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Die Rauchgase der Kesselfeuerung.

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Der ubergroBe Umfang der Patentachriften ist
daher einerseita auf die Erfinder selbst, andererseita auf die Initiative der Patentbehorde zuriickzufuhren. Wie dem auch sein mag, auf diese Weise
kommt eine Druckschrift zustande, die nicht mehr
den gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der
Beschreibung entspricht, sondern, iiber diese hinausgehend, zum Teil zutreffende, zum Teil aber
auch unrichtige Ausfiihrungen iiber das einschliigige
Gebiet enthilt. Dadurch verliert aber die Beschreibung die ihr urspriinglich zugewiesene Bedeutung; denn sie gestattet nicht mehr, ohne weiteres die Grenzen der zu schiitzenden Erfindung
festzustellen, sie kann auch nicht mehr leicht zur
Erliuterung des Patentanspruches herangezogen
werden. Im Falle von Rechtsstreitigkeiten wird
zudem durch einen ubergrol3en Umfang der Patentbeschreibung das Verstindnis der Erfindung dem
Richter ungemein erschwert.
Aber nicht nur die dargelegten Gesichtspunkte
sprechen gegen eine zu groBe Ausfiihrlichkeit der
Patentschriften, es laBt sich dagegen auch noch
manches von folgendem Gesichtspunkte aus einwenden:
Wie bereits erwiihnt, stellen die Patentschriften
ijffentliche Druckschriften vor; sie gehen nicht nur
sehr haufig in wissenschaftliche Zeitschriften uber,
sondern werden auch meist in fremde Sprachen
ubersetzt. Enthalt nun eine Patentschrift eine
sehr ausfiihrliche Darlegung der Verhaltnisse auf
dem einschliigigen Gebiete, so ist sie ganz dazu angetan, zu weitergehenden Erfindungen anzuregen.
Nun stellt ja allerdings die Veroffentlichung der
eigenen Erfindung eine Gegenleistung fur das gewahrte Schutzrecht vor, und durch diese Veroffentlichung soll tatsachlich auch eine Fortbildung
des Gewerbes angeregt werden. Aber man sollte in
dieser Beziehung nicht zu weit gehen. Unsere
deutschen Patentsohriften diirfen nicht dazu dienen,
das Ausland uber die Bestrebungen auf speziellen
Gebieten, iiber den jeweiligen Stand der Technik bis
in Einzelheiten zu orientieren und auf die Miingel
einzelner Arbeiten und Veroffentlichungen ganz allgemein himuweisen. Nachdem das Ausland bemiiht ist, sich mehr und mehr abzuschlieBen,
durfen wir andererseits nicht inhmer weiter in der
Richtung breitester Offentlichkeit beziiglich aller
industriellen Bestrebungen vorangehen. Wenn beispielsweise heute ein Faehmann sich iiber ein spe.
zielles chemisches Arbeitsgebiet unterriohten will,
so ist es lediglich erforderlich, daB er einige ein.
schlagige Patentschriften durchliest, und er erhiill
ao mit Leichtigkeit eine Aufkliirung, die er sonst
nur auf Grund zahlreicher Versuche und miihe.
voller Arbeit erlangen konnte.
Erkennt man die Richtigkeit der angefiihrtex
Griinde gegen die zu groSe Ausfiihrlichkeit umerei
Patentachriften an, 60 wird man sich mturgemiil
fragen, wie dem abzuhelfen wiire. Nun steht zwai
die chemische Industrie auf dem Stmdpunkte, dal
das bisher geiibte Vorpriifungsverfahren beibehal
ten und moglichst streng gehandhabt werden soll
aber aus dieser Tatsache ergaben sich eben die ge
schilderten MiBstinde bei Abfassung der Patent
schriften. Man miil3te daher dahin streben, daB soweit eine Kritii friiherer Veroffentlichungen unc
vorhergehender Arbeiten fur die Erlangung einei
'atentes oder fur den Nachweis der Berechtigung
!es Schutzes erforderlich sind - diese Kritik nicht
n die Patentschrift selbst hineinkommt. Dea ferieren miiilten aus der Patentachrift zuweitgehende
Iarlegungen uber die Genesis einer Erfindung aus;eschaltet werden, und in den meisten Fallen ware
,uch die breite Kennzeichnung all der Umstinde,
lie das Eintreten des Erfolges nicht voraussehen
ieBen, von der Beschreibung auszuschlieBen. Hin;egen sollten samtliche fur die Patentwiirdigkeit der
Erfindung sprechenden Darlegungen in den Erteiungsakten - und dort vielleicht noch ausfiihricher wie bisher - Aufnahme finden. Hierdurch
piire der Erfinder im Falle eines Rechtsstreites
ederzeit in der Lage, den Nachweis zu erbringen,
vorin das Neue seiner Erfindung besteht, und inviefern sie sich von dem Vorhergegangenenund Be[A. 197.1
rannten unterscheidet.
Die Rauchgase der Kesselfeuerung.
Von H. OST.
(Eingeg. d. 1.110. 1909.)
In seiner Abhandlung : ,,Rauchschaden durch
Dampfkesselfeuerungen", sagt W. H e r b i g 1):
,,H. 0 s t gibt an, daB er bei seinen Rauchgasuntersuchungen die schweflige Same steta mit Jodlosung bestimmt habe. NLheres aber uber die Anardnung der Apparatur ist da nicht zu finden."
Das Niihere habe ich zwar nicht an der angezogenen
Stelle, wohl aber in der Chem. Industrie 1899, 139
mitgeteilt. Es ist dort gezeigt worden, daB die
schweflige Siure in Rauchgasen von Kesselfeuerungen nicht durch Absorption mittels Natronlauge bestimmt werden kann, wenn man die schweflige
Same getrennt von der Schwefelsiiure ermitteln
will, weil niimlich beim Durchleiten dieser Rauchgase
durch (bromfreie) Natronlauge ein iiberwiegender
Anteil des Sulfits zu Sulfat oxydiert wird; sondern
da13 titrierte Jodlosung anzuwenden ist , welche
nach der Absorption halbiert und zur Halfte auf
schweflige Siiure zurucktitriert, zur anderen Hiilfte
mit Chlorbarium auf SO2 SO3 gefllllt wird. Verschiedene Fehlerquellen der Methode sind ebenda
erortert worden. Nach dieser Methode fanden sich
in den Rauchgasen der Kesselfeuerung der Hochschule, welche schwefelarme Magerkohlen der Zeche
Bickefeld mit groBem LuftuberschuS ( 6 7 , 5 Vol.-yo
COz) brannte, in 1 cbm sls SOs berechnet:
+
so*
E?
Vers. 1
Vers. 2
. . . . . . 1,44
. . . . . . 1,48
so,+so,
g
1,64
1,71
Der Schwefel der Kohlen ist demnach vorwiegend zu
schwefliger Same und nur zum kleinen Teil zu
Schwefelsiiure verbrannt. In V o 1 u m p r o z e n t e n betrug der Gehalt an Siiure als schweflige Siure
berechnet 0,045 und 0,048 Val.-%. Meine weiteren
Versuche, welche auch W. H e r b i g mitteilt, ergaben 0,047,0,024 und 0,035 Vol.-yo SO2, bei Kohlen
mit 3,5% fliichtigem Schwefel, wenn mit sehr
1)
Diese 2. 22, 1886 (1909).
xx[L Jahrgang.
Heft 46. 6. November 1WD.l
Beferate : Allgemeines.
groBem LuftiiberschuB gefeuert wurde; und 0,12
und 0,18 Vol.-o/;, aus denselben Kohlen bei rationellerer Verbremung. Diese experimentell gefundenen Werte stimmen etwa mit denjenigen fiberein, welche man durch Rechnung findet, so daB
man im allgemeinen anzunehmen berechtigt ist,
daB die Rauchgase von Kesselfeuerungen aus schwefelarmen Steinkohlen 0 , 0 3 4 , 0 5 Vol.-yo Schwefelsiiuren (als SO, berechnet) enthalten. Auch W i s 1i
c e n u s und andere rechnen mit diesen Zahlen.
W. H e r b i g findet nun wesentlich geringere
Gehalte, niimlich 0,00014,0003, selten iiber
0,001 Vol. -yoschweflige Siure, einschlieljlichSchwefelsiure. Er bestimmt diese Siiuren durch Absorption mit Jodlosung und mit Natriumhypobromit
und fiillt aus beiden Losungen die Schwefelsiiure
mittels Chlorbarium; und er findet diese niedrigen
Werte sowohl in den Rauchgasen einer Steinkohle
mit 0,80%, wie in denjenigen von Braunkohlenbriketts mit 2,90Y0 Gesamtschwefel. Dies Ergebnis
steht in so auffallendem Widerspruche mit den bisherigen Erfahrungen, daB es schwer fiillt, an seine
Richtigkeit zu glauben, auch wenn man mit dem
Verf. annimmt, daB bei seinen Versuchen eine ungewohnlioh groDe Menge Ammoniumsulfat in den
Rauchgasen aller drei Kohlensorten gebildet und
v o r den AbsorptionsgefiiBen mit dem Elugstaub
niedergeschlagen sei.. Und merkwiirdigerweise zieht
Verf. aus seinen Versuchen nicht den zwingenden SchluB , dal3 solche Kohlenrauchgase rnit
0,0003 Vo1.-% SO2( SO3) vollig unschidlich fur
die Vegetation seien, sondern er schlieBt u. a., dal3
Steinkohlenrauchgasen ,,fahrender Lokomotiven in
bezug auf Rauchschadengefshr ganz entschieden
eine groBere Bedeutung zuzumeseen sei, als es vonseiten W i s 1i c e n u 8' geschieht." Die iibrigen
sehr umfangreichen Ausfuhrungen W. H e r b i g s
enthalten kaum etwas Neues, auch nicht seine Versuche uber die Fiillung des Bariumsulfats, welche
[A. 20'2.1
er mit je 1,78 mg (!) SO3 anstellt.
-
+
Nachschrift.
Zu d e n A u s f i i h r u n g e n H. O s t s b e m e r k e i c h f o l g e n d e s : Es beriihrt recht
eigentumlich, wenn die Richtigkeit der Untersuchungsergebnisse einer Arbeit, wie es von seiten
H. 0 s t s geschieht, angezweifelt wird, lediglich
und allein deshalh, weil diem im Widerspruch mit
bisherigen Erfahrungen stehen. Eben weil die Ergebnisse trotz der sorgfiiltigsten Durchfuhrung auch
bei iifterer Wiederholung sich nicht anderten, sah
I.
I.
Allgemeines.
Frank F. Rupert. Die lesten Hydrate vou bmmoniak.
(J. Am. Chem. SOC.31, 866 [1909].)
Verf. hat durch Bestimmung der Erstarrungspunkte
Ammoniak*osungen zwei feste Hydrate des
Ammoniaks erhalten:
NH3 . H,O und 2NH, . H20
Kaselitz. [R. 3208.1
.
2197
ich mich veranlaBt, diese auffilligen Verh&ltnisse
an einer Kesselfeuerung zu veroffentlichen.
Jedenfalla darf ich als Tatsache hinstellen, daS
diese Bestimmungen rnit derselben Exaktheit vorgenommen worden sind, wie sie wahrscheinlich
H. 0 s t bei den von ihm zitierten eigenen Versuchen
fur sich in Anspruch nimmt.
Ob die Bestimmung c€er SO2 durch Zurucktitrieren der vorgelegten Jodlosung unter allen Verhiiltnissen den Vorzug absoluter Zuverliissigkeit besitzt, mochte ich, namentlich wenn man genotigt
ist, groBe Rauchgasmengen durch die Absorptionsflussigkeit zu leiten, bezweifeln. Ich bin eben deshalb, weil ich titrimetrisch zu so niedrigen Gehalten
an SO2 gelangte, zu der mir sicherer erscheinenden
gravimetrischen Bestimmung ubergegangen.
Wenn H. O s t der Meinung ist, dalj ich %us
meinen Versuchen nicht den zwingenden SchluB
auf die vijllige Unschiidlichkeit der untersuchten
Rauchgase fur die Vegetation gezogen habe, so
scheint ihm entgangen zu sein, daB ich auf S. 1889,
Spalte2 nachZahlentafel6 ausdrucklichdie von Wi s1 i c e n u s aufgestellte Forderung iiber den fiir die
Unschidlichkeit der Rauchgase erforderlichen Gehalt an SO, zitiere, um eben fur die von mir untersuchten Gase die Unschkllichkeit nachzuweisen.
Ob meine Ausfuhrungen etwas Neues bringen,
namentlich waa die quantitative Bestimmung. der
Schwefelsiiureanlangt, ist mir zuniichst gleichgiiltig.
Fur mich war es von Wichtigkeit,.auch bei der Bestimmung der Schwefelsiiure alle Mijglichkeiten zu
priifen, die zu Fehlerquellen Veranlassung geben
konnten.
Hiitte ich daa nicht getan, so ware mir der Vorwurf unsorgfiiltiger Arbeit, sehr wahrecheinlich an
erster Stelle von H. 0 s t selbst, nicht erspart geblieben .
Ich bemerke schliel3lich noch, daB die niedrigen
Werte nicht, wie H. 0 s t angibt, bei den Rauchgasen einer Steinkohle rnit 0,8% S gefunden worden
sind, sondern daB, wie auf S. 1889, erste Spalte,
oben angefiihrt ist, eine gemischte Feuerung aus
Stein-Braunkohle und Braunkohlenbriketts verwendet worden ist.
Da die erwkhnte Arbeit zuniichst nur einen
Teil der von mir an der Kesselfeuerung durchgefiihrten Untersuchungen uinfaljt, und da zurzeit
noch andere Versuche an der Kesselanlage im Gange
sind, die zur Aufkyarung dieser auffilligen Verhiiltnisse begonnen worden sind, komme ich spiiter
nochnials auf die Sache zuriick.
W. H e r b i g. [A. 190.1
David R. Kellog. Der EinfluE von neutralen Salzen
anf die Hydrolyse durch Wasser. (J. Am. Chem.
Soe. 31, 886 [19091.)
Verf. hat den EinfluB von Kaliumchlorid, -bromid
und -jodid auf die Hy&o1yse
Athylacetat festgestellt. Die Konzentration der Salze schwankt
zwischen 0 , 1 4 , 0 - n . Aus dem umfangreichen Very
suchsmaterial ergibt sich, da8 die genannten Salze
die Hydrolyse beschleunigen. Die Beschleunigung
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