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Die physikalisch-technische Untersuchung keramischer Kaoline. Von Dr. Johannes Stark

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87. Jahrgang 1924
.....
1
Neue BUcher
Der vorliegende Band behandelt in 363 Paragraphen:
Z u s t I n d e.
I. Molekulare MittelwertszustInde.
A. Die allgemeinen Gesetze der Zustlnde.
R. Molekulnrtheorie der Zustiinde.
11. Chemisehe Gleichgewicbtszusthde.
A. Der 11. Hauptsatz der Tbermodynamik.
B. Der 111. Hnuptsatz der Ttermodynamik.
Mit Ge srbick wird an geeigneten Stellen das notwendigste mathematische RIlstzeug dargebotm, so dab dcr Theorie unmittelbar die
Anwendung folgt, und die Vielen lange Zeit nichts sagende mathematische Relation sofort etnen Inhalt bekommt. Damit soll allerdings
nicht gesagt sein, dni3 ich ftir den lungen Physiko-Chemiker das
Studiuin von ,,Nernst und SchOnfliess' zur Erweiteruog der mathematischen Kenntnisse ftir tiber:lUssig halte.
Ferner sind an zweckmlBigrn Stellen - nachdem die theoretischen Grundlapen gegehen sind oder zur Veranschaulichung der
Theorie - noch fehlenae Abschnitte aus den Gebieten der anorgani+chen, analytiuchen, darstrllenden und technischen Chemie einpeflochten. (Gasandyse, Edrlpase, Seltene Erden. Meiallogrrphie,
Silic-atchemie. Membranfilter, technische Gasgleivhgewichte u. dgl. nt.)
Hervorheben m6chte irh, weil in] Rahmen eines deraitigen Lehrburhes sonst nicht so alisftihrlich behandelt. die filr die chemi-che
Allgemeinbildiing doch heute so wichtigen Ab-rhnitte iiber Kristalle
unter I, A, Kolloidchemie unter I, B, Silik~tchrmieunter 11, A. Zum
Siudium der heiden letztgenannten, leider oft, so stiefmtittellich behandrlten Gebiete, durfte der ausftihrliche fJberblirk, den T r a u t z
piht, nur anrepen. Wie iiberbaupt das ganze Werk anregt und zu kritischem selhstlndigen Denken und Forschen erzieht.
Fiir sehr weitvoll halte irh es, daS zur rechten Zeit darauf hingewiesen wird, wic? unzureichend fur manche Fiille noch unsere
mathematischen Hilfsntittel nind, und daD man anderseits sich vor
zu kUhnen Kunsfgriffen huten soll. So erzieht T r a u t z . indem e r
die heutigen .Grenzen zeigt. zu wissenschaftlicher Rescheidenheit.
Erstaunlich ist die Fiille von Hrziehungen, die T r a u t z bei der
Meisierung des Stoffes, der sorst oft so abstrakt erscheint, zu Vorglngen in der Natur wie der Trchnik ankntipft. Der Cherniker erfIbrt
da Dinge. die ihm sonst iiur in einem hol.hanregenden, lebendigen
Kolleg geboten werden. Die Literatur ist bis zur allerneuesten zur
Rearbeitung der ,Zustdnde" benutzt.
Stilisti-che Wilikflr und Hlrtrn, die sporadisch auftreten, diirften
bei einer Neuauflage leicht auszumerzen sein. Sachlich ist sehr wenig
b n dern Band auszusetzen.
Erkliirunyen von Begriffen und Tachausdrtirken k h n t e n 7ur Erleichterung des Studiums bereits bpi deren
erstmaliuem Aurtreten grgr ben werden (adiab atisch, Entropie!)
Diese Hinweise wohlmeinender Kritik beeinirachtigm den Wert
des gut ausgeatatteten Hiiches nicht im mindesten. Moge das We1 k
die ihm zukommende Verhreitung finden: den Lerern zum Nutzen,
Beyersdorfer. [BB. 28.)
dem Verfasser zur Anerkennung.
Anleitung llir d a s Praktikum in der Matianalyse und zu den m a C
analytiechen Bestimmungen des deutmhen Arzneiburhs V. Von
Dr. R. W e i n l a n d , 0. Prof. a n der UniversitM Hiirrburg. Vierte,
neu hearbeitete Auflage. Mit 3 Abbildungen. 1923, Verlag Ferdinand
Geh. G.-M. 6,10, geb. G-U. 6,tiO
Enke. Stut,gart. gr.8". 192 S.
D e neue Auflage des erstmalig 1906, zulelzt in dritter Auflage
1912 erschienenen Werkes ist durch zahlrciche Anderunpen und Zus#ize auf Grund der in der Zwiwhenzeit erfolgten Fcatschritte auf
diesem analytiwhen Gebiete wesentlich erweitert worden, wenn auch
aus raumlivhen GrUnden zum Teil nur in Form kurzer Hinweise. Das
Burh ist iiher seinen urspriinglichen Rlhmen - Fiibrer im I'raktikum
unter Leitung des Assistenten - erheblich hinausvewachsen zu einem
Nal4ischlagrbuch fiir alle, die sich praktisch mit niaBanalytischen
Bestimmungen, insbesondere solchen von pharmazeutiarhm und
galenischen Prtlparaten und namentlich auch von Drogen beschlftigen.
Zernik. [BU. 68.1
Phy&dogisclie Chemie. Erster Teil. Von Dr. med. F. .4. L e g B h n ,
Berlin. Mit zwei Tafeln. Dritle, m u bearbeitete Auflage. Siutimlung Goschen Nr. 240. 128 Seiten. Walter de Gruyier & C o ,
G.-M. 1,l
Berlin W 10 und Leipzig, 1926.
Das Eandchen behandelt Nahrungsmittel, Verdauung, Blut und
Lymphe in knapper und leichtverstandlicher Darstellung. Gerade bei
dicsen kleinen Werkchen, die sich weiter Verbreitung erfreuen und
von Studierenden gern als Repetitorien verwandt werden, ist unbcdingt zu verlangen, daS das Wenige, was geboten werden kann, auch
kilsachlich der neuesten Forschuug entspricht und jeder Kritik standhiilt. Deslialb ist es zu begriiRen, daB der Autor sich bemiiht hat, die
neuesten Forschungsergebnisse zu beriicksichtigen; deshalb miissen
aber selbst Kleinigkeiten, wenn sie miaverstandlich sind, entfernt
werden. Z. B. sei auf folgendes hingewiesen: Resorbierte Aminosluren finden sich im Dlut nicht nur spurweise, Zellulose wird itur
irn ersten Vormngen dcr Wiederkiiuer und in den Enddarnien der
Herbi- und Omnivoren vergoren, im Mngen und Diinndnrm aber nicht
geliist. Die Chymosinwirkung, bei der Paracnsein entsteht, ist scharf
yon dcr Ausfallung des Caseins durch Sal7,saure zu trennen. Trypsin
is1 von C o r v i s a r t , nicht von K i i h n e entdcckt worden. Da5
Uiichlein gibt im iibrigen einen trefflichen Uberblick iiber dns be.
handclte Gebiet und wird sicher die Freundeszahl der G 6 s c 11 e n .
schen S m m l u n g vergroBern.
Scheunert. 1B t3. 7 4.1
39
Technik und Praxis der Papierfabrikatinn. Vollstllndiges Lehr- und
Handbucb der gesamten Zellstoftabrikation. Herausgegeben von
Piof. Dr.-Ing. H e u s e r , Darmsladt. Band 11. D i e F a b r i k a t i o n d e s
Z e l l s t o f f e s a u s H o l z . Sulfitzelktoff. Von R i c h a r d D i e c k m a n n ,
Fabrikdirektor. Otto Elmer, Verlagsgesellschaft m. b. H., Berlin S 42.
G-M. 25
Der vorliegende zweite Band des Handhuches ist gewidinet dem
Sondergebiet der Sulfitzellstoffabrikation. Nach einer kurzen, aber
alles Wesentliche enthaltenden geschichtlichen Einleitung hehandelt
der Veifasser die Gewinnung, Reinigung und Eigenscbatten des filr
eine Zellstoffabrikation besonders wichtigen Fabrikationswausers, er
beschreiht dann die Eigenschaften des Holzes und seine Herrichtung
ftir die Kocliung, die Bereitung der Kocbflll4rkeit, den Koc*hprozeB
und die AufschlieDung (Zerfaserung) der gekochten Holzhal.kspTne,
das Bleichen des Zellstoffrs, die Fasergewinnung aus den Hbwassern
und die Ablaugenverwertung. Den Scblui3 bildet eine h e r s i c b t uher
die wichtigsteti Untersurhungsmethoden flir Rohstoffe, Halhfahrikate
und Erzeugnisse der Fabrikalion. Nachtriipe zum dritlen Kapitel
(Behandlung des Holres) und zum vierten Kapitel (Herstellung der
Suifitlaupe) sind angesc:hlossen.
I n diesem Werk werden sowohl die chemischen wie die maschinellen Seiten der Sultitzellstoffabrikatton eingehend an Hand von
zahlreichen Skizzen, schematischen Zeichnungeo, Abhildungen nach
Photographien usw. beschrietien. Der Autor verfugt Uber reicbe
Fabrikationserfahrungen; er ist aber auch in der Fiichliteratiir gut
bewandert. Mit Erfolg ist e r bestrebt, einen mtiglichut vollsthdigen
Uherblick Uher alle z ichtigen Einzelheiten d r r gewaltigcn Sultitzellstoffindustrie zu geben. Das Werk liest sich letcht troiz knitpper
Darstellung des Uberreichen Stofles. Die Literatur, insbesondere die
inliirtdisc-he, ilber dieses Sonderyebiet ist nivht geratle reich a n
neuzeitlichen Schilderungen. Fur jeden Fachmanii, aber a w h fiir den
Lernenden wird das Ruch eine Quelle der belehrung sein; es kann
angelegentlichst empfohlen werden.
Schwalbe. l H i t 76.1
Die indiistrielle Heizung. Zur Einfiihrung in das Studium der Metallurgie von H e n r y L e C h a t e 1 i e r. Autorisierte deutsche
Ubersetzung nach der 2. Originalnusgabe von Dr. 15. F i o k e l s t e i n . 418 S. mil 96 Figuren und Abb. im Test. Leipzig 1922.
Akadeniische Verlagsgesellschaft m. b. H.
Mit der dcutschen Ausgabe des den Fachleuten sclion ranger beltannten 13uchcs des franzosischen l'hysikochemikers ,,Die industrielle Heizung" wird dcm deutschen Buchermarkt ein Duch zugetiihrt, dessen Resonderheit uns fehlte. Die deutsclie Literatur auf
diesem Gebicte beriicksichtigt einseitig die Ingenieurseite und behandelt nicht geniigend die physikalisch-chemischen Grundlagen. Ilas
vorliegende Buch ist gerade dadurcli ausgezeichnet, daB es diese
Grundlagen gibt. Es wird so Gelegenheit geben, diese Kennlnisso
in weiteren Kreisen zu verbreiten und vor allem auch den Chemiker
veranlassen, sich mit einem fur das industrielle Schaffen so uberdus
wichtigen Gebiete wieder mehr zu beschaftigen, als es in den letzteii
Jahrzehnten geschah. Dem Buche ist deshalb auch in deulscheii
Chemikerkreisen die weiteste Verbreitung zu wiinschen.
Keppeler. [BR. 47.1
Die Glasindustrie in Jena, ein Werk von S c h o t t und A b b e. Entstehung und Entwicklung in den erslen funfundzwanzig Jahren. Geschildert von E b e r h a r d Z s c h i m m e r. Mit Tafeln und Zeichnungen von Erich Kuithan. Jena 1923. Verlag Volksbuchhandlung G. m. b. H.
Die vorliegendeNeuauflage ist ein nahezu unveranderter Abdruck
der ersten, 1909 an1ll)lich des fiinfundzwanzigjiihrigen Bestehens des
Jenaer Glnswerks S c h o t t u n d G e n o s s e n erschienenen Schrift.
Ihre Dedeutung ist weit griifler, als sie dem Anla5 seines ersten
Erscheinens entsprache. Sie ist eine vortreffliche Einfiihrung in die
wissenscliaftliche Behandlung der Glastechnik, in ein Gebiet, auf
dem ja das S c h o t t sche Werk bahnbrechend vorangegangen ist.
Der lebendige und klare Stil Z s c h i m m e r s , vereint mit den
vortrefflichen, das technisch Wesentliche heraushebenden Skizzen und
Bildern des verstorbenen E r i c h K u i t h a n erfreut diejenigen, die
schon die erste Auflage kannten, erneut und wird auch der jiingeren
GenerafXn ein sicherer Fiihrer sein, um sich in dieses wichtige Spezialgebiet der chemischen Technologie einzunrbeiten.
Keppeler. [BB. 80.1
Die physikalisch-technische Untersuchung keramischer Kaoline. Von
Dr. J o h a n n e s S t a r k . Vcrlag von Johann Ambrosius Barth,
Leipzig.
Der Verfasser ist der bekannte Physiker und Nobelpreistriger
aus Wiirzburg, der sich mit dieser Arbeit erstmalig auf keramischem
Gebiet betatigt.
Durch seine physikalische Einstellung betrachtet er die Kaoline
im wesentlichen nur von der physikalischen Seite, und dn die Arbeiten, die auf diesem Gebiet bereits vorhanden sind, anscheinend
nicht beriicksichtigt wurden, ergeben sich manche Widerspriiche und
Unstimmigkeiten. Nichtsdestoweniger ist das Werk als ein sehr
intercssanter Beitrag zu wiirdigen und geeignet, dem Kernmiker und
dem wisscnschaftlichen Versuclislechniker wertvolle Anregungen zu
geben.
Dcr Verfasser geht davon aus, dnS bestimmend bei den Kaolinen
die KorngroSe ist. Da es nun prnktisch keinen Weg gibt, um die
KorngroBe sanitlicher Einzelbestandteile ihrer Grolhnordnung und
ihrem quantitativen Anteil nach festzulegen, scliafft de r Verfasser
den Begriff der mittleren KorngrBDe. Zu deren Hestimniung verflhrt
er folgendermaBen:
Auf die Oberflache einer wasserigen Zuckerlosung, die sich i n
eineni zylindrischen Standgefafi befindet, wird eine verdiinnte Aufschlammung des zu untersuchenden Kaolins in geeigneter Weise aufgeschichtet. Nach einer gewissen Zeit ist, infolge d er verschiedenen
KorngroBe und d e r damit im Zusammenhang stehenden verschiedciien
Fallgeschwindigkeit, der Kaolin i n zwei Teile zerlegt, einen Teil,
desscn Korner die Fallstrecke in d er Zuckerlosung schon zuriickgelegt haben, und cinen anderen Teil, dessen Partikel den zur Verfiigung stehenden Rauni noch nicht durchfallen habcn. Diese Versuche werden rnit demselben Kaolin bei verschiedenen Versuchszeiten durchgefiihrl und ergeben die sogenannte niittlere KorngroDe.
Zu dieser gcwissermafien rechnerisch ermittelten Zahl m u D offen
gesagt werden, dnO sie kein ausreichendes Kriteriuni darstellt, (la sie
LII gleicher Grouenordnung sich aus ganz verschiedencn Misc.hungen
ergcben kaiin, beispielsweise bcim Vorhmdensein extrem groBer und
extrem kleiner Teilehen genau so ausfallen wird, wie beim Vorhandenscin von nur mittleren Korngrofien.
Von physikalisch-technischen Eigenschaften der Kaoline priift
S t a r k unter anderm die \Irasserdampfaufnahme, Ansaugegesc.hwindigkeit, Trockengeschwindigkcit, Bruchfestigkeit uiid Bildsamkeit.
Nicht ohne Kritilc kann an d er Restimrnung der Hildsanikeit voriibergegangen werden, weil diese zu praktisch unnioglichen
Ergebnissen fiihrt. Zum Beispiel weist d er Schnnittenbacher Kaolin
bei gewissem Wnssergehalt dieselbe Hildsamkeit auf wie der wegen
seiner hohen Plastizitiit so geschatzte Zetllitzer Kaolin.
Die Versuche iiber das Vcrhalten von K;iolin beini Brennen beriicksichtigen die thermische Zersetzung der Tonsubstanz, das Verhalten von Feldspat und Quarz, erwlhnenswert sind ferner Zusanimenstellungen iiber das therrnische Verhalten von Kaolin, Kaolin untl
Feldspat, Kaolin u n d Quarz und schliei3lich Kaolin, Feldspat und
Quarz.
1)as Werk gipfelt d:irin. dafi durch Mischung gewisser deutscher
Kaoline, deren Namen und Eigenschaften aufgefuhrt sind, ein Kaolingemisrh zu erhalten sei, welches in chemisch-physikalischer Ilinsicht
dem Zettlitzer Kaolin sehr nahe, wenn nicht gleichkonimt. Auch
hierbei scheint die keramische Seite nicht geniigend initbeachtet zu
sein.
Hirsch. [BE. 272.1
Personal- u n d H o c h s c h u l n a c h r i c h t c r n .
Geh. Rat Prof. Dr. H. B u n t e , Karlsruhe, beging am 26. 12. 19'3
seinen 75. Geburtstag.
I-rof. Dr. G . I). L i we i n g , Cambridge, feierle am 21. 12. lY23
seinen 96. Geburtsag.
Lr. F. D u 1) r 15, Prof. d er Technischen Chemie am FriedrichPolytechnikum, Cothen, feierte vor kurzem sein 25jlhriges Dienstjubilaum a n diesem Institut.
Hofrat Dr. A. K o c h ist von d er Technischen Ilochschule Hamover
zuin 1)r.-Ing. E. h. ernannt.
I)r. S c h w e i s g u t iibernahni die Leitung des chemischen Laboratoriurns des Vcrbandes deutscher Dampfkessel-Uberwachungsvereine.
Dr. C. S c h 1f e r , 0. Prof., Marburg, wurde auf den Lelirstulil der
Universitiit Freiburg/Br. an Stelle von Geh. Hat Prof. llinistedt berufen.
G e s t o r b e n s i n d : Cheniilter Dr. M. M o s 1. Miinchen. F. R e i c h a r d , der friihere Leiter d er Karlsruher Gas-, Wiisser- und
Elektrizitatswcrke, im 8'2. Lebensjahre. - 1)r.-lng. E. h. L. S c h r B d e r , Direlctor der Accumulntoren-F;ibrik A,-G., I3crlin-I)ahlem, im
70. Lebens'ahre am 7. 1. 1914. - Dr. TI]. S t a i3 f u r t , von der Carl
Ijerg A.-G., Werdohl, am 13. 1. 19'23, im Alter von 30 Jahren. Chemiker Dr. A. U 11 m a n n , 13erlin.
I
~~
Verein deutscher Cherniker.
Aus den Beiirksvereincn.
Bezirksverein Bayern. Sitzung am 19. 11. 1923, abends 8 Uhr,
in der chemischen Abteilung d er Rayer. Landesgewerbeanstalt. Vorsitzender: Direktor S c h 1 e g e 1; Scliriftfiihrer: Dr. K 6 n i g. Anwesend: 11 Mitglieder, 1 Gast. Eine Aussprache iiber das praktische
Jahr d e r Chemiestudierenden an der heheren technischen Staatslehranstalt Niirnberg wird zwecks Beibringung von Material vorerst zuriickgestellt.
Vorsitzender berichtet uber einc R c i c h s v e r o r d n u n g ,
die das A r b e i t e n 111 i t K r a n k h e i t s e r r e g e r n einschrankt
und von Beibringung eines Refahigungsnachweises abhangig macht.
Hiervon wird eine Anzahl selbstandieer Kollegen ernpfmdlich getroffen, und es wird zur Weiterbehandlung der Angelegenheit eine
Kommission gebildet, der d i e Herren Direktor S c h 1 e g e 1, Dr.
H i 1 s , Dr. G a r e i s und Dr. M e r k e 1 angehoren Die Herren werden sich rnit Abfassung einer diesbezuglichen Eingabe a n den Stadtrat beschaftigen.
Eine umfangreiche Aussprache veranlafife $re Frage de r in der
Industrie vielseitig verwandten L a c k t r o c k e n 5 f e n. Vorsitzender knupft a n die Explosion eines solchen Ofens an, durch die
Verlar Chcrnie 0. m. b. 11.. Idripria.
ein Menschenleben zugrunde ging. J)as wegen fahrlassiger Totung
gegen .die Betriebsleitung eingeleitete Gerichtsverfahren fiihrte zur
Freisprechung, da in den Gutacliten de r Sachverstandigen Widerspruche bestanden. Direktor S c h 1 e g e 1 ist der Meinung, daD viclfach Auflagen gemacht werden, die praktisch undurchfiihrbar sind.
l k r als Gast anwesende stadtische Ingenieur H e t h g e bringt eincn
Entwurf zur Verlesung, der die schwebendcn Fragen seitens der Stadt
verordnungsmiiljig regeln soll. Als Kernpunkt sei hervorgehoben,
t1al.l bei Lacktrockenofen stets Trennung von Trockenraum und lieizr a u m gefordert wird, weiter diirfen Drosselklappen im gcschlossenen
Zustande nie zu volll~onimenerAbsperrung der Luftwege fiihren. F u r
bestehende Anlagen sind Obergangsbestimniungen vorgesehen. In
der Aussprnche bestatigt Dip1.-Ing. F 1 e i s c h in a n n die Ubereinstimmung de r Vorschriften rnit denen der Rerufsgenosscnschaft, die
noch eine Erweiterung in der Fortlerung einer Sic.herhcitsziindflamme
enthalten. I h . J a k o b hebt besonders die Feuergefahrlichkeit des
Z a p o n 1 a c k e s hervor, de r infolge seines Gehnltes an Celluloid im
brcnneiiden Zustande nicht zu loschen sei. E r hat Bedenken, ob
bci Auaenfeuerung der Trockeiiiifen nicht schlechte Warmeausnutzung
eintreten wiirdc und schlagt fur niedrigere Warmegrade, wie sie
z. 13. Zaponlack erfordert, eleklrische Reheizung vor. Dr. K ii n i g
ist der Ansictit, daB bei Beurteilung besteheiider Anlagen von
Fall zu Fa11 entschieden werden miisse, wobei nPchst Wahrung der
sicherheitlichen Verhaltnisse auch wirtschaftliche Fragen zu beriicksichtigen sind. Rezuglich Zaponlack bemerkt er noch, daB dieser
Yielfach nuch als bunter Gliihlampentauchlack verwandt wird und
bericlitet in dieser Richlung iiber giinstige Erfahrungen mit Zellonlack. Dr. 0 h 1 g a r t und Dr. J a It o b haben die Beobachtung gernacht, daB Zaponlack an Gegenstinden mil glatlen, nicht in sich
geschlossenen Flachen besser haftet nls Zellonlack. Am Sc.hlusse
der Aussprache bemerkt Direktor S c h l e g c l noch, dafi in der
Lackfrage auch die hygienisrhen Verhaltnisse beriicksichtigt werden
mussen. Ende de r Sitzung 10,30 Uhr.
Dr. K o n i g , SchriItfiihrer.
Bezirksrerein Oberhessen. Monatsversammlung a m 17. 12. 1923.
Anwesend waren etwa 70 Mitglieder. Vom Vorstand Prof. Ih.
R r a n d , Dr. L 6 h r , Vorstelier des Untersuchungsamtes Wrede,
Dr. W a m s e r.
Prof. Dr. M e i g e n: ,,Ziisnniniensc.lziing und Unterscheidtmg
dcr Fette". Es sind gerade 100 Ja hre her, seit das ersle grundlegende Buch iiber die Chemie der Fetle erschienen ist. 1823 veriiffentlichte C h e v r e u 1 seine ,,Recherches chimiques sur les corps
gras", worin e r die Ergebnisse seiner zehnjahrigen Untersuchungen
iiber die Natur de r Fettc zusnmnienfaflte. Er hatte festgestellt, dai3
die Fettc ,,zusainmengesetzte Ather" aus Glycerin und verschiedenen
einbasischen Sauren sind, und die Seifen die Allialisalze dieser
SCuren, nicht, wie man bisher angenommen hatte, Verbindungen dcr
ganzen Fette rnit den Alkalien. Vortr. bespricht zunachst die
in den Fetten vorkommeiiden Siuren. Mit Sicherheit sind nur geslttigte oder ungesattigte Sauren mit einer geraden Anzahl von
C-Atomen bekannt. Die inimer wieder auflauchenden Angaben iiber
Siiuren mit einer ungeraden Kohlenstoffzahl haben sich bisher nach
kiirzcrer oder langerer Zeit als irrtiinilich enviesen. So glnubte
!I e y e r d a h 1 unter andern, dai3 die ini Lebertran vorkornmende
Therapinslure 17, die Jekoleinsaure 19 C-Atome enthielt. Wie
Vortr. in Gemeinxhaft mit E 1 1 m e r , C n ni i n n e c i , F r i c k
und H u b e r nachgewiesen hat, kornnit a b w crsterer die Formel
C,,H,,O,, letzterer die Formel C?,H,,O, zu. Die 'Therapinsaure ist
nicht, wie man lange geglaubt hat, rnit der Klupanodonsaure von
T s u j i m o t o idcntisch. Von der Jekoleinsiiure kommen im Tran
wenigstcns zwei isomwe Formen vor, von denen die eine eine gerade,
die andere eine verzweigte C-Kette besitzt. Ungcsattigte Sauren mit
\veniger als 16 C-Atonien waren friiher nicht bekannt, bis G r u n in1
vorigen Jahr oine Dezylensaure in der Butter auffand, in der sie
allerdings nur in sehr geringer Menge vorhanden isl. Die ungesattigten Sauren mil 16 C-Atonien sind auch noch meist recht
zwcifelhnft. Wie Vortr. in Gemeinschaft mit L a n g f u r t h festgestellt hat, ist die von G o B ni it n n und S c h w e v e n im Erdnui3o1
aufgefundene Hypogaasaure ein Gemisch, ebenso die von II o f s t a d t e r aus deni Walratol beschriebene Physetolsaure. Die sich
durch ihr optisches Drehungsverrnbgen auszeichncnde Chaulmugrasiiure soll nach I' o w e r und G o r n a 11 einen Kohlenstoffring
enthalten. Nach Vortr. und S c h rn i d t ist es wahrscheinlicher,
(la13 ihr die Formel CH,-(CH,),-CHCIJ
>CH-(ClI~)~-CO~H
CH,-(CH,h
zukommt, durch d i e auch alle Belunde von P o w e r und G o r n a 1 1
erklart werden, wenn man annimmt, daB die von diesen bei der
Oxydation erhaltene 'rricarbonsiiure in Wirklichkeil eine Dicarbonsaure von der Formel CLoH20(COOII)2), ihre Ketodicarbonsaure aber
cine Ilioxydicarbonslure von der Formel CIJH?B(OH)?ist, worauf ihre
Analysen ebensogut stimmen. Vortr. bespricht sodnnn noch k u n
die zur Erkennung und zum Nachweis der verschiedenen Fette dienenden Kennzahlen, insbesondere die Jodzahl und die Acetyl- oder lfydroxylzahl. Zur Bestimmung der ersteren kann man, wie Vortr. und
K. B o l l e r gefunden haben, auch eine einfache Losung von Brom
in Tetrachlorkohlenstoff benutzen. Zur Feststellung von Oxysauren
ist nach Vortr. und R a rn g e die vie1 einfacher zu erhaltene Hydroxylzahl nach N o r m a n n ebensogut brauchbnr wie die Acetylzahl
nach R e n e d i k t U1 z e r.
-
- Veraotwortlicher Scliriftleiter Prof. Dr. A . B i n z , Berlin. - Druek vnn J. B. Hirsehfeld (A. Pries) in Leipzig.
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