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Die Geschichte des Wismuts zwischen 1400 und 1800. Ein Beitrag zur Geschichte der Technologie und der Kultur. Von Edmund O. v. Lippmann. Verlag Jul. Springer Berlin 1930. Preis RM

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Zeitschr. f8r angew.
ckrnie, 43. J. 19301
Personal- und Hochschulnachrichten
tische Oxy-Sulfosaure uber, welche andere gerberische Eigenschaften haben mul3 als der ursprungliche Gerbstoff. Prof. M. B e r g m a n n , Dresden: ,,Zur Kenntnis d e r
Schnellgerbung."
Bisher nahm man an, da13 die Hauptwirkung der synthetischen Sulfosiiuregerbstoffe bei der Schnellgerbung auf der
Herabsetzung der TeilchengroBe in den Gerbstofflosungeu
beruhe. Nach Venuchen des Vortr. haben die synthetischen Sulfosiiuregerbstoffe aber auch einen spezifischen Einflul3 auf die
Haut. Beim Hindurchtreiben von Losungen von Neradol ND,
a- und /3-Naphthalinsulfosauren in Konzentrationen von 1 bis
5% durch die Haut wurde eine starke Erhohung der Stromungsgeschwindigkeit innerhalb der Haut beobachtet, obwohl
man es mit starken Sauren zu tun hat und man eine Verquellung der Hautfaser erwartet hitte. Dabei wurde nicht
mehr Hautsubstanz aufgelost a19 von reinem Wasser. Nach
den1 Verfahren von K u b e 1k a - T a u s s i g , welches die
Summe aus Quellungs- und Imbibitionswasser bestimmt,
wurde eine Entquellung beobachtet. Dahingegen wurde im
Dresdner Druck-Dickenmesser eine deutliche Dickenzunahme
festgestellt. Demnach ist die Haut weniger kompressibel,
sperriger geworden, wobei eine Erweiterung der Capillaren
eingetreten ist, wie die Durchstromungsmessung anzeigt. Diese
Ergebnisse werden vom Vortr. mit der Quellungstheorie von
K. H. M e y e r in Verbindung gebracht. Fiir die Schnellgerbung ergibt sich, dal3 sich bei den synthetischen Sulfosauregerbstoffen neben den kolloidchemischen Wirkungen des
H-ions noch ein ausgesprochener spezifischer Einflud des
Sulfosaure-ions geltend macht. Dr. H. M a c h o n , Freiberg i. Sa.: ,,Vber die Entstehung
von gosformigen Stoffen in Gerbbriihen."
In neuester Zeit wurden ofters Unfalle in Gerbereien
beobachtet, die auf die Entstehung von Kohlensaure, Schwefelwasserstoff und Blausaure zurilckzufiihren sind. Vortr. hat
untersucht, unter welchen Bedingungen solche Gase in Farbbriihen entstehen konnen. Schwefelwasserstoff erscheint in
den Brilhen, wenn die BloBe zu wenig entkllkt worden ist.
Dringt der Gerbstoff in die Haut ein, so werden gleichzeitig
die vom h c h e r herriihrenden Mengen an Kalk und Schwefelnatrium herausgelost. I n demselben AusrnaB entsteht auch
durch die Sure der Brilhe Schwefelwasserstoff. Im allgemeinen ist die Entwicklung des Gases in der dritten Farbe
bereits beendet. Durch die gleichzeitig durch Garung entstehende Kohlenslure wird der Schwefelwasserstoff aus der
Gerbbriihe ausgetrieben. - AuBerdem ist auch die Tatigkeit
der Schimmelpilze, durch deren Funktionen Enzyme entstehen,
bei der Aufklilrung merkwiirdiger Veriinderungen am Bodenschlamm zu berucksichtigen. Solcher Bodenschlamm wird, wie
an einigen Bildern gezeigt wurde, unter Gasentwicklung zersetzt. Das entstandene Gas ist vermutlich Kohlenssure, konntc
aber bis jetzt noch nicht eindeutig identifiziert werden. Die
Gasentwicklung findet nur unter bestimmten Bedingungen
statt. Aus Quebrachobrilhen ist dann die Gasentwicklung am
besten zu beobachten, wenn man die Gerbstofflosung durch
Zusatz von Natronlauge auf einen pH-Wert von 6,8 bis 7.5
bringt. In sauren Briihen wurden noch niemals Zersetzungeii
dieser Art am Gerbstoff beobachtet. Vollshdig konnte bis
jetzt die Tiitigkeit des Fermentes noch nicht ermittelt werden,
weil die Messung der Tannasewirkung wegen anwesender
Puffersalze schwierig war.
Wahrscheinlich sind neben
Tannase, die als Esterase funktioniert, noch ein oder gar
mehrere Fermente wirksam.
Von der Erniihrung der
Schimmelpilze wird die Bildung des Fermentes . stark beeinflubt. Dr. M a d s e n , Malmby: ,,Ober Vokuumgerbung."
Vortr. berichtet Qber eine Anlage in Schweden, bei der
vier Vakuurnkeseel miteinander verbunden sind, so dab die
Brilhen durchgehen k6nnen. Die Haute werden in die Kessel
einfach eingelegt. Durch Anwendung einer besonderen Pumpe
li5t sich das Vakuum gut und wirtschaftlich erreichen. Die
Anlage pstattet es, qualitativ hochstehendes Leder unter
Schonung der Faser in kurzer Zeit zu gewinnen. Die Haute
gehen tatsilchlich auf, sind sehr s c h h geschwellt. Ein wesentlicher Vorteil ist, daB es gelungen ist, die Wasserstoffionenkonzentration wahrend der Gerbung konstant zu halten. Eine
- Neue Biicher
913
Sattgerbung findet in 7 bis 15 Tagen und Nachten statt. Am
giinstigsten ist PH = 6. Im Anschlu5 an die Tagung des IVLIC fand eine Jahresversammlung der Deutschen Sektion statt. Hier wurden Prof.
Dr. G e r n g r o 13, Berlin, zurn 1. Vorsitzenden, Privatdozent
Dr. K u n t z e 1 zurn 2. Vorsitzenden, Dr. S t a t h e r zurn Schatzmeister gewahlt. Unter gro5em Beifall wurde auch beschlossen,
Prof. Dr. P a e 5 1 e r zurn Ehrenvorsitzenden zu wlhlen.
PERSONAL- UND HOCHSCHULNACHRtCHTEN
(RedaMionssohluB fur ,Angewandte" Donnerstaga,
fur "Cham. Fabrik" Montage.)
E r n a n n t w u r d e : Prof. Dr. 0 . 0 1 d e n b u r g , Gottingen,
zurn Prof. der Physik an der Harvard-Universitiit Cambridge
(Massachusetts).
Dr. F. v. W e t t s t e i n , Prof. der Botanik an der Universitiit Gottingen, hat einen Ruf auf den Lehrstuhl fiir Vererbungslehre an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin
abgelehnt.
Ausland. E r n a n n t : Mag. pharm. H. B e r g e r , Mitinhaber der GroBhandlung fur chemisch-pharmazeutische Praparate Dr. Blau, Dr. Kusy & Berger, Wien, zurn Kammerrat.
Prof. Dr. M a r r wulde zurn Priisidenten der neugegrundeten ,,Akademie der Wissenschaften der Georgischen Sowjetrepublik" gewahlt.
G e s t o r b e n : Dr. Ch. L u e d e k i n g , chemischer Leiter
der Malinckrodt Chemical Works, St. Louis, am 24. August im
Alter von 70 Jahren. - Dr. J. S z i 1a s i , Chemiker und Patentanwalt, Priisident des Verbandes der uugarischen Patentanwiilte,
im Alter von 70 Jahren - Direktor L. U l m a n n , Prasident
des Zentralrvereins &r S c b M m - u. Zuclrerfabrikanten Merreichs, am 29. September im Alter von 84 Jahren in Wien.
WWE BUCHER
(ZII besiehen, eoweit im Bucblundel onehienen, durah
Verlag Chemie, 0.m. b. E., Berlin W 10, Corndinsetr. 8.)
Die Geschichte des Wismuts Ewischen 1400 und 1800. Ein Beitrag zur Geschichte der Technologie und der Kultur. Von
Edmund 0. v. L i p p m a n n . Verlag Jul. Springer, Berlin
1930. Preis RM. 2,m.
Wie immer versteht E. 0. v. L i p p m a n n es meisterhaft.
ein Spezialproblem der Chemiegeschichte nach der naturhistorischen Seite hin so anregend darzustellen, daf3 es auch
weitere Kreise fesseln mu& Das Wismut, dessen Name im
Laufe der Jahrhunderte die verschiedenartigsten Wandlungen
durchgernacht hat, spielt in der iilteren Bergwerksliteratur eine
wichtige Rolle; es findet Anwendung zur Herstellung vou
Legierungen fur GefiiDe, Gerate usw., in der sogenannten
Wismut-Malerei interessierte es lange Zeit das Kunstgewerbe,
es fand Eingang in den Arzneischatz und als Bestandteil des
ersten Letternmetalls diirfte es eines der lange verborgen gebliebenen Geheimnisse der Buchdruckerkunst gewesen sein.
Die Chemiehistoriker werden L i p p m a n n dafiir Dank wissen,
daB er erfolgreich den Versuch gemacht hat, den Wust uberlieferter unklarer Nachrichten iiber dies Metal1 kritisch zu
durchleuchten.
G. Bugge. [BB. 83.1
Die Bedeutnng der wissensehrftlichen Tiitigkeit Friedrich
Wohlers fiir die Entwicklung der dentschen ehemischen
Industrie. Von Th. K u n z m a n n. Verlag Chemie, Berlin
1930. Preis RM. 4-.
Ober das Thema der vorliegenden Schrift hat L o c k e m a n n - in seinem Vortrag auf der Frankfurter Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemikei - schon vor einem
engeren Kreis von Interessenten berichtet. Es ist erfreulich,
daB durch die Drucklegung dieser fleidigen Arbeit auch den
Nichtteilnehmern an jener Fachgruppensitzung Gelegenheit gehoten wird, W o h l e r als Anreger der chemischen Industrie
kennenzulernen. Aluminium, Schwefelsaure, Calciumcarbid,
Titan, Phosphor - um nur einige der votl W a h l e r erfolgreich bearbeiteten Qebiete anzudeuten - sind wichtige Produkte der chemischen Industrie geworden, und es ist eine seIbstversmdliche Ehrenpflicht jedes Chemikers, die Verdienste
des gro5en Meistexw auf diesen Gebieten zu kennen. Ein Verzeichnis der Arbeiten von W o h l e r (allerdings nicht vollstandig), ejne kurze Biographie und Aueblicke auf die weitera
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