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Die geschichtliche Entwicklung der Chemie. Von Dr. Eduard Frber. Mit 4 Tafeln. Berlin 1921. Julius Springer

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SB.
Neue Biicher
Jahrgsng lOzd]
Chronisten vie1 Lobenswertes zu berichten wissen, ist ohne weiteres
ills (irundzug des Charakters der Sinn fur aufbauendes, erhaltendes
Wirlien und ernste Lebensfiihrung anzunehmen. Im Geiste des ronl
GroSvater iiberkommenen Wahlspruchs ,,Schaffen ist sicherer untl
ehrenvoller als Schachern" gliickte es ihm auch, das viiterlirhe Unternehmen durch gefahrdrohende Zeiten unbeschadet hindurrhzulenlten
und den in der Firma herrschenden Geist, der den Stempel einer unbedingten Zuverllssigkeit, guter alter Ehrbarkeit drug, trotz des
Wachsens ins Riesenhafte bis in die letzten Jahre zu bewahren. Allerdings hat er, wie seine fast regelmiiiaig gefiihrten Tageblicher und
Selbstbekenntnisse bezeugen, innerlich schwer darunter gelitten, dal3
es ihm nicht vergonnt war, bei dieser umfassenden, aufreibenden
TItiglreit auch noch selbstandig 01s Forscher und Erfinder erfolgreich
wirlten zu kbnnen. Wenn ihm auch das Verdienst zukommt, die
Schnelltelegraphie zum endlichen Erfolge verholfeii zu haben, so blieb
ihm doch versagt, seinen Namen mit einer wissenschaftlichen Groatat
verkniipft zu sehen. Bei aller Vielseitigkeit der Interessen war eine
ausgepragte Pflichttreue und Griindlichkeit sein hervorstechendstcr
Charakterzug.
So hat W i l h e l m v o n S i e m e n s fast 30 Jahre hindurch als
wiirdiger Sohn des Begriinders an der Spitze dieses Welthauses gestanden. Unter seiner Leitung hat sich die Zahl der Angehorigen der
Firma von dem Zeitpunkt des Todes von W e r n e r v o n i* e m e n s
(1892) bis zum Beginn des Weltkrieges etwn rerzehnfacht (fast 60 000
idlein in Deutschland). Der Ausgang des Krieges, dessen triibe
Ilegleiterscheinungen und Folgen den feinfiihligen, in sich gekehrten
Alann besonders schwer trafen, hat er, noch durch den Tod der Gattin
aufs tiefste ersrhiittert, kein volles Jahr mehr iiberlebt (f 14. 10. 1919).
Das Buch bringt so mancherlei Interessantes, daS es auch den
Nichltarhmann fesselt und zu nutzbringendem Nachdenken ,anregt.
Lockemana. [ BB. 269.1
363
)enden OltrSpfchens im Felde eines Kondensators - sowie die Vereinerung und endliche Ausarbeitung seiner Methode unter Ausschalung nahezu aller Fehlerquellen stellen diesen Forscher unzweifelhaft
n die erste Reihe der heute lebenden Experimentatoren. - AuSer
ler Beschreibung dieser Versuche samt der Polemik gegen die Zweifler
in der Existenz der Einheitsladung enthllt das Buch Darstellungen
:iner Reihe von Nebenbeobachtungen, so eine Priifung des Einsteinichen Gesetzes der Brownschen Molekularbewegung in Gasen, Versuche
iber die Ionisierung mit verschiedenen Ionisatoren u. a. m. Kapitel
iber die moderne Atomtheorie, in der das Elektron mit seiner Ladung
?ine wichtige Rolle spielt, und iiber die Natur der strahlenden Energie,
rowie eine Tabelle iiber die wichtigsten Konstanten dieses Forschungstreises beschlieaen das Buch. In einem Naehtrag hat der tfbersetzer
n dankenswerter Weise einen Auszug der neueren Arbeiten Millikans
lem Ruche angefiigt.
K. Herrmann. [BB. 274.1
Pflanzliche Gerbmittel und deren Extrakte. Von Ing. J o s e f J e t t m a r.
216 Seiten. Wien und Leipzig, A. Hartlebens Verlag.
Grundzahl M 3
Es ist eine von Verfassern chemisch-technischer Werke vie1 geiibte
Manier, den Mange1 an eigenen praktischen Kenntnissen zu verdecken
KU suchen durch m6glichst reichliche Heranziehuog allgemein zuganglicher rein wissenschaftlicher und chemisch-analytischer Literatur oder
kritiklose Aneinanderreihung von Patentbeschreibungen U ~ W . Auch
der kiirzlich rerstorbene Verfasser des vorliegenden Werkes, der auf
diesem Spezialgebiet eine sehr ausgedehnte, nicht unverdienstliche
schriftstellerische Tatiitigkeit entfaltet hat, hat sich hiervon nicht ganz
Erei zu halten vermocht. Die ersten 48 Seiten geben eine tfbersicht
tiber den derzeitigen Stand unserer Kenntnisse tiber die Natur der
Gerbstoffe, etwa bis zum Jahre 1920 reichend, hauptsachlich enthaltend
die Arbeiten von Emil F i s c h e r und F r e u d e n b e r g . Dieser Teil ist
nicht frei von Unklarheiten und Irrtiimern und ware besser Mrzer
Die geschiehtliche Entwicklung der Chemie. Von Dr. E d u a r (1 zu fassen gewesen. Denn der Leserkreis, an den sich der Verfasser,
F a r b e r. Mit 4 Tafeln. Berlin 1921. Julius Springer.
dem Titel und Vorwort zufolge, hauptsachlich wendet, Lohgerber und
:Grundzahl M 10; geb. Gruntlzabl M 13 Lederfabrikanten, wird im allgemeinen kaum das n6tige Verstindnis
Die wachsende Zahl historischer Veroffentlichungen von Chemikern und geniigendes Interesse dafiir mitbringen, zumal, da diese UnterliiGIt den Wunsch erkennen, im Hasten eines teilweise schon sehr suchungen vorlaufig noch keine praktische Bedeutung haben, und wer
mechanisierten Wissenschaftsbetriebes einen Augenblick innezuhalten, sich auf diesem Gebiete wissenschaftlich betatigen will, muB sowieso
einen Uberblick iiber den zuriickgelegten Weg zu gewinnen und sich zu grS5eren Werken greifen. Kiirzer und ftlr den vorliegenden Zweck
Rechenschaft iiber das Woher und Wohin der Chemie abzulegen. Dies ausreichend ist der Abschnitt iiber die analytische Untersuchung der
Erstarken des historischen Interesses darf daher als erfreuliches Gerbmittel ausgefallen, der zwar nicht genugt, urn darnach derartige
Symptom einer auf Vertiefung gerichteten geistigen Einstellung der Untersuchungen selbst ausfiihren zu ktjnnen, der aber wenigstens deni
Cliemiker begriiDt werden. Das vorliegende F a r b e r sche Werk Laien ein Verstandnis fiir die analytischen Methoden und deren prakunterscheidet sich von der grundlegenden Chemiegeschirhte K o p p s tische Bedeutung zu vermitteln sucht. Dagegen ware es angebracht
und andereii zusammenfassenden historischen Veroffentlichungen ein- gewesen, in einem Buch, welches dem Titel nach auch von den Gerbinal durch den stofflichen, bis in die jiingste Neuzeit reichenden stoffextrakten handeln soll, etwas zu bringen iiber die zur Herstellung
linifang des Themas, dann aber auch durch die Bevorzugung dieser Extrakte n6tigen Apparate (Vakuumbetrieb, Zerstaubungsgenetischer Gesichtspunkte in der Darstellung und die lrlare Gliede- methoden usw.). Hieriiber enthalt das Werk au5er einigen diirftigen
rung des immer schwerer zu iibersehenden Materials. ISs schildert Angaben auf S. 140 und 152 so gut wie nichts, wohl aber auf zw6lf
xunachst die Entstehung des Wissensgebietes ,,Chemie" als Qualitateii- Seiten eine ausftihrliche, mit zahlreichen Abbildungen versehene
lehre, folgt dann den iiblichen geschichtlichen Klassifizierungs%esichts- Beschreibung von Zerkleinerungsvorrichtungen fiir Gerbmittel. Etwas
Imnkten Alchemie - Jatrocheniie - Phlogistontheorie, kommt darauf ungliicklich ist auch der Verfasser bei der Erklarung von Fremdzur Verbindung der Qualitatenlehre niit physikalisrher Betrachtungs- w6rtern. Das Wort P h l o r o g l u c i n (S. 17) kommt nicht von dem
weise - quantitative Beziehungen, quantitative Analyse, Stiichiometrie, griechischen (!) flos, die Blume, und glykys (nicht glykis), siiB, sondern
Atomistik, Elektrochemie usw. - und erortert schlieBlic11 die jiingste ist abgeleitet von Phloretin, dieses von Phlorizin und dieses wiederuin
Entwicklung der Chemie. Wenn auch das F a r b e r sche Buch wesent- von yl.ord; = Rinde und $5. = Wurzel. Das Wort babsee = Farbe
lich neue Gesichtspunkte in der Darstellung nicht erkennen laat, dnrf (S. 33) existiert nicht und muS heiSen baphe. Auch ist es unstattman es doch warm empfehlen, zumal da sein gediegener uiid einwantl- haft (S. 175) den Namen ,,Sauerdorn", der einer einheimischen Pflanze
freier Inhalt durch gute Register fur Nachschlagezwecke leirht zu- (Berberis vulgaris) zukommt, ohne weiteres auf die auslandische
ganglich gemacht und durch einige vorziigliche Bilder verschont wird. Pflanze Rumex hymenosepalus zu iibertragen. Am besten gelungen ist
Dr. G. Bugge. [BR. 5.1
der mittlere Teil des Werkes (S. 63-181), enthaltend die Beschreibung
der einzelnen Gerbmittel und deren Extrakte, der in knapper DarLehrbuch der Physik. Von 0. D. Chwolson. Zweite, verbesserte m d stellung alles Wissenswerte tiber diesen Gegenstand enthllt. Mit
vermehrte Auflage. Bd. 111 Abt. 1. Die Lehre von ,der W#rme. Riicksicht hierauf sei das Buch allen, welche ein Werk tiber die
Herausgegeben von G. S c h m i d t.
pflanzlichen Gerbstoffe mittleren Umfangs zu haben wiinschen,
Der vorliegende Teil des bekannten Chwolsonschen Lehrbuchs bestens empfohlen.
Korner. [BB. 255.1
hat eine bedeutende Veranderung gegentiber der ersten Auflage erfahren. Es ist von der Thermodynamik abgetrennt, mit welcher zu- Handbuah der priiparativen Cliemie. Ein Hilfsbuch fur das Arheiten
sammen er friiher den dritten Band des Werkes bildete. Zwar sind
im chemischen Laboratorium. Unter Mitwirkung versrhiedener Fachdie Kapiteleinteilungen und deren tfberschriften dieselben geblieben,
genossen. Herausgegeben von Prof. Dr. L u d w i g V a n i n 0, Hauptder in vielen Beziehungen veraltete Inhalt aber hat den seit zwanzig
konservator am chemischen Laboratorium der Akadeniie der WissenJahren erworbenen neuen Erkenntnissen weichen miissen. Hier sind
schaften eu Miinchen. Zweite, vielfach vermehrte Auflage. Zwei
vor allem die experimentellen Arbeiten der N e r n s tschen Schule iiber
Halide. 11. I3and: Organischer Teil. Mit 27 Textabbildungen. Verlag
die spezifische WBrme der Ktjrper, sowie die theoretischen, auf der kinevon Ferdinand Enke, Stutlgart, 1923.
geh. M 22,80; geb. M 27,60
tischen Auffassung der Materie beruhenden Forschungen E i n s t e i n s ,
A l s wertvolle Erganzung zum anorganischen Teil dieses HandDebyes, B o r n s u. a. zu nennen. Fur den Laien bietet das Buch buches der priiparativen Cheniie ist nunmehr auch der zweite stattliche
eine vorziigliche Einfiihrung in dieses aktuelle Gebiet, fur den Fach- Band erschieuen, der die gebrauchlichsten Methoden zur Herstellung
mann sind die tabellarischen Zusammenstellungen und der Literaturorganisclier I'raparate enthalt. Kein Lehrbuch, sondern ein Hilfsbuch
nachweis dankenswert.
K. Herrmann. [BB. 263.1
fur die praktische -4rbeit und danach zu betrachten.
Wahrend unser alter Gattermann dem Lernenden zugleich mit den
Das Elektron. Von R. A. Millikan, deutsch von R. Stbckl. BraunVorschriften theoretische Erliiuterungen und Hinweise auf verwandte
schweig 1922. Vieweg.
Stoffe gab, ist hier bewuBt auf jede Ausfiihrlichkeit venichtet, die
In dem vorliegenden, im amerikanischen Urtext bereits 1917 er- theoretischen Erklarungen sind auf ein Mindestmaa beschrankt. Wie
schienenen Buche hat der Verfasser den Niederschlag seiner zahl- bei allen Biicliern ahnlicher Art, die nur eine A u s w a h 1 bringen
reichen Arbeiten wiedergegeben, welche die genaue Feststellung der w ollen, kann mail hinsichtlich dieser sehr verschiedener Anschauung
elektrischen Elementarladung zum Ziele hatten. Die exakte Bestim- sein. So wurde sicherlich ein Farbenchemiker, um nur einige Beispiele
mung dieser Zahl ist bei ihrem Zusammenhang mit zahlreichen anderen zu nennen, rn-Aminophenol, p-Nitrochlorbenzol, 1,2,4Toluylendiamin,
physikalischen Konstanten von h6chster Wichtigkeit. Daa ingenieuse
Amicoanthrachinon, 1- und 2-Naphthol und die beiden Naphthylamine
Prinzip Milliians - Beobachtung der Bewegung eines geladenen schwe(da doch Phenol, Anilin und sogar Naphthalin gebracht wurden!) und
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