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Die Spinverteilung in Ionenpaaren aus Alkalimetall-Kationen und 1-Aminoanthrachinon-Radikalanionen.

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isomere 6a ( E J ) und 6 b ( E . Z ) an, das durch fraktionierende Kristallisation aus Toluol getrennt werden kann.
Das Isomer 6c ( Z , Z ) ist ausschliel3lich durch Bestrahlen
(A= 254 nm) oder Erwarmung in Benzol(60"C) aus 6b erhaltlich. Die Zuordnung der drei Isomere (passende IRund MS-Daten sowie korrekte Elementaranalysen) zu den
vorgeschlagenen Strukturen griindet sich - in Kenntnis
ahnlich substituierter Pho~phaalkene~"-'~~
- auf NMRspektroskopische Daten1l4].Das 'H-NMR-Spektrum von
6b zeigt das typische Erscheinungsbild eines ABXY-Systems, das sich bei Phosphorentkopplung zu einem Doppeldublett mit 14.4 Hz fur die 3JHH-Kopplungskonstante
vereinfacht. Die ubrigen, aus den experimentellen Spektren nicht zu bestimmenden Kopplungskonstanten wurden
durch Simulation ermitteltl'41.
60
Die Spinverteilung in Ionenpaaren aus
Alkalimetall-Kationen und
1-Aminoanthrachinon-Radikalanionen**
Von Hans Bock*, Bernhard Hierholzer und Petra Schmalz
Die zweistufige reversible Reduktion von p-Chinonen in
aprotischer Losung wird durch Metallsalze beeinfl~l3t[l-~I;
insbesondere wird das zweite Elektron bei erheblich niedrigerem Potential irreversibel eingelagert. Als Ursache IaBt
sich die Anlagerung von Metall-Kationen M" an das solvatisierte Semichinon-Radikalanion [Q'e]soly. unter Bildung von Kontaktionenpaar-Radikalen[Q' eM'],Iv. und
Tripelionen-Radikalkationen [M"QQeM"],,I,. ESR-spektroskopisch nachweisen, z. B. mit Me = LiQ['I (vgl. Schema 1). Die positive Gesamtladung des Tripelionen-Radikalkations [M2Q]'" und das in ihm bereits vorgebildete Endprodukt, ein Salz eines Hydrochinon-Dianions, erklaren
sowohl die betrachtliche Erniedrigung des zweiten Reduktionspotentials als auch die Irreversibilitat der abschliefienden Elektr~neneinlagerung~~~.
6b
6c
Die 1,4-Diphospha-1,3-butadieneeignen sich als Liganden fur o-koordinierte Komplexe mit Ubergangsmetallen["I. Versuche, mit Maleinsaureanhydrid, Acetylendicarbonsaureester, Dimethylbutadien und Cyclopentadien pericyclische Reaktionen durchzufihren, verliefen negativl''!
Eingegangcn am 25. M a n 1987 [Z 21601
Ill a) R. Appel, V. Baflh, W. Paulen, F. Knoch, PhospfiorusSul/ur 26 (1986)
1; b) R. Appel, V. Winkhaus, F. Knoch, Chem. Ber. 120 (1987) 125; c) R.
Appel. C. Casser, ibid. 118 (1985) 3419; d) R. Appel, J. Menzel, F.
Knoch. ibid. 118 (1985) 4068.
[2] a) R. Appel, V. Barth, F. Knoch, Cfiem. Ber. 116 (1983) 938; b) G.Markl,
H. Sejpka, Tetrahedron Lett. 27 (1986) 171.
131 R. Appel, U. Klndgen, F. Knoch, Chem. Ber. 118 (1985) 1352.
141 R Appel, P. Fdling, W. Schuhn, F. Knoch, TetrafiedronLeft. 27 (1986)
1661.
(51 W. K. Mahler, J. Am. Chem. Sm. 86 (1964) 2306.
[6] A. Ecker. U.Schmidt, Cfiem. Ber. 106 (1973) 1453.
[7] C. Charrier, J. Guilhem. F. Mathey, J. Org. Cfiem. 46 (1985) 3.
[8] L. Ricard, N. Maigrot, C. Charrier, F. Mathey, Angew. Chem. 99 (1987)
590; Angew. Chem. Inl. Ed. Engl. 26 (1987) 548.
191 3: Hellgelbe Kristalle, Zers. a b 210°C; "C-NMR (20 MHz. CDCI,, 6Werte. Auswahl): 177.7 (dd, Jcp= 19.6 Hz, *Jeep- 16 Hz. P=C); "PNMR (32.4 MHz, CDCI,. H j W i ext.): 6 = 188.7 (s).
[lo] G . Becker. 0 . Mundt, Z . Anorg. Allg. Cfiem. 462 (1980) 130.
[Ill G. Becker, M. Ri)ssler, W. Uhl. 2. Anorg. Allg. Cfiem. 473 (1981) 7.
112) M. Yoshifuji, K. Toyota, N. lnamoto, Tetrahedron Left. 26 (1985)
1727.
1131 R. Appel, J. Menzel, Z . Anorg. Allg. Chem. 534 (1986) 100.
[I41 6r: Gelbe Kristalle, Zen. a b 260°C. Ausbeute 29%; 'H-NMR (60 MHz,
CDCI,, 6-Wert. Auswahl): 8.3 (dd, JnH=O Hz, 'JPn=4.7 Hz, 'JPn- 1.1
Hz, 2 H, P-C-H): "C-NMR (20 MHz, CDC13, 8-Wert. Auswahl): 176.3
(pseudo 1. 5-10.25 Hz, P=C); "P-NMR (32.4 MHz, CDCI,, H3P04
ext.): 6-269.5 (s). - 6b: Gelbe Kristalle, Zers. a b I5O0C, Ausbeute
39%); 'H-NMR (60 MHz, CDCI,, &Wefie, Auswahl, ABXY-System):
6A-8.25, 6u=6.52, P=C-H, J ~ s = 1 4 . 4Hz, JAx=22.2 Hz, JAy=10.7
Hz, Juy-39.4 Hz. Jsx-I7 Hz, Jxy=188 Hz); "C-NMR (20 MHz,
CDCI,, GWerte, Auswahl): 167.5 (dd, Jcr=46.5 Hz, 'Jeep= 17.1 Hz,
P-C), 171 (dd, Jcp=36.3 Hz, 'Jccp=28.8 Hz. P-C); "P-NMR (32.4
MHz. CDCI,, H 3 P 0 4ext., AB-System): 6,,=243.1 6.-284.5, JAB=188
Hz. - 6c: Gelber Feststoff, keine Elementaranalyse; 'H-NMR (60 MHz,
CDCI,, GWert. Auswahl): 6.85 (dd, JHH-O Hz, 'JPH=30 Hz, 'JPn-26
Hz, P=C-H); Y - N M R (20 MHz, CDCI,, 6-Wert, Auswahl): 161
(pseudo 1, J-38 Hz, P-C): "P-NMR (32.4 MHz, CDCI,, H3WI ext.):
6=246 (s).
[IS] R. Appel et al.. unverdffentlicht.
Angew. Chem. 99 (1987) Nr. 8
Schema 1.
Fur ENDOR-E~perimenteI~'
mit dem Ziel, die Spinverteilung in den intermediaren Kontaktionenpaar-Radikalen
[XoeM"],Iv, a~fzuklaren~"'~,
eignet sich I-AminoanthrachinonI6l. Es zeigt in Dimethylformamid (DMF) mit Tetran-butylammonium-perchlorat (TBAP) als Leitsalz zwei reversible oder quasireversible Halbstufen-Reduktionspotentiale bei -0.91 und - 1.57 V (AE=65 bzw. 100 mV). Zusiitze von z.B. LiCIO, oder Ba[Cl0,l2 beeinflussen das 1.
Halbstufenpotential nur geringfugig (& < 0.05 V); die
deutliche Absenkung des zweiten um 0.37 bzw. 0.48 V auf
- 1.20 bzw. - 1.09 V (AE= 120 bzw. 130 mv) weist auf Ionenpaar-Bildung (siehe Schema 1) hinI2-'! Der Abstand
0.. .N in der peri-stindigen Chelatzange betragt nur ca.
250 pm, so dal3 sich die Elektronendichten der 0- und NElektronenpaare bei der bevonugten Komplex-Konformation, in der der Winkel o zwischen der Winkelhalbierenden von HNH und der Sechsring-Ebene (Abb. 1) nahe
0" ist, nahekommen. Im Anthrasemichinon-Radikalanion
wird die Elektronendichte an den Sauerstoffatomen durch
x-Delokalisation der negativen UberschuBladung in Richtung der effektiven Ionenladung (M") gesteigert. Die ESRSignale der I-Aminoanthrasemichinon-Ionenpaar-Radikale lassen sich sattigen, so dal3 hochaufgeloste ENDORSpektren (Abb. 1) regi~triert~''und durch TRIPLE-ExperimenteI4l die Voneichen der einzelnen Kopplungen u H und
u M e bestimmt werden konnen.
Die ENDOR-Spektren (Abb. 1) der durch stochiometrische Alkalimetall-Reduktion von I-Aminoanthrachinon
eneugten"' und durch THF-Solvatation zusatzlich stabili-
[*I Prof. Dr. H. Bock, Dipl.-Chem. B. Hierholzer, Dipl.-Chem. P. Schmalz
lnstitut fur Anorganische Chemie der UniversitBt
Niederurseler Hang, D-6000 Frankfurt am Main 50
[**I Elektronentransfer und Ionenpaar-Bildung, 4. Mitteilung. Diese Arbeit
wurde vom Land Hessen, von der Deutschen Forschungsgemeinschdft,
dem Fonds der Chemischen Industrie und der A,-Messer-Stiftunggefordert. 1.-3. Mitteilung: [1]-[3].
~
0 VCH Verlagsgesellschafl mbH. 0-6940 Weinfieim. 1987
OO44-8249/87/0808-081 I $ 02.50/0
81 1
0.25
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5.0 7.5 10.0 12.5 15.0
l/rMe .10~[prn-'1-
r&10-~1prn~1-
Abb. 1. ENDOR-Spektren von I-Aminoanthrasemichinon-Ionenpaar-Radikalen mit Li' und Cs' in Tetrahydrofuran (THF) bei 200 K 151.
sierten Kontaktionenpaar-Radikale mit Li" und Cs", deren Ionenradien mit 60 bzw. 170 pm am starksten differieren, zeigen signifikante Unterschiede: Die Spreizung der
'H-Signalpaare um die Frequenz vH nimmt ab, die Metallkation-Kopplungen a M ' steigen. TRIPLE-E~perimente'~'
belegen verschiedenartige Vorzeichen der Kopplungen u x :
Fiir alle Ringprotonen (X=H)sind sie infolge n/a-Spinpolarisation erwartungsgemal3 negativ; fur alle angelagerten Alkalimetall-Kationen mit hinreichend groBen Hyperfeinaufspaltungskonstanten (X= Li", Na", Rb", Cs") dagegen positiv (vgl. 149.
Zur Struktur der 1-Aminoanthrachinon-Chelatein THF
liefern die Messungen folgende Hinweise: Eine StickstoffKopplung ( a 1 4 =~0.06 mT) wird nur mit dem alkylumhullten und daher weitgehend wechselwirkungsfreien nBu4N'Gegenkation beobachtetl7', d. h. wenn eine durch H-Briikkenbildung begunstigte erhebliche Drehung der NH2Gruppe (Abb. 1: o nahe 90°) eine weitgehende n,/n-Delokalisierung zuliil3t. Die positiven Me-Kopplungen legen
nahe, daB sich das Gegenkation auaerhalb der n-Knotenebene befindet und das N-Elektronenpaar daher nicht
vollstandig in Richtung des Semichinon-Sauerstoffatoms
gedreht ist (Abb. 1: O"<w<90°). Dies stimmt mit der Erwartung uberein, daD Alkalimetall-Kationen energetisch
bevorzugt an der Stelle mutmaBlich hiichster Elektronendichte der 0,N-Chelatzange ,,andocken" sollten, d. h. nahe
dem Semichinon-Sauerstoffatorn, aber auOerhalb der in
der n-Knotenebene liegenden 0 .N-Achse. Fur vergleichbare Strukturen aller hier untersuchten Kontaktionenpaare spricht, daR die ENDOR-Signale in allen Fallen
temperaturunabhhgig sindI2l.
Die Ringprotonen-Kopplungen in den 1-Aminoanthranehmen erwartungsgesemichinon-Chelaten [QoeM
maIJII*" mit steigender effektiver Ionenladung l / r M O (Abb.
2 oben) zu. Dieser Befund ist in Einklang mit dem
M ~ d e l l ~ ~daD
' , die durch Coulomb- Wechselwirkungen
C'0 -OsQ. . - M a erhohte Ladung an den Semichinon-0Atomen deren n-Spinpopulation zugunsten der an den
Ringwasserstoffatomen zuriickdrlngt.
Die Abhangigkeit der Coulomb-Wechselwirkung
\...
,-OSQ. . .Me von den Alkalimetall-Kationen l l B t sich
durch Korrelation ihrer s-Spindichten pMmmit ihren Volumina
(Abb. 2 unten) verdeutlichen. Hierzu wird angenommen, daR die Strukturen aller in THF geliisten Radi812
Abb. 2. Korrelationen von ENDOR-Daten der lonenpaare aus AlkalimetallKationen und I-Aminoanthrachinon-Radikalanion.
Oben: Auftragung der
'H-Kopplungskonstanten der Ringprotonen a".? und a,,4 gegen die effektiven M"4onenladungen I/rM a. Unten: Auftragung der Me-Spindichten
p L @ gegen die Kationenvolumina rh (vgl. Text).
kalanion-Chelate vergleichbar sind und daR die Spindichten pMnder nahezu kugelsymmetrischen Chelat-Kationen
nach der Beziehung p M O = uMolQMl - ' (analog der McConnell-Beziehung["? aus den ENDOR-Kopplungskonstanten
(Abb. 1) und den an Atomstrahlen bestimmten Hyperfeinaufspaltungen IQMI von Alkalimetallenlnhlabgeschgtzt
werden kiinnen. Die resultierende lineare Regression
p,~=0.157+0.0293 rhe mit einem Korrelationskoeffizienten r=0.999 (Abb. 2 unten) belegt, daR mit steigendem
Kationenvolumen r h o zunehmend positive n-Spindichte
p M e iibertragen wird. Nach dem Coulomb-Wechselwirkungsmodell x - O " Q - . . M a tragt hierzu vor allem die
mit der effektiven Ionenladung von Cse nach Li" abnehmende Spindichte der 0-,,Haftstellen" bei [*I. Dieser Effekt
fiihrt zugleich zu erhohter n-Spinpopulation der Ringkohlenstoffatome, welche sich durch das Anwachsen der Ringprotonen-Kopplungen nachweisen laRt (Abb. I und 2
oben).
0 VCH Verlagsgesellschaft mbH. 0-6940 Weinheirn, 1987
Eingegangen am 23. Mllz 1987 [Z 21641
[I]H. Bock, B. Hierholzer, F. Vicgtle, G . Hollrnann, Angew. Chem. 96 (1984)
74;Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 23 (1983)57.
(21 H. Bock, D.Jaculi, Angew. Chem. 96 (1984)298;Angew. Chem. Int. Ed.
Engl. 23 (1984)305; vgl. D.Jaculi, Diplomarbeit, Universitlit Frankfurt
1983.
[3]H. Bock, B. Solouki, P. Rosmus, R. Dammel, P. Hlinel. B. Hierholzer, U.
Lechner-Knoblauch. H. P. Wolf in H. Sakurai (Hrsg.): Organosilicon and
Bioorganosilicon Chemistry. Ellis Honvood, Chichester 1985, S. 45R
(siehe besonden S. 59-69). Vgl. hienu auch H. Bock, B. Solouki, S. Aygen, G . Brlihler, R. Dammel, J. Giordan, P. Hanel, H. Herrmann, 9. Hierholzer, T. Hirabayashi, D. Jaculi, W. Kaim, U. Lechner-Knoblauch. S.
Mohmand, H. Maller, P. Rittmeyer, B. Roth, U. Stein, Noua Acta LmpoC
dina. N.F. 59 (1985)92: H. Bock, Abh. Math.-Natunviss. KI. Akad. Wiss.
Lit. Main2 1986.Nr. 2. S. 1-35.
(41 Vgl. z.B.: W. Lubitz, M. Plato, K. Micbius, D. Biehl. J. Phys. Chem. 83
(1979)3401; H. Kurreck, 8.Kirste, W. Lubitz, Angew. Chem. 96 (1984)
171 ;Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 23 (1984)173 und jeweils zit. Lit. uber
ESR-Untersuchungen an Semichinon-lonenpaaren berichten beispielsweise E. A. C. Lucken, 1. Chem. Soc. 1964,4234:N.Hirota in E. T.
Kaiser. L. Kevan (Hrsg.): Radical Ions, Wiley-lnterscience. New Yort
1968,S. 35f.: T.E. Gough, P. R. Hindle, Can. 1. Chem. 47(1969) 1698,
3393.
W44-8249/87/0808-0812S 02.SO/O
Angew. Chem. 99 (1987) Nr. 8
[5] Zusammenfassend berichten Uber Untersuchungen an lonenpaaren unter
verschiedenartigen Gesichtspunkten z. B. a) J. M. Masnovi, J. Kochi, J.
Am. Chem. Soc. 107 (1985) 788 I ; b) E. S. Gould, Acc. Chem. Res. 18
(1985) 22; c) W. Kaim. ibid 18 (1985) 160; d) A. Streitwieser, Jr., ibid. 17
(1984) 353; e) J. M. Lehn, h r e Appl. Chem. 52 (1980) 2303; f) A. Kaifer,
D. A. Gustowski. L. Echegoyen, V. J. Gatto, R. A. Schultz, T. P. Cleary,
C. R. Mor, D. M. Goli. A. M. Rios, G. W. Gokel, J. Am. Chem. Soc. 107
(1985) 1958 und jeweils zit. Lit. Vgl. auch 141.
161 Reduzierbare Chelatbildner mit 0- oder N-Haftstellen wurden fur ESW
ENDOR-Untersuchungen an Radikal-lonenpaaren bereits mehrfach verwendet; Beispiele sind: a) Kronenether mit reduzierbaren n-Systemen
wie Chinonen (vgl. [I]); b) orfho-Chinone (vgl. z. B.: J. A. Pedenen: C R C
Handbook of EPR Spectra from Quinols. CRC Press, Boca Raton, FL,
USA 1985 oder [2]); c) Semidione (vgl. z.B.: G. A. Russell, C. E. Osuch, J
Am. Chem. Soc. 100 (1978) 5979 oder 141); d) N-Heterocyclen wie a,a'Bipyridyl (vgl. z.B.: W. Kaim, ibid. 104 (1982) 3833 und jeweils zit.
Lit.).
171 1-Aminosemianthrachinon-Radikalanionmit nBu4N' als weitgehend
wechselwirkungsfreiem Gegenkation IaDt sich in DMF/TBAP-Wsung
elektrochemisch erzeugen. Fur die ESR-Untersuchungen wird THF als
Wsungsmittel gewshlt, weil es relativ zu polaren Solventien wie D M F die
Bildung von Kontaktionenpaaren begiinstigt (vgl. z. B.: K. A. M. Greber,
K. S. Chen, J. K. S. Wan, Reo. Chem. Infermed. 5 (1984) 37; E. Lesniewska-Lada, M. K. Kalinowski, Electrochim. Acta 28 (1983) 1415 und jeweils
zit. Lit.). Die lonenpaare Alkalimetall-Kation-1-Aminoanthrasemichinon
werden in THF durch Reduktion von 1-Aminoanthrachinon an entsprechenden Metallspiegeln hergestellt; zur haparation von Rb- und CsSpiegeln bewihrte sich die thermische Zersetzung ihrer h i d e in Gegenwart feinkbrnigen Eisenpulvers. Die ENDOR-Messungen erfolgten mit
einem Spektrometer Bruker 220 D; unter den verwendeten Magnetfeldern von etwa 3.4 kG betragen die Frequenzen vx der einzelnen Isotope
(rel. Haufigkeit): 'H 14.46 MHz (99.98%),'Li 5.62 MHz (92.6%), z'Na
3.82 MHz (lo00/0), "Rb 4.73 MHz (27%) und '"Cs 1.90 MHz (loOO/o).
181 a) H. McConnell, 1. Chern. Phys. 24 (1956) 632; b) vgl. beispielsweise J.
Bolton, J. Wertz: Electron Spin Resonance - Elementary Theory and Applicarions. McGraw-Hill, New York 1972.
den konner~'~'.
Da die Fettsaure erst im letzten Reaktionsschritt mit der Aminogruppe des Sphingosinteils verkniipft
wird, ist dieses Syntheseverfahren auch fur empfindliche
Sauren geeignet. Wir haben es nun genutzt, um Lactosylsphingolipide rnit ungesattigten Fettsauren zu synthetisieren, die die Membranbildung und die Membranfluiditat
fiSrdernt4'. Dazu wurden 0-acetyliertes 0-(a-Lactosy1)trichlora~etimidat[~~
als Donor und 3-0-benzoyliertes Azidosphingosin["I als Acceptor rnit BF3. OEtz als Katalysator
zum Glycosid lc7]
(Ausbeute 85%) umgesetzt. Bei sukzessiver Zugabe von 0.05 Aquivalenten Katalysator konnte die
konkurrierende Orthoesterbildung vollstandig zuriickgedrangt werden. Desacylierung mit Natriummethanolat/
Methanol ergibt quantitativ 2, und Reduktion der Azidgruppe mit H2S/Pyridin lieferte das bereits auf anderem
Wege erhaltene Lactopsychosin 3I3l. Fur die Ankniipfung
von 01-, Linol-, Linolen- und Arachidonsaure bewahrten
sich am besten deren Saurechloride, die mit Oxalylchlorid
erzeugt wurden. Ihre Reaktion mit 3 in Anwesenheit von
Natriumacetat in Tetrahydrofuran (THF)/Wasser fuhrt in
guten Ausbeuten (65-74%) zu den Lactosylceramiden 4-7.
Diese kiSnnen durch Peracetylierung und nachfolgende
Desacetylierung mit FlorisiltS1(4, 5) oder direkt durch Reversed-Phase-Chromatographie (6,7 ; RPl8[''1, n-ButanoV
MethanoVWasser, 50 :32 : 18) rein erhalten werdenL7'.
RO@*:
Lactosylceramide mit ungesattigten Fettsauren Synthese und Vemendung zur Erzeugung von
Doppelschichtmembranen**
Von Richard R . Schmidt*, Thomas Bar und
Hans-Juergen Apell
Professor Wolfgang Pfleiderer rum 60. Geburtstag
gewidmet
Glycosphingolipide sind Membranbausteine, die mit ihrem Lipidteil, dem N-acylierten Sphingosin ( =Ceramid),
am Aufbau der aul3eren Plasmamembran-Doppelschicht
beteiligt sind. Der hydrophile Kohlenhydratteil wird dadurch auf der auDeren Membranoberfliiche lokalisiert, so
dal3 er die Spezifitat der Wechselwirkungen mit Zellen und
verschiedenen Biofaktoren determinieren kannl'l. C
Sphingosin ist die wichtigste Sphingosinbase in den meisten Geweben der Mammalia; betrlchtliche Mengen des
Czo-Homologen werden in den Gangliosiden des Gehirns
gefunden. Als N-Acylgruppen werden unsubstituierte und
a-Hydroxyfettsauren angetroffen, die Doppelbindungen
enthalten k6nnent2I.
Doppelschichtmembranen konnten rnit den bisher zur
Verfiigung stehenden, chemisch meist uneinheitlichen Glycosphingolipiden nicht erhalten werden. Wir haben kiirzlich ein Syntheseverfahren entwickelt, mit dem Glycosphingolipide in sehr guten Ausbeuten rein hergestellt wer['I Prof. Dr. R. R. Schmidt, DipLChem. T. Bar
Fakultat fur Chemie der UniversilHt
Postfach 5560, D-7750 Konstanz
Dr. H.-J. Apell
Fakultat fur Biologie der UniversitPt Konstanz
I**]
Glycosylimidate, 30. Mitteilung. Diese Arbeit wurde von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft und dem Fonds der Chemischen lndustrie gefbrdert. Wir danken Prof. Dr. P. Liiuger. Konstanz, fur wertvolle Diskussionen. - 29. Mitteilung: R. R. Schmidt, G. Effenberger, Liebigs Ann.
Chem.. irn Druck.
Angew. Chem. 99 (1987) Nr. 8
RO
OR
OR
1: X = N
,, R = Ac, R' = BZ
2: X = N
., R = R' = H
3: X = NH2. R = R' = H
0
4: !-R"
0
II
6: C-R"
0
II
7 : C-R"
R'-COCI.
NaOAc. THF
0
E
0
5: C-R"
ll
OR'
h
0
- I
P
- -
0
=
0
=
Um die Komplexitat der Zellmembranen zu verstehen,
miissen zungchst in einfachen Modellen die Eigenschaften
und Wirkungsweisen einzelner Membrankomponenten untersucht werdeni9I. Deshalb haben wir mit der Doppelschicht-Technik von Miiller et
lo] Doppelschichtmembranen mit den Glycosphingolipiden 4-7 aufgebaut und
durch Messungen der elektrischen Kapazitat an ,,schwarzen Filmen" (black bilayer membrane, BLM) die Dicke
der Membranen ermittelt[ll."I. Aus 3- bis 4proz. LiSsungen
von 4-7 in n-Decan/l-Butanol (100 :1) konnten Doppelschichtmembranen beachtlicher Lebensdauer (bis zu mehreren Stunden) und Stabilitat gegen hohere Spannungen
(Messungen bis 300 mV) erzeugt werden (Flache
0 V C H VerlagsgesellschaftmbH. 0-6940 Weinheim. 1987
0044-8249/87/0808-0813 S 02.50/0
813
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