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Die Research Corporation ein Versuch zur ffentlichen Verwaltung von Patentrechten.

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3 98
Cottrell: Die Research Corporation, ein Versuch zur offcntlichen Verwaltung von Patentrechten.
Basische Farbstoffe auf Baumwollg a r n , Musterkarte mit 80 Farbungen. Die Baumwolle
ist nach drei verschiedenen Verfahren gebeizt.
F a r b u n g e n a u f H a l b w o l l i t z e (StoBborte),
21 Muster, meist mit den ,,Hslbwoll"-Farben der Firma,
alle einbadig hergcstellt.
F i i r b u n g e n a u f L e d e r , Ksrte mit 60 Farbungen, teils mit basischen, teils mit sauren Farbstoffen.
Anilinfarben fur Transpnrentlacke,
68 meist s& brillante Aufstriche auf Stanniol.
Kalle & CO., -4.-G., Biebrich.
N a p h t h a z a r i n BX, N a p h t h a m i n b 1 a u S3B
und N a p h t h a m i n d u n k e l g r u n 2 G, G und Bsind
neue direkt ziehende Baumwollfarbstoffe.
B r i l l a n t t u c h b l a u R und 2 B werden in vier
Mustern vorgefuhrt.
[A. 126.1
Die Research Corporation, ein Versuch zur
off entlichen Verwaltung von Patentrechten.
Von F. G . COTTRELL,
San Francisco Cal.')
(Eingeg. 90.p. 1913.)
Vor etwa 7 Jahren stieB der Vortr. gelegentlich einer
in der University of California ausgefiihrten Arbeit iiber
eine Reihe von Problemen der Schwefelsaurefabrikation auf
gewisse Erscheinungen, die einen Ausblick auf wichtige
Verbesserungen in der elektrostatischen Niederschlagung
von Rauch und Staub aus chemischen und metallurgischeii
Betrieben eroffneten. Mit einem Male sah er sich der alten
Schwieri keit gegenuber, zwischen wissenschaftlicher und
wirtachaftlicher Betatigung den rechten Ausgleich zu finden,
da sich zur rechten Entwicklung der Erfindungen ihr Studium
an in der Praxis regelrecht eingefiihrten Konstruktionen
als unumganglich notwendig erwiee.
SchlieBlich wurde mit personlicher und finanzieller
Unterstiitzung seitens Prof. E d m o n d 0 ' N e i 1 1 s vom
Chemistry Department und Dr. H a r r y E a s t M i 11 e r
und E. S. H e 11 e r , zweier Schiiler dieser Abteilung der
Universitlit, die Ausbeutung in Angriff genommen und
Patentschutz erworben, wobei unter den in dieser Weise
tktig beteiligten die Abrede bestand, daB, wenn die Einnahmen aus dem Unternehmen die urspriingliche Einlage
rnit entsprechendem Nutzen wieder eingebracht hhtten, ein
betriichtlidher Teil der Patentrechte auf die University of
California oder irgend eine andere off entliche Institution
iibergehen sollte, die dann deren Verwaltung iibernehmen
wiirde, so zwar, daB sie den Grundstock eines Fonds zur
Forderung der Forschung bildeten. Man hegte also die
Hoffnung, daB dies zur Nacheiferung dienen und ahnliche
Beitriige von andern nach sich ziehen wiirde.
Die Angelegenheit und die technische Entwicklung der
Konstruktiion wurde iiber die mancherlei Schwierigkeiten
und VerdrieBlichkeiten der ersten paar Jahre hinweg zum
Ziele gefuhrt, und es dauerte nicht ganz 6 Jahre, bis das
letzte, wa5 die Griinder hineingesteckt hatten, wieder verdient worden war.
Zurzeit hat das Werk eine Basis -erreicht, auf der es
sich selbst unterhllt. Seine Bedeutung ist so weit gediehen,
daB die Aufsicht dariiber durch eine lokale Institution, z. B.
eine einmlne Universitat, ungeeignet erscheint, weil nur
eine Reprilsentation der gemeinsamen Interessen derjeni en,
deren Mitwirkung und Unterstiitzung dem Werke dien%ch
sein kann, einen vollen Erfolg gewahrleistet. Durch Direktor
J. A. H o 1 m e s vom U. S. Bureau of Mines, der ein sehI
titiges Interesse a n dem Unternehmen bekundet hat, wurdc
etwa 2 Jahre spiiter die Aufmerksamkeit der Smithsonian
Institution auf diese Sache gelenkt. Es folgte eine unverbindliche Unterredung, die im Oktober 1911 zu einem
formellen Angebot der Erwerbung der Patentrechte durch
die Smithsonian Institution fiihrte. Die einzige Bedingung
die an das Angebot gekniipft wurde, war, daB als Entgell
fur die Patentrechte ein Anteil an der Verwaltung einge.
raumt und die Ertrhgnisse der Forderung wissenschaftlichei
Forschung gewidmet werde.
1) Vort ag, gehalten auf dem VIII. lnt. KongreB fur angewandtc
bersetzt nach den Originalmitteilungen des Kongresses
aemie.
d
r*w?A?d?&La.
Im Dezember 1911 faBte nach eingehender Erwagung
md Besprechung rnit den voraussichtlichen Geachenkgebern
md unter ihrem Druck der Verwaltungsrat der Smithsonian
nstitution die folgende Resolution : ,,Der Verwaltungsa t halt es fiir die Institution nicht fur forderlich, direkter
Eigentumer der angebotenen Patentrechte zu werden. Er
beschlieBt, daB die Institution von den Patentinhabern die
Susicherung entgegennehmen miige, daB sie die Arbeit im
nteresse der Institution fortfiihren und die daraus erzielten
teingewinne an diese abgeben werden."
Weiterhin ermachtigte der Verwaltungsrat seinen Arx?itsausschuBund seinen Sekretiir Dr. C h a r 1 e s D. W a 1 ! o t t , mit denen, die das Angebot gemacht hatten, geneinsam eine Organisation auszuarbeiten, die entweder als
doBe Beihilfe oder als ein unabhangiger Rat von Kuratoren
d e r Direktoren zur Ubernhhme deu geschaftlichen Teils
les Unternehmens zu denken war.
I n Ausarbeitung dieses Planes haben die Organisatoren
iich bemiiht, sowohl die wirtschaftlichen wie die akademiichen Bediirfnisse, denen man dienen wollte, eingehend zu
itudieren. Im folgenden sind die Erwagungen mit entialten, wie sie auf die endgiiltige Gestaltung der neuen
3rganisation vielleicht bestimmend eingewirkt haben. Die
etzten Jahre sind charakterisiert durch die schnelle Entwicklung der Ausbildung in Ingenieur- und technischen
Kenntnissen, gleichzeitig .wuchs das Verstandnis fur die
wirtschaftliche Bedeutung dcr Forschung in der Industrie.
Dies alles fiihrte allenthalben zu der Forderung nach engerer
md wirksamerer Fuhlung zwischen den UniversitLten und
bchnischen Schulen einerseits und den industriellen
Unternehmungen andererseits.
Der beiderseitige Vorteil solcher Mitwirkung ist heutzutage allgemein anerkannt., doch weichen die Ansichten
iiber die zweckdienlichsten Methoden zu ihrer Ausfiihrung
voneinander ab, und wir befinden uns bei diesem Problem
noch im Stadium des Experimentierens.
Eine vielfach angewandte Lijsung des Problems besteht
darin, daB die Lehranstalten den Angehorigen ihrer Ver3uchslaboratorien erlaukn oder sie sogar dazu ermutigen,
daB sie in Privatdienste gehen. Eine andere Form der Mitwirkung sehen wir in den kiirzlich an verschiedenen Universitaten errichteten Industriellen - Genossenschaften, die
in ihren Laboratorien die Bearbeitung von Problemen &usEiihren fiir einzelne Firmen oder Verbande, wobei dime die
Ausgaben tragen und dafiir die ersten Friichte der Untersuchungen empfangen, jedoch unter Beschrankungen betreffs endgultiger Veroffentlichung und Venvertung, um den
Anspriichen der Universitaten und technischen Schulen gerecht zu werden.
Wenn auch diese und ahnliche Methoden, wie sie zurzeit gebriiuchlich sind, ihre Aufgabe ungefahr erfiillen, wird
ihnen von manchen Seiten der Vorwurf gemacht, daB sie
zu enge geschaftliche Beziehungen zwischen die akademischen Institutionen oder die Mitglieder ihrer Fakultaten
und die einzelnen finanziellen Interessen hineintragen. Als
eine weitere Moglichkeit, dazu bestimmt, dem letzteren Vorwurf bis zu gewissem Grade zu begegnen, ist die Research
Corporation gegriindet worden. Diese ist, kurz gesagt, ein
Verwaltungsrat, der die Aufgabe hat, ihm iibertragene
Patente zur Entwicklung zu bringen und sie zu verkaufen.
Die so erzielten Reingewinne sollen fur wissenschaftliche
Forschung verwendet werden, indem sie zu diesem Zweck
der Smithsonian Institution und anderen wissenschaftlichen
Lehrinstitutionen und Gesellschaften zuflieBen, die von dem
Verwaltungsrat von Zeit zu Zeit ausgewahlt werden. Auf
diese Weise falit schlienlich ein Teil der finanziellen Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen unserer akademischen Laboratorien von selbst a n diese zuriick, um
weitere Untersuchungen zu ermoglichen.
Dies ist aber lediglich ein Teil des Guten, das dieser Plan
im Auge hat. ,,Konservation" ist seit kurzem ein Wort
von groBter Bedeutung geworden, nachdem alle Arten wirtschaftlicher Verwiistung vie1 zu lange in ihrer Tragweite vernachlassigt worden sind. Die Manner a n unseren Universitaten und hohen Schulen haben im Kampfe fur diese
Bewegung in der ersten Reihe gestanden, jctzt handelt es
sich um etwas, was wir als ein geistiges Nebenprodukt von
ungeheurer Wichtigkeit bezeichnen mochten, ein Produkt
AufuUteil.
ltll8.1
a.J.h9.ne
Cottrell: Die Research Corporation, ein Vetsuch zur offentlichen Verwaltung von Patentrechten.
ihrer eigenen Tatigkeiten, das noch immer verloren egangen
ist. Dies ist die Masse wissenschaftlicher Tatsec!
l en und
Grundsiitze, die im Laufe einer Untcrsuchung entwickelt
werden, die aber mangels gehoriger geschaftlichcr Fiihrung
und Aufsicht niemals oder doch nur nach unnotiger Verzogerung an die breite offentlichkeit in Gestalt brauchbarer
Erfindungen gelangen, und dann oft auf Wegen, die die
urspriinglichen EnMecker ganz vergeseen machen.
Die Research Corporation war urspriinglich dazu bestimmt, der immer wachsenden Zahl von Miinnern in akademischen Stellungen zu dienen, die von Zeit zu Zeit gelegentlich ihrer Berufstiitigkeit a d brauchbare und patentierbare Erfindungen stol3en und weit davon entfernt, sich
personlich &ran bereichern zu wollen, froh sein wii.rde,n,
wenn ihre Erfindungen zum Wohle der Allgemeinheit ausgebaut wiirden, wahrend sie nicht geneigt sind, diesen Ausbau selbst vorzunehmen oder irgend welchen Privatintereasen einen EinfluB darauf einzuraumen.
Noch wahrend der Organisation wurde ingemen ersichtlich, daB eine Beachriinkung der Klesse der Patentgeber
auf Leute in akademischen Stellungen keinesfalls durchgefiihrt werden konne. Es meldeten sich nicht nur auBerhalb der Hochschulen stehende Einzelpersonen, sondern
auch geschilftliche Unternehmungen, die oftmals zufaLlig
patentflihige Erfindungen machen, die auBerhalb des eigenen
Arbeitsgebietes liegen .
Die Research Corporation erblickt ihre Aufgabe in
folgendem :
a) Durch Schenkung, Kauf oder anderweitig Erfindungen, Patentrechte und Patentbriefc der Vereinigten
Staaten oder anderer G n d e r zu iibernehmen, sie aufrecht
zu erhalten, zu venverten, auszubauen, danach zu fabrizieren, die Verfahren einzurichten usw., Handelsgeschafte
zu treiben, die im Zusammenhang mit der Verwertung der
Erfindungen stehen, die Patentrechte zu verkaufen, Lizenzen
zu vergeben oder anderweitig dariiber zu verfiigen, Abgaben
dafiir zu vereinnahmen, mit P a t e n t h Versuche anzustellen,
und ihren Wert und ihre Tragweite zu prtifen, sowie ihre
Brauchbarkeit und Wirksrtmkeit auf weitere Fabrikationszweige auszudehnen oder sie fur wissenschaftliche Zwecke
usw. nutzbar zu machen.
b) Mittel vorzusehen fur den Fortachritt und die Ausbreitung technisch-wiesenschaftlicher Forschungen und Versuche, indem alle Reingewinne der Korporation bis auf das
notwendige Geschaftskapital, sowie auch andere derartige
Gelder und Vermogen, die der Korporation gehoren, je nech
der von Zeit zu Zeit von dem Verwaltungsrat zu treffenden
Eeatimmung der Smithsonian Institution und dergleichen
wissenschaftlichen und Lehrinetituten und Gesellschaften
zuerteilt werden, deren Auswahl gleichfalls dem Verwaltungsrat zus-teht. Die Institute und Gesellschaften haben diese
Gelder zur Ausfiihrung von Untersuchungen zu verwenden.
c) Andere derartige Gelder und Vermogen einschlicBlich
der M i e n dieser und anderer Korporationen, die vielleicht
zur Verf" ng geatellt oder auch erworben werden konnen,
zu fiberne men, zu verwalten und dartiber zu verfiigen, in
Verfolgung dea Zieles der Korporation, und diese Geldcr
und die Einktinfte daraus zu den im vorhergehenden Paragraphen gekennzeichneten Aufgaben zu verwenden.
Da praktiecherweiee alle unter Fiihrung der Korporation
untemommene technische Betiitigung entweder unter Mitwirkung industrieller Werke oder der von Hoch- und Fachechullaboratarien ausgefiihrt wird, werden die Ausgaben
der Korporation in erster Linie in Aufwand fiir Venvaltungszwecke b t e h e n . Sie wurden f i i r das erste Jahr auf
loo00 Doll.geschatzt, mit der Erwartung, daB sich nach
diaser Zeit &as Unternehmen aua sich selbst erhalten wiirde.
Ah Resame fiir unvorhergesehene Falle wurde indessen das
Kapitrtl auf 20 000 Doll. festgesetzt und in 200 Shares von
je 100 Doll. eingeteilt. Die Ausgabe erfolgte unter der Bedingun daB keine Dividende daraid verteilt. vielmehr die
eiimtlic en Reingewinne fiir die vorgenannten Zwecke auf
gewendet werden sollten. Das gesamte Aktienkapital unterliegt ferner dem Vorkaufsrecht der Korporation, die die
Shares zu beliebiger Zeit durch ihrcn Direktorenrat zum
Nennwert zurtickkaufen kann, wiihrend ihre anderweitige
VeriiuDerung der ausdrticklichen Genehmigung des Direktorenrates bedad.
Y
k
399
Von der Gesamtzahl der 200 Shares wurden vorlaufig
101 ausgegeben und der Betrag in die Kasse der Corporation
als Betriebskapital eingezahlt. Die einzelnen Zeichner besitzen Lose von 3-10 Stiicken.
Direktoren, die nicht Aktien zu besitzen breuchen, gibt
es 15, von denen mindestens 7 eine beschluBfahige Versammlung bilden. Sie werden f i i r einen Zeitraum von
d*i Jahren gewahlt, wobei in regelmaaigem Turnus alljahrlich ein Drittel ausscheidet. Die Direktoren walllen im
Turnus jedes Jahr einen ArbeiteausschuB von f h f , von
denen drei zur BeschluBfiihigkeit notig sind.
Man hat vorgezogen, die h t e r des Priiidenten und
Geschaftsfiihrers nicht zu b t z e n , bis die Tatigkeit der
Corporation in vollem Zuge iat und die stiindigen Anforderungen und Verantwortlichkeiten dieser Beamten besser
iibersehen werden konnen. Ihre Obliegenheiten sind einstweilen dem Vizepriisidenten, dem Obmann des Arbeitsausschusses und dem Ingenieur iibertragen. (Letzterer gehort
offenbar nicht direkt zum Direktorenrat, sondern ist dem
ArbeitaausschuB beigegeben, wahrend einer der Direktoren
die Funktion des juristischen Beirates im Arbeitaausschun
ausiibt. Anmerkung des Vbersetzers.)
Die jetzige Organisation wird nicht ale fur alle Zeiten
und in allen Einzelheiten unabanderlich angesehen, wird
aber fur 'die einfachste und vor allem niitzlichste Einrichtung zur Durchfiihrung der ersten Stadien dieses wirtachaftlichen Experiments gehalten, bis es durch Erziclung entsprechender Vberschiisse seine Existenzfahigkeit bewiesen
hatte. Sache des Diroktorenrates wird es dann sein, die
Oberaufsicht iiber die Corporation endgiiltig zu regeln. Diese
Aufsichtsrechte konnten bestehen in Ausiibung des Ruckkaufsrechtes an samtlichen ausstehenden Aktien und in dem
Fhchte, diese anderweit zu verteilen, etwa unter Zuteilung des
Ganzen an die Smithsonian Institution oder vielleicht beaser
noch an eine Anzahl von Universitaten undahnliche Institute.
Selbstvemtiindlich soll daa nicht bedeuten, daB die betreffenden Institute damit irgendwie einen unmittelbareren
Anspruch auf die Einkiinfta der Corporation erwerben
wlirden als andere, da ja das Kapital dividendenlos angelegt ist; vielmehr wiirden me damit das Recht zur Wahl
von Direktoren erhalten, die der Corporation eine geschaftliche Verwaltung geben wiirden. Diese Venvaltung hatte
sich von durchgangig praktischen Gesichtspunkten leiten
zu lassen, naturlich aber in Vbereinstimmung rnit den
Idealen, die in dem Unternehmen verkorpert sind.
Die Bedingungen, unter denen jedes neue Patent von
der Corporation erworben werden 8011, liegen voKg in
Hiinden des Direktorenrats, indessen ist zunachst wahrscheinlich, daB man sich hauptaachlich mit solchen Patentrechten befassen wird, die ohne jede Beschrankung liinsichtlich der Verwaltung oder Verpflichtung zu einem Entgeld seitens der Corporation dieser angeboten werden. Alle
Anzcichen sprechen namlich dafiir, daB Angebote dieser Art
so zahlreich erfolgen werden, daB die Corporation damit
vollauf beachaftigt ist.
Der Rat hat Vollmacht, Patente zu kaufen, deren geschaftlicher Erfolg sicher erscheint. Auf den bereita bearbeiteten Gebieten werden wir oftem Erfindungen begegnen, die dem Ausbau diesea Gebietes dienen und iiber
deren Aussichten dann ein sicheres Urteil gefallt werden
kann. Vertrage mit Inhabern von Patenten betreffs deren
Verwaltung gegen Lizenzab abe diirfhn wahmoheinlich
nicht in Betracht kommen, esonders mit Riicksicht auf
die unvorhergesehenen Verwicklun en, die sehr leicht, wenn
nicht sicher eintreten infolge versc 'edener, einander widerstreitender Interessen.
Ein weit einfacherer, sicherer und niitzlicherer Wee fiir
den Patentinhaber scheint der zu sein, daB cr sich das Eigentumsrecht a n seinem Patent f i i r einen bestimmten geographischen Bezirk vorbehalt, wahrend er es f i i r einen anderen
Bezirk ohne Auferlegung von Lasten der Corporation iiberweist. Jede Verbesserung, die diese dann der Erfindung
angedeihen laBt, wird auch dom Erfinder zugute kommen.
Ale gutes Beispiel seien die ersten Patente angefiihrt,
die in Besitz der Corporation kamen, namlich die, wieoben
gesagt, anfknglich der Smithsonian Institution angeboten
worden waren. Die Inhaber dieaer Patente hatten zur Zeit
ihres urspriinglichen Angebots bereits betrlichtliche Zeit und
b
I
Wentzki: Stickstoffbestimmungsapparat.- Haussler: Stabchen zur Vermeidung des Siedeverzuges.
400
Geld an den Ausbau ihrer Erfindung verwandt, indesseii
hielten sie sich durch den ausschlieBlichen Besitz ihrer auslkndischen Patentrechte und der Ausfuhrungsrechte von
sechs westlichen Staaten (Californien, Oregon, Washington,
Idaho, Nevada und Arizona), sowie mit einer Lizenz speziell
auf die Zementindustrie in den ganzen Vereinigten Staaten
fur ausreichend entschadigt und waren bereit, alle iibrigbleibenden Patentrechte der Vereinigten Staaten als Grundstock fiir ein wirtschaftliches Experiment, wie es die
Research Corporation darstellt, herzugeben. AuBerdem fie1
an die Corporation ein Anteil von 10% des Reingewinnes
der Gesellschaften, die die Ausiibungsrechte fur die Weststaaten und fur die Zementindustrie erwarben, wahrend
zufallig in Verfolg der geschaftlichen Verhandlungen uber
die auslandischen Patentrechte heraus eine Reihe wertvoller Patsnte in die Hande der Corporation gelangte, die
von dem Deutschen E r w i n M o e 11e r herruhrten, ein
lebendiger Beweis fur die Tatsache, daB akademische O g a nisationen und besonders die der Smithsonian Institution
internationalen Geistes sind.
(Den SchluB des Vortrages bildet die Aufforderung an
alle Welt, mitzuarbeiten und das Unternehmen auf internationale Basis zu stellen.)
[A. 123.1
[an~$~d~m?&,e.
zunachst die gleiche wie die des Schiffschen Nitrometers.
Bevor man rnit der Verbrennung beginnt, wird das AbsorptionsgefaB bis zum Hahn b mit Kalilauge gefiillt, worauf
dieser geschlossen und die Verbrennung eingeleitet wird.
1st die Verbrennung beendigt, so fiillt man Kugel, Capillarrohr und MeBrohr rnit Wasser, offnet den Hahn b bei gehobener Niveauflasche 3 und driickt den im AbsorptionsgefaB angesammelten Stickstoff zunachst in die Kugel und,
nachdem der Hahn b wieder geschlossen ist, weiter in das
MeBrohr, wo seine Menge abgelesen wird. 1st die Stickstoffmenge sehr groB, so empfiehlt es sich, um die vollstandige Absorption der Kohlensaure zu sichern, den Stickstoff wahrend der Verbrennung von Zeit zu Zeit in die
Kugel zu drucken. I n diesem Falle mussen natiirlich Kugel
und MeDrohr schon vorher rnit Wasser gefullt werden. (Der
Apparat wird von der Firma Dr. Bachfeld & Co., Frankfurt a. M., in den Handel gebracht.)
[A. 120.1
Stabchen zur Vermeidung des Siedeverzuges.
Von Dr. E. P. H~USSLER.
Binges. 4.16. 1918.)
Zur Verhinderung des Siedeverzuges, der beim chemi-~
schen Arbeiten oft unangenehme Folgen hat (Verlust bei
prsparativen und quantitativen Arbeiten, Entziindung inStickstoffbestimmungsapparat.
folge Uberschaumens brennbarer Fliissigkeiten usw.) ist
eine Reihe von Vorschlagen gemacht worden, die sich zum
(Eingeg. 2i./K. 1913.)
Teil gut bewahrt haben und in dem bekannten Werke von
Im Anschlusse an die Mitteilung von Dr. R. R o e r - L a s s ,z r - C o h n eingehender besprochen sindl). Zur Verd a n s z l) uber den ,,Stickstoffbestimmungsapparat nach meidung des StoBens siedmder Fliissigkeiten hat sodann
F. F r i e r i c h s" gestatte ich mir, nachstehend einen E. P i e s z c z e k 2) eine Vorrichtung empfohlen, die aus
Apparat zu beschreiben, den ich bei der volumetrischen einem Glasrohrchen besteht, das am unteren Ende offen,
Stickstoffbestimmung nach D u m a s benutze. Der Appa- am oberen zugeschmolzen und mit einer Platinose versehen
rat (8. Abb.) besteht gleichfalls aus einem Absorptions- ist. Dieses Rohrchen kann man je nach der Venvendung
gefaB A und einem GasmeBrohr B. Beide sind aber nicht in ein Becherglas oder einen Rundkolben stellen, in letzwie bei dem Stickstoffbestinimungsapparat nach F r i e d - terem Falle laBt es sich mit Hilfe der eingeschmolzenen
r i c h s starr, sondern be- C)se wieder leicht herausziehen ; die im Rohrchen befindliche
weglich
durch
ein Luft verhindert den Siedeverzug. Nach W. B r e n d 1 e r 3)
Schlauchstiick verbun- soll ein Glasstabchen, das nur an seinem unteren Ende eine
den, wasmir ein Vorzug kleine Luftkammer hat, vorteilhafter sein, und eine iihnliche
zu sein scheint. Das Ab- Vorrichtung, wie sie B r e n d 1 e r beschreibt, wird nach
sorptionsgefafi ist der einer kurzen Mitteilung von C. W o y t a c e k 4, von der
Schiffschen
Burette Firma E. Dittmar & Vierth, Hamburg, schon seit einigen
nachgebildet und unter- Jahren in den Handel gebracht.
Wesentlich einfacher sind Siedeatabchen, die man sich
scheidet sich von dieser,
nbgesehen von der Gra- in kurzester Zeit selbst herstellen kann. Das Ende eines
duierung, dadurch, daB Glasstabes wird in der Bunsenflamme weich gemacht, ein
a n den Hahn der Burette Platindraht hineingedriickt und dieser nach dem Erkalten
noch eine Kugel ange- des Glases moglichst nahe an der Einschmelzstelle hin und
schmolzen ist, die im un- her gebogen, bis er abbricht. Wird diese Manipulation
teren Teile mit einem richtig ausgefuhrt, so ragt von dem Draht noch ein winziges
zur Befestigung des Teilstiick aus dem Glase hervor, liegt aber trotzdem in einer
Schlauches der Niveau- Vertiefung und kommt beim Einstellen des Stabchens in
flasche 1 dienenden das 3echerglas nicht rnit diesem in Beriihrung. Mit derStutzens und im oberen artig hergestellten Siedestabchen habe ich auch bei chemiTeile, am hochsten schen Operationen, bei denen sonst leicht ein Siedeverzug
Punkte, rnit einem recht- auftritt, wie Bestimmung der Oxydierbarkeit des Wassers,
winkligen Glasrohre ver- Zuckerbestimmung mit Fehlingscher Liisung, Auskochen
sehen ist. An letzteres ist von acetylierten Fettsauren usw. stets ein vollkommen
mittels eines Schlauch- gleichmaBiges Sieden der Fliissigkeit erzielt. Wiihrend sich
stuckes ein capillares in der Luftkammer der beiden oben beschriebenen VorGlasrohr angeschlossen, richtungen hin und wieder ein Teil des Niederschlages festwelches das Absorptions- setzt, ist dieser Nachteil bei meinen Siedestabchen nicht
gefaB mit dem MeBrohr moglich. Schmilzt man nach dem Vorschlage von P i e s verbindet. Ein in das Ca- z c z e k a n das obere Ende noch eine Platinose, so la&
pillarrohr eingeschmol- sich dasselbe auch in Rundkolben einfiihren und bei DestilZener Dreiwegehahn age- lationen verwenden. Die Lange der Stiibchen richtet sich,
stattet ein bequemes wie bei solchen, die lediglich zum Ruhren dienen, nach der
Fiillen der Kugel und des MeBrohres rnit der Sperrflussigkeit Hohe der Becherglaser (also etwas langer als die Gliiser
(Wasser). A19 MeBrohr benutze ich ein Lungesches Nitrometer, hoch sind). Bei Rund- und Stehkolben soll der obere Teil
doch kann statt dessen natiirlich jede beliebige fur vorliegen- des Stabchens noch in den Kolbenhals hineinragen.
1) Arbeitamethoden fiir organisch - chemische Laboratorien, IT.
den Zweck geeignete Gasburette benutzt werden. Die Niveauflaschen 1 und 2 enthalten Wasser, das NiveaugefaB 3 ist Auflage, I., S. 256.
2) Chem.-Ztg. 36, 198 (1912).
mit Kalilauge gefiillt. Die Handhabung des Apparates ist
b
3)
1)
Angew. Chem. 26, 143 (1913).
Verlag von O t t o S p a m e r , Leipzig.
4)
(%em.-Ztg. 37, 111 (1913).
Chem.-Ztg. 37, 301 (1913).
- Verantwortlicher Redakteur Prof. Dr. B. R a s s o a , Leipzlg.
- Spamersche Buchdmokerei
Lzpzig.
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