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Die Meldepflicht der Berufskrankheiten. Eine Umfrage bearbeitet von Dr. Francke Frankfurt a. M. und Dr

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Tage wurde ein Vortrag gehalten, der hier im Auszug wiedergegeben wird:
, , A m der Geschichte der Herstellung der Panzerplatten in
Deutschland". Von Geh. BauratDr.-Ing. e. h. Dr. phil. e. h. Emil E h r e n s b e r g e r , Traunstein. Der Vortragende fUhrte aus, daB die Bekleidung
von schwimmenden Batterien mit 11 cm dicken Schmiedeeiseoplatten
im Jahre 1854 durch Dupuy de Lome als der Ausgangspunkt fur die
Eisenpanzerung der Kriegsschiffe zu betracbten sei. Das erste eisengepanzerte Schiff war die i m Jahre 1859 von Stapel gelassene franzUsische Fregatte ,,Gloire", der rasch englische Schiffe folgten. Die
Dicke der anftinglich 80 bis 120 mm dicken Panzerplatten wuchs
gleichzeitig mit der Durchschlagskralt der Geschiitze, und bald entstanden Panzerstlrken von 55 und selbst 60cm. Aus Grlinden der
lei&teren und besseren Herstellung wurden derartige Panzer auch
geteilt, in zwei hintereinanderstehenden Platten angeordnet, was man
als ,,Sandwich"-Pamerung bezeichnete. Das grofje Gewicht der Platten
zwang dazu, erhebliche Teile der Schiffe ungepanzert zu lassen, und
man schien an einem gewissen Endpunkte angelangt zu sein, als es
im Jahre 1876 der Firma Schneider & Cie. in Creuzot gelang, Stahl
an die Stelle des Schweifjeisens zu setzen, wodurch bei gleicher
Widerstandsflhigkeit eine Gewichtsersparnis von 30°/, enielt werden
konnte. Aber diese Platten waren sehr sprtide und zerbrachen leicht
beim Auftreffen der Geschosse. Besser verhielten sich in dieser
Beziehung die im Jahre 1877 in England aufgekommenen ,,Compound"Panzerplatten, deren vorderes Drittel aus hartem Stahle bestand, der
durch AufgieUen auf die weiflgluhende Eisenplatte rnit dieser verschweidt worden war; sie zeigten ungefahr die gleiche Widerstandsfahigkeit gegen Durchschlagen wie die Schneiderschen Platten.
Die ersten deutscben Kriegsschiffe waren aus England bezogen,
und man hatte es der Energie des Admirals v. S t o s c h zu verdanken, daG nicht nur die weiteren Kriegsschiffe in Deutschland
gebaut, sondern auch die Panzerplatten im Lande selbst erzeugt
werden konnteo. Die Dilflinger H U t t e n w e r k e nahmen im Jahre
1877 die Herstellung von Schmiedeeisenplatten auf, fiihrten aber bereits
im Jahre 1880 die englische Compoundplatte ein.
A h im Jahre 1890 mit dem Bau der Linienschiffe der Brandenburg-Klasse ein erheblich erweitertes Flottenbauprogramm einsetzte,
wurde die Firma K r u p p zur Aufnahme der Plattenherstellung veranIaBt. Sie nahm im gleichen Jahre die Herstellung auf und lieferte
zunilchst ebenfalls Compoundplatten, wlhrend sie gleichzeitig Versuche
zu deren Verbesserung anstellte. Schon im Jahre 1892 konnte eine
von Krupp nnd Dillingen in gemeinsamer Arbeit geschaffene Platte
aus weichem Nickelstahl an die Stelle der Compoundplatte gesetzt
werden, welche die Widerstandsfiihigkeit einer um 16°/0 dickeren
Compoundplatte erreichte und von auflerordentlicher Zahigkeit war,
so daB sie auch nach BeschieBung rnit sehr zahlreichen Schiissen aus
groBen Kalibern keinerlei Risse zeigte. Im gleichen Jahre fertigte
Krupp eine Platte aus mittelhartem Nickelstahl, die durch Hiirten
in 01 und darauffolgendes Anlassen noch weiter verbessert worden
war. Im Jahre 1893 konnte Krupp bereits eine durch Zementation
rnit Leuchtgas auf der Vorderseite aufgekohlte und sodann unter der
Wasserbrause gehiirtete Platte auf die Weltausslellung nach Chicago
senden, welche damals groi3es Aufsehen erregte. Diese Nickelstahlplatte kam aber nicht zur Lieferung, da Krupp im Jahre 1894 durch
Anwendung von Nickelchromstahl und durch eigenartige Hartung
der ebenfalls rnit Leuchtgas zementierten Platte ein wesentlich besseres
Erzeugnis an die Stelle setzen konnte. Diese sogenannte ,,KruppPlatte"
zeichnete sich durch auSerordentlich grol3e Widerstandsflhigkeit aus,
derart, dai3 sie einer dreimal so dicken Schmiedeeisenplatte a19 gleichwertig gegen Durchschlapen zu erachten war. Zudem war sie von
einer unvergleichlicherl Ziibigkeit, so dafj sie rnit zdhlreichen Schussen
belegt werden konnte, ohne irgendwelche Risse zu zeigen. Diese
Platte nun wurde von allen Marinen der Welt eingefuhrt und ist
bis heute in Gebrauch geblieben.
Der Vortragende schloS an die allgemeinen Ausfuhrungen Uber
den Entwicklungsgang der Panzerplatten eingehende Schilderungen
des Herstellungsverfahrens der ,,Krupp-Platte" in metallurgischer und
technischer Beziehung an. Der Ausgangsstoff fiir die ,,Krupp-Platte"
war ein im basischen Siemens-Martin-Ofen kergestellter Nickelchromstahl rnit einem Oehalt von 0,35O/, Kohlenstoff, 4OlO Nickel und
1,75O/, Chrom. Der gegossene Block wurde auf die verlangte Plattendicke ausgewalzt. Sodann kam die Platte zur Zementation, wobei
Uber die auf rund 1000° erhitzte Plattenoberflache 10 bis 15 Tage
laog Leuchigas geleitet wurde, das seinen Kohlenstoffgehalt an den
Stahl abgab, so daB eine Anreicherung des Kohlenstoffgehaltes der
Platte bis zu 4 cm Tiefe und bis zu l,5"/, erreicht wurde. Die zementierte Platte wurde dann sofort zum Zwecke der Gefiigeverfeinerung
in RtitiUl abgeltischt, worauf eiae Erhitzung auf 630"mit nachfolgender
Abktihlung i n Wasser folgte. Durch diescs Verfahren war der Platte
die h6chste ihr zu erteilende Zlhigkeit gegeben. Nun setzte die
Formgebung unter einer 10000-t-Biegepresse und die mechanische Bearbeitung der Platte ein. Es handelte sich dann noch um die Hartung
der Platte, zu welchem Zweck die Vorderseite allein der Wirkung
strahlender Wlrme so lange ausgesetzt wurde, bis sie die Hartetemperatur von durchschnittlich 870° erreicht hatte, wiihrend die
PlattenrUckseite vor Wiirmezufuhr geschutzt wurde, um die ihr bereits
erteilte Ztihigkeit nicht herabzumindern. Die solcherart ,,differentiell"
erhitzte Platte hgrtete man durch pltitzliche AbkUhlung unter einer
starken Wasserbrause. Die Vorderseite war d a m harter als Glas,
die auf die Platte verfeuerten Geschosse wurden zerschmettert. Nach Beendigung des Vortrages wurde Herrn E h r e n s b e r g e r
als dem Bahnbrecher bei der Herstellung und Auswertung hochwertiger
Stlhle die Carl-Lueg-Denkmtinze des Vereins ilbergeben.
Dozentenverband. Am 10./12. 1921 vereinigte sich eine grUfjere
Zahl von Dozenten fiir Chemie an Siidwestdeutschen Hochschulen in
Darmstadt. Bei diesem Anlasse wurde die Bilduog eines losen Dozentenverbandes zur Sprache gebracht. Es wurden eine Reihe wissenschaftlicher Vortrtige gehalten. Es sprachen: F r e u d e n b e r g , Freiburg: ,,uber Catechin". - StollB, Heidelberg: ,,uber die Umsetzung yon Dihydracidchloriden rnit Natriumacid". - S c h wa r z,
Frei burg: uber die Beeinflussung der Wasserstoffsuperoxydkatalyse
durch Kiintgenstrahlen". - B r i g l , Tubingen: ,,Uber die Reduktion
eines Flavonfarbstoffszum Anthocyan". - v. H a l b a n , Wiirzburg:
uber die Verwendung photoelektrischer Zellen zur Messung der
Lichtabsorption". - S c h o e l l e r , Freiburg: ,,uber die biochemische
BedeutungorganischerQuecksi1berverbindunged"'- Go 1d s c h mid t,
Wtirzburg: ,,Zweiwertiger Stickstoff: uber Hydracyle". - v. Braun,
E. B.
Frankfurt a. M.: ,,Zur Kenntnis der Alkamine".
Neue Biicher.
Die' Meldepflicht der Berufskrankheiten. Eine Umfrage, bearbeitet
von Dr. F r a n c k e , Frankfurt a. M. und Dr. B a c h f e l d , O€!enbach,
Berlin 1921, Julius Springer, 49 Seiten.
Die vorliegende Schrift stellt das Ergebnis einer Umfrage dar; es
ist das Verdienst des Instjtuts fur Gewerbehygiene in Frankfurt a. M.,
sie einer groDen Anzahl Arzten, Technikern, Verwaltungsbeamten, Industriellen nnd Arbeitnehmern unterbreitet zu haben. Das Resultat
dieser Fragebogen wird von den Autoren in geschickter Weise zusammengefdt. Jeder Chemiker, Techniker, Beamter und Arzt, der
nur im geringsten in Beziehungen zur Industrie steht und soziales
Empfinden hat, sollte sich den Inhalt zu eigen machen und mithelfen,
die darin wiedergegebenen Anregungen zu vervollkommnen. Als auf
etwas ganz ErschUpfendes sol1 und darf das Resultat dieser Umfrage
noch keinen Anspruch machen, es enthiilt ein gutes Fundament, auf
dem aufgebaut werden kann.
Wlhrend in Deutschland, als dem industriell h6chst entwickelten
Staate, die ersten Ansiitze zur Meldepflicht der Berufskrankheiten aus
dem Jahre 1907 stammen und zwar nur fiir Berufserkrankungen
einzelner Industriezweige (Phosphor, Arsen, Milzbrand), die erst nach
und nach auch auf andere Berufserkrankungen ausgedehnt wurden,
hat das Ausland, namentlich die Sehweiz und England, die Vorschriften
zur Meldepflicht und Entschldigung der Betroffenen weit frtiher
(Schweiz 1901, England 1901 und 1906) vie1 allgemeiner erfaf3t und
durchgef lihrt.
Die Schrift enthiilt weiterhin den Wortlaut des Fragebogens, der
aus neun kurz und priignant formulierten Fragen bestand, und die
Antworten der Angefragten.
Der Extrakt dieser Fragen lUt sich vielleicht in die zwei Schlagworte zusammenfassen:
1. Erweiteruog der Meldepflicht und ihre Handhabung (Frage 1-4),
,2. ilntliche Begutachter und deren sachverstiindige Ausbildung
(Fr e 5 9).
% & e n d sich n i ein geringer Teil der Beantworter fur die Erweiteruog der Meldepflicht, teils zugernd, die Schwierigkeit der Durchftihrung betonend (R. F i s c h e r , T e l e k y , A s c h e r S c h e i d e a n s t a l t ) ,
teils ablehnend (BBttrich) und ,,in jeder Form" ablehnend (Herxh e i mer) ausspricht, tritt die weitaus grUBte Anzahl aller anderen
Bearbeiter warm fur die Erweiterung ein und bezeichnen sie zum
Teil als d r i n g e n d erlorderlich.
Interessant sind die Antworten der nichtiirztlichen gegenliber den
lrztlichen Bearbeitern bei der Beurteilung der Fragen: Wer sol1 die
Meldung erstatten, und an wen ist sie zu richten? D a 5 Kombinationen mehrerer Stellen, wie verschiedene zu beiden Fragen vorschlagen, der gangbarste Weg ist, damit eine Meldung die andere
kontrolliert, ist ftir die wissenschaftliche Erforschung der Berufserkrankungen sowohl wie ffir die Grundlage eventueller Entschldigung
der Erkrankten wtinschenswert.
Die weitaus bedeutungsvollere Frage ist die der lrztlichen Begutachtung und die unbedingte Notwendigkeit, hierzu theoretisch und
praktisch vorgebildete Arzte zur Diagnosestellung und Beurteilung zu
besitzen. ' Hienu sprechen sich F r a n c k e und Bachf e l d ausflihrlich
aus, und es seien lnteressenten direkt auf die Schrift verwiesen. DdiJ
die Ausbildung der Brzte auf den Universiuten hinsichtlich Erkennung und Behandlung der Berufskrankbeiten eine sehr mangelhafte
ist, dartiber ist die Mehrzahl einig; dementsprechend fordern die
meisten befragten Universitatslehrer Fortbildungskurse nach beendetem Studium. Doch das gentigt nicht. DarUber, daf3 eine praktische Sonderausbildung wlinschenswert erscheint, besteht hei allen
Beantwoitern kein Zweifel; desto mehr jedoch Uber den Modus eines
solchen (S. 30).
Die Anregungen H a n a u e r s und L e h m a n n s (S. 31) dUrften dieser
Nur als Assistenten der PabrikFrage die richtige Antwort
krankenhluser und der FabrigE:e in industriereichen Gegenden kann
den jungen Medizinern die AusbildungsmUglicbkeit in Berufskrankheiten geschaffen werden. In den rein tintlichen Fragen spricht
sich Bachf e l d noch eingehender Bus, er kommt zur Aufstellung von
3,
20
__
.______
~-~
Personalnachrichten
-
Krankheilseruppen, die als meldepflichtige Infektionen oder als meldepfliehtige Folgen der Arbeit aufzufassen sind, und stellt am Schlusse
seiner Awfuhrungen Entwiirfe der Anzeigen einer Gewerbekrankheit 1. durch den behandelnden Arzt, und 2. durch den Arbeitgeber
oder seinen Beaufiragten auf.
Ein nicht hoch genug zu schatzendes Verdienst hat sich das 111stitut fur Gewerbehygiene und insbesondere F r a n c k e dadurch erworben, eine Reihe praktisch erfahrener Manner und sachverstandiger
Gelehrter mit der Materie erneut beschiiftigt zu haben. Aber dies
darf allein das Endziel nicht sein. Es mui3 jetzt weiter gebaut
werden. Zur Weiterforderung der gewonnenen Resultate gehoren
Forschungs- und Sammelstatten fiir die experimentelle und praktische
Gewerbehygiene, und wenn sich solche aus finanziellen Griinden, wie
F r a n c k e im Schluljworte (S. 48149) ausfiihrt, heute schwer errichten
lassen, so konnen solche wenigstens an Bestehendes angegliedert
werden. Ebenso wie in Dortmund durch AnschluB an das stldtische
pathologische Institut ein Forachungsinstitut fur Gewerbehygiene und
Unfallkrankheiten entstanden ist, so k h n t e das Frankfurter lnstitut
fiir Gewerbehygiene im Verein mit dem Senckenbergischen pathologischen Indiiut und dem Pharmakologischen Institut der Universitat
zu einem Forschungsinstitut, vielleicht speziel! fiir die Anilinfarbenindustrie, aubgebaut werden. Der gleiche Gedanke wurde im M a i 1920
in einer Sitzung der Verlreter der Berufsgenossenschaft fiir die
chemische Industrie und der Anilinfarbenindustrie ..vom Referenten
dieses in seiner Eigenschaft als Mitglied der vom Arztlichen Verein
Frankfurt a. M. erwahlten Kommission zur Erforsvhung der b6sartigen Rlasengeschwulste angeregt und insbesondere darauf hingewiesen, wie wichtig eine Sammelforschung uber alle Anamnesen der
in Deutschland alljahrlich an bosartigen Blasengeschwiilsten Verstorbenen fur die gesamte Krebsforschung ware. Der anwesende
Vertreter der Regierung, Herr L a y m a n n , hatte zugesagt, eine derartige
Sammelforschung in die Wege zu leiten. Naheres daruber ist bisher
nicht veroffentlicht worden.
Wie schon eingangs erwahnt, kann das durch die Umfrage gewonnene Resultat nirht als ganz vollkommen betrachtet werden. Es
sei mir daher gestattet, auf ein Symptom entstehender Berufskrankheit hinzuweisen, das in der vorliegenden Schrift ganz unbeachtet gebfieben ist. Herr Dr. F r a n c k e , Leiter des Inctituis fur Gewerbehygiene
zu Frankfurt a. M., wird den chemischen und arztlichen Kollegen fur
weitere diesbeziigliche Anregungen sicherlich auch dankbar sein.
Wohl wird von B a c h f e l d als Folgen gewerblicher Arbeit als
meldepflichtig in seinen Entwurfen aufgestellt (S. 41 143) ,,Blasengeschwulste bei Arbeitern in chemischen Fabriken und Farbereien, auch
wenn diese Arheiten schon zehn oder mehr Jahre zuriickliegen'. Diese
Fassung geriiigt nicht!
Wie L e u e n b e r g e r ' ) und Referent dieses') nacbgewiesen haben,
beginnen alle btisartigen Blasengeschwiilste, die oft nach 10-15 Jehren
81s solche erst zum Ausbruch kommkn, mit B l u t h a r n e n .
Fur alle Arbeiter, die in fur Blasengeschwiilste gefahrdeten Befrieben arbeiten, ist die Forderung aufzustellen, den Urin in achttagigen Intervallen zu untersucben (Zeitschr. f. angew. Chemie 1919,
S. 331, sub 3), und sie sind beim Vorhandensein von Blutharnen (wenn
andere Erkrankungen des Urogenitalsystems ausgeschlossen sind) als
berufskrank zu betrachten, damit die betrof fenen Arbeiter oder deren
Familien bei einem nach 10-15 Jahren auftretenden Blasengescbwulst
einer Entschadigung nicht verlusiig gehen. Diese Feststelluvg ist
wichtig, weil uber 20°/,, der Arbeiter in Anilivfarbenfabriken nicht
seBhaft sind, weiterwandern und hierbei den Keim zu Blasengeschwiilsten in sich tragen ktinnen. Es ist nachgewiesen, dai3 eine
Anzahl Arbeiter in der landlichen Heimat 10-15 Jahre nach ihrer
ArbeithtStigkPit in chemiscben Fabriken an Blasencarcinom erkrankten
und, von Landiirzten nicht erkannt, eines elenden Siechtums dahinstarben.
Das gleiche gilt von okkulten Hlutungen des Magendarmtraktw,
die, wie L e w i n mitgeteilt hat, bei lntoxikatiunen mit Kohlenwasserstoffen (inshesondere Benzol) anftreten ktinnen. Alle Erkrankungsfiille mit Auftreten von Blut in Harn oder Faere., unter vorstehenden
Vorausseizunpen, mussen daher etiecfalls als eine Folge gewerblicher
Arbeit angesehen und zur Anmeldung gebracht werden.
Dr. Max Nassauer, Frankfurt a. M. [BB. 24.1
Leitfaden der Physik und Chemie. Fur die oberen Klassen von Biirgerschulen, Mittelschulen usw. Von A. S a t t l e r . 45. u. 46. verbesserte
11. vcrniehrte Auflage. VIII u. 283 S.
321 Abbildungen. Friedr.
Vieweg u. Sohn, Braunschweig, 1921. geb. M 16 20°/, Ver1.-Zschl.
Der - gpgeniiber dem physikalischen stiefmutterlich behandelte chemische Teil dieses Ruches gibt die ja leider i n SO vielen Schulbiichern iibliche nuchterne Aneinanderreihung wissenschaftlich-chernischer Tatsachen. Uber didaktische Schwierigkeiten setzt sich der
Verfasser leicht binweg (vgl. die Ausfuhrungen uber Molekul, Atom,
Element anf den Seiten 173 und 174). Der Schiiler bekommt weder
ein Hild von der Bedentung der Chemie fur Natur ond Leben, noch
wahres Verstandnis fiir die Grundlagen unserer rhemischen Anschauungen.
Alfred Stock. [BB. 224.1
+
_-
[
Zeitschrift fth
angewandte Chemie
Organic Compounds of Mercury. Von C. F r a n k , Whitmore, Ph. D.
Verlag The Chemical Catalog Compdny, Inc. One Madison Avenue,
New York, U. 8. A.
Das vorliegende Buch, welches einen Band der von der Amerikanisch - Chemischen Gesellscbaft herausgegebenen Monographienwmrnlong bildet, behandelt die Chemie der organischen Quecksilberverbiodungen rnit einer Ausfuhrlichkeit, wie sie, rnit Riicksicht auf
die Tendenzen dieser Sdmmlung, wissenschaftliehe oder technische
Probleme nach ihi em jeweiligen Entwicklungsstand in allen Einzelbeiten darzustellen, von vornherein erwartet werden durfte. Nach
einer kurzen historischen Ubersicht werden zunacbst die hauptsgchlichsten Herstellungsmethoden der organischenQuecksilberverbindungen
beschrieben uod daran anschlieijend ihre generellen Eigenschaften und
die chemischen Umsetzungen besprochen, zu welchen diese Verbindungen betahigt sind. Welter kommen alsdann in getrennten Abschnitten die verschiedenartigen , durch Quecksilber substituierten
Ierbindungstypen zur Behandlung, indem jeweils in der vornehmlich
in deutschen Publikationen ublichen Weise Herstellung und Eigenschaften, auch der Einzelverbindungen, beschrieben werden. Die Art
der Darstellung ibt deshalb klar und anschaulich. Die Literatur, und
zwar in erster Linie die deutsche, ist bis 1920 be@cksicbtigt.
In einem Anhang wird sodann ein kurzer Uberblick iiber die
Analyse der organischen Quecksilberverbindungen geboten und weiterbin eine Zusammenstellung tiber die in den Arzrieischatz iibernbmmenen
Quecksilberpraparate gegeben, ohne dai3 der Verfasser jedoch, von
gelegentlichen und in dem ganzen Buch verstreuten Hinweisen abgesehen, auf ihre therapeutische Bedeutung de.j naheren eingeht. Ein
Literaturnachweis und eine Zusammenstellung der in den verschiedenen
Kulturstaalen auf dem Gebiete der organischen Quecksilberverbindungen entnommenen P a t m t e bilden neben dem iiblichen Sach- und
Namenregister den Schluf3 des Buches.
Das Werk, welches auf dem in Frage kommenden Gebiete eine
fiihlbare Liicke ausfullt, d u f vornehmlich all denen zur Anscbaffung
empfohlen werden, die sich mit der chemischen Synthese organischer
Quecksilberverbindungen beschaftigen, wiewohl es naturgemaij gerade
hier interessiert, neben dem rein chemischen Tatsachenmaterial aoch
die Prinzipien kennen zu lernen, auf denen speziell die therapeutische
Wirkung und die un ter Umstanden starke Desinfektionskraft dieser
Verbindungen beruhen.
Hoffentlich bleibt es deutschen Forschern vorbehalten, das Buch
in Xurze such in dieser Richtung zu ergInzen.
Dr. Schrauth. [BB. 160.1
Personal- und Hochschulnachrichten.
Prof. Dr. P a u l P f e i f f e r , Karlsruhe, hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Chemie an der Universitat Bonn, als Nachfolger des Prof.
R. Anschiitz angenommen (vgl. d. Ztschr. 34, 376 119211).
Es w u r d e n b e r u f e n : Dr. W. D i l t h e y , Privatdozent flir Chemie
an der Universitat Erlangen, an die Technische Hochschule Karlsruhe; Dr. E. M u l l e r , Prof. an der Universitat K61n, als a. 0.Prof. fiir
Chemie an die Universitat Heidelberg als Nachfolger des verstorbenen
Prof. E. Knoevenagel.
Prof. Dr. L. M i c h a e l i s , Berlin, hat seine Stellung als Bakteriologe am Stadtischen Krankenhaus am Urban aufgegeben und die Leitung des von den ,,Vereinigten Fabriken ftir Laboratoriumsbedarf"
eingerichteten Biochemischen Instituts iibernommen.
G e s t o r b e n s i n d : Dr. phil. L. K u c k r o , am 26.12. zu Wiesbaden,
im 74. Lebensjahre. - Dr. K. K u h n , Fabrikbesitzer in Niirnherg,
vor kurzem.
der K d Sachs. Kommerzienrat Herr
Ritter pp.
nach nur eiiitligigem Kranksein.
W a s d e r Verstorbene in 23 jahriger IrihaberB C t l d f t feiner Firma gewesen ist, was er geleistet uod
gesvhaffen hat, wird unvergessen bleiben.
Ehre seinem Andenken!
Chernnitz. den 31. Dezember 1921.
-.
L, Leuenberger: Die unter dem EinfIuB der synthetlscheu Farben.
industre beobachtete Geschwulstbildung. Beitr. z. klin. Chirurgie 80, 1912.
?) N a s s a u e r : u b e r
bosartige Blasengeschwulste bei Arbeitern dei
(Jrganisch-chemisebenGroBindustrie: Frankfurter Zeitsschr. f. Pathologie, Bd. 22,
Heft 3, und Zeitschr. fur angew. Chemie, 32, 333 119191.
Verlag Chemie G. m. b. H., Leipzig.
- Verantwortlicher Schriftleiter:
Prof. Dr. A. B i n z , Berlin.
- Druck
van J. B. Hirschfeld (A. Pries) in Leipzig.
I
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