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Die persnlichen Beziehungen Carl Duisbergs zu Richard Willsttter nach dessen freiwilligem Rcktritt von der Mnchener Professur.

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dcr Ablaugc ab und die Wasserdampftension zu. D a auch die C 0 , rriche Luft sich ousdehnt, ist im GargefaB standig ein uberdruck, durch
den ein sehr groBer Teil dPs CO, ins Girrohr gedrangt wird. Die Gasblasen diirfen nicht zu schnell durch die Natronlauge perlen. Man erhitzt
Iangsam zum Sieden und belallt das Gargefall so lange im'siedenden
Wasserbad, bis keinc! Gaablasen mchr durch die Natronlauge perlen.
Darauf nimmt man das Saccharimeter aus dem Wasserbad und dreht
den Glarhahn auf. Das GargefaB kiihlt ab, es entsteht in ihm ein Unterdruck und durch den geoffneten Glashahn perlen Luftblasen durch die
Ablauge und vertreiben die Ictzten C0,-Resfe aus der Ablauge. Das
Abkiihlen kann man durch kaltes Wasser stark beschleunigenh).
I n das abgekiililte Gargefall driickt man durch den Glashahn m i t
einem Druck- und Zugball bzw. blast6) durch einen Gurnmischlauch so
viel Luft hinrin, dall die Natronlauge vollstindig in den Schenkel I1
dcs Garrohrs hiniibergedrangt wird. Man schlieat nun den Glashahn
und wiederholt den gesamten Vorgang.
ill
c) D i c T i t r a t i o n
Man offnet das GLrgefall u n d setzt den Gummistopfen mit Garrohr
und offenem Glashahn auf ein leeres, freies GargefaB bzw. auf ein anderes
&fall, auf das der Gummistopfen pant. Man blast oder driickt durch
den Glashahn die Lauge &us Schenkel I in Schenkel I1 und giellt sic von
dort in cinen 300 cma Erlenmeyer. Nunmehr gibt man ails einer Spritzflasche dest. Wasser in einen Schrnkel und saugt es mit einem Gummischlauch in den anderen hiniiber, so daB auch dieser Teil ausgewaschen
wild. Die Waschfliissigkeit wird in den Erlenmeyer ubergespiilt und
das Auswaschen wiederholt. (Das GargpfaB wird unter der Wasserleitung
ausgespiilt. Die Apparatur ist dann fiir die nachste Bestimmung gebrauchsfertig).
Man gibt nun in den Erlenmeyer noch so viel dest. Wasser, dall man
ca. 100 cma, etwas weniger Fliissigkeit als i m Erlenmeyer der Vergleichslosung, hat,. 6 Tropfen Phenolphthalein und gibt langsam tropfend Salzeaure aus der Burette zu. Wenn die rote Farbe des Phenolphthaleins
abblallt, fangt man an rnit der Vergleichslasung zu vergleichen. Man
wartet nach jedem Zusatz, d a die Umsetzungen nicht momentan verlaufen. 1st Farbgleichheit erreicht, so liest man d m Stand der Burette a b
jetzt beginnt die eigentliche Titration -, und iiberzeugt sich davon, daB
nach Zusatz eines weiteren Tropfens Salzsaure die Farbe der Losung
etwas heller als die der Vergleichslosung ist. Nunmehr kann nach Zusatz von 2 Tropfen Methylorange auch schnell auf ein deutliches Orange
titriert werden.
Berechnung
Die na,ch der Neutralisation der Natronlquge und des halbed Carbonats (Farbgleichheit d r r beiden Losungen) vrrbrauchtrn cm3 l n
Salzsaure minus dern Leerwert ma1 0.09 ergeben dic % Zucker. (1 cms
1 n Salzsaure setzt aus Bicarbonat 0.044 g CO, frei, die durch Girung
aus 0.09 g Zucker entstanden sind. Siehe Ghmgsgleichung).
-
Titriert man eine Carbonat-Losung mit, Salzsaurr, SO entstrht lokal
durch den Salzs&ure-UbrrschuD Kohleneaurc-Losung, die sich dann mit
weiterem Carbonat zu Bicarbonat umjetzt. Man mull daher bei dPr Titration auf Bicarbonat nach jedem Salzsiure-Zusatz et\;-as warten, d s
man sonst ubertitriert.
Wenn man nicht g'erade stark ubrrtitriert hat, macht das nichts aus,
da die Kohleneaure im Wassw gelost bleibt. Man gibt dann e i n paar
Tropfen 1 n oder ein paar cm3 n/10 Natronlauge in die Losung, so dall
sie wieder etwas intenbiver rosa als die Vergleichslosung gefsrht ist und
dann vorsichtig tropfenweise Salzsaure bis zur Farbgleichheit beider
Losungen.
Vergarbarer Zucker anderer Flussigkeiten
Wie hier fur Sulfitablaugen beschrieben, kann natiirlich auch
der vergarbare Zucker anderer Fliissigkeiten bestimmt werden.
Bei Zuckergehalten iiber 2% gebe man aber nicht 100 cm3 der
betr. Fliissigkeit, sondern weniger ins GlrgefaB. Bei sehr niedrigen Zuckergehalten ist es zweckmaRig, weniger Natronlauge
vorzulegen und dann den Schenkel I I rnit soviel C0,-freiem dest.
Wasser aufzufiillen, daR er nicht ganz voll ist. So gentigen z. B.
bei Schlernpe 5 cm3 der ca. 1,5 n Natronlauge. Eine Vergleichslosung ist bei Schlernpe (Restzucker ca. 0.1 %) nicht erforderlich, da die rote Farbe des Phenolphthaleins nicht langsam abblaBt, sondern auf Zusatz von 1-2 Tropfen der 1 n Salzsaure in
farblos umschlagt. (Sprunghafte h d e r u n g des pH, da die Bicarbonat-Konzentration sehr gering ist). Man titriert leicht iiber.
Wenn eine deutliche Aufhelluig der roten Farbe eingetreten ist,
bringt der nachste Tropfen den Umschlag in farblos.
Priifung der Apparatur
Da eine Priifung der Apparatur auf ihre Brauchbarkeit rnit
reinen Glucose-Losungen nicht moglich ist - Hefe verbraucht
etwas Zucker fur ihren Aufbau - wurde im GargefaB aus SodaLosungen bekannten Gehalts durch Salzsaurea) CO, in Freiheit
gesetzt, die in der gleichen Weise ins AbsorptionsgefBO iibergetrieben und rnit 1 n Salzsaure bestimmt wurde, wie das in der
Vorschrift unter b) und c) beschrieben worden ist. Tabelle 1
zeigt die Ergebnisse (auch auf Glucose umgerechnet).
Be m er k un g en z u r T i t r a t i o n
$
Natronlauge auf
Titriert man kohlenslure-haltigcs Wasser m i t
Phenolphthalein, so beobachtct man, daB anfangs nach jedem Zusatz
yon Natronlauge die rote Farbe des Indikators kurz bestehen bleibt und
dann verschwindet. Das riihrt davon her, daS iiber 99% nicht 81s H,CO,,
sondern als CO, vorliegen und die Reaktion
CO,+H,O
---f H&Oa
langsam verlhuft').
Jenaer Erlenmeyer konnen sofort in kaltes Wasser gestellt werden,
Pulverflaschen aus gewohniichem Flaschenglas miissen zuvor in warmes
Wasser gebracht werden, d a sie Sonst s ringen.
0 ) Da aus eatmete Luft etwa 4 Vole/,
enthait gerat hierbei durch
die ca. 55 cmn, die man hineinblast, rund 1 cm3 Cb.,ins Gargefaa, eine
Menge, die gegeniiber der Gdrungs-CO - 100 cm3 elner 1 proz. Zuckerlosung entwickeln rund 265 cm3 CO,
so gering ist, da8 sie ais Fehler
nicht ins Gewicht fallt.
') Vorlunder u. Strube, Ber. dtsch. chem. Ges. 46, 172 [1913]; A. T h i t l ,
ebe'nda 47, 945, 1061 [19141.
0.67
0.67
0.56
0.56
0.28
0.28
0.1 1
0.1 I
5)
1.37
1.37
1.14
1.14
0.58
0.58
0.23
0.23
15.35
15.35
12.40
12.70
6.35
6.50
2.52
2.62
0.68
0.68
0.55
0.56
0.28
0.29
0.1 1
0.12
1.38
1.38
1.12
1.14
0.57
0.59
0.23
0.24
Tabelie I
802
Eingeg. am 3. Juni 1949.
8)
[A 2121
Die Salzsaure wurde aus einem Tropftrichter durch den Glashahn tropfenweise ins GBrgefaD gegeben.
Zuschrift
lich zu machen und auch den Herausgebern der Angewandten Chemie
Einblick zu geben.
Schon zu Lebzeiten yon Duisberg und Willstutter habe ich ernpfunden, d a 5 bei der temperamentvollen Natur von Duisberg und der zuriickhaltenden Art von Willstutter eine wirkliche Freundschaft in dem Sinne,
wie sie ewischen Emil Fischer und Duisberg bestanden hatte, nicht moqDie nachstehende Notiz, zu der ich mich nur scliwer entschlossen
lich sein konnte. Immerhin nennt aber Willsfutter i n einem Brief vom
habe, dient der Korrektur einiger Bemerkungen von Geh. R a t WiZZsfc%tter
21. 7. 1931 Duisberg seinen fruheren Freund, so daB ich Willstiitters Beiiber Carl Duisberg, die sich auf den Seiten 347 und 348 seines i m Verlag
merkung auf S. 347 nicht verstehen kann, daB Duisberg ihn nach Daeyers
Chemie erschienenen, nachgelassenen Werkes ,,Aus meinem Leben" wieund b'ischers Tod zu seinem Freund ,.ernannt" hatte.
dergegeben finden. Im Andenken a n Duisberg fiihle ich mich zu einer
Am meisten betroffen war ich aber yon dem angeblichen Zitat auf
offenen Stellungnahme verpflichtet. Auch habe ich das Enlpfinden daS. 348, zweitletzter Absatz, das Duisberg als einen ausgesprochenen Anm i t letzten Endes im Sinne von Willsfhtferzu handeln gemaB seiner Detisemiten hinstellt u n d folgendermaRen lautet:
vise: ,,Nur eines ist mir wichtig, die Wahrhaftigkeit und nicht die ErEnttauschend war Carl Duisbergs Verhalten. ,,Ich mull Ihnen
freulichkeit (S. 411 letzte Zeile). D a Willstulter nicht mehr lebt, liegt mir
mitteilen, daB das Ausscheiden eines Juden aus einer so wichtigen
daran, die Zuverlassigkeit meiner Darlegungen unter die Kontrolle seiner
Stellung in weiten Kreisen Deutschlands, rnit denen ich in Beriihrung
Schiiler zu stellen, denen er seine Lebenserinnerungen gewidmet h a t .
komme, die grbOte Freude und Befriedigung ausgelost hat".
Ich habe deshalb Herrn Prof. Dr. R. Kuhn zwei Photokopien der wesentlichsten Briefe, auf die ich Bezug nehme, rnit der Bitte iibersandt, je ein
Diese Worte sind f u r jeden, der Duisberg wirklich gekannt b a t , so
Exemplar Herrn Prof. Stoll, Basel, dem Herausgeber des Buches, zuging- abwegig, daB ich die gesamte Korrespondenz zwischen Willstutter und
Die personlichen Beziehungen Carl Duisbergs
zu Richard Willstatter nach dessen freiwilligem Rucktritt
von der Munchener Profesrur
Von Prof. Dr. H. H O R L E I N , Wupperlal-Elberfeld
3 64
Angew. Chem. I 62. Jahrg. 1950 I S r . 15
Duisberg vom Jahre 1924 a b in dem Willstutter von seiner Professur
zuriicktrat - Wort fur Wort durchgesehen habe, uni herauszufinden, in
welchem Zusammenhang dieser Satz erentuell geschrieben sein konnte,
der fur sich allein diesen iiblen Eindruck macht. Ich fand ihn nirgends.
D a Willstutter im AnschluD a n dieses Zitat ein Gesprach zwischen Dzcisberg und Snuerbruch ericiihnt, .Cur das er allerdings letzterem die Verantwortung iiberllBt, habe ich auch die Korrespondenz zwischen Sauerbruch
und Duisberg herangezogen und einen Briefwechsel vom 16. 7./11. 8. 1924
gefunden, der vielleicht, in ungenauer Erinnerung von Willstiitter AnlaD
zu dem unglucklichen Zitat gegeben hat. Fur alle Falle beweist aber diese
Stellungnahme r o n Duisberg, wie fremd ihm jeder Antisemitismus war.
Snuerbmchs Rrief an Duisbwg vom 16. Juli enthielt 11. a. den Satz:
,,Was sagen Sie zu Willstutter? Als anstandiger Mensch konnte Willsfiitfer nicht anders handeln". Darauf antwortete Duisberg, der schon
vorlier Willstiiller gegenuber seine Enttauschung uber dessen Rucktritt
zum Ausdruck gebracht hatte, am 11. August d a s Folgende:
,,Wie ich furchte, ist Willstutter uber meinen Brief wenig erfreut
gewesen. Das t u t mir leid, denn ich wollte ihm helfen und nur sein
und unser aller Bestes. Aher seine intuitive Handlnng der Niederlegung des Amtes habe ich nicht begriffen. Das mag gefiihlsmaDig
zutreffend gewesen sein, verstandesmaDig aber war es nicht richtig,
sondern falsch. Das Denken mit dem Herzen mussen wir Manner den
Frauen uberlassen, fur uns kommt in aller erster Linie der Verstand
in Betracht. Was h a t WillsthtteT denn jetzt erreicht ? Die antisemitischen Kreise der Hochschule und dariiber hinaus alle Antisemiten
freuen sich, daD sie diesen Vertreter der von ihnen gehaDten Rasse Ins
sind. Was h a t Willstiilter selbst, das Judentum und das von ihm rerfochtene Prinzip der Berufungsvorschlage van seinem Ruekzug ins
Privatleben? Nichts oder besser das Gegenteil, groBen Schaden. Das,
was ich a m meisten hedauere und was bei Willstutters Liebe zu seinem
Beruf und seiner Wissenschaft unbedingt vermieden werden inuDte:
Wir sind einen tiichtigen Lehrer, einen hervorragenden Forscher los!
Er h a t t e besser getan in der Kampffront zu bleiben und seinen Mann
zu stehen".
Die gute Absicht Duisbergs, Willstutler von einem, wie es ihm aus
ehrlichster Uberzeugung schien, verfehlten Schritt zuruckzuhalten, wurde
von Willstiitter offenbar als Eingriff in seine personliche Sphere betrachtet
und abgelehnt. Zur Entfremdung zwischen den beiden Mannern ist es
auf folgende Weise gekommen: Duisberg h a t t e nach Willstalters Ruclrtritt von seiner Professur den dringenden Wunsch, den ,,ersten Lehrer
und Forscher Deutschlands auf dem Gebiet der organischen Chemie"
der deutschen Wissenschaft zu erhalten. Als Vorsitzender des Verwaltungsrates des Kaiser-Wilhelm-Institutes fur Chemie in Dahlem h a t er
Willstutter den Vnrschlag gemacht, a n seine fruhere Arbeilsstatte in diesem Institut zuruckzukehren: ,,Ich zweiflo niclit, daB der gesamtc Ver~
waltungsrat freudig alles tun wird, was menschenmoglich ist, um Sie fur
das Kaiser-Wilhelm-Institut f u r Chemie zu gewinnen", heiDt es am
SchluW von Duisbergs Brief vom 10. Juli 1924. Willstutter lelinte diesen
Vorschlag wie alle .anderen ihm zu jener Zeit zugegangenen Berufungen
rundweg ab, wobei einer seiner Griinde der Hinweis auf seinen gesundheitlichen Zustand war. ,,Ubrigens habe ich an Freiheit fur meinen EntschluD dadurch wesentlich gewonnen, daD ich mich fur mein Amt nicht
mehr gesund genug und leistungsfahig genug iiihle", lautet dieser Passus
seines Antwortbriefes vom 11. Juli 1924. Zwei J a h r e spater, im Herbst
1926, war nun die Moglichkeit gegeben, Willstutter zum Direktor des
Kaiser-Wilhelm-Instituts f u r Chemie zu berufen, welche Mit,teilung
Dziisberg personlich Willstiller uberbrachte. Willsthtlers Reaktion war
eine bruske Ablehnung mit der Motivierung, daD er keine Lust hatte,
sich in eine Abhangigkeit zur I. G. und zu Duisbcrg zu begeben. Diese
verlet.zende Form der Absage und nicht die Bblehnung an sich war der
Grund, daB in der Folge praktisch jede Beziehung zwischen den beidcn
Mannern auih0rt.e.
Schon eingangs habe ich betont, daD es mir schwer gefallen ist, zu
den Lebenserinnerungen von Willskitter kritisch Stellung zu nchmen.
Aber mein Gewissen zwingt mich dazo, weil ich die Personlichkeit von
Duisberg nicht entstellt der Nachwelt uberliefert sehen mochte, wic es
in dieseni Bucli der Fall ist, das von Willstiitter in einenl Zustand starker
Verbitterung geschrieben wurde, wie aus seinem Brief vom 22. August
1940 a n Prof. Arthur Stoll hervorgeht (vgl. S. 428). Auf Willstiitters
Darstellung der Geschichte des Voluntals und Avertins auf den Seiten
328-330 seines Buches werde ich in einer pharmazeutischen Zeitschrift
gesondert zuruckkommen.
DaD meine personlichen Beziehungen zu Willstutter nicht der AnlaD
zu den vorstehenden Ausfuhrungen gewesen sind, ergibt sich wohl a m
besten aus seiuem Brief vom 23. November 1938 a n mich, den ich deshalb
im Wortlaut anfuge:
,,Hochgeehrter Herr Direktor Hdrlein! Es ist unvermeidlich gcworden, d a 5 ich auswandere, alles zurucklassend, wobei das Materielle
nicht das Wesentliehe ist. Mein Bevollm%chtigter, ein hervorragendcr
arischer Anwalt, bezeichnet meine Lage als sehr gefahrdet, dadurch,
daW ich eine schone Villa und anderen Resitz habe; die Aberkennung
der Reichsangehorigkeit werde in solehem Fall kaum zu vermeiden
sein.
Ich mochte nicht fort,gehen, ohne mich von Ihnen rnit meineni
aufrichtigen Danke fur die alte, fruchtbare Beziehung zu Ihrer Abteilung der I. G.-Farbenindustrie zu verabschieden.
Mit meinen verbindlichsten Empfehlungen
Ihr sehr ergebener
gez. Richard Willstutter".
[A 2821
Versammlunssberichte
Winterversammlung der Schweizerischen Chemischen
Gesellschaft
Basel, am 6. Marz 1960
R . S I G N E R , Bern : Fraktionierung von Arninosaurernischungen niit
Dialysierkolonnen.
Der kleine Trenneffekt, der bei der Dialyse molekulardispers geloster
Stoffe infolge verschiedener Dialysiergeschwindigkeit durch eine Cellophanmembran auftritt, la5t sich durch oftmalige Wiederholung des Einzelprozesses vergrooern und kann als
Grundlage einer praktischen Trennmethode fur groDere
Substanzmengen dienen. Bild 1 zeigt eine einzelne Dialysierzelle, wie sie in einer rnehrstufigen Apparatur verwendet wird. Fur den Trennungserfolg ist die Stromungsgeschwindigkeit der Losung (linke Zellhalfte) und des
Losungsmittels (rech te Zel!halfte) ausschlaggebend.
Am Beispiel der Trennung eines EiweiDhydrolysates
I
I
wird die Leistungsfahjgkeit einer 30-stufigen Dialysierapparatur gezeigt. Sehr leicht lassen sich die groDen Mengeu
Ammoniumchlorid abtrennen, welche durch Neutralisation
der zur Hydrolyse dienenden Salzsaure mit Ammoniak
in das Hydrolysat gelangen. Dagegen wird keine eindeutig scharfe Trenuung der Aminosauren in neutrale,
Bild t
saure und basische Komponenten erreicht.
[
,ii
erfolgt. Die Versuche sind sehr g u t reproduzierbar. Aus der Arrheniusschen Greichung laDt sich die Aktivierungsenergie zu E = 21 kcal berechnen. Verschiedene Zusatze zum Wasser verandern die Zersetzungsgeschwindigkeit i n charakteristischer Weise, So betragt die Halbwertszeit
(bei 7 0 ° ) z. B. in 1-m. NaCl110 min., in 1-m. H,SO, 26,2 min.,jn Acetatpuffer vom pH = 5 15,s min. gegenuber 29,9 min. in reinem Wasser. Bei
der Zersetzung in schwerem Wasser bildet sich reiner Wasserstoff. Ein
Austausch findet somit nicht s t a t t . Die heterogene Reaktion der Zersetzung von Kupferhydrid in Wasser scheint eine Kettenreaktion zu sein,
womit auch das Zeitgesetz I. Ordnung i m Einklang steht.
G. S C H W A R Z E N B A C H , Zurich: Metallkomplexbild~ung mil Poll/aminenl).
Die Un texsuchung von G l e i c h g e w i oh t s k o m p l e x e n erlaubt gewisse energetische Aussagen. Ammoniak bildet mit den meisten Metallen
typische Gleichgewichtskomplexe. Die Stabili t a t solcher Amminkomplexe
ist fur verschiedene Metalle sehr untersrhiedlich. Ammoniak laDt siFh in
Kornplexverbinduugen durch organische Amine vertreten. AuDer Athylendiamin H,N-CH,-CH2-NH, wurden zu den Gleichgewichtsstudien
heranpezogen :
Atigew. Cliem. / 62. Jahrg. 1950 / Nr. 15
H,N-CH2-CH,-NH-CH,-CHz-NH2
H,N-CH ,-CH-CH
,-NH,
I
NH,
Triamino-triathylainin
J. C. W A R F und W . F E I T R N E C H T , Bern: Uber Kupferhydrid,
insbes. die Kinelik der Zersstzung. (Vorgetr. von W . Failknecht).
Das schon mehr als 100 J a h r e bekannte Kupferhydiid IaDt. sich nur
durch Reduktion von Kupfersalzlosungen herstellen. Es adsorbiert sehr
stark Wasser und ist nicht ganz wasserfrei erltaltlich. Die Praparat.e enthalten stets auch etwas Kupfer. - Die Kupferatome i m Kupferhydrid bilden ein Gitter mit hexagonal dichtester Kugelpackung, hingegen 1aBt
sich die Lage der Wasserstoffatome rontgenographisch nicht lokalisieren.
An der Luft wird Kupferhydrid durch Oxydation zersetzt Z e r s e t z u n g unter Wasser bei 50° liefert groae Kupferkrystalle, die rontgenographjach untersucht wurden. Dei kinet,ische Verlauf des Zerfalles
in Wasser laDt sich durch Messen des entwickelten Wasscrstoffs einfach
verfolgen. Es zeigt sich dabei, daS die Zersetzung i m Temperaturbereich
von 30 his SOo nach einem Mechanismus fur eine Reaktion 1. Ordnung
Diathylen-triarnin
Triainino-propan
CH,-CH,-NH,
/
N-CH,CH,-NH,
'CH,--CH,-NH,
Triithyleu-tetramin
H,Y-CH,-CH,-NH-CH,-CH,-NH-CH,-NH,
Fur die scheinbaie Bildungskonstante K, die ein Ma0 fur die freie
Bindungsenergie darst,ellt, ergebeu sich fur verschiedene Metalle (M) rnit
Triamino-triathylamin (tren) die Werte:
K
I)
Mn
Fe
Co
Ni
5,s
8,6
12,8
14,6
=
lg-
[ Mt ren]
[MI P e n 1
Cu
18,8
Zn
Cd
Hg
Ag
14,6
12,3
27,3
7,s
Vgl. diese Ztschr. 6 2 , 218[1950].
365
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