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Die papierene Sintflut.

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1066
Degener: Die papiereue Sintflut
ausgibt, also ein wahrhaft internationales Organ ist. Fur
den technischen Chemiker besteht ein Journal ,,T e c h nik und Industrie u n d Schweizer Chem i k e r - Z e i t u ng".
Spanien.
, , A n a l e s d e la S o c i e d a d E s p a n o l a d e
F i s i c a y Q u i m i c a", das chemische Hauptjournnl
Spaniens. , , Q u i m i c a e I n d a s t r i a " , Organ der
CBmara Nacional de Industrias quimicas, wirtschaftliche
Fragen behandelnd.
Fur die
Tschechoslowakei
diirfte f ur den Chemiker das seit 1929 erscheinende
Journal , , C o l l e c t i o n d e s T r a v a u x c h i m i q u e s
d e T c h 6 c o s 1o v a q u i e", dessen wertvolle Veroffentlichungen in franzosischer und englischer Sprache herausgegeben werden, zweitens ,,P u b 1 i k a t i o n s d e 1 a
Facult6 d e s Sciences d e l'Universitt5
M a s a r y k" (franzbsisch) zu nenncn sein.
In
Ungarn
ist zu nennen , , M a g y a r C h e m i a i F o l y b i r a t " , die
Monatsberichte, hersusgogoben von der Ungarischen
IZeitschr. f i r angew.
Chemie. 42. J. 1829
Koniglichen Naturforscher - Gesellschaft.
Aufierdem
bringen sehr viel wichtigo chemische Arbeiten die ,,B e richte der ungarischen pharmazeutis G h e n G e s e 1 1 s c h a f t", die nuch einen Referatenteil
onthalten.
Diese kurze Ubersicht kann naturlich keinen Anspruch auf Vollstandigkeit machen. Bei aukierster Raumbeschrankung m a t e manches trefflich,eJournal unerwahnt
bleiben, besonders nach den Grenzgebieten, z. B. der
physikalischen Chemie usw. hin. Fur denjenigen, der
sich in der chemischen Literatur eingehender orientieren will, s e i auf die Broschure von dem Englander
F. A. Ma s o n ,,An Introduction to the Literature of
Chemistry for senior students and Research chemists''
(erschienen Oxford 1925, 41 Seiten) hingewiesen. Ferner
haben E. J. C r a n e und Austin M. P a t t e r s o n , der
jetzige und der vorherige Herausgcber der ,,Chemical
Abstracts", in ihrem Buch') ,,A Guide to the Literature
of Chemistry" ihre langjahrigen Erfahrungen in dankenswerter Weise dem literarisch interessierten Chemiker
nutzbar gemacht.
[A. 163.1
1) 1927 herausgegeben.
Die papierene Sintflut.
Von Direktor
H. DECENER,
Berlin.
(Eingeg. 24. Oktober 1929.)
Die Erscheinung der ,,papierenen Sintflut" ist unter
diesem Titel im Jahre 1927 von Prof. 0 p p e n
h e i m e r I) behandelt worden. An diesem beklagenswerten Zustand hat sich bisher nichts gebessert.
Im Gegenteil, neben der Zahl der Tageszeitungen
wachst auch die der Fachzeitschriften in der ganzen
Welt (nach einer englischen Bibliographie gibt es
bereits 25 000 wissenschaftliche Zeitschriften), und besonders schlimm sieht es auf unserem eigenen Gebiet aus. Das ,,Chemische Zentralblatt" ist gmwungen,
boreits jetzt ungefahr 1000 Zeitschriften zu bearbeiten.
Die ,,Chemical Abstracts" referieren sogar schon rund
1500 periodische Erscheinungen, darunter rund 300 biologischo und medizinische. Relativ (und wohl auch absolut) dio hiichste Zahl entfallt auf deutschsprachige Zeitschriften.
Dieso besngstigende Prduktivitat kann ihre Ursache zum Teil wohl in dem Anwachsen d e r wissenschaftlichen Arbeit (im weitesten Sinne) haben, .zum
grokieren Teil aber sind aui3erwissenschaftliche Grunde
mafigebend. Dies0 sollen bier k ritix h kurz betrachtet
werden.
Eine Durchsicht unserer Zeitschriften bestatigt zunachst, dai3 vieles verBffentlicht wird, was nur wenig
oder iiberhauyt nicht auf wissenschaftlichen Wert Anspruch erheben kann. Sehr ungunstig auf das Anschwe]len der Literatur wirkt sich naturlich d e r gr&e
Umfang violer Arbeiten aus, der u. a. verteuernd auf die
Herstellung und Bezugspreise und hemmend auf den
Absatz wirkt, und man mllte beachten, daki such vom
Aus];\nd dauernd Klagen uber die &&te deutscher Abein
handlungen und die Preim kommen. Weiterhin ist
grober MiBbrauch, wenn ein und dasselhe Thema fur den
gleichen Leserkreis mehrmals ausgewertet wird. Die
Zahl der Z)oppelpublikationen wachst erschreckend,
und es ist be&uerlich, dafi selbst namhafte Autoren uber
denselben Gegenstand fur don gleichen Leserkreis
an mehreren Stellen schreiben (oft sogar ohne
j d e Anderung). Die Rdaktion des ,,Chemimhen
ZentralblattM" =lite hieruber einmal cine Sbtistik
-
.
Chen1.-Ztg. 51, 229 u. iolg. [1927].
I)
anstellen.
Ebenso schlimm ist es, wenn eine
Arbeit, die sich in e i n e r Abhandlung erledigen liekie,
in kleine Fortsetzungsartikel zerlegt wird, wobei unvermeidliches Beiwerk zu wiederholen ist.
Fur die Schriftleitung ist es an sich nicht leicht,
sich vor Dubletten und Serienartikeln in allen Fallen
zu schutzen. Zwar l i e h sich durch strenge Makiregeln
und Vorschriften, die d ie Redaktionen den Autoren auferlegen, noch manches bessern2). Auch ware vielleicht
eine Arbeitsgemeinschaft der Schriftleitungen maglich,
die sich durch geeignete Makinahmen uber die von Zeitschrift zu Zeitschrift wandernden Manuskripte verstandigen konnten, ahnlich wie Verleger es einmal vor
vielen Jahren durchfuhrten.
Leider werden aber noch sehr v i d e derjenigen Arbeiten, welche die Redaktionen unserer angesehenen
Zeitschriften aus den vorerwahnten Grunden zuruckweisen, doch anderswo aufgenommen. Immer wieder
finden sich nicht beratene oder schlecht beratene Verleger, die nicht nur ihr eigenes Geld, sondern auch das
ihrer Abonnenten und Inserenten in Zeitschriften investieren, welche nur die Abladestatte solcher ,,AbWlehnter'' bilden.
Genugt dieser ,,AbfluW' nicht, so werden auch noch
A d o re n und Artikel besonders geworben, und SO entstehen viele Reitrage, die ohne solche falsche Gwhaftstiichtigkeit ni0 geschrieben worden waren. Leider
lassen SiCh sogar Autoren von Ruf in Unkenntnis der
GePflogenheiten und des Ansehens der betreffenden
Zeitschriften zur Mitarbeiterschaft verleiten. Sie dienen
diesen Zeitschriften nur als Aushangeschild und tragen
n u r dazu bei, deren kummerliches Dasein zu verIangern.
Ebenso erstaunlich ist es, wie wenig Kritik ein
groi3er Teil d e r Abonnenten iibt, ohne deren Hilfe
solche wirklich entbehrlichen Zeitschriften uberhaupt
nicht
exiStieEn konnten, und wie viel Inserenten e c ~
._
.
2 ) V g l . die ausgezeichneten Vorschlage des ,,Merkblattes
fur Teehnisch-wissenschaftliche Veroffentlichungen", Deutseher
Yerband techuisch-wissenschaftlicher Vereine, Berlin NW 7,
Ingenieurhaus. (Kostenlos durch die Schriftleitung dieser Zeitschrift erhaltlich.)
Zeilschr. IOr angew.
Chemie. 42. J. 19291
Degener: Die papierene Sintflut
noch immer gibt, die sich nicht uberlegen, daD sie denselben Leserkreis, bei dem ihre Anzeigen wirken sollen,
schon mit der Insertion in angeseheneren und meistens
auch vie1 ver breit et wen Zei t schri f t en erreichen.
Naturlich ist es unvermeidlich, dai3 bei der zunehmenden Spezialisierung der chemischen Wissenschaft Spezialblatter entstehen. Warum aber auch hier
wieder Dubletten? Das ,,Chemische Zentralblatt" bearbeitet 38 deutsche Zeitschriften d er allgemeinen und
physikalischen Chemie, 5 der anorganischen Chemie, 16
der Mineralchemie und Geologie, 11 der organischen
Chemie, 52 der Biochemie, 13 der Pharmazie, 9 der analytischen Chemie und 173 der angewandton Chemie.
Die fiihrenden und machtvollen technischen und
wissenschaftlichen Gesellschaften sollten ernstlich die
Frage prufen, ob man nicht das gesamte Gebiet der
Chemie analog d er Einteilung des Zentralblattes in eine
zweckmaDige Anzahl von Teilgebiden zerlegen konnte
und Forderung nur einer oder einigen Spezialzeitschriften des betreffendon Gobietes an g d e ih e n l a w n
konnte.
Die Verbindung mit den Nachbargebieten, die
,,Dach-Zeitschrift" der gesamten Chemie, sollte vor
allem das , , C h e m i s c h e Z e n t r a l b l a t t " win,
das ja uber die gesamte wissenschaftlich-techniahe und
chemische Produktion der Welt rasch orientiert. Da es
jede Fachzeitschrift erganzt, gleichviel, ob sie der
theoretischen ader der angewandten Wissenschaft oder der
Technik dient, konnte d er Chemiker auf manche der
kleinen spezialistischen Blatter, deren Inhalt ihn doch
nur gelegentlich interessiert, verzichten und wiirde Zeit,
Geld und Arbeitskraft sparen.
Mit einer stark anwachsenden Auflage des ,$hemischen Zentralblattes" konnte der Bezugspreis bedeutend gesenkt werden und die Zentralbktt-Redaktion noch
mehr als bisher ihre Arboit ausbauen (Beriick.sichtigung weiteyer bearbeitungswerten Zeitschriften, gelegentlich auch langere Referate). Nicht vermehrt zu
werden braucht m. E. die Gesamtzahl der Referate.
Im Gegenteil, vielleicht konnte man nach Verstiindigung
niit den ,,Chemical Abstracts" die schon jetzt geubte
Kritik bei der Referierung von Beitragen verscharfen,
und vielleicht ware es dann auch moglich, im Laufe der
Zeit die Zeitschriften schlrfer auszusieben.
Das Zentralblatt arbeitet schon jetzt so gut, dai3
wohl manche Zeitschrift auf einen eigenen Referatenteil
a19 Anhang verzichten konnte. Wird d ime Rubrik nicht
mit besonderer Sorgfalt und entsprechenden Kosten benrbeitet, so bleibt die Auswahl des Gebotenen oft dem
Zufall iiberlassen und hlufig sind die Referate unzuverlassig, veraltet, oft auch nur Wiederholungen, der
Leser erhalt nur einen luckenhaften Uberblick, die
Papierflut wachst.
Sie wird vermehrt durch die zahllosen ,,Hauszeitschriften", ,,Mitteilungen" der Institute UBW., die immer
noch selbstandig erscheinen. Fur sie durfte es meistens
geniigen, wenn sie, auf einfachstem mechanischen Wege
vervielfaltigt, in kleinsten Auflagen nur fur die Angehorigen und evtl. Austausch erscheinen. Ober ihren
Inhalt waren - mit zwei Exemplaren fur die Bibliothek
der Deutschen Chemischen Gesellschaft - knappe
Autorreferate dem ,,Zentralblatt" zuzusenden, das diese
mit entsprechendem Kennzeichen aufnehmen und dadurch alle Interessenten darauf hinweisen konnte.
Schon jetzt besteht die Moglichkeit, Manuskripte, die
nicht zum Druck kommen, zu deponieren und sich auch
dndurch die Prioritiit zu Gichern. Baut man diese Einrichtung aus, indem man ein kurzes, zu kennzeichnendes
Referat daruber dem ,,Zentralblatt" zur Verfugung
stellt (ohne Aufnahmezwang), so ware sicher dem Interesse mdes Verfassers und d e r Wissenschaft Geniige getan.
DaD die derzeitigen Zustande einer Sinlilut gleichen,
bedarf kein- Beweises mehr. Nur wenige sind imstande
- - nur noch im Hauptberuf -, sich durch die Flut des
bedruckten Papiers hindurchzuarbeiten.
Der Huf nach Konzentration ertont allgemein. Die
Ursachen der Erscheinung glauben wir aufgezeigt zu
haben. Aber wird man Abhilfe schaffen kannen?
Das Nachstliegende ware ein Mahnruf an die
A u t o r e n ; aber or wird leilder ziemlich unbefolgt verhallen.
Am meisten werden immer noch die S c h r i f t 1 e i t u n g e n dagegen tun konnen. Sie mussen ganz im
Sinne der Richtlinien des Verbandes Technisch-Wissenschaftlicher Vereine (oder d e r Berichte der Deutschen
Chemischen Gesellschaft, d e r Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft oder der Denkschrift der 90 M d i ziner vom Juli 1927 [A b d e r h a 1 d e n u. a.]) mit unnachsichtlicher Strenge ihres Amtes walten.
Von den V e r 1 e g e r n sol1 hier nicht gesprochen
werden. Die Tatsachen zeigen leider, daD viele von
ihnen unbelehrbar sind und sich immer w i d e r neue der
gleichen Art finden.
Den L 0 s 0 r n sei geraten, Selbstschutz zu uben,
ihre Zeitschriften kritisch zu betrachten und nicht durch
Abonnement Blatter zu stutzen, die nach unwissenschaftlichen Gesichtspunkten geleitet werden.
Auch den I n s e r e n t e n sei ,,Konzentration"
empfohlen. Es ist besser, bei einigen Zeitschriften mehr
nnzuwenden, als durch Zersplitterung den Etat zu
schwachen, unbdeutenden Blattern zu einem durftigen Dasein zu verhelfen und dadurch den anderen die
zur kraftvollen Entwicklung notige Nahrung zu entziehen.
Eine wirtschaftlich stark gemachte, gut durchorganisierte Fachpresse wird ihren Aufgaben am besten
dienen konnen und stets die beste Verbindung
zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bilden; weniger
Zeitschriften, und diese nur niit inhaltlich wertvollen,
gut durchredigierten Beitragen sind sicher okonomischer
und der Belehrung und dem Fortschritt niitzlicher als
die jetzige Sintflut.
[A. 164.1
Nachwort der Schriftleitung.
Die Redaktion der ,,Berichte" pflegt ,,Zur gefl. Beachtung
fur die Herren Mitarbeiter" eine Druckschrift zu versenden,
aus welcher einige Satze herausgegriffen seien:
,,Die Redaktion ist verpflichtet, auf m o g 1 i c h s t e K u r z e
d e r in den Rerichten erscheinenden A b h a n d 1 u n g e n und
besonders darauf zu achten, dai3 die Formelbilder, Kurvenzeichnungen, Tabellen und Beobachtungsdaten nicht zu vie1
R a m einnehmen . . . . Die Redaktion ist berechtigt, die eingesandten Mitteilungen in diesem Sinne abzuandern, selbst
wenn dadurch der Abdruck verzkigert werden sollte. Auch darf
sie Manuskripte zurucksenden, deren aullere Form bereits voraussehen lafit, da13 die Drucklegung erhebliche Schwierigkeiten
1067
und entsprechendc Zuschlagsgebiihren verursachen wurde
....
lici Abhandlungen, deren Inhalt bereits in D i s s e r t a t i o n e n
wiedergegeben ist, werden die Autoren dringend gebeten, von
tlrni meist iiberaus weitschweifigen Text der Dissertationen
vollig abzusehen und unabhangig davon eine moglichst kurze,
dein Charakter der ,,Berichte" angepallte Form fur die W i d e r gabe des Tatsachenmaterials zu suchen."
In dieser Art geht es weiter in im ganzcn neun Druckseiten (auf rotem Papier).
Weniger ausfuhrlich, aber dafiir um so energischer aufierl
sich in jedem Hefte (auf der inneren Seite des Umschlages)
der Redakteur der ,,Annalen", indeni er den ,,IIerren Mit-
lo(%
_
_
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Vereinn und Vcrsaninilungen - Rundschau
- ~-~
-~
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~
~
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arbeitern" zuniichst rein akademisch sagl: ,,Eine wissenschaftliche Zeitschrift kann bei gleichen IIerstellungskosten ihren
Lesern urn so niehr bringen, j e knapper die einzelnen Heitrage
in der Ablassung gelialten sind", uni dann mit erfrischender
1)eutlichkeit fortzufahren: ,,Kiirze der 1)arstellung is1 den1 Verstiindnis forderliclier als ungehemmte Weitschweifigkcit." Und
weiter: ,,Die Schriftleitung behalt sirh vor, Manuskripte, die
den angedeuteten Grundsiitzen entgegenlaufen, dem Autor zur
Kurzung zuriirkzusenden. Abhandlurigen, deren Inhalt, wenn
auch n u r teilweise, schon an anderer Stelle veroffentlicht
worden is1 oder veroffentlicht wcrden soll, werden nicht aufgenom men ."
Die Scliriftleitung der ,,Zeitschrift fur. angewandte Chemie"
schlie8t sich dicsen Ausfuhrungen an. Sie hat sie allerdings
bisher als ,,ungeschriebenes Gesetz" betrachtet und davon ab-
VERElNE UND VERSAMMLUNGEN
D e u t s h e Glastechnische Gesellschaff.
12. Glastechnische Tagung in Berlin, 14. bis 16. November
1929, Ingenieurhaus, NW 7, Friedrich-Ebert-Str. 27 (13 Vortrage;
Schau ,,Ofeubaustoffe" in den Vorraumen zum groBen Vortragssaal des Jngenieurhauses).
RUNDSCHAU
Literarischer Quellennachweis fur den Chemiker.
Das Simmeln von Literaturmaterial bereitet infolge des
standigen Anaachsens der Fachliteratur und infolge der allzu
karg ben~essenenLileraturfonds der I>aboratorien, Institute und
Fabriken meist sehr groBe Schwierigkeiten. Ganz besonders
leiden die Ingenieure unter dieseni Obelstand und suchen
Abhilfe zu schaffen. Eine der wichtigsten Fragen, die der
D e u t s c h e V e r b a n d Tech n i s ch - W i sse n sch a f t licher Vereine in seineni AusschuB fur techn i s c h e s S c h r i f t t u ni in allerletzter Zeit bearbeitete, war
daher die Schaffung einer V e r r n i t t l u n g s s t e l l e f u r d i e
b e s t e h e n d e n I i t e r a r i s c h e n S a ni ni e 1 s t e 1 1 e n auf
dem Gebiete der Wisscnschaft und Technik. Einer Anregung
des Dip1.-Ing. J a n i i: k i , Zurich, zufolge, hat der Ausschu8
eine Rundfrage ini deutschen Sprachgebiet bei technisch-wisscnschaftlichen Vereinen, wirtschaftlichen Spitzenverblnden, Industriefirnien und gemeinnutzigen Organisationen veranstaltet,
uni die bestehenden Quellennachweise fur den Ingenieur zu erfassen. J a n i E k i 1 ) hat diese Anregungen auch weiteren Kreisen
in seiner Abhandlung,,Internal ionaler Quellennachweis fur wissenschaftlich-technisches Schrifttum" in der Zeitschrift des Vereins
Deutscher Ingenieure bekanntgegcben. Auch in der chemischen
Fachliteratur sind derartige Anregungen zur Auswertung wissenschaftlich-technischer Literatur gegeben worden: einerscils in
dem bekannten rortrefflichen Buch von W i 1 h e 1 in 0 s I w a 1 d ,
,,Die cheniische Literatur und die Organisation der Wissenschaft", 1919, andererseits in der Chern.-Ztg. 50, 641 u. 681,
letztere von S t a d 1 i n g e r. In diesen Anregungen wird der
Vorschlag geinacht, der Bibliothek des Reichspatentaintes eino
solche Auskunftei anzugliedern bzw. das Chemische Zentralblatt in dieser Kichtung auszubauen?). Der Deutsche Verband
technisch-wisscnschaftlichcr Vereine hat sich ja bereits in)
April 1919 mit der Schaffung einer tcchnischcn Hauptbucherei
als einer notwendigen Forderung fur die Wiederaufrichtung des
Wirtschaftslebens befafjt.
Bei den Resprechungen, die in dem AusschuB fur technisches Schrifttum unter reger Heteiligung der an diesen literarischen Fragen inleressierten Fachkreise stattfanden, zeigte sich,
da8 der C h e m i k e r in den ausgezeichneten literarischen
Organisationen, die die Deutsche chemische Gesellschaft rnit
Unterstutzung der ,,Adolf Baeyer-Gesellschaft" geschaffen hat,
IIilfsmittel bei seiner Literatursammelarbeit zur Seite hat, wie
sie keine andere wissenschaftliche Disziplin aufweist. Die
groflangelegien Sammelwerlte wie B e i 1s t e i n s H a n d b u c h
-
Neue Bdcher
Zeitschr. far angew.
[Chemie 42. J . 1929
-~
gesehen, den Autoren cine ahnliche Gesrhaftsordnung zu uberniitteln. Vielleicht ist sre in dcr Durchfuhrung ofters zu niilde
verfahren, der Verlcger rnahnt aber jetzt im vorstehenden
Beitrag zu ,,unnachsichtlicher Slrenge". Das ist zwar fur ihn
leicht, denn e r beltomnit nicht die Briefe der beleidigten
Autoren, denen zart angedeutet a e rde n muate, darJ taciteische
Kurze an Stelle ,,ungehemniter Weitschneifigkeit" zu treten
hat, aber dcr Verleger hat recht. Daruin stellt sich die Schriftleitung der ,,Angewandten" auf den Standpunkt der ,,Rerichte",
der ,,Annalen" und des ,,Merkblattes fur technisch-wissenschaftliche Ver6ffentlichungen"1), an dem sic selbst niilgearbeitet hat,
und hofft, rnit der Durchfuhrung dieser Leitsiilze der papierenen
Sintflut steuern zu konnen.
1)
~
~
_
_
_
Vgl. FurJnote *) Seite 1666.
d e r O r g a n i s c h e n C h e m i e und G m e l i n s I I a n d b u c h d e r A n o r g a n i s c h e n C h e n i i e , die L i t e r a t u r r e g i s t e r d e r O r g a n i s c h e n C h e m i c und die
G e n e r a 1 r e g i s t e r d e s C h e ni i s c h e n Z e n t r a 1 b 1 a t t s geben deni Chemiker die Moglichkeit, sich schnell und
vollstiindig seine notige Literatur zu beschafien. Jedoch war
durch die Neueinrichtung ganzjahriger Sachregister des Cheniischen Zentralblattes insoiern eine Lucke entstanden, als es
immerhin einige Schwierigkeiten bereitet, sich uber den
Literaturstoff des laufenden Jahres v o r A u s g a b e der
Jahressachregister zu orientieren. Aus diesem Grunde gibt die
Redaktion des Chemischen Zentralblattes
Auskiinfte iiber die chenlische Literatur, insbesondere des
letzten .Jahres, soweit sie irn Chemischen Zentralblatt berucksichtigt wird, gegen Erhebung der dem entstehenden Zeitaufwand entsprechenden Unkosten.
(SO)
NPUE BUCHER
(Zu beriehen,
roneit im Buchhandel ersehienen, durch
Verlrg Chemie, 0. m.b. E., Berlin W 10, Corneliuastr. a)
"A German-English Dictionary for Chemists". Von Austin M.
P a t t e r s o n. 343 Seiten. Herausgegeben von John Wiley
& Sons, New York 1924.
,,Worterbuc-h der Chemie." Von Willy H. T h u r o w. Verlag
Dr. Arthur Tetzlaff, Berlin-Schoneberg 1929.
Das erste von den beiden genannten Worterbuchern is1 von
dein bekannten amerikanischen Chemiker Austin M. P a t t e r s o 11, dem fruheren Herausgeber der Chemical Abstracts, herausgegeben. Der Name des Autors burgt fur die Gute dieses
Nachschlagebuches. P a t t e r s o n bat es auf amerikanische
Anspruche bin zugeschnitten. So finden wir z. B. noch Hinweise von ,,Theer" auf ,,Teer", von ,,Tbeil" auf ,,Ted'' und
,.That" siehe ,,Tat". Auch fur den deutschen Henutzer is1 dieses
handliche Worlerbuch von Wert, da cs bei Ubersetzungen aus
dem deutschen in den englischen Text gute Dienste leisten kann.
Es ware zu wunscben, dal3 bald eine Neubearbeitung dieses
Fachworterbuches vorgenommen wiirde, damit auch die in
letzter Zeit schr stark in den Vordergrund getretenen physikalisch-cheniischen Begriife Aufnahme finden. Zweifellos haben
wir auf dem Gebiete der Chemie so gut wie kein einwandfreies
Worterbuch, und das vorliogende fullt eine Lucke der Worterbuchliteratur aus. Die Ausstattung is1 hervorzuheben, und die
Anordnung ist auDerst praktisch.
Das Wijrterbuch von Willy 11. T h u r o w ist noch spezieller
auf die Cheinie zugeschnitten. Die niuhevolle Arbeit, die sic3
Verf. bei der Herstellung des Manuskriptes gegeben hat, is1
anzuerkennen. Jedoch erscheint mir der Hinweis angebracht,
da8 die Worterbucher moglichst die aktuelle Terniinologie
benutzen sollten. So mute1 es z. €3. sonderbar an, weun auf
Seite 186 ,,Pharmacology" mit ,,Apothekerwissenschaft bzw.
Arzneimittelkunde, Arzneiwarenkunde" ubersetzt wird. Dieses
durfte doch weit fehlgegriffen sein. Auch das Wort ,,Abies oil"
auf Seite 1 mit ,,Abiesol" wiederzugeben, sowie ,,Blast furnace"
rnit ,,Blaseofen" kann nicht als korrekt bezeichnet werden. Der
Referent konnte nach dieser Richtung noch mehr anfiihren.
I h s in Taschenforniat recht handlich ausgestattete Worterbucb
durfte unter den Chemikern auch trotz der erwahnten Beanstandungen Anklang finden.
M . Pflucke. [BB. 101,297.1
~-~
Ztschr. Ver. Dtsch. Ing. 72, 471-474 [1928].
Vgl. auch H. K r e t z s c h m a r , Ztschr. angew. Chem.
39, 1334 [192G].
-___
~.
- .- - -Verlag: Chcmie, G. m. b. H., Berlin W 10. - Verantwortlicher Schriflleiler: Prof. Dr. Dr.-Ing. e h . A. B i n I , Berlio. - Vcranlworllich fitr ..CeschiIIliche Mitteilungen des Vereins": Prof. Dr. A. K I a g e s , Berliii. - Druck: Maurer & Dimmick. Berlin SO 16.
l)
2)
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