oder senkeii, genau dieselbe elektrische Wirkung, sobald ich iiur init ihncn in deiiselben Quersclinitten geblieben war.
UaCs gegeu die Beweiskraft dieses Versuches Einwenduugen geinacht werdeii ki)nuten, stelle ich iiicht in Abrede uod beinerke nur, d a k es gleichgultig war, wie dick
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der eingetaucbte Theil des Priifungsdrahtes wit Schelllack
fibenogen wurde.
Secheter Verauch.
1.
Die vorigen Versuche bestatigen in allen Stiicken die
Ohm’sche Ansicht von der elektroskopischen Beschaffenheit der geschlossencn Kette. O h m giebt aber mehr; seiue
Theorie lehrt die elektroskopische Kraft jeder eiuzeluen
Stelle aus der Gesammtspaunuug der offeneu Kette und der
Kenntnifs der reducirten Langen aller eiuzeluen Theile genau vorher zu bestimmen. Es 8011 jetzt ein Versuch vorgelegt werden, welcher, die friiheren iu sich fassend, als Priifung der gesammten Tbeorie angesehen werdeu kann, auf
welche also ein Blick zu werfcu, so weit es die Berechnuug der Messungen mit sich bringt, unerlafslich seyn wird.
.Die Anordnung des Versuches wird leiclit aus Fig. 5.
Taf. I. zu entnehmen seyn. Ein hblzeruer mit Wachs innen
iibenogeuer und mit 3 Stellschraubeu verseheuer Kasteu
enthtilt die Daniell’sche Kette. Die Zinktafel b steht
in dem Thoubecher mit Zinkvitriol. W e i l diese Tafel die
Breite und Tiefe des parallelepipedischeii Kastens ausftillen soll, ist letzterer zur Aufnahine des Thonbecbers dutch
Wegnahme des Holzes, so weit es nbthig, vertieft uud
seitlich erwcitert. Die Ziuktafel, welche aus unreinem Zink
bestand, wie es im Handel in dicken Blechen vorkommt,
und die Kupfertafel a sind durch Eiulassen und Htilfe gleichnamiger Metallstifte an Holzstficke so befestigt, dafs sie
perpeudikular in dem Kasten herabhangen, wenn diese
Hdzer, welche mit Naliundelspitzen uuten verseheii sind,
auf den Kasteu aufgedriickt werden. An jede Metallplatte
ist eiu dicker Kupferdraht gelllthet, welcher oben eiu Quecksilberuapfcheu tragt ’ ). Geschlossen wird die Kette durch
1 ) M a n schiebt zu dcm Knde auf den vorller arnalgarnirten Dralit einen
kurzen Kork, urn welclien zur Aufnalrrne drs Quecksilberr Papier gewickelt und durcli Binden befwtigt ist. Stat1 der Papierr darf man in
dierem Falle ksin Glasrohrchen nelimen.
9
eiueu langeii im Zickzack geformten feinen Draht, welcher
durch Hiilfe von Stecknadelu auf eioen leichteu HolzrahInen gesyannt ist. Die Enden dieses Drahtes siud an zwei
dicke Kupferdriihte gelfiithet , welche in dein Holzrahmeu
steckeii untl i n die Quccksilbern~pfclien c und d eintauchen I ). Sol1 nun die Kette geiiffiiet werden, so iieigt
inan den Raliineii vorn iiber. In der Figur beinerkt man,
wie diese Bewegong bcwerkstelligt ist ; eiiie Spiralfeder
zieht den Rahincii zuruck, ein Stift bei e aber verhindert
seiu weitcrcs Zuruclrweichcii, so d a k er zuni Schlusse d e r
Kette aufreclit steht. W i l d er nu11 vorn heriibcr gebogen,
so werden die Drllite ails den Ndpfchen c und d herausgehoben.
V o r deiu Kasten steht in geriiiger Entfcrnung der Condensator und zwischcn beideii in passender Hiihe ein drittes Qnecksilbern:ipfchen, welches in der Figur nicht augegebcn ist und welches ich, weil seiuer iioch zuweilen 'Erwahnung geschieht, q iicnne. Will man nun irgend einen
P u n k t der Ketle untersuchen, so briiigt man ihn in inetallische Verbindung uiit diesein Napfchen, wiihrend man durcli
eineii Draht init isolirender Handhabe * ) die obere Coiidensatorplntte ebeiifalls mit demsclbeu iii Verbindung setzt.
Das uber der Zinktafel befindliclie Quecksilbcrnapfchen
d sollte nuii mit der E r d e durch eiiieii Kupferdraht in leiteuder Verbinduiig blcibeu, wlihreud successiv der zweite,
1)
> I a n steckt die vorn verrinnten und hinten amalgamirten KuprerdrShte
durch die Holxleiste mit ziemlicli fester Reibung durcli, liiiliet an den
cinen den auf einrr Rolle befindliclien reinen Draht, bildct bei miLiger Anspannun: das Zickzack, wickclt iliri einiga RIal urn das verzinnte
Ende cles anderen Ihprecrdrahtes und Iotliet ilin Iiier ebenfalls Test.
'2) An die Mitte cines ail bridcn Enden rerlitwinklicli herabgebogenen
Dralites sclirriilzt man einen kirrzcn Lackcylinder und au dicsen ziir
Handliabe einen Knrk. Man mub sicli Iiiilcn, d d s das Lack bcirn zur
Seite Legen der Drahtes niemals beriilirt wir?, weil man sonst Elektricitit erreugt, welclre den Versucli gehlirdet. Eine Zange YOU trocknem
flolze wurde zum IIalten des Dralites auch geniigen, ihn nber beim Laden des Condensttors ruit der Hand mzrifassen i s t untliunlich, weil dadiircli ein OCUCS elektriscliei Element in den Versucli gcbraclit wurde.
10
vierte und sechste untere Winkel des Zickzacks ‘ ), danu
das Quecksilbernapfchen c uud endlich an mehreren Stellen die L6sung des Kupfervitriols im Kasteu durch HUlfe
des Condensators zu prlifen waren.
2.
Es fragt sich nun, wie man sicli nach der Ohm’schen
Theorie die Vertheilung der Elektricitat in dieser Fette zu
denken habe.
A. W u r d e man iiiit Hrn. B u f f * ) die Aouabme macheu, dafs bei der geschlossenen Daniell’schen Kette als
eiuzige Triebkraft die elektrische Differeuz zwischen Kupfer uiid Zink thatig sey; wiirde inan feruer voraussetzeo,
dafs eine elektrische Eiowirkung weder in der Beriihrung
der Metalle mit den Fliissigkeiten, noch in der Ueriihrung
dieser wnter einander 211 siichen sey ”); wurde man endlich den feineu Zickzackdraht als aus Kupfer bestehend sich
denken uud von der Auwesenheit des Quecksilbers in dem
Niipfchen abstrahiren : so ware hier die einzige Erreguugsstelle der Kette an dem Punkte, wo der Kupferdraht au
die Zinktafel b gelbtliet ist. Der positive Strom lauft also
durch die Flussigkeit nach der Kupfertafel a und von dieser durch das Zickzack nacli der Tafel b zuriick. W a h rend im Punkte d, durch die Ableitung nach der Erde hin,
die elektroskopische Spaunung Null ist, wird jetzt die gauze
Kette freie positive Elektricitat zeigen miissen, ausgenommen den dicken an die Zinktafel geliitheten Kupferdraht,
welcher negativ seyn wird, aber, weil er wegen seines gauz
unbedeuteuden Widerstaodes auch nur eiu ganz uubedentendes elektrisches Gefdle h a t , uur eiii Miuimum von
1) Es geniigr rchon, cur Verbindung mit
Rahmenr
LU
q fiirn unteren Theil d u
dem Quecksilberniipfchen
nen passend gebogcnen Draht an die Slecknadeln
hingen.
2) Diese Ann. Bd. 73, S. 510.
3) Diefs
is1 durch die crrte Annahme noch nicht rusgochlossen, denn die
fraglichen Einwirkungen kcinnten rich gcradc aufheben, so dak die Trirbkraft der Kette doch bloL in der Differcnz rwischcn Kupfer und Zint
beruhte.
Spanuung zeigen kann. Es ist bier so gut, als wiire dieser Draht gar nicht vorhanden und es berllhrte der feine
Zickzackdraht die Zinktafel uninittelbar , sey aber sogleich
Ifber der Bertihrungsstelle mit der Erde i u leitender Verbiudung.
Eine graphische Darstellung iu Fig. 1. Taf. I. versiuulicht nun am bequemsten die Vertheilung dcr Elektricitat
in dieser ihrer Natur nach mbglichst einfach gedacliteii
Kette. db' stellt ihre ganze Llnge zu eiiier citizigeii
geraden Liuie auseiuandergezogen vor, wclche a h Abscissenlinie beuutzt wird; d a sol1 dabei den zickzackfiirmigeu
Draht bedeuten, a d die Kupfertafel, a'b die Flussigkeit,
(bei welcher wir uiis der Eiufachheit wegeu die beidcn
Vitriole als gleich gute ElcktricitBts-Leitcr denken) 6 b' dic
Ziuktafel. Die L h g e n dieser einzeluen Linien inbgen dcu
wirklichen Liiugen der durch sie vorgestellten Theile der
Kette proportional gedacbt werdeu, was iu der Figur, des
Rauuies wegen, iiur selir uovollkooimen wiedergegeben ist.
I)er iuit dem Quecksilberatipfcben d der Fig. 5 identische
Puokt d des Sclilufsleiters d a steht durch eiueu Kupferdraht uiit der Erde in Vcrbinduug und tnufs zugleicli, was
sich natiirlich niclit zeichnen Iiifst, init dein Puakte b' der
Zinktafel in Bertibrung gedacht werden, daniit die Kette
geschlosseu erscheiut.
Stellt nun b ' i die elektrische Diffcrenz zwischen Kupfer uud Ziuk vor, und theilt inan diese Linie uach dein
Verhaltnisse der reducirteii Ltingen der gezeichneten vier
Theile der Kette, so ergiebt sich das elektrische GefIille
fur jedeu eiuzeluen dieser Thcile. Da dieses fur die Metallplatten a d und bb' so ziemlich gleich Null ausfallen
inufs, wird man also b ' i iiur so zu theileu brauchen, d a b
b'n zu n i sich verhalt, wie die reducirte Liiiige des Scbliefsungsbogeus d a zu der reducirten LBuge der Flnssigkeit
ti 6. Wird danu a e = n'f= b n gemaclit, so begrluzt die
Lillie d e f c i alle i n der Abscissenlinie db' zu errichteuden,
die elektrische Spaiiuung in den eiuzeluen Puukten der
Kette bezeichneudeu Ordiuateu.
12
Wiirde man die Abscissenlinie nicht aus den wirklichen,
sondern aus den rcducirten Llingen der Theile der Kettc
gebildet haben, so leuchtct ein, d a t eiue einzige gerade
Linie ;nichti als Begrlinzung der Ordinaten hiitte erscheinen
mlissen, wie dc in Fig. 2. Hier ist es nun leicht, zu erkennen, wie eiue PrUfuug dieser 0 h m 'schen Theorie bewerkstelligt wird. Mali bestimmt durch Hulfe des Condensators und Elektrometers bei frisch gebffneter Kette die
elettrische Differeoz bc und findet diese gleich a; darauf
prtift man bei geschlossener Kette irgeud einen Punkt derselben z. B. g und findet eine Spanuung u'l; ist dann die
*reducirte L h g e db der gaiizeu Kettc gleich I und die reducirte Lange von d g gleich I., so mufs u = L ~a seyn:
.
B. Iin Vorigen war die Annahme gemacht, dafs als
Triebkraft der Daniell'scheu Kette einzig und allein die
elelitrische Differenz zwischen Knpfer und Ziuk thiitig sey.
Ich muTs dicses jedocb in Abrede stellen, denn ein seLr
erheblicher Tbeil von der elektrolnotorischen Kraft dieser
Kette rtihrt, nach ineinen Erfahrungen, eben von der Einwirkung der Fliissigkeiteu her. Es wird nbthig seyn darUber einiges zu sagen und zu dem Ende schon an dieser
Stelle eiiien Theil des sechsten Versnches selbst abzuhandeln.
Es sollte zuiiYcbst niimlich die Triebkraft a, welche bei
.
der Berechnuug in der Formel I a den eiuen Factor bildct , durch Versucbe geuau ausgemittelt werden. Nun hatte
ich mich zu gewissen andereu Zwecken vorher eines Condeusators bedieut, bei welchem die untere Platte aus Kupfer, dic obere aus ebeu solchem unreineln Zink bestand,
wie' die Zinkplatte iu der Daniell'scheu Kette, und wollte
diesen Condeusator, weil er eine grolsc Constanz in seilien Angaben b e s a l , zu den in Frage stehenden Versuchen benutzen.
a. Die Zinktafel ward nun auf die Kupfertafel, welcbe
durch eineu Kupferdraht bestandig abgeleitet blieb , herab-
13
gelassen, uud durch eiuen isolirten Zinkdraht mit ibr verbunden. Darauf ward sie bis min Elektroineter gehobeu
und nun die Spannuug der gewonneneu Elektricitat beslimt. 1 7 O , 4 Torsion wareu erfordcrlich, den Waagcbalt e n auf 30° zu stelleu '); 4 1 7 stellte also die elcktrische
Differen2 zwischeu Zink und Kupfer vor, wclche ich kurzi
lveg durch Z K ausdrlicken will.
b. Die Kette ward durch Neiguiig des Rahineus gefiffnet, das Quecksilberuiipfcheu c der Kupfertafel nbgeleitet,
und das NBpfchen d der Zinktafel init der Ziukplatte des
Coudensators verbuuden. Rci dieser Coinbinatiou f a d also
gar Leiue Erregung bei der Ucrlihrung verscliiedenartiger
RIetalle statt, es mubte vielmehr, weun der Coudeiisator
dennoch geladen wurde, diesc Lnduug lediglich dcr COINbiuirteu elektriscbeu Erreguug der IIletalle durch die Fliissigkeiten oder der elektrischen Wirkung dcr Fliissigkeiten
auf eiuauder zugeschriebeu werdeu. Der Versiich zeigte
eiue negative Laduug der Zinkplatte des Coodensators, \YObei T = 20",1, r/T=J,68, also selbst bedeuteiider war als
die Differeuz Z K. Ich will diesc elektrische Eiiiwirkuiig der
Fliissigkeiten durch F bezeichuen.
c. Es ward nun das Quecksilberniipfcheii d der Ziuktafel abgeleitet uud das der Kupfertafel bei geaffiieter Kette
mit der Zinkplatte des Coiideusators verbuudeu. Uiesc
Anordnung mufste positive Elektricitiit erzeugeu uud zwar
vou der StBrke 2 Z K t F . In der That faud sicb T=16S
also
12,96. Wenn uuu 2 J K t F uach deu Versuchen (I und b niir 12,H2 liefert, so hat das seiiien Gruud
i u zwei Umstanden. Erstlicli erleidet iu der zum Einstel-
r/r=
1) Urn den Lesern, welche von dern Gebrauclie mciner Tabellen bci dern
Dellmann'rchen Elcktrometer schwerlich cine gelhlige Vorrtellung bekominen, bevor. rie dar Init~rrnent relbrt t~ benutzen anhngea, die
Uebersicht bei den Zahlcnmgnben zu erleiclitern, habe ich dasrelbe Iiier
alr Torrionawaage bcnutzt, und unkr Benelitung der StSrke des jedcarnaligen Luhtromcr die Torsion T der Glashdcns bertimmt, welthe erforderlich war, den Waagebalken bis 'auf 30@an dao Slreifclien heranrubringen. Die Quadratwurzeln aus den Torsionen sind dann dic rergleichenden Maate der elcktrisehen Werllre.
14
len dcs Waagebalkeiis erforderlichen Zeit die scbwllcbere
Elektricitiit eiueu verbUltnifsmtifsig grbfsercn Verlust ) und
zweitens ltifst die elastische Nachwirkung des Fadeus die
stiirkere elektrische Abstofsuug verhiiltnifsmiifsig zu grofs
erscheinen gegen die schwgcbere * ). Bedient man sich
bei diesen Versiichen der Metbode der Ausschlagswinkel
uuter Beuutzuug der Tabellen, so bekomlnt man in der
That eine geringere Abweichuug in den Resultaten.
Icb hnbe frUher scbon bemerkt, d a b deu Angaben eines Condensators in sofern nicht zu traiien ist, als er oft
die ElektricitSt der eiuen Art besttindig um ein bestimmtes
Maafs zu grofs, die der entgegengesetzten uin eben SO viel
zu klein augiebt a). I u eineru sptitercu Aufsatze werde
icb beweisen, dafs die in a und b aiigegebeuen Zahlen fur
Z K und F auch durch den absichtlichsten Zweifel nur eine
geringe Modification ihres Verhiltnisses erleiden und dofs,
was hier viel wichtiger erscheint, der erregende Einflufs F
der Flllssigkeiten iu der Daniell'schen Kette nicht verschwindet, wenn sie geschlossen wird, vielmehr auch bei namhaften Str8men unverindcrt fortbesteht.
W i r mussen nun zu der Frage zuruckkehren, wie man
sich nach diesen Erfahrungen den Ztistand freier Elektricitiit in der geschlossenen Kette zu denken babe.
Welcher Art die elektrische Erregung jedes einzelnen
der Metalle sey, geht aus den augegebenen Versuchen nicht
hervor. Die Erscheinung wfirde ihre Erklirung auf verschiedene Art finden k8nnen. Es kbnnte etwa iiur eins
der Melalle elektrisch, oder beide kbnnten positiv, das
Zink so viel schwiicher, oder beide negatio, das Zink so
viel stiirker, oder das Kupfer kbnnte positiv, das Zink negativ durch die Berfihrung init der FlUssigkeit geworden
seyn, und immer wfirde der Condensator dasselbe Resnl1) Diue Annalen Bd. 71 S. 375 hat Hr. R i d s die= Bemerkung gemrelit.
Vergl. femer Bd. 72, S. 354.
2 ) D i u e Ann. Bd. 52, S. 395, 3. 16.
3) Dierc Ann. Bd. 75, S. 94, 5. 5. Ferncr ein Aufsatr von Hm. Buff
in den Ann. der Chcmic und Plirrmrcie Bd. 41, S. 129.
15
tat haben zeigen k h n c n , natiirlich ruch dann, wenn man
die Elektricittlts-Quellc in der Berubrung der beiden Vitriole suchen wollte. Es werden nun wohl ohne Zweifel
beide Metalle wirklich negativ, ftir die Prufung der Ohm’schen Theorie durch den beabsichtigten Versuch aber ist
es vollkommen gleichgfiltig, welche der obigen Hypothesen
man anoimmt, wie die graphische .Darstellung. Fig. 4. zeigen mag.
a b stelle den Schliefungsbogen vor, c d die Lasung des
Kupfervitrioh, d e die des Zinkvitriols, alles in reducirteii
Langeu. Die Kupfertafel b c und die Zinktafel ef batten
danach als Punkte erscheinen mtissen; wenn sie aus andercn Griindin dennocb als kleine Linien erscheinen, so ist
itinen wenigstens in den Linieii mn und p o kein elektrieches Gefalle zugetheilt. Das Ende u des Kupferdrahtes
u b wird wieder mit f in Beriihrung und aufserdem nach
der Erde abgeleitet gedacht. f o = Z K stellt nun die positive Erreguug der Zinkplatte vor.
a. W i r nehmen zuerst an, der Einflufs F der Flussigkeiten beruhe blofs auf der Beruhrung des Zinks durch den
Zinkvitriol, was der Wahrheit vielleicht am niichsten kommen mag. Dann wird der Ziiikvitriol vom Zink mit der
Stgrke pq positiv erregt, so d a t p q = F ist, und dic
Elektricitat steigt von dem Nullpunkte bei u in der einzigen geraden Linie umnq allmtllig positiv an, und macht
dann an den beiden Grtlnzen der Zinktafel die Sprtiuge
q p und of.
b. Beide Rletalle werden negativ erregt gedacht, doch
natiirlich so, dafs die Differenz der Erregungen gleicb F
ist. Die Linie a r n n r s p o f bildet die Vertheilungsfigur, wobeips-nr=F=pq
ist, so dafs r s mit n q parallel
lauft.
c. Das Kiipfer sey positiv, das Zink negativ durch die
Flussigkeit erregt. Die Vertbeilungsfigur ist a m n w x p of.
d. Beide Metalle positiv angenommeu : umn t vp o f.
e. Endlich: Man sieht F bloCs iu der gegenseitigen Beriihruiig der Flilssigkeiten, wobei der Kupfervitriol dann
16
positiv erregt angenommen werden miifste. Dann ist die
Vertheilungsfigur amn yzip o f zu denken.
Bei alleu diesen Annahmeu laufcn also die Linieu, welcbe
clas Anwachseu der Elektricitiit von Querschnitt zu Querschuitt in der Kette versinnlicheu, parallel n i t einander,
uud dariu eben finder die Ohm’sche Theorie dic Erkliirung, wariun mit allen so eben vorgebrachten Anuahmen
geuau dieselbe Stromstarke verbuuden segu wlirde. Soviel
sieht man sogleich, uud darauf karu es zuiilichst an:
Besteht zwischen Kupfervitriol und Kupfer irgend eiue
elektrische Differenz, so dafs also im Kupfervitriol der Kettc
selbst der elektrische Zustand nicht durch die Lillie nq
dargestellt wird, souderu durch eine der auderen mit nq
parallelen Linien , so wird doch, sobald mau deu elektrisclreu Zustand in den auf eiuauder folgeudeu Quersclinitten dieser Flussigkeit durch Eintauchen ciues Kupferdrahtes uutersucht, scheinbar die Linie nq a h Resultat dzr
l’riifuug hervorgehn iniisseo, weil hier derselbe Eiufluls doppelt uud zwar in eutgegengesetztem Sinne eiotritt.
Ebenso leuchtet eiu, dafs vermi)gc des Gesetzes der
Spaunuugsreihe der Versucb eine eiuzige gerade Linie am
ergeben werde, auch wenn eiu Theil des Schliefsuugsbogens aus einein anderen Metalle bestsnde, vorausgesetzt,
dafs die Verbinduug zwischeu dem Schliefsungsbogen und
d e n Coudensator durch ein Metall bewerkstelligt wird.
W a r e in Fig. 4 der Theil a b aus einein positiveren Metalle als Kupfer construirt, z. B. aus Messing, so -wiirde
die Vertheilungsfigur in der Liuie apysrnn u. s. w. hervortreteo; der Condeusator jedoch zeigt blofs die Linie am.
3.
Nachdem nun der Berechnutig der Versucbe kein Hindernifs mehr im W e g e steht, kaunen dieselben selbst vorgelegt werden.
4. Die Triebkraft a der Kette ist oben schon gefunden, w o far JK die Zahl 4,17 uiid ftir 2Zk + F die Zahl
12,96 angegeben ist. Dauach ist die Triebkraft der Kettc
13j96 4,17 oder 6’79.
b.
-
17
b. Das Zickzack war aus sebr feinem Messiagdrabt
construirt, wie er im Handel No. 12 vorkommt, und batte
im Ganzen eine L h g e von 172,77 par. Zoll. Sein gesamm:
ter Widerstand betrug so vie1 wie der von 474 2011 des
auf einem Rheocbord befindlichen Neusilbardrabtes. Da
die einzelnen Windungen genau gleiche L h g e batten, war
also ihr Widerstand gegeben.
c. Nachdem die Kette zwei Stunden lang gescblossen
gestandeu hatte, wurde sie durch Ncigung des Rahmens
gebffnet und nun der Widerstand der Kctte selbst (der
gesamnten Fliissigkeiten) durclr Hiilfe eiiies Galvanometers
und des Rheochords nach W h e a t s t o n e ’ s Mcthode ) bestilnmt und gfeich 643,5 Zoll des Mefsdrabtes befunden.
d. Nacli der Horsford’schen Methode * ) wurde bei
gebffueter Kette der Widerstand von 1 Zoll der Losung
des Kupfervitriols gleich 67,5 Zoll des Mefsdrathes bestimmt.
I)a nun die beiden Metallplatten 9 Zoli von einander abstanden und die ersten 8 Zoll durch den Kupfervitriol allein gebildet wurden, so bleibt for den neunten, aus beiden Vitriolen zusainmengesetzten Zoll noch ein Widerstand
von 103,5 Zoll, was an sich nichts unwahrscbeiuliches enthslt.
e. Es wurde nun bei geschlossener Kette zur Priifung
der elektroskopischen Kraft einzelner Punkte geschritten,
wiihrend das Quecksilbernspfchen d abgeleitet blieb. Folgende Punkte wurden successio mit dem Condensator verbiinden und for jeden die Torsion T des Elektrometers
bestirnurt.
a. Der zweite untere Wiukel des Zickzacks T=25,2.
p. Der vierte uutere Winkel des Zickzacks T = 36,2.
7. Der sechste untere Winkel des Zickzacks T = 43,L
6. Das Quecksilbernspfchen c der Kupfertaf. T= 62.
e. Die Lbsung des Kupfervitriols 2,02 Zoll’von der
Kupferplatte T =84,‘i.
5. Die Lbsung des Kupfervitriols 4,02 Zoll von der
Kupferplatte T = 103,3.
1) biere Annalen Bd. 62, S.526.
2) Ebend. Bd. 70, p. 238.
Poggendorlfs A n d . Bd. LXXVIII.
2
18
q. Die LOsnug des Kupfervitriols 6 Zoll von der Kupferplatte T = 123,3.
6. Die Lasung des Kupfervitriols 8 Zoll vou der Kupferplatte T = 141,2.
Aus diesen Wertheu von T ist die Quadratwunel zu
ziehen uud danu vou allen dieseu Wurzeln, weil der Condeneator seiner Natur nach die Elektricitst immer um J K
zu grofs adgegebeu hat, die Zahl 4,17 zu subtrahiren.
Die so entstebenden Zahleu fiuden sich iu der Tabelle und
zwar in der Spalte, welcbe mit ,,u beobachtet" iiberschrieben. ist, wiihrend in der Spalte ,,u berechnet" die Werthe
A
enthalten sind, welche sich aus der Formel
ac=uuiiter
Hiniuziehung der in den Versuchen a, b, c und d gewonnenen Resultate ergeben.
I
118,5
237
355,5
4i4
610,3
745,3
879
1014
I
I
u berechnet. u
0,93
1,86
2,110
3,73
4,80
5,86
6,9l
5,98
bcobachtct.
0,85
1,85
2,69
3,iO
L,03
539
6,93
7,96
Beim Anblicke dieser Zahlen mufs wohl jeder Zweifel
an der Richtigkeit der Formel verschwindeu , gesetzt aucb,
es fehlte uoch an der Bursersten Genauigkeit in der Uebereinstimmung. Diese ist ilnmerhin bedeutend, wenn inan
bedenkt, dafs jedesmal uur eiue einzige Messung mit dem
Elektrometer gemacbt ist. Wiirde man eine sich absolut
gleichbleibende Kette construiren kbnnen, so dafs es also
nicht darauf ankame, moglichst rasch die Versuchsreibe zu
beendigen, wtirde man also jedes einzelne u aus eiriein
Mittel mehrerer Beobachtungen entnehmen kbnnen , so
wtirde die Uebereinstimmung bei weitem grbiser werden,
denn der Condensator, vie1 weuiger das Elektrometer, ist
mehr oder weniger schwankend in seinen Angaben. Genau
gleich bleibt sich aber eine Kette wahrend des Zeitraums
19
einiger Stundeu weder in ibrer Triebkraft noch in ihrer
Lauge, so dafs es zweckmafsig erscheint, diese Elemente
nicht b l o b im Anfange, sondern auch am Ende der Versuchsreihe zu bestimmen und beide Resultate bei der Rechliung zu benutzen. Diefs ist bei deln berechneten u in
der Tabelle nicht geschehen, der Versuch aber wurde allerdings zu diesem Zwecke eingericbtet und die Zeit jeder
eiuzeluen Messung aotirt. Untcr der Vornussetzung, dafs
die in 'der Kette vorgegangenen kleinen Verlnderungen wit
der Zeit glcichftlrmig entstandcn seyen, wurde die Rechnung wicderholt. Dadrirch stellen sich die Zahlen ein Weniges gunstiger, doch erreicht die anzubringende Correction
nur einige Einheiten in der zweitcn Deciinalstelle, so dafs
die Abweichungen offenbar noch einen anderen Grund baben. Obscbou ich diesen theil! mit Gewitheit, theils init
Wahrscheinlichkeit anzugeben vermag, scheint es doch, da
er unabhiingig von der Ohm'schen Theorie ist, nicbt der
MIiihe werth, weitere Worte tiber die Sache zu verlieren.
1.
Der zur PrUfung der Fliissigkeit eingetauchtc Kupferdraht wurde auch in die Losung des Zinkvitriols iniierbalb des Thonbechers getaucht. Hier aber war kein bestimntes Resultat zu enielen. Die Elektricitiit nahm hier,
wiihread der Draht nicht verruckt wurde, in rascli auf einander folgenden Versuchen erst bedeutend ab und sticg
d a m bis fast zu der Starke 7,96, wie sie sich vor dem
Tbonbecher in1 Kupfervitriol gezeigt hatte, ein Beweis, d a t
der eiutauchende Draht Verlnderungen seiner Oberflache
erleideu muCste.
---
-
Es mag aun zuletzt noch verstattet seyn, mit einigen
wenigen Worten das Feld der Kritik zu betreten.
Ohm's Theorie der Kette lafst sich ihren Grundztigen
nach folgendermafsen wiedergeben:
Thatsache ist die Erscheinung von Spaunungselektricitat durch den Contact verschiedenartiger Metalle. Denkt
man durch einen aufserhalb der Spauuungsreilie liegenden
Leiter die sich beriihrenden Metalle verbunden, so werdcti
2"
20
die entgegengesetzten Elektricitllteii uach beiden Seiten hill
in dem gebildeten Ringe abfliefsen. Zeigt nun die Erfahrung, dafs denuoch dieselbe Spanuung an der Beriihrungsstelle besteben bleibt , dafs also ein bestlndiges Abtliefsen
nach den Seiten hin gedacht werdeu mufs, uiid fiudet sich
trotz dessen nirgends in dem Ringc eine wachsende Aufbliufuiig von Elektricitlt, so konu dieaer Zustaud nur darin
seine Erklgruug fiudeu, dare jeder Querscbuitt nach der
eiiien Seite ebeuso vie1 Elektricitat abgiebt, als er in derselben Zeit VOII der auderen her bekommt. Verbiudet mau
damit die Hypothese, dafs die GrUfse des Ueberganges der
Elektricitlt zwisclieu zwei benachbarteu Querschiiitten dem
Uiiterschiede ihrer Spaniiungen proportioual sey uud berucksichtigt man die Erfahrung der verschiedenen Leitungsfshigkeit verschiedenartiger Materie, so ergiebt sich von selbst
die Vertheiluug der elektroskopischen Elektricitiit durch
die Lange der Kette, wie aucli dieselbe gestaltet sey.
Aus dieser Vertbeilung ist aber das Stromgesetz abzuleiten, wie am einfachsten Falle gezeigt werden mag I ) .
Man denke eich zu dein Ende die FlUssigkeit in prismatischer Gestalt, und deu Scbliefsungsbogen aus so dlinnem Drahte bestehend, dafs eine L&iigeneinheit von ihm
denselben Widerstand bietet wie dieselbe Langeneinheit
der Fliissigkeit. Nuu verthcilt sicb die elektrische Differenz E der beiden Metalle, welche als die eiiizige Elektricitatsquelle in der Kette angenommen werden mag, genau gleichfiirmig durch die gauze Ltiuge derselben, so dafs
zwei Qucrschuitte, welche urn die Llugeiieiuheit von ein.
auder absteheu , geuau dieselbe Differcnz der elektroskopischen Spaunung besitzeu. Bestiinde die wirkliche. Lange
der Kette aus m Llugeneinheiten, so wtirde die letztgenannte Differenz der um die Langeneinheit oon einander
entfernten Querschnitte gleich E scyn. J e grbfser also m
wlirde, das heifst, je langer man sich die Kette dachte,
1 ) Hr. 0 h m mub verreihen dafr hier eio eiorelocr Fall hervorgelrobeo
wirdl wb;hnod seine r l l g ~ ~ ~ c Deduction
ine
bckannt irt.
21
E
desto geringer wiirde die Differenz
in der Spaniiung
dieser Querschnitte. Von ihr aber bat man die Grbfse des
Ueberganges der Elektricitat in der Zeiteinheit, iilinlich
die Stromstiirke, abhgiigig gedacht, uiid ist also vollkomE
proportional zu setzen.
men berechtigt, dicselbe
BIan siebt, das ganze Gebaude ist auf die Annahme basirt, dafs der elektrische .Strom iu eiaer wirklicheu Fortbeweguug der Elektricitiit von Qnerschnitt zu Querschnitt
der Kette bestehe; es steht und fiillt mit dieser Annahme.
Mag aber auch an der Richtigkeit dieser gezweifelt werden, eiu iuniger Zusaminenhang zwischen dein Strome und
der Vertheilung der elektroskopischen Elektricitat durcb die
ganze Ausdehiiung der Kette ist schoii defswegen vorhanden, weil beide in glcicher Weiso voii deli reducirten Llngen abhaugig sind, und dieser Zusammenhaug, welcher auf
Thatsachen beruht. bleibt bcstehen, auch wenn man das
Wesen des Stroines nicht mehr in der wirklichen Fortbewegung der Elektricitlt erblickt. W a s man .aber auch au
die Stelle dieser allerdings etwas materiellen Hypothese setzen
mag, was fur eiii Agens es seyn soll, durch welcbes die
Magnetiiadel abgeleiikt , cin Draht bis zur Lichterscheinung
erhitzt , die inlclitigste clicmisclie Verwandschaft Uberwunden wird, iminer wird man geniithigt seyn, die Spannungserscheinungen dcr Kette zugleich mit zu erkllren, wenn
iiiau mehr leisten will als die Ohm’sche Theorie gethan
hat, uud in sofern liegt diese bis jetzt unbedingt der Wahrheit am nlchsten.
Rinteln iin April 1849.
-
11. Kine Metho&, gaZcanische StrGrne nach alsoZutern Maafsezu rnessen; aon Pro$ Dr.u.FeiZitzsch
in GreYswaZd.
m
I Folgenden erlaube ich mir eiiie Methode, zur Messung
galvanischer Strbme, vonulegen , die vielleicht manchem
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