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Die internationalen Congresse fr angewandte Chemie.

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Zeitschrift fur angewandte Chemie.
1900. Heft 40.
~~~
~
Die internationalen Congresse
fiir angewandte Chemie.
Von Dr. H. Claassen.
Nachdem auf dem diesjahrigen Congresse
fiir angewandte Chemie Berlin als Versammlungsort f i r den niichsten Congress i. J. 1 9 0 2
gewahlt worden ist, ist es wohl a n der Zeit,
dass die deutschen Chemiker sich etwas eingehender mit dem Verlauf der bisherigen
Congresse beschlftigen. In giinstiger Weise h a t
sich vor einiger Zeit Herr Dr. v o n G r u e b e r
(diese Zeitschr. Heft 30) iiber diese Congresse
ausgesprochen. Beriicksichtigt man aberselbst,
dass er seinen Vortrag v o r dem letzten
Pariser Congress und zu dem Zwecke hielt,
zu dem Besuch desselben anzuregen, so erscheint das darin gefallte Urtheil doch z u
optimistisch gehalten. Ganz i m Gegensatz
dazu h a t H e r r Prof. Dr. F. F i s c h e r schon
mehrfach in dieser Zeitschrift ( 1 8 9 8 u n d 1 9 0 0
S. 865) darauf hingewiesen, dass die internationalen Congresse fiir angewandte Chemie
nicht den Anspriiehen geniigen, welche ernsthafte Chemiker an solche Congresse zu stellen
berechtigt sind, dass besonders die Vorbereitungen, welche fiir einen wirklichen Erfolg
niithig sind, vie1 zu wiinschen iibrig gelassen
haben. Ebenso habe ich mehrfach die Fehler
bei den bisherigen Congressen hervorgehoben
(Centralb1attf.Zuckerind. 1 8 9 8 , S. 289, 1 8 9 9 ,
S. 941).
Aber alle diese Wiinsche und Forderungen, die nach meiner Ansicht durchaus berechtigt waren, haben weder auf dem Wiener,
noch auf dem letzten Pariser Congress irgend
welche Beachtung gefunden.
Gerade im
Gegentheil h a t der letzte Congress i n Paris,
was die Vorbereitung der Berathungen und
die Auswahl der zu behandelnden Gegenstande anbetrifft, ausserordentlich zu wiinschen iibrig gelassen. Aus eigener Erfahrung
kaon ich natiirlich nur iiber die Berathungen
der Section V, Zuckerindustrie, urtheilen ;
ich habe aber von Collegen aus anderen
Sectionen .mehrfach gehiirt, dass auch deren
Berathungen durchaus nicht auf der Hiihe
der Zeit gewesen seien.
Wenn man sich nun nach den Ursachen
dieser Mieserfolge der letzten Congresse umsieht (ich nehme den ersten Congress in
Briissel 1 8 9 4 ausdriicklich a u s , d a dieser
Ch. 1900.
einen thatsiichlichen und berechtigten ErfoIg
erzielte, der die Veranlassung zur Fortsetzung
der internationalen Congresse war), so i s t
die hauptsiichlichste darin zu suchen, dass
die Aufgaben dieser Congresse bisher i n keiner
giiltigen Weise festgelegt worden sind. Jeder
Congress oder vielmehr jedes Organisationscomitk hat sich seine Aufgabe ganz eigenmachtig gestellt, ohne Riicksicht auf die Erfahrungen der vorhergehenden Congresse.
Fiir den ersten Congress war es nntiirlich selbstverstindlich, dass das Organisationscomitk sowohl die Aufgaben, als auch das
Reglement aufstellte. Als Aufgaben waren
in dem Einladungsschreiben angegeben: als
hauptsichlicbste die Vereinheitlichung der
Analysenmethoden, dann aber auch die Besprechung g e m h e r technischer Probleme,
iiber welche die Fachleute noch nicht einig
sind, sowie die Ausarbeitung eines Codex
der Nahrungsmittel u n d Getranke. Nach dem
Reglement wurden 4 Sectionen gebildet und
es war die Bestimmung getroffen, dass alle
Sprachen gebraucht werden konnten, wobei
aber die Bitte ausgesprochen war, sich hauptsachlich desFranz6sischen zu bedienen. Weder
i n der allgemeinen, noch in den Sectionssitzungen wurden diese Bestimmungen einer
Erarterung unterzogen, so dass man annehmen
musste, dass sie auch fiir den niichsten Congress die Grundlage bilden wiirden.
Das Organisationscomitk des zweiten Congresses zu Paris stellte nun zwar keine
neuen Aufgaben auf, kiimmerte sich aber
u m das Programm der Briisseler Versammlung gar nicht. Es theilte die Berathungen
i n 11 Sectionen ein und bestimmte, dass die
Discussionen in franz6sischer Sprache abzuhalten seien und dass nur diejenigen, welche
dieser Sprache nicht machtig seien, sich des
Deutschen , Englischen, Italienischen oder
Spanischen bedienen kiinnten.
Fiir den dritten Congress wurden als
Aufgaben bezeichnet:
a) Berathungen iiber actuelle Fragen auf
allen Gebieten der angewandten Chemie
u. s. w., in erster Richtung solcher, deren
L6sung im iiffeutlichen Interesse gelegen ist.
b) Anbahnuug international giiltiger, einheitlicher Untersuchungsmethoden fiir
die Analyse solcher Producte, welche
82
1000
Claassen: Internationale Congresse fur angewandte Chemie.
auf Basis ihrer chemischen Zusammensetzung bewerthet und in den Verkehr
gebracht werden.
c) Anbahnung international giiltiger, einheitlicher Untersuchungsmethoden f i r die
Controle der verschiedenen industriellen
chemischen Betriebe.
d) Besprechung von Fragen des Unterrichtes auf dem Gebiete der angewandten
Chemie, sowie Berathungen iiber allgemeine Angelegenheiten der Chemiker.
e) Anbahnung eines freundschaftlichen Verkehres der in- und auslandischen Vertreter der verschiedenen Gebiete der
an gewandten Chemie.
Diesen erweiterten Aufgaben entsprechend
wurde die Zahl der Sectionen auf 12 erhiiht
und in mehreren ausserdem Subsectionen
geschaffen. Als Congresssprachen wurden
Deutsch, Franziisisch undEnglisch bezeichnet.
Das Organisationscomitk fiir den diesjahrigen vierten Congress in Paris bezeichnete zunachst als Vortheil der Congresse
die Vereinigung von Leuten, die gemeinsame
Interessen haben und wiinschen, sich zu
treffen und sich &her kennen zu lernen,
und als ihre niitzliche Seite:
1. die Vereinheitlichung, soweit sie mijglich ist, der Analysenmethoden, welche
uberall dem Handel und den Verwaltungen grosse Schwierigkeiten bereiten,
2. die Entdeckung der Verfiilschungen von
Nahrungsmitteln und von chemischen
Producten,
3 . die Besprechung gewisser analytischer
und industrieller Fragen und zwar in
richtiger Begrenzung und Definition,
4. die Beschaftigung mit den Bedingungen
des Verkehrs zu Lande und zu Wasser,
mit steuerlichen Fragen, kurz mit gewissen ijkonomischen Fragen, welche
einen internationalen Charakter haben
und welche ein Congress, wie der
unserige, nicht ubergehen darf.
Sectionen wurden zur Liisung dieser Aufgaben diesmal nur 10 eingerichtet und die
franzijsische Sprache wurde als die officielle
fur den Congress bezeichnet, wieder mit der
Erlaubniss fiir diejenigen, welche derselben
nicht machtig waren, sich des Deutschen,
Englischen oder Italienischen zu bedienen.
A u ~der vorstehenden kurzen Zusammenstellung ist wohl ersichtlich, dass die Aufgaben der Congresse fiir angewandte Chemie
und wichtige Bestimmungen des Reglements
von jedem Organisationscomitk nach Gutdiinken geandert wurden.
Der nachste Congress wird daher VOI
allen Dingen die Aufgaben, sowie das Reglement definitiv festzustellen haben und zwax
[angewaiirlte
ZeitsehFiftChemie.
nit der Bestimmung, dass nur die spateren
=ongresse, nicht aber ein beliebiges Organiiationscomitk Anderungen daran vornehmen
liirfen.
Welche Ziele sollen nun die internatioialen Congresse fiir angewandte Chemie
verfolgen?
Allgemein wird wohl der pers6nliche
Verkehr der Congressmitglieder und die
miindliche Aussprache iiber streitige Fragen
sls ein sehr wesentlicher, von Manchen wohl
sogar als der hauptsachlichste Zweck der
Congresse angesehen. Alle Veranstaltungen,
welche diesen pers8nlichen Verkehr i n richtiger Weise zu heben geeignet sind, sollten
daher auf jedem Congress geniigend gepflegt
werden, also vor allen Dingen : gemeinsame
Besichtigungen und Ausfliige, Vergniigungen,
Festessen etc. E s muss, wie ausdrucklich
hervorgehoben werden mag, anerkannt werden,
dass in dieser Beziekung die von mir sonst
so getadelten beiden letzten Congresse hervorragende Leistungen vollbracht haben,
allerdings begiinstigt durch iiussere Umstande.
Was die Arbeiten des Congresses anbetrifft, so haben sich diese nach meiner Ansicht hauptsachlich auf analptischem Gebiete
zu bewegen. Die chemische Industrie als
solche, also die chemische Technik hat (und
&rin stimme ich mit Herrn Dr. D u i s b e r g
(diese Zeitschr. S. 865) vijllig uberein) wenig
oder gar kein Interesse an solchen internationalen Congressen, denn die Technik
kann durch deren Verhandlungen niemals
auch nur annahernd so gefijrdert werden,
als durch die nationalen Fachvereine, welche
haufiger tagen und die Gegenstande weit
eingehender behandeln. Was demnach im
Allgemeinen von technischen Fragen auf
einem internationalen Congress zur Erijrterung kommen kann, ist allen Fachgenossen bereits zur Geniige bekannt, so dass
neue Gesichtspunkte kaum mehr vorgebracht
werden kiinnen und demnach die Erzeugung
einer iiden Langeweile meistens das einzige
Resultat solcher Vortrage ist. In dieser
Beziehung hat man i n diesem Jahre in
Paris, besonders in der Section V Zuckerindustrie, vie1 gesiindigt und die Geduld
der Zuhiirer auf eine arge Probe gestellt.
Immerhin kann man zugestehen, dass einige
Vortrage aus der chemischen Tcchnik in
den Sectionen gehalten werden, .wenn ihre
Zahl eben eine sehr beschrankte bleibt und
das Thema sehr sorgfaltig ausgewahlt wird.
F u r die Hauptarbeit der Congresse auf
dem analytischen Gebiete, soweit dasselbe
mit der angewandten Chemie zusammenhangt,
kiinnen die von H e r m v o n G r u e b e r als
Jahrgsng
40. 2. Ootober
1900.
,,,,]
Claassen: Internationale Congresse fiir angewandte Chemie.
Hauptziele der Congresse erwlihnten 3 Momente wohl a l s Grundlagen dienen : niimlich
(siehe diese Zeitschrift Heft 30)
1. die Auswahl u n d Anerkennung gleicher
analytischer Methoden, Nomenclaturen
u n d Apparate i n den verschiedenen I n dustrien,
2. die Anbahnung einer internationalen
Vereinigung zur Unterdriickung des Betruges beim Handel,
3. die Ausfindigmachung von Verfahren
zur Reinigung d e r Abwiisser von Stiidten
und Fabriken.
Dazu ware dann noch als vierter P u n k t
oder zur Vervollstandigung von P u n k t 1 zu
setzen :
D a s Auffinden der geeignetsten Methoden
zur Controle der Fabrikbetriebe u n d der
Fabrikationsverluste.
Fiir alle diese Fragen muss aber in jedem
Einzelfalle die ausdriickliche Bedingung gestell t werden , dass sie auch thatsachlich
internationale Bedeutung haben und dass sie
geniigend fiir die Berathung vorbereitet sind.
U m diese letztere Bedingung zu erfiillen,
haben Commissionen w ii h r e n d des Congresses
zu tagen, denn es geniigt nicht, eine Frage
dadurch vorlaufig zu erledigen, dass sie am
Schlusse des Congresses einer Commission
iiberwiesen wird. Die Erfahrung h a t gelehrt.
dass solcbe Commissionen entweder garnicht
arbeiten, oder dass von den Commissionsmitgliedern nur wenige den nilchsten Congress besuchen, welche dann ihren vielleicht
recht einseitigen Standpunkt vertreten.
Selbstverstiindlich werden diese Commissionssitzungen wihrend des Congresses Zeit beanspruchen, aber diese Zeit wird eben dadurch
gewonnen, dass die Plenarsitzungen der Sectionen erheblich eingeschrinkt werden.
Ebenso wie die Aufgaben des Congresses
ist auch das Reglement durch einen Congress
bindend festzusetzen. Wenn jetzt bald 4,
bald 10, bald 12 Sectionen gebildet u n d
deren Gebiete ausserdem auch noch haufig
geandert werden, so sind die Berathungen
solcher Sectionen, die ihr Leben nur auf
dem einen Congress fristen, wie z. B. die
Section: E a u x rhsiduaires des industries
chimiques auf dem Congress 1 8 9 6 , die Sectionen: Unterrichtsfragen und Patentfragen
i m J a h r e 1 8 9 8 , meistens fruchtlos; es fehlt
zum Mindesten jede Continuitiit bei der Berathung solcher Fragen.
Recht wichtig ist auch die Sprachenfrage.
Es erscheint fiir einen internationalen Congress, der bald bier, bald d o r t tagt, durchaus unzulassig, dass eine Sprache als die
officielle bezeichnet wird. Die franzhische
Sprache h a t heute nicht mehr Anrecht
1001
darauf, eine Weltsprache zu sein, wie die
englische und deutsche. Diese 3 Sprachen
zum Mindesten miissen viillig gleich behandelt werden. W e r ein Interesse daran hat,
miiglichst allgemein verstanden zu werden,
wird schon von selbst diejenige Sprache
wlhlen, welche diesen Zweck a m besten erreichen lasst.
Um zu verhiiten, dass ungeeignete Gegenstande oder VortrHge auf die Tagesordnung
gesetzt werden, erscheint es niithig, dass
nicht nur das Organisationscomite des Landes,
i n welchem der Congress tagen s o l l , iiber
die Tagesordnung entscheidet, sondern eine
internationale Commission, deren Mitgliedern
d a s von dem Organisationscomite provisorisch
aufgestellte Programm rechtzeitig eingesandt
wird. Dann kann es auch nicht vorkommen,
dass die Theilnehmer des Congresses von
Hause abreisen, ohne iiberhaupt irgend etwas
iiber die Tagesordnung der Sectionen zu
wissen, wie es in diesem J a h r e bei dem
Pariser Congress der Fall war.
Als eine ganz ungeeignete Gepflogenheit
der bisherigen Congresse muss auch angewhen werden, dass der tagende internationale Congress das nationale Organisationscomite fur den nachsten Congress wlihlt.
D e r Congress sollte sich vielmehr damit begniigen, diejenigen Vereine zu bezeichnen,
welchen die Organisation anvertraut werden
soll u n d diesen die W a h l der Personen
iiberlassen.
Auf dem Briisseler Congress wurde in
der Schlusssitzung beschlossen , dass die
internationalen Congresse alle 2 J a h r e stattfinden sollten, und diese Bestimmung i s t
bisher auch eingehalten. I n dieser Zeitschrift h a t Prof. F i s c h e r aber schon mehrfach einen Zeitraum yon 2 J a h r e n als zu
gering bezeichnet und 4 J a h r e vorgeschlagen.
Wenn auf einem Congress wirklich und
richtig gearbeitet ist, so tauchen in 2 Jahren
nicht so viele neue Fragen auf, dass der
folgende Congress geniigend Arbeit vorfindet.
Auch dievorbereitungen fiir den neuencongress
kiinnen i n dieser kurzen Zeit nicht geniigend
ausgefiihrt werden, wenn der Bericht iiber
den vorhergehenden Congress erst ungefthr
1 J a h r oder noch s p I t e r nach der Versammlung erscheint, wie es i n letzter Zeit der
Fall gewesen ist. E i n e zu schnelle Aufeinanderfolge der Congresse muss dieselben
daher erst recht i n Misscredit bringen.
Es k a n n daher wohl die Frage aufgeworfen werden, ob die deutschen Chemiker
und besonders d a s in Paris gewahlte Organisationscomith bez. die mit d e r Organisation
betrauten Vereine nicht den Auftrag, den
Berliner Congress fir 1 9 0 2 vorzubereiten,
82 *
i002
Ymits, Raken und Terwogt: Kohlenoxyd im Leuchtgas.
nachtraglich ablehnen und ihn nur fur 1904
annehmen sollen. Uns steht keine Jubilaumsoder Welt-Ausstellung zur Verfiigung , die
einen liusseren Glanz iiber den Congress verbreitet und seine Schwiichen verdecken
k8nnte. Die 4 bisherigen Congresse haben
i n ihrer allzu schnellen Aufeinanderfolge
Alles vorweg genommen, was bis 1902 noch
in Betracht kommen kiinnte, und um die
arg verfahrenen allgemeinen Angelegenheiten
der Congresse fiir angewandte Chemie in
die richtigen Wege zu leiten, dazu gehiirt
erst recht eine langere Vorberathungszeit.
Einen Congress aber vorzubereiten, der rnit
einem ziemlich sicheren Fiasko endigen muss,
insofern als er nichts Besseres zu Tage
fiirdern wiirde, als die letzten internationalen
Congresse , entspricht nicht der Wiirde des
deutschen Chemikerstandes.
Ueber eine neue Methode
zur volumetrischen Bestimmung von
Kohlenoxyd im Leuchtgas.
Von A. Smits,
H. Raken und P. C. E. Meerum Terwogt.
(Mittheilung aus dem Chemischen Laboratorium
der Universitat Amsterdam.)
Irn Jahre 1898 wurde von M a u r i c e
Nicloux’) eine neue Methode zur Bestimrnung von Kohlenoxyd in der Luft angegeben. Statt das Kohlenoxyd durch Hamoglobin absorbiren zu lassen, wurde Luft iiber
JodsLure geleitet, welche auf 150’ erhitzt
war.
Das Kohlenoxyd wurde hierbei zu
Kohlenslinre oxydirt, wahrend das J o d in
Preiheit gesetzt wurde nach der Gleichung
5 GO + 2 H J O , = 5 GO, + H 2 0 + J,.
Das ausgeschiedene J o d , durch K O H absorbirt und dann colorimetrisch bestimmt,
war in dieser Weise ein Maass fur die vorhanden gewesene Kohlenoxydmenge.
Auch von A r m a n d Gautier’) ist diese
Methode in etwas geanderter Form mit gutem
Erfolg angewendet worden. Er fiihrte Luft
iiber auf 65-70’
erhitztes J20,, und ahsorbirte das J o d und die Kohlensaure durch
kohlensaurefreies Atzkali. Das ausgeschieclene Jod wurde alsdaun durch Titration und
die absorbirte Kohlensaure volumetrisch nach
der Methode von M u n t z und A u b i n bestimmt.
Beztiglich der Einwirkung anderer Gase
auf H J O , oder JaO5 fanden N i c l o u x und
G a u t i e r , dass H und CH, nicht, C,H4 und
C, Ha aber leicht einwirken. Sind also Ca H4
I)
2,
C. R. de 1’Acad. des Sciences 126, 793. 1898.
C. R. de 1’Acad. des Sciences 126,931. 1898.
[angewaiidte
Zeitsohrift flir
Chemie.
ider C p H p beigemischt, so miissen sie vorher
nittels raucbender Schwefelsaure entfernt
werden.
Es leuchtet ein, dass diese sehr empfindiche Methode zur Bestimmung von Spuren
2 0 in der Luft auch zur Bestimmung von
2 0 im Leuchtgas anwendbar ist. Handelt
:s sich dagegen bei einer vollstandigen Gasmalyse um die Einrcihung der Koblenoxydbestimmung in den1 Falle, wo nicht bloss
Spuren GO zu bestimmen siud, so ist natiirLich die genannte Methode nicht brauchbar.
D a bis heute in der Gasanalyse noch
eine genaue Methode zur Restimmung von
CO fehlte, so haben wir versucht, dieses Gas
mittels Jz0, volumetrisch zu bestimmen.
Dies ist uns auch i n folgender Weise gelungen.
Der Apparat, welcher zur Verwendung
kam, war eine Pipette, die der H e m p e l schen Palladiumpipette sehr Lhnlich ist. Dieselbe ist mit Ja O5 gefillt, und da hier im
Gegensatz zu dem Vorgang in der Palladiumpipette der reagirende Bestandtheil langsam
verschwindet, so war der benutzte Apparat
mit einer ziemlich grossen Menge Jz0, (8 g)
beschickt worden.
Fig. 1.
Das U-f6rmige Rohr A (Fig. 1) ist mit
J a 0, und Asbest gefullt uud dort, wo die
Riihrchen a und b angeschmolzen sind, werden Pfropfen von Asbest angebracht.
Das Riihrchen a wird mit der Gasburette,
das RShrchen b mit der K O H - P i p e t t e verbunden. Leiten wir, nachdem die J205Pipette auf 150-180° erhitzt ist, Leuchtgas hindurch, das schon von KohlensHure,
schweren Kohlenwasserstoffen und Sauerstoff
befreit ist, so sublimirt das frei gewordene
Jod in das Riihrchen b, tvahrend die Kohlenskure in der KOH-Pipette absorbirt wird.
In dieser Weise verfahrend, beobachteten
wir, dass leicht Verstopfung eintritt, infolge
der Sublimation des Jods in das Rijhrchen b.
Vir fanden jedoch, dass man diesen
Mange1 wie folgt leicht beseitigen kann. Zn Anfang fiihrt man das Gas schnell hin
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