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Die Meteoriten in Wien und London.

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X. D i e Metroritrn in Wim unti London;
oon O t t o B u c h n e r .
Es trifft sicb giiustig,
dafs die Verzeichnisse
-
der Meteoriten in den zwei griifsteu Saininluugen, dem k. k. Hof-Miiieralien- Cabinet in Wien und dem britischeu Museum in
London jiingst fast uahezu gleichzeitig verBffentlicht worden sind. Da der eine oder andere der beiden Kataloge
weriiger allgemein bekannt seyu kiinnte, so wird es von
Iuteresse seyn, eine vergleicheude Zusalnmenstellung zu
sehen.
Es besitzen Localitaten:
Wien
Meteorsteine
Meteoreisen
Summa
Am schwersten sind:
in W i e n .
London
1 I3
94
64
158
63
176
in London.
Ohaba
Mazo-Madaras
St annern
Seres
16K 030,313
9 K 576,774
6 K 346,257
4K 830,103
Elbogen
Agram
Arva
75 K 96 1,692 Turnman
39 K 200,840 Cocke Cty
I0 K 640,225 Carthago
Parnallee
Nellore
Durala
Dhurmsala
59 K
13K 608
1 3 K 154
1 3 K 031
634 K
27K 261
24K 49-1.
Im Londoner Verzeicbnit siud nur die Gewicbte iiber
4 Ib. adp. = 113,4 Grm. angegeben; das Gesammtgewicbt
lafst sich delnnach nicbt angeben. Nach brieflicher MittheiluAg Hrn. M a s k e l g n e ’ s betragt es, die Duplicate
eingescblossen, ungefahr 797 Ibs. = 361 K., wobei das
1400 Ibs. schwere Otumpaeiseu uicilt iubegriffen ist. Das
Gesammtgewicht der Wiener Samtnlung dagegen betragt an
Meteorsteinen 92K 094,461, an Meteoreisen 187 K 834,825,
ziisaiiiuien also 279 K 929,288. London hat demnacb un-
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streitig die schwerste Sammluiig. Doch wird dieses Uebergcwicht niir durch einige kolossnle Blacke hervorgebracht)
deiin Wien hat mehr Stiicke iiber $ Ib. als London; weniger als Ib. = 1 l3,4 Grin. wiegen in ‘Wien 78, in London 109.
Voii den 113 Meteorsteinlocalitlten in Wien sind 79
aach in London; riingekehrt von den 94 Londoner Localitliten 79 in \Vim. Von Eisen besilzt IAoudon dem Catalog nacli 1 Localitlit mehr; l l damn fehleii in Wien,
w ~ h r e n dvou den Wieneru 10 iu Loiidou fehlen.
+
In L o n d o n
ahcr nirht in W i t a n .
Plnscoioits ( I i 2 3 ) dorada6ad ( ISOS) Durmlin ( I S l 5 )
N o m ( l S 2 i ) C:mBalla( ItW-3)
Chorcullas ( I S3 I ) AldstoortL
( i SX5) Akhtirpore ( IS38) Ma.
negnon ( IS 1 3 ) illurttiantle
( I S 1h) Nellore .I%?) des Ormes( 1537) Alessnndria ( I S(i1I)
filierngnr ( 1 Mi0 ) Pelwarsee
(Ihfil). - Tocauitrc, Dickson
Cty.,
Fisch/lti[s,
Olseyo,
Tackson Cty., Ntirfreesboro,
Giiyaqiiila , Leadhills , Mezii
sasar heZy, Kumtschatka, SudAfrika.
1 3 4 1 I =2G Localit.
in W i e n
ahcr niclit in L n n d u n
Sigena ( I ii3) Apt (1 803)
Massing ( I803 ) Doronirisk
( I h05) Constanf inopel ( 1SO>)
Asco ( lSO5) Iiiikina ( ISCW)
BacAmctt ( I S I J ) Slobodlza
( l S l 8 ) Epim-d(l8.22) Nobleboroiigh (19-13) Rennzzo
( I92 I ) Bialystock ( I H i 7 )
Krasnoi - Cry01 ( IS29 ) Wes
sely (lfi31) Blnnsho ( I S 3 S )
Okning ( I S 3 )Limonod( 1835)
Mnkao ( 1336) Grors Diuina
(1H37) Esnnude (IY37) Limbirsk (?) K w s k (?) Poltava (?)
Milena(lS.jl~)Brimit,.es(
1812)
KZ. Wenden ( 1843) Borkut
(1952) N Q ~(7)~ Sz. Den. Westrem (185.5) Hainhoh (1956)
Ohaba (IS5i) Kakova (1 S3R).
Harrison Cty (lH39).
Bohumilitz,
Petropawlowsk,
Oaxaca, Tabarz, Chihuama,
Tula, Deuton Cty., Coahuila,
Oregon Rittersgrun.
34 9 =43 Localit.
-
)
+
Nach brieflicher Mittheilung M a s k 61yn e’s hat London
unterdessen erhalten Doroninsk, Renaszo und Buhumilitz.
Das ueue australische Eisen von Craubozirne, das in Wieu
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nur mit 1 K, 111,262 vertreten ist, wurde der Hauytmasse
nach seit dem Drucke des Londoner Katalogs auch erworbe11 und f d l t nach den Angaben H a i d i n g e r s in Wiener
Acad. Ber. 4.1, 358 mit etwa 30 Ctr., nach brieflicher Mittheilung M a s k e l p n e ’ s , aber gewifs irrthiiuilich, mit J Tous
ins Gewicht.
Es sey gestattet die Localitaten selbst iioch einer kurzen
Prufung zu unterwerfen
Meteoriten sind Weltburger. An welcher Stelle der
Erde, in welchein Lande sie niederfallen ist reiner Zufall.
Alle siiid in wissenschaf~licherBeziehung, besonders in Beziebung auf ihre Stelle im Weltall gleichwerthig. Bei vorwiegeiider Berucksichtigung der oryktognostischen und chemischen Verhaltnisse wird allerdiugs der eine oder andere
um so interessanter fur uns seyn musseu, je eiuzelner er
in seinein Verhalten steht; dazu hoinmt aber noch weiter
der im Menschen tief begruudete Particularismus. Uuter
sonst gleichen Umstauden wird eiu bei uns gefallener Meteorit mehr interessiren, als der von den Sandwichinseln
oder einer aus Iudien. Auch von diesem ganz allgerneiuen
Slandponkt aus hat W e n einen weseiitlichen Vorzug vor
London, denti von den 40 Localitaten, die in Wien und
nicht in London vertreten sind, liegen 13 in Deutschland
und deu iisterreichischeu Staaten, 6 in Franhreich, 10 in
Rufsland, je eine in Belgien, Spanieu und der TiirLei und
8 in Amerika.
Die 26 Londoner Localitaten vertlieilen sich dagegen so:
es kommen auf England 2, auf Deutechland und Frankreich
je 2, Italien 1, Indien 10, Kamtschatka 1, Amerika 6 und
auf Afrika 2.
Da wir keine absolut sicheren Kennzeichen fur die
Aechtheit des Meteoriten haben, so finden sich iu vielen
Sammlungea auch manche zweifelhaft meteorische Massen
oder selbst solche, die unzweifelhaft nicht meteorisch sind,
aher immer noch als lcht figuriren und den Stoff vermehren helfen. Der Eifer, die Sammlung wachsen zu sehen
und ihr Gewicht urn jedeu Preis zu vermehren, bringt aber
besonders leicbt die Gefahr mit sicb falscbe oder zweifelbafte Meteoriten aufzunehmen.
Betrachten wir unter diesem Gesichtspunkt die beiden
Veneichnisse, so ftillt im Wiener Veneicbnifs als hbchst
zweifelhaft Sinaonod i n die Augen. Vo n R e i c h e n b a c h
hat (Pogg. Ann. Bd. 107 S. 163) die Gruude gegen die
nieteorische Natur znsammengestellt. Aafser dieser miichte
aber in der Wiener Sammluug karim eine jetzt zweifelhafte
Masse zu finden sepn.
Im Londoner Katalog dagegeii ist zuerst Pluscozoita (Nr. 3)
ZLI beanstanden. Trotz der Bemuhungen von S c h r e i b e r s
und P a r t s c h , die osterrcichischen Meteoriten zu sa~nineln,
gelaiig es ihnen nicht untl ebenso wrnig H i i r n e s , diese
Localitiit zu erhalten. Itn Loiidoner Verzeichnifs von 1861
war Plascowitz nicht angefuhrt. Mask e l y n e . schrieb mir
daruber, dafs diescs Sluck voii 1; Unze Gewicht von seineiii Vorg#nger L)r. K ii II i g itn Mai 18JG von H e u la 11 d erworbeii wurde. M a s k c l g n e rand es init anderen auserwiihlteii Handslucken i n einer besonderen Schublade, UUI
iioch in die Saminlong eingereiht zn werden. Offenbar Ilalte
Dr. K 6 1 i ig diese Haiidstucke vergessen. Weit entfernt,
diese Angaben anzweifeln zu wollen, so ist doch erst nach
ganauer Vergleichung die Richtigkeit dieser aufserordentlich
seltenen Localilat zuzulaesen. Keiiie andere Sammlung
besitzt dieselbe. Es ist sehr wahrscheiolich, dafs das Slack
iu Loiidon voni Tub~rfallherriihrt; etst wenn der Unterschied durch vergleicbende Beschrei bung festgestellt ist, kanii
die Frage entachieden werden, ob Plascowitz acht ist oder
nicht. Mumnande (No. 70), Dep. Lot und Garonne, (IS48
Joli 4) ist in lieiiiem Verzeichnifs angefuhrt und noch nichts
uber dieseii Fall bekannt gewordeti. Auch Hro. H b r n e s
ist er gauz unbekanot. Es mufs deshalb gestattet seyu, diese
LochlitBt einstweilen zu den zweifelliaften zu ztihlen. Ebenso
verhalt es sich mit St. Julien, Alessandra, Piemont (No. 90,
1860 Sept. 2) und mit deiii Eisen von %uyaquiZa, Sta. ROsas, Neu Mexico (No.49). ES ware sehr dankeuswertb,
lvenn vorhandene Notizen fiber den Fall, den Fund rind
641
die mineralogische und cbemische Beschaffenheit rascb verbffentlicbt wtirden. Mezoaasarhely (No.62) ist ganz sicher
falsch und eiue von den in Siebeubiirgeu so haufigen Eiseusaueu, die wobl noch aus der Rblneneit stammeu; ebeuso
Kamtschalka (No.63), das auch in W i e u , abcr bei den
Pseudometeoriteu und deshalb uicbt im V e n e i c h d s aufgefuhrt ist. Auch Leadhills, Schottlaitd (No. S l ) , in& so
larrge fur zweifelliaft gebalten werden, bis seine nieteorische Natur bestilnint nacltgewiesen ist. Es geuugt nicht,
d a k eiu alter Eiseublock llugere Zeit etwa als Ambos gedicnt hat, ohuc dafs die zwei Hbrner vorbeudeu wnreii, die
eiu moderner Atnbos nicht inisseii kann; es werden daher
voraussicbtlich auch uocb mariche der wahrhaft massenhaft
gefuudeueu amerikanischen Eisenlnassen als iiicht tneteoriscli
nacbgewiesea werden, sobald wir durcb vergleicbende Uutersuchuogen klarer in die Natur der Meteoriten seheu
kijunen. Die iin Loudorier Veneichuifs zuletzt angefulirte
Localitat Siidafriko (No.63) ist ebeufalls ein Beleg dafur,
dafs die grbfsteu Schatze der Sammlungeii fur die W'isseuschaft uufrucbtbar sind, sobald sie uuter Glas uud Rahmeu
begraben siud. Offenbar ist es dasselbe Eisen wie das vow
Cap, desseu Hauptmasse in der Sainmluog der holliindiscben
Gesellschaft' der Wissenscbaften (aber nicbt, wie oft augegeben wird , in der T e J 1 e r ' scben Sammlung) zn Harlem
sich befindet und daselbst fur nicbt meteoriscb gebalteu
wird. Es ist die Vermutbuug, dafs diese Localitat im Loudoner Katalog unter zwei Nummeru aufgefiibrt ist (No. 8
und 64) , UUI so wabrscbeiuliclier ricbtig , als M a s k e 1y 11 e
uoch brieflicb dariiber beifiigt, aus eineln Tbeil dieses Eisens
son Siidafrika sey eiii Scbwert fur den Kaiser Alexander
von Ruhland geschmiedet wordeii (8. C b l a d n i, Feuermeteore 333.).
Werden diese falscben und zweifelbaften Meteoyiten
von der Gesammtsumme abgezlhlt, so bleiben ftir Wien.175
und fur London 150.
W a s aber der Wiener Sammlnng einen ganz besoudereu Wertb giebt, das ist, dafs mebr ale die Htrlfte der Stiicke
Poggendoflm Annal. Bd. CXVI.
41
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Belegstiicke au wirklichen wissenschaftllichen Arbeiten siud.
In dieser Sammluag siud die Origiualieu der Arbeiten vou
S c h r e i b e r s , P a r t s c h , H a i d i n g e r , H a r n e s uiid Anderen. AIle Stucke sind obnc Ausnahiiie auf's Sorgfiltigsle
praparirt, die Steiue iiiit Schliff- und Brucbfliichen verseheu
uiid die Eisen dlirchweg polirt uiid geatzt. Uadurcb wird
jedes Stuck fur das Studiuin unschstzbar. Die Berliuer
Samlnlung wird ebeu iu der Weisc praparirt uiid fur das
Studium aufgeschlosseu. Eiueu roheu Eiseukluinpeu kauu
mail ob seiner G r a k uiid Schwere austaune~i, aber so
lange er uicht yolirte uiid geitzte Schnittflicheu hat, existirt
er kauin fur das Studiuiu: Mit der Zubereituug steigt auch
der Werth, uud es diwf uicht verwuiideru, dafs die sorgBltigst conscrvirteu Saiiiiiiluiigen auch walirbaft augstlich
uud argwiihuisch ihre Schiitze bcrvalireu, deuii gar uiauche
Liebhaber und Sairiinler iiutersclieideu das vcrboteiie Stehleu. vow geslatteteu #BMauseii.. 1st doch iu Loudou eiu
mefsbarer Oliviukrystall am Manegaoustein rathselhaft cutschwunden.
In der Heidelberger Salnuiluiig wareu uocb 190.1, riach
S u c k o w Miueralogie c2., 649.1, mehre Meteorsteiue vou
eiuem 'Fall im Darmst~dtischeu;sie siud bis auf eincn verschwunden. Solcber Beispiele aus der Wirkliclikeit uur
selbst der neuereu Zeit liefseu sich uoch mauche aufiihren,
wenn es des Berveises bedurfte, dafs die sorgfaltigst conservirteo Saminlungen auch den grblsten wisseuscbaftlicheu
Wertb babeo. Aber gerade das Wiener Cabiuet zeigt, dafs
es seiri Licbt nicbt unter deli Scheffel stellt; keiiie andere
Salnmlung hat soviel Material zu wissenscbaftlicbeu Untersucbungen geliefert, wie gerade Wieu. Uas sey cine Hauptaufgabe fiir jedes Cabinet, denn mit dem einsigsteu Zusammeiitragen allein ist es nicht getban, das Material u i u t verarbejtet werden. Machte Hr. M a s k e I y u e wit Unterstuzzung der ausgezeichueten euglischeu Chemiker und Mineralogen in dieser Beziehuiig Wien zu uberflugeln suchen; an
Material feblt es so weuig, dafs durch Angabe desselbeu
der Ruhm, die rchzuerste Meteoritensammlung zu besitzea,
~8
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nicht beeiutracbtigt wird; d a m geselleu sich aber dauu uoch
die grblsten wtasenschaltlichen Verdieuste.
Derartige Vorwurfe, wenu es solche siiid, kanu eiu uiiberufener Dritter leicht machen, urid ist nur berubigend,
dafs sie sich zieuilich gleichmlfsig fast auf die uieisteu S a w n lungen vertheilen. So wissen wir vom Fall in der Gemeiude
des Onnes uur wenig Geschichtliches; die Pariser Akademie
erhielt 125 Grm. uud eiue Comuiissiou wurde h i t der Untersuchuug beauftragt. Das war 1857 (Iustit. 363.), aber
bis heiite wurde nichts iiber das Resultat bekannt. Noch
wcniger weik man iiber den I Pfd. schrvereu Meteorstein
von Duruma in Ostafrika, jetzt in der' Kgl. Miiieraliensamailuiig zu Miiucheu. Vielleicht giebt sich bald Gelegeubeit
fur die mineralogischen uud chemischeu Schatzgrsber die
Platze zusainmenzustelleu, wo sie uotersucheu und forschen
miisseu. Einstweilen seg im Allgeuieineu darnuf hiugewiesen.
Zum Schlufs noch einige kleine Bernerliungen. Esnande
(No. 68 Wien. Verz.) ist nach dein Dict. des Postes de
1'Empire ourichtig. Es uiuls Estiandes heifsen ; ebenso Liponas (No. J Wien. Verz., No. 5 Loud. Verz.), wofur nacb
derselben Quelle Luponnas zu setzeu. Wittens (No.8 M'ieu.
Verz.) inufs im Wittmes heilsen, wic eiii waldiger Bezirk
1; Stunde westlich von Eichstadt geuaunt wird. Lontalaz
(No. 37 Wieu. Verz., No. 32 Lond. Verz.) ist auch unrichlig uud uiiils Luotolaks heifsen, welches fiunische W o r t
Felsenbucht n bedeutet.
Im Begriff das Vorstehende abzusenden erhalte ich V O U
rneiuem verehrteu Freunde Hru. H a i d i u g e r seine Mittheiluog iiber den Meteorsteinfall i i n Gorukpur -District in OberBeugalen (1861 Mai 12) (Wien. Akad. Ber. Bd. 45). Hier
zeigen sich die Wiener Bestrebuiigeo wieder.
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