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Die Spectren der salpetrigen und der Untersalpeter-Sure.

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J. Moser.
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XII. D$e 8pectren der salpetAgen und der
Untersalpeter-fi&ure; von J a m e s M o s e r.
D a s Gesetz, jede chemische Verbindung hat ihr eigenes
Spectrum, liess mich erwarten, dass die Dampfe der salpetrigen und die der Untersalpeter - Saure verschiedene
Spectren zeigen wurden. 1)
Dem war nicht so. Ob ich arsenige Siiure oder Starke
mit Salpetersaure , ob ich allein Bleinitrat erwarmte, ob
ich Kupfer unter Luftzutritt in Salpetersiiure loste und
die jedesmal sich bildenden rothbraunen Dampfe oder
auch die in der Bunsen’schen Kette sich entwickelnden
spectroskopisch verglich a) - gleichviel, ich fand nur Gelegenheit, eine Beobachtung des Herrn L u c k s ) zu bestttigen: die Dampfe der salpetrigen und die der Untersalpeter-5aure zeigen gleiches Absorptions-Spectrum.
Ich stellte mir krystallisirte Untersalpetersaure her
und verfliissigte diese durch Erwarmen. Ein Theil der
farblosen Flussigkeit wurde unmittelbar verdampft , ein
anderer erst, nachdem er mit Wasser versetzt und dadurch auch salpetrige Saure erzeugt war.
Immer dasselbe Resultat: die Spectren der beiden
Dampfe, die ich im Apparat mit Hiilfe des Vergleichsprismas iiber einander erblickte, stimmten in allen ihren
Linien iiberein.
Die Frage nach der Ursache der Gleichheit der
Spectren lasst Herr L u c k unentschieden; zur Erklarung
der Thatsache sind nach ihm dreierlei Ansichten moglich:
1) Zwei verschiedene KSrper haben gleiche optische
Wirkung. 2) Die Absorption ruhrt von salpetriger Saure
her. UntersalpetersBure ist aufzufassen nach der Glei3) Die Absorption ist
chung 2 N,O, = N,Os, N,O,.
durch Untersalpetersaure erzeugt. Salpetrige Saure zerv
-
I) Pogg. Ann. CLX. p. 177 u. 196.
2) Beschreibung des Apparates: 1. c. p. 187.
3) Fresenius Z. S. f. anal. Chem. VIII. p. 402. 1869.
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J. Moser.
fallt beim Sieden in Untersalpetersiiure und Stickoxyd,
N,O, = NO, + NO.
Es bleibt also noch die Frage: ,,Welches ist die Ursache der Gleichheit der Spectren?" zu beantworten.
Nun hat 1868 Herr S a l e t l) unter der von den Eerren
P l a y f a i r und W a n k l y n gemachten Voraussetzung, dass
ein Molecul Untersalpetersaure, N,O, , sich bei Erhohung
der Temperatur in 2 Molecule NO, dissociire, nus den
Dampfdichtebestimmungen der H e r r e n D e v i l l e und T r o o s t
die den verschiedenen Temperaturen entsprechenden Zersetzungsgrade berechnet,. H e r r Sa 1e t machte ferner die
Annahme, dass N,O, ein farbloser, NO, ein braunrother
Dampf sei. Eine Rohre mit Untersalpetersauredampf erwarmte er, eine andere von constanter Temperatur verYangerte er , bis die Absorptionsspectren beider Rohren
gleiche Intensitat hatten. Die aus den Dissociationsgraden
berechneten Verlangerungen des Rohre stimmten mit den
beobachteten , so dass als erwiesen angesehen merden
kann, dass reine dissociirte Untersalpetersaure, NO,, ein
braunrother Dampf ist, der das in Rede stehende Absorptionsspectrum hervorruft.
Forner zeigen die 1873 veroffentlichten Untersuchungen
des Herrn B e r t h e l o t , 2 ) durch welche die der friiheren
Beobachter bestitigt werden , dass die Untersalpetersaure
eine sehr besthdige Verbindung, der salpetrige Dampf
dagegen ein Gemenge sei, das auch Untersalpetersaure
enthalte. Letzterer ist wieder die Fnrbe und das Spectrum
zuzuschreiben.
Es gibt hiernach nur eine gefarbte, das AbsorptionsSpectrum erzeugende Stickstoff -Sauerstoff - V e r b i n d u n g :
NO,. Die salpetrigsauren Dampfe sind ein G e m en g e.
Eine Ausnahme gegen das Gesetz: ,,Jede chemische Verbindung hat ihr eigenes Spectrum" liegt nicht vor.
B e r l i n , Laboratorium des Herrn Prof. H e l m h o l t z .
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~
1) C. R. LXVII. 11. 488.
2) C. R. LXXVII. 11. 1450.
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