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Die Naturwissenschaft in Lebensbildern groer Forscher von H. Falkenhagen. S. Hirzel Verlag Stuttgart 1948. 224 S. 10

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botanlsch einheitliche Strophanthua-Samenarten auf ihre Glykoeide
untersucht, ferner wurden 2 andere afrikanische Pflanzen auf ihre Hemcifte gepriiit, um evtl. neue Aglykone mit OH an C,, aufzufinden. In
Samen von Str. sarnienfosus P. DC. fanden sich nur Spuren Sarmentocym::rin, aber 0,5% d e s zuckerreichercn Sarmrntosid, daneben 0,14% Sarverosid C,oH,,O,o, das sich in tin ncues Aglykon Sarverogcnin C,,1i,,07
und Sarmentose spaltcn lie13. In den Samen von S f r .nerrardi Slapf. lieBen
sich 0,1347; Sarrnentocymarin und 0,7 Sarverosid nachweisen, aullerdem kleinere Mengen zweier neuer Glykoside rnit der vorliiufigen Bezeiclinung Nr. 761 und 762. In Str. speciosus (Ward. e t Harv.) Reber fanden
sich 2 weitere bisher nicht bekannte Glykoside, die die Nr. 763 und 764
erhielten (Summenformel C,,H,sO,
bzw. C,,H,,OB).
AUE Str. Eminii
Asch. et Pax. und Str. hypolevcus Sfapf. wurden Cymarin, Emicymarin,
Cymarol und Periplocymarin isoliert. Samtliche Samen wurden vorher
Iermentativer Hydrolyse unterworfen. - EE wurden weiter untersucht
die Glykoside aus den Stengeln von Adenium Honghel A. DC.') und gefunden: Honghelosid-A = oleandrig enin-cymarosid und Hongheloeid-B
= Digitalinum verum, ferner Honghelosid-C = Oleandrigenin-cymaroglukosid. In den Samen von Acokanlhera uenenata a. Don. fanden sich
Acovenosid-A C,,H,60P und -B C,,H,,Olo
oder CsaH,,Olo, das erstere
ist wahrscheinlich mit Venenatin von Veldsrnan identisch. Acovenosid-A
spaltet in Acovenosigenin-A CPIHB406und Acovenose C7H,,06, die eine
OCH,-Gruppe enthBlt. (Helv. chim. Acta 33, 76, 465, 485, 522, 544, 640,
666 [1950]). -T.
(946)
Schwlmmaufbereitung von Roggen-~utterkorngemls~h
zur AlkaloidGewinnung. In Australien ist die Herstellung der Mutterkorn-Alkaloide durch den Krieg stark gestiegen; es wurde ein billiges Aufbereitungsverfahren des Roggen-Mutterkorn-Gemisches ausgearbeitet: Die
Karnermischung wird in eine 18proz. Kochsalz-Losung ( D = 1,1'2-1,13)
gebracht, die ungefahr dem spez. Gewicht dee Mutterkorns (Clauiceps
purpurea Tulasne) entspricht. Die meisten der schwereren Roggenkorner
werden dadurch vom Stroh und Mutterkorn getrennt und das Aufschwimmende nun g u t geweicht. Damit wird das Stroh entfernt. Das mit verhaltnisma5ig wenig Roggen vermischte Mutterkorn wird ,,geolt", d.h. mit
I) Vgl. auch diese Ztschr. 62, 420 [1950].
einer Emulsion von 7 Tln. Paraffinid und 30 Tln. einer 3,3proz. Na-OleatLbsung unter gutem Riihren 3 Min. behandelt. Auf 25 Pfund NaDprodokt
kommen 0,05 Unzen Emulsion. AnschlieDend wird auf 1 5 O . A FeuchtiTkeits-Gehalt gelrocknet und in Fl~tationskammernaufbereilet. Die Kanimcrn sind mit Wasser gcfullt, dem ctwas Terpentin-(il zugesetzl ist u n d
durch das mehrmals kurz Luft hindurchgcblasen wird. Nacli jedeni , , h i nigen" schwimmen die Roggenkijrner auf und werden abgeschopft. Bas
benetzbare Mutterkorn sinkt untrr, wird schlieBlich von 40 auf 7 % Feuchtiakeit getrocknet und verarbeitet. Der Alkaloid-Gehalt bleibt unveran(953)
dert. (lnd. Engng. Chem. 42, 10A [1950]). - J.
Ein krystallisierter hochtoxischer Stoff entsteht be1 Bleichnng von Mehleu mlt Stickstoff-trlchlorid'). E r wurde aus Weizenmehl von E . Mellanb!j
und Mitarbeitern und aus Zein von H. R. Bentley und Mitarbeitern sowie
M. Reiner erhalten. Aus dem Gluten-Anteil des Weizenmehls l&Dt er sich
nach Verdauen mit Pepsin und Trypsin durch elektrophoretiache Fraktionierung und Chromatographie der neutralen Fraktion an Aktiv-KohieKolonnen (Zeokarb 215) anreichern. Die aktive Suhatanz befand sich
zusammen rnit 14 anderen Stoffen, zumeist Aminoeauren, in einer Fraktion und wurde aus dieser durch erneute Chromatographie an CelluloseSPulen (Solka-floc) rein erhalten. E r krystallisiert in Nadelbiischeln,
Fp. 180°, und enthklt Stickstoff und Schwefel &Is Sulfoxyd. Bei der Entschwefelung mit Raney-Nickel entsteht a-Amino-buttersaure.
0
I1
Cn ,-s-cH
I1
,-Cn,-cn-C o m
I
NH
NH*
Die merkwiirdige Struktur mit dem gleichzeitig an Schwefel gebundenen
Saueratoff und Stickatoff wurde von H. W . Thompson durch Ult.rarotSpektroskopie bestatigt. Die Substanz ist 33000 ma1 giftiger ala das rnit
11.1 g NC1,/17,7 kg behandelte Yehl. 2 mg verursachen an einem Frettchen die charakteriatischen epileptiformen KrtEmpfe. Die letale Dosis ist
nur wenig hoher. Die Giftwirkung ist kumulativ. (Nature 165, 150, 367
[1950]); J. Amer. Chem. Soc. 71, 2297 [1950]. - J.
(928)
I)
Vgl. diese Ztschr. 62, 296 [1950].
Literatur
Die Naturwisscnschafi In Lebeasbildern goSer Forscher, von H . Falken-
konnte, oin stilistisch und inhaltlich so uber allc MaDcn diirft,iges nuch
hagen. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1948. 224 S., 10.- DM.
das von sachlichen Fehlern geradezu w h m e l t , zu veroffentlichen.
Das Buch hebt an rnit Thales wn M i l d . Uber ihn besitzen wir bcEbenso selten, wie sieh die Bespreeher eines Buches in allen Punkten
einig eu sein pflegen, ebenso selten geschieht es, daB sich der Gesamtein- kanntlich nur ein paar knappe Zeugnisse aus spiiter Zeit, nicht genug, um
druck eines einzelnen Besprechers in einem Wort odet Satz zusammenfassen Greifbares daraus entnehmen zu konnen. Naeh F. i6t er ,,der erste Forscher, der sich in Griechenland mit Physik befafit hat, der Griinder der
lallt. Hierliegt jedoch eine Ausnahme vor: Das Buch i s t wertlos.
Es ist peinlich, iiber das Werk eines in seinem Fachgebiet anerkannten ionischen Naturphilosophen (sic!)". Hier stutzen wir sehon, denn was ist
Forschcrs ein so vernichtendes Urteil filllen zu miissen. Es lohnte nicht die i n diesem Zueammenhang unter ,,Physik" zu verstehen? Es geht weiter:
Miihe, die Zeit auI eine Besprechung zu verschwenden, wenn es sich um das ,,Ink y p t e n , wo die babylonische Astronomie schon seit langem bekannt
Bueh eines unbekannten Autors handelte, der fur einen obskuren Verlag war, lernte er die Berechnung von Mond- und Sonnenfinsternissen". Tatsichlich ist uns aus den drei- oder viertausend Jahren Agyptischer Geschreibt. Aber hier geht es um Prinzipielles.
Nicht zum erstenmal erhebt sich die Frage, wie ein Wissenschaftler schichte nicht eine einzige Aufzeichnung, geschweige denn Berechnung
von Rang und Namcn dem Irrtum unterliegen kann, er brauche es bei der einer Finsternis iiberliefert, und von der iigyptischen Mathematik wisscn
Behandlung historischer Dinge weniger genau zu nehmen als in seinem wir immerhin genug urn zu entscheiden, daO sie zur Vorausherechnung
eigentliehen Fachgebiet. Als Chemiker wiirde er sioh hiiten, etwa zu be- einer Finsternis nie und nimmer ausreichen konnte. Die b a b y l o n i s c h e
haupten, das Jod sei ein Alkalimetall oder die Formel dcs Wassers sei Yathematik war zwar bereits im 2. Jahrtausend erstaunlich weit vorgrH,O,. Wie kommt es, daD derselbe Mann in historischen Fragen Fehler sohritten, aber ihre Anwendung auf die komplizierten Fragen der Sonnenmacht, die an Schwere den genannten Beispielen keineswegs naohstehen und Mondbewegung - Voraussetzung fur die Behandlung von Finsterund die er hiitte vcrmeiden konnen, wenn er nur ein Konveraationslexikon nissen - erfolgte erst in der Spatzeit, Jahrhunderte nach der hbenszeit
zu Rate gezogen hatte ? Fallen die psyohologischen Hemmungen alsbald des Thaks. Dafi die babylonische Astronomie (der Zeit v o r Thaks, denn
weg, wenn der Naturwissenschaftler in der Verkleidung des Historikers auf- von ihr ist die Rede) in Agypten schon lange bekannt gewesen sei, ist einc
t r i t t ? Bedeutet ihm diesc Verkleidung zugleich die Beurlaubung vorn la- glatte Irrefiihrung dee Lesers. Erstenb wissen wir noch bedauerlich wenig
davon und zweitens ist die so oft behauptete kulturelle Abhbgigkeit
stigen Zwang der Genauigkeit?.
Der Versuch, des Werden unserer modernen Naturwissenschalt in bio- Agyptens von Babylonien durch nichts zu belegen. Im Gegenteil zeigt
sioh dem, der auch nur cinen Blick in die w&hrend der letzten 20 Jahre
graphisohen Skizzen der bedeutendsten Forscher darzustsllen, ist nicht
ncu. Je nach dern Geschmack des Autors solcher Biographien wird die verfiffentlichten Arbeiten geworfen hat, daO zwischen den beiden Kulturen
Auswahl verschieden ausfallen, werden die Lichter und Akzente und die ein Abgrund gahnt. Einzelne Details (kiinstlerische Motive u. a.) mi)gbn
ubernommen worden sein, aber von Entlehnungen i m grBBeren MaDstab
Beurtcilung des Wertes der Einzelleistung variieren. Ist die Auswahl nicht
gar zu willkiirlich oder einseitig getroffen, so steht es dem Kritiker kaum zu, kann iiberhaupt nicht die Rede sein. EE bleibt die Behauptung der antikrn
sic eu bemingeln; denn noch ist unser historisches Denken nicht so nor- Autoren, Thales habe eine Sonnenfinsternis vorausgesagt. Erster Gewahrsmiert, daO wir von einer allgemein anerkannten Rangliste der gro5en Na- mann hierfiir ist Herodat, der 200 Jahre spater schrieb und dessen Bericht
deutlich eine alte Volkserz6hlung wiedergibt. Wollen wir ihm ungebiihrturforscher sprechen konnten.
Auch die Gruppierung ist bis zu einem gewissen Grade Geschmack- lioh vie1 Glauben schenken, so k6nnen wir als Erkllrung hbchstens eine
sache, denn fur friihere Zeiten trifft ja unsere scharfe Scheidung in Einzel- Voraussage auf Grund des Saros- (bzw. Ezeligms-)Zyklus mutmaOen,
disziplinen noch nieht zu. Wcnn der Veri. des zur Besprechung vorliegenden da die Kenntnis davon f u r Babylonicn nicht von der Hand zu weisen ist
Ruches im AnschluD an ein kurzes Kapitel ,,Alterturn" zunhchst die ,,Na- und irgendwie zu Thales gedrungen sein kann. Mehr lLfit sich dariibrr
turforscher allgemeiner Richtung" vdn Lwnardo da Vinci iiber Copernicus heute beim beaten Willen nicht sagen.
Wir iiberspringen den ganz spiten Bericht des Plufatch, Thuks habr
und Kepler bis zu Planck, Lenurd, Einstein und Debye behandelt, urn danach zu den Vertrstern dcr spcziellen ,,Richtungen" (Mechanik, Warme, mit Hilfe von ahnliehen Dreiecken die Hohe der Pyramiden bestimmt,
Elcktrizitat und Magnetismus, Licht, Struktur der Materie und der Strah- und kommen zur Behauptung des Veri., er habe die Kugelgestalt der Erdc
lung) iiberzugehen, so hat das wohl seine Berechtigung. Allerdings miissen gclehrt. Davon ist bei keinem antiken Autor die Rede. Nach Arisloteks
soll Thales die Erde als wie Holz auf dem Wasser schwimmend angenommen
hier auf Schritt und Tritt Schwierigkeiten der Einordnung entstehen.
W e n n der Verl. Copemirus oder Tycho Bruhe als ,,Vertreter der allgemeinen haben, was natiirlich nur sinnvoll ist, wenn man sie sich als flaehe Scheibe
vorstellt. Und dies ist auch die Deutung, die man schon in der Antike der
Riehtung" klassifiziert (der Astronomie ist aus nicht ersichtlichen Griinden
Stelle bei Arisfoteles gegeben hat. Im Kapitel fiber Pyfhagotas tritt die
kein eigenes KapiteI gewidmet), dagegen z. B, Pascal aIs ,,Mechaniker",
Kugelgestalt der Erde erneut auf. Him ist sie tatsachlich am Platze.
so ist dies zum mindesten.,anfechtbar.
Im Anschlull an die angebliche Lehre von dex geradlinigen Ausbreitung
Gehen wir jedoch vom allgemeinen zum Besonderen iibcr, so steigern
sich die Bedenken ins UnermeOliche. Fiinf- oder zehnmal fragt man sich der Lichtstrahlen (bei welchcm Autor soll davon etwas stehpn ?) und an
auf jeder Seite, wie der hoch angesehene Verlag sioh dazu entschlieflen die Ermittlung der Entfernung von Schiffen auf dem Meere heiDt cs d a m :
440
Angew. Chem. / 62. Jahrg. 1950 / Nr. 18
,,Er vertiefte seine Lehre zu der zusammenfasscnden Anschauung, daD das
Wasser der Urgrund aller Dinge sei". Xan fragt sich, was diese von Arisfofeles behandelte phiiosophische Behauptung des Thaks mit dern Vorhergehenden zu tun hat. Es folgt die erstaunlicbe Eroffnung, daO wir heute
wissen, da5 die Bausteine der Materie aus Protonnu, Neutronen usw. bcstelien. Was in aller Welt sol1 das hier zu suchen haben ? Die philosophische Lehre vom Urgrund ist doch n u r bedeutungsvoll im Zusammenhmg
rnit der Entwicklung der vorsokratischen u d klassischen Philosophie und
steht in iiberhaupt keiner Beziehung zur modernen Atomphysik. Heutc
wissen wir z. B. auch, da5 die alteste chinesische Spekulation, die dem
Himmel eine runde und der Erde eine quadratische Form zuschreibt, irrig
ist. Aber was niitzt diese Feststellung?
Dic Tendenz, von Dingen zu reden, die nicht in den Zusammenhang geh6ren, zieht sich durch dns ganze Buch. Von Ezrklid z. B. ist im Abschnitt
iiber EukZ,id iiberhaupt kaum die Rede, dafiir aber vom cartesischen Koordinatcnsystem, einer modernen und historisoh irrefiihrenden Definition
des Parallelenaxioms, fernpr lernen wir, daO man ,,heutc, ssit Lobatscherskii,
weiD . . .
und zum SchluD lesen wir noch einen Satz iiber die Axiomatik
Hilberls.
Von Tycho Erahe h6ren wir, dall er (und Kepfer) der Lehre des Copern h s zum Siege vcrhalf. Ein starkes Stuck, wenn man bedenkt, daR
Tvcho Brnhe (iibrigens aus gewichtigen und fur seine Zeit verstiindlichen
Griinden) das copernicanische System strikt ablehnte und ein eigenes entwarf, von dem bei F.natiirlich mit keinem Wort die Rede ist. ,,1580[wurde
cr] Direktor der Sternwarte Marienberg" (sic!, gemcint ist Uraniborg oder
St,jerneborg auf der Insel Hven).". . . . und so verlieI3 Tycho Brnhe, der
aueh ein gro5er Tierfreund war, seine geliebte Sternwarte." Der Tierfreund
wirkt hier iiberraschend und ware erst angebracht, nachdem alles iibrigc
Wesentlichp geaagt war. Aber das Wesentliche, Charakteristische, vermeidet der Verf. hier und sonstwo geflissentlich und mit Erfolg und tischt
uns dafiir Gemeinplitze schlimmster Sorte auf. Fast jeder Abschnitt
endet mit einem Kernsatz der Pragung: ,:Seine Taten bleiben der gesamten Kulturwelt unvergessen", ,,einer der genialsten Wisscnschaftler aller
Zriten" u. dgl. m.
Olaus Rknrer wird die Entdeckung der Epizykloide zugeschrieben.
Uber dieselbe h a t bekanntlich lange vor ihnl Desargues gearbeitet. Eradley ,,entdecktP 1748 die Richtungsverinderung oder Nutation der Erdachse". Nur der Leser, der mit dem Unterschied zwischen Prazession und
Nutation bereits vertraut ist, kann sich dabei das Richtige vorstellen. Von
der Prazession heiDt es im Abschnitt iiber Hipparch, da5 ihm dieselbc
,,hekannt ssi". g i n merkwiirdiger Ausdruck, wPnn man bedenkt, daO eR
sich um eine der groflartigsten E n t d e c k u n g e n des Altertums handelt.
Nicht recht einzusehen ist, weshalb wir in einem so knapp ge-haltenen
Buch crfahren miissen, daR eine ganze Reihe von Schiilern des Arodynamikers Shzrkowskij ,,heutige Triiger der Stalin-Pramie sind, z. €3. die Professorcn Welschinkin und Uschakow, der Pilot Rossinski, die Konstrukteure Nikulin und Tupolc~u". Von Ph. Zenrrrds hohen und unbestreitbarrn Verdiensten ist ausfiihrlich die Rede. Zitiert man aber erst seine
Biicher, so ist es nicht angingig, seine ,,Deutsche Physik" totzuschweigen.
In einenl rein naturwisscnschaftlichen Werk wird man von der menachlichen Srite eines Forschers nichts horen wollen. Aber in einer B i o g r a p h i e
Leilards kann man nicht stillschweigend an seine11 widerlichen Entgleisungen
vor und wiihrend des Naziterrors voriibergehen.
Der moderne Teil des Buches ist, wie zu erwarten, wesent.lich besser und
zuverlassiger als der eigentlich historisehe, fur den kein Ausdruck scharf
genug ist. Dern Leser, der es vermag, iiher die stilistischen U n e r t r W c h keiten (vgl. z. B. den Abschnitt iiher H e l n h d f z am Anfang) hinwegzusehen,
kann die Lektiire vielleicht einige Befriedigung und Belehrung gebeii. In
den meisten Fallen jedoch werden die AufAiihlungen der einzelnen Lristungen der vrrschiedenen Forscher ihm n u r Worter, nicht aher Begriffe
verrnitteln. Hier wie sonst allgemein ware es besser gewesen, wenn der Vcrf.
drn Grundsatz ,,mdtum, non wzuulta" hcherzigt hatte.
Der Verlag hat durch die Veroffent.lichung srinen Ruf crnstlich gefahrdet. Ihn wiedcr herzustellen liegt bei ihm: durch die sofortige Zuriickziehuug der im Handel befindlichen Exemplarc'). W. Harher. [NB 1441
.'I,
Zur Renntnis der Kontnktlnseklizlde IIy) von Dr. R . Rienrschneider. Verlag Dr. W. Saenger, Berlin 1950. ,,Die Pharmazie", 9. Beiheft, 1. Erganzungsband. 154 S., 19 Ahb., DM 9.90.
Das Werk berichtet zusammenfassend uher die Insektizide der DDTDDD- und Hexachlorcyclohexan-Gruppe sowie die zahlreichen im Zusammenhang damit erforschten Nebenprodukte. Dabei werden nicht n u r
die rein wissenschaftlichen Grundlagen, sondern auch die technischen
Arbeitsmethoden, insbes. Herstellung, Anwendung und Analyse, bchandelt. Verschiedcne bisher unveroffentlichte Ergebnisse werden mitgeteilt. Recht ausfiihrlich sind die Toxizitatsprohleme beriicksichtigt, was
gerade z. Zt.. von groOer Bedeutung sein diirfte.
Es ist ein schwieriges Pnternehmen, iiber das vorliegende Gebiet,
das sich noch rasch entwickelt, eine brauchhare ubersicht zu geban.
Urn so mehr ist es zu begriiCen, d a 5 der Autor sich seiner Aufgahe
erfolgreich unterzogen h a t und - unter zahlreichen Hinweisen auf
die weitverstreute Originallitcratur - eine wohlgegliederte Zusammenfsssung gibt, die fur allr, die auf drnl Gebiet arbeiten, von groBem Wert
spin wird.
Bosckke.
( N B 4851
I)
?)
Anrnerkung der Herausgeber: Wir brinqen diese Respreclmng aus der
Feder des Lehrstuhlinhabers fur Geschichte d e r Naturwissenschaften
a n d e r UniversitBt FrankfurtiMain, Prof. Dr. W . Hartner, unverkurzt,
weil sie einen Beitrag zii der beklagenswerten Situation drr in Deutschland vernachlassicten Geschichte der ~atiir\~issenschaften
,oil,t. - Vql.
nuch die Brsprechung des Buches von G. Lockernonn, Cherniker-2. ? A s
443 11 E ~ I .
Vxl. Jieie Ztirilr. 6 1 , 427
[1940].
Wuahsstoffe und Antiwuchsatoffe. Ein Beitrag zum Stoffwecheel der
Mikroorganismen, von Dr. W . Rudolph. Beiheft zur Internationalen
Zeitschrift fiir Vitaminforsehung Nr. 5. Verlag Hans Huber, Bern
1948. 108 S., SFr 8.50.
Das Heft stellt eine Zueammenfassung der i n deli laizten 11/, Jabrzehnten erschieuenen Liteiatur iiber das Gebjet der Wucbsstoffe von
Mikroorganismen dar, welchen die hisher bekannt gewordenen Hemmstoffe gegeniibergestellt werden. Die zitierten 543 Arbei ten zeigen, welchen Raum diese Arbeitsrichtung der Biochemie heute einnimmt,. Bei
dem gro5en vorliegenden und beriicksiehtigten experimentellen Yateriaj
ist es jedocb bedauerlich, d a 5 die Schrift nicht viel mehi bietet als eine
Aufziihlung von Einzeltatsachen und -befunden, ohne daD veisucht
wird, sie in eine grollere biologische Fragestellung einzuordnen.
Es ist erstaunlich, so wenig iiber den Wirkungsmechanikmus der
Wuchsstoffe im Zellstoffwechsel zu linden, ehenso wie man bei der eingehenden Behandlung der Hemmstoffe des Wachstums Aussagen dariiber
vermiOt, welche Stoffwechselpiozesse durch diese Stoffe gehemmt werden. Auch sollte bei der Einordnung als Antiwucbsstoff eine schiirfere
Unterscheidung swischen der Konkurrenzhemmung - Verdriingung eines
lebenswichtigen Wirkstoffes durch einen unwirksamen ahnlicher Konstitution -, der Ausschaltung von Wirkstoifen durch Komplexbindung,
Fiillung odcr 2erst.Grung und der Hemmung einer Zwischenstufe in der
biologischen Synthese eines fur das Wachstum wichtigen Stoffes gemacht
werden. Die gegebenen Beispiele f u r die Genesc der Wuchsstoffe sind
leider sehr unvollstlndig. Vor allem vermiat Ref. die wicbtigen Arbeiten
der Forschergruppen Beadle, Tatum, Mitchell und Zwoff, Dusy, Monod,
die so wesentliche Einblicke in den biologischen Syntheseweg lebenswicht.iger Stoffe und die physiologische Evolution der Mikroorganismen
I(. Wallenfels.
INB 2701
gebracht haben.
Glriingsgetrlnke. Eine Schrifttumssammlung m i t einfiihrendem Text von
Prof? Dr. H. Liiers. Verlag.Hans Carl, Niirnberg 1949. 24% S . , 9 Abb.,
DY 11.50.
Der Verf. h a t es unternommen, eine Ubersicht iiber die Getrinke zu
geben, bei deren Bereitung niitzliche Mikroorganismen bzw. Garungserreger, inshes. Hefen, Spaltpilze, Schimmelpilze oder Symbiosen *on
Mikroorganismen eine Rolle spielen. Die bekannten Getranke der KUIturvolker, aber auch solche der Naturvolker, ferner neue Schbpfungen
auf diesem Gebiet und Vorschlige zur Herstellung von neuen Getranken
werden erwahnt. Auch die Patentliteratur ist weitgehend beriicksicht i g t ; insges. sind 354 Literaturstellen herangezogen worden.
Das Werkchen ist durch sinnvolle Zusammenarbeit des Verf. mit der
Ges. f . Wirtschaftsplanung und Betriebswiitschaft m.b.H., Weilheim,
zustande gekommen.
Wenn das neue Buch auch i n erster Linie ein Ratgeber sein sollte in
den hinter uns liegenden Zciten der ,,ErsatzgetxLnke", so h a t es doch
bleibendeii Wert f u r jeden, der sich rnit der Herstellung oder Reurteilung
von Getrinken zu befassen h a t . Bes. aber alle die, welche in der Getranke- und Limonaden-Industrie neue Wege zur Schaffung von diatetisch hochwertigen Durststillern bestimmter Geschmacksrichtungen und
spezifischer Wirkung suchen, werden dem Veif. fur seine Arbeit dankbai
[ N B 2691
sein und wertvolle Anregungen finden konnen. H. Fink.
Vitainine und Vitamiupr&parate9 v. A. Hotzel. Verlag W. Saenger Bellin 1949
Arbeitsgemeinschaft Mediz. Verlage G.m.b.H, 412 S. brosch. DM 39.-.
Das Buch hatte eigentlich besser den Namen ,,Herstellung von Vitaminpraparaten" erhalt.en sollen, denn Chemie und Biochemie der Vitamine sind recht knapp dabei weggekommen. Die Literatur konnte aus
zeitbedingten Griinden n u r bis 1943 beriickaichtigt werden, so daR die
nioderne Entwicklung auf dem Gebiet der Vitamin A-Synthese, Biotin,
Folinsaure und Vitamin B,, unerwihnt blejben. Dies i s t ein groDer
Nachteil des Buches, denn uber die iiltere Vitarninliteratur gibt es Zusammenfassungen, wenn sie vielleicht auch nicht die gleiche bemerkenswerte Vollstiindigkeit der Erfassung der Patentliteratur zeigen. Die einzelnen Verfahren sind ohne Bewertung nebeneinander gestellt, so daO die
Bedeutung eines speziellen Verfahrens nicht erkennbar wird; eine Aufgab?, die heute wnhrscheinlich von keinem Autor mehr allein bewaltigt
werdeii konnte. Das sorgfaltig angelegte Buch h i t t e vor 5 Jahren erscheinen sollen, gleich nach seiner Fertigstellung. heute diirfte sein Wert
voriiehmlieh in der Darlegung der Patentliteratur bis 1943 zu suchen win.
R . Tschesche.
[ N B 2641
Fliissige Kraftstoffe. von Dr.-Ing. Rudolf A. H. Rothe. Aus der Sammlung: ,,Biicl!er der Technik" in der Wissenschaftl. Verlagsanstalt,
Kommanditges., Hannover gemeinsam rnit der Wolfenbiitteler GmhH.,
Wolfenbuttel 1949.160 S., 43 Ahb., hrosch. DM 6.40,hln. DM 7.20.
Die rorliegende Schrift unterrichtet in kurzen, aber klaren Ziigen
iiber das Wcsentliche der fliissigen Kraftstoffe: ihre Herstellung, ihre
Eigenschaften und ihre Analytik. Durch sehr viels Literaturangaben
vermittelt sie dexn Lrser einen Ieichten Zugang ZII ~ P I Ineuesten OriFinaIarbeiten iiber die einzelnen Probleme, s e l c h e in dem Ruche anyeschnitten
sind. Etwas ansfiihrlicher hatten die modernen Verfahren der Kraftstoffherstellung : die katalgtische Kohlehydrierung der I. G. und das FiscketTropsch-Verlaliren geschildert werden sollen. Ferner ist sehr zu bedauern, daI3 das so erfolgreiche amerikanische Fluid-Catalyst-Vcrfahren
iiherhaupt nicht erwahnt wird. Verheiflt doch gerade diese aus der Arheitsweise d ~ deutschen
s
Winkler-Generators hervorgegangene Arbeitsmethodik noch schr viel fur die kunftigc Gewinnung r o n fliissigen KraftH,, sei es unmittelbar
stoffen. sei es durch die direkte Synthese aus CO
aus Kohle oder aus h c h i e f e r . Fur alle diejenigen, welche sich in qrollen
Ziigen einen tiherblick ubrr das virlscitiqe Gebiet der flussigen Kraftstoffe verschaffen wollcn, ist das vorliexende Bueh ein sehr gutcr Heller.
H . Zorn.
[NR 9531
+
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