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Die grne Farbe der oxalsauren Eisenoxyd-Alkalien und die weisse der Eisenoxyd - Alaune.

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236
VIII. I)ie grunr Fnrhe tler o.zalsaurerh EissenoxytlAlkalien urid die uvgsc ticr Eisenozytl- Alnune;
c.011
W . Htiirdinger.
(Rlitgetheilt voni Hrn. Verf aus den Sitzungsber. d. W i c n Acad. Dec. 1853.)
G e w i f s unzlhlige Male hat das Lothrohr die Gegenwart
des Eisens bewieseii, durch die rothe Farbe der von dein
Oxyd gehrbteii Perle io der iiufseren Flainine, gelb beiin
Erkalten und bei geriogereiii Percentalgehalt , und durch
die wenig lebhafte griine Farbe der von dem Oxydul geflrbten Perlc i n der inneren Flamme. Uebereinstimlnend
sind zahlreiche Eiseiioxydsalze oder Eiseiioxydverbindung.eu
iiberhaupt roth oder gelb; das Fisenoxyd selbst, Eisenglanz, Hamatit, ist roth, weiiigstens als I’ulver. W i e sehr
mufste es uicht jeden Cheiniker uberraschen, auf eininal
in deli Verbindungen von Oxalsaure init Eisenoxyd und
Kali, oder Natroii, oder Aminoniak sch6nc grasgriin gefarbte Krystalle zu sehen.
Die Farbe, als Ergebnifs des Gehaltes an irgend eiiiein
farbenden Metallstoffe, war auch fur inich Isiigst Gegenstaud der Aiifmerksamkeit ; sie war Grgenstand scliriftlicher
Erilrterungeii zwischcli ineuiein liochverehrteti Freunde
Hrn. Prof. S c h e e r e r in Freiberg und mir; sie war Verantassung, dafs er mir den Mausit tiiittheilte, der in der
Richtung der Axe der regelmafsigen sechsseitigen Prisincn
roth, senkrecht aiif der Axe illgrun erscheiiit. Bei geiiauerer Vergleichuiig fand ich, dak diese bciden Farben nur
der Intensitat tiacli v o n einailder rerschieden sind , denn
das ~~Oelgrutit~
ist docli stcts beinalie gelb, durch groke
Vcrdiinnuiig init dem Roth in unmittelbarer Reihung I).
Eiiic Bemerkung S c h e e r e r’s, im Zusanimenhauge mit
diesein Gegeustaiide hat iiiich zu sehr aiigeregt, als dafs
1 ) Sitsungsberichte der hais. Akadcniie der Wissenscliaften.
Bd. XI, S . 393.
Juli 1853.
247
icli iiiclit wunschen sollte, sie der hocliverelirten Classe
trorzulegen , als Ausgangsyuiikt ciner grofsen Aiizabl von
Forschungen , die sich unfehlbar an dieselbe anschliefsen
werden.
E r schreibt voin 28. October 1853: also das cbromalische Verhalten des Mausits i n seiner Axen- und Normalaxeu - (basischeu) Richtung ist eigentlich iiiir quantitatic,
iiicht qualitativ verschieden! Das ist mir eben so merkwurdig als uberraschend. Deine Erkl3rung dieses Phanoinens: ungleiclie Vertheiluiig der Eisetioxyd- Molecule in
verschiedenen Richtungeri sagt inir vollkommen zu. Aber
die griineo Nunnceu, welche sich uuter gewissen Verbliltnisseu iu das durchgelassene I k h t eiumiscbeu, bleibeu mir
immer etwas hefremdend, am meisten natiirlich bei deli
grasgriinen oxalsaiireu Eiseiioxpd - Verbiiidungeii. In Betreff dieser letzteren bin ich aul folgeudeu ErklSrungsVersuch geratheu, deli ich hierinit vorlege. Die Oxalslure
ist bekauutlich so zusammeugesetzt, dafs man sie aus 1 Atom
Kohlcnsaure CO, und 1 Atom Kohlenoxyd CO bestehend
bctracliteii kann. Die atoinistisclie Gruppirung iu einem
Krystall von oxalsaureln Eisenoxyde kann man sich nun so
vorstelleu, dafs 1 Atom Saucrstofl des Eiseiioxydes Fe, 0,
sich dahei gewissermafsen der Oxalsaure anschiuiegt, das
diese dadurch optisch zu Kohlensaure, das Eisenoxyd aber
optisch zu ( 2 Atomen) Eisenoxydul wird. Bei der chemischen Zerleguiig springt jciies veriuittelnde Sauerstoff-Atom
sogleicli wieder ZUIII Eisenoxydul iibcr, uud IaFst den Analytiker nur Oxalsaure und Eiseiioxyd finden. Kurz es
scheiut inir, dafs ein Metalloxyd ader iiberhaupt irgeiid
ein farbender K6rper iiicht notiiwendig wit derselben Gruppirungssyinmetrie seiiier Atome, die ihin iu isolirtem Zustande zukoiiimt, aucli i n alle seine Verbindnngen einzugeheu braucht. Die Lichtwellcn, welche voii rein physischen Gesetzen beherrscht werdeii, erscbeinen als selbst
getguscht durch die mechanisclie Anordnung der Atome,
welche ibren cheinischeu Verhaltuisseu iiicht entsyricht.
Daruin ist cs vorziigswcisc, ja 'fast einzig uiid allein die
248
Optik, von welcher wir Aufschliisse Liber die innere Architectur der Krystalle zu erwarten habeii. N
Wenn eitierseits die neuesten Arbeiten uud Ansicliten
eines S B g u i n iiber die Gesetze der Cohlsion ') im Zusammenhauge mit dein Grundgesctze der Gravitation iinsere Aufmerksainkeit fesseln, und wichtigc Aufschliisse
tiber Beziehung der Materie Liberhaupt versprechen, wobei
die uugetneine, verschwindende Kleinheit der Theilcheii
nachgewiesen wird , so fordern andererseits Betrachtungen
wie die vorhergeheade wohl auf, selbst in dieser kleinsten
W e l t die Lage ungleichartiger Atome i n ihrer nachsten
Nahe mbglichst zu begreifen. Die Zalil der durch die Chemie bezeicbneten Verhaltnisse, die Lage fester Punkte durch
die Form der Krystalle gcgeben, werden dafiir immer die
Grundlage seyn, aber es wird wichtig, auch die optisclien
Verhaltnisse mtiglichst init i n das Spiel zu ziehen.
Gewifs ist bei der Aufl6snng von Krystallen im Wasser ein Zustand vorhanden , in welchem die allerkleinsten
Theilchen des Kbrpers selbst von Theilchen des letztereii
iimgeben sind, die Saure zuin Beispiele bereits mit der
Basis combiiiirt, iiicbt jedcs einzeln. Welche Gruypirung
von Elementartheilchen dabei stattfiiidet , ist freilich eben
iioch Gegenstand voii Hypothesen. Jedes einzelne der
mit Wasser zu einclm scheinbar gleichfbrmigen dabei amoryhen Gaiizen verbundenen Theilchen ist iiinerhalb des letztern frei beweglich, aber es ist in vieleii Fsllen ein gewisses Minilnuin von Wasser uner1:ifslich. Fehlt eine Quantitat voii diesctn Minimuin, so schliefsen sich iiach der Natur des aufgeliisteii Kbrpcrs die Theilchen dieses nach gewissen Gesetzen zusatntiien. Es entsteht der Krystall. I m
Krystall herrscht Ordnung , jedes einzelne Theilchen bis in
das Kleinstc steht iiach Art und Form an seiner bestimmten Stelle, fest geschlossen in Bezag aof gewisse Erscheiiiungen der Cohkion, abcr doch hi~ilanglich durch Entfernuiigen gcsondert, welclie fur die so inaunigfaltigen Erscbeiiiungeii iin Einflusse des Liclits, der Warme, der
1)
Cosmos von
Abbl M o i g n o . 1853. 3 Rd., 22. Heft.
249
Elektricitat, des Magiietismus erforderlicb siutl. Heute 80
wenig, als bei eioer friiheren Veranlassung I) darf ich daran
denken, inehr als nur a n die verdienstlichen Arbeiteii verschiedener Forscher in dieser Riclitung zu erinnern, mit
dern grofsen Krystallograplien H a u y beginnend, eines
A m p e r e , G a u d i n , B a u d r i i n o n t , B r a v a i s bis zu D e l a f o s s e . Auch wage ich es iiicht fiir den schwierigen
vorliegenden Gegenstand cine aiialoge Construction nach
alleu drei k6rperlichen Richtungen von der Art derjenigen
z u versuchen, welclie dort gegeben sind. Aber doch mocbte
schon ein Bild nictit iinangemessen erscheinen, das fur das
osalsaure Eisenoxyd- Kali uiid alinliche Verbiudungen dem
obeii von S c h e e r e I' gegebenen wiirtlichen Ausdrucke
etwas Anscliaulichkeit verleiht.
iT1m deiike eine Auzahl von Eisenoxydtheilchen, jedes
syinmetrisch aus zwei Theilchen Eisen rind drei Theilchen
Oxygen besteheud ; untl zwischeri jc zwei Eiseiioxydtheilchen ein Oxalsiiriretheilchen ebenfalls syininetrisch , aus
zwei Theilchen Kohle und drei Theilchen Oxygen bestehelid, in folgeoder Reihe geordnet :
A
....
!
F
l
C
l
P
0 0 0 1 0 0 0 1 0 0 0 10 0 0
C
l
F
i
C
!
F
i
Die verticalen Striche stellen die Granzen der Theilchen vor. Nun lasse man, wlhrend die ganze Reihe d e r
Oxygentheilchen unbeweglich bleibt, die begleitenden beiden Reihen von Eiseu uud Kohle eine Hewegung nach
rechts in der Ricbtung jeiier Reihe uin eiiie halbe Atomdistanz inaclien.
B
c
.... l O O 0 0 ~
W i e d e r erhslt man eine syminetrische Anordnung, aber
die Kohle, zwei Theile gruppirt mit vier Theilen Oxygen
1 ) Einc Bemerkung iiber die Anordnung der kleinstcn i'lieilchen in Krystalleo. Sitaungsb. d. kais. Acad. Id. Wiss. Mathem. - oaturw. Classe..
1853. Bd. X, S. 94.
,
250
i u dun V e r h a l t d s dcr Kohlensiiurc, ctas Eiseii zwei Tlicile
gruppirt init zweieii in detn Verkiltuifs des Eiseuoxyduls.
Die verticaleii Striche stellen wieder die Grfiiizcn der Theilchen vor. So scheiiit inir S ch ee r c r ' s Aiisicht graphiscli
deutlich anschaulich geinacht, wenn auch iiur durch ein
Bild. Die verlangte 0rtsver;inderuiig dcr Elcmentartheilchen stellt eine Spannung derselben in der Verbindung
vor, verschieden von der, welche ihneii aufser jener Verbiiiduug zukommt. Uas ist es aber eben, was hei einem
Vorgange voii der Art des Vorliegcndcn wohl sichcr allgenominen werden rnufs.
Bekaiintlich wird das oxalsaure Eiseiioxydkali 3( KO
C,O,)+Fe,O,
. 3 C , O , +6HO erbalteii, wenii wan
zweifach oxalsaures Kali bis zur Slttigung init Wasscr und
init Eisenoxydhgdrat digerirt I). Die Aulliisung ist nach
dcr Dickc der Schicht melir odcr weniger hell grasgruii,
cbeuso die Krystalle, con welcheii sich schiine Exeiiiplare
i n dcr Satninliing fiiideii, welche Hr. Prof. Rittcr v o i i
0 ii t t g e r an die k. k. geologische Reichsanstalt schenkte.
Sclioii fruher theilte er inir einigc der drei Verbindungen
von Oxalslure und Eisenoxyd rnit Kali, Natron and Amrnoriiak init. Hr. S c ha b u s untersuchte ihre Krystallforineii fiir seine im verflosseneii Sommer von der kaiserlichen
Acadcinie der Wissenschaftcn in Wien gekriinte Preisschrift. lhre Forineii gehiireii siimintlich in das augitische
Krystallsystem. Im polarisirten Liclite erscheinen sie deiitlich dicliromatisch, und zwar wird ihre im Gaiizeii p a s griine Farbe durch die dichroskopische Lupe erkaunt als
ails zwei ganz gleichen grasgriinen Tiinen und eineiii gelblichweifsen bcsteheud, die drei TBne scnkrecht auf die drei
Elnsticitltsaxen polarisirt. Die AUflBsung i m Wasser zeigt
augcnscheiiilicli den Uurchschuitts-Farbcntoii. Hicr ist also
gewils keim durch die Bildung der Krystalle erst hervorgebrachte Aeiideruiig in der Stelluiig der lctzten Theilchen von Eiseuoxyd und Oralskinre; jedcs ciiizeliie aus
dein Krystallzusaminei~hangclosgeliistc Aggregat, es m i i p
.
1 ) B c r z e l i u s , Lelirb. V. Aufl. 3. Bd., S . 627.
25 1
sich wie iininer in und init deli Tlieilclicli dcs Wassers
bewegeii, verratli unver~nderlicli denselhcii Zostatid der
Gruppirpng, wie cr sich durch deli ganzlich gleichbleibendeu Farbenton kuud giebt.
Ein anderes Verhaltoifs findet bei dcm EisenoxydkaliAluun statt. Ails einer duiike~rotlilicbgelben Flussigkeit
krystallisirt eiiierseits der obeii erwlliiitc Mausit F e , 0,,
SO,
3 ( K O ) SO, + 3 H 0 , der g a i n die Farbeiitiine
zeigt, wie inail sie bei Eiseiioxydverbiiidiiiigeli gewohnt ist,
voul Oelgrlinen in diiiiueii Stellen beginnend d u r d das
Hyacinth- und Blutrothe bis iiberhaupt gar kcin Liclit inehr
Iiindurchgeht, andererseits dcr Eisenoxydkali- Alaun selbst
( K O , SO,? Fc, 0 , , 3 S 0 , + 2 4 H O ) zuweilen vollkoiniiien farblos, oder doch n u r wenig in das Violette ziehend, otine S p u r einer Eiseooxydfarbe, iiideln der deiii Amethyst so selir ;ihnliche Farbentoii gewils, wic es H e i n t z bereits ausgesprocheii hat *), von Eisensaure herriihrt. Ueberraschcnd tritt der Gegensatz der Farbeii hcrvor, weiiii inaii
tlic inehr farbloSeo Krystalle uiit wenig Wasser in einer
Eprourette iiber d e r Spirituslampe in d e r Siedhitze aufliist,
uud man nun statt der wasserklaren Krystalle uiid dem
W a s s e r iiur eine dunkel blutrotlie Aufliisuiig erhalt, die
erst durcli das Abkiihleii wieder liellcr und gelb wird.
Hier tindet augenscheiiilich ein Uiiterschied der ( h i p p i r u n g
der Theilclien iul Krystalle und in der huflosuiig- statt.
Versucht inan die obeii bei dein oxalsaurcn EisenoxydKali gegebene grapliisclie Darstellung, so gelingt es cbenfal's aus
; Q F
F
F
F I F
P
A
000 000 000 000 000 000
+
+
....
1
'
F
F
I
F
1 . F
1
F
11.'
I ...
durch ein Fortriickeii der begleitendeli Rcihen der Eisentheilchcn urn eine halbe Atoindistanz, dic folgeiide Gruppirung zu erhalten:
F
I Y
...
F
1) U c r z c l i u s , Lehrbuch
V. hull. 3. Ud., S . 616.
252
Ijei welcher die Htilfte der Eiseiitbeilcheli wit j c einem,
die Halfte dcrselbeu init je zwei Theilchen Oxyden gcmeinsame syminetriscb gruppirtc Aggregate hildeo. Nun falit
aber die Farbe des Eiserroxyduls in das Grune, die der
Eiseiisliure in das Violettc, die Fnrben sind nahe oder
vollstandig coinplementar, und sic iieutralisircil sich in der
That vollstandig zu farblos, init Ausnalime etwa in cinigen
Fallen von etwas Wenigein dcr violetten Eisensaurefarbe,
welcbe wohl darum dcin Aiige siclitbar bleibt, weil iiberhaupt der Alaun eiiie saure Reaction besitzt. Rlanchmal
erhalt man wold gelblich gefarbte Eisenoxydkalialaun-Krystalle, abcr sie sind dann aucli nicht ganz klar, und offenbar durch Eisenoxyd, viclleicht in der Form von Mausit,
getriibt.
Die hier gegebeue Erklarung wurdc vielleicht zieinlich
aiiiieliinbar erscheinen, weiiii das Eisenoxyd Fez0 wenigsteiis in einigen Fallen wirklich als nus Eisenoxydul F e O
irnd aus Hyperonyd F e 0, zusaiiiinengesetzt betraclitet werdeli kiinnte, uud wenn iiberdicfs nocli fur die Eisensaure
nicbt die F o r d Fe 0, , sondcru die F e 0 , angenoinmeu
wiirde. F u r Rcides ist aber I a n @ Hr. Prof. S c h o n b e i n
in die Scbraiiken getreten ’) und Hr. Dr. O t t o V o l g e r ’)
hat darauf iu der Betrachtung der Bilduugen und Verauderungen d e r i n der Natur vorkoinmenden eiseulialtigen Mineralspecics niit grokein Erfolge fortgebaut. Ich wurde auf
die Keniitnifs des ersteren durch Dr. V o l g e r ’ s eben ge1 ) Errdniann
r i i i d M a r c h a n d ’ s Journal fiir practisclie Cticmie 1846,
Bd. 38, S . 81. Obwolil hicr Sclriinbcin’sclie Ansicliten weiteren tlieorerischen Betrachtungen zurn Gruodc gelegt wurden so llat doch dicser
geistreiclie Clieriiiker sclbst cine ganz anrlere Tlieorie der VerSiiderlichlicit der Farbc der Eiscnoxydsalze irn Zusarnnienliange nrit densclbeo
cntwickelt, auf welclbe ich hier urn so leichtcr bloCs lrinwcisen h r r , a19
sic sich in dern gegenwsrtigen XI. Bande d r r Sitxnngsherichte fiir 1853,
S. 461 bcfiiiden. Es wSre unniBglicli, sie liier nhher z u rriirtern; ich
erliielt das Heft, wclches sie entlijlt, erst, naclideni meine Blittlieilong
schon vorgetragen w a r , aber el schrint mir, dafs sie sich keineswcgs
widerspreclien.
2) Stodien zur Entwickelr~ngsgeccliicliteder Mineralicn, Ziirich 1854, S. 212
,
253
nanntes treffliches W e r k gefuhrt, das er inir freundlichst
gewidmet, iind in dein er so viele scliarfe Beobachtungen
und werthvolle wissenschaftliche Ansicliten niedergelegt hat,
ganz in der Richtung, die mir Izngst als die crfolgreichste
erschien , zahlreiche Arbeiten uber einzelue Gruppen von
Mineralspecies, die er, trefflich ausgerustet, mit allen Hulfskenntiiisseii der neaesten Zcit und des neuesten Zustandes
dcr Wissenschaft ausgefiilirt hat.
S c h B 11 b e i 11 inachte in jeuer Abhandlung darauf aufmerksam, wie doch die Annabme von Sesquioxyden iiur
eine couventionelle, und dafs es gar wohl mbglich sey,
dafs dieselben nur scheinbar in Folge ciuer obwaltenden,
sehr ausgezeichneten Verwandtschaft von Oxydulen R 0
und Bioxyden ( ~ H y p e r o x y d e n,,) R O , zu einander existirten, so dafs also R, 0, der Formel RO + R O , gleich
ist. Namentlich gilt diefs nach S ch ij n b e i 11 fur das Eisen,
wo also die Formel F e 0 + F e O , fiir moglicli gehalteu
wird. Aufserdein stellt er auch die Forinel fur die Eisensgure iii den Verbindungen so, dafs das Mehr von Oxygen
auf die Basis fallt, dafs eisensaurer Baryt zum Beispiel
nicht durch B a 0 , F e O , sondern durch B a O , , F e O , ausgedruckt w i d .
Vom chemischen Standpunkte Iafst sich also gewifs
Manches fur die oben erwahnte Darstellnngsmeisc sagen,
selbst wenil cs bis zu wirklichen Verbindungen ginge.
Diefs ist aber iioch nicht eillmal nothwendig, es handelt
sich ja, wie diefs S c h e e r e r so trcffend ausdrlickte, nur
um die optische Veranderung durch die Gruppirung der
Atome.
Die zwei iiii Vorhergehendeii erwlhnten Groppen von
Eisenoxydverbindu~~gen
zeigen ein gain verschiedenes Verhalten. Bei den Oxalaten ist die Farbe der Losung im
Wasser gleich der der Krysfalle, beide verschieden von
der des Eisenoxydes. Bei den Alaunen ist die Farbe der
L&mig im Wasser verschieden von der der Krystalle, aber
gleich der Farbe des Oxydes. Man kiinnte noch sagen,
die gruiie Farbe der Oxalatkrystalle stelle einen elektro-
254
positiven, die violettc Farbe der Alaune eiiien elektronegativen Gegensatz gegen die in das Gelbe geneigte rothe
Farbe des Eisenoxydes dar, \vie wir die Farbentaue nus
anderen V e r b i n d u n p i zu bcurtlieilen gewohnt sind.
Es lafst sich aher iu tlieoretisclier Beziebung frageii,
o b nicht durch den Unterschied der Farbe in den Lasungen
und in den Krystallen des Alauns eine wirkliche Verschiedenheit zwischen der Erscheinung von Oxydtheilchen, der
Forincl Fe, 0,uiid der ( h p p i r u n g der einzelnen Oxydulund Hyperoxydtheilcben FeO uiid FeO, aiigedeutet werde.
D e r Eisenalauii bietet Beispiele voii weifsen Krystallen
uiid sehr stark farbigen 1,iisungen derselben im Wasser.
Eiii Gegenstiick aus vielen gebeii die sclioncn Krystalle
des Quadratits ( Maguesium - Platin- Cyaiiiir Mg, Pt, Cy , ,
von der tiefsten karininrothen Kihperfarbe init den prachtvolleii blauen uiid griinen Obcrfl~chenfarbentonen. Der
Gedanke liegt gewifs sehr nahe, dafs beide diese letztereii
Farben, die sicli iin Ganzen zu farblos - weirs - erglnzeii,
iiur Ergebnisse der Gruppirung der Atome sind, von Kirr
peril, die eiiizetti S O sehr von einaiider in ihren Eigenschaften abweichen wie Azot, Kohle, Magnesium uud Platin.
Die wenigeii, in deli vorhergehenden Zeileii euthalteiieii
Thatsachen, griJfstentheils altbekannt aber in ihrein Gegensatze inerkwiirdig, geben wohl Anlafs zu lnauclicrlei an den
verscliiedenstcn Karperii zii stellenden neuen Frageii, die
sich auf die Gruppirung der A tome bezielien, vcranlafst
durcli S ch e e r e r ' s Bkmerkung, dafs ein fiirbender Korper
11i ch t not h w end i g rni t d ersel b en Gr r ippiru ti gss y in in e t ri e sei iier Atoine, die ihui itn isolirten Zustande zukommt, aucli
in alle seine Verbindungan eingelieii iniisse. Die optische
Untersuchung der KBrper zeigt daiin das Eine, die clieinische das Aridere an. Diese Eigenschaften, die wir nacli
Form, ,4rt oder Zahl zu lintersuchen uiid zu bestiiiimen i n i
Stande siiid, bildcn gewissermafsen die bekannten Grofsen, aus welcben es m6,olich wird, arif die Gruppiruiig
der '4toine zu s c h l i e h i uud ihre Gestalt und gegenseitige
Lage kenneii zu lernen, die docli ihrer ausnehmenden Klein1)
1,
255
heit wegen , niemals Gegenstand unserer Walirnelimuug
seyn kann, also wnhre ~Unbekanntc. Jeder Krystall bildet in dieser Bezicliung eine zur Aufllisung gegehcnc
Gleichung.. Sollteii niclit aus der ungernein grofsen Zahl
derselben doch auch manclie jener Unbekannten erinittelt
werden konnen? Zahllose Aufgabeo liegen uns noch fur
nlhere KeiintiiiEs der unmittelbar bestimmbaren Stiicke vor,
wahrend die Aiistrengungen, urn sicb eine Vorstellung von
dem Unbeknnnten zu macheii, viellelclit gerade den grafsten Reiz gew~hren.
((
1X. Ueler den uerunderlichun Grad der zwischrri
Sulzen und W a s s e r aufiretenden
con P . K r e m e r s .
Afjnitci'l;
D i e Lasliclikeit ist eiue der vieleii Weisen, in dericn
die Affinitat der Snlze zum Wasser sich aufsern liaan.
Welche Aenderungen die Liislichkeit cines Salzes erleidet,
sey es nun durch Aenderungen der Temperatur, sey es
durch Aeiiderungen der Constitution, wurde fruher I ) zu
entwickelii versucht. Die folgenden Blatter bilden eiue
Fortsetzuiig erwalintcr Uiitersuchuog; sic enthalten iiberd i e t eiuen Versucb, in wieweit die bei Uutcrsucliulig der
Liislichkeit gewonnenen Anschauu~igengeeignct sind, iiber.
tragen zu werdeii auf zwei aiidere Aeufseruiigsweiseii der
zwischen Salzeii und Wasser auftretenden Affinitat : die
Zerfliefslichkeit uud das Vermageii Krystallwasser zu
bindeu.
Es wurde fruher ') auf eiiizeliie inerkwiirdige Yunkte
hingewiesen, i.n welcheu sich die Curveu lhnlicher Salze
kreuzen. Sie wurden unterscbieden als negative und posi-
,
1) Pogg. Ann. Bd. XCII, S . 497.
2 ) a. a. 0.
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