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Die Fettanalyse und die Fettchemie im Jahre 1908.

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Zeitschrift fur angewandte Chemie
und
Zentralblatt fur technische Chemie.
XXII. Jahrgang.
Heft 17.
Die Fettanalyse und die Fettchemie
im Jahre 1908.
V o n Dr. W. FAHHION.
(Eingeg. d. 2.13. I@.)
Nachdem in dieser Zeitschrift uber die einschlagigen Arbeiten grolltenteils referiert wird, kann
der vorliegende Jahresbericht fur die Zukunft
kiirzer gefal3t werden. Auf Einzelheiten soll nur
noch ausnahmsweise eingegangen, ferner sollen Arbeiten, die nichts wesentlich Neues bringen, nicht
mehr erwahnt werden. Dab derartige Arbeiten
trotzdem wertvoll sein konnen, braucht wohl nicht
besonders betont zu werden.
L i t e r a t u r , A 11 g e m e i n e s.
Von G. H e f t e r s Technologie der Fette und
Ole ist der zweite Bandl), von dem ebenfalls auf vier
Blinde berechneten Werk L. U b b e 1 o h d e s:
Handbuch der Chemie und Technologie der Fette
und Ole, der erste Bandt), und von dem Lltcsten
Spezialwerk: B e n e d i k t - U 1 z e r , Analyse der
Fette und Wachsarten ist eine neue, die fiinfte,
Auflage3) erschienen. J. F r e u n d 1 i c h 4 ) verdanken wir einen zusammenfassenden Aufsatz
uber die Analyse i n der Stearinfabrikation. Der
I. internationale KongreB zur Unterdriickung der
Verfalschungen der Nahrungsmittel und pharmazeutischen Produkte in Genf (8.-12./9. 1908) hat
beziiglich der Cnterscheidung zwischen Fetten und
Olen die Temperatur von 15" als maagebend angenommenb).
F e t t e Y t r a k t i o n , F e t t b e s t i m m u n g.
Der Soxhletapparat ist wieder von verschiedenen Seiten abgeandert wTorden, auch in der Richtung
nach einer hoheren Extraktionstemperatur. Ubrigens soll die iibliche, kalte Extraktion in manchen
Fallen hohere Resultate liefern als die heiIle6).
Z e 1 1 n e r 7 ) ist der Ansicht, daB ein dreinialiges
Auskochen pflanzlicher Stoffe mit Petrolather eher
vollige Entfettung garantiert als die Soxhletestraktion. Nach den Erfahrungen des Ref. ist diese Ansicht im Prinzip richtig, besonders wenn man nach
jeder Extraktion verlustfrei abprel3t. Aber das
Prinzip gilt nur fur ein und dasselbe Losungsmittel,
und die pflanzlichen und tierischen Substanzen enthalten in der Regel chemisch verandcrtes Fett, das in
Petrolather nicht mehr loslich ist. Wenn daher auf
die Extraktion mit Petrolather eine solche mit
Diese Z. 21, 763 (1908).
Diese Z. XI, 1428 (1908).
a) Diese Z. 21, 1288 (1908).
4) Chem. Revue 15, 224.
5) Dies? Z. %I, 2202 (1908).
6 ) S c h u l z e , S c h l i c h t und B i a l o n ,
Chem. Zentralbl. 1908, 11, 825.
7 ) Diese Z. 21, 254 (1908) (PuBnote).
1)
2)
Ch
1809
23. April 1909.
Ather folgt, so ergibt dieselbe mit ziemlicher Sicherheit neue Substanzmengen. Bekanntlich sind eine
Reihe von Methoden vorgeschlagen worden, um
auch das schwer ausziehbare Fett zu erhalten. Zwei
derselben werden neuerdings in etwas abgeanderter
Form empfohlen, Prinzip: Extraktion mit Ather,
dann mit Alkohol8), bzw. AufschlieIlen mit alkoholischem Alkalig). Wie speziell die Lecithine, fur
welche er den Sammelnamen Phosphatide vorscblagt, aus Pflanzensamen zu isolieren sind, hat
E. S c h u 1 z e 10) eingehend dargelegt.
Was die technische Fettextraktion betrifft, so
wird uber die Vor- und Nachteile der neueren Extraktionsmittell') noch gestritten. Da5 das ,,Tetraknochenfett" zuweilen aschenreiche Glycerine liefert, gibt die Chemische Fabrik Griesheim-Elektron'2) zu, der gbelstand 1 i B t sich aber durch Enteisenung der Knochen vermeidea Den chlorierten
h h a n e n und Bthylenen werden verschiedene Nachteile zugeschrieben, welche aber das Konsortium
fur elektrochemische Industriel3) bestreitet.
Es wird immer das Verdienst N. G e r b e r s
bleiben, in der Acidbutyrometrie das erste, fur
Massenanalysen geeignete Verfahren zur Fettbestimmung in der Milch ausgearbeitet zu haben. Dieses
Verfahren wurde bekanntlich vielfach abgeandertll),
nach dem letzten diesbezuglichen Vorschlag der
Gerber Co. selbstl4) soll der Amylalkohol durch
Ketone ersetzt werden. Viele halten immer noch
die Originalmethode fur die beste, nach den Untersuchungen von M. S i e g f e 1 d 16) werden dabei
12,1y0 des Milchfetts in freie Sauren, 17,3y0 in
Amylester iibergefiihrt.
N i c h t f e t t e.
Das Prinzip, wasserhaltige Substanzen mit
hochsiedenden Fliissigkeiten zu erhitzen uud das
Wasser im Destillat zu messen - zuerst vorgeschlagen von J. F. H o f f m a n n 16) - will W.
T h ij r n e r 1 7 ) unter Anwendung von Petroleum
auch zur Wasserbestimmung in der Butter benutzen.
Tndessen diirften auch noeh diese Destillationsmethoden fur die Praxis zu umstlndlich und das
direkte Wegkochen des Wassers, unterstiitzt, durch
Riihren, Schutteln usw. besser geeignet sein. Auch
in dieser Richtung wurden einige neue Vorschlage
8 ) E. A. B o g d a n o w , Chem. Zentralbl.
1908, I, 1307.
9) K u m a g a w a and S u t o , Chem. Zentralbl. 1908, I, 1494.
10) Chem.-Ztg. 32,981; diese Z. 21, 1125 (1908).
11) Vgl. d. vorjahr. Ber., diese Z. 21,1125 (1908).
1 2 ) Seifensiederztg. 35, 40; Chem.-Ztg. 32, 256;
diese Z. 21, 1029 (1908).
1 3 ) Chem.-Ztg. 32,529; diese Z. 21, 1805 (1908).
14) D. R. I?. 192 767; diese Z. 21, 599 (1908).
1 6 ) Chem. Zentralbl. 1908. IT, 909.
1 6 ) Vgl. diese Z. t l , 2095 (1908).
1 7 ) I&se Z. 21, 148 (1908).
97
7 70
Fahdon: Die Fettanalyee und die Fettohemie im Jehre 1008.
gemacht18). Wenn von verschiedenen Seiten'v)
behauptet wird, daB eine Wasserbestimmung in der
Butter durch direktes Erhitzen unmoglich sei, so
ist dem mtgegenzuhalten, daB bei obigen Verfahren die Butter nur kurze Zeit auf die Temperatur
des siedenden Wassers erhitzt wird. I n teilweise
fliichtigen Fettsauren bestimmt C. S t i e p e 1 2 0 )
daa Wasser in der Weise, daB in das auf 105-1 10'
erwarmte Material Kohlensaure eingeleitet wird.
Die mitiibergegangenen Fettsauren werden titriert
und vom Gesamtverlust abgezogen. Die von P o 1 e n s k e 11) vorgeschlagene Methode zur Bestimmung kleiner Wassermengen ist wohl fur Schweinefett, aber nicht fur Talg geeignet21).
Nach W. G 1 i k i n 2 2 ) enthalten die naturlichen
und pflanzlichen Fette allgemein geringe Mengen
Eisen, und zwar bei jungen Tieren vie1 mehr als bei
alten. I n wasserigen, alkoholfreien Losungen will
S. K. K a h n 2 s ) Kupfer oder Eisen noch in einer
Verdiinnung von 1 : 800 000 durch Erwarmen mit
einer Scheibe Stearinsaure nachweisen. Die erkaltete Scheibe ist durch Kupfer bliiulichgriin, durch
Eisen gelb gefarbt.
Zum Nachweis von Benzoesaure24) und von
synthetischen Butterfarbstoffen25) in der Butter,
sowie von Saccharin in fetten olen26) werden Methoden angegeben.
P 11 y s i k a I i s c h e K o n s t a n t e n .
IJ b b e 1 o h d e s Tropfpunktapparat ist auch
zur Bestimmung der Durchsichtigkeit konsistenter
Fette geeignet*7). Mittels der Differenzzahlll) laBt
sich auch Schweinefett im Gansefett nachweisen, der
Nachweis von Schweinefett jm Butterfett laat sich
oft durch Zusatz von Talg verscharfen28). Die Beziehungen zwischen Refraktjon und Jodzahl scheinen, speziell beim Schweinefett, nicht SO regelm5Big zu sein, als seither angenommen wurde29). W.
T h o r n e r 30) beschreibt cinen Apparat zur Bestimniung des AusdehqungsvermCgens von olen.
Ein besonderes Verhalten zeigen Ricinus-, Oliven-,
Riibol, Kakaofett (vgl. dagegen W r i g h t 11)).
G. C e s a r o 31) gibt an, wie die kritische Losungstemperatur eines sauren auf diejenige des neutralen
Fettes umgerechnet werden kann.
W i n g 1 e r und v. S u r y , Chem.-Ztg. 32,
1140;diese Z. 21, 2508; P. Funcke & Co., Chem.Ztg. 32, 1176.
1 9 ) F. B e n g e n ,Z. Unters. Nahr.- u. GenulJm.
15, 587; diese Z. 21, 1655 (1908); A. S c h o o n j a n s , Chem. Zentralbl. 1908, 11, 1132.
2 0 ) Seifensiederztg. 35,886. D. Z. 22,124 (1909).
21) F i s c h e r nnd S c h e 11 e n s , Z. Unters.
Xahr.- u. GenuBm. 16, 161; diese Z. 21, 2226 (1908).
2 2 ) Bed. Berichte 41, 910.
23) Cheni. Revue 15, 90.
24) G . H a 1 p h e n , Chern. Zentralbl. 1908,1I,
1129: L. R o b i n , daselbst TI, 2041.
2 5 ) R. W . C o r n e l i s o n , J.Am.Chem. SOC.
30, 1478; diesc Z. 21. 2278 (1908).
2 6 ) B i a n c h i , und d i N o 1 a , Chem. Zentralbl. 1908. I, 1950.
27) D. H o 1 d e
diese Z. 21, 2140 (1908).
28) Arb. Kair. Ges.-Amt 29. 272: diese Z. 21.
2584 (1908).
29) G. H a 1 f D a a D . Z. Unters. Nahr.- u.
GenuBm. 15, 65; diese Z. 21, 594 (1908).
30) Chem.-Ztg. 32, 509.
31) Chem. Zentralbl. 1908, 11, 431.
18)
.
I
,
[, , ~ $ ~ ~ ~ $ f " , ~ f e
G 1 y c e r i n.
Die Veresterung mit Hilfe von Naphthalinstearosulfostiurell), angewandt auf wasscrige Glycerinlosungcn und Stearin, sol1 auch zur Glycerinbestimmung geeignet seinsz)).
Gesamtfettsauren, freie
F e t t s a u r e n.
Die Rotfarbung alkalischer Fliiss-igkeiten durch
Phenolphthaleinll) riihrt von einem roten Ion S"
einer zweibasischen Saure her. Die Hydrolyso dieser
Saure verlauft zunachst nach dem Schema:
+
S"
H,O = S'H
Das Ion SH' ist, farhlos33).
f
OH'.
Ein umfangreichrr Meinungsaust,auscli fand
statt uber die Herstellung ciner haltbaren alkoholischen Kalilauge34). Mit Recht wurde dcr Vorschlag
S i e g f e 1 d s , eine konzentrierte wllsserige Lauge
abzuwagen u n l dznn erst den Alkuhol zuzufugm,
allseitig a.hgelehnt. Im iibrigen bringen die Mitteilungen nichts wesentlich News, sie zeigon nur,
daB die Herstellung einer brauchbaren Lauge
kaum besondere Schwierigkeiten bict et. .lucli die
Ansicbt S i e p f e l d s , daB ,,man sich ganz allgemein sklavisch a n die a1t.e K 6 t t s t o r f e r sche
Vomchrift halte", trifft iiicht zu. Kin Vowehlag von
N. R u s t i n g 36), der Lauge Seife zuzusetzen, ist
nicht nur iiherflussig, sondern insofern schlidlich,
als er eine Fortsetzung der Analyso mit deniselbcn
Fettquantum unmoglich macht.
E i s e n s t e i n und R o s a u e r 36) finden,
da13 beim Palmol mit steigender Sliurezahl nuch die
Verseifungs- und Hehnerzahl steigt. Letzteres ist
natiirlich, bei der Verseifungszahl ist das Ansteigen
durch die Bildung von niedrigmolekularen Fettsauren oder von Oxyfettsauren zu erlrlaren.
An Stelle der Acetylzahl hestimnit E. T w i t c h e 11 32) die Hydrosylzahl - in mg KOH pro 1 g
Substanz -- durch Veresterung des betreffenden
01s (hauptsiichlich Ricinusol) mit Stearinskure und
Naph thalinstearosiilfosaure.
Trennung der FettsLuren.
R i v a 1 s 3 7 ) cmpfiehlt zur ldentifizicrung des
Cocosfetts die Ferrierzahl. d. h. die, Anzahl von
Kubikzentimetmn Normalnatronlnugc, welche zur
Neutralisation der in Wasscr iinloslichen Fettsauren
aus 5 g Feft erforderlich sind. Da er aher zur Isolierung obiger Fettsauren die alte H e h 11 e r sche
Mcthode anwendet und die Fet.tsaurcn Zuni Trocknen auf 105' erhitzt,, so durfte obige Konstante in
Wirklichkeit variabel sein. Der Verf. giht denn auch
selber zu, daU die Fettsauren nicht ZII lange aus-.___
32) E. T w i t c h e 1 1 , J. Am. Chem. SOC.92,
506; Seifensiederztg. 35, 22.
33) R. W e g s c h e i d c r , Chem. Zentralbl.
1908, 11, 1206.
34) M. S i e g f e l d , Che:n.-Ztg. 32, 13; diese
Z. 21, 1753; F. Z e t z s c h e , (?hem.-Ztg. 32, 222;
H. M a s t b i t u r n , Chem.-Ztg. 32. 378; F. R a h c .
Z. UntxJ. Nahr.- u. GenuBm. 15, i30; diese Z. 21,
1990; H. W. C o w l e s , Seifensiederztg. 35, 1026;
A. H a l l a , Chem.-Zta. 32. 830.
35) Chem. Zentralbl. 1608, I, 1992; diesc Z.21,
1799 (1908:.
36) Chem. Zentralbl. 1908, 11, 110.
S i ) Chem. Zentralbl. 1008, I , 1495
~
~
~ Fahrion:
~ $Die ~
Pettanalyae
m ]und die Fettchemie im Jahre
gewaschen werden diirfen. Der Nachweis mittels
der fluchtigen Fettsauren ist sicher genauer. Die
Reichert-MeiBlzahl des Butterfetts wird durch den
Ubergang von der Trocken- zur Griinfutterung nicht
immer erhoht38). Auch durch Futterung von
Riibenbbttern (vgl. B e m e 1 m a n s)ll) wird sie
nicht erhoht, wohl aber konnen dadurch Verfalschungen vorgetauscht werden39). Zusatz von
Benzoeslure zur Butter erhoht die R.-H.-Z., dagegen wird letztere durch Zusatz von mehr als 0,05%
Salicylsaure erniedrigt40). Aus China sol1 neuerdings ein als ,,Butterol" bezeichnetes Samenol mit
der R.-M.-Z. 34,85 eingefuhrt werden. Seine Verwendung in der Margarinefabrikation wiirde die
R.-M.-Z. illusorisch machen41).
Bei der Verseifung nach L e f f m a n - B e a m
wird das NaOH zweckmaDig durch KOH ersetzt42).
Ubrigens gibt die Verseifung mit alkoholischem
KOH dieselben Resultate. Das Destillat enthalt
stets wagbare Mengen Schwefel. Eine De- und Repolymerisation der Fettsauren durch die analytischen Arbeiten findet nioht statt43). Die Ansichten
uber die Tragweite der Methode P o 1 e n s k e gehen
immer noch auseinander, iiber Einzelheiten der Ausfiihrung wurde verschiedenes publiziert44). R. K.
D o n s 46) hat seine Methode zur Bestimrnung der
Caprylsaurezahlll) noch vereinfacht, H e i d u s c h k a und H e r b 46) haben dieselbe auf Kakaofett
angewendet und keine Capryls%ure darin gefunden.
H a n u s und S t e k 147) geben nunmehr eine genau
einzuhaltende Vorschrift zur Bestimmung der Athylesterzahl'l). Die Methode gestattet den sicheren
Nachweis von Cocos- in1 Schweine- und Kakaofett,
im Butterfett erst, wenn die Verfiilschung 15%
betragt.
J. F r e u n d 1 i c h 48) glaubt, daO die Loslichkeit der alkalischen, glycerinhaltigen Seife, wie sie
bei der Verseifung von I g Fett mit 20 ccm 1/2-n.
alkoholischer Kalilauge entsteht, zur Unterscheidung der Fette und zu einer rohen Trennung von
Fettsauren dienen kann. D. H o 1 d e 49) hat ahnliches schon fruher veroffentlicht. M. S i e g f e 1 d 60) bestatigt, daO die Methode F a r n s t e i n e r nicht quantitativ arbeitet, sie lie6 in den
.
38) S. P a r a s c h t s c h u k Chem. Zentralbl.
1908, I, 302.
39) L i i h r i e und H e D n e r . Chem. Zentralbl. ' 1908, I, &.
40) C. G r i m a 1d i Chem.-Ztg. 32, 794; diese
Ztg. 21, 2226 (1908).
41) P. B u t t e n b e r g , Z. Unters. Nahr.- u.
GenuOm. 15, 334; diese Z. 21, 1365 (1908).
42) M. S i e g f e l d , Chem.-Ztg. 32, 1128.
43) A. 3 r u n i n g , Z. Unters. Nahr.- u. Genubm. 15, 661; diese Z. 21, 1654 (1908).
44) M. F r i t z s c h e , Z. Unters. Nahr.- u.
GenuBm. 15, 193; diese Z. I I , 891 (1908);
J . W a u t e r s , Chem. Zentralbl. 1908, I , 302;
L i i h r i g u. H e p n e r , Chem. Zentralbl. 1908, I,
415; W. A r n o l d , Cbem. Zentralbl. 1908, I, 1578.
46) Z. Unters. Nahr.- u. GenuBm. 15. 75: diese
2. 21,'1596.
46) Chem. Zentralbl. 1908. 11. 90.
47) Z. Unters. Nahr.- u.' GenuOm. 15, 577;
diese Z. 21, 1655 (1908).
48) Chem. Revue 15, 133; diese Z. 21. 2379.
49) Chem. Revue 15, 191.
6 0 ) Chem. Zentralbl. 1908, 11, 259; diese 2. %I,
1854 (1908).
I
7 71
1908.
gesattigten Butterfettsauren 5% &lure
zuruck.
G . F e n d 1 e r 51) hat die an sich unbrauchbare Methode V a n d a m (Trennung der Fettsauren durch
6O%igen Alkohol) verbessert und eine weitere
Trennungsmethode, beruhend auf der verschiedenen
Fliichtigkeit der Fettsaureathylester, ausgearbeitet.
Reide Methoden sollen bei der Butterpriifung,
speziell zum Nachweis von Cocosfett, Verwendung
finden. Zur Trennung von Stearin- und Palmitinsaure empfiehlt R. B e r g 52) Aceton. Der seither
angewandte Alkohol ist deshalb nicht geeignet, weil
er beim Umkrystallisieren die Sauren teilweise verestert. Auch W. H. E m e r s o n 53) findet, daO
wiederholtes Abdampfen mit Alkohol die Loslichkeit der Stearinsaure erhoht, ob infolge Esterbildung , wurde nicht festgestellt. Alle seitherigen
Angaben iiber die Loslichkeit der Stearin- und Palmitinsaure in Alkohol sind zu hoch, Verf. hat die
Methode H e 11 n e r und X i t c h e 11 entsprechend
abgeandert. Ob eine von E. M o r e 1 1 i 54) mitgeteilte Methode zur Uberfiihrung der Glyceride in
Hydroxamsiiuren, CnH,,,-,(NOH)(OH), fur die
Fettanalyse nutzbar gemacht werden kann, mu13
abgewartet werden. Die Hydroxamsauren der
Stearin- und Palmitinsaure zeigen nur eine Schmelzpunktsdifferenz von 5" (104 bzw. 99O), diejenige der
6lt3aure schmilzt bei 61 O. Nach langerer Pause wurde
auch wieder ein gemischtes Glycerid isoliert, und
zwar von H. 0 k a d a 66) aus dem Japantran durch
fraktionierte Krystallisation aus Alkoholither.
Die Formel C3H5(C18H,,0,)(C~~Ha~02)(C~5H2002)
bedarf indessen der BestLtigung, nach den Erfahrungen des Ref. enthalten die Trane wohl
Palmitinsaure, dagegen Stearinssure hochstens in
Spuren.
U n g e s a t t i g t e F e t t s a u r e n.
H. I n g 1 e 56) halt an seinem Vorschlag57), bei
der Jodzahlbestimmung nach W i j s das Wasser
vor der Jodkaliumlosung zuzusetzen, fest und fiihrt
die Einwendungen auf MiOverstiindnisse zuriick.
Interessant sind die Versuche von W a k e und
I n g 1 e 5 6 ) iiber das Verhalten der Phenole gegen
Jodlosung. S c h w a r z und M a r c u s s o n 5 9
haben in den Naphthensauren wiedenwn Substanzen
gefunden, welche nach W a 11 e r und nach W i j s
sehr stark differierende Jodzahlen liefern, z. B. 30,7
und 51,5. M. S i e g f e 1d 59) konstatierte, daB von
den nichtfliichtigen Butterfettsauren der krystallisierte Anteil fast dieselbe Jodzahl zeigt wie der
fliissig gebliebene. Ahnliches wurde auoh bei Tranen
wiederholt beobachtet.
M o l i n a r i und F e n a r o l i 6 0 ) haben ihre
Methode zur Bestimmung der Ozonzahlal) vereinfacht und schlagen die Jodzahl der Ozonide als neue
Konstante vor, die sich aber von der gewohnlichen
51) Chem. Zentralbl. 1908, 11, 911; diese Z. 21,
1854 (1908).
52) Chem.-Ztg. 3%, 779.
53) Chem. Zentralbl. 1908, I, 618.
54) Chem. Zentralbl. 1908, 11, 1019.
55) Chem.-Ztg. 32, 1199.
5 6 ) Chem. Zentralbl. 1908, I, 2060.
57) Vgl. den Bericht fiir 1904, diese Z. 18, 369.
58) Chem. Revue 15, 165; diese Z. 21, 2384.
5 9 ) Chem.-Ztg. 32, 505.
6 0 ) Berl. Berichte 41, 2789, 2792.
61) Vgl. den Bericht fur 1906. diese Z. 20, 817.
97.
7 72
Fahrion: Die Fettsnelyse und die Fettohemie im Jahr8 1008.
Jodzahl dadurch unterscheidet, da13 nicht das absorbierte, sondern das durch den aktiven Sauerstoff
a m Jodkalium freigemachte Jod gemessen wird.
Praktische Bedeutung durfte die Methode kaum
erlangen, denn bei vie1 gro5erer Umsfandlichkeit
gibt sie schlieBlich, wie die bekannten Methoden,
auch nur ein Ma13 fur die Anzahl der Doppelbindungen.
S. F o k i n 6 2 ) hat eine neue Methode zur Bestimmung der Wasserstoffzahl ausgearbeitet. Anstatt Nickel, wie B e d f o r d 11), benutzt er Platin
als Katalysator.
U n v erseif bares.
S c 11 i c h t und H a l p e r 1163) verteidigen die
Anwendung des Petrolathers zur Isolierung des Unverseifbaren aus Seifenliisungen. Die fiir denselben
Zweck von E. S a 1 k o w s k i 64) gegebene Vorschrift ist der B 6 m e r schen ahnlich: Ausschutteln
der alkalischen, wiisserig-alkoholischen ( 15-20%
Alkohol) Seifenlosung mit Atlier. Auf einen Nachteil dieser Methode hat Ref. hingewiesenll).
E. T w i t c h e 11 32) will die Hydroxylzahl
auch zur Untersuchung von Wachsalkoholen anwenden. A. W i n d a u s 6 5 ) legt den heutigen
Stand uilserer Kenntnisse iiber das Cholesterin dar.
Es ist ein einwertiger, einfach ungesilttigter, sekundiirer Alkohol der Formel C2,Hk60. Dagegen
schlieDen M o l i n a r i und F e n a r o l i 8 8 ) aus
den Ozonzahlen, da13 die Cholesterine und Phytosterine je zwei Doppelbindungen enthalten. Daa
Cocosfett67) enthilt auBer dem gewijhnlichen ein
zweites Phytosterin mit einem bei 180-183°
schmelzenden AcetaMibromid. Das Unverseif bare
des Kakaofettses) besteht aus zwei Phytosterinen
vom F. 162-163O bzw. 139O, aus einem Kohlenwasserstoff Amyrilen, CaeHBs,und am einem nach
Hyazinthen riechenden 01. Das LorbeerGPg) enthalt Phytosterin, Melissylalkohol, C30H620,Lauran, C20H42,
Kp. 69", und ein dickes aromatisches
61. I m Unverseifbaren des Chrysalidenols findet
J. L e w k o w i t s c h 70) au5er Cholesterin einen
Kohlenwasserstoff. M e n o z z i und M o r e s c h i71)
finden als Hauptbestandteil Bombicesterin, C26H4,
OH.H,O, und zwei Kohlenwasserstoffe vom F. 6 5 5
bzw. 41-42".
Dagegen behauptet M. T s u j i m o t o 72), da5 das Chrysalidenol, trotz seiner
animalischen Herkunft, Phytosterin enthalte. Interessant ist auch eino Angabe von R. A. G o r t n c r 73), laut wclcher im Weizenol eine unverseif62)
83)
Chem. Zentralbl. 1908, 11, 2039.
Chem. Revue 15, 112; diese Z. XI, 1021
(1908).
64) Chem. Zentralbl. 1908, 11, 1878.
6 5 ) Ar. d. Pharmacie %46,117; diese Z. 21, 1416.
66) Berl. Berichte 41, 2785.
67) M a t t h e s und A c k e r m . a n n , Berl.
Berichte 41, 2000; diese Z . 21, 2226 (1908).
6 8 ) M a t t h e s und R o h d i c h , Berl. Berichte 41, 19 und 1591; diese Z . 21, 1800 (1908).
69) M a t t h e s und S a n d e r , Ar. d. Pharniacie 246, 105; diese Z. t l , 1324 (1908).
70) Z. Unters. Nahr.- u. GenuBm. 13, 552.
71) Chem. Zentralbl. 1908, I, 1377; Chem.-Ztg.
32, 334.
72) The Journal of the College of Engineering,
Tokio 4, 63.
7 3 ) Chem. Zent,ralbl. 1908, I, 1899.
[a
n ~ ~ ~ ~ ~ ~ f i c ~ m ,
bare, stickstoffhaltige Substanz vorkommt : weiBe
Krystallchen vom F. 96,5". R. B e r g 5 2 ) hat im
Bienenwachs 0,6% Cholesterinester nachgewiesen.
Nach P. G . U n n a 7 4 ) verdanken Wollfett und
Lanolin ihre Mischbarkeit mit Wasser nicht den
Cholesterinestern, sondern den freien Cholesterinen
und Oxycholesterinen. Auch das Bett der menschlichen Haut enthilt freies Cliolesterin.
Zum Nachweis von Mineral61 in Harz81 und
Harzessenz ist die H2S04-Methode von H e r z f e 1 d nicht geeignet, wohl aber die HN0,-Methode
von B u r t o n 75). Aber auch letztere ist nicht genau. Benzin ist in Harzessenz in technivch belangreichen Mengen nicht vorhanden, wenn die zwischen
120 und 150" ubergehenden Anteile mit Anilin und
Essigsaureanhydrid in jedem Verlialtnis mischbar
sind76). Auch zur Unterscheidung von Petroleum
und Terpentinol ist Anilin geeignet, ersteres ist darin
ganz unloslich77). Fur denselben Zweck wird auch
Antimontrichlorid empfohlen, mit welchem Terpentinijl unter mel3barer Wiirrneentwicklung reagiert78).
C. N e u b e r g 79) crhielt aus rechtsdrehender
Capron- und Valeriansaure, entstnnden bei der
EiweiBfiulnis, durch Druckdestillation mit olsaure
rechtsdrehendes Petroleum. Interessante Versuche
uber die DruckdestiUation yon Stearin und Olein
mit kohlensaurem Kalk haben K u n k 1 e r und
S c h w e d h e 1 m 8 0 ) angestellt. Bci 270-320"
und 13 Atm. entstehen Paraffin, Ceresin und viscose
ole. Auch bei normalen Druck- und Temperaturverhaltnissen, besonders in Gegenwart von Wasser,
reagieren Fette und fettc ole mit kohlensaurem
Kalk. Ton und Kochsalz begunstigen die Reaktion,
ebenso Temperaturerhohung. Als Primarprodukte
entstehen Ketone. Die Verf. nehmen nuf Grund
ihrer Versuche an, da5 die Erdolbildung iiber die
fettsauren Erdalkalien geht.
Far b r e a k t i onen.
K. L e n d r i c h 81) hat bei Fiitterungsversuchen mit Kaninchen gefunden, daB der Trlger der
Halphenreaktion nicht ins Korperfett ubergeht, bei
Schweinen ist bekanntlich das Gegenteil bewiesen.
Der im Baumwollsamenol enthaltene, schwefelhaltige Farbstoff ist niclit der Trilger der obigen,
wohl aber derjenige der B e c c h i schen Reaktionsz). Vgl. dagegen P e t k o w 11). H. 5: p r i n k m e y e r 83) erhielt mit ranzigem BaumwollsamcnGl
die H a 1p h e n schc Reaktion nicht mchrl').
Chem.-Ztg. Rep. 3X, 48.
R. A d a n , Chem. Zentralbl. 1908,II, 1749;
vgl. dagegen U t z 61).
76) J. M a r c u s s o n , Chem. Zentralbl. 1908,
11, 206; diese Z. 21, 2184 (1908).
77) H. C. F r e y , J. Am. Chern. Soc. 30, 420;
diese Z. 21, 1618 (1908).
78) R i c h a r d s o n und B o w e n , J. SOC.
Chem. Ind. 27, 613 ; diese Z. 21, 2185 (1908).
79) Chem. Zentralbl. 1908. I. 1321.
S o ) Seifensiederztg. 35, 166 ;I. 1287; diese Z.
t 1 , 2378 (1908).
61) Z. Unters. Nahr.- u. GenuBm. 15. 326: diese
Z. 21,'1365 (1908).
82) W a g n e r und C l e m e n t , 2. Unters.
Nahr.- u. GenuBm. 15, 145; diese Z. $1, 2226 (1908:.
83) Z. Unters. Nahr.- u. GenuOm. 15, 90; diese
21, 597 (1908).
74)
76)
I
z.
,
HefiyIf:l
~ h ~ ~ ~ f i Fahrion:
;ginm
Die
] Fettanalyse und die Fettchemie im Jehre 1008.
Nach W. A r n o 1 d 84) gibt es Sesamole mit
so starker B a u d o u i n scher Reaktion, daB weniger
als 10% genugen, um der Margarine die vorgeschriebene Reaktion zu verleihen. H. K r e i s85) verwirft
den Vorschlag von L a u f f s und H u i s m a n n l l ) ,
bei der B a u d o u i n schen Reaktion Baumwollsamenol zuzusetzen, es wird dadurch nur die Nuance
der Firbung beeinflufit. Derselben Ansicht ist
U t z 86). Er erhielt auch niit ranziger Margarine
immer die S o 1 t s i e n sche Reaktion, dagegen
kann die B a u d o u i n sche Reaktion ausbleiben,
wenn ein vorhandener Farbstoff durch ofteres Ausschutteln mit Salzsaure entfernt wurde. Andererseits behauptet H. S p r i n k m e y e r 8 7 ) wiederum,
da8 bei Gegenwart ranzigen Sesamols sowohl die
B a u d o u i n sche als die S o 1 t s i e n sche Reaktion ausbleiben. K o n i g und S c h 1 u c k e b i e r 8 8 ) finden, daW der Trager der B a u d o u i n schen Reaktion zwar nicht in das Mdchfett der Kuhe,
wohl aber in das Korperfett der Schweine ubergeht.
Vgl. E n g e 161).
T h. M e r 189) erhielt mit Acetohauszugcn von
Senf-, Mandel- und Leinsamen die S o 1 t s i e n sche
Reaktion. Die Ursache ist ein geringer Zuckergehalt obiger Samen. P. S o 1 t s i e n 90) bestreitet
eine Angabe von L e w k o w i t s c h , wonach ein
auf 250" erhitztes Baumwollsamenol, welches die
H a 1 p h e n sche und B e c c h i sche Reaktion
nicht mehr gibt, durch die H a u c h e c o r n B sche
Reaktion - Braunfarbung mit H N 0 3 der D. 1,4 identifiziert werden konne. Die Braunfarbung h a t
mit obiger Reaktion par nichts zu tun, sie tritt bei
allen auf 250' erhitzten Olen auf. Derselbegl) erhielt die B e 11 i e r sche Reaktion92) mit verschiedenen Samenolen nicht, wohl aber rnit einem
Fruchtfleischfett, dem Palmol.
L u d w i g und H a u p t 93) empfehlen eine
neue Farbenreaktion zur Unterscheidung von
Butter- und Cocosfett. Das Reagens ist eine alkoholische Losung von salzsaurem Anilin, Furfurol,
Phenol und Ammoniak. Butterfett gibt keine,
Cocosfett eine rote Farbung.
3Tach.A. M a n e a94) soll &lure mit konz.
H2S04, Cellulose und Wasser eine Rotfarbung
geben, mit tierischen Fasern nicht. Die Reaktion
soll sowohl zur Unterscheidung pflanzlicber und
tierischer Fasern, als auch zum Nachweis von 61saure geeignet sein.
F. H a r t 96) erhielt die Lipochromreaktion
'34) Z. Unters. Nahr.- u. GenuBm. 15, 280;
diese Z. 21, 1365 (1908).
86) Chem.-Ztn. 32, 87; diese Z. 21, 1510 (1908).
8 6 ) Chem. Revue 15, 83; diese Z.21,1510 (1908).
87) Z. Unters. Nahr.- u. GenuBm. 15, 19; diese
z. 21, 597 (19081.
8 8 ) Z. Unte&. Nahr.- u. GenuBm. 15, 641; diese
Z. 21, 1655 (1908).
891 Z. Untcrs. Nahr.- u. GenuRm. 15. 528: diese
Z. 21,'1510 (1908).
go) Chem. Revue 15, 29.
91) Chem. Revue 15, 28.
S 2 ) Vgl. den Bericht fur 1902. diese Z. 16, 73
( 1903).
03) Z. Unters. Nahr.- u. GenuBm. 13, 605; diese
Z. 21, 73 (1908).
94) Chem. Zentralbl. 1908, 11, 1702.
96) Chem.-Ztg. 32, 819.
I
,
773
auch mit dein Tran des Schweinfisclies. Vgl.
T h o m s o n und D u n l o p 61).
J. L i f s c h ii t z 9-5) weist Cholesterin in der
Weise nach, da8 er es in Eisessiglosung durch Benzoylsuperoxyd zu Oxycholesterin oxydiert und dann
konz. H2S04zusetzt. Es tritt sofortige Griinfarbung
ein. Nach L. G o 1 o d e t z 97) gibt Cholesterin mit
Trichloressigsaure und Formaldehyd eine Blaufiirbung.
F. S c h u 1 z 98) glaubt, Mineral- und Harzol in
fetten 61en durch eine Rotfarbung mit einer Losung
von Pikrinsaure in Benzol nachweisen zu konnen.
Es wurde ihm aber von verschiedenen Seiten99)
bedeutet, daB die obige Reaktion bei raffinierten
Mineralolen ausbleibt.
R a n z i g k e i t , F e t t o x y d a t i on,
F i r n i a c h e m i e.
A. S c a 1 a 100) meint, der ranzige Geruch und
Geschmack seien hauptsachlich auf Oenanth- und
I'elargonaldehyd zuriickzufiihren. Er konnte diese
mit Wasserdampf fluchtigen Aldehyde clurch KMn04
in die entsprechenden Siiuren iiberfuhren. Von
schon vorhandenen Sauren fmd er Capryl- und
Caprinsaure. Vgl. C o h n11). C o s t e und S h e 1 b o u r n 101) glauben, daB bei der Belichtung der
o l e die Olsiiure teilweise polymerisiert wird, teilweise in Stearolacton ubergeht, daher die langsame Saurebildung. Ein weiterer Teil der &awe
soll zu Azelainsaure und vielleicht auch zu niedrigmolekularen Fettsauren oxydiert werden.
Nach H. D. D a k i n 102) lassen sich die Ammoniumsalze der gesattigten Fettsauren durch H,O,
leicht oxydieren, wobei u. a. Ketone entstehen, gemaB folgendem Schema:
CnHCn + 1 .CH,.CH,.COOH -b
CnH2, + 1.CO.CH2.COOH -'
C'nHp,n+ 1.CO.CHS + COZ.
J. L i f s c h ii t z 1 0 3 ) erhielt bei der Oxydation der
&Pure in Eisessiglosung mit KMn04 cholesterinartige Derivate, mit CrO,
H,S04 ein Derivat, das
zum spektroskopischen Nachweis der Olsaure geeignet ist. A. L e y s 104) hat die Olsaure in Risessiglosung durch Mercuriacetat oxydiert. Als Endprodukt entsteht ein Diketon, d a . an Stelle der friiheren
Doppelbindung die Gruppc CO .CO enthalt. R.
K r z i z a n 106) hat anlaBlich einer Untersuchung
des Brombeerkernols auch die H a z u r a sche Oxydationsmethode angewendet. Fur die Tetraoxystearinskure findet er den F. 161'; H a z u r a gab
173O an, Ref. fand bei einer Tetraoxystearins%ure
aus Schweinefett nur den F. 152". Dagegen nerden
bezuglich der Linusin- und Isolinusinsaure die Angaben H a z u r a s bestatigt gefunden, immerhin
+
96) Berl. Berichte 41, 252.
97) Chem.-Ztg. 32, 160; diese Z. 21, 1753 (1908).
98) Chem.-Ztg. 32, 345.
99) P. 8 c h w a r z
Seifensiederztg. 35, 623;
C h a r i t s c h k o f f und G o l u b i n t z o f f, Chem.
Ztg. 32, 1153.
100) Chem. Zentralbl. 1908, I, 2085.
101) Seifensiederztg. 35, 978.
102) Chem. Zentralbl. 1908, I, 1259.
1 O 3 ) Z. phyeiol. Chem. 55, 1; 56, 446; diese Z.
21, 1420 (1908).
1 O 4 ) Chem. Zentmlbl. 1907, IT, 388.
106) Chem. Revue 15, 7; diese Z. 21, 893 (1908).
.
774
Fahrion: Die Fettgnalyee und die Fettchemie im Jahre 1008.
bedurfen dieselben angesichts der neueren Arbeiten
B e d f o r d s einer Nachprufung. M o 1 i n a r i
und B a r o s i 106) erhielten bei der Zersetzung des
6lslureozonids auch Aldehydell), namlich Para3, Azelainsaurehalbaldehyd
nonylaldehyd, ( CgH* 80)
in Form von Oxydationa- und Kondensationsprodukten und Azelainsaurealdol, C18H3206. Dagegen
liefert nacli M o 1 i n a r i und F e n a r o 1 i 1 O 7 ) das
5, bei der Zersetzung
Ozonid des Trioleins, CS7HlO4O1
mit KOH nur Spuren von Aldehyden, dagegen
Nonylsaure, Azelainsaure, eine teigige Oxysaure,
C18H3603, und eine olige Saure, C18H3206, durch
KMn04 quantitativ zu Azelainsaure oxydierbar.
E. L o r e n t z 1O8) fand in einem Leinol 2%
Mineralol (3,7% Unverseifbares mit der Jodzahl
24,6), herruhrend von dem zum Speisen der hydraulischen Pressen verwendeten 01. Vgl. T h o m s und
F e n d l e r 5 7 ) . A. G e n t he109) hat sich auf
Grund seiner Studien iiber den TrockenprozeB61)
ein Verfahren zur Voroxydation von Leinol rnit
Hilfe von Oberflachenentwicklung, Luftsauerstoff,
kurza elligem Licht (Uviollampe) und Elektrolyse
patentieren lassen. Nach A. L i v a c h e 1l0)kann
man das Erhitzen des Kopals sparen, wenn man
anstatt Leinol ein Gemisch desselben mit Leinolfettsauren zu den Kopallacken verwendet. W.
S c h m i d t 111) hat gefunden, da13 der in Druckfarben enthaltene trocknende Leinolfirnis eine Art
Fernwirkung, ahnlich der Solarisation, ausubt.
Besonders kolloidale Korper werden leicht durchstrahlt, wobei z. B. Gunlmi arabicum in eine unlosliche Modifikation ubergeht. Auch die photographische Platte wird beeinflu&.
L. H o f f m a n n 112) beschreibt, wie das
Holzol in China gewonnen und verwendet wird. E r
pliidiert fur die Einfuhr der Nusse und die Fabrikation des 01s in Deutschland. Ein dem Holzol Lhnliches 01 (Jodzahl 147,4, Erstarrungspunkt 35,7"),
das in einem Tag zu einer wachsartigen Masse eintrocknet, sol1 ails Sudnigeria eingefuhrt werden.
K. R e b s 113) bestreitet, da13 die gunstige Wirkung des Terpentinols als Verdiinnungsmittel fur
Laoke auf desven sauerstoffubertragender Wirkung
beruhe, vgl. B o r n e m a n n 11). Nach E. P y h a 1 a 114) sind die Salze der Naphthensauren, z. B.
das Aluminiumsalz, gelost in Benzin oder Terpentinol, in der Lackindustrie verwendbar.
K ii n k 1 e r und S c ti w e d h e 1 rn1.F)finden,
daW Gemische von Mineral- und fetten Olen, auch
nichttrocknenden, in dunner Schicht an der Luft
Neigung zum Verharzen zeigen. Die Ursache kann
nicht der Luftsauerstoff sein, denn eine Gewichtszunalime erfolgt erst nach dem Vcrharzen. Gemische von Olein und russischem Mineralol verharzen nicht, zeigen aber starke Gewichtszunahme.
1OG)
1071
Chem.-Ztg. 32, 699.
Berl. Berichte 41. 2789: diese Z. 21. 1095
(1908).
Chem.-Zte. 32. 819.
D. R. P. r95 663; diese Z. 21, 1246 (1908).
1 1 O ) Chem.-Ztg. 32, 533.
111) Chem. Zentralbl. 1908, 11, 1667.
1 1 2 ) Seifensiederztg. 35, 169; diese Z. 21, 2378
(1908).
113) Chem. Revue 15, 13.
114) Chem. Revue 15, 291.
116) Seifensiederztg. 35, 341.
108)
4
[R
n ~ $ ~ ~ ~ ~ ~ f $ ~ ~ m
F e t t e p a 1t u n g .
J. M a r c u s s o n 116) hilt die experimentellen
Grundlagen, auf welche L e w k o w i t s c h 11)
seine Annahme der stufenweisen Verseifung grundete, fur endgiiltig widerlegt. Auch F a n t o und
S t r i t a r 117) geben zu, daR die Verseifung der
Fette im heterogenen System, also z. B. durch
wasserige Alkalien, praktisch direkt erfolgt. Dagegen ist die Umwandlung dcr Glyceride in die
Bthylester eine stufenweise, es gelang, bei der Verseifung von Talg und Tripalmitin in Benzollijsung
mit ungeniigenden Mengen alkoholischer Kalilauge
Di- und Monoglyceride zu fassen. Mit steigendem
Wassergehalt der Lauge nahert sich die Verseifung
mehr und mehr der direkten. R. K r e m a n n 118)
konstatiert, daB durch Hydroxylionen nicht nur
die Verseifung der Ester mehrwertiger und hiiherer
einwertiger Alkohole, sondern umgekehrt z. B. auch
die Bildung von Triacetin aus Athylacetxt und iiberschussigem Glycerin beschleunigt wird.
W. S c h r a u t h 119) empfiehlt Bleioxyd und
Wasserdampf . zur praktischen Fettspaltung. Die
Bleisalze werden durch H,S04 zersetzt, daa PbS04
durch Erhitzen mit Kohle zu PbO reduziert. E. d e
G r o u s s e a u 1 2 0 ) findet, da13 die Fctte in Kohlenwasserstoffen wie Petroleum, Terpentinol usw. unter
Zusatz von Seife gclost, so fein verteilt sind, daB sie
bei 100 bis 110" schon durch Alkalicarbonate gespalten werden. Die Spaltung mit Hgdroxylamin
(M o r e I 1 i 54)) h a t natiirlich nur t1ieoretisct~e.Y
Interesse.
M. N i c 1 o u x 1 2 1 ) erreicht durch Benzol eine
noch bessere Isolierung des Cytoplasmas'l). Die
Olivenkerne enthalten zwar ein fettspaltendes Ferment, aber in so geringer Menge, da13 das Mitzerquetschen derselben bei der Olivenolgewinnung unbedenklich ist122). Die Spaltung des Olivenols durch
Pankreassaft wird durch freie olsaure und olsaures
Natrium. gehemmt, dagegen durch Glycerin beschleunigtl23). Die Kopra enthLlt kein fettspaltendes Ferment, dagegen wachsen auf ranzigcr Kopr;t
verschiedene Schimmelarten, wclche Fett zu spalten
vermogen. Der Luftsauerstoff und freie Fettsiiuren
begiinstigen die Spaltung, das Licht, sowie Bakterien
sind ohne EinfluBl24). Im Widerspruch hiernlit
beschreibt E. d e K r u y f f 125) ,,Lipobakterien",
nelche die Fahigkcit httben, E'ett zu spalten und zu
oxydieren. Auch H. H u B 126) hat in Milch und der
entsprechenden Butter eine fettspaltende Rakterie
gefunden. Ebenso teilt P. S a x 1127) mit., da13 bei
AusschluD von Bakterien von der postmortalen
Autolyse das Neutralfett nur in geringem Grade gespalten wird. Er halt die seitherigen Angaben fur
116)
117)
118)
119)
Dies- Z. 22, 124 (1909).
Chem. Zentralbl. 1908, IT, 390.
Chem. Zentralbl. 1908, I, 1157.
Seifensiederztg. 35, 441; diesc Z. 21, 2378
( I 908).
Chem. Zentrdbl. 1908, 11, 354.
D. R. P. 197 444; diese Z. $1, 1421 (1908).
R. M a r c i I 1 e , Seifensiederztg. 35, 644.
1 2 3 ) K a 1 a b u k o w und T e r r o i n e , Chcm.
Zentralbl. 1908, 11, 1784.
124) H. 8. W a 1 k e r , Chem. Zentrdbl. 1908,
11, 1783.
126) Chem. Zentralbl. 1908, I. 752.
126) Chem. Zentralbl. 1908, I, 1409.
127) Chem. Zentralbl. 1908, 11, 1192.
120)
121)
122)
Die Fettanalyse und die Fettchemie im Jahre 1008.
2 J a ~ 3 ~ ~ ~ 0Frthrion:
0 , ]
unsicher, weil bei kurzcr Versuchsdauer die Spaltung
sehr gering ist, und bei langerer auch anderweitig
Saure gebildet wird.
Se i f e n .
Auch F. G o 1 d s c h m i d t 128) ist nicht mit
R o h 1a n d 11) einverstanden. Hydroxylionen wirken auf Seife peptisierend, die Koagulation durch
uberschussiges Alkali hat ihrc Ursache im Kation,
sowie in der Zuriickdrangung der Hydrolyse.
M a y e r , S c h H f f e r u n d T e r r o i n e l 2 9 ) veroffentlichten eine physikalisch-chemische Untersuchung uber die Seifen a h Kolloide. Unter den
Seifenlosungen unterscheiden sie wahre, kolloidale,
gallertartige und'kornige. Nach W. D. R i c h a r d
s o n 130) ist die gewohnliche Handelsseife kein Kolloid, sondern besteht in der Hauptsache aus einer
kompakten Masse von Seifenkrystallen, welche in
eine nicht krystallinische Seifenphase eingebettet,
sind. Die transparente Seife ist als eine unterkiihlte
Losung aiifzufassen, sie ent.ha1t Suhstanzen, die infolge ihres Liisungs- oder Gelatinierungsvermogens
die Krystallisation verhindern. Bei den sogen. konsistenten Fetten wirkt nach D. H o I d ,131) die
Kalkscife in der Weise, daW zwischen dem seifenhaltigen 01 und dem Wasser eine hohe a d e r e Reibung besteht, wodurch erstercs am FlieDen verhindert wird.
Uber das Wesen des Waschprozesses sind eine
Reihe bemerkenswerter Ahhandlungen erschicnen.
S. B e i n 132) schreibt die Hauptwirkung der Seife
wiederum dem hydrolytisch abgespaltenen Alkali
zu, das trotz seiner geringen Menge im nascierenden
Zustande besonders wirksam sein soll. Als neuester
Portschritt werden die Waschmittel genannt, welche,
wie das Tetrapol133), auRer Seife auch noch ein Fettlosungsmittel enthalten und trotzdem in Wasser
klnr loslich sind. Im Gegensatz zu B e i n ist C.
S t i e p e 1134) der Ansicht, daD Seifenwirkiing und
Alkaliabspaltung keine unzertrennlichen Begriffe
sind, wenn auch das SchLumen der Seife und die
damit verbundene Waschwirkung auf dem Dissoziat,ionszustand beruhcn.. Eine wbserige Losung
won neut,ralem, ricinusolsaurem Kalium schaumt ga,r
nicht, setzt man ihr aber etwas freie Ricinusolsaure
zu, so schaumt sie stark. Aus einem Artikel von C.
F. G 6 h r i ng135) uber die Fortschritte der
Wascherei und chemischen Reinigung sei erwahnt,
dal3 Benzin- und Benzinseife pathogene Keime nicht
abtoten, daW vielmehr zur Desinfektion Kochen mit
Seife hzw. Behandlung rnit Formaldehyd notig ist.
Nach H. R e i c h e n h a c h 136) ist auch bei der desinfizierenden Wirkung der Seife deren Hydrolyse
behiligt. Die Kaliumsalze der ungesattigten Fcttsauren zeigcn nur ein geringes Desinfektionsvermogen, bei den Kaliumdzen der gesattigten 'Fetbsauren steigt dasselbe von der Capronsaure a b rnit
-
Chem. Zentralbl. 1908, I, 1216.
Chem. Zentralbl. 1908, I, 1358.
Chem. Zentralbl. 1908, 11, 648.
Chem.-Ztg. 32, 649; diese Z. 21, 1437 und
2138 (1908).
132) Diese Z. 21, 2075 (1908).
13s) Vgl. G. K r u g e r ,diese Z. Z l , 2121 (1908).
134) Seifensiederztg. 35, 331.
136) Chem.-Ztg. 32, 206.
136) Chem. Zentralbl. 1908, I, 2194.
128)
129)
130)
131)
775
dem Molekulargewicht. Ausnahmsweise steht aber
die Stearin- hinter der Palmitinsiiure zuriick. J.
L e i m d o r f e r 137) hat, eine groI3e Anzahl moderner Waschmittel auf ihre reinigende Wirkung gepriift. Er kommt zu dem Resultat, daW reine Seife
stets den ersten Rang einnehmen wird. Ferner h i l t
er es fur widersinnig, auch den Schmutz zu bleichen,
vielmehr fur geboten, das Waschen und Bleichen
in zwei getrennten Operationen vorzunehmen.
Cregenwart von Harz in Seifen schadigt die Faser
nicht, vgl. S a c h s 11). Dagegen behaupten D a f e r t und W o 1 f b a u e r 138) auf Grund praktischer Versuche, da13 sich der Wascheffekt einer
Seife rnit steigendem Harzgehalt vermindert. Reine
Harzseife ist ganz unbrauchbar, aullerdem fiirben
harzhaltige Seifen die Wasche gelb.
Aus einem lesenswerten Artikel von 0. S t e i n e r 139) uber die Entwicklung der Seifenindustrie
in den letzten Jahren sei erwahnt, daW kiinstlich
gekiihlte Seifen auch bei Abwesenheit von Neutralfett - vgl. C. S t i e p e 1 140) - zum Ranzigwerden
neigen, ferner aus einem Artikel von 0. R o s a u e r 141) iiber die Fett&uredestillation in der
Seifenindustrie, dal3 die zu destillierenden Fettsauren nicht mehr als 506 Neutralfett und 0,2%
Wasser enthalten sollen, und daW die Temperatur des
iiberhitzten Dampfes nicht iiber 230- 250 O steigen
soll. D a v i d s o h n und W e b e r 142) schlugen
Ralmiak zur Erzielung neutraler Seifen vor, es wurde
ihnen aber von verschiedenen Seiten bedeutet, daR
dieser Vorschlag weder neu, noch zweckmal3ig ist.
C. F. €3 o h r i n g e r Sohne143) wollen die Ammoniakseifen der hoheren Fettsiiuren als Ersatz fur Stearin
und ziim Festmnchen von Petroleum und Spiritus
benutzen. Die neutralen Seifen gehen allerdings
beim Lagern einen Teil des Smmoniak ab, die alsdann entstehenden sauren Seifen sind aber bestandig und schmelzen betrachtlich hoher als die
Fettsauren, z. B. eine Oleinseife mit 2,8504 NH, bei
56O. C. S t i e p e I 144) beschrcibt eingehend das
Verfahren von H. W i n t e r 145) zur Darstellung
niedrigmolekularer Fett.sLuren aus. Cocos- und
Kernol durch partielle Spaltung und nachherige
Destillntion. Die so erhaltenen Fetisauren sind
zwar teuer, sie liefern aber Seifen mit hohem Alkaligehalt., welche iiberfettet werden korinen und trotzdem gut schaumen, auch mit. sehr hartem und auch
rnit Mecrwasser. Ferner zeigen sie ein hohes LGsungsvermogen fur Kohlenwasserstoffe und cignen sich
daher zu Petroleumseifen. D a v i d s o h n und
W e b e r 148) berichten eingehend uber die Verwendung von Wasserglas zu Seifen. Die Wirkung erkliren
sie durch Hydrolyse, wobei die Kieselsaure mechanisch, das Alkali chemisch reinigend wirkt.. Indessen
ist, wie W. K i n d 147) betont, die Anwendung des
137)
138)
139)
140)
141)
Seifensiederztg. 35, 57; diese Z. 21, 2380.
Chem. Zentralbl. 1908,II, 355; d. Z. 2%;126.
Chem.-Ztg. 32, 445.
Bericht fur 1905; diese Z. 19, 985 (1906).
Seifensiederztg. 35, 230; diese Z. 21, 2181
(1908).
1 4 2 ) Seifensiederztg. 35, 2 u. 128; diese Z. 21,
1026 (1908).
148) Seifensiederztg. 35, 535.
144) Seifensiederztg. 35, 1272.
145) D. R. P. 170 563; diese Z. %O, 847 (1907).
146) Scifensiederxtg. 35, 775.
1 4 7 ) Chem.-Ztg. Rep. 32, 664.
776
Fahrion: Die FettsniLlyse und die Fettchemie im Jahre 1008.
Wasserglases nicht unbedenklich, Leinen leidet betrlchtlich, Bauniwolle wcniger, die Rleichwirkung
ist illusorisch.
J. M. ill a t t h e w s 148) untersuchtc das Verhalten der Rohwolle gegenuber vcrschiedencn Reinigungsniitteln. Er konimt zu dem SchluO, daJ3 eine
neutrale Seifc sich am besten eignet,, indem sie vor
allen Dingen auch das Eisen vollstiindig entfernt.
Zur volligen Reinigung ist. eine Temperatur von 60°
niitig, bei welcher zwar die Elastizitat nicht, leidet,
wohl aber die Rciofestigkeit um 5.504 vermindert
wird. Am besten nimmt man zur Fabrikation dcr
Textilseifcn Olcin und Knochenfettl49). Fur feine
Wollstoffe biirgern sich die fcsten Kali- hzw. KaliNatronseifen mehr und mehr cin, sie sind sehr ausgiebig, greifen die Farben wenig an und geben cler
Ware einen zarten, geschmeidigen Griff'50). J.
K a 1 g i n 151) vcrteidigt. die Naphthenseifen gegen
C h a r i t s c h k o f f 1 1 ) , welchcr sie direkt als Falschiingen hinstcllt. sie haben einc groOe Rcinigungsund Desinfektionskraft und sind billig. H. A n t o n y 15%) empfiehlt dieselben zur Ncutralisatioa
flussiger Seifen, A. G.153) als Zusatz za Nat.urkornseifen. Wie die Naphthenseifen ans den Bakuer
Abfallaugen gewonncn werden, teilt E. I? y h a 1 al54)
mit. Nach S c h w a r z und M a r c u s s o n 5 8 )
ent,halten dic Naphthensauren auch sulfuricrte Fettsauren. I m Gegensatz zu den Vorgcnannten gibt
K. B r a u n 1 5 5 ) an, daR die Naphthensauren kein
Jod absorbieren. Zum Rlcichen der Scifen werden
auBer den hydroschwefligsauren Salzen (Blankit,
Decrolinll)) aucli iiberschwefelsaure Salze (Palidol)
und Benzoylsuperoxyd (Lucidol) empfohlen. Die
Erregung iiber die ncucn, sauerstoffhaltigen Waschmittelll) hat nachgclassen, die Scifcnsieder suchen
sich der Mode anzupassen, indem sie cntweder
Seifenpulver rnit Rleichmitteln mischen oder letztere
gesondert, zur kombinierten Verwendung mit Seifc,
verkaufen. Den liochsten Gehalt an aktivem Saucrstoff hat das Natriumperborat, das denn auch in
groIJem MaBstabc vcrwendet wird. Sein Zusatz zu
Seifen steht untcr Patentschutz. Sogar eine fliissige
Seife rnit aktivcm Schnefel wird, als Mittel gegen
Rleivergiftungen, angeboten156).
Eineelne F e t t e und ole.
Das sogen. Oligwerden der Butt.er tritt nur ein,
wenn ein sehr hoher Oleingehalt und ein hoher Gehalt a n Glyccriden dcr fliichtigen Fettsauren zusammentreffenl57). 1, o o c k 158) mochte das ,,Auffrischen" der Butter als Nahrungsmittelfalschung
aufgefafit wissen. Der Nachwcis aufgefrischter
Butter ist schr schwicrig, ein abnormer Siiuregehalt
148) Seifensiederztg. 35, 797.
149) A. Z., Seifensiederztg. 35, 911; diese Z.
%%, 126 (1908).
160) F. R., Seifcnsicderztg. 35, 1069.
151) Chem.-Ztg. Rep. 32, 34.
152) Seifensiederztg. 35, 4; dicsc Z. 21, 1019
( 1908).
Seifensiedcrztg. 35, 466.
Chem. Revue 19. 92.
165) Chem.-Ztg. Rep. 3%, 610.
156) n. R.. P. 191 900; diese Z. 21, 1022 (19OS);
vgl. S a r r a s o n 61).
157) H. K r e i s , Jahresbericht fur 1907 dcs
kantonalen chcm. Laboratoriums Basel-Stadt.
158) Z. iiff. Clicm. 14, 198; diese Z. 21, 1654
(1908).
153)
1H)
[, n ~ $ ~ ~ ~ ~ ~ f " , ~ , e .
Jei gleichzeitigem, abnorrnem Grruch deutet. darauf
iin, bei Gcmischen von. frischer und aufgefrischt~er
Butter versagen aber nlle chemischen Methodenl59).
3. J. M e s d a g 16") wendet sich, unter Hinwcis anf
lie seit mchreren Jahren in Holland cingefiihrte
tmtlichc Butterkontrolle, gegen die Schauptungcn
V i e t h s 11) iiber die Verfalschung hollandiucher
Butter. Tuberkelbacillen bleiben in der But,ter 99
rage virulent, ein Kochsalzzusatz gcniigt nicht zu
ihrer Abtotungl6l). Als Vergleichsflussigkeit fur
lie Farbe von Ruttcr und Kase cmpfiehlt A. R o 4 a m 1 6 2 ) eine Losung von 1 g Kaliumbichromat in
1 I Wasser. Nicht nur Ziegenbutterl63), sondern
Auch Schafbutterl64) gibt ahnliche nnalytische
Daten wie eine mit Cocosfett gefalschte Kuhbutter.
Das gelbe F e t t der Walfischmilch hat nur die
R. M. Z. 1,6, dagegcn die Jodzahl 95,9165).
Ein Artikel von P. P o 11 a t s c 11 e k 166) behandelt die Entwicklung dcr Margarineindustrie in
den letzten Jahren.
Ubcr die Unterscheidung von Talg und
Schweinefctt durch die Krystallform sind wieder
eine Reihe von Mitteilungen crschienenl6'), wobei
als Losungsmittel Akohol, Ather. Chloroforni, Aceton, Benzin henutzt werden. I m Schmalz von sogen.
Olschweinen fanden R i c h a r d s o n nntl F a r e y 168) Jodzahlcn bis 95,2 und aufierdem stets
pctrolatherunloslichc Bromide, die ahcr niclit, zu
reinigen wnren. Ein vom Lardol teilweise befreites
Schwcinefett kommt neucrdings von Holland aus
in den Handel, seine analytischen Daten kiinnen
eine Vcrfalschung mit Rinderfett vortauschen16s).
. Zum Konscrvicren der Kopra wird scliweflige
Saurc empfohlcnl70). P P o 1 1 a t s c 11 e k 171) begriindct ausfiihrlich seine Ansicht, da13 gelb gcfarbtcs, aber unverfalschtes und richtig deklariertes
Cocosfett nicht unter das Margarincgcsctz fallen
sollte. Vgl. F e n d 1 e r , S a c h ~ 1 1 ) . Uber die
Fabrikation von Speisefett und von Margarine aus
Cocosfett berichtct 0. F r a n z 1 7 2 ) W. A r n o 1d 1 7 3 )
konstatierte einc Vcrfalschung von Cocosfett niit
Mineral01 zum Zweckc besserer St,reiehbarkcit.
159)
180)
161)
A. B o m e r , Cheni.-Ztg. 32, 571.
Chem.-Ztg. 32, 271.
S c h r 0 d e r und C o t t o n , Cheni. Zen-
tralbl. 1908, IT, 894.
162) Chcni. Zentralbl. 1908, I, 487.
163) K. F i s c 11 c r , Z. Unters. Nahr.- u. CenuBm. 15, 1; dicsc Z. 21, 598; vgl. auch S p r i n k
m e y e P und F ii r R t c n b e r g11).
164) R. K. D o n s , Z. Unters. Nahr.- 11. GrnuOm. 15, 7 2 ; diese Z. 21, 595 (1908).
165) A. S c h e i b e , Chem. Zentralbl. 1908,
I, 1788.
166) Chem. Revue 15, 166.
167) P. S o l t s i e n , Chem. Revue 15, 103;
E. S e i t t e r , Z. Unters. Nahr.- u. GcnuOm. 15,
485; diesc Z. 21, 1417 (1908);J. A. E in e r y, Chem.
Zcntralhl. 1908, 11, 1066; C h. A r r a g o n , Cheni..
Ztg. 32, 1227.
158) Chem. Zentralbl. 1908, 11, 1054.
169) C! h. A r r a g 0. n , Chem.-Ztg. 3Z, 1227.
170) D y b o w s k i , Chem. Zentralbl. 1908,
11, 2031.
1 7 1 ) Chem. Revue 15.49: dieseZ. 21.2226 (1908).
172) Seifensiederztg. '35,. 142 und 1185; diese Z.
21, 2553 (1908).
1 7 3 ) 2. Unters. Na1ir.- u. GcnuWin. 15, 280;
diese Z. 21, 1365 (1908).
-
,,.
HeftXXII.23.
Jahrgang.,919.]
Uber den Fettgehalt des Kakaos wird noch
immer gestritten, die einen sprechen sich fiir, andere
gegen den stark entfetteten Kakao aus. Wieder
andere halten fettreichen und fettarmen fur berechtigt, wenn der Fettgehalt deklariert wird. Die
Fettbestimmung scheint hiiufig Differenzen zu
geben, weshalb eine Vereinbarung fur wiinschenswert e r k k t wird. Ale Ersatzmittel fiir Kakaobutter dienen hauptskchlich Dikafett, Borneotalg,
Illipefett, Cocosstearin, Palmkernohtearin und im
Gemisch mit Cocosstearin Japanwachsl74). Zum
Nachweis derartiger Verfalschungen soll sich das
von C o h n 11) vorgeschlagene Aussalzverfahren
eignenl75).
Uber die Gewinnung des chinesischen Pflanzentalgs (Stillingiaols)berichten W. B. H u 11176) und
L. H o f f m a n n 177). Letzterer empfiehlt, die
Fabrikation in Deutscbland aufzunehmen. Das
Ochocofett besteht nach den Untersuchungen von
J. L e w k o w i t s c h 178) aus 98% Myristin und
2% Olein. Das Oleander01 enthilt 19,5y0 Unverseifbarea (Phytosterin und Wachs)l79). Der Lebertran von Centrina Salviani enthalt nur 2% Glycerin,
dagegen 28% UnverseifbareslSO). Tran im Rubol
wird entweder durch Chlor oder durch die unloslichen Bromderivate des ersteren nachgewiesenlsl).
Auch die reinen Spermole enthalten Glycerinlsz).
KariGbutter soll in den nachsten Jahren in groBeren
Mengen nach Europa eingefuhrt werden, um in der
Seifen- und Kerzenfabrikation Verwendung zu
finden.
S y n t h e s e un'd R e s o r p t i o n .
C a s p a r i und W i n t e r n i t z l 8 3 ) halten
den direkten Ubergang dea Futterfetts in das Milchfett fur erwiesen, da sie verfiittertes Chlorjodfett
in der Milch nachweisen konnten. Da aber die .Kuh
auch aus fettfreiem Futter Milchfett produziert, so
muB letzteres nach Ansicht yon F. F. M a t e n a e r s 184) aus den Kohlehydraten stammen.
Endlich schliefit E. A. B o g d a n o w l 8 5 ) aus
Futterungsversuchen mit Ferkeln, daB wenigstens
kleinere Fettmengen aus EiweiD gebildet werden.
Von den Fettalkoholen werden Cholesterin und
Phytosterin nicht verdaut, dagegen Glycerin rasch
und vollstandig resorbiertlss). Fortgesetzte Einverleibung von Olsaure wirkt bei Tieren hamolytisch, die Zahl der roten Blutkorperchen nimmt
ab187).
174)
0. 8 FA c h 8 , Chem. Revue 15, 9; diese Z.
21, 898 (1908).
175) F. S t r u b e , Z. off. Chem. 14, 67; diese
Z. 21, 1367 (1908).
176)
177)
178)
179)
1108.
Seifensiederztg. 35, 975.
Seifensiederztg. 35, 332.
Chem. Zentralbl. 1908, 11, 198.
J: C a m 0 , Chem. Zentralbl. 1908, 11,
, Chem. Revue 15, 200.
32, 520.
Chem. Zentralbl. 1908, I, 1095.
Chem. Zentralbl. 1907, I, 549.
Chem.-Ztg. Rep. 32, 463.
Chem. Zentralbl 1908, T, 1306.
Chem. Zentralbl. 1908, 11, 1525.
Chem. Zentralbl. 1908, 11, 1944.
l a o ) J. H u w a r t
181) Chem.-Ztg.
182)
183)
184)
186)
186)
187)
Ch. 1909.
777
Fahrion: Die Fet,taualyse iind die Fett,chemie im J8hre 1908.
Theoretisch e a
N e u b e r g und R o s e n b e r g 1*8) erhielten
iurch Spaltung von Dibromstearinskuretriglycerid
nit dem Ferment des Ricinussamem eine rechtsirehende Dibromstearinsaure und ein rechtsirehendes Glycerid derselben. Dazu bemerkt inlessen J. L e w k o w i t s c h Is$), daB die optiscbe
tlktivitiit wahrscheinlich von Ricinusol herstammt,
las mit dem Ferment eingefuhrt wurde.
W. A. S c h m i d t 190) hat das Fett von 1500
i d 3000 Jahre alten Mumien untersucht. I n beilen findet er feste Fettshuren und &lure, im ersteren keine fluchtigen Fettsguren, wohl aber auffallenlerweise im letzteren Butter- und Capronsaure. H.
E n d e m a n n l B l ) hat aus dem Schellack eine
l'rioxypalmitinsaure, COOH .(CH,), CHOH .CHOH
(CH,), .CHOH, CH,, isoliert. Bei der Oxydation
mit KMnO, in alkalisoher Losung liefert sie Sebacinund 8-Oxycapronsaure.
S c h r e i n e r und S h o r e y 192) konnten aus
:inem schwarzen Tonlehm eine wachsartige Saure,
F. 72--73", isolie AgrocerinsBure, C,1H,,03,
lieren, ferner einen phytosterinartigen Korper, das
Agrosterin, C2BH440,F. 237'. I n einem Boden
fanden sie Dioxystearinsiiure, C18H3604,F. 98 bis
99", die auch durch Oxydation der Elaidinsaure
xhalten wird. Die Saure ist fur Kulturpflanzen
schadlich. Bei der Reduktion von Olsaure und
Fetten ist daa Palladiumhydrosol ein vorziiglicher
Katalysatorlgr). Auch Fettsauren, und Oxysiiuren,
deren Doppelbindung weiter als y VOD der Carboxylgruppe entfernt ist, bilden beim Erhitzen rnit konz.
H,S04 Lactone, wahrscheinlich nach vorheriger
Wanderung der Doppelbindung, z. B. geben 10und 11-Oxystearinslure je 40y0 Lacton194). Die
B e n e d i k t sche Erkliirung fur die Acidifikation der Olsiiure-Bildung von Sulfostearinsiiure,
kann nach H. D u b o C,7H,4(S04H)(COOH)
v i t z 195) nicht richtig sein, denn die Siiure- und
Verseifungszahl sprechen gegen das Entstehen einer
zweibasischen Siiure, vgl. E t t w e i n 61). Vielmehr kommt der SulfostearinsLure die Formel
S04(C1&4.COOH)2 zu. Die S04-Gruppe w i d
beim Neutralisieren nicht verknaert, dagegen beim
Verseifen unter Bildung von Oxystearinskure,
C17H34(OH)(COOH), abgespalten. Als Nebenprodukte entstehen Anhydride und Lactone. Bei
der Destillation mit uberhitztem Wasserdampf geht
die Oxystearinsiiure zum gr6Rten Teil in Isoolsiiure
uber. Die Destillatols~ureist immer iirmer an Unverseifbarem als die urspriingliche, weil sich das
Unverseifbare im Teer anreichert. Destillatolein
enthalt nie mehr als 1% Neutralfett, die Btherzahl
wird durch Lactone und Anhydride veranlaBt.
(Nach den Erfahrungen des Ref. enthalten die
Destillatoleine allerdings eine geringe Menge Neu-
.
-
Chem. Zentralbl. 1908. I. 515.
Chem.-Ztg. 3%, 64.
Chem.-Zter. 32.769: diese Z.21,2627 (19081.
, .
Diese Z. 50, 1776'(1907).
Chem.-Ztg. 32, 1008; Chem. Zentralbl.
1908, 11, 2030; diese Z. 21, 2372 (1908).
193) P a a lund R o t h ,diese Z. 21,1535 (1908).
194) S h u k o f f und S c h e s t a k o f f ,Chem.
Zentralbl. 1908, 11, 1414.
195) Seifensiederztg. 35, 728; diem Z. 21, 2377
(1908).
18s)
~~~
~
~
I
,
184
190)
191j
192)
98
778
Flury :Neuerungen u Fortaohritte der phsrmnzeutisohen Chemie.
tralkorper, welche bei der Verseifung Siiuren liefern,
aber stets ungleich mehr Unverseifbares, vermutlich
Kohlenwasserstoffe, entstanden durch pyrogene
Zersetzung von Neutralfett, vgl. K a B 1 e r 196).
T e c h n i s c h e 8.
Zum Denaturieren von Fetten fiir die Zwecke
der Seifenfabrikation ist basisches Krystallviolett
geeignetl97). Aus einem zusammenfassenden Vortrag von J. L e w k o w i t s c h 198) iiber die Olsiiurereduktion sei folgendes erwiihnt. Das Stearolacton
von S h u k o f f 6 7 ) h a t den Vorteil, daB seine Mischungen mit Paraffin den berechneten Schmelzpunkt zeigen. Das Verfahren der Standard Oil C0.67)
gibt bei zweimaliger Operation 80-90% Ausbeute,
aber die erhaltene Oxystearinsaure 1aBt sich nicht
rnit Paraffin mischen. Das Verfahren von H e m p t i n n e 61) hat den Nachteil einer geringen Ausbeute. Der aussichtsreichste Weg ist jedenfalls die
Reduktionsmethode S a b a t i e r - S e n d e r e ns.
Nach dieser arbeitet auch P h. S c h w o r e r I@@).
Die Reduktion erfolgt durch Wasserstoff und uberhitzten Wasserdampf bei 250-270°, als Katalysator dient mit Nickel impriignierter Asbest. G.
I m b e r t 200) will die Olsiiure durch Behandeln mit
Chlor und unterchlorigsaurem Natrium unter Druck
und nachherige Verseifung i n Dioxystearinsiiure,
iiberfiihren. Das StearinC1,H,8(OH),(COOH)
slurearnid sol1 nunmehr billiger hergestellt werden,
so daD seiner Verwendung zur Leimung von Papierl40) nichts mehr im Wege steht201).
E d. G r a e f e 202) h a t Versuche uber die Veiwendung des Alkohols zum Opakmachen des
Kerzenparaffins angestellt.
Alkohol kann das
Stearin nicht ersetzen. Auf einen zusammenfassenden Artikel uber das Trubwerden der Ole und seine
Beseitigung sei verwiesen203). Die Verwendung der
Fullererde als Bleichmittel nimmt immer groBere
Dimensionen an, doch gehen die Meinungen uber die
Gute der verschiedenen Sorten (amerikanische, englische, bayrische, schlesische) sehr auseinander. Der
ProzeB ist nach A. L o b 204) teilweise ein chemischer.
Extrahiert man die Fullererde, welche den Farbstoff aufgenommen hat, mit einem Fettlosungsmittel, so erhiilt man ein sehr helles Fett. Extrahiert
man nunmehr mit Alkohol, so geht der Farbstoff in
Losung und ist nach Beseitigung des ALkohols auch
im Fett wieder loslich. Nach einer anderen Ansicht205) ist die Wirkung rein physikalisch, der wirksame Bestandteil ist ein kolloidales, wasserhaltigea
Aluminiumsilicat, und es lieBen sich nach entsprechender Behandlung wahrscheinlich auch gewohnliche Tone als Bleicherden verwenden.
~
196)
197)
188)
199)
200)
32, 626.
201)
202j
203)
(1908).
204)
205)
Bericht fur 1903, diese Z. 17, 810 (1904).
Chem. Revue 15, 261.
Seifensiederztg. 35, 752.
D. R. P. 199 909; diem Z. 21, 1852 (1908).
Amer. Pat. 901 905: Chem.-Ztz
Rea.
c
.
W. H e L' z b e r n Chem.-Ztn. ReD. 32.347.
Seifensiederztg. -35, 275.
Seifensiederztg.
" 35. 533; diem Z. t l , 2378
Y
A
Cem. Revue 15, 80; diese Z. 21, 1326.
Chem. Revue 15, 287.
[ Bn ~$~~~~~'~,mfp.
Jahresbericht
uber die Neuerungen und Fortschritte
der pharmazeutischen Chemie
im Jahre 1908.
Von F. FLURY.
(Eingeg. d. 6.13 1909.1
Die wissenschaftliche Bearbeitung der fur die
Arzneikunde vornehmlich in Betracht kommenden
chemischen Verbindungen und der Rohstoffe der
belebten Natur im verflossenen Berichtsjahre la&
deutlich erkennen, daB neben der rein chemischen
Fkforschung der natiirliclien Drogen und ihrer Zubereitungen mehr und mehr die biologische Betrachtungsweise in den Vordergrund tritt. Der Feststellung der chemischen Reinheit der Arzneimittel
stellt sich die Priifung auf den physiologischen Wirkungswert als Kriterium fur die medizinische Verwendbarkeit an die Seite, so daB die einseitige Bevorzugung des als wirksames Prinzip der Droge betrachteten chemischen Inhaltsstoffes etwas beeintriichtigt wird. Das seit einiger Zeit in den Hintergrund gedrangte Studium der Pharmakognosie und
die in engem Zusammenhang damit stehendc Rearbeitung der sog. galenischen PrLparate sind
im letzten Jahre wieder mehr zu ihrem Recht gekommen. Einen breiten Raum nehmen ferner ein
die zahlreichen Bearbeitungen des Gebietes der
Serumforschung und der tierischen Organpraparate und die durch die E h r 1 i c h sche Schule auf
dem neu geschaffenen Felde der Chemotherapie erschlossenen wissenschaftlichen Ergebnisse synthetischer, pharmakologischer und therapeutischer Art,
zunachst allerdings nur bei den bis jetzt in Angriff
genommenen Gruppen des Arsens und Quecksilbers.
Durch die regelmat3igen Referate uber pharmazeutische Chemie und verwandte Gebiete dcr
angewandten Chemie, sowie durch die Jahresberichte iiber die Fortschritte dieser Wissenszweige
muBte die vorlicgende Zusammenstellung in bmug
auf ihre Vollstiindigkeit eine entsprechendc Einschrankung erfahrea
I. A l k a l o i d e .
Eine wesentliche Forderung hat die S y n t h e s e d e s A t r o p i n s durch die Arbeiten von
R. W o l f f e n s t e i n und L. M a m l o c k l ) erfahren. L a d e n b u r g baute 1883 das Alkaloid
aus seinen Spaltungsprodukten, dem Tropin und
der Tropwiiure, durch Kondensation niittels verd.
Salzsaure wieder auf. D a nach dem L a d e n b u r gschen Verfahren nur eine unbefriedigende Ausbeute
erzielt wird, ist dasselbe fur die praktische Verwendung wenig empfehlenswert. Die Verff. haben nun
fur die Kondensation von Tropasiiure mit Tropin
ein glatt verlaufendes Verfahren gefunden, das
auch zur Darstellung anderer Tropeine geeipnet ist.
Bei den zahlreichen Versuchen, die besapte Kondensation mit Hilfe des Chlorids der Tropasaure, einer
a-Phenyl-@-oxypropionsiiure, zu erzielen, erfolgte
meist lediglich eine Verseifung des Chlorids oder
die Bildung eines Umwandlungsproduktes, des Tropids, das durch Kondensation von je zwei Molekulen
Tropasaurechlorid unter Abspaltung von zwei Molekulen Salzsiiure entateht. Zur Vermeidung diescr
1)
Bed. Berichte 41, 723 (1908).
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