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Die Pfianzenalkaloide. Von Dr. Richard Wolffenstein Berlin. Dritte verbesserte und vermehrte Auflage

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[
Neue Bticher
die gehalten wurden, gehbren einige dem Grenzgebiet zwischen Chemie
and Landwirtschaft an und werden bier im Auszuge wiedergegeben :
Prof. Dr. A. S c h e u n e r t : ,,uber die neuen lebensw:chtigen
Bestandteile der Nahrungs- upd Puttermittel (Vitamine) und ihre
Bedeutung flir die Landwirtschafy.
Bis vor wenigen Jahren nahm man an, daO ein Nahrungs- oder
Futtermittel, um vollkommen zu sein, nur Fette, Kohlehydrate, EiweiB
und Salze in richtiger Merige und Mischung enthalten miisse. Die
neuere Forschmg hat aber gezeigt, daB dem keineswegs so ist, daf3
vie'mebr aut%er den genannten Niihmtoffen in richt'gem Verhaltnis
und bestimmter Zusammensetzung noch andere Stoffe, die nicht zu ihnen
gehiiren, notwendig sind. Diese, die sogenannten Vitamine, sind chemisch noch unbekannter Natur und nur in tluf3erst geringer Menge
nbtig. Fehlen sie aber, so treten zum Tode fiibrende Kiankheiten
ein, die sogenannten Avitaminosen. Bisher unterscheidet man drei
Gruppen sulcher Vitamine, die man mit A, B und C bezeichnet.
A und B sind ftir das normale Wachstum jugendlicher lndividuen unbedingt notwendig. Fehlt A, so kann Wachstum nicht stattfinden,
und es tritt leicht, begiinstigt durch andere Umstande, Rachitis ein.
Auch besteht eine sehr herabgesetzte Widerstandsftihigkeit gegen
Infekfionskrankheiten, so daf3 die Sterblirhkeit sehr gro0 ist. Besonders haufig tritt eine infektibse Hornhautentziindung, die zur Erblindung fuhrt, Keratomalacie, auf. Fehlen von B bewirkt auBer Wachstumsstbrung juneer Tiere dds Auftreten einer mit schweren Sttirungen
und Krampfen auf Grund einer Schfidigung des Zellstoffwechsels einhergebenden Krankheit, die unter den Bewobnern i n tropischen Mndern
als Beriberi gefiirchtet ist. Fehlen von C bedingt Skorbut.
Von grtillter Bedeutung ist nun, daB der Tierkbrper nicht imstande ist, diese Vitamine selbst herzustellen. Dies vermrg nur die
Pflanze. In einer richtig zusammengesetzten abwechsltingsreichen
Kost oder Ration werden die Vitamine in geniigender Menge vorhanden sein. Da aber mauche Vegetabilien davon wenig oder das
eine oder andere Vitamin gar nicht enthalten und die Vitamine durch
gewisse Behandlungsweisen, wie Erhitzen, Kochen unter Luftzutritt,
Trocknen, Lagern, Auswaschen geschadigt oder vernichtet werden
kbnnen, so besteht bei jeder einseitigen Ernahrung und bei Bevorzugung technischer Produkte in der Ration die Gefahr eines Vitaminmangels. Z. B. sieht man im Kiimmern und Knochenerkrankungen
der Ferkel bei unzweckmifiiger Fiitterung mit tecbnischen Produkten,
dem geringeren WaChhtUm junger Tiere bei Trockenftitterung gegeniiber der Weide und anderem den EinfluB solchen Vitaminmangels. Von
ganz besonderer Wichtigkeit ist die Frage der Milcheneugung, weil
die Milch siimtliche drei Vitamine enthat und dem jugendlichen Tier
zufiihrt. Der Vitamingehalt der Milch kann durch unzweckmadige
Behandlung, Sterilisieren, Verdiinnen geschadigt werden. Er ist abbangig von der Fiitterung, also bei Griinfiitterung grb6er als bei
Trockenfutterung. Die Silagefrage gewinnt dadurch neue Bedeutung,
deun in der guten Griinfuttersilage sind die Vitamine noch enthalten.
Alle diebe Ergebnisse der neueren Forschung werden in Zukuuft
bei der Zusammenstellung der Rationen beriicksichtigt werden mussen
und manchen frtiheren Mi0erfolg erkjaren und vermeiden lehren.
Eine Hauptaufgabe wird es sein, vitaminreiche pflanzliche und tierische
ProduMe und eine vitaminreiche Milch zu produzieren, urn die Volksernahrung zu sichern.
In der D i i n g e r a b t e i l u n g berichtete Dr. N o l t e tiber die wichtigsten AI beiten der wissenschaftlichen Geschaftsstelle. In Feldversuchen wurden die wichtipsteu Tagesfragen der Diingung geprlift. Die
starke StickstoffdUngung zu Schmetterlingsbliitlern rrfiillte die darcruf
gesetzte Hoffnung leider nic ht, doch wurde beobachtet, daf3 der Hamstoff bei dieser Pflanzengruppe eine Sonderstellung eionimmt, indem
er die Wirkung der anderen Stickstoffdiinger wesentlirh iibertraf. Die
Wirkung der Stickstoffdiingung zu den anderen Kulturpflanzen war
durchweg sehr gut und lie6 die Bedeutung dieses Niihrstoffes fiir die
Hebung der Produktion deutlich erkennen. Die Wirkung der Phosphorcauredtingung war bei den Versucben des Vorjahres eine auffallend kraftige, und auch diese Beobachtung verdient weitere Kllrung.
Die Bearbeitung der Frage der Bodenaciditiit und Kalkdiingung wurde
in Angriff genommen und durch Veranstaltung einer Kalkumfrage eingeleitet. Die vielfach in Amerika empfohlene Diingung der Luzerne
rnit Schwefel brachte nicht die erwarteten Erfolge.
In der S c h w e i n e z u c h t a b t e i l u n g trug Geh. Medizinalrat Prof.
Dr. U h 1e n h u t , Marburg, vor : ,Die neuesten Forschungsergebnisse
und Bekamp tungsmafinahmenbei der Virusschweinepest' .
Die Bekampfung der Srhweinepest, die sich nach dem Kriege in
bedrohlicher Weise in Deutachland ausgebreitet hat und unsere
Sch weinezucht aufs bbchste geflihrdet, erfordert besonders auch im
Hinblick auf die Ernahrung unseres Volkes unsere gauze Aufmerksamkeit. Nach den neuesten Forschungen, die in Amerika und vor
allen Dingen auch in Deutschland vom Bericbterstatter und seinen
Mitarbeitern ausgefiihrt wurdeu, ist der Erreger dieser Krankheit nicht
der ursprunglich angeschuldigte Bacillus suipestifer, sondern ein auch
mit den besten Mikroskopen nicht sichtbares, die feinsten Poren von
Tonfiltern passiereodes lebendes Virus. Die Ansteckung findet hauptsIchlich bei der Nahrungsairfnahme statt durch mit Urin infiziertes
Futter, ferner durch kleine Hautrisse usw. Die Krankheit ist schon
im ersten Beginn ansteckend, noch bevor sichtbare Krankheitserscheinungen auftreten. Durch Ifberstehen der Krankheit werden die Tiere
gegen Neuansteckung geschiitzt. Das Serum von solchen Schweinen,
Zeitsebrllt fur
anieaandte Chemle
die d a m weiterhin durch steigende Dosen virusbaltigen Blutes hochimmunisiert sind, enthalt groRe Mengen von auf3erordentlich wirksamen
Schutzetoffen. In der Praxis kommt alles darauf an, fiiihzeitig genllgende Mengeu eines hochwertigen Serums anzuwenden, wlhrend
in Bestanden, in denen die Krankheit zu weit vorgeschritten iut, das
Serum keinen Erfolg hat.
G. S c h e u m a n n , Dt.-Lissa. ,Die Gewinnung von Eiweifi filr
Futterz wecke und die menschliche Ernahrung nach dem Pohlschen
Verfahren".
Das Po h I sche Verfahren bezweckt eine m6glichst resilone Verwertung der Lupine durch Gewinnung von reinem EiweiB und durch
Verarbeitung der dann verblcibenden Riickstande zu Futtermitteln. Das
Eiwei0 wird zunavhst zur Mischung mit Salzwasser aus der geschrotenen
Lupine herauagerogen. Die Fliissigkeit lauft daraut aus dem Muterbottich durch verschiedene Filter und ergibt durch Zugabe von kleinen
Mengen Sc hwefeldure und Natronlauge daa reine Eiwei0, welches
sirh in groden, festen Flocken niederschlrgt. Durch die Filterpresse
wird dieser EiweiBsntz zu einer Masse gepreBt, welche stark getrocknetem Weidkase tfiuwhend ahnlic h sieht. Durch eine einfarhe Behandlung ist das EiweiB schon in dieser Form gut versandflhig und
in der cbemischen und Nahrungsmittelindustiie sowie in der Kunsthornfabrikation mannigfach verwendbar, die Verdaulicbkeit im tieriscben
Kbrper fast vollkomnien. Einen erheblich hbberen Wert erhllt dm
Produkt jedoch, nactdem es durch Spaltung im Autoklaven und ein
Trocknungsverfahren wasserlbslich gemacht worden ist und als erstklassiges Material fiir den Aufstrich auf photographische Platten, in der
Appreturindustrie usw. verwendet wird. Die im Liiuterbottic*hzurtickgebliebeneu festen Bestandteile werden noch einer Waschung unterzogen, bind alsdann g u t entbittei t und werden irn Trouimeltrockner
getrocknet, wahrend welcher Prozedur sie zweckmaBig mit einem
kleineu Teil Melasse gemiscbt werden. Das so gewonnene Produkt
i b t ein gufes und relativ billiges Futtermittel, welches von der
Landwirtschaftskammer Breslau sehr giinstig beurteilt wurde.
Der S o n d e r a u s s ch u B f Ur S pi n n p f 1a n z e n verhandelte iiber die
Fortschritte der ZUrhtung von Leinsaat. Ferner wurden Berichte erstattet iiber Maschinen zum Zweck der Reinigung der Leinsaat und
der Flachsentsamung. Bwonders uwrde auf die Notwendigkeit der
Ausdehnung des Hanfbaues in Deutschland bingewie>enund beschlossen,
nach dieser Ric-htung hin besonders zu wcrben und den Hanfbau durch
den Bau von Maschinen zu fbrdern, welcbe dazu bestimmt sind, den
Hanf auf den Hbten der Erbauer selbd scbon zu entholzen und zu
entlauben.
A u s s c h u 0 d e r D i i n g e r a b t e i l u n g Prof. Dr. N e u b a u e r , Bonn,
Melt einen Vortrag fiber ,Laboratoriumsverfahren zur Bestimmung
der aus dem Boden fur die Pflanzen aufnehmbaren Mengen von
Phosphors&me und KaJP, der mit gespannt ester Aufmerksamkeit
verfolgt wurde. Man war allgemein der Ansicht, da0 es mit Hilfe
dieses Vedahrens gelingen werde, in verhiiltnismabig kuner Zeit das
Nahrstoffhedtirtnis der Bbden, insbesondere fiir mineralische Stoffe,
festzustellen und daraus Schlasse fiir die in der WirtschaR zu treffenden Diiogungsm&nahmen zu ziehen.
Neue Biicher.
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f
Die Pflanzenalkaloide. Von Dr. R i c h a r d Wolf f e n s t e i n , Berlin.
Dritte, verbesserte und vermehrte Auflage. Berlin 1922 bei Springer.
8 I Nach zwtilf Jahren eine neue Auflage dieses vortrefflichen Werkes
und somit die Gelegenheit, den reirhen Stoff zu sichten und darzustellen, der sich in dieser Zeit aufgehauft h a t Der Verfasser hat
seine Aufgabe vortrefflich grlbst und gibt rnit gro0er Klarheit uud
unter Hervorhebung des Wichtken Einblicke und herblicke. Der
erste Teil behandelt die ktinstlichen Alkaloide, die sich von Pyridin
und Cbinolin ableiten. Neu dazu gekommen ist ein Kapitel iiber Pyrrol
und Pyrrolidin. Es folgen im zweiten, grM3eren Teil die natiirlichen
Alkaloide mit einem SchluBkapitel iiber ,,vegetabilische Basen" ; so
nennt der Verfasser Derivate von Aminosauren, wie Asparagin, ferner
Betaiu und andere, zum Teil ptrysiologisch nicht wirksame Verbindungen. Es ist selbstverstlndlich, da0 in diesem Rahmen die
Forschungsergebnisse mitgeteilt werden, die sich auf neuere Konstitutionsbeweise beziehen und die Alkaloide teils als Derivate von
Pyridin, Pyrrol, Purin, Imidazol und Indol ersrheinen lassen, teils,
wie beim Morphin, andere und neuartige Ringsysteme zeigen. Uber
dieses rein strukturchemische Prinzip binaus aber belebt Wolf f e n s t e i n die Darstellung bei jeder Alkaloidgruppe einleitend durch eine
historisrhe Obersicbt und am Scblu0 durch ein besonderes p h a r m a k o l o g i s c h e s Kapitel. Hier war der leider verstorbene J o h a n n e s
B i b e r f e l d sein Mitarbeiter. Es ist ein gliicklicher und fruchtbarer
Gedanke, den Beziehungen zwischen Chemie uod Medizin auf dem
Alkaloidgebiet nachzugehen und aus der Unsumme von Einzelarbeiten
die wichtigsten kritisch zu verwerten. Das lnteresse der Chemiker
au diesen Dingen ist ein groBes, und die bisher dariiber erschienene
zusammenfasseode Iiteratur bedarf dringend des Aubbaues. Das vorliepende Werk fiihrt dazu, die Zusammenhange zwischen pbarmakologischer Wirkulrg und rhemischer Konstitution durchzudenken, und
hoffentlich sieht sich der Verfasser veranlaBt, bei der nlchsten Auflage dieses Grenzgebiet, bei einzelnen Alkaloidderivaten rnit EinschlnB
58. Jahrgaiig 1923
199
Neue Biicher
der Chemotherapie, noch weiter auezubauen. Das aufgezeicbnete Bucl
wild sirher zu seinen alten Freunden viele neue hinzuwerben, da el
fur Lebrer und Lernende, ftir Chcmiker und thtmibch denkendc
Mediziner gleichermaBen anregend geschrieben ist.
A. Binz. [BB. 311.1
Taten der Technik. E i n B u c h u n s e r e r Z e i t . H. G i i n t h e r . (Rasche!
& Cie., Zurich und Leipzig 19'23).
Von diesem Werke liegt Bd. I mit 328 S. Text, 227 Abbildungen
10 Farbentafeln und 20 Portrats nunmehr abgeschlossen vor. SeiI
Zweck i d , laut Vorrede, Schilderung besonders hervorragender t e h
nisvher Leistungen der Neuzeit in allgemein verstlrldlichen, von Sach,
kennern ahpefildten Einieldar~tellungen; diesen erreicht es in jedei
Weise, bietet dadurch der groden Mehnahl der Leser etwas in seine]
Art sicherlich panz Neues und tragt durch die Schilderungen dei
verscbiedt nen Mitaibriler sowie dureh die Fiille schiher, ja prlch.
tiper Bilder. ehensorehr zu ihrer Relehrung bei, wie zu ihrer Unter
haltung. Die 15 Kapitel des Bandes haben folgenden Inhalt: Kultui
der Technik; Alpenhahnen; Eisenwalzwerk; Astronomisvhe Instrumente
Taucherei; Sonnenkraftwerk; Siellwerke; Der Kreisel in der Technik
Hot%hlu.er und Wolkenkratzer; Telegraphischer Schnellverkehr; Metall,
fadenl; mpen; Leuchtfener; Der Schall im Dienste der Schiffahtt; Hei6
dampflohomotive; Bewasserung der Wusten. Wie man sieht, wird vielez
und mannigfaltiges geboten, darunter so mmcbes, wovon der Iaif
bisher kaum niebr als den Namen kannte; als einziger Hinweis g e
tiiigt der auf den KreiselkompaB im Abschnitt 8, den wohl kein Fern.
strbender ohne das g BDle lnteresse lesen wird. Es ist zu wiinschen
daB das Buch recbt allgemeine Verbreitung finde, und daS Bd. I1 dem
vorliegenden m6glichbt bald nachfolge.
Edmund 0.von Lippmann. [BB. 9.1
Vorlesungen fiber die Geschirhte der Chtmie. Von R i c h a r d M e y e r .
467 Seiten. Akadem. Verlagsgesellsch. m. b. H., Leipzig 1922.
Dem Andenken seines Rruders V i k t o r M e y e r , dem er durch
seine mit liehevollem Verbtlndnis gcschriebene Biographie bereits ein
schtines Denkmal gesetzt hat, widmet der Velfasser dieses Buch. Es
ist hervorgegangen aus den a n der Technischen Hochschule in Braunschweig pehaltenen Vorlesungen iiber Geschichte der Chemie und trilgi
auf dem Titelblatt als Motto eine briefliche AuBerung E m i l F i s c h e r s
des Inhalis, dafi die Witsenschaft nichts Ahstraktes, sondern in ihrem
Werdet ang mit der Eigenart und dem Schicksal der einzelnen Forscher
eng verkntipft ist.
Demenisprechend tritt in der Daistellung das Personliche stark
hervor, aus naheliegenden Grtinden allerdings - mit wenigen Ausnahnien - nur bei Besprechung derjenigen Chemiker, die der Vergangenheit angehbren. Aber daB die Schildetung nicbt etwa' in eine
einfache Aneinanderreihung biographischer Mitteilungen ausarte, davor
bewahrt den Verfasser schon der Umsiand, daf3 er jahnehntelang
nicht nur selbst mitsrhaffend an der Entwicklung der Chemie teilgenommen, sondern auch den groaten Teil dieser Zeit in seinem , , J a b
buch der Chemie" regelmaoig iiber die Fortscbritte auf den einzelnen
Gebielen der chemischen Wissenschaft Berichi erstattet hat. Somit
ist ein erheblicher Teil dessen, was jetzt der Geschichte der neueren
Chemie anpehiirt, ftir den Verfasser lebendige Gegenwart gewesen, und
er konnte hier aus dem Vollen schopfen.
Auch die Entwicklung der chemischen Industrie in den letzien
hundert Jdhren wird in groBen Umrissen geschildert und zum SchluS
eine kurze Gewbichie der chemischen Hilfpmittel der Chemie gegeben.
Ausfiihrliche Namen- und Sachregister erleichtern dem Leser die BeLockemann. [BB. 133.1
nutzung des Buches sehr.
Radioaktivitiit nnd die neueste Entwicklung der Lehre von den
chemisehen Elementen. Von K. F a j a n s . Sammlung Vieweg,
Heft 45, 1V. Aufl. Braunschweig 1922.
Die IV. Auflage der bekannten und beliebten Schrift von K. F a j a n s
iiber die Beziehungen der Radiumforschung zur Lehre von den
chemiwhen Elementen weist verhlllnism2i!3ig starke Anderungen gegeniiber den vorhergehenden auf. Die Kapitel iiber die Elementzertrtimmet ung, iiber den Nachweis von Isotopen bei gewOhnlichen Elemenlen und iiber die partielie Trennung der Isotope sind entsprechend
den neuen experimentellen Arbeitrn von R u t h e r f o r d , A s t o n , und
B r i i n s t e d und H e v e s y erweitert. Von theoretischen Arbeiten findet
besonders eingehende Besprechung der ,,Instabililatssatz"; mit diesem
Namen bezeichnet der Aulor die von H a r k i n s und besonders
L i s e M e i t n e r begonnenen und von ihm selbst forlgefiihrlen oberlegungen betreffs der Kernstruktur der radioaktiven und stabilen
Atome. Es tei darauf hingewiesen, daB sich in den Formeln auf
Seite93 und 94 einzelne Fehler finden, die der Leser aber unter
Heriicksicbtigung des richtigen Atomgewichts der betreffenden Elemente
leicht selber korrigieren ksnn. Gekiirzt ist das Kapitel iiber die
FBllungsl eaktionen der Radioelemente und fast ganz w~ggebliebenist der
Abschnitt ,,Revision des Begriffs des chemischen Elementes". Das
Fortlassen der El Merungen iiber die Elementdefinition diirfte wohl
allgemeine Zustimmung finden, seit durch die Stellungnahme der
deutschen Atomgewichbkommission klar geworden ist, daB die Mchrzahl der Fachgenossen es fur zweckmlfiig halt, Isotope als Arten
desselben chemischen Elements zu betrachten. - Es erscheint iiberfliissig, bei dieser IV. Auflage noch besonders zu betonen, dab der
Chemiker in diesem Biichlein die ihn hauptslchlich interessierenden
Ergebnisse der Radiumforschung nicht nur in wissenschaftlich exakter,
sondern gleichzeitig i n sehr angenehm lesbarer Form vorlindet.
Fritz Paneth. [BB. 129.1
Einsteins Relativitlitstheorie, Versueh einer volkstfimliehen Zusammenfassung. Von Dr. F. B a r n e w i t z . 4. veibesserteAuf1. 11.- 13. Taus.
Roatock 1922. Verlag B. G. Leopold.
Der Verfasser unternimmt den ,,Versuch einer volksliimlichen Zusammenfassung" der Einsteinschen Relativitiitstheorie. Man kann dies
nur als einen Versuch am untauglichen Objekt bezeichnen; denn einem
Laien kann man von einem der schwierigsten Kapitel der Pbysik in
12 Seiten ohne irgendwelche Vorausselzungen nur eine oberfltrchliche
und daher vollkommen wertlose Zusammenstellung gehen. Das
Schlimmste aber ist, daB der Verfasser selbst dem scbwierigen Etoff
vollkommen dilettantenhaft gegeniiberstebt und die physikalischen
Grundbegritfe durcbeinanderbringt, so z. B.: ,,Wirken auf einen KBrper
in gleit*hrr Richtung zwei KrZifte ein, so ist die G e s c h w i n d i g k e i t
des K6rpers nicht die S u m m e a u s d e n b e i d e n K r l l t e n , sondern
etwas geringer." Einstein, der dem Verfasser - wie er im Vorwort
rlihmt - mebrere Unterredungen gewiihrt haben soll, wird wenig
erbaut iiber diesen Jiinger sein.- Man kann sich nur wundern, daS
Laien den Mut finden, tiber diesen schwierigrn Stoff Abhandlungen
zu schreiben und muB bedauern, daB solche Heftchen schon in 4. ,,verbesserter" Auflage (11.- 13. Tausend) erscheinen und die feinsten
physikalischen Theorien verballhornisieren und zu einem Gerpriicbsstoff
Dr. jaecke/. IBB. 91.1
fiir Halbgebildete machen helfen.
Messung groBer Gasmengen. Anleitung zur praktischen Ermitllung
groBer Mengen von Gas- und Luftstr6mm in technischen Betrieben.
Von L. L i t i n s k y , XV und 274 S. 138 Abb. und 13 Schaubilder.
Leipzig 1922, Otto Spamer. (Aus der Sammlung: Chemische Technologle in Einzeldarstellungen. Abteilung Allgemeine chemische Technologie. Herausgcg. von A. Binz.)
Der Verfasser dieses umfangreichen Spezialwerkes tiber das in
seinem Titel ausgesprochene technische Problem, das in verschiedener
Hinsicht zu den wichtigeien der Jetztzeit gehort, hat sich damit die
Aufgabe gestellt, ein Nachsrhlsgewerk fiir die Praxis zu schaffen. Sieht
man dabei das Wesentliche darin, daB slmtlirhe wichtigeren vorkommenden Methoden zu Worte kommen, ihi e hauptsacblichen technischen Typen aufrefiihrt und beschrieben werden, so ist diese Aufpabe als geltist zu bezeichnen. Ein Verzeichnis der verschiedenen
Abteilungen zeigt dies bereits: Einige Eigenschaften der Gase; das
spezifische Gewicht der Gase; Druckmessung und DruckmeBinslrumente;
volumetrische Bestimmung von Gasmengen; Gasmenaenermiitlung
durch Geschwindigkeilsmessung; Registrierende G a m e 8 pparate; Gasmengenermitilung mittels DurchlluBwidersttiriden ; Chemibcb- calorische
Gasmengenermittlung; Verschiedene Methoden (bewwliche Widerstlnde, Proportional- oder Pat tialgasmessung, Fltigelrad Gasmesser
,,Rotary" usw.). Auch hat der Verfasser es a n vielen Stellen sich
angelegen sein lassen, eine fiir die Bedtirfnisse der Praxis besonders
wichtige vergleichende Wertung der verschiedenen Methoden aufzustellen. Hierin und in der Vollstlndigkeit ist unbedingt Anerkennung
zu zollen. Jedoch halten wir uns fiir verpflichtet, auch auf eine
gewisse Schwache der Darstellung hinzuweisen. Ich glaube, der
Verfasser hat sie selbst gefiihlt, wenn er im Vorwort sagt, daB theoretische Ausftihrungen nur insofern Platz gefunden haben, als zum
Verstlndnis der einen oder anderen MeBart notwendig erschien, und
er im iibrigen auf Spezialliteralur hinweLt. Einverstirnden ! Trotzdem
wird mancber Leser an verschiedenen Stellen dieses Verstlndnis, auch
bei sorgflltiger Lektiire, sofern er es nicht schon hat, kaum sich erwerben kiinnen. Nicbt als ob zu wenig Tbeorie da wBre, sondern wie
sie gegeben ist, ist der Grund hierfiir. Es fehlt bier a n der organischen
Verarbeitung all des vielen, a n und fiir sich Richtigen, was aus der
Literatur zusammengetragen und nebeneinander gestellt i d . Am ruffiilligsten war mir dies im Abschnitt iiber Mengenermittlung durch
;eschwindigkeiismfssung. Das Verstlndnis steht und flllt hier mit
ler Energiegleichung fur eine strbmende Fliissigkeit (oder Gas), der
B e r n o u l l i s c h e n Gleichung, die i n klarer und eindrucksvoller Weise
an die Spitze zu stellen ware. Statt dessen findet man a n zahlreichen
Stellen des Buches, bei jedem etwas verlnderten Apparat immer
wieder, die Definition des Slaudrucks teils in der Gleichen, teils in anderer
7orm (S. 40,112,116,120), obne daf3 es dabei klar wiire, daS es sich imnler
wieder um das gleiche handelt. an einer Stelle z. B. durch den andern
Vamen ,,Stauiiberpressung' verschleiert. Gerade in Anbetracht dessen,
laB vorwiegend der tecbnische C h e m i k e r es sein wird, der sich
iber diese ihm ferner liegenden Dinge hier Rat holen wird, ist dieser
'unkt von groBer Wichtigkeit. Wenn in diesem Sinne das Buch einer
wganischen tbeoretischen Durchdringung unterworfen wiirde, so warc
ein Nutzen sicher noch vie1 grober, als er es auch heutc schon in
rielem sein kann.
L. S&i//er. [BB. 65.1
-
dsnngrrpliien aus dem Gebiete der Fett-Chemie. Herausgegeben von
Professor Dr. K. H. B a u e r , Stuttgart. Band I: D i e L o s u n g s m i t t e l d e r F e t t e , Ule. W a c h s e u n d H a r z e . Von Dr.
H. W o 1f f, Berlin. Stuttgart 1922. Wissenschnftliche Verlagsgesellschaft m. b. h. Stuttgart.
Die Absicht des Herausgebers, in Form von Monographien Einzel:ebiete der Fett-Chemie zu behandeln, urn nuf diese Weise weitesten
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