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Die Entwicklung der Pharmakologie und ihrer methoden in den letzten 25 Jahren.

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Zeitschrift fur angewandteChemie
und
Zentralblatt f& technische Chemie.
XXV. Jahrgang.
Heft 44.
1. November 1912.
Die En twicklung der Pharmakologie
und ihrer Methoden in den letzten
25 Jahren').
und nsturwissenschaftlichen Erkenntnia die notwendige Beeis fur ihre selbstiindige Weiterentwicklung gefunden hat, so ist ea leicht veretandlich, deu
dime W h n s c h a f t unter ihren Schweatern eine der
jiingeren sein muO. Aus den Wurzeln der alten emVoir Privatdozent Dr. phjl. et. rned.
piriaoh begriindeten Anneimittellehre herausgeFEI~I)INANI)
FI,URY.
wacheen, ist sie heute zu einer exakten Wiaaenschaft
(EingeE. (I. 0. IU12)
und neben den iibrigen Zweigen der Biologie und
zur vollberechtigten Disziplin dadurch
Heilkunde
Trotzdem sich die Behandlung von Krankheigeworden, daO sie sich zur L&ung ihrer Probleme
ten durch Anneimittel auf die Beobachtungen und
Erfehrungen von Jahrtausenden stiitzt, und ihre der n a t u r w i s s e n s c h a f t 1 i c h e n M e
Geschichte his zu den altesten Uberlieferungen dea t h o d e , d. h., der Heranziehung dea Experimentes
Menschengeschlechtes verfolgt werden kann, fehlten im weitesten Umfenge bedient. Der jungen Wiaaendoch hierfiir bis in die neuere Zeit hinein faat alle schaft dieaen Weg und die Richtlinien zur Erfiillung
poeitiven Unterlagen und faat jede eachliche Be- ihrer vielseitigen Aufgaben vor etwa einem halben
griindunp. Erst die vor etwa einem Jahrhundert Jahrhundert gewiesen zu haben, wird dee deuernde
Verdienst der enten Vertreter der experimentellen
einsetzende methodische Beobachtung am &ankenbett bedeutete einen Schritt ron der seit alters iib- Pharmakologie, an deren Spitze B u c h h e i m und
S c h m i e d e b e r g zu nennen sind. fur alle %iten
lichen rein empiriachen Betrachtungsweise nach
vorwarts, indem sie, wenn auch anfange nur in be- sein und bleiben.
\Vie bereits k u n angedeutet, befa& aich die
scheidenem Umfange, d a m beit rug, eine klaren? Vorstellung iiher daa Weeen der Krankheiten und die Pharmakologie als Teil der Biologie mit der Lehre
vom Ablauf dea Lebam unter chemisch veriinderten
Wirkung der Anneimittel anzubahnen. Nur dem
Bedingungen. Aue dieaer Definition geht deutlich
gewaltigen Aufschwung der hiologischen Forschung
euf naturwissenschaftlicher Reeia haban wir ea zu hervor, daO ihre Beziehungen zur Chemie und Physik ganz beaonders innige =in miissen. Nur durch
verdanken, wenn auch auf diosem Gebiete der im
Dunkeln taatenden Empirie mehr und mehr eine ra- die etete Zuhilfenehme der chemischen Betrachtungeweise kann dee Weaen der Lebensvorgiinge,
tionell begriindete und exakte Methodik gefolgt ist.
als
einea Auedruckea physikalischer und chemischer
Fiir eine nach solchen Grundsiitzen mit Erfolg vorP r o w , unaerem Veretiindnia niiher geriickt wergehende Therapie konnen griindliche Kenntnisse
den, und ea erscheint deehelb euch ganz netiirlich.
uber den Ablauf des Lebens unter normalen und
pathologisclr veriinderten Bedingungen nicht ent- deO die Pharmekologen sich bei ihren Arbeiten in
weitem Umfange chemisch-physikalischer Methobehrt werden. Dem Therapeuten dieae Grundlagen
den
bedienen. s o konnen wir ohne Zweng einen
fur sein Handeln am Krankenbett zu vermitteln, ist
e i n e d e r vornehmsten A u f g a b e n d e r P h a r - Teil der Pharmakologie zur a n:g e w a n d t e:n
C h e m i e m h n e n . Aber nicht nur in theoretischer
m e k o l o g i e , m wlre aber irrig, anzunehmen,
Hinsiclit Bind die Beziehungen zwiachen Chemie
deudamit, also mit der Lehre von den Anneimitteln,
und Pharmakologie nutzbringend und unentbehrdim Dieziplin ihre natiirlichen Grenzen fande. Die
lich geworden, sondern, wie auf vielen snderen Gemoderne Pharmakologie im weiteren Sinne verfolgt
bieten, hat auch hier daa gemeineeme Streben von
ihre Ziele 8 U f einem ungleich groUeren Felde, indem
Theorie und Praxis zur Schaffmg neuer Werte geeie den EinfluU jedm chemisclr wirkenden Faktors
fiihrt. Ich derf nur e n die theoretisch und l r a k auf den Organiemus und die Lebenstiitigkeit der
tisch wichtigen Ergebnisse der Syntheae neuer AnZe11e zum Gegenstsnd ihrer Studien macht. So gen e h i t t e l , speziell an die in den 1c tzten 26 Jehren
hort beispielsweise die Wirkung dea Weclsera oder
der einfachen Mineralsalze ebenaogut in den Kreis wahrend dea Beatehens uneem Vereim geleistete
ihrer Betrachtung wie daa Verhalten dea Organiamus erfolgmiche Arbeit erinnern, um die groUe Bedeutung der Intereeeengemein~ch8ft zwiachen der
gegen kompliziert zusammengesetzte Gifte.
Beriicksichtigen wir. daU die ersten Verauche c l i e m i s c h e n I n d u e t r i e und der Pharmazur wieeenschaftlichen Bearbeitung der Medizin, kologie a u k Zweifel zu eetzen. Weiter laeeen euch
die ja auch an sich nichts a n d e m darstellt als an- noch andere Erscheinungen auf den hohen Wert
gewandte Naturwkenschaft, kaum langere Zeit als der wechselseitigen Anregung und Befruchtung
ein Jahrlrundert zuriickliegen, und daO die Pharme- schliehn. Die Tatigkeit dea PharmaLologen beechrankf eich neuerdinge nicht mehr darsuf, aein
kologie ewt durch den Ausbau unserer medizinischen
GeLiet als Forscher nach rein wissemhaftlichen
GrundJtzen zu erweitern, oder ale Lehrer den
') Vortrng, KdlllltCn in der Fuchgruppc fur
rnedieinisc:l~-~~h~rnlazeutische
Chemie auf der Htluptjungen A n t mit d m Ergebnies n derexprimentellen
vermmmlung zu Freiburg i. B., am 31./6. 1912. Forschung als Grundlage fur eine retionelle Arznei-
-
f%
1n12.
2.il
behandlung vertraut zu machen, sondern er ist mehr
und mehr ah B e r e t e r der pharmazeutimh-chemischen GroBindustrie unentbehrlich geworden, ja
wir sehen sogar hervorragende Vertreter unsem
Fachea in gleicher Weise wie Chemiker und Ingenieure ihre Arbeitskraft auaschlieBlich in den Dienst
diesea wichtigen Zweiges chemischer Produktion
stellen.
Bei dieser Sachlage ergibt sich ala natiirliche
Folge, daD die Entwicklung der Pharmakologie aus
mehr ah einem Grunde das Interesse des Chemikers
beanspruchen mu& So verlockend ea fur mich auch
ware, Ihnen eine umfassende Schilderung der Fortschritte auf diesem Zweige der biologischen Wissens h a f t zu entwerfen, so muB ich mir doch nach mehreren Richtungen hin Beschriinkungen auferlegen.
Durch andere Vortriige in unserer Fachgruppe werden Sie in einige Gebietsteile der experimentellen
Pharmakologie eingefiihrt, und ein weiterer Teil,
der die Synthese von Arzneimitteln umfaBt, sol1
h e r noch eingehend behandelt werden. SchlieBlich
verbieten mir Ort und Zeit von selbst ein allzuweites
Eingehen in die speziellen Gebiete der Physioiogie
und Medizin. Lassen Sie mich daher nur diejenigen
Fortschritte und Neuerungen schildern, die auch
dem Chemiker bekannte Punkte der Beriihrung
und Ankniipfung bieten.
Der innige Zusammenhang genannter Arbeitsgebiete macht es selbstverstandlich, daB die groBen
Fortschr:tte der theoretischen und praktischen Chemie sich auch in allen Teilen der pharmakologischen
Wissenschaft widerspiegeln mussen. Betrachten
wir nur die einfachsten Verhaltnisse, so erkennen
wir uberall, daB die Einwirkung chemischer Substanzen auf den lebenden Organismus sich als Funktionen i l m r physikalisch-chemischen Eigenschaftan darstellt. Wir sehen, daD sich diese Wirkung
mit steigendem Atomgewicht Lndert, daB ihr Charakter durch die Wertigkeit der Elemente beeinfluBt wird, daB die Veranderungen, die Sauren, Basen und Salze im Organismus auslosen, nichts anderes sind als Ionenwirkungen, daB komplexe Ionen,
wie bei unseren chemischen Operationen, auch im
Organismus durch eigcnartige und neue Reaktionen
ausgezeichnet sind. Die Stoffverteilung im Organismus, vermittelt durch das Wechselspiel der Ionen,
durch osmotische Prozesse, durch die mannigfachen
Vorgange in kolloidalen Medien, vollzieht sich nach
denselben Gesetzen, die uns die physikalisch-chemische Forschung der letzten Jahrzehnte gelehrt
hat. Jedes gerneinsame Problem schlagt neue
Briicken auf allen diesen Gebieten. Zahllos sind
auch die F d e n , die Pharmakologie und o r g a n i s c h e C h elm i e verbinden. Wahrend hier naturgemaB die Wirkungen der Ionen an Bedeutung
zuriicktreten, beherrscht der chemische Aufbau
des Molekiils den Wirkungscharakter in uberragendem XaBe. Auch hier sehen wir in den homologen
Reihen eine stufenweise Anderung der pharmakologischen Wirkung. Wir beobachten mit der RingschlieBung, mit der Hydrierung der Ringe eine (Steigerung der Giftigkeit, mit der Einfiihrung neuer
Atome oder Atomgruppen auch anders geartete
Wirkungen auf den Organismus.
Wie sehr unsere Kenntnisse gerade auf diesem
Gebiete durch die gemeinsame Arbeit der organischen Chemie und Pharmakologie gefordert worden
sind, laBt sich durch nichta leichtar feststellen, als
durch die Triumphe der Arzneimittalsynthese im
letmten Vierteljehrhundert. Und doch lehren urn
gerade die Edolge dieaer wichtigen Schaffenspariode,
wie weit wir noch von manchen Zielen entfem-t sin&
und wie zahhlraiche Probleme, die unserer Bearbeitung harren, noch am Wege liegen.
Eine diemr Fragen, die dringend weiterer Kliirung bedarf, betrifft beispielsweise die Edorschung
dea Schicksals chemischer Substanzen im Organismu8 und die damit im engsten Zusammenhange
stehenden Probleme der Entgiftung, der Gewohnung und Immunisierung, deren Lijsung nicht anders als durch vorwiegend chemische Methoden
moglich sein wicd.
AuBer den Ihnen allen wohl bekannten Verfahren der Chemie und Physik bedienen wir uns in
der Pharmakologie in ausgedehntem MaBe der
p h y s i o l o g i s c h e n M e t h o d i k , die auch
nichts anderes als eine besondere Anwendungsform der genannten Arbeitaweise darstellt. Bei der
Beurteilung unserer Resultate miissen wir aber hier
mit noch groDerer Vorsicht verfahren als dort.
Haben wir doch hier mit weitaus mehr Schwierigkeiten zu rechnen, indem es sich bei der biologischen
Analyse um eine Verkettung zahlloser unbekannter
Momente handelt, die durch das Zusammenarbeiten
der tausendfaltigen Funktionen des belebten Organismus gegeben sind. Wie wir in chemischer Hinsicht die Deutung unserer Ergebnisse nach Mogiichkeit vereinfaoben miissen durch Isolierung der
wirksamen Prinzipien in reinem, genau definierbarem
Zustande, so streben wir auch bei den physiologischen Versuchen nach moglichst leicht iibersehbaren
Versuchsbedingungen. So bedeutet hier eine Vereinfachung vor allem die Priifung an einzelnen Zellen bzw. an einzelligen Organismen, an Bakterien,
Pilzen, an niederen Tieren, vor allem an Kaltbliitern,
deren Organe sich durch eine staunensuerte Lebenszahigkeit auszeichnen. Um denjenigen Herren,
die mit solchen Tierversuchen weniger vertraut
sind, wenigstens eine Vorstellung dieser Arbeitsweise zu geben, moohte ich mir erlauben, einige einfache Experimente hier auszufiihren. (Dernonstration von Giftwirkungen am isolierten Froschherz,
der graphischen Registrierung von Lebensvorgangen,
wie der Blutdruckschwankungen, der Respiration,
der Hentatigkeit. der Uterusbewegungen unter dem
EinfluB von Giften.)
Wir haben hier einfache Beispiele fur Versuche
am isolierten Organ kennen gelernt. I n analoger
Weise konnen wir das Verhalten von anderen Teilen
des Organismus, des Skelettmuskels, der BlutgefaDe,
des Magen-Darmkanals usw. gegen chemische Einfliisse studieren. Fur vergleichendo Versuche ist
nun die Priifung am Warmbliiter unentbehrlich.
Auch hier bedienen wir uns weitgehend der Untersuchung an iiberlebenden Organen als einer Vereinfachung der Methode. So kann beispielsweise auch
das Herz des Saugetieres, natiirlich auch das des
Menschen durch Einschaltung in einen kiinstlichen
Kreislauf noch stundenlang nach dem Tode arbeitsfiihig erhalten werden. Bei Versuchen am intakten
Tier bedarf ea zur Erzielung einwandfreier Resultate
mehr als bei den bisher besprochenen Methoden
besonderer VorsichtsmaBregeIn, wie der Wiederholung unter geanderten Versuchsbedigungen und der
i!str
,8,z] Flury
: Entdoklung
der Phumakologte und ihrer Methodan.
2243
__I
Kontrolle a n anderen rniigliclist vemchiedenen Tierarten. Von Wichtigkeit iat en aucli in manchen Fillen, die \Virkuug am Organismus dea kranken Tieres,
also unt er pathologischen Verhiiltnissen!zu studieren.
Der Ent wicklung und deni Ambau dieser Methoden,
mit denen Rich die neue Disziplin der Rogenanntrn
c s p e I’ i ni e n t e 1 I e n ‘1’h e r a p i e h s o n d e r s
eingrliend tmfallt. verdanken wir eine Reihe tlieordiscli wirlltigcr und praktisch wertvoller Rrfalirungen. lcli darf Sie niir a n die auapezeichneten
Erfolpe der E: 11 r I i c 11 xclirn Schule erinnern, von
denen wir geracle in d r r Irtzten Zeit soviel geliiirt
hahen.
Die gleichen Mittel, durcli welclie wir die hiologiaclien \\’irkungen cheniixcli bekannter Substanzen
feststellcm. venvenden wir umgekehrt in anderen
Piillen niit Vorteil, urn BUS lmkannten und besond r r s rlinrakterintinclien biologischen Reaktionen
auf die Natur unbeknnnter chemischer Stoffe
Scliliixve ZII zirhen.
Eino solclie Nutzanwendung pharrnakologischer
Mcthcdcn int die Peranzirh\rng biologiacher Heaktionen z u m N a c h w e i n u n d z u r H e s t i m rn u n g Y o n C: i f t e n , eino Arbaitsweise. wrlche
die clieruisclie Unternucliung besondern in forensiwhen F‘iillen liiiufig zii erpiinzen und zu erleiclitern
imstande sein diirfte. Vor nllem w i d Hie nicli i i i s r all d a empfehlen, \ v o Iwonderrr cliarnkteristinche
chemiuche Reaktionen zurn Nachacis minirnoler
Spuriw ct irrk\virkiwlrr (:ift
nirlit twkirnnt sintl.
IhrrcIi I)hiirrtitikolopixrIic. .\lc.tIiotlcm pclingt Iwi c-iiivr
Anznhl von chrniixrhrn ;\p(mzic.ri dvr Siic.1iwc.k
xclion in Slcngen yon c.incm Milli~mtel(:rnniii\. iilnci
in cinc-r IDroln., dcrcw clic~rnisc*lw(‘1ir~rnktt.rixic.rii~ig
kriuin nirhr niijglich ist. So liiinnvn wir Iw*ixpic*lxwcGc. diis htlrc~ncilint1urc.h sc’inc. vcwnycmiclc \Virkung nuf tliv niikrorkoI~isc~liklc-incn l%lutgc~fiilk.
die (’ctliillnrcm. t l n n Atroliin tlurcli tlic. Iwknnntc~
Kigcnschiift, tlic. I’upillc x u v t w i t c m . dic. fiir tliv
I)licirniH~~,iitisclic,
und S n l i r i t n ~ ~ t i i i t t c ~ l r l i ( . i i i i\vic.ht‘
tipcm Sriponinc. tlurrh ihrcb Fiihipkvit. noeli in ciiilkrortlcntlirli g:c*rinpcviJ1cmp:cm t l w r o t c v i l3littkiir~~*1’c ~ l i v niirifzit1iisc.n. Icuiclit c-rkcrincw. I k r .\usluiu clic.xcr
I)iiiIopisc~licw.\lrtlitdik diirftc sicli inwlwwinclcw Iiir
t l i v (~ritc.rsiirliunpyon Sii111’tinp~uncl (:vnuUniittc4n
\vc.rtvoII pcvitiiltcm Irixwn. So krtnn In-ini Siicltwc-ix
von ~,mxc.rvic.runpsiiiittt-ln gt.,u-Iwric.nfitllstliaftrrlic. \‘c)rpriifunp riuf Hvniniunp tlvr Hrfcsgiirung
c l c w i t‘1ivniikc.r c1c.n iinixtiiritllic~1ic.n(icing m r Auffindung tlvr c.inzc.1nc.n in 1k.t riit,lit koninivntlrn Substxn7,rn c*rxl’twc.n. Aurh fiir d t . n SiicltH(~ixurid die,
i3extiniitiiiny von Alkoltoli*n n n t l Katcrii tliirftcm
nich ni;inchc. lk)Iopisrlw Hcwkt iirnvn put c-ignc-n.
Ktwnipvn Intrrrnwntcm fiir c1ic.w Frrigcn niiiclitc. ich
zur Ori4mticrung diis jiingst wscliic~nenc.Wcrk d c x
Yrc*ihurpc,r I’li~irrtiiiki~lopc.nF ii 11 t i t- r wnrni t’nipfeh1c.n.
\.c.rfolgc-n wir nun dic. vc-rxchlunp~w~n
N’cp.
wcitcr, dic drrtrrt ipr, dvni olwrfliichlirli priifrnden
Ik~ol~nclitcr
kituni vimvirnclt c r s i h i n e n d m (;rl)ietc
dvr nngcwiincltcn Nnturwiescnxcliaft vcrbindc-n. ~o
stolk‘n wir nllc~ntl~iilln~n
riuf n ( * i i v Stitenpfndv, die
unx Iiinsicdrnini ttuf nianclws wvniy prpflcKtc und
unpcniipc-ncl ttusg(*beutetr Fc4tl. oft i i h r h a u p t nuf
den jungfriiulichen Hodrn \viswnnchnftlichrn Nculanden fiihrcm. Ihnkcn wir nur nn d m end\onr Reich
t l w t i c* r i x c Ii t- n G i f t
, tic.ssrn Inhnlt nicht
(8
c b i r i -
ct
die Wunder des Lebens erweitern. So ist es sicherlich auch eine beachtenswerte Entdeckung, wenn wir
einige der wirksamen Prinzipien des Mutterkorneg
im Organismus dcs Siiugetieres als normale Bestandteile antreffen. Der Gedanke, daB dieselbcn - das
Histamin (Imidazolylathylaniin) und das Oxyphenylathylamin - hier auf physiologischem Wege
den pleichen Zwecken dienen, die wir in der Therapie anstreben, ist nicht oline weiteres von der Hand
zu weisen. Trotzdem unsere chemischen Kenntnisse der Hormone noch recht nisngelhafte sind,
haben manche dieser Praparate, wie z. 13. das Thyreoidin aus dcr Schilddriise, das Yeristaltikhormon
aus den Verdauungsdriisen und der Nilz, das I'ituitrin aus dcni Hirnanh'ang, in der Jledizin, tcilweise
sogar mit groBeni Erfolg, weitverhreitete Anuendung grfunden.
Eine andere Gruppe tirrisclier Gifte, die acgen
ihrer engen Rczichung zur nienschlichrn Gesundheit einer systeniatischen Hearbeitung dringend bedarf, wird von den Substanzen gebildet, die in den
rnenschlichen l'arasiten cnthalten sind, oder die als
Produkte des Stoffweehsels dieser Organisnien auf
den Wirt schadlichcn EinfluB ausiiben konnen. Auch
hier sind unsere Kenntnisse noch nicht iibcr die
ersten Anfinge hinausgekoninicn.
Uas Gleiehe gilt von dcr chcmischen Rearbeitung jencr liochgiftigcn Stoffe, die wir tlen E r r e g e r n der I n f e k t i o n s k r a n k h e i t c n
zuschreiben niussen. Nach deni heutigen Stande
unserer Kenntnisse kann es keinem Zweifel mehr
unterliegen, daB a i r es bci den vielgestaltigen Symptomen dieser Erkrankungen im wesentlichen niit
koniplizierten Vergiftun~~erscheinungenzu tun
haben, deren Analyse eine der bedeutsainsten Aufgaben der experimentellen Pharniakologie und Toxikologie sein wird. Dern weiteren Ausbau und der
fortschreitenden Verfeinerung unserer Methoden
mu13 es gelingen, fur die heute schon fast allgernein
angcnommene Auffassung, daB sich hinter den hypothetischen Begriffen von Toxin und Antitoxin
chernisch charakterisierbare Stoffe verbergen, auf
experimentellem Wege den lange Zeit vergeblich
gesuchten Beweis zu erbringen, und die Immunitatsund Serumforschung in neue und aussichtsreiche
Rahnen zu lenken.
Sol1 aber diese Aufgabe in absehbarer Zeit
ihrer Losung naher gebracht werden, so ist zu fordern, daB sich die chemische Forschung in der Zukunft noch weit ausgedehnter, als dies bisher schon
gesehehen ist, an unseren Bestrebungen beteiligt.
Bei dieser Arbeitsteilung wird sich dem Cheniiker
neben den] Biologen ein weites Feld lohnender Tatigkeit eroffnen, dessen Bebauung nicht nur fur die
Wissenschaft, sondern auch fur die gesamte Menschheit eine fruchtbare Ernte bringen muB. I n dieser
Zuversicht will ich meine kurzen Ausfuhrungen beschlieBen und nur noch die Hoffnung aussprechen,
daO rneine Worte dazu beitragen miichten, das Interesse an biochemischen Fragen in weiteren Kreisen
wachzurufen und diesem Zweige unserer schonen
chemischen Wissenschaft neue Freunde und An[A. 129.1
hanger zu werben.
Die Nahrungsmittelchemie im Jahre
1911.
Von J. RUHLE.
(Sehlufi von S. 2'20s J
4. B u t t e r , S p e i s e f e t t e u n d o l e .
A m b e ~g e r 61) ist in eine Nacliprufung des
E w e r s schen Verfalrens eingetreten, derzufolge
dieses niclit in jedem Falle einen sicheren Sacliweis
von 10% C o c o s f e t t i n B u t t e r gestattet, da
anormale Werte der E w e r s schen Differenz aucl,
auf nornialern Wcge zustande kornnien konnen. Dieses Ergebnis kann nieniand iibcrraschcnd
kornmen, der weil3, ein wie verinderlicher Korper
hinsichtlich seiner Zusamniensetzung die Butter ist,
die von den verschiedensten Umstinden, z. B. Lactation und Fiittcrung, weitgehend beeinfluOt wcrden kann. Es kann deshalb nicht oft genug betont
werden, wic dies aucli A m b e r g e r (1. c . ) tut, daO
n u r das Gesamtbild der ermitt.elten analytischen
Werte den richtigen Weg zu einer richtigen Bcurteilung zeigen kann, und daB ein einzelner N'ert hierfur nichts bedcutet. (Ref.)
A r n o 1 d 6 2 ) berichtet zusaminenfassend iiber
die quantitative Bestimmung von C o c o s f e t t
i n S p e i s e f e t t e n mittels seines kombinierten
Verfahrens zur Bestimmung der Verseifungs-, R e i c h e r t - M e i 13 1 schen und P,Jo1 e n s k e schen
Zahl. Die Ausfuhrungen sind sehr lesenswert, daa
Verfahren bedeutet einen wesentlichen Schritt vorwarts auf dein Gebiete der Butteruntersuchung.
Z o f f m a n n 6s) hat die Krankheiten der
Margarine studiert, die sich LuBerlich durch verschieden gefarbte Flecken zu erkennen geben und
durch Pilz- und Bakterienwucherungen hervorgerufen werden. - Solche Erkrankungen sind haufige und gefiirchtete Erscheir.ungen fur jeden Margarinefabrikanten, und es wird ihnen durch Zusatz
von Konservierungsrnitteln - hauptsachlich Benzoesaure bzw. deren Salze - zu begegnen versucht.
Uber die Beurteilung eines solclien Zusatzes vom
nahrungsmittelchemischen Standpunkte aus ist in
dem Abschnitte iiber ,,Konservierungsmittel" nachzulesen. (Ref.)
Die Erkrankungen, die sich infolge Genusses
von Backamargarine ereigneten, haben eine Reihe
sehr interessanter Arbeiten gezeitigt, die neue Fingerzeige fur die Untersuchung von Fetten gegeben
und unsere Kenntnisse auslandischer pflanzlicher
Fette wesentlich bereichert haben. Denn es handelte sich bei der beregten Margarine um ein Erzeugois, das unter Zuhilfenahme eines bisher noch nicht
tu diesern Zwecke verwendeten auslandischen Fettes, sog. K a r d a m o m f e t t e s , hergestellt worlen war. Es war dies zur Zeit einer starken Preisateigerung fiir tierische Fette und demzufolge einer
itarken IVachfrage nach pflanzlichen Fetten, die zu
verhaltnismaBigen billigen Preisen auf den Markt
{elangten und zusammenfallend daniit einer starken
'31) Z. Unters. Nahr.. u. GenuBrn. 21, 598;
liese Z. 24, 1438.
82) Z. Unters. Nahr.- u. GenuBm. 21, 587;
liese Z . 24, 1438.
'33) Cheni. Revue 18, 4; diese Z. 24, 561.
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