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Die Strahlung glhender Oxyde und Oxydgemische im sichtbaren Spektralgebiet.

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H . Hoppe. Strahlung g l u h n d e r Oxyde u. Oxyclgemische usw. 709
Dde ,YtrahZway gZuhencEer Oxyde wmd
OxydgernCsche C
m sCchtbarem Spektralgebietl)
Vom H. H o p p e
(Mit 16 Figuren)
A. Einleitung
I n einer Arbeit von G. L i e b m a n n 2 ) ist fur chemisch einheitliche Oxyde eine Methode zur Messung ihrer Temperatur
ausgebildet und nuf einzelne Oxyde angewandt worden. Die
vorliegende Untersuchung hatte das Ziel, auch binare Mischungen
von Oxyden, z. B. diejenigen, die den Auerstrumpf bildet, naher
zu betrachten; insbesondere wurden solche Oxydgemische studiert, bei denen ein ungefarbtes, d. i. ein im Sichtbaren wenig
strahlendes Oxyd, mit einem im Sichtbaren stark strahlenden
gemischt ist. Zunachst wurden noch mehrere fur das Problem
in teressante reine Oxyde durchgemessen : Zirkonoxyd (ZrO,),
Zinnoxyd (SnO,), Neodymoxyd (Nd,O,), Ceroxyd (CeO,), um
einen erweiterten oberhlick uber das Gebiet der reinen Oxyde
zu gewinnen. Daran schlossen sich Untersuchungen uber
Oxydgemische, die z. T. wie die Auermasse fur die Beleuchtungstechnik bereits wichtig sind, z. T. fiir deren kiinftige
Entwicklung von Bedeutung sein konnen. Dabei wurde wieder
der EinfluB der KorngroBe besonders beachtet. Den SchluB
der Untersuchungen bildeten Messungen an durchsichtigen
Einkristallen (wei6er Saphir, Bubin), hauptsachlich zu dem
Zweck, urn festzustellen, ob die ,,Fleckmethode" zur Temperaturrnessung auch an durchsichtigen Korpern, fur die sie j a s. Z.
zuerst von F. S karupy3) vorgeschlagen wurde, brauchbar ist.
Was die geschichtliche Entwicklung anbetrifft, so erubrigt
es sich, hier aiif Einzelheiten einzugehen, da, abgesehen von
den Liebmannschen Untersuchungen, die erst in allerneuester
Zeit angestellt wurden, die bisher erschienenen Arbeiten uber
Strahlungsmessungen in dem Artikel von F. S c h r o t e r 3 sowie
1) Gekurzte Berliner Dissertation.
2) G. L i e b m a n n , Ztschr. f. Phys. 63. S. 404. 1930.
3) F. S k a u p y , Ztschr. f. Phys. 12. S. 177. 1922.
4) F. S c h r o t e r , Selektive Temperaturstrahlung, Handbnch der
phys. Optik (Hrsg. Gehrke) 2. S. 857-906. 1928.
46
A n d e n der Physik. 6. Folge. 16.
710
Annulen der Physik. 5. Folge. Band 15. 1932
in dem von Lax und P i r a n i ' ) iibersichtlich zusammengestellt sind.
B. Die Herstellung und Analyse der PrZlparate
a) Die Aluminium-Chromoxyd - Mischungen. Wie in der
Arbeit von G. L i e bni ann2), wurden die zu messenden Oxyde und
Oxydmischungen auf der Oberfliiche eines Nernststiftes aufgetragen und wie dort ihre Temperatur und Strahlung bestimmt.
Dagegen bedurfte es fur die Herstellung der Oxydmischungen
und fur ihre Analyse (nach Sonderung in verschiedene Korngro6en) besonderer Methoden, die im folgenden beschrieben
werden sollen.
Es liegt der Gedanke nahe, die beiden Ausgangsoxyde
z. B. A1,0, und Cr203, in einem vorher festgesetzten Verhiiltnis zu vermengen (etwa in der Reibschale) und aus diesem
Mischprodukt die Praparate herzustellen. D a aber diese rein
mechanische Art im allgemeinen keine geniigend gleichmaBige
Vermischung der Einzelbestandteile gewahrleistet, wurden die
beiden zu mischenden Substanzen aus einer gemeinsamen
Losung ausgefallt. Zu diesem Zweck wurden sehr verdiinnte
Losungen der Nitrate der zu untersuchenden Oxyde iu vorher
berechnetem Verhiiltnis gemischt und zur gleichzeitigen Ausfallung der Hydroxyde in uberschiissigen, verdiinnten Ammoniak
gegossen. D a sich die hierbei entstehenden Hydroxyde in
Ammoniumnitrat nicht losen, konnen sie leicht abfiltriert und
vergliiht werden. Man erhiilt so schlie6lich eine reine und
gleichmagige Mischung der Oxyde. Das gewiinschte Mischungsverhaltnis kann dadurch leicht erhalten werden, daB man den
Oxydgehalt der Ausgangslosungen durch Eindampfen bestimmter Volumina und Wagen des Gliihruckstandes bestimmt.
Die Herstellung der einzelnen KorngrGRen und ihre Bestimmung war dieselbe, die yon G. L i e b m a n n z ) angegeben
wurde. Bei den reinen Oxyden konnten alle auf diese Weise
hergestellten KorngroBen ohne weiteres fiir die Praparate
verwandt werden; bei den Oxydmischungen zunachst nur die
KorngroBen I (2-4 p ) und I1 (1-2 p). Fur die KorngraRe I11
(1/2-1 p) muate jedoch erst der Nachweis erbracht werden,
da6 sich durch das Aufschlammen die Zusammensetzung d e r
Fraktionen nicht geiindert hatte. Uin nun eine etwaige Anderung des Prozentgehaltes nachzuweisen, wurde die Substanz,
1) E. L a x u. M. P i r a n i , Temperaturstrahlung fester Ktirper, Handbuch d. Phys. (Hrsg. G e i g e r u. S c h e e l ) '21. s. 190-272. 1929.
2) G. L i e b m a n n , a. a. 0.
H. Hoppe. Strahlung gliihender O x y d e u. Oxydgemische usw. 711
aus der die Praparate der KorngroBe 111 hergestellt wurden,
einer quantitativen Analyse unterworfen.
Das zu untersuchende Aluminium-Chromoxydgemisch der
KorngroBe I11 wurde zunachst mit Kalium-Natriumcarbonat im
Porzellantiegel aufgeschlossen, wobei sich das Chromoxyd in
Chromat verwandelte. Die so erhaltene Substanz wurde in
destilliertem Wasser gelost und mit Salzsaure und Jodkalium
versetzt. Nachdem mit einer N/lOO-Thiosulfatlosung titriert')
worden war, konnte man nun leicht den Chromoxyd-Prozentsatz
der Al,O,-Cr,O,-Mischung
berechnen.q
Das Gemisch der KorngriitSe 111, das der eben beschriehenen Analyse unterworfen wurde, bestand aus 99,2
Aluminiumoxyd und 0,s
Chromoxyd. Es ergab siqh ein Chromoxydgehalt von 0,74 O l o 7 also keine wesentliche Anderung des
Prozentsatzes im Verhaltnis zur Ausgangssubstanz. Man durfte
mithin annehmen, daB die 0,s igen Aluminium-Chromoxydgemische von den drei verschiedenen KorngroBen 1, 11, I11
alle denselben Chromgehalt hesitzen. Die im Verhaltnis zur
KorngroWe I und I1 veranderte Strahlung der KorngroBe III
kann also nur durch die verschiedenen KorngroBen bedingt sein.
b) Die Thor-Ceroxydnzischungen. Die Herstellung der
Tho,-Ce0,-Mischungen war dieselbe, wie die eben beschriebene.
Nur muBte hier von einer Untersuchung der Strahlungseigenschaften in Abhangigkeit von der Korngrofie in dem bisherigen
Sinne abgesehen werden. Mehrere Versuche, die gewiinschten
feinen KorngrGBen herzustellen, schlugen fehl. Selbst durch
sehr langes Pulvern in der Achatreibschale erhielt man kaum
kleinere Korner als 2 p wegen anscheinend zu groBer Harte
der Kristalle. Ebenso fuhrte das oben geschilderte Aufschlammen mit destilliertem Wasser zu keinem brauchbaren
Resultat, weil schon nach kurzzeitigem Stehen der Suspension
fast die ganze Substanz ausgefallen war. Der Grund, daB
diese letztgenannte Methode hier fehlschlug, mag wohl darin
zu suchen sein, dafi die spezifischen Qewichte von Thoroxyd
( s = 9,9) und von Ceroxyd (s = 7,7) erheblich grofier sind als
die von Aluminiumoxyd (s = 3,8) und Chromoxyd (s = 5,0),
(so da13 die Teilchen in der Flussigkeit zu schnell herabsinken),
1) Da bei dem Aufschlufi des Oxydgemisches etwas Glasur des
Porzellantiegels in den Schmelzflufi iibergegangen war und eine weide,
die Titration st6rende Triihung hervorrief, wurde diese durch vorheriges
Filtrieren heseitigt. Im ubrigen standen diese Ergebnisse in guter
Ubereinstimmung mit denen, wo der AufschluB in einem Platintiegel
gemacht wurde.
2) Genaueres hieruber ist aus , , T r e a d w e l l , Quantitative Analyse",
S. 425 u. f. zu ersehen.
46*
712
Annalen der Physik. 5. Folge. Band 15. 1932
und daB vielleicht gar nicht geniigend kleine Korner vorhanden
waren. Um bei den Thor-Ceroxydmischungen iiberhaupt
Strahlungmessungen bei verschiedenen KorngroBen ausffihren
zu konnen, muWte man sich auf groBere KristallgroBen beschranken. Die 95 Thoroxyd-5 "loCeroxydmischung wurde
daraufhin n a h r studiert. Durch kurzzeitiges Pulvern in der
Porzellanreibschale konnte man erreichen, daB die KorngroSe
einmal 5-10 p und einandermal 8-20 ,u im Mittel betrug.
Bei den Mischungen, cleren Strahlung in Abhangigkeit von
der Zusammensetzung untersucht wurde, betrug die KorngroBe
durchschnittlich 1-3 p.
c) Die Magnesium-Zinkox ydmischungen. Die Herstellung
der Xagnesium-Zinkoxydmischungen war indessen einfacher
als die, welche bei den Aluminium-Chrom- und Thor-Ceroxydmischungen zur Anwendung knm. Da Mg(OH), durch Ammoniak nicht vollstiiodig ausgefiillt w i d , muBten die Mischungen
durch Eindampfen und Vergliihen der vermengten Nitratlosungen hergestellt werden.
C. Messungen an reinen Oxyden
Die Messungen des Emissionsvermogens im Roten sowie
die Bestimmung der wahren Temperatur wurden nach der
,,Fleckmethode" ausgefuhrt, die G. L i e b m a n n ' ) bei seinen
Untersuchungen benutzte. L)a die individuelle Herstellung der
Flecke aus Nernstmasse beachtet werden zu miissen scheint,
wurde der Temperaturabfall iiinerhalb der Flecke neu bestimmt. E s ergab sich f u r die Abhangigkeit der Oberflachentemperatur von der der Unterlage eine der L i e b m a n n s c h e n
ahnliche Kurve.2) Nun wurden mehrere Flecke aus Nernstmasse auf die OberflBche der Praparate aufgetragen und ihre
schwarzen Temperaturen sowie die ihrer Umgebung pyrometrisch im Roten festgestellt. Aus den beiclen schwarzen
Temperaturen kann man d a m fur die betreffende Wellenliinge
das Emissionsvermiigen nach der Formel: AA = EAT,: EA T,,
berechnen, worin E A T die von einem schwarzen Kijrper der
Temperatur T bei der Wellenlange I ernittierte Energie (auf
entsprechende Einheiten bezogen) bedeutet.. Das Pyrometer
p\rurde in gewissen Zeitabstanden mit einer nur fur Eich1) Ausfuhrliche Ueschreibung vgl. G . L i e b m a n n . a. a. 0.
2) Hiernach aasgefiihrte Strahlungsmessungen an bereits von
G. L i e b m a n n untersuchten Oxyden stimmten mit den dort erhaltenen
Resultaten iiberein.
H . Hoppe. Slrahlung gluiihender Oxyde u. Oxydgemische usw. 713
zwecke dienenden Bandlampe verglichen, die mit einem von
der Reichsanstalt neu geeichten Siemens-Mikropyrometer iibereins timmte.
Die Messungen wurden stets an verschiedenen Praparaten
mit mehreren MeBflecken ausgefuhrt. Trotz der Mittelwertbildung aus verschiedenen Einstellungen war die Streuung der
MeBpunkte immerhin noch so grog, daB die Kurven, die die
Abhangigkeit des Emissionsvermogens im Roten von der Temperatur darstellen, als Gerade durchgezogen wurden. Alle
Werte fur Al beziehen sich auf
Emission senkrecht zur Oberflache.
Fig. 1. Das EmissionsvermSgen
einiger Oxyde in Abhangigkeit
von der Temperatur und Korngr6Be fur I = 0 , 6 6 5 ~
Fig. 2. Die spektrale Verteilung des
Emissionsvermogens von Zirkonoxyd
bei verschiedenen KorngrGBen
Soweit irgend mijglich, wurden alle Rechnungen graphisch
nach der Methode der logarithmischen Isochromaten ausgefuhrt. Die Werte der benutzten Konstanten des P l a n c k Watt om2 und
schen Strahlungsgesetzes waren el = 5,88
c, = 1,432 cm Grad. Es sei hier noch ein Fehler erwahnt,
der bei der Herstellung der Oxydmischungen entsteht, und der
betragen wurde.
etwa 3
Es wurden zunachst noch einige reine Oxyde durchgemessen, die von L i e b m a n n nicht untersucht sind, wie
Zirkonoxyd (ZrO,), Zinnoxyd (SnO,). Sodann interessierten
neben den weiBen Oxyden auch solche, die als Farbungsmittel
1) Ausfiihrliche Disknssion der Rechnungen und FehIer vgl.
G. Liebmann, a. a. 0.
714
Annalen der Physik. 5. Folge. Band 15. 1932
bekannt sind, und von denen man annehmen konnte, daB sie
im Sichtbaren stark ausgepragte Banden besitzen wiirden, wie
Ceroxyd (CeO,), Neodymoxyd (Nd,O,).
Es sei hierbei erwahnt, daB sich die einzelnen Oxyde
und ebenso die Oxydmischungen beim Erhitzen verschiedenartig verhielten. Von den clrei reinen Oxyden ZrO,, SnO,
und ZnO, die im kalten Zustand weiB aussahen, zeigten die
SnO,- und ZnO-Praparate beim Erhitzen eine Gelbfarbung,
die mit steigender Temperatur intensirer wurde, wahrend bei
den ZrO,-Praparaten keine Farbanderung zu beobachten war.
Die Gelbfarbung trat bei Zinkoxyd starker hervor als bei
Zinnoxyd. Ferner wiesen die ZnO-Praparate schon bei niedrigen Temperaturen starke (rot leuchtende) Risse auf (die
sich gegen das gelblich leuchtende Oxyd stark abhoben), so
daB keine exakten Messungen daran ausgefiihrt werden konnten;
beim Abkuhlen trat die entgegengesetzte Farbhnderung auf.
Als sehr unbestandig erwiesen sich die Nd,O,-Praparate,
die aus dein violett anssehenden Neodymoxydpulver hergestellt
waren, und die nach dem Erhitzen braunlich aussahen. Wahrend alle ubrigen Oxyde und Oxydgemische durch das Erhitzen auf hohe Temperaturen zu einem festen, lagerfahigen
Korper zusammengesintert waren, zerfielen die Nd,O,-Praparate nach kurzer Zeit wieder in das violette Ausgangspulver. E s wurden ebenfalls Praparate hergestellt aus Kupferoxyd (CuO), Kobaltoxyd
(COO) und Praseodymoxyd (Pr203),die aber
wegen der auch schon
bei niedrigen Temperaturen auftretenden starken RiBbildung keine
brauchbaren Resultate
lieferten.
D. Messungen
an Oxydgemischen
Fig. 3. Das Emissionsvermogen der
Al,O,-Cr,O,- Miachungen in Ahhiingigkeit von der Temperatur und Zusammensetzung (It = 0,665 p)
a)Aluminium-C hromoxyd. Die auf die oben
beschriebene Art hergestellten AluminiumChromoxydmischungen
waren je nach dem
Chromgehalt mehr oder
weniger griin gefarbt.
H . Hoppe. Strahlulzy gliihender O q d e u,.Oxydgemische usw. 715
Nach dem Erhitzen auf dem Nernststift (erst bei ziemlich hohen
Temperaturen: etwa 1600O abs.) hatte sich das Griin in
Rosa verwandelt , das bei grofieren Chromzusatzen intensiver
G
@7300°
1500O
1700°
WahreBmperatur
U
1900Oabs.
Fig. 4. Das Emissionsvermagen der 99,2O/, A1,0, 4- 0,8n/0
Cr,O,-Mischung
in Abhangigkeit von der Temperatur und Korngrofle fur t = 0,665 p
Fig. 5. Die spektrale Verteilung des Emissionsvermiigens
der Al,O,-Cr,O,-Mischungen bei 1600° abs.
Fig. 6. Die spektrale Verteilung des EmisBionsvermSgens
der 92,2 u/o A1,0, + 0,8o / o Cr,O,-Mischung bei verschiedenen KorngrBBen
war als bei geringeren. Die KorngroBenbestimmung ergab vor und
nach dem Erhitzen auf dem Nernststift bei allen AluminiumChromoxydmischungen dieselben Werte; namlich 2-4 p.
716
:;I
Annalen der Physik. 5. Folge. Band 15. 1932
I
.$
h
$@
W2he Empem'w
Fig. 7. Das Emissionsvermogen der ThO,CeO,-Mischungen
in Abhangigkeit van der Temperatur und Zusammenseteung fur 1 = 0,665p
Fig. 8. Die spektrale Verteilnng des EmissionsvermGgens von Ceroxyd
Q5
Q55
Q6
065
We//en/ange
Q7p
Fig. 9. Die spektrale Verteilung des Emissionsvermijgens
der Tho,-Ce0,-Mischungen bei 1400" abs.
H . Hoppe. Strahlung gliihender Osyde u. Osydgemische usw. 717
b) Thor-Cerosyd. Die Praparate der Tho,-Ce0,-Mischungen sahen wei6 aus, mit Ausnahme derjenigen, die einen CerProzentsatz von 20
enthielten; diese hatten eine schwache
t'
ITz
n
445
45
1255
46
WeYenbnge
1265
1
12%
47
Fig. 10. Die spektrale Verteilung des Emissionsvermijgens
der Tho,-Ce0,-Mischungen bei 1600" abs.
Fig. 11. Die spektrale Verteilung des Emissionsvermijgens
der Tho,-Ce0,-Mischungen bei 1800" abs.
gelbliche Farbung. Die Praparate aus reinem Ceroxyd zeigten
die bekannte gelbe Farbe. Beim Erhitzen ging bei allen
ThO,-CeOp-Mischungen sowie bei reinem Ceroxyd das WeiBe
bzw. Gelbliche im kalten Zustand vor der Glut in Gelbbraun
und Rotbraun iiber. Uer entgegengesetzte Farbwechsel trat
beim Abkiihlen ein, so daB die Praparate die urspriinglichen
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0838 I ) 7-24
ren Beobachtern festgestellt
worden. Ich mochte noch
erwahnen, daB die ThorCer-Praparate wenig zur
RiBbildung neigten, im Gegensatz zu den AluminiumChromoxydpraiparaten, die
bei der Herstellung be-
E. Temperatur- und Strahlungsmessungen
an durohsiohtigen Einkristallen
(weiBer Saphir und Rubin)
a) Die ~ r ~ i ~ z u n g ~ Zum
~ e ~SchluB
~ a eder
. Untersuchungen
wurden Strahlungsmessungen an durehsichtigen, klaren Einkristallen vorgenommen, und zwar geschah dies aus zweierlei
Griinden. Einerseits urn die Brauchbarkeit der ,,Fleckmethode",
d. h. die bei den friiheren Messungen benutzte Temperaturbestimmung mit Hilfe eines aufgetragenen F'leckes aus Nernstmasse an durehsichtigen Kiirpern zu priifen, und andererscits,
um die erhaltenen Resultate bei der Diskussion der KorngroBenfrage verwenden zu konnen. Die zur Verfiigung stehenden
Steine (weiBer Saphir und Rubin) waren zu Parallelepipeden
(die Kantenlangen waren verschieden) gleicher GroBe geschliffen
und wurden in kleinen Ofchen elektrisch mittels-. einer
Platinumwicklung geheizt. l) Die auBere Umhiillung des Ofchens
bildete ein Ring aus Magnesolit, der einen Schlitz von 1 mm
1) Die hier beschriebenen Ofchen wurden nach einem Vorschlag
von G. L i e b m a n n angefertigt und stellen eine Abilnderung der seinerzeit von F. H e n n i n g angegebenen Heizmethode dar.
H . Hoppe. Strahlung gliihender Ozyde u. Oxydgemische usw. 719
Breite zwecks Durchfuhrung des Platinheizbleches trug. Der
Raum zwischen diesem Ring und den1 Platinblech war mit
einem schlecht warmeleitenden Material ausgefiillt , um die
Wkmeverluste moglichst gering
zu halten. I n der Fig. 13 ist die
Heizvorrichtung etwa im Verhaltnis
2 : 3 verkleinert abgebildet. Urn bei
den Emissionsmessungen keinen
Beitrag van der Strahlung des
gluhenden Platins zu erhalten,
wurde auf genaue Planparallelitat
und Rechtwinkligkeit der Flachen
geachtet.
Fig. 13.
b) Die Teml)eraturmessung. Einkristall-Heizvorrichtung
Die Steine wurden nacheinander
in drei ijfchen gebracht, die fiir die
optischen Beobachtungen in den drei verschiedenen Richtungen,
entsprechend den verschiedenen Dicken des Parallelepipeds,
dienten. Nachdeni mehrere ,,Nernstflecke" auf die Beobachtungsflache aufgetragen waren, wurde
die schwarze Temperatur der
,,Nernstflecke" und die ihrer
Umgebungen pyrometrisch bestimmt, woraus sich leicht die
wahre Temperatur und das
Emissionsvermogen des Kristalls
in der jeweiligen Lage berechnen liel3.
c) Die Strahlmgsmessungen.
I n Fig. 14 sind die Werte des
Emissionsvermogens (fur il =
0,665 u) in Abhangigkeit von
der Temperatur dargestellt. E s
zeigt sich also, daB das Emissionsvermogen im Roten beim
Rubin mit steigender Tempe- Fig. 14. Das Emissionsvermagen
ratur sehr stark wachst, und des Rubins und weiaen Saphirs
6 6 ,u bei verschiedenen
beim weigen Saphir nur einen fur 1 = 0 , Schicbtdicken
geringen, in dem beobachteten
Temperaturintervall konstanten, fur alle Schichtdicken gleichen
Wert annimmt.
Es sei noch erwahnt, dxB die fur den Rubin charakteristische rote Parbe (bei Zimmertemperatur) mit zunehmender
Temperatur immer dunkler und der Rubin selbst immer un-
720
Annalen der Physik. 5. Folge. Band 15. 1932
durchsichtiger wurde. Unter Zugrundelegung der Beziehung :
+ D + R = 1 ( A = Absorptionsvermogen, D = Durchlassigkeit, R = Reflexionsvermiigen) und des Kirchhoffschen Gesetzes kann man schon aus dieser Beobachtung allein folgern,
dafi das Abnehmen der Durchlassigkeit und des Reflexionsvermogens im Roten rnit steigender Temperatur ein Wachseu
des Absorptionsvermogens und somit des Emissionsvermogens
bedeutet. Im iibrigen hatten H e n n i n g und H e u s e l) bereits
festgestellt, daB sich das Emissionsmaximum, das fur Zimrnertemperatur bei 0,54 p liegt, mit wachsender Temperatur nach
dem Langwelligeu verschiebt. Inwieweit die dort gefundenen
Werte (in Fig. 14 durch x dargestellt) von den vorliegenden
abweichen, muB dahingestellt bleiben, da weder die Schichtdicke und Wellenlange genau iibereiustimmten, noch die chemische Zusammensetzung der Kristalle bekannt war.
Beim weiBen Saphir wurde auBerdem das Emissionsvermogen im Blauen mittels eines S c h o t t schen Farbglases
bestimmt; dieses lie5 sich auf analoge Reise unter Benutzung
der Wolframemissionswerte leicht berechnen. E s ergab sich
f u r il = 0,47 p derselbe Wert wie im Roten (A = 0,665 p),
niimlich: 3 Ole, ebenfalls im untersuchten Temperaturintervall
konstant und fur die drei Schichtdicken gleich.
A
F. Diekuesion der Ergebnisse
Die Fig. 1, 3, 4 und 7 stellen das Emissionsvermogen
der untersuchteu Oxyde und Oxydgemische fur rotes Licht
(A = 0,655 p) in Abhangigkeit von der wahren Temperatur und
KorngrOBe dar ; dieses wachst bei allen (auBer Chromoxyd)
rnit steigender Temperatur. Ilie Kurven 1 und 2 der Fig. 1
zeigen die Ergebnisse von Zirkonoxyd mit den KorngraWen
2-4 p und 1/2-1 p. Sie lassen erkennen, daB auBerdem das
Emissionsvermogen in dem untersuchten KorngroRenbereich
mit kleiner werdender KorngriiBe sinkt. Die Kurven 3, 4
und 5 (Fig. 1) stellen das Emissionsvermogen von Neodymoxyd, Ceroxyd und Zinnoxyd fur rotes Licht dar. Ferner
wurden nochmals Messungen au den f u r die spater zu betrachtenden Gemische wichtigen Oxyden (Thoroxyd, Aluminiumoxyd, Maguesiumoxyd und Chromoxyd) vorgenommeu, wobei
diese samtlich aus den zugehorigen Nitraten durch Vergluhen
gewonnen waren. Die Annahme, da8 vielleicht die Strahlungseigenschaften wegen des verschiedenen Herstellungsverfahrens
nicht rnit den L i e b m a n n schen Ergebnissen iibereinstimmten,
1) F. H e n n i n g u. W. H e u s e , Ztschr. f. Phys. 20. S. 132. 1923.
H. Hoppe. Strahlung gluhender Oxyde u. Oxydgemische usw. 721
bestatigte sich nicht (aukier bei Thoroxydbl) An den Praparaten aus reinem Ceroxyd wurden auBerdem Messungen des
Emissionsvermogens im Roten nach der Reflexionsmethode
ausgefuhrt. Es ergab sich, daB die hiernach gefundenen Werte
mit denen nach der ,,Fleckmethode" gemessenen innerhalb der
MeBgenauigkeit ubereinstimmten.
Bei den Aluminium-Chronioxydmischungen (Fig. 3 nnd 4)
verursacht schon ein geringer Zusatz von Chromoxyd ein
erhebliches Anwachsen des Emissionsvermogens im Roten,
das nicht mit der beigemengten Chromoxydmenge in linearem,
sondern in logarithmischem Zusammenhang steht. Fig. 15,
4-91
Fig. 15. Zusammenhang zwischen dem EmissionsvermSgen im Roten
und dem Chromoxyd-Prozentsate der Al,O,-Cr,O,-Mischungen
in cler als Ordinate das Emissionsvermogen im Roten und als
Abszisse der Chromoxydprozentsatz in logarithmischen Einheiten
aufgetragen ist, zeigt, daB sich fur konstante Temperaturen
Gerade ergeben. Das trifft natiirlich nur zu fur die Prozentsatze, die geniigend a7eit von Null, d. h. von reinem Aluminiumoxyd entfernt sind, da ja log 0 = - co ist.
Man kann also hier den Ansatz machen: E= B log P+C,
worin E das Emissionsvermogen im Roten, P den Chromoxydprozentsatz und l3 und C Konstante bedeuten. Fuhrt man
die Rechnung durch, so ergibt sich eine gute nbereinstimmung
mit den gemessenen Werten. E'iir die Konstanten B und C
erhiilt man die Werte: l3 = 0,20 und C = 0,44.
Was den EinfluB der KorngroBe auf die Strahlungseigenschaften anbetrifft, so liegt hier dasselbe Ergebnis vor wie bei
0,8 o/o Cr,O,-Mischungen
den reinen Oxyden. Die 99,2 o/o A1,0,
+
1) Die von G. L i e b m a n n fur Thoroxyd gefundenen Werte liegen
etwas hoher als die oben angegehenen. Inwieweit hier KorngrSBenunterschiede die Ursache der Abweichung sind, mu8 dahingestellt bleiben,
da G. L i e b m a n n ehenfalls 1-3 p im Mittel angibt.
722
Annabn der Physik. 5. Folge. Band 15. 1932
wurden daraufhin naher studiert, und es zeigte sich auch hier,
daB mit abnehmender KorngroBe das Emissionsvermogen abnimmt.
Bei den Thor-Ceroxydniischungen bewirken auch schon
geringe Zusatze von Ceroxyd eine erhebliche Anderung des
Emissionsvermogens. I m Qegensatz zu den Al,O,-Cr,O,Mischungen ist bei diesen fur konstante Temperaturen keine
logarithmische Abhangigkeit des Emissionsvermogens von dem
beigemengten Ceroxydprozentsatz vorhanden.
Urn bei den Oxydgemischen den EinfluB der Temperatur
und des Prozentgehaltes klarer erkennen zu konnen, wurden
die spektralphotometrischen Messungen bei mehreren verschiedenen Temperaturen ausgefiihrt, niimlich bei 1400, 1600 und
1800O abs. Hohere Temperaturen konnten nicht erreicht werden,
da sich dann groBe Risse an der Oberflache der Praparate
bildeten, und dadurch die Ergebnisse wegen der auftretenden
Durchstrahlung des Nernststif'tes unbrauchbar wurden. Bei
niedrigeren Temperatnren waren in den meisten Fallen die ins
Spektralphotometer gelangenden Intensitaten zu gering, um
genaue Messungen vornehmen zu konnen.
Das Emissionsvermogen des Zirkonoxyds im Sichtbaren
Fig. 2 (2-4 p ) steigt nach dem Kurzwelligen hin a n und scheint
dort ein Maximum zu haben. Was den EinfluB der KorngrijBe
in den verschiedenen Spektralgebieten betrifft, so ist zu sagen,
daB das hohe Emissionsvermogen im blauen Gebiet durch Ahnahme der KorngroBe weit mehr erniedrigt wird als das niedrige
Emissionsvermogen im roten Gebiet. Bildet man das VerEmissionsvermb;genG,obes
, so ist dieses im Blauen
ha1tnis Ernissionsvermb;genFi"~~
Kern
groBer als im Roten. Man hat aus dem Verlauf der Xurven
den Eindruck, daB sich das Emissionsvermogen mit sinbender
KorngroBe nicht dem Wert Null, sondern einem von Null verschiedenen Werte nahert. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu der von F. S k a u p y und Q. L i e b m a n n gegebenen
Kurve'), allerdings nur d a m , wenn man den Sitz der Absorption
im Kristalliten selbst annimmt. Vielleicht ist die Abweichung
im Sinne der Skaupyschen Annahme einer Korngrenzenstrahlung erklarbar.
Trotzdem der Nernststift und somit das Zirkonoxyd in
verschiedenen Gebieten der Physik eine ziemlich wichtige Rolle
spielt, liegen recht wenig Arbeiten uber Spektralmessungen
1) F. Skaupy u. G . Lieb mann , Phys.Ztschr. 31. S. 373. 1930,
Fig. 1 ; Ztschr. f. Elektrochem. 9. 784. 1930, Fig. 1.
H.Hoppe.
Strahlung gliihender Oxyde u. Oxydgernische usw. 723
vor. P i r a n i l) erhalt fur das Emissionsvermogen des Zirkonoxyds i m R o t e n zwischen 1070 und 1570" abs. 6-lo"/,,, also
einen etwas niedrigeren Wert als den oben angegebenen. Inwieweit KorngroBenunterschiede die Strahlungsintensitaten beeinflussen, kann nicht gesagt werden, cla P i r a n i hieriiber keine
Angaben macht. Der von F o r s y t h e a ) angegebene Wert von
16 O/" wiirde mit vorliegendem gut iibereinstimmen.
Bei Ceroxyd (Fig. 8) verflacht sich das bei niedrigen
Temperaturen im Violetten gelegene Maximum und verschiebt
sich nach dem Langwelligen. Zu einem ahnlichen Resultat
sind auch S c h a u m und W i i s t e n f e l d 3 ) bei ihren Messungen
gekonimen:.
Eine Ubersicht iiber die spektrale Emission der AluminiumChromoxydmischungen bei 1600 O abs. wahrer Teinperatur
gibt Fig. 5.
Wahrend im Langwelligen schon wenige Prozent Chromoxydbeimengung eine Steigernng des Emissionsvermogens hervorrufen, bewirken diese im Kurzwelligen ein Sinken. Besonders
zu beachten ist wohl hierbei, daB das Emissionsvermogen von
Aluminiumoxyd, das im Violetten nahezu gleich 1 ist, durch
eine geringe Chromoxydbeimischung auf fast die Halfte seines
Wertes herabgedriickt wird. So bewirkt z. B. ein Chromoxydzusatz von 5 O / , ein Sinken des Emissionsvermogens im Violetten
von 92O/"bei reinem Aluminiumoxyd auf 53 "lo. WBhrend der Anstieg des Emissionsvermogens im Boten durch Zusatz von Chromoxyd sich leicht auf die Strahlungseigenschaften des letzteren
zuruckfiihren laBt, ist die Abnahme des Emissionsvermogens
im Blauen bei demselben Chromzusatz sehr schwer zu erklaren,
d a doch der groBte Teil des Aluminiumoxyds noch vorhanden
ist und demnach die ihm zukommende Emission ausiiben miil3te.
Ferner ruckt die bei geringen Chromoxydzusatzen im Griinen
vorhandene Rande mit wachsendem Chromgehalt scheinbar ins
Rote. D a sich die Strahlungseigenschaften in Abhangigkeit
von der Zusammensetzung ganz gesetzmal3ig andern und stets
in derselben Richtung, kann man wohl kaum auf Strukturanderungen schlief3en. Um die Mischkristallbildung rontgenographisch zu klaren, standen leider keine Mittel znr Verfiigung.
Die Werte des ErnissionsvermGgens, die sich bei 1400 a n d
1800° abs. ergaben , sind in der folgenden Tabelle zusammen_______-
1) M. P i r a n i , Verh. d. D. Phys. Ges. 13. S. 19. 1911.
2) W. E. F o r s y t h e , Phys. Rev. 'LO. S. 101. 1922; 25. S.252. 1925;
Journ. Opt. SOC. Bmer. 16. S. 307. 1928.
3) K. S c h a u m u. H. W i i s t e n f e l d , Ztschr. f. wiss. Photogr. 10.
S. 212. 1911/12.
Annalen der Physik. 5. Folge. Band 15. 1932
724
gestellt; die graphische Darstellung ergibt, da8 die das
Emissionsvermogen der Al,O,-Cr 0,-Mischungen bei 1400 und
180O0 abs. Kurven dieselben $'ormen haben wie die entsprechenden bei 1600O abs.
-
-_
. .
I in p
1400O
abs.
.__
0,750
0,725
0,700
0,675
0,665
0,650
0,625
0,600
0,575
0,550
0,525
0,500
0,475
0,450
0,425
39,2O/, A1,0,
O,So/o Cr,O,
1400O
abs.
1800O
abs.
____
+
-_
--
1800O
abs.
1400"
abs.
~~
~
~
-
0,29
032
0,34
0,36
0,42
0,49
0,54
0,52
(0937)
0,38
0,39
0,40
0,42
0,45
0,51
O,63
0,59
-0,40
0,42
0,43
0,45
0,49
0,52
0.52
0150
0,56
0,65
0,50
0,61
0,58
0,58
0,63
(0172)
0,73
0,80
(0,84)
(0,861
0,54
(0,611
0,63
0,70
0,48
0146
0,45
0,47
(0,50)
-
(0,781
(0,80)
-
-
-
0,GO
~
~
-
-
((442)
0,43
0,46
0,49
0,a
0,53
0,47
0,48
0,49
0,58
0,61
0,51
0,50
0,50
-
1800O
abs.
__ _ _
__ ~_ _ _ __
~
~~
1800~ 1400,
abs.
abs.
0,51
0,52
0,53
0,56
0,58
0,58
0,61
0,59
0,58
0,57
0,56
O,B9
0,64
(0,71)
(0,761
-
-
0,57
0,57
0,56
0,55
0,52
0,50
0,47
0,46
0,44
0,44
(0,461
-
0,63
0,63
0,63
0,63
0,63
0,62
0,59
0,56
0,54
0,53
0,52
0,52
0,54
0,57
(0,611
Fig. 6 zeigt das spektrale Emissionsvermogen der Mischung
0,8
Chromoxyd in Abhangigkeit
99,2°/0 Aluminiumoxyd
von der KorngroEe. Ebenso wie bei den ungefarbten Oxyden
sinkt bei derselben Temperatur mit kleiner werdender KorngroBe die Strahlung nach dem Violetten hin mehr als im
Roten, entsprechend einer scheinbaren Verschiebung der im
Gelben liegenden Bande nach dem Roten. Wahrend bei der
KorngroBe 2-4 p das Emissionsvermogen von 0,4 im Roten
auf 0,75 im Violetten, also beinahe auf den doppelten Betrag,
ansteigt, nimmt es bei der KorngroBe l/z-l p im Violetten
fast denselben Wert an wie im Roten (0,35 im Roten, 0,39 im
Violetten). Da bei den ubrigen Aluminium-Chromoxydmischungen die KorngroEe durchschnittlich 2-4 p betrug, darf
man wohl annehmen, daE die Verringerung der KorngroBe hier
zu denselben Itesultaten gefuhrt hatte.
Es sei hierbei an eine Arbeit von I?. S k a u p y und
G. L i e b m a n n l ) erinnert, in der der EinfluE der KorngrtiBe
auf die Strahlungseigenschaften einer ausfuhrlichen Diskussion
unterzogen ist. Obige Messungen an den 99,2O/, Aluminium
+
._____
1) F. S k a u p y u. G . L i e b m a n n , a. a. 0.
+
H . Hoppe. Strahlung gluiihender Oxyde u. Oxydgemische U S W . 725
0,s Chromoxydmischungen (die ein Sinken des Emissionsvermogens im Roten mit kleiner werdender KorngroBe zeigen)
sind insofern eine Erganzung fur die dort aufgestellten (zunachst nur f iir weilje Oxyde fundamentierten) GesetzmaBigkeiten, als diese auch auf Oxydmischungen (mit gef arbten
Oxyden) ausgedehnt werden konnen. Ferner 1aBt sich im VerChromoxydprapagleich von den 98 Aluminiumoxyd + 2
raten zum Einkristall (von der den Praparaten entsprechenden
Schichtdicke von 1 mm) sagen, daB die dort angegebene Kurvel)
durch vorliegende Untersuchung bestatigt wird. Der Rubin
von 1 mm Dicke wiirde (wenn man auf diese Schichtdicke
extrapoliert) nach obigen Messungen [und weun man die von
H e n n i n g and H e u s e beriicksichtigt] ein Emissionsvermogen
yon 30-35u/0 bei 1373O a h . besitzen, das der keramischen
Korper bei derselben Temperatur 48"I,. Vom Einkristall ausgehend erhoht sich also zunachst das Emissionsvermogen bis
zu einer gewissen KorngroBe (2-4 p), um dann mit kleiner
werdender KorngroBe abzunehmen. Wie weit die Strahlung
durch Verfeinerung der Komer unterhalb 1/2-1 p herabsinkt,
laBt sich nach vorliegenden Untersuchungen noch nicht sagen.
Das spektrale Emissionsvermogen der Thor-Ceroxydmischungen bei den Temperaturen 1400, 1600 und 1800O abs.
ist in den Fig. 9, 10 und 11 dargestellt. Ein geringer Zusatz
von Ceroxyd bewirkt also bei allen drei untersuchten Temperaturen einen starken Anstieg des Emissionsvermogens, insbesondere im Kurzwelligen. Bei der 2 igen Cer-Beimischung
liegt scheinbar die groI3te Selektivitat im Sichtbaren. Inwieweit nun tatsachlich die 2"/,ige Mischung das groBte und
am weitesten im Sichtbaren gelegene Maximum darstellt, muB
dahingestellt bleiben, da es ja moglich ist, daB eine andere
Mischung zwischen 1,4 und 5
noch giinstigere Resultate
liefert. Jedenfalls scheint aber die 2 OIoige Mischung eine
Sonderstellung einzunehmen, wie dies auch aus den Messungen
uber die Gesamtstrahlung von 'G. L i e b m a n n
hervorgeht.
Vielleicht laBt sich hieruber etwas genaueres sagen, wenn die
Ultrarotmessungen, die zur Zeit von G. R i t z o w an denselben
Praparaten ausgefiihrt werden, zum AbschluB gekommen sind.
Nimmt der Cerprozentsatz weiter zu, so verringert sich dns
Emissionsvermogen im Violetten, wahrend es im Roten weiter
wachst. Bei geringem Cerzusatz ruckt das Maximum zunachst
1) F. Skaupy u. G. Liebmann, Phys. Ztschr. 31. S. 373. 1930,
Fig. 1.
2) F. H e n n i n g u. W . H e u s e , a. a. 0.
3) G. Liebmann, Ztschr. f. Phys. 71. S. 416. 1931.
AnnaIen der Phyaik. 6. Folge. 16.
47
726
Annabn der Physik. 5. Folge. Band 15. 1932
mit wachsender Temperatur ins Kurzwellige, um scheinbar bei
einem gewissen Prozentsatz, der ziemlich hoch liegen muB,
konstant zu bleiben und dann mit weiter zunehmendem Cerprozentsatz dem Langwelligen zuzustreben.
Was den EinfluB der KorngrijWe auf die Strahlungseigensehaften anbetrifft, so zeigte auch die 5 Olio ige Thor - Ceroxydmischung, die daraufhin naher studiert wurde, dieselben Resultate, die Ton den weikien Oxyden her schon bekannt sind.
Die an den verschiedenen KorngroBen 1-3, 5-10 und 8-20 p
ausgefuhrten Messurigen ergaben im gesamten sichtbaren
Spekt;pm iibereinstimmende TTerte des Emissionsverniogens.
Eine Anderung cler Strahlung durch Kornverfeinerung scheint
also auch hier erst unterhalb 1 p einzutreten.
Spektralphotometrische Messungen im Sichtbaren von ThorCeroxydmischungen in kompakter Form liegen nur wenig vor;
auBerdem sind sie recht unvollstandig. Die Resultate von
P o d s z u s l ) , S c h a u m und W i i s t e n f e l d ” ) , P h i l l i p s 3 ) und
C o b l e n t z 4 ) sind nur qualitativer Art, da bei allen die Angabe
der wahren Temperatur fehlt. Ausfiihrlichere Ergebnisse liegen
vor YonIves, K i n g s b u r r y und K a r r e r 5 ) , die sich aber nur
auf Gliihstriimpfe aus den betreffenden Oxyden und Oxydgemischen unter Verwendung yon Gasheizung beziehen , und
nur f u r ihre Brenntempelaturen gelten (1500-1960° abs., j e
nach dem Cerzusatz verschieden). Jedenfalls wurde auch dort
bei den Thor-Ceroxydmischungen ein Anstieg des Emissionsvermogens nach dem Blauen hin gefunden, was mit den vorliegenden Ergebnissen ubereinstimmt. Die Untersuchungen von
R u b e n s6) a n Anerstriimpfen verschiedener Zusammensetzung
ergeben ebenfalls einen Anstieg nach dem Kurzwelligen zu.
Fig. 16, in der als Abszisse (in einein geeigneten MaBstab)
der Cerprozentsatz und als Ordinate das Emissionsverniogen
aufgetragen sind, stellt Linien konstanter Temperatur (1600° abs.)
und konstanter Wellenliinge dar. Ein Vergleich dieser Figur
mit der entsprechenden von I v e s , K i n g s b u r r y und K a r r e r
zeigt, daB auch an den Thor-Cermischungen in Skelettform
die Strahlung schon bei geringen Ceroxydzusgtzen stark an1) F. P o d s z u s , Ztschr. f. Phys. 18. S. 212. 1923.
2) K. S c h a u r n u. H. W i i s t e n f e l d , a.a. 0.
3) M. L. P h i l l i p s , Pliys. Rev. 52. S. 832. 1928.
4) W. C o b l e n t z , Publ. Carnegie Inst. Wash. 1908. S. 97; Bull.
Bur. Stand. 4. S. 833. 1908; 5. S. 189. 1908; 7. S. 243. 1911; Jahrbuch
der Radioaktivitat 7. S. 123. 1910.
6 ) H. E . I v e s . E. K. K i n e s b u r r v u. K. K a r r e r . Journ. Frankl.
Inst. 186. S. 401 u.’ 624. 1918.
6) H. R u b e n s , Ann. d. Phys. IS. S. 725. 1905; 20. S. 593. 1906.
H . Hoppe. Strahlung gluhender Oxyde u. Oxydgemische usw. 727
steigt. Die giinstige Lage des Emissionsmaximums im Sichtbaren, vereint mit.einer geringen IJltrarotstrahlung, ist ja auch
die Ursache der Okonomie des Auerlichtes.
Fig. 16. Zusammenhang zwischen dem spektralen EmissionsvermGgen
und dem Ceroxydprozentsatz der Thor-Ceroxydmischungen
Als drittes Oxydgemisch xvurde Magnesiumoxyd-Zinkoxyd
untersucht. Da aus Messungen von S c h a u m und W i i s t e n f e l d l ) bekannt ist, da6 mit steigender Ternperatur die Absorptionsbande aus dem Ultravioletten ins Sichtbare riickt,
konnte man erwarten, daB durch Zusatz zu einem geeigneten
Oxyd giinstige Strnhlungsverhaltnisse im Sichtbaren eintreten.
Die Ergebnisse, die durch eine Beimischung von 0,32, 0,s und
2 O / , Zinkoxyd zu Magnesiumoxyd erhalten wurden, sind in
Fig. 12 aufgezeichnet. Tatsachlich ergibt sich durch den Zinkoxydzusatz eine Erhohung des Emissionsvermogens nach dem
Kurzwelligen zu gegeniiber reinem Magnesiumoxyd.
Die
Messungen konnten nur bei 1500° abs. wahrer Temperatur ausgefiihrt werden, da bei hoheren Temperaturen die Praparate
unbrauchbar wurden (es trat Verdampfen der inneren Oxydschichteii und starke R33bildung auf). Ebenfalls machte ein
groBerer Zinkoxydzusatz die Praparate fiir genaue Messungen
xu rissig. Inwieweit sich durch Temperaturerhohung und grogere
Zinkoxydbeimengung eine Verschiebung der Absorptionsbande ins
Sichtbare erreichen la&, kann daher noch nicht gesagt werden.
Zusammenfassung
1. E s wurden zum erstenmal Messungen des Emissionsvermogens an Oxydgemischen (in kompakter Form) bei exakter
Temperaturbestimmung ausgefiihrt.
2. Das Emissionsvermogen der untersuchten Oxyde und
1) K. S c h a u m u. H. W i i s t e n f e l d , a. a. 0.
47 *
728
Awnalen der Physik. 5 . Folge. Band 15. 1932
Oxydgemische wurde in Abhangigkeit von der Temperatur,
KorngriiBe, Zusammensetzung und Wellenlange im sichtbaren
Teil des Spektrums bestimmt.
3. Sowohl bei den reinen Oxyden wie bei den Oxydgemischen trat mit Abnahme der KorngriiBe (etwa von 1 p ab)
eine Verringerung des Emissionsvermogens ein.
4. Bei allen untersuchten Oxyden und Oxydgemischen
(auBer Chromoxyd) stieg das Emissionsvermogen mit zunehmender Temperatur im Roten. Zwischen dem Emissionsvermogen
der Aluminium-Chromoxydmischungen und dem Chromoxydgehalt ergab sich im Roten ein logarithmischer Zusammenhang ;
bei den Thor-Ceroxydmischungen war dieser Zusammenhang
nicht vorhanden. I m Violetten wurde bei den AluminiumChromoxydmischungen das Emissionsvermogen uberraschenderweise schon clurch wenige Prozent Chromoxyd auf die Hslfte
herabgedriickt gegeniiber reinem Aluminiumoxyd. Die ThorCeroxydmischungen mit geringem Cergehalt strahlten im Kurzwelligen schwarz; bei den Thor-Ceruxydmischungen, die einen
groBeren Ceroxydzusatz enthielten, nahm das Emissionsvermogen
im Violetten wieder ab.
5. Es wurde die ,,Fleckmethode" zur Temperaturbestimmung
auf durchsichtige Einkristalle (weiBer Saphir und Rubin) mit
Erfolg angewanclt. Das Emissionsvermogen des Rubins nahm
mit wachsender Temperatur im Roten stark zu; das des weiBen
Saphirs nahm innerhalb des untersuchten Temperaturintervalls
einen niedrigen yon der Temperatur unabhangjgen Wert an,
der im Blauen urid Roten derselbe war. D a er sich von der
Schichtdicke unabhangig erwies, scheint es, da8 die ihm entsprechende Strahlung nicht vom Kristall, sondern vom Platinheizband stammt. Demnach strahlt der durchsichtige Saphir
bei den angewandten Temperaturen im Sichtbaren gar nicht.
Vorliegende Arbeit wurde im Physikalischen Institut der
Universitat Berlin ausgefuhrt. Hrn. L)r. F. S k a u p y mochte
ich fiir die Anregung und die dauernde Forderung dieser Arbeit
meinen aufrichtigsten Dank aussprechen. Ferner bin ich Hrn.
Dr. G. L i e b m a n n fur die stets gern gewahrten R,atschlage
und Auskiinfte zu groBem Dank verpflichtet. S u c h mijchte
ich der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft f u r die
Rereitstellung der Apparatur und der fur die Untersuchungen
notigen Mittel danken.
B e r l i n , im November 1931.
(Eingegangen 22. Oktober 1932)
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