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Die Refractionsanomalien des Auges und ihre Folgen.

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452
in der Vertheilung der Wartne folgenden allgemeinen Satz
aussprechen. Die durch eineii solchen Procefs in der Vertheilung der Warme eintretende Aenderung kann nur von
der Art seyti, dafs die Summe der Vemoandkngszberthe
de; Warme in den betreffenden Korpern dadurch sunimmt
oder, als Granafall, ungeandert bleibf; aber nie von der
Art, dafs die Summe der Verwandlungswerthe daduroh abnimmt.
W-enn inan in diesem Siiirle das Resaltat der oben betrachteten Operation priift, bci welcher durch Wanne, die
aus Dampf von 100" herstammt, eine Quantitat Gas von 0"
auf 120" erwartnt wird, so wird man finden, dafs auch hier
die Summe der Verwandlungswerthe der im -Dampfe und
im Gase enthaltenen Warme zunimmt, und dafs soinit der
Satz von der Aequivaleuz der Verwandlungen and der
Gruodsatz, aus welcliem er abgeleitet ist, durch diese Operation nur bestatigt wird.
V.
Die
Refractionsunorrialien des Auges und
ihre Folgen;
oon F. C. D o n d e r s ,
Prof. d. Physiologie und Augenheilkunde an d. Universitat eu Utrecht.
ZLI
wiederholten Malen habeu wir iiber AnoGalien in der
Refraction des Auges, ihre Erscheinungen und Folgen gehandelt l ) . In den betreffendeli Arbeiten sind die Resul1 ) F. C. D o n d e r s , Nederl. Tijdschr. uoor Geneeskunde. Deel I I ,
1858, p . 465. - D e r s e l b e : Ametropie en hure geuoig.cn. 8'.
Utrecht, van der Post. 1860.
D e r s e l b e : A r e h i v f : Ophthulmofogie, herausgegeben von A r l t , D o n d e r s en V. G r i f e . Bd. IV, VI,
VII, VIII. - D e r s e l b e : Yerslagen en Mededeelingen uun de KoninkltjEe Akudemie vun Wrtenschuppcn. D. X I , p. 159, D. XIV,
p. 351, D X V I rtc. Airisterdum. -- D e r s e l b e : Astikmafisine en
-
453
tate einer vor sechs Jahren angefangeneu Untersuchung, zu
der viele tausende von Augen verwendet wurden, und an
der skh auch einige meiner Schiiler betheiligten, zum Theile
enthalten.
Der behandelte Gegenstand gewann durch diese Unterauchong sehr ail Umfang; unsere Kenntnifs desselben wurde
aber nebenbci durch Anweisuog des Zusammenhanges von
Ursachcn und Folgen grundlicher, sowie die Uebersicht
leichter.
Das Meiste wurde mit specieller Rucksicht auf die Bedurfnisse des Augenarztes geschrieben. Hi& habe ich versucht einen kurzen Umrifs des Systems zu liefern, insofern
es besonders den Pbysiker und den Physiologen interessiren konnte.
1. Emmetropie uod Ametropie.
I. Die Augen werden iu emmetropische und ametrocifindrische glazun , 8'. Utrecht, v a n der Post, 1862 Deutsch von
Dr S c h w e i g g e r bei Peters, Berlin - Franzcisisch von Dr. D o r ,
D e R u y t e r , D e Actione Atrobei G e r m e r Baillikre. Paris.
pue Belhdonnue in iridem. Diss. inuug. 1854. ( S . iVederf. Luncet.
D. I l l ) . - N a c . G i l l a v r y , Over de hoegroutheid vun het accomodutievcrrnogen. Diss. inuug. Utrecht. 1858. - A. H. Kuyper,
Onderzoekingcn befrekkt lrj'k de krrnstmaiige r9erw;jdin.g van den
ooguppel. Diss. inaug. Utrecht, 1859. - A. d e B r i e d e r , D e
stoornissen der Accomodatie van hct oog. Diss. inaug. Utrecht,
1861.
D e Haas, Geschiedkundig onderzoek omtrent de f f y p e r P. C.
metropie en here g e v o I g m . Diss. inaug. Utrecht, 1862.
D o n d e r s en D. D o y e r . D e ligging cwn het druuipunt run het
oog (in emrnetropische en ametrnpische ongen), in F'ersfupen en ,Wededeelingen van de Koninklgke Akademie van Wetenschappen.
Dee1 XIV, p. 351. 1862., en Archiv J: d. HolL. Beitr. 1862. H. A. M i d d e l b u r g , De Zitpfuats van het astigmutisme. Diss.
inuug. Utrecht 1863. - Dr. D o r , Des dgfdrenees individuelles de
ku rt!frucfion de C'oeil Journal de Physiologie von B r o w n - S B quard Paris, 1860.
Noch verdienen hier erwPhnt zn werden: Dr. H. S n e l l e n , Letterproeven ter bepaling der gezigtsscherpte. Utreeht, 1862. - J. V r o e s o m d e Haan, Onderzoek nuur den invloed vun den leefttijd op
de geaigtsscherpte. Utrecht, 1863.
-
-
-
454
pische unterschieden. Bei der Emmetropie E ' ) liegt der
hiutere Brennpunkt 'p" des dioptrischeu Systems, iui Ruhestaude der Accomniodatiori, gerade in der Netzhaut; bei
der Ametropie liegt sp" vor (Myopie M ) oder hinter der
Netzhaut (Hypermetropie H).
11. Der Fernpunkt des deutlichen Sehens r liegt mithin
fur E in uneudlicher Entfernung, fur M in endlrcher vor,
und fur H in endlicher hinter der Netzhaut. Die Entfernung des Aiiges (uud zwar bestiinmter des vorderen Knotenpunktes k') von r ist R. Bei M ist R positiv, bei H
negativ, bei E 'unendlich.
Uer Nahepunkt des deutlichen Sehens ist p ; seine
Entfernung von k' ist P. Die Accolnationsbreite ist
111. Der Punkt r wird bei parallelen Gesichtslinien
bestimmt, d. h. durch Bestimmung der Glaser, die nothig
sind, urn Lichtpunkte oder feine Linien in grofser Entfer-
nung scharf zu sehen. Urn p zu finden, nimrnt man am
besten feiiie Drahte oder sehr kleine Lichtpunkte, reflectirte
Licbtpunkte von Quecksilberkugelchen, auf schwarzen Sammet ausgestrichen, die beim freien Sehen dem Auge so
1) Wir haben uns
M Myopia.
H
HI Hypermetropia
matismus. - Pr.
-
folgende Abkiirzungen erlaubt: E Emmetropia.
Hypermetropia.
Hm Hyperrneiropia manifestn.
latens.
Ht Hypermetropia totalis
As AstigPresbyopie.
p. Punctum proximum, nachster
r. Puncturn rernotissirnum, fernster
Punkt des deutlichen Sehens.
P. Entfernung von p bis k', vorderen
Punkt des deutlichen Sehens.
-
Knotenpunkt.
-
-
-
- R. Entfernung von
modationsbreite.
-
-
1
- -.
r bis A'.
1
- G.
._
Relative Accomodationsbreite.
A1
Absolute Acco-
-
1
~
. Bino-
A 2
-
culare Gccomodationsbreite.
Po. Kriimrnungsradius der Hornhaut in
der Selrlinir.
p I . Relativ nichster Punkt.
pz. Binocular nachster
r l . Relativ fernster i'onkt. - r,. Binocular fernster Punkt.
Punkt.
P,. Entfernung von p l his k'.
P,. Entfernung von p z his A", l i b terem Knotenpunkt.
Entfernung von r 1 bis k'. - R,. Entfernung von r 2 bis k".
c. Conrergenzpunkt der Sehlinien.
q'. Vorderar Brennpunkt.
'pl' Hinterer Brennpunkt.
1. Brennweite einer
I' Brennweiie einer Hiilfsliase des Auges.
glasernen Linse.
-
-
-
- el.
-
-
-
-
-
-
455
lange genahert werden, bis das Bild anf;ingt an Sgharfe
zu verlieren. Diefs sol1 bei nahezu der starksten Convergeuz der Gesichtsliuien geschehen; bei H und ofters auch
bei E werden daher bei der Bestimmung von p couvexe
Gliiser nothig seyn, um deren Wirkung der gefundene
Punkt reducii t werdeu mufs.
IV. Die Messuug des KIiimmungss[rahles e " , an 200
Hornhaiiteu vou einmctropischen und stark ametropischen
Augen mit clcm Ophthalmometer von H e I m h o l t z ausgefiihrt, hat ergebeu, dafs in der Gesichtslioie der Radius
bei hmetropie und Emmetropie nahezu gleich ist.
Als Mittel wurden gefuuden, bei:
M8nner.
Emmetropen
Myopen
Hypermetropen
P u = 7,785""
go = 7,874
Po = 7,96
Frauen.
7,719""
7,867
7,767.
V. In myopischen Augen liegt die J h s e tiefer, und
dadurch wird die Brennweite des Systems etwas grolser;
die Brennweite der J h s e ist nicht kleiner gefundeii worden. Im hypermetropiichen Auge liegt die Linse der Hornhaut naher, weshalb die Brennweife des Systems in dew
Falle kleiner wird.
V1. Aus I V und V wird per exlusionem der Schlufs
gezogen, dafs die Sehaxe im rnyopischen Azlge Ianger, im
hypermetropischen dagegen kiirzer ist. Diefs ist auch direct bewiesen wordeu: a ) durcb Bestimuiung der Forin des
Augenapfels wahrend des Lebens, die manchmal ausfubrbar
ist, wenn die Gesichtslinie soweit wie mdglich nach innen
gefiihrt wird; b) durch Messung nach dem Tode a u zahlreichen Fallen von M und einigen von H; c ) durch Berechnung aus der ( durch den Kriimniungsstrahl Po bekaunten) Brennweite der Hornhaut eines Auges ohne Linse
(Aphakie) und aus der des Glasps, welclies ndthig ist, urn
den Brennpunkt auf die Netzhaut fallen zu lassen, und
zwar Augen, deren Anietropie vor der Extratiou der Lime
bestimmt werden konnte. Moglich ist, daib H mitunter
456
auch * durch eine grofsere Focal - Distanz einer flacheren
Linse verursacht wird.
VII. Die Hornhaut verursacht nur bei Krankheiteu derselben M, initunter auch wohl H ; ihre Brechung ist dann
auch meistells sehr unregelinafsig. Im Folgenden sind diese
relativ hiichst seltencii F d l e von M und H ausgeschlossen.
VIII. Die individuellen Ilnterschiede der emmetropischen Augen siud so gering, dafs man sich, nach dem Beispiele VOD L i s t i n g , erlauben darf, den meisten Berechnungen ein schematisches Auge zu Grunde zu legen. Bei
M und H weicht nur hauptsachlich die Lsnge der Sehaxe
ab; dieselbe Lage der kardinaleii Puukte kann daher angenoinmen werden.
1X. Die Grade von H und M werden als
1
1
bestimmt,
wobei 1’ die Brennweite (positive oder negative) einer unendlich diinneir Lime ist, die in Luft stehend und mit k’
zusammenfallcnd gedacht wird, Der W e r t h von I’ wird in
Pariser 2011 ausgedruckt. M = 4, H = &,, bedeutet M bei
welcher eine Linse von 5” negativer, H wobei eine Linse
von 10” positiver Brennweite (beide in k gedacht) zur
Gorrection erfordert wird, d. h. om den Brennpunkt auf
die Netzhaut fallen zu lassen oder, mit anderen Worten,
um in uneudlicher Ferne deutlich zu sehen.
X. Die Starke der Glaser wird auf dieselbe Weise
1
durch angegeben.
I
Glaser von
+, von $,
sind Gllser von
7” positirer, von 9” negativer Brennweite.
XI. Ungefahr gegeii das 50. Lebensjahr geht E allmahlich in H iiber. Diese erworbene H erreicht aber im hijchsten Alter eelten mehr als %lo. Sie h b g t nicht voin Flacherwcrden der Hornhaut ab, deren Kriimmuiigsstrahl bei
alten Leulen vielmehr etwas abuimmt. Wir fanden namlich:
Bei 79 Mannern
im Mittel
= 7,856
20
unter 20 Jahren n
= 7,932
,,
4()
I>
>>
= 7,882
51
28
iiber 48
u
= 7,819
11
60
u
= 7,809
JJ
1)
’J
>J
JJ
IJ
IJ
1)
IJ
J
IJ
1)
JJ
IJ
JJ
IJ
8)
I)
457
Bei 38 Frauen
6
.
J>
22
r>
im Mittel po
unter 20 Jahren
'1
= 7,720
JJ
'J
= 7,798
=7,799
16
iiber 40
11
= 7,799
*
2
n
60
m
>I
= 7,607
Grofsere Brennweite der Linse, thrils durch Abflachung
derselben, theils durch Verhsrtung mit wachsendem Lichtbrechungscocfficienten der aursern Schichten bewirkt , so
wie Verkiirzung der Sehaxe in sehr hohein Alter, sind als
Ursachen der erhaltenen (nicht angebornen) H zu bet rach t en
XII. M ist oft erblich, fast iininer als wirklich oder in
der Disposition angeboren, uimmt in den Entwickrlungsjahren zu und bleibt trotz der spater zunehmenden -Brennweite der Linse (XI) wahrend des ganzen Lebens progressip, wenn sie in hoheiii Grade (4 oder mahr) vorkommt.
Als solche und sogar bei geringeren Graden, ist M eine
Kraukheit des Auges, aiif znnehmeuder krankhafter Ausdehnung der Membranen beriihend, verbunden mit ophthalmoskopisch ( niit dem Augenspiegel) wahrnehnibsrer Atrophie
uiid oft mit entzilndlichen Erscheinungen im Augengrunde
und tnancherlei Abweichungen mehr oder weniger nothwendig mit sich fuhrend.
40
>I
>)
1J
J>
I>
11
11
y
JI
JJ
.
1
XIII. M kommt in allen Gradeu von .a (emmetropisches Auge) bis
1
1
193
vo;.
von - sind nicht selten.
275
Grade von
+, +,4
und sogar
Alie Granzen zwischeii hohen
und niederen Graden sind willkiihrlich.
Bei
Sehaxe eine Lange von 22 bis 2Pm, bei M
1
=.
hat
1
--
I,3
die
uugefabr
von 37"". Rei hoheu Graden von M ist, wie die ophthalinoskopische Untersuchung lehrt, M im hoheren Grade vorhanden beim directen Seben, (d. h. im gelben Fleck) als
beiin indirecten Sehen : die Ausdehnung der Membrane ist
an dem hinteren Pole am starksten.
XIV. H ist meistcns erblich, dann auch wahrscheinlich
458
angeboren , uiid nimlnt namentlich nach dem fiinfzigsteii
Jahre, zur Zeit, wo sich, bei ursprunglich vorhandener E,
H erst zu eiitwickeln anfangt (XI), etwas zu. Die geringsten Grade kominen am haufigsten vor; Grade VOII -& siud
schon ziemlich selten; solche von 4, 4 oder noch stiirkere
werden nur ausnabnisweise aagetroffen.
XV. H wird zuiiachst in manifeste Hm, uiid Zatente HI
unterschieden. Nur bei Hin wird init positiven Glasern
deutlicher in der Eiitferniiiig gesehen , bei HI werden sie
geweigert. H ist nainlich bei HI durch instinctnialige, von
der Gewohnheit behcrrschte und nicht willkuhrlich aufzuhebende Anstrengung der Accommodation unterdrkkt.
XVI.
Je gr8fser
$, urn
so hiibere Grade von H wer-
den ganz latent. Sogar mafsige Grade sind aber schon
theilweise manifest, beim Aelterwerden immer und bleibend
wegeu Abuahme von
I
A,
aber
auch temporar schon in der
Jugend besonders durch Ermiidung von der Anstrengung.
XVII. Lahmuog der Accvlnmodatiou, zeitiich durch Eintraufelung von sulphas atropini hervorgerufen (
d. h.
I Th. sulph. atr. auf 120 Th. Wasser) lafst die H nach
1 oder 2 Stunden vollkommen manifest werden. Weun
I
sehr
A
groCs ist, so kann Hoi dadurch voii
1
bis auf
+
und sogar k, von .’T auf 4 usw. steigen. - Bei E und
bei M nimint die Refraction durch Labmung der Accornodation kaum uxn & ab.
XVIII. Hm ist weiter absolut, wobei, trotz der intensivsteu hccomodationsanstrengung, y” hinter der Netzhaut
liegt, oder relatic,’ wobei ein scharf gesehener Punkt p’ mehr
von dem Auge entfernt ist als der Convergenzpunkt der
Gesichtlinien c , oder facultatia, und kann dann durch die
Accommodation ganz verborgen werden, ohne dafs aber
schwache positive Glaser fur das Sehen in der Ferne geweigert werden. H, in jugendlichem Alter facultativ, wird
beim Abnehmen von
A1
bald relativ, spater absolut.
459
XIX. H wurde von J a m i n (1772) rind W a r e (1813)
beobachtet und richtig charakterisirt, blieb aber spater UIIerwahnt und wurde erst vou R u e t e (1854) unrollkommea,
v o i ~S t e l l w a g v ~ nC a r i o i i und von v . G r a e f e besser
verstanden. Unsere Reobachtuugen lehrten, dafs geringe
und mafsige Grade von H sebr haufig sind, sogar 6fter angetroffen werden als M, mitunter ganz latent sind und einige
Male schon bei der latenten Form, zwei wichtige, frtiher
nicht erkllirte Anomalicn bedingeu: convergirendes Schielen
und Asthenopie, oder hebetudo (Errnudung bei Austrengung
ftir die Nahe).
XX. Die Ursache, warurn H, trotz ihres haufigeu Vorkommens, so lange verborgen blieb, mag wohl darin gelegen seyn, dafs bei sehr hohen Graden von H kleirre Gegenstande, z. B. Druckschrift von mittlerer Grofse,
theils
wegen d e r schiielleren Zunahme des Gesichtswinkels als
der Zerstreuungskreise (von G r a e f e ) , theils weeen der
zukommenden Verengerungen der Pupille
nahe beim
Auge besser gesehen werden als in einiger Entfernung, was
man aIs M niit Sehschwache betrachtete; und welter daher,
dafs die geringeren Grade von H in der J u g e n d lateut siud
und spater w i t Presbyopie verwechselt wurden.
-
-
2. Accornmodatioosbreite (ahsolrite, relative, binoculare) bei Enime-
lropie
iind
Ametropie.
XXI. Das Accou1modationsverm6gen beruht auf einer
Forinveranderung, einer Zunahme der Convexitat, der Linse,
was Y o u n g aus guten Griinden annahm, von L a n g e u beck , namentlich aber von C r a in e r fur die vordere Flache
aus der Veranderung ihres Reflexioiisbildes direct nacligewiesen wurde, und H e l m h o l t z auch fur die hiotere Flache
bewies ( i n geringerem Grade), fur die beiden Flacben m a t
rind so grofs fand, dafs die ublicheu Grauzen der.Accommodation daraus wohl erklart werden konnten.
XXII. Fonnveranderung der Horuhaut kommt bei der
Accommodation nicht vor ; Verlaugerung der Sehaxe wurde
scbon von T h om a s Y o uiig widerlegt. D i e Accommoda-
460
tion scheint daher ausschliefslich auf Formver%nderung der
Linse zu beruhen. K n a p p fand die sorgfiiltig an vier
Augen gemessene Formverand~rungder Lime ziemlich entsprechend der zugleich durch Sehversuche bestimmten
1
2
XXIII. Bisher nahm m a n gewohnlich noch einen gewissen Grad der Accommodation bei Abwesenheit der Linse
(Aphakie) an, W i r haberi dargethnn, dafs in diesem Zustande, sogar bei jugendlichen Individnen, nicht die geringste
Spur von Accommodation vorhanden ist: bei Anstrengung
zur Accommodatiou, kennbar aus zunehmender Convergenz
durch Bewegung des einen (bedeckten) Auges und aus
Verengerung der Pupille beider Augen, behielt ein entfernter vermittelst eines passenden Glases scharf gesehener Lichtpunkt ganz dieselbe Form als bei parallelen Gesichtslinien
ohne irgend eine Anstrengung, obgleich Glaser von a&v
(combinirt aus & mit
4,oder umgekehrt) hinreichten,
um eine deutliche Formverauderung hervorzubringen.
Hierin liegt der positive Beweis, dafs die Accommodation
ausschliefslich durch Formveranderung der Linse bedingt
wird.
-
XXIV.
-' - -RI (siehe
A - P
IIL) ist der Ausdruck fiir
das dioptrische Vcrmbgen einer positiven Lime, welche dem
Auge durch die Accommodation zugefugt wird. Oiese Weise
die Accon~modationsbreitevorzustellen, stinimt mit der wirklichen Veranderung bei der Accommodation iibereiu , die
man durch die Hinzufiigung cines positiven Meniscus als
Hiilfslinse auf der vorderen Flacbe der Linse entstehend
vorsteilen kann.
XXV. Diese Hiilfslinse
1
(wohei -Z' ihre Brennweite be-
deu+n+\ .A jedoch nicht vollkommen gleich
Aus den Werthen von P und R und
1
1
1
=- R-1
P
(beide aus der
Form der wahrend des Lebens gernessenen Linse derselben
Person bei Accommodation fur die Ferne iind Nahe be-
461
rechnet) giog hervor, dafs im emmetropischeu Auge
- -4-
- 1 .
1
1
:I'
1
* TTT'
1 1
ist weiterbin etwas verschieden bei M
XXVI. T : A
und H. Nehmeii wir fur die kardinalen Punkte gleiche
Lage an, so stellt gleiche Formveranderimg der Lime im
myopischen Auge eine etwas kleinere, im hypermetropischeii eine etwas gribfsere Accommodatioiisbreite vor als
im emmetropischea. (Bei bohen Graden von H , und bei
1
den hbchsten Graden voii M, findet man fur und fur 1
1
beide, meistens einen kleinereii Werth).
XXVII. Ein Unterschied im Werthe von
1
bei M uud
H mafsigen Grades ist jedoch empirisch nicht gefunden worden; folglich scheiiit
I
7
bei Myoyen
absolut etwas grb€ser.
XXVIII. P und R, lnodificirt durch delr Gebrauch von
convexen oder concaven Linsen, nennen wir Po und R,
Beim Gebrauche von concaven Glgsern werden Po und R,
grdfser, bei dem won convexen kleiner als P und R.
Weiter ist
1
I
.
1
-- nicht = - P
P
Ro
1
-,
sondern grdfser
B
bei Anwendung von concaven, kleiner beim Gebrauche von
convexen Gl%seru,uiid zwar um so mehr, je entfernter die
Glaser voni Auge sind.
1
Durch Lupen nimmt 7i- noch mehli ab.
W i e wenig
beim Seheii durch Mikroskope, Fernrbhre und Teleskope
ubrig bleibt, findet man leicht, wenn gegeben sind:
1
-
A'
F' Brennweite des Objectivs.
F"
des Oculars.
1)
x Entfernung des Objectivs vom Ocular.
des Oculars vom k'.
Y
1
XXIX. Die verscbiedenen Grade von M, H und T;; kbn31
nen graphisch auf folgende Weise vorgestellt werden.
462
Die Zahlen 2 his cn (Fig. 3 Taf. I V ) deuien die Entfernungen der Punkte des deutlichen Sehens vor k’, die
von m bis 2 die hinter k’ an. Jede der Linien a, b , c
und d vereinigt p und r ; die Accommodationsbreiten sind
den Langen dieser Linien proportional. Die Linien a re1
A
1
4
1
1
A
24
prasentirt E mit - = -, b ebenfalls E mit -- = - (PFesbyopie), c stellt M z T12 vor, mit -=--d
A
3
124 ’
1
1
1
1
endlich H =- mit -= I
12
XXX.
. Die
.
I
1
1
1
12+12-6‘
A
Accomrnodationsbreite
1
ist die absolute.
Bei einer gewissen Convergenz der Gesichtslinien finden
wir p , und r , sowie ihre Entfernungeii von k’, P und R I
endlich
1
==--1
- ~ -
A,
PI
-
’
-
R,
als die relative Accommodations-
-
breite bei einer gegebenen Convergens.
Weiter uuterscheiden wir den binocularen Fernpunkt und Nahepunkt
(ftir beide Augen zugleich) p 2 und r 2 , ihre Entfernhngen
von V, P, ond R, und die binoculare Accommodationd1
breite p2
1
-= -.1
R,
A,
XXXI. Fig. 4 Taf. IV zeigt den Verlauf der Nahepunkte
p , p z p und der Fernpnnkte r r , r , bei verschiedener Convergenz, in einem gut accommodirenden eminetropischen
Auge eines intelligeiiten 15 jahrigen Individuums (8. XXXIV).
Die Zahlen haben dieselbe Bedeutung wie oben; die unterhalb der Figur vorkornmenden gehen die Winkel im
Convergenzpuukte der Gesichtsliniee an, unter Anuahme
einer Entfernung von 28;” zwischen den parallelen Gesichtslinien beider Augen berechnet. Die verticalen Linien, welche die Convergenzen angeben, scbneiden sich mit
den horizontalen, welche die diesen Covergenzen entsprechenden Entfernungen angebea, auf der Diagonale KK’.
Die anderen Bucbstaben sind bekannt.
XXXII. Kennt man die Linien p 1 p z p und r r, r , , in
Bezug auf die Convergenzen, so ist alles auf die Accom-
4 63
modatioii Bezugliche bekannt.
hergeleitet :
So wird aus Fig. 4 Taf. IV
E
1
bei 11°21’= I : q , usw.
A,
I
XXXIII. Fig. 4 Taf. IV lehrt uns weiter, dafs bis
A,
an p 2 zum Theile tiber, zum Theile unter K K‘ liegt; jener
ist der positive, dieser der negative Theil der relative0 Accommodationsbreite. Accommodation kanri riur ffir eine
Entfernung augebalten werden , deren positiver Theil von
1
- nicht zu klein ist in VerhiiItnifs zum negativen.
A,
XXXIV. Um die Linien p , p z p und r rl rl zu finden,
mufs mail, aufser p und r, mit verscbiedenen convexen und
concaven Glasern p , und r , bestimmen, jedesmal die entsprecheuden Convergenzen notiren, und daraus (durch Reduction von p, und r , je nach der Brennweite der angewendeten Glaser nnd ihrer Entfernung von dem Aiige) die
den Convergenzen entsprechenden p1 und r1 berechnen.
Die sehwarzen Punkte sind die auf diese Weise gefundenen (Fig. 4 und 5).
XXXV. Diese Bestimmungen machte icb mit einem Oytometer, in dem die Gltiser (welche jedesmal so weit von
einander gestellt wurden , als die parallelen Sehaxen der
untersuchten Augen), 0,5 von k’ entfernt, in Aushahlungen
bewegt wurden, die als Bogen aufi deu Drehpunkten der
,4ugen bescbrieben waren, so dafs das Glas stets gleichweit von k’ entfernt blieb und die Sehaxen bei jeder Convergenz wit den Axen der Glaser zusammenfielen.
XXXVI. Die Abweichung in der Form der Linien p ,
p 2 p iind r r , r , bei M (Fig. 5 Taf. I V M) und H (Fig. 5 H)
ist.sehr merkwfirdig.
Es geM daraus hervor, d a b Myopen bei geringen Con-
464
vergcnzgraden vie1 weniger, Hypcrmetropeii viel mehr accoininodiren k6nnen und mussen als Emmetropen (Fig. 4).
Rei Hypermetropen hat inan nach der Paralyse n u r den
I’unkt r zu bestimtnen als r,, den Fernpunkt der totalen
H, i n Fig. 5 angegeben. Die Piiiikte T , ( r , , in der Figur)
liegen hoher, als diefs der Fall seyn wiirde, wenn H nicbt
zum grofsen Tlieile latent ware, uud sind darum in der
Figrir als rIn angedeulet (das ist r , bei manifester H). D e r
latente Theil wird bei parallelen Gesichtslinien als verticale Eiitfernung VOII r, uod T~ vorgestellt und betragt iu
unserem Falle
, wahrend die totale Hypermetropie H oder
+,
H,=
1
ist.
XXXVIJ. Die Abweichuog in der Form der Linien ist
Folge von Uebung. Myopen uben sich darin, dafs sie bei
geringer Convergenz sehr wenig, Hypermetropen dagegen,
d a h sie sehr viel dnbei accoiiimodiren. Dorch deu coilstanten Gebrauch von c o r r i g i r e d e n Brillenglasern nahert
sich die Form der Linien mehr und mehr der von Emmetropen. Ein kurz wahrender Gebrauch VOU Brillenglasern
zeigt schon seinen Einflufs.
XXXVLII. Die Form der Linien p, p , p und r rl T,
bei Ametropeu zeigt, dafs das Auge beim Neutralisiren der
Ametropie durch concave oder convexe e l l s e r einem emmetropischen Auge nicht gleich geworden ist.
XXXIX. Diefs erkliirt, warum nicht jede Ametropie unmittelbar ganz neutralisirt werden darf. Uia diefs deutlich
einziisehen, brinee man r bei Anietropie (Fig. 5 ) auf QO
und reducire die Linien deingeintib. - Indessen erhalt man
dabei nicht vollkommen, was beim Neutralisiren d e r Ametropie wirklich erhalten wird ( 6 . XXVIII).
3. Yebsohilrfe und Projection bei Emmetropie uod Ametropie.
XL. Die Sehscharfe S von verschietlenen Individuen
wird verglichen durch Bestimniung des kleinsten W i n k e l s
unter dem sie Gegenstande von bekannter Form bei gehdriger Beleucbtung erkennen. Als Gegenstkinde k6nnen vier-
463
eckige Buchstaben benutzt werden (siehe Bucbstaben -Pro
ben von S nel1 en), wobei man das Erkeunen dadurcb con
tmliren kann, dafs man die Bucbstaben hersagen Illst. Das
normale Auge erkenut die Bucbstaben uuter einem W i n
kel von fOnf Miuuten, maiicbe schon unter einem etwas
Eleineren Winkel.
Die Bucbstabenproben von S n e l l e n sind mit der Entfernung D bezeichnet, in welcher sie sich unter einem Wioke1 von 5’ zeigen. Bestimint man nun die Entfernung d, in
nelcber eiu huge sie erkennt, so fiudet man die Sehschlrfe
’
S = - D’
s=
Bei vollkommener Sehscharfe ist d = I) und
1.
+
oft unvollkommen, bei M > gecohnlrlch, es sey dann, dafs M angeboren und das Individuum nocb sebr jung sey; bei M > k ist die Unvollkommenheit Regel, bei M > 4 Regel ohne Ausnahme.
XLII. Bei M siud die Netzbautbilder ftir gleicbe Winkel, unter denen die Gegenstande gesehen werden, bei der
grthereii Entfernung von k” von der Netzhaut, gr8fser.
Von der anderen Seite aber ist auch die Netzbaut iu Folge
der Ausdehnuug grbfser, und enthalt daher in einer gegebenen Flache weaiger percipirende Elemente. Bei vollkommener Compensation dieser beiden Factoren wiirden
die Netzhautbilder gleiche Grbfse behalten kannen und S
gleich bleiben. Dafs S bei starken Graden yon M in der
Gesicbtslinie fast stets abnimmt, ist, abgesehen von krankhaften Veranderungen, aus der anatomiscb constatirten grbfseren Ausdehnung in der Gegend der macula lutea zu erkliiren.
XLIII. Bei der Bestimmung mit concaven, die Myopie
neutralisirenden , Gltisern fillt S uoCh geringer aus, weil
(das Glas mit zum dioptrischen Systeme gerechnet) der zweite
Knotenpunkt naber bei der Netzhaut liegt und die Netzbautbilder mitbin kleiner werden. J e nBher die Gliiser bei
k‘, um so eber neutralisiren sie die Myopie, urn 80 weniPoggendorff’s Annal. Bd. CXX.
30
XLI. Bei M ist S
466
P r wird k" der Netzhaut geaiihert, urn so geringeren EiuB u t fiben sie auf die Grbfse der Netzbautbilder aus.
XLIV. Bei geringen Graden von H, bei welchen Anstrengung des Accommodationsverm6gens rie uocb beskgt,
ist S nkbt selteu vdlhommen. Inzwisabeu sind die Netzhautbilder kleiner als im erninelropischen Auge, weil k" der
Netchaut nliher liegt; die Nethaut hat aber aucb einekleiuere Oberfllcbe, und wenn trotzdem die Anzahl der percipireuden EIemente gleich grofs ist, so mfisoen sie ngher
an einander liegen. Es verdient naher riutersucbt zu werden, ob diel's uatnentich in der fovea centralis, bei Bypermetropen wirklich der Fall sey.
XLV. Bei hoheren Graden VOII H ist S nicht selten,
bei den hachsten fast stets unvolkommeu. Verschiedene
Ursachen wirken hier zusaminen : a ) die Netzhaufbilder
siud kleiner; b ) oft ist eine abnormaIe Asymlnetrie der
brechenden Fliicheii vorhanden; 0 ) in den hBchsten Graden von H ist das game Auge unvollkommen entwickelt,
sowie auch der Sehnerv.
XLVI. W e a n bei H, durch biconvexe vor dem Auge
befiudliche Glliser und uicbt durch fibermzfsige Anstrengung der Accommodation, scharfe Bilder auf der Netzhaut
erhalten werden, so sind sie, weil k" dabei mehr nach
vorne gelegen ist, fast gleicb grofs, wenn nicht p a r s e r als
im emmetropiscben Auge. Folglich wird S grbfser. Bei
niiitigen Graden wird nun S mitunter > 1; in anderen Fall,
len = 2. Bei hohen Graden bleibt inzwischen S oft
wobei dann meistens die in XLV sub 6 und c genaunten
Ursachen mitwirken.
XLVII. Bei juogen lndividuin, deren cataracta coogenita rnit giinstigem Resultate operirt worden, und bei wel-
<
1
chen nuc H = 2F.i
bis
l
ist, ist S oft
I, wenn B durch
eitl convexes Glas corrigirt 1st. Die Ursnche bierfar iet in
&tn grafseren Netzhautbilde gelegen: orahrend die Lime
hinter der Hornhaut durch eine Linse vor derselben ereetzt
wurde, Lam k" mehr nach vorn.
467
Zur Correction der H darf die Brenuweite
des Glases urn so viele Zoll gdfser seyn als man es aMhr
von Idem Auge entfernt. Hierbei nuu nehrnen die Netzbaubbilder stets an Gr6fse zu; man kann die Wirkung n i t
Pineln Galil&is&ea Fmnrehre vergleichen, indem das entferate eonvexe G I s dew ObjAtiv entspricbt, wahrend das
neptive Ocular zum hgpermetropischen Auge gehBrend gedtcbt werden Lano. Die Vergfifserung ist, wie die Be-
XLVIII.
recbnuug Iehrt, bedeuteud.
1
Bei H = - giebt ein Glas
295
von 3, iii ;’ Entfernung vor dein Auge gebalten, eine lineare Vergrbfserung (in Bezug auf das eminetropische Auge
vor der Operation) von 1,322 Malen, ein Glas von &,
3”,5 von dem Auge entfernt gehalteii, eine Vergrbfserung
VOD mebr als 7 Malen.
Bei hohen Graden VOD H, aucb ohae Apbakie, kano
man ebenfalls ein relativ scbwach ronvexes Glas als Galihisches Fernrohr benutzen ; fur die Praxis bietet diefs keine
Schwierigk eit dar.
XLLX. Glaser , welche vergrbfsern oder verkleinern,
modificiren den Zusammeiihang zwischeii der Grbfse des
Netzbautbildes und der nbthigen Bewegung des Kopfes,
urn einen Gegenstand (bei stillsteheiidem Auge) mit der
Gesichtslinie zu tibersehen : darum scheint tins eiii vergrbfsert gesehener Gegenstand bei Bewegung des Kopfes entgegenzutreten, ein verkleinerter dagegen sich von uns zu
entfernen. Bei den Augenbewegungen ist diefo nicbt der
Fall, weil der gestikte Zusarnmeuhang nahezu durch die
unrichtige Richtung, in der wir einen Gegenstand schief
durch das Glas sehen, compensirt wird.
Gewdhnlich wird die vergnderte Richtung beim Sehen
theilweise durch Bewegung des Kopfes, theilweise durch
Augendrehung erhalten. Uud aucb dann tritt ochon, wiewobl in geringerem Grade, die scheinbare Bewegung der
Gegenstande beim Gebrauche von vergr6fserndee und verhleinernden Gliisern auf.
L. VergrBfsernde GLser bewirken, dafs die Dimen30
*
468
siuoen in einer auf der Schaxe ser~icalenEbene mit dnem
Auge gr6ftser ,
Tiefendimensioucn ( Eutfernungsunterschiede) dagegen kleiner nach aufseu projicirt werdeo :
verkleinernde GJBscr wirken umgekehrt. Die Erklarung
drfiir iat hauptoachlich folgende : gkichfomige Gegcnstaude
oder FIScben, an welctieti wir einige Winkel fast atels als
gerade zu betrachleo berechligt sirid, geben in gleicbe Entferuung und unter gleicbe Neigung gestellt, bei Grbfaeuuriterscliied ungleichfhrmige perspectivische Netahautbilder;
daher verursacbea gleichfilrruige perepectiviscbe Netzbautbilder bei Gr~fseouuterschied,dals wir sie als ungleicbffirmige Gegensttinde uach aufseii projicireu. Glaser veriindern uur die Grilfse, uicht dic Forin der h'etzhautbilder.
Mithin veraiilassen sie, daL aiiderc Formeu iiach aufseo
projicirt werden, und zwar solche, welche die iu ihrer Gr6fse
inodificirteu Netzhautbilder verrirsacht habeu wflrdeo ; eine
cinfacbe Coastruction lebrt, dais diese urn 60 weniger tief
sind, je grdfser das Netzhautbild wird urid umgekehrt.
LI. Aucb die stereoskopische Parallaxe fur awei Augen
nimmt durcb vergrafserode Glaser ab, durch verkleioernde
zu. Die Erkllrung hierfur ist dario zu suchen, dafa der
Winkel, unter dem sicb eiiic vertical auf der Sehaxe gelegene Dimension VOD eiiiein eiuigermafseu entfernteri Gegenstende zeigt, umgekehrt proportional ist der Entfernung,
der parallactische Winkel fur zwei Augeu dagegen ungefahr dem Quadrate der Entfernungen.
LII. Bei hohen Graden VOII Mpopie ist die Nctzhaut
ausgedehnt. Das Netzhautbild wird daher kleiuer projicirt
a16 vor der husdehuuog. Bei der unverhlltnifsm8fsig grohen Ausdehnung an dem hinteren Pofe wird der direct gesehene Gegenstand kleiner projicirt als vor der Ausdehnung, kleiner als bei Emmetropie (S. XLII). Trotzdem
aber wird die Grillse eines fixirten Punktes richtig geschatzt,
und seine Grtiozen werden richtig mit dem Finger augegeben. w e n n die Gesichtslinie abwechselnd auf die diametral einander gegeuuberstehenden Griinzeo dea Gegenstandee gerichtet wird, 80 hat der verhderte Zusammen-
-
469
bang zwiscbbsn der Menge der erforderten Muskelcontractionem urtd der projicirteu O 6 f s e des Gegenstandes keine
scheinbare Bewegung des Ggenstandes zur Folge.
Mitbin wird ein Punkt der Netzhaut durcb langsam vor8chrCitende OrtsveAndecnag, in Folge der Ausdehnung , in
einer Richtung nacb aufsen projicirt, die von der ursprtingIicMu abweicht. Wenn U U D die Projectionsrichtung fiir
ein und dasselbe percipirende Netzbautelement Veranderung erleiden kanu, und der Zusalnmenbang rnit anderen
Wabrnehmungsmitteln bei der Ortsveriinderung erbalten
bleibt, so daif mail annehmeu, d a b diese Ricbtung auch
nicht primar ist, sondern in Verbindung mit audereu Hiilfsmilteln der Walirnebmung zu Stande kan.
LIII. Ebenso kann die ProjectioB des ganzen Sehfeldes, gleicbmStig in allen seinen Punkten, bei abnormalen
Zustiinden modificirt werdeu. Bei einem gewissen Gleichgewicbte der Muskeh des A u p liegt der direct gesehene
Gegenstarid gerade vor dem Auge. Weun die Augenstellung eine andere wird, wiihrend wir glauben, dafs dasselbe
Gleichgewicht uocb rorhanden ist, 2. B. bei Paralyse oder
nach Durchschneidung des in - oder auswendigen geraden
Muskels, usw., so projiciren wir das direct Geseheiie nocb
g e d e Tor ups, wiewobl es seitwtirts liegt; das Sebfeld
wird d m n unriahtig projicirt. Mib Beaug auf das andere
Auge eststehen Jadurcb Doppalbilder, c gleiohseitige, wenn
das Auge oa& der inneren, gekreuzte, wmn ts nacb der
aufsercu abgewichen ist. W e n n aber das abgewichene
Auge fortwahrend abwechsclnd benutzt wird, was namentlieh bei der Stelluug desselben nach aofsen geschieht, so
lernt es sicb orientiren, unterscheidet seine Eindriicke g u t
von denen des anderen Auges, projicirt sebr richtig und
dadurcb wird endlicb die Lage von zwei Gegenstandeo,
deren Bild in der fovea centralis der macula lutea des einen
oder des andereu Auges sicb befindet, sebr verscbieden angegeben. Die beiden gelben Flecke werden mithin nicbt
mebr naeh denselben Punkten im Raulne projicirt. Ebenso
werden bei dieser Abweicbung, mageu nun schwache pria-
470
matiscbe G l h e r angewondet werden oder n a , gieichseiG
tige Doppelbilder eines Gegenstandes angegeben, deren
Netzhautbilder an beideii Augen auf der Purseren Seite der
fovea cenhalis liegen. Das Umgekehrte kann nach langnieriger odtr angeborner Abneicbuog des einen Auges
nacb innen statt findeu.
LIV. Hierin ist der Beweis gelegeu, d a b jedes Auge
bei abitormaler Stellung der Sebaxe , selbetstandig lernen
kann, sein Sehfeld uaeh aofsen in der gehbrigen Richtnng
zu projicirea, und dafs die iiblicbe Projection der beiden
Sehfelder a d einander, erlernt seyn kann, als Folge des
Suchens nach iibereinstimmeuden Neizhautbildern fiir die
beideo am scharfsten percipireaden gelban Flecke : demzufolge erbielten aucb andere Netzhautpunkte, durch Projection ibrer Eindriicke so gut wie auf- oder nabe bei
e i n a d e r , die Bedeutung von ziemlich scbarf correspondirendea, welcbe sie auch wieder verlieren kdnnen, da sie
nicht VOR vornherein anatomiscb begriiudet ist.
4. RichluogaJieie, Drehpuokf uod Bewegungen der Anger bci Emmetropie und Ametropie.
LY. Die lange Axe (Fig 6 Taf. IV ga) des Hornb e t -Ellipsoids schneidet fast vollkommen die Mitte der
Hornbeut ( H e l m h o l t z , K n a p p ) . Dasaelbe gilt fur ametropiscbe Augen ( g a Fig. 7 fiir eiri myopisches, ga Fig. 8
fiir ein hypermetropicrcbes Auge).
Oic 'Gesicbtslinie ZP ist die Richtungsliuie, welche, den
Knotenpunkt tichoeidend, den fixirteu Punk1 des Gegenstandes mit seinem Netzhutbilde verbindet, das, wie mi&
die Untemuchung mittelst des Augenspiegels direct lebrtc,
in der fovea cedralis des gelbeo Fleckes gelegen ist.
Die Gesiebtd-iaie schneidct die Hornbaut an der ianeren Seite der Mitte und meistens &was oberhalb derselbeu ( S e n t f , H e l m h o l t z , K n a p p ) . W e o n die Brechungstlacben centrirt sind, wie es fast stets uugefabr der Fall
ist, so ist die Hornhautaxe zugleicb Gesicbisaxe; sie wird
471
in k durch die Gesichtslioie unter dem Winkel Zkg geschnitten. Dieseu Winkel neunen wir a.
LVI, Der Wiakel ce ist verscbieden in dern emmetroplsoheu und dem ametropiscben Auge. Wir ( D o n d e r s
uod D o y e r ) fauden in funfzehn emmetropiscbee Augeo
a h Maximum 7", als Miuimiim 3*,5, im Mittel 5O,082; in
zwBlf hgpermetropischen Augen als Maximum 9", a h Minimum 6", im Mittel 7 O , 5 6 ; io zehu myopischen ~ 1 Maxis
mum 5",25, als Minimum 1°,5 (das ist 1",5 an der &u/'mrm Seite der Hornhautaxe wie in Fig. 7 Taf. IV), iiu Mittel 2 O .
LVII. Der versebiedene Wertb des Winkels a bat zur
Folge dafs die Horuhautaxea , bei prrallelen (~esichtshien,
bei Hypermetropen mehr divergiren als bei Emmetropeo,
bei Myopen dagegen weniger divergiren oder sogar conyergirea. Die Myopeu zeigeu darum bei richtig gestellten
Gesichtalinieu scheinbaren strabismas coavergens, die Hgpermetropen dagegen scheinbarw atrobismus divergeus.
LVIII. Bei Myopen ist die Ursaehe der verschiedenen
Werthe des Winkels a iu der Ausdehnuag sgmmtlicber
Membranen zu suchen, am meisten an der Bufsereu hinteren Seite des Auges, so dafs dcp eelbe Fleck nacb innen
verscboben wird. Bei Hypermetropen Mngt der gr6fsere
Wertb des Wiukele the& von der khiteren Entfernung
von k" von der Netzhaut ab, tbale oon angeborner Lage
dee gelben Fleckes mehr nach aufseu.
LIX, Der Winkel a wird gefutiden d u d Bestimmung
des Winkels zwiscben der Gesichtdlinlc a d der Axe des
Opbtbahnometers, der entsteht, wenn eine ia dime Axe gestellte Flamne gerade in der Mitte der Hornhsut reflectirt
geseben werden soll; das Keflexionebild wird in der Mitte
geseben, wenn jedes seiner Doppelbilder gleichzeitig den
Rand des entgegengesetzten Doppelbildes der Hornhaut erreicht.
LX. Bei dieser Lage der Doppelbilder, giebt der abzulesende Winkel der Ophthalmometerplatten zu gleicber
Zeit die balhe Breite der Hornbaut, oder Iieber ihre Sehne
-
472
an. Die Lage des Drehpunktes hinter dieser Sehile w i d
nun gefundeu, weiin mau bestimmt, wie gtofs die nach
beiden Seiteu gleichen Drehungswinkel seyn mfissen, um
abwechselnd die Endpunkte der genannten Sehoe mit dearselben Punkte in1 Raume zusammenfallen zu lasam. Der
wahrscheinliche Fehler betrug bei dieser Bestimmung weniger als l o .
LXI. Zu der Entfernung von der Hornhautbasis und
dem Drebpunkte wurde 2,6"", a19 H6he des Hornhauteegmentes, hiuzugeziiblt. So wurde die sub b volhandene
Reihe in der folgendeu Tabelle gefunden; a wurde a m
der Ametrapie berechuet, unter der Annahme, dafs die cardinalen Punkte des schematischeu Auges iibereinstimmen.
Lage des Drehpunktes
a.
LPoge
der
Hornbut.
b.
I
'Or
Hinter
,er Hornhaut
I
e.
d.
der
hidterm
~~~~~,i~.~
Procentisches
Verhiiltnifs.
I
mm
. .E
23,53
%,65
H. 22,lO
mm
mm
13,54 : 9,99 = 57,32 : 42,48
14,52 ; il,03 = 56.83: 43,17
13,22 : 838 =59,8 : 40,2
e.
f.
Winkel a
zwischen
Hinter
der Mitte Hornhautaxe und
der SehGasiahts
axe.
winkel.
mm
1,77
1,75
6 ,082
2,17
70,55
a*
LXII. Die Tabelle lehrt, dab der Drehpunkt ziemlich
weit hinter der Mitte der Sebaxe gelegen ist, mit der er
zusammenfallen sol he.
Ffir das hgpermetropische Auge ist dieh namentlich sehr
auffallend; vielleicht aber ist die Lime in dew huge weniger convex als in dem emmetropischen, in welchem Falle
die berechnete Sehaxe (Reibe a) au klein seyn wiirde und
der Drehpunkt mithin relativ mehr nach varne liegeu
miifste.
LXIII. Die gefundene Lage des Drehpuuktes ist voitbeilhaft fiir die Bewegungen. J e naher namlich der Drehpunkt dem hinteren Ende der Sehaxe liegt, um so weniger werden die Bewegungen durcb den Gesichtsnerven besch~lnkt. Der griifsere Bulbus im Allgeminen ist Haupt-
413
dreache der besohrhnkten Bewegung des sebr myopischen
kU6eS; die Eutferuuog wenigstens des Drehpunktea von
dem eeitlicb verschobenen Gesicbtenerven bat rslativ oicht
vie1 augenommen.
5. Madilkattoo der klehrcbiirfe uad der Accommodationebreib
j e oacb den Alter.
LXIV. Figur 9 Taf. I V wurde a m den
Ton Dr. V r o e Alters auf die Seh-
aom de' H a a n iiber den Einfifs &s
schiirfe geinachten Untermcbungen hergeleitet. Diese erscbieiien Utrecht 1861, tind wurden an 281 Individuet~
ausgefiibrt, mit 1 oder 2 normalea Augea, ohne Triibung
der Medieo, obne starenden Astigmatismus, ohne M > 2r
w d ohne manifesle €I>$
mit ,Ausaahme
,
von hohem
Alter, in dem H =& noch angeoommen wurde. Bei der
Bestigomung wurde die Ametropic corrigirt.
LXV. In der Fig. 9 steilt l i e Abscisse das Alter vor,
die Ordinateu dagegen die entsprecbende S, ausgedriickt
duroh die Fufsmenge d, welche der Entferiiung entspracb,
in weleher D = X X erkanut wurde. D e H a a n verlaagte
nur das Erkeunen' von U, A, C, L. Aber so f a d er S
zu grofs. Die Untersuchung lehrte, dafs demzufolge eine
Reduction von & gescbehen mufste, welehe bei der VeFfertigung der Figur berucksicbtigt is!.
LXVI. Die Figur 9 lehrt, dafs S im emmetropischen
Auge bis in$ 27ste Lebensalter fast unveraiidert bleibt, urn
voti iiun a n langsam abzunehmen, tind i n hohem Alter bis
auf S =0,5 zu fallen.
LXVII. Es geht weiter aus derselben hervor, dafs bis
auf das Alter von 42 Jahren S im Mittel
1 gefunden
wurde. Es kommen aber viele iudividuellen Unterschiede
vor. W e n n S = 1, so kann man noch keine Anomalie
voraussetzen; diefs ist die Bedeutung von dew, wao S n e l l e n als S = 1 annahm. Als Maximum fand d e H a a n
S = 1,7.
LXVIII. Die Versuche sind bei geniigender Tagesbeleucbtuog gemacht norden. Eine jedesmalige Bestimmung
>
674
miner 4iganen Sehschtlrfe q a b dem Dr. d e H a a n , &lo
die Bdeuchtungeuiiterscbiede sowie die ttiglichen Schwaokungen, von dem Individuum selbst abbangig, Abwechlungen von S =22,5 : 20 bis auf S = 19,5 :20 bediogten.
Sie siod aber ziemlicb gleicbmlfsig tiber die verscbiedenen
Jabre tertheilt , 80 dafs eine Reduction der Beobecbtungen
auf gleicbe Licbtschirfe fast keine Verlnderuug der Curve
verursacbte.
LXK. Die Ursacbe der mit zuuehmendem Alter abnehmeoden Sehscharfe liegt sonobl in den Augenmedieu
ah in dem Sebnerven.
LXX. Die atiffallend vollkolnmnere Klarbeit, in welcher man den fundus oculi bei jugeudlicben Individwn erblickt, beweist , dafs die Durchsichtigkeit uud HomogenitYt
der Aogenmedieu in htherem Alter abnimmt; die Linse reflectirt mehr Licbt, ihre Farbe wird gelber, die Trenuuog
ihrer Seetom wird bei der Focal -Beleuchtung deutlicber,
der unregelrdsige Astigmatismus nimmt zu, die Pdyopia
monoeularia bei unvollkommener Accommodation (trotz der
stetr kleiner werdendeii Pupille) wird iotensiver uad unregelmlfsiger, der Glaskbrper triiber, reicber an Membraneo,
Kbrperchen und Filamenten, welcbe, wie mieb die mikroskapircbe und entoptiscbe Uutereucbuog lebrte, den mouehee
volantes zu Grunde liegen : am wenigsten VeriinderuQ erlciidet die Hornbaut, wenigstene auf ihrer Mitte.
LXXI. Von den Veranderungeu dee Sebnerven r8tdient liier zuerst Erwtibnung .die stellenweise Entstebuog
von hn6tcbenartiger Verdickung der Glaeheut der cboriuidea, welcbe Kndtcbeii sicb als Erhabenbeiten bis in die
Netzbaut fortsetzen, und ihre ahfaere (die percipirende)
Sohicht bier iind da verdrsngen und zerstbreo.
LXXII. Die Sehschsrfe nimmt bei hohen Greden von
Myopie vie1 gesebwinder ab ale bei E mit waohsendem
Alter. Bei M = f oder 4 it? S im 60sten Jabre mei4.
stens (
LXXIII. Zriiiehineiide Atropbie der Membranen, durch
Amdebnung derselben, moistens begleitet VOD chrooischer
476
EutzUndung uad geringerer Reiaheit des Glas4ih.pel.a ibt
als UrsacWe davon anzugeben. Diese Zustiinde sind mit
dem Augenspiegel zu beobachteu.
LXXIV. I m Allgemeinen steht die Atrophie iin Verhaltnifs zu dem Grade von M; bci gieichea Graden vori M 1st
die h e r urn 80 bedeutender, je Alter das Individuum.
LXXV. Bei H uimmt S mit zuaebmeadem Alter beiuahe iu delnselben Grade ab als bei E.
LXXVI. Die Accommodatioiisbreite 1: A nimint schon
friibseitig (vom zehoten Jahre an, oder uoch friiher) etwas
ab, und fallt zienilich regelma&ig, so dafs sie im 6Osten
oder 7Osten Jahre fast = O wird Im emmetropischeu Auge
ist dabei ein geringer Grad von H entstanden. Fig 10 Taf. IV
giebt die Delails dalur nlher au: pp' ist die Liiiic der
Nahepuukte, rr' die der Feropuiikte, als Fuoction des Alter# (van 10 bis 80 Jahreu). Nach deui 65sten Jahre siiid
die Bestimmungeu voa p weuiger genau, wegeii der Aboahme von S and der kleinen Zerstreuuugskreise bei eager
Pupille.
LXXVII. Die. Ursacbe der fruhzeitigen Abnabme von
-1 wahrend do& der Muskelepparat der Accommodation
A '
gewifs noch ungeschwzcht ist, liegt iu der scbon fruhe
zunehmenden Festigkeit der Lime, wobei ihre Fshigkt-it
der Forinversnderung abnimmt. In hbherem Alter kommt
Atrophie des Muakelapparates hinzu.
LXXVIII. Uas hbnehrnen von
A1 bei E
1
erursacht Pres-
byopie Pr. Die GrBuze, worauf Yr anfringr, iat cioe conveotioaelle. Sehr feine Arbeit kann Abepds nichf mehr
verrichtet aercien, wenu P ,
8". Daram habe ich vorgemhlagen Pr mit P, =8" aufaogen zu l a w n . DiePs fallt
fast ohiie Ausnehme bei E i n das 4Oste oder 42ste Jahr.
>
Wen (;red von Pr finden wir als Pr =
I
- --.
p*
LXXIX. W e n n Pr bevorstebf, so bekommen die Linien
p, p , p und r vZ r, in FBllen van E immermehr die H urspr0ugPch zugebarige Form. Fig. 11 Taf. IV, welchc die
376
Accommodation eiues 43 jtihrigen Individuuuos vor&4lt, lie+
fert hierfiir den Beleg (vergl. damit Fig. 1 bei XXXVI).
1
1
LXXX. Bei M halt die Abnahme von
fast gfeichen
Schritt mit der bei E. Nur bei sehr hohen Gtaden nimmt
1
geschwinder ab. Uebrigens wird der Verlauf von P
A
durch die Verlnderung von R und somit von M modificirt.
M nun ist in den Entwickeluugsjabren fast ausnahmsweise progressiv, nud zwar meistens um so mehr, je hflber
der Grad von M. Hobe Grade bleiben lang, die bflchaten
fortwahrend yrogressiv.
LXXXI. Aus zahlreichen Beobachtungen, die sich fiber
viele Jabre ausdehnen, sowie aus Combinationed, die a m
noch vorhandenen, in vie1 frtiheren Jahren neutratisirerrden
Brillen, hergeleitet waren, habe ich folgende Schemata
entworfen , welche den Verlauf bei einem leichten, fast
stationiiren Grade von M vorstellen (Fig. 1 Taf. V) bei einem hohen, zeitlich progressiven Grade (Fig. 2 Taf. VJ;. bei
einem sehr kohen, bleibetld progressiven (Fig. 3 Taf. V).
LXXXII. Man ersiebt daraus, d a b die Anmhtne, sls o b
M bei sunehmendem Alter abnahme, auf einem Irrthume
beruht. Die Ursache dieses Irrthnms ist eine zweifache:
erstens ist es wirkljch richtig, dafs p sich von dem Auge
entfernt, und man betrachtete d i e t als eine Abnahme vqn
M, die nur danu vorhanden wDe, wentl r sich mehr von
dew Auge entfernte ; zweitens wird die Pupiile kleiner,
uiid dadarch kann oft in hoherem Alter, trotz der einigermafsen verschlimolerten M, besser in die Ferne gesehen
werden, weil die Zerstreuungskreise kleiner geworden sind.
LXXXIII. Geringe Grade von M schliefsen die Pr nicht
aus; sobald P
8", ist 816: vorhauden. Bei M = $x, wit
>
_A -- '
1
87,
- ,I
liegt p in einer Entfernung von 12", so dafs Pr
;1= & ist.
LXXXtV. Das iu Fig. 4 Taf. V enthalteoe Schema giebt
ungehhr den Verlanf der Accommodation, als Function
477
des Alters, bei H. Die punktirfe Linie r, r’, giebt den Verlauf der totalen H, die Linie r, r’- dagegeu den der manifesten H. Es geht daraus hervor, dafs H anfangs ganz
latent, nach und nach mehr manifest, und endlicb bei zunebmender H ganz manifest wird.
LXXXV. Viele Beobachtungen sprechen fiir die Wahrscheiirlichkeit, dafs Augen, welche etwa im erwachsenen
Alter einmetropisch werden, in jiingerem Alter einen gcringeii Grad von latenter Hypermetropie batten. Diefs
sehlielt sich an die Beobachtung an, nach welcher M wkihrend der Entwicklungsjahre zunimmt.
LXXXVI. Bei H entsteheit friiher Schwierigkeiten beim
Sehen in der Nlhe als bei E. Die& ist aber keine Pr, sondern Asthenopie. Die Complication von Pr mit dieser iet
vorbanden, wenn P, bei Neutralisation von H durch ein
wnvcxea Glas, > 8” geworden ist.
LXXXVII. Die Abnahme der hccommodationsbreite
bei zunehlnendem Alter geschieht auf h6chst regelmtrfsige
Weise. Es kommen bier keine gtinstigen Ausnobmen vor.
1
kann durch Kraukheiten zu rasch abnehmen; ein auA
fserordentlich langes Fortdauern derselben habe ich aber
(an niehreren tausend Flllen) nie gesehen. W e r in seinem
48sten Jahre uater den bekannten Verhlltnissen keine Brille
n6thig hat, ist, ohne dafs er es vermuthet, mehr oder weniger myQpisch (sieht man mit schwachen concaven Gliisern
besser in die Ferne); aufserordentliche S kann bewirken,
dafs d i e t erst einige Jahre spater n6thig wird. W e r dagegen mit S = 1 vor dem 45sten Jahre beim Lesen, Schreiben usw. eine Brille braucht, ist fast ausnahmslos lnehr
oder weuiger hypermetropisch (sieht aucb in die Ferne
mit einer schwach convexen Brille).
6.
Folgen von M und El.
LXXXVIII. Die Folgen von M in bohein Grade sind:
a. Abuahme von S, welche Abnahme mit den Jahren
scbr auoimmt (LXXII, LXXIII, LXXIV).
478
b. Beschraakte Bewegung des Augapfds. mit abseluter
oder relativer Insufficicnz ( ungeniigende Wirkuiypkraft)
der inueren get-aden Augenrnuskelii.
c. Divergirmdes Schielen.
LXXXIX. Bei gut beweglichen emmetropischeo Augen
kiSaneii die Oesichtdinien in weaiger als 2" Entferiiuiig von
dem Amge uiiter einem Winkel von 60" oder 70° vor der
Mitte der Stirufliicbe sich schneiden. W e n n der Punkt C,
io dem sie Rich schneiden, weiter als 21" von dem Drehpunktt entfernt ist , entsprechend einem Convergenzwinkel
vou nngefahr 51", so kann im Allgemeinen h s u f f i c k ~ tdcr
inwteu geraalen Augenrnuskeln angenonmeu weiden,
XC. Sobald r , dern Auge naher lie@ 4 s e, ist bei M,
aucb wenn die Bewegiing nicht b e r c h m k t i&, r o b t h e Inwffidenz afizuoebmen. Uiefs findet rltn MI leicbter statt,
qeil die Lage der Gesichtslinien, im Verhiiltnisae zur Hornbautae, eiire starkete Convergenz der Hornhautesen 116thig lawbl, urn die Gesiebtslinien in einer gegebeaen Entfernnug aaavergiren cu lasseu: Meistens ist aber die Bewegung uach innen bei hohen Gradeu von M aucb absolut
beschriin k t
XCf. Sowohl M als H stehen wit Schieleu in tausalem
Euaamm.et~haoge. SchieIen ist vorhanden , weon das binoc d a r e M i e n wegen Abweicbung der Gesicbtslinien anfgeboben j e t : die Gesichtsiiiiien schneiden eiiiander dann nicbt
ib dtm Punkte, den man genauer betracbtet, so dafs das
Bild d i e m Puiiktes nur auf einer der Netznaute in der
fovea centralis des gelben Fleckes vorlrommt; die atldere
fovea centralis erbalt das Bild eines anderen Punktes.
KCII. M hengt wit diuergirendem Schielen zasammen.
Bei hobem Glade voh M ist rddtiv divergirendes Scbielen
die Norm; indem nlmlicb dib Ges?ctitdinikn fur das Seheii
in die Ferne richtig gestellt, d. h. paraUel sind, so reicht
das Maximum der Convergenz fUr das Sehen in die Nlhe
nicht bin.
XCIII. Bei relath divergirendm Sehielen nimmt die
Convergeuz regelmiifsig zu, je meht iigeod ein fixirter Ge-
.
419
genstsdd dem Auge gentihert wird, und w k d schliefshch
fast ibr Maximum erreichen. Wenn der Gegenstand in dieser Distanz einige Zeit verblcibt, so weicht das eine Azlge
bald nacb aulsen ab; diefs findet allsogleich stati, weoa en
mit det Hand bedeckt wird, Wenn man nun aucb die
Nand &der wegnimmt, so bleibt die Abweichong trotzdem locistens fortbestehen; die bedeutende Convergenz entstand nur bei dern Bemiihen das binoculare Sehen umuhdfen.
KCIV. Die Ursache des relativ divergirenden Sohielens
iat gana allein in der erscbwerten Convergent au anehen;
das Strtben der beiden Netzbiiute nacb Zusammtnwirkmg,
wekbes bei absolotem Strabismus aafgeboben ist, kann bier
ungesttht fortbest&en.
XCV. Aucb die lifewegung nach aufsen kann durch
die bbcbsten Grade von M beschrankt seyn: beim Schen
in die Nlihe ist d a m relofiv diocrgirendcs, bci dem in die
Ferae relstb cmocrgirendw Scbielen vorbaaden, wtrbrend
das binoculare Sehen far mittlere Entfernungen eimn beschrsnkten Spielrauln hat.
XCVI. Das divergirende Schielen ist absolut, wenn
deb binoculare Sehen fiir jede Entfernung ganz aufgehart
hat. Uuter 100 FaHen von divergirendem Schielen kam
70 Ma1 M ia ziemlich hohem G a d e ao einem oder beiden
Augen vor. Die Statistik lehrt mithin tim Zusammenbang dieoer Vtwhdlioisse kennen. hus dem der M eigenen
relativ divergitenden Schielen erbellt , dare dieser Zueammenhang eiu causaler ist.
XCVII. W e n n die Muskeln sich selbst iiberlassen sind,
so eatwickelt sich in der Regol ein Schielen. Eine richtige Stellung der Gesichtdinien wird nur erhalten durch
des Sheben, urn mit beiden Augen dieselben Gegenstande
direct zu sehen, d. i. um mit beidea gelben Fleckeo die
Bilder desselben Gegeosfaadea safznnehmen. Wenh ein
Auge blind ist, 80 weicbt ea meisteua nach a%fsen ab.
XCVILI. Relativ divergirendes Schielen verursacht, dafs
ungleicbe Bilder auf den beiden gelben Fleckeo beim S e
480
hen in die Nahe etitstehen: hicrdurch nimint das Rediirfnits an Gleichheit im hllgemeinen ab. Eine anfangende
Abweicbung, bei der erforderten Coiivergeuz eiitstaaden,
erreicht alsbald einen hohen Grad; die Anstrengung, urn
zu convergiren, unterbleibt um so eher, weil sie Anstrengung der Accommodation mit sich fuhrt und r somit dem
Auge ntiher bring[: Mange1 an Thatigkeit und verminderte
Esergie des innereii geraden Muskels geheu daraus hervor.
Geringe Abscheu vor Doppelbildern und geringe Krafk der
inneren geraden Muskeln fallen sotnit zusammen. Wenn
die Wirkung dieser Muskeln uun auch beim Sehen in die
Ferne nicht mehr hinreicht , so ist absolut divergirendes
Schielen entstanden. Es entwickelt sich urn so leichter:
a) weil Mangel an S fur die Ferne, die Doppelbilder wen&
ger stbrend macht; b) weil Anstrengung der Accommodation
eintiitt, und S dadurch fur die Ferne geriager wird, sobald
der Parallelisinus der Gesichtslinien Anstrengung der h e ren geraden Augenmuskeln erfordert; c ) weil das Verhaltnifs von Gesicbtolinie und Gesicbtsaxe bei Mgopeo ungiinstig ist (LVI) zur Erhaltuog des Parailelismus der Gqsichtlinien.
XCIX. Hiermit ist die Entstebung der meisten Fglle
Die Fglle, die unaboil divergirendem Schielen erartert
hatigig von M entstanden sind, sind zum grufsten Tbeile
durch Lalimung oder durch Blindheit des einen Auges bedingt (vergl. XCVI). Verwundung, Kriimpfe, zusammengeAetzte arigeborne Anomalien sind relativ sdtnere Ursachen.
C:. E des einen und M des anderen Auges, mehr aber
noch M i u geringerem Grade dea sndereo Auges, sind i n
der Kegel VOI) divergirendem Schielen begleitet. Im Allgeiuoineu- mub diefs so erklgrt werden, dafs einestheils das
binoculare Sehen beim Unterschied in der Scharfe uad
GrOfse der Bilder seiueu Werth grafsteiilheib einbiifst, anderntheils h f s zu dcr niecbanisch schon erschwerten Convergenz Accoinmodatioiisanstreaguag hiiizutritt und somit
die Sehscharfe dcs iii geringeln Grade myopischen Auges
ftir des Seheo in die Ferne abnimmt.
Bei dieser Form des Schielens baben Manche das Be-
481
wuktseyn der bestehenden Abweichung und k6nnen diese
ftir einige Zeit willkiirljch aufheben.
Cl. Die Folgen von H sind Asthenopie und Strabismus conrergens, I\sthenopie kommt haufig vor , Strabism u s convergens relativ selten.
CII. Asthenopie verrath sich durch baldige Errnudung
beim Seheu in die Nahe. Das Auge bietet nichte Krankhaftes dar, ist nicht schnierzhaft, auch nicht wenn es angestrengt wird; S ist normal, ebenso die Rewegungen; das
Sehen in die Ferne wird fur vollkommen gehalten; Lesen
aber, Schreiben usw. verursachen ein Gefiihl von Spannung iiber den Augeu, die Gegeustande werden undeutlicb, man reibt sich die Stirne, schliefst die Augen, fangt
die Arbeit von neuem an, mufs aber jetzt die Arbeit noch
eher aafgeben. Ruhe heilt die Ermiidung der Augen, welcbe jetzt wieder um so Iaogere Zeit sich anstrengen konnen, je Ianger die Ruhe gedauert hat.
CIII. Asthenopie wurde mit den verschiedenartigsten
Anomalien verwechselt, uud ihr Sitz hauptsaclilich in der
Netzhaut gesucht. Manche glaubten ihii in den Accommodationsorganen suchcn zu miissen, und betrachteten aufsere
Zustande und Anstrengung der Augen a h Ursachen. W i r
babim dargethan, das Asthenopie nicht Accommodations -,
sondern Refractions - Anomalie ist, natnlich ein gewisser
Grad von H. Anstrengung ist mithin nicht die Ursache;
sondern die erforderliche grofse Aiistrengung macht Beschwerden und dadurch kommt die urspriinglich vorhandene
Anomalie zu Tage.
CIV. Die Entstehung von Asthenopie aus H ist leicbt
zu begreifen. Das Sehen in die Ferne erfordert hier schon
Anstrengung der Accommodation zur Ueberwindung der H.
Die Accommodation, welche auf diese Weise mit einem
Deficit anfangt, bleibt alsbald beim Zunehmen der Converg e m in ihren Leistungen zuriick. Dns Auge ubt sich zwar
urn bei gerioger Convergenz relativ stark zii accomlnodiren
(8.
1
XXXVl uud XXXVII), der positive Theil aber von A,
Poggendorfps Annal. Bd. CXX.
31
482
ist bei mafsiger Convergenz schon sehr klein im Verhlltirifs zum negativen; bei einiger Ermiidung wird er gleich
Null, d. h. p , entfernt sich bis auf die Distanz, in welcher
die feinere Arbeit verrichtet werden mufs. Entfcrnt man
den Gegenstand noch mehr, so hilft diefs nur fiir einige
Augenblicke, denn, wlhreud
1
auch dann fast ganz negaI
tiv bleibt, erreicht pz bei der zunehmenden Ermiidung fast
unmittelbar die grbfsere Entfernung. Fiir p z sind nun alle,
auch emmetropische Augen, asthenopisch.
CV.
J e grbfser
I
um so bedeutender kann H seyn,
ohne Asthenopie zu verarsachen.
Da nun
1
mit zuneh-
mendem Alter abnimmt, so aufsert sich die Asthenopie um
so spater, je geringer die H ist. Zufdlligerweise gilt hier
ungefahr die Regel, dafs das Alter, in dem die Asthenopie
erscheint, der Nenner des Bruches ist, der die bestehende
H vorstellt: bei H = $ hat man im achten, bei H =&
1
im 30sten, bei H = - im nten Jahre AGthenopie zu er-
warten. Bei H < & bleibt Asthenopie-aus, oder lieber Bllt
sie mit P r zosammen.
CVI. Die Symptome van Asthenopie und Pr sind verschieden. Preshyopie schliefst scharfes Sehen, z. B. in einer Entfernung von W,ganz aus; bei einer grbfseren Entfernung, z. B. von 16”, tritt selbst keine ErmCidung ein;
Asthenopie erlaubt das Sehen in einer Entfernung von weniger als 8” oft sehr wohl, das Sehen in grblserer Distanz,
z. B. 16”, ermiidet jedoch auch sehr bald.
CVII. Zur Erkllrung von dem Unterscbiede zwischen
Asthenopie und Pr beachte man Folgendes: 1) der Verlust
1
einer gewissen Fraction von durch Ermiidung bat bei
A
jugendlichen Hypermetropen vie1 mehr Einflufs auf P und
P, als bei Pr, weil auch
1
bei dieser letztern vie1 gerin-
ger ist; 2) bei P r nimmt, bei grbfserer Entfernuug von
p z , der positive Theil von
1
geschwinder zu als bei Asthe-
483
nopie; 3) die Linien p p , p , und r r, r, steHen die Veranderung des dioptrischen Systems, nicht die Anstreugung
des Muskelsystems vor, deren jedesmalige Zunahme, namentl id bei Pr, um so weniger Veranderung in der Lime bediogt, je mehr sie sich ihrem Maximum niihert, woraus er1
folgt, dafs der positive Theil von 4
' als Muskelwirkung
ausgedruckt, namentlich bei Pr, im Verhaltnifs zum negativen Theil, vie1 grgfser seyn wiirde.
CVIII. Das praktische Resultat unserer Kenntnifs von
dem Wesen der Asthenopie nun ist das Aufgeben einer
langwierigen peinlichen Behandlung, die mit der Erklarung
der Unheilbarkeit ablief, und an Stelle dessen die Anwendung einer convexen Brille, die hinreicht, urn wenigstens
die manifeste Hypermetropie ganz zu neutralisiren, wahrend
man davon absteht, das Auge an irnmer schwachere Brillen
systematisch zu gew8huen.
CIX. Convergirendes Schieleu ist in der Regel durch
H bedingt. Darauf beruht ganz bestimtnt die typische Fomn:
welche als periodisches monoculares Schielen entsteht, meistens von dem vierten bis zu dem siebentrn Jahre, mitunter auch splter, ohne das irgendwie uber Doppelbilder geklagt wird; es bestebt anfangs meistens nur beini Fixiren
von nahegelegenen Gegenstanden, spater auch von mebr
entfernten, kana durch convexe Glaser in seiner Entwickelung gehemrnt werden, so lang es inconstant geblieben ist,
geht aber bald in die constante Form iiber, mit bleibender
Abweichuug meistens von einern und demselben Auge (Strabismus simplex), mit Verkiirzung der innereii geraden Augenmuskeln , iibermafsiger Beweglichkeit nach innen und
beschrankter nach aufsen an beiden Augen, mit vermiuderter S des abgelenkten Auges beim directen Sehen, uud
auch beim indirecten, insofern das Gesichtsfeld fiir beide
Augen gemeinschaftlich geblieben ist , welche verminderte
S allmahlich soweit geht, dafs das abgelenkte Auge den
Gegenstand nicht mebr fixirf, wenn das andere geschlossen
wird, sondern sein Bild an einem nach innen gelegenen
31
*
484
Theile der Netzhaut aufnimmt, uiid es dabei besser uuterscheidet als beim directen Sehen, d. h. wenn es auf den
gelhen Fleck fallt.
CX. Der Zusammenhang zwischen H und Strabismus
convergens ist klar: bei starkerer Convergenz kann H leichter iiberwundeii wertlen, uiid dadurch, unter Aufopferung
des binocularen Sehens, mit einem Auge scharfer und mehr
anhaltend in die Nahe gesehen werden. Hierin liegt auch
die Erklarung dafiir, dafs die Abweichung anfangs nur beim
Fixiren vorkommt, und zwar in einem Alter, iu den] scharfere Beobachtung anfangt. Ueberdiefs kann es nicbt auffallen, daL, wahrend die Aufmerksamkeit im Augenblicke
der Ablenkung auf einen bestimlnten Gegenstand gerichtet
wird, weder sein Doppelbild, noch das Bild des Gegenstandes, das im gelben Flecke des abgelenkten Auges entsteht,
stbrend wirken.
CXI. Trotz der natiirlicheu Erklaruug des Strabismus
convergens aus H , ist er doch keine nothwendige Folge
derselben. Die Anzahl der Hypermetropen, bei denen Schielen entsteht, ist sogar relativ gering. Die Entstehung desselben wird daher natiirlicherweise in der Regel durch das
instinctmafsige Festhalten am binocularen Sehen verbindert.
CXII. Zweierlei sind die Zustlnde, welche die Entstehung von Strabismns bei H befordern; a) diejenigeu, welche
den Werth des binocularen Sehens verniindern, b) die, welche
die Convergenz erleichtern.
CXIII. Der Werth des binocularen Sehens wird vermindert durch Abnahme von S an einem Auge, a h Folge
erworbener Hornhautflecken, oder angeboren , und dann
nicht selten durch Astigmatismus bedingt.
CXIV. Die Convergenz wird leichter: 1) absoluf, wenn
der Augapfel der Bewegung nach inneu wenig Widerstand
leistet, und die M recti interni ein angebornes Uebergewicht haben iiber die externi oder leichter durch den Nerven beherrscht werden; 2) relativ, wenn die Cesichtslinie
einen besonders grohen Wiukel mit der Hornhautaxe bildet, und somit beim Sehen in die Ferne bedeutende Di-
485
vergenz der Horobaufaxen n6thig wird (wirklich farid ich
den Winkel a bei strabismus convergens noch grtifser als
in gewtihnlicben Fallen von H ohne Scbieleu).
CXV. Rei constantem Strabismus comergens wird die
Ablenkung, beim Versuche in die Nahe zu sehen, nur wenig, die Austreogung zur Coavergenz gewifs vie1 groter.
Darum verursacht ein gewisser Grad vou H, sobald Schielen damit verbunden ist, nicht so leicht Asthenopie. Wenn
durch Tenotolnie eine ricbtige Stellung erhalten ist, so sieht
wan bei Accommodations- Anstrengungeu oft wiederum Strabismus convergens auftreten. Uas Auge bewegt sich nun
(mitunter willkiihrlich ) nach innen, bei einer Anstrengung
die, so lange das Schielen bestand, wenig Bewegung verursachte. Recidiv von Strabismus ist in diesen Fallen nur
dadurch abzuhalten, dafs man convexe Gliiser anwendet,
welcbe die H neutralisiren.
CXVI. Strabismus convergens kaon ausnahmsweise von
Muskelverkiirzung abhaogen, durch Paralyse des Antagonisten bediugt, weiter von Verwundung, Krampf; oder er
ist angeboren, meistens als Theil einer zusammengesetzten
Anomalie; endlich kaan Schielen bedingt seyn durch subconjuuctivale Entzunduag, welche arif den Muskel ubergeht uod zum Theile den Zusammenhang von Hornhautflecken und Strabismus erklart. I n allen diesen Fallen weicht
das Krankheitsbild von dem oben beschriebenen ab.
Folgende wichtige Stitze resultiren aus dem Obigen:
Hypermetropie verursacht accommodative Asthenopie, die
durch activ erseugten Strabismus convergens iiberwunden
zoerden kann.
Myopie p h r t su muscularer Asthenopie, toelche durch
passiv entstehendem strabismus divergens umgangen wird.
5 . Regelmafaiger Astigmatiamua.
CXVII. Die Brennweite des dioptrischen Systems des
Auges ist in seiuen verschiedenen Meridianen nicht vollkommen dieselbe (regelmafssiger Astigmatismus As), Wenn
486
man sich das System, mit Vernachllssigung der Distanzen
h’ It’’ und h’ h”, auf eine brecbende Fllcbe reducirt denkt,
so ist dieselbe nahezu die Spitze eines Ellipsoids mit drei
Axen. Die Iingste ist die Gesichtsaxe, die beiden anderen
liegen in einer verticalen Ebene senkrecbt auf einander.
Ihre Richtung ist uubestandig, meistens weicht jedoch die
eine nur wenig von der horizontalen, die andere nur wenig von der verticalen Richtung ab, und in vier Fiinftbeilen der Falle ist letztere die kurzere.
Die Meridiane, welcbe in der Gesichtsaxe und eiuer
der kleineren Axen gelegeu siud, sind die Hauptmeridiane,
der eine mit Kriiuimungsmaximum na, der audere mit Krfimmungsminimum na’.
CXVIII. Der unregelrna/Xge Astiginatismus kann auf
zwei Ursachen reducirt werden: a ) die Kriimmungen der
Meridiane sind untereinander verschieden, ohne dafs sie
einem Ellipsold init drei Axen hinreicheud entsprecheii ;
b) monochromatiscbe homocentrische in einem und demselben Meridiane gebrochene Strablen bleiben nicbt bomocentrisch.
CXIX. Der uuregelmafsige Astigmatismus h&ngt fast
nur von der in jeder Hinsicbt unregelmlbigen Krystalllinse
ab. Diefs kann man aus Beobacbtungen am eigenen Auge
herleiten. Es geht aber aucb direct daraus hervor, dafs
1) die Polyopia monocularis, 2 ) die Strablen, welche an
Lichtpunkten sich zeigen, uiid 3) die radialen Lichtlinien
des entoptischen Spectrims ( L i s t i n g )
welche Erscheinungen von einer und derselbgp Ureache berriihreu und
sicb auf unregelmafssigen Astigmatismus be5iehen , - bei
Aphakie ganz verschwunden siud.
CXX. Bei AphaMe bleibt nur ein gewisser Grad von
regelmlfsigem Astigmatismus ubrig, der oich durch rein lilieare Ausdehnung eines Licbtpunktes in zwei cntgegengesetzte Kichtuugen (als Granzen des Focalraumes von S t urm)
kund giebt , wabrend eiii rundes Fleckcben uneefahr der
Mitte des Focalraumes entspricht. In 9 Fallen von Aphakie
mit S = 1 oder S > 1 , war, wie aus der Richtung der
-
487
Granzlinien des Focalraumes hervorging, m 7 ma1 ungefabr
vertical, einnial vollkommen horizontal. Dem entspracben
die Messuugeu des Radius der Horiihaut im horizoutalen
und verticalen Meridiane.
CXXI. Der Grad des regelmafsigen Astigmatismus As
I
wird ausgedriickt durch - wobei 1' die Brennweite einer
F'
cylindrischeo Linse ist, welche zu m' hinzugefugt, die Brennweite i n In' der in rn gleicb machen wiirde; I' wird in Pariser Zoll berechnet.
CXXII. Jcdes Auge ist astigmatisch. Bei mlf'sisigen Gra
den kann die& auf bekannte Weise dargethan werden. Bei
sehr geringen , von vie1 unregelmafsigem Astigmatismus begleiteten ist diet's schon scbwieriger. Die Veranderungen
in S beim Heruindrehen eines schwach cylindrischen Giases (& c oder & c) (Siehe CXXXV) vor dem Auge sind
d a m aber immer uoch beweiseud: bei einer gewlssen SteIlung des Glases erhtilt man die Sulnme, bei der entgegengesetzta den Unterscbied in dem Astigmatismus von Glas
und Auge.
CXXIII. As < & ist normal; As > & abnormal, weil
S dabei im Allgemeinen abgenommen hat rind der Gebrauch
von cylindrischen Glasern oft erwiinscht ist. As von $
oder 1 sind nicht sehr selten. Ich habe sogar As von
angetroffen.
CXXIV. T h om a s Y o u n g f a i d die beschriebene Asymmetrie zuerst an seinen eigenen Augen; in sehr abnormalem Grade fand sie zuerst der Astronom A i r y an seiuem
linken Auge; einzelne Falle kamen noch in England vor.
Wh e w e l l fiihrte dafiir den Terminus Astigmatismus ein.
Auf dem Continente Europas wurde nur eiu Fall bekannt,
der VOII einem schweizerischen Geistlichen an seinem eigenen Auge beobachtet wurde. Mit Unrecht werden diese
Faille aIs curiosa betrachtet. Wir haben gefunden, dafs
unter 30 oder 40 Augen eins von abnormalem regelmafsigem Astigmatismus affcirt ist. Hierher gehoren die ineisten
Falle von angeborner vermindertrr S.
+
488
CXXV. Ebenso wie der normale, bat der abnormale
As beinahe ansuahmlos hauptscchlich i n der Hornbaut seinen Sitz. Diet's ging aus der Vergleichung des Grades VOII
As rnit dem Unterschiede der Krummungsstrahlen der Hornbaut im verticalen und horizontalen Meridiane, also uogefahr in m und m', hervor. Aber erst wenii die Kriimmungsstrahlen in den Hauptmeridianen der Hornhaut bekannt sind,
kann der positive oder der negative Antbeil der Linse
richtig berechnet werden darch Vergleicbung mit dem Grade
des As und init m und m' des ganzen Syslemes.
CXXVI. Neulich babe ich ein Verfahren ermittett, um
die Hauptmei idiane der Hornhaut und ihre Kriimmongsstrahlen zu finden: die drei Lichter, deren Reflexionsbilder von
H e I m h o I t z , nach B e s s e l Y sMethode, fiir die Messungen
mit dem Ophthalmometer eingefijhrt sind, sind in einer verticalen Ebene um einen Puukt beweglich gemacht, der is]
der Axe .des Ophthaltnometers liegt, mit welcher Axe bei
der Beobachtuug auch die Hornhaataxe zosarnmentreffeu
mi& Solnit k6nneu ohiie Bewegung des Kopfes die Kruminungsstrahlen dureh Urehung der Lichter in alleo Meridiancu gemessen und so die des Maximums und Minimums
gefunden werden.
CXXVII. Aus solchen a n 15 Augen gemacbten Messungen der Horiihaut, und aus den an denselben Augen
genau ermittelten Richtungen der Hauptmeridiane und der
Grade VOII As, wurde' die Asymmetrie der KrystalIlinse in
Richtung und Grad berechnet, mid es hat sich ergeben,
dats - mit wenigen husrrahiiien - mit eiiier Asgwmetrie
der Hornbarit eine Asymmetrie der Krystalllinse zusammentrifft, dafs aber die Asymmetrie der Hornhaut grBfser, also
tiberwiegend ist, dnfs in der Hornhaut rn sicb dein verticalen, iu der Krystalllinse dagegen dem horizontalen Meridian zu iiahern pflegt, dafs sie aber keiiieswegs senkrecht
auf einandcr stehen, und dat's die Hauptmeridiane fur das
ganze dioptrische System dcs Auges deshalb mehr oder wen i p (bisweilen 30° rind nielir) voii den Hauptmeridianen
der Iiornhaut abweichen. Wahrscheiiilicb gelten dieselben
489
Verhaltnisse fIir deu normalen As. Jedenfalls kommt der
abnormale As dariu mit dem normalen iiberein, dafs rn i n
der fiegel dem verticalen, m' dem horizontalen Meridiane
sich nahert. Er scheint mithin als ein boherer Grad derselben Asymmetrie betrachtet werden zu inussen, die normale Augen besitzen.
CXXVIII. Will mail den Grad von As bei verminderter S bestimmen, so inufs man zuerst die Richtung der
Hauptnieridiane suchen. Diefs k a m auf zwei Weisen ge
schehen: erstens aus der Richtung der Linieu, in welcher
ein Lichtpunkt an der vorderen und hiliteren Granze des
Focelraumes gesehen wird (nur dann, wenn vie1 unregelmtiisiger As wit vorkommt, wird diese Ricbtung unrichtig
angegeben) , zweitens durch Herumdreheu eities ungefahr
corrigireiiden Cylinderglases vor dem 'Quge, wubei das Minimum und namentlich das Maximuin von S geuau unterschieden und angegeben werden.
CXXIX. W e n n man die Richtung der Hauptmeridiaue
kennt, so ist der am meisten practische W e g , urn nun R
f[ir 'dieselben zu hcstimmen.
Diefs gesehieht, indem man durch eine schmale Spalte
hindurch erst in der Ricbtung des einen und darauf in der
des anderen Meridiancs das starkste convexe oder das
schwlchste co~icave Glas hestimmt, womit iri die Ferne
scharf geseben wird.
CXXX. Auf diese Weise wird in beiden Meridianen
die Hefraction, also der Grad der Ametropie, oder in einem
der Meridiane E gefuiiden; und mit dem Unterschied in
der Refration der heiden Meridinne i b t auch As bekannt.
CXXXI. We.nn E oder H i n einem der Meridiane vurhanden ist, so ist es zur Erhaltung eiries sehr genauen Kesultates wiinschenswerth , die Accoininodation vor der Bestiinmung diirch Atropie zu paralysiren. Bestimmungen
v o n As bei Accommodation fiir p geben, wenn auch p fur
die beidcn Hauptmeridiime bei gleicher Convergeiiz be
stimmt wird , i n zwei einauderfolgenden Beobachtungen in
den beideii Hauptmeridianen nicht selten ungleiche Resul
490
late, wegen des Unterschiedes in der Anstrengung. Jm Allgemeinen jedoch scheint dasselbe Auge ungeftihr denselben
Grad von As bei verschiedenen Accommodationszustlnden
zu behalten.
CXXXIII. Die von S t o k e s zur Bestimmung des Grades von Astigmatismus construirte astigmatiscbe Linse, corrigirt den A s , 1aLt aber die Ametropie ungehindert bestehen, urid ist darum meistens wohl nicht ricbtig zu stellen,
es seg denn, dare im m uud m' Myopie vorhanden (was
selten der Fall ist), wobei sie d a m fur Leseprobeii in der
Nahe brauchbar ware. Sie lehrt auch nicht, was wir fiberdiefs zu wissen verlangen, den Grad der Ametropie in jedem der Hauptmeridiane kennen. In Verbindung mit syharischen Glasern ist die Metbode VOD S t o k e s und sind
auch gewiihnlicbe cylindrische Glsser zur Controle sehr
niitzlich.
CXXXIII. Auch die Methode von A i r y ist nnr bei
Myopie mit Astigmatismus anwendbar, und giebt aucb dann
nur ein ziemlich gutes Kesultat, wenn wenig unregelmafsiger As mit vorhanden ist. Fur Nichtmyopen modificirt, genugt die Methode noch vie1 weuiger.
CXXXIV. As kann unterschieden werden in myopisehm
Astigmatismus Am, hypermetropischen Ah ( der am haafigsten
vorkommt) und gemischten Ahm oder Amh. Am ist einfach
wenn E in m', in m dagegen M ; ausanamengesetst dagegen
wenn M sowohl in m' als in m vorkommt, d. i. M +Am.
Ebenso ist Ah einfach, wenn E i n rn und H in m', susammengesetst wenn H in m' und m d. i. H + H m vorhanden
ist. Beim gemischten As ist H in m' nit M in m vereinigt
und zwar entweder so, dafs M Qberwiegt Amh, oder H Ahm.
CXXXV. As wird (obgleich nicht mit mathematischcr
Genauigkeit ) durch cylindrische Glaser corrigirt. S wird
hierbei griiber, mitunter urn 2 bis 4 Male. Um in m und
m' (und damit fast i n allen Meridiauen) R = 00 zu erhalten, sind niithig:
I aser:
1. Einfache cylindrische C1"
a ) positive, meistens biconvexe, wit parallelen Axen
491
1
Sie werden durch - c an-
der beiden Cylinder.
L
gedeutet, wobei die Rrennweite L in Pariser Zoll
angegeben wird. Sie werden bei einfachem Ah
angewendet.
b) Negative, meistens biconcave, mit parallelen Axen,
-I c, bei einfacheln A m anweadbar.
L
2 ) Bicylindrische Glaser mit einer concaven und einer
convexen Flache, rnit vertical auf eiiiander gerichte-
ten Axen
1
c
c: bei Aulb und Ahm an7 -L
wendbar.
3) Spbiirisch cylindriecbe Gltiser , die eine Flticbe spbii-
risch, die andere cylindrisch, entweder convex
I
s
-!c:
- bei zueamL
meugesetztem Ah und A p , das ist, bei H + Ah und
bei M + Am, machen sie R = . Die gemeiuschaft1
c, oder beide concav
L
-
1
s
il)
lichen M und H bei diesen zusanimengesetzten Zustanden werden durch die spbsriscbe Fldche corrigirt,
das tibrigbleibeude Ah und A m respective durch die
convene und concave cyliadrische Fliiche.
Diere einfachen Formelo reichrn bin zur Bestellung aller dieser Glhssr
bei N a e h e t e t f i l s , Opticieos, Rue St. S6verio in Paris. Man fulle our
die W e r t h e von L in Pariser Zoll ein
Einige Beispiole wolTen wir hier folgen lassen:
Reduction von K = Q) iu allen Meridianen wird erbalteo bei
Am
All
A
mit
;
M -&+Am
H $,+Ah
H as r M
&
x
+&
)B
))
-25
qT
+c
SC -
4
e.
p
c.
S C _-,',,
r -z;
C.
C.
e.
Die Reductioii der Gllser fur den Fall, daib man R in
eine bestimmte eadliche Entferniing verlegen will, geschieht
iiach den bekannten Regeln, meistens durch Modification
der spberischen Flache.
CXXXVI. Die Symptome des normalen As sind:
492
1) Verminderte S (drirch eigenthumliche Mifsbildung
der Netzhautbilder), mitunter bis auf i-.
2 ) Indifferenz fiir ziemlich verschiedene sphlrische
Glaser.
3) Das Zerstreuungsbild eines Lichtpunktes, der mit
verschiedenen spharischen Glfsern beobachtet wird, ist in
zwei entgegengesetzten Richtungen inehr als gewbhnlich
verlangert.
4 ) P und R sind sehr verschieden fur Linien in zwei
entgegengesetzten Richtungen, entsprechend m und m'.
5) Die Beurtheilung der Dimensionen in genannten
Richtungen fallt auch sehr abweichend aus, tbeils wegen
des Unterschiedes in der Dimension der Netzhautbilder hei
richtiger Accommodation ( wegen des Lagenunterschiedes
von k' in na und na'), theils wegen der Irradiation bei unrichtiger Accommodation.
6 ) S wird beim Sehen durch eine Spalte verbessert,
namentlich danu, wenn ihre Richtiing rn oder m' entspricht.
7 ) An eineni beleuchteten Vierecke k h n e n (in Folge
des Mangeis an Achromatisnius), wenn man ein violettes
Glas vor das Auge h l l t , zwei Rander blau und die zwei
vertical entgegengestellten roth gesehen werden.
CXXXVII. Alle diefie Sgulptoine kann man an sich
selbst beohachten, sohald man ein cylindrisches Glas vor
das huge halt und dadurcb zieinlich regelmafsigeu As hervomift.
CXXXVIII. Objectiv kann man, bei binreiclreiidcr
Uebung, As aus dem Bewufstseyn des Anstrengungsunterschiedes der Accommodation erkeniieii, heim Scharfsehen
von iu entgegengesetzten Richtangen verlaufendeii Netzhautgefiifsen init dem Augenspiegel im aufrcchten BiIde. Ich
kann auf diese Weise sogar ziemlich genau die Ametropie in zwei entgegengesetzten Meridianen und somit den
Grad von As beurtheilen. Auch zeigt sicli die Sehnervenfllcbe oval verzogeu, wenn sie wie gewbhnlich rund ist
( K ii a p p ) . Die Verzerruog besteht in eotgegengesetzten
Richtuugen bei der Untersuchung im aufrechten und im
493
umgekehrten Bilde. Formunterschied bei der Untersuchung
nacb beiden Methodeu beweist somit das Vorhandeiiseyn
von As ( S c h w e i g g e r ) .
CXXXIX. As kann aucb durch Krankheiten der Hornhaut erhalten werden, ist aber d a m meistens mit einem
hoheii Grade von unregelmafsigem As combiiiirt. Dasselbe
is&der Fall, wenn die Linse durch partielle Luxation eine
schiefe Stellung erbalt. Wenn sie ziim Tbeile aus der Pupillenebene verschwindet , so ist dadurch ein hoher Grad
von unregelmafsigem As bedingt.
VI. Ueber die Aenderungen , cvcZche die ModrjCcntion des miltleren VoZums durch Aenderungen der
Ternperntur crieidet; von P . K r e r n e r s .
(Fortsetaung son Bd. 114, S . Al.)
L6sungeo von Schwefelslure.
1,7740 spec. Gew.
= 551,5 Atome
= 1095,2 Atome
82 =
31,0814
(220,6) SO,
(536,7) HO, SO,
').
I).
b
Temp.
a
b
1 9 O , 5 C. 112,5
119,5
40
241,O
243,O
40
60
168,6
283,5
80
99,5
388,O
398,O
50640
Temp
a
142,O
266,5
508,O
1) Die Losungen wurden in der huller (Bd. 114, S. 5 8 ) angegebenen
Weise analysirt, mit dem Unterschiede jedoch, dafs auch die in dem
Filtrat enthaltene schwefelsaure Baryterde, nachdem die bsende Salzs5ure durch Abdampfen entfernt wurden, nBher bestimmt wurde. Ihr
Gewicht betrug iibrigens nie mehr als 1 Milligrm. Die friihern Analysen sind also in Folge der Nichtberchtung dieses Umstrndes mit keinem merklichen Fehler behaftet.
2) Bei dieser und den folgenden Losungen ist angegeben das Gewicht des
mil der LBsung gefiillteu Apparats (Bd. 105, S. 362) und die Summe
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